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Jesaja Teil 4: „Der leidende Knecht“ (Kapitel 49–55)

Jesaja 49,0-55,029.10.2015
Event•Teil 6 / 11Spurgeon-Konferenz 2015
Ein König rettet nicht mit Macht, sondern durch Leiden: Einer trägt Schuld, öffnet Blinden die Augen und bringt Hoffnung bis ans Ende der Welt. Wem vertraust du?

Einleitung und Rahmung des Abschnitts

Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, liebe Kollegen, Liebe, Liebe, Liebe, Liebe, Liebe, Liebe, Liebe, Liebe, Liebe, Liebe, Liebe, Liebe, Liebe, Liebe, Liebe, Liebe, Liebe, Liebe, Liebe, Liebe, Liebe, Liebe, Liebe, Liebe, Liebe, Liebe, Liebe, Liebe,
Diesen zweiten grossen Teil des Buches haben wir wiederum in zwei Teile unterteilt. So Gott will, werden wir uns den zweiten Teil morgen anschauen, und da geht es um das Bild von Jesus als den überwindenden König.
Aber heute Morgen sind wir noch im ersten Abschnitt. Wir haben gesehen: In Kapitel 40 geht es um Gott und Israel, in Kapitel 41 um Gott und die Nation. Die Verbindung von Gott und Israel wird jetzt in den Kapiteln 42 bis 48 weiter behandelt. Dabei hat sich Gott mit ihren nationalen Problemen befasst, aber auch mit den geistlichen Problemen, die darunter liegen. Das geschieht im Kontext des Exils als Strafe für ihren Götzendienst und der Wiederherstellung.
Nun gibt es eine Verbindung von Kapitel 41, wo es um Gott und die Nation geht, zu dem Abschnitt in den Kapiteln 49 bis 55. Denn aus der treuen Stadt wird jetzt eine treue Welt von Menschen aus allen Teilen und allen Nationen.
Und Gott wird das durch seinen Knecht erreichen, den er für diese Aufgabe einsetzt. Es gibt noch drei Kapitel in diesem einen Abschnitt, die wir uns noch nicht angeschaut haben, nämlich die Kapitel 46 bis 48. Wir haben heute Nachmittag wieder eine Gruppenarbeit, und da wird es um Kapitel 48 gehen. Deswegen werde ich mich jetzt nicht direkt damit befassen.

Der Sturz Babylons und der Gegensatz zu Gottes Tragkraft

Die Kapitel 46 und 47 handeln nun vom Untergang von Babylon. Und hier gibt es viel dramatisches Material über den Verlust dieses großen Reiches. Es sind sehr dramatische Texte über den Zusammenbruch dieses Imperiums.
Um einen ersten Eindruck davon zu bekommen, schaut euch Kapitel 46, die Verse 1 und 2, an: Bell krümmt sich, Nebo ist zusammengebrochen. Ihre Bilder sind den Tieren und dem Vieh aufgeladen; eure Prozessionsbilder sind ihnen zu schweren Lasten geworden, eine Bürde für das erschöpfte Vieh. Sie sind miteinander zusammengebrochen und niedergesunken und konnten die Last nicht retten; sie selbst mussten in die Gefangenschaft gehen.
Also waren Bell und Nebo einige der Götter Babylons. Sie müssen die Stadt verlassen, weil der Feind fast da ist und sie einnimmt. Und die Flüchtlinge nehmen ihre Götzen mit, aber die Götzen hindern sie am schnellen Aufbruch. Die Flüchtlinge nehmen jetzt die Götzen mit, aber weil sie so schwer sind, hindern sie sich daran, schnell aus der Stadt fliehen zu können.
Und es zeigt sich, dass Menschen um ihr Leben rennen und trotzdem die Götzen auf ihren Rücken tragen.
Und seht euch den Gegensatz zu Vers 4 an: Bis in euer Greisenalter bin ich derselbe, bis zu eurem Ergrauen will ich euch tragen. Ich habe es getan, und ich will auch fernerhin euch heben, tragen und erretten. Ist das nicht interessant? Die Bilder, die sie gemacht haben, sind eine Last für sie.
Aber Gott sagt: Ich habe euch gemacht, und ich werde euch tragen, denn ich bin euer Gott.
Und dann kommt in Vers 5 wieder diese Frage: Mit wem wollt ihr mich vergleichen und gleichstellen, und wem ähnlich machen, dass wir uns gleichen sollten?
Und das ist die Grundlage dieser beiden Kapitel: Babylon wird fallen, und seine Götzen werden das nicht aufhalten können.

Der erste Knechtsgesang: Auftrag für die Völker

Lass uns jetzt diesem Abschnitt oder dieser Einheit zuwenden: Kapitel 49 bis Kapitel 55. Und hier haben wir die Antwort Gottes auf die Bedürftigkeit der Welt, auf die Bedürfnisse der Welt.
Und ich möchte mich mit den fünf Gedichten oder Liedern befassen, die hier über den Knecht geschrieben sind. Schaut noch einmal in dieses Heft, das ich euch mitgegeben habe, und achtet auf Punkt zwei. Dort sehen wir diese vier Abschnitte und auch ihre besondere Bedeutung.
Der erste dieser Abschnitte oder dieser Lieder ist eigentlich schon in Kapitel 42, die Verse 1 bis 4. Also das erste Lied oder das erste Gedicht über den Knecht des Herrn finden wir in Kapitel 42, die Verse 1 bis 4:
Siehe, das ist mein Knecht, den ich erhalte, mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er wird das Recht zu den Heiden hinaustragen. Er wird nicht schreien und kein Aufhebens machen, noch seine Stimme auf der Gasse hören lassen. Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. Wahrheitsgetreu wird er das Recht hervorbringen. Er wird nicht ermatten und nicht zusammenbrechen, bis er auf Erden das Recht gegründet hat, und die Inseln werden auf seine Lehre warten.
Dieser Knecht wird vorgestellt als die Antwort Gottes für die heidnische Welt. Wir haben keine Beschreibung darüber, wer er ist, nichts über seine Herkunft. In diesem Lied liegt der Schwerpunkt auf der Aufgabe, die der Knecht erfüllen muss. Diesem Lied geht es hauptsächlich um die Aufgabe, die dieser Knecht hat. Er wird hier als Missionar für die heidnische Welt vorgestellt.
Zum Beispiel steht in Vers 1, dass er das Recht zu den Heiden hinaustragen wird. Oder in Vers 3, dass er wahrheitsgetreu das Recht hervorbringen wird. Und in Vers 4 heißt es, dass er auf Erden das Recht gegründet hat. Er ist nicht nur der Knecht für Israel, sondern für die ganze Welt.
Mischpat. Das kommt aus dem königlichen Umfeld, das Wort, und bedeutet, dass der König einen Erlass mit königlicher Autorität macht. Es ist richtig und gerecht, weil der König es beschlossen hat. Wir fällen Urteile oder bilden uns eine Meinung, aber Gott hat keine Meinung, denn er weiß es ganz genau. Er entscheidet, was richtig ist, er bestimmt, was recht ist.
Ich habe mir dazu eine Veranschaulichung überlegt, vielleicht aus unserer heutigen Zeit. Und es ist ähnlich, wie wenn wir uns eine Wiederholung von einem wichtigen Sportereignis anschauen, zum Beispiel von einer Weltmeisterschaft. Und es gibt die Situation, in der der Ball vielleicht hinter der Torlinie war oder nicht. Und was macht man dann? Man hat diese Wiederholung, die man sich anschauen kann, die sich auch der Schiedsrichter anschauen kann, und dadurch kann er eine Entscheidung fällen.
Und das, was die Kamera zeigt, ist dieses Mischpat. Die Kamera hat wirklich das richtige Ergebnis, weil man das genau nachverfolgen kann, Stück für Stück. Und man kann wirklich genau entscheiden, ob es ein Tor war oder nicht, und einen Fehlentscheid vermeiden. So ähnlich ist es mit dem Konzept oder dem Wort Mischpat. Es ist etwas, das entscheidet, was richtig und was falsch ist.
Und das macht jetzt der Knecht mit den ganzen Nationen. Es ist also ein offenbarendes Werk, das er vollbringt. Er wird den Willen und den Sinn Gottes offenbaren. Hier geht es nicht um Gerechtigkeit im Sinne, dass eine Sitzung stattfindet und jemand verurteilt wird, sondern darum, die Wahrheit über Gott und die Art und Weise, wie er die Dinge sieht, Menschen zu zeigen, die dieses Wissen vorher nicht hatten. Die Wahrheit Gottes wird offenbart, und wie er auf Dinge schaut, wird deutlich. Und Menschen werden das erkennen, die das vorher noch gar nicht gewusst haben.
Und der Knecht wird das nicht durch militärische Eroberung erreichen. In Vers 2 wird deutlich, dass er keine Bewegung unter dem Volk haben wird, die ihm Macht und Einfluss verschafft. Vielmehr wird er sich, wie in Vers 3 beschrieben, um das geknickte Rohr und um den glimmenden Docht kümmern. Sein Dienst bezieht sich hauptsächlich auf die Schwachen und Hilfsbedürftigen, um ihnen Stärke zu geben.

Gottes Deutung des Dienstes und Israels Versagen

Und nach jedem dieser Lieder findet man jetzt auch einen Kommentar zu dem Lied. Es scheint so, als ob Jesaja uns immer eine Erklärung dafür gibt, was das Lied bedeutet. Eigentlich gibt ja Gott die Erklärung durch seinen Propheten.
Und Gott spricht jetzt zu dem Knecht, in dem, was wir hier als Vers 6 haben: will be made to be a covenant for the people and a light for the gentiles. Das sind sehr interessante Worte, weil gesagt wird, der Knecht wird ein Bund für das Volk werden und ein Licht für die Heiden. Ein Bund ist wie ein Vertrag oder eine Abmachung zwischen Gott und seinem Volk. So the servant will bring the people of God into relationship with God. Der Knecht wird also das Volk Gottes in eine Beziehung mit Gott bringen, und er wird auch ein Licht sein, das Gottes Wahrheit und Gerechtigkeit zu den Heiden scheint.
Und das wird in Vers 7 so beschrieben, dass er die Augen der Blinden öffnet und die Gebundenen aus dem Gefängnis führt. Das ist der erste dieser Knechtlieder, und der weitere Abschnitt führt es nur noch weiter aus. Wir sehen, dass in Vers 11 die ganzen Nationen vor Freude singen, und wir sehen in Vers 12, dass sie Gott verherrlichen und preisen, sogar auf den Inseln. Im hebräischen Denken sind die Inseln der weit entfernteste Teil der Welt. Wir mögen in unserem Vereinigten Königreich dieses Wort Inseln.
Also selbst diese Insel am Rand von Europa hat das Wort Gottes. Und das ist der große Plan, der sich hier im Wort Gottes eröffnet. Und Gott zeigt ihm, dass es etwas ganz Neues ist. Zum Beispiel sagt er in Vers 14: Sehr lange habe ich geschwiegen, habe ich mich zurückgehalten. Aber jetzt wird er seine Wahrheit den ganzen Nationen bringen, und es wird nicht mehr einfach Israel allein sein. And he is going to turn the darkness of paganism into the light of the revelation of his truth. Und er wird die Dunkelheit des Heidentums in das Licht seiner Wahrheit verwandeln.
But the problem is, of course, that this is what Israel should have been doing. Aber das Problem ist: Eigentlich wäre das die Aufgabe von Israel gewesen. God calls Israel his servant, but they have not been representing his truth to the nations. Gott hat Israel als seinen Knecht bezeichnet, aber sie haben Gott nicht sehr gut gegenüber den Nationen vertreten. Stattdessen haben sie nämlich die Götter der Nationen aufgenommen und nicht den wahren Gott angebetet.
Deswegen sagt er in Vers 19: Wer ist blind, wenn nicht mein Knecht? Er sagt, Israel kann nicht länger mein Knecht sein, denn sie hören nicht auf mich und tun nicht, was ich sage. Deswegen brauchen wir jetzt diesen neuen Knecht in Kapitel 42. Deswegen muss sich sein Dienst auf die ganze Welt erstrecken.

Das zweite Lied: Berufung, Widerstand und weltweite Sendung

Lass uns jetzt das zweite Knechtslied anschauen, ab Kapitel neunundvierzig. Und auch hier ist der Kontext interessant, dass es ganz unmittelbar auf den letzten Vers von Kapitel 48 folgt, wo gesagt wird, es gibt keinen Frieden für den Gottlosen. Und so sagt Kapitel 48: Es gibt keinen Frieden für die Gottlosen, aber hier kommt mein Knecht und vollbringt ein großes Werk.
Das Lied sind jetzt die ersten sechs Verse von Kapitel neunundvierzig, die wir jetzt zusammen lesen. Und gebt Acht, ihr Völker in der Ferne! Der Herr hat mich von Mutterleib an berufen und meinen Namen von Mutterschoß an bekannt gemacht. Er hat meinen Mund gemacht wie ein scharfes Schwert, er hat mich im Schatten seiner Hand geborgen und mich zu einem geschärften Pfeil gemacht, er hat mich in seinem Köcher versteckt. Und er sprach zu mir: Du bist mein Knecht, bist Israel, durch den ich mich verherrliche. Ich aber hatte gedacht: Ich habe mich vergeblich abgemüht und meine Kraft umsonst und nutzlos verbraucht. Doch steht mein Recht bei dem Herrn und mein Lohn bei meinem Gott. Und nun spricht der Herr, der mich von Mutterleib an zu seinem Knecht gebildet hat, um Jakob zu ihm zurückzugewinnen. Israel aber wurde nicht gesammelt, und doch wurde ich geehrt in den Augen des Herrn, und mein Gott war meine Stärke. Ja, er spricht: Es ist zu gering, dass du mein Knecht bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten aus Israel wiederzubringen, sondern ich habe dich auch zum Licht für die Heiden gesetzt, damit du mein Heil seist bis an das Ende der Erde.
Seht ihr, wie hier das zweite Lied die Gedanken des ersten Liedes immer weiter entwickelt? Woher wissen wir, dass das jetzt hier ein Knecht ist, der spricht? Denn Gott hat ihn so genannt in Vers 3: Du bist mein Knecht, Israel. Heißt das jetzt hier, dass es Israel eigentlich ist, was der Knecht des Herrn ist? Aber es gibt ein Problem, wenn wir das annehmen würden, dann mit Vers 6, weil er sagt: Es ist zu gering, dass du mein Knecht bist, um die Stämme Israels wieder aufzurichten. Also wie könnte Israel Israel wieder zurückbringen? Es muss sich also um jemand anderen handeln, der diesen Rest von Israel wieder zusammenbringt.
So when he says, you are my servant Israel, he must mean that you are going to fulfill the role which Israel was originally designed to fulfill.
Wenn er also jetzt sagt: Du bist mein Knecht, bist Israel, dann muss es heißen, du wirst jetzt die Rolle erfüllen, die eigentlich Israel erfüllen sollte. Israel zur Zeit von Jesaja ist ein Knecht, der in seinem Auftrag versagt hat. Aber Gott wird jetzt ein neues Werk vollbringen, was nicht nur Israel zu ihm zurückführt, sondern auch am Ende von Vers 6 das Heil bis an das Ende der Erde bringt.
Und wir sehen hier: Die, die eigentlich ursprünglich ausgewählt waren, der Knecht zu sein, haben versagt. „What a wonderful thing it is to be the Lord's people.“ Sie haben der Welt nicht gezeigt, wie wunderschön es ist, das Volk des Herrn zu sein. Gott wird also ein neues Werk durch einen neuen Knecht vollbringen, was das Ende der Erde erreicht.
Und jetzt ist die Frage: Wie wird das geschehen? Zunächst einmal wird gesagt, der Knecht ist auserwählt von Mutterleib an. Das ist also jemand, bei dem Gott bestimmt und verfügt, dass er zu einer bestimmten Zeit geboren wird. Und er dient Gott jetzt durch seinen Mund, ein Dienst, der auf dem Wort gegründet ist. Sein Mund ist wie ein geschärftes Schwert. Es erinnert uns an die Stelle im Hebräerbrief, wo gesagt wird, das Wort ist wie ein zweischneidiges Schwert. Und sein Dienst ist jetzt wie ein geschärfter Pfeil, der genau das Ziel erreicht.
Aber er begegnet jetzt Schwierigkeiten in seinem Dienst, denn indem er das Wort Gottes verkündigt, stößt er auf Widerstand. Und in Vers 4 scheint er nachzudenken über etwas, das wie ein Versagen in seinem Dienst aussieht. Es ist der erste Hinweis, dass der Dienst des Knechtes nicht einfach sein wird, sondern auch mit Leid zu tun hat. Er scheint hier zu denken, dass er seine ganze Kraft umsonst eingesetzt hat, aber Gott wird ihm einen reichen Lohn geben.
Und darum geht es in Vers 6: Er erreicht nicht nur Israel, sondern die ganze Welt. Es ist noch nicht alles klar, viele Ideen sind noch undeutlich, aber wir bekommen immer mehr Einzelheiten.
Und wieder kommt ein Kommentar, der uns noch weiterhilft, in zwei Teilen. Also zunächst Vers 7: So spricht der Herr, der Erlöser Israels, sein Heiliger, zu dem von jedermann Verachteten, zu dem Abscheu der Nation, zu dem Knecht der Herrschenden: Könige werden es sehen und aufstehen und Fürsten anbetend niederfallen um des Herrn willen, der treu ist, um des Heiligen Israels willen, der dich auserwählt hat.
Also dieser Knecht wird von den Nationen verachtet werden. Aber Könige und Fürsten anderer Nationen werden sich anbetend vor ihm niederfallen, weil der Heilige Israels ihn als Botschafter ausgewählt hat.
Und dann, ab Vers 8, ruft jetzt der Knecht den Herrn an für Stärke. Set the captives free and restore them to relationship with God. Und sein Dienst wird die Gefangenen freimachen und wieder zu einer Beziehung zu Gott führen.
So this is as far as we have got at this stage. We see that it's an individual whose birth God will control and who will have a word ministry with worldwide effect.
Und das ist jetzt das Bild, das wir bis jetzt haben. Der Knecht wird jemand sein, bei dem Gott bestimmt, wann er geboren wird, und er wird einen Dienst haben, der auf dem Wort Gottes gegründet ist und die ganze Welt erreicht.

Der leidende Knecht und die Logik des Vertrauens

Das vierte Gedicht fängt jetzt in Kapitel 50 ab Vers 4 an. Und wir wissen, dass es ein Lied eines Knechtes ist, weil im Kommentar in Vers 10 von einem Knecht gesprochen wird, der Stimme seines Knechtes. Also lesen wir von Vers 4 bis Vers 9 den Inhalt des Liedes. Und wir sehen hier, dass wir ein noch klareres Bild bekommen, was der Knecht machen wird.
Gott, der Herr, hat mir die Zunge eines Jüngers gegeben, damit ich den Müden mit einem Wort zu erquicken wisse. Er weckt morgen für morgen, ja, er weckt mir das Ohr, damit ich höre, wie Jünger hören. Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet, und ich habe mich nicht widersetzt und bin nicht zurückgewichen. Meinen Rücken bot ich denen dar, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel. Aber Gott, der Herr, wird mir helfen, darum muss ich mich nicht schämen. Darum machte ich mein Angesicht wie einen Kieselstein, denn ich wusste, dass ich nicht zuschanden werde. Der mich rechtfertigt, ist nah. Wer will mit mir rechten? Lasst uns miteinander hintreten. Wer will gegen mich Anklage erheben? Er trete her zu mir. Siehe, Gott, der Herr, steht mir bei. Wer will mich für schuldig erklären? Siehe, sie werden alle zerfallen wie ein Kleid, die Motte wird sie fressen.
Wir erfahren hier also noch mehr, nämlich ein Stück weit die Psychologie des Knechtes.
You remember how in Philippians 2 we are taught that the Lord Jesus came right down to suffering death on the cross and that God has highly exalted him? Here we have a similar pattern with the servant.
Wo der Knecht des Herrn von Gott kommt, um zu leiden am Kreuz und dann wieder aufgenommen und geehrt wird, so ähnlich ist das Muster hier.
In Vers 4 hören wir die Stimme des Knechtes, und er denkt über seinen Dienst nach. Gott lehrt ihn, was er sagen soll. Er hat ihm eine Zunge gegeben eines Jüngers, und seine Worte erquicken den Müden. Erinnert euch, wie Jesus sagt, dass er nicht seine eigenen Worte spricht, sondern die, die ihm vom Vater gegeben wurden. Und hier am Ende von Vers 4 heißt es, er weckt mir das Ohr, damit ich höre, wie Jünger hören.
Also ist der Knecht unter der Autorität des souveränen Herrschers. Er ist nicht rebellisch, er ist nicht negativ in dieser Beziehung. Er tut, was der souveräne Herrscher ihm aufträgt. Das bedeutet aber für ihn Leid, was Vers 6 sagt. Das körperliche Leid, in dem er geschlagen wird, das psychologische Leid, in dem der Bart ausgerauft wird, und beleidigt und angespuckt wird. Aber der souveräne Herrscher, der ihm das Ohr geöffnet hat, wird ihm jetzt helfen.
Der Knecht weiß jetzt, dass er nicht zuschanden kommen wird, und deswegen macht er sein Angesicht wie einen Kieselstein. Denn wenn Gott mit ihm ist, wer wird das Ziel Gottes durch ihn aufhalten können? Und deswegen kommen jetzt diese Fragen in Vers 8. Wer will mit mir rechten? Wer will Anklage gegen mich erheben? Wer wird mich für schuldig erklären?
Ich denke, das erinnert wieder an das, was wir vielleicht aus Römer 8 kennen: Wer kann etwas gegen die Auserwählten bringen? Wer kann sie verurteilen, die Gott gerechtfertigt hat? Es ist der souveräne Herrscher, der ihm hilft und ihn durch das Leid trägt, um sein Ziel zu erfüllen. Und in diesem Licht kann der Knecht das Leid als etwas erachten, das Gottes Ziel erfüllt.
Der Kommentar in Vers 10 und 11 ist sehr knapp, aber trotzdem sehr mächtig. Der Kommentar sagt jetzt, wie wir auf unsere Situation schauen, wo wir Leid und Schwierigkeiten in der Welt erfahren. Wenn du Gott gehorsam bist und auch dem Wort seines Knechtes, was wird dir passieren? Wir würden vielleicht annehmen, dann wirst du im Licht leben und alles wird wunderbar sein. Aber Vers 10 sagt erstaunlicherweise: Man kann den Herrn fürchten und seiner Stimme folgen und trotzdem im Finstern wandeln.
So ähnlich wie der Knecht eine Zeit des Leids erfahren hat, bevor er in die Herrlichkeit eingegangen ist, so wird es auch seinen Nachfolgern gehen können. Vielleicht erinnerst du dich an einige Passagen aus dem Neuen Testament, wie Hebräer 12: Lasst uns den Lauf vollenden und auf den Anfänger und Vollender unseres Glaubens schauen, der wegen der Freude, die auf ihn wartete, das Kreuz erduldete und die Schande gering achtete. Und jetzt sitzt er zur Rechten Gottes. Und das ist das biblische Prinzip: durch Leid zur Herrlichkeit.
Und wenn du im Finstern wandelst, inmitten des Leides, was tust du dann? Du tust das, was der Knecht tat. Du folgst dem Beispiel des Messias. Und das finden wir am Ende von Vers 10: Vertraue auf den Namen des Herrn und halte dich an deinen Gott. Denn es gibt nur zwei Arten zu leben, und Vers 11 gibt das Gegenstück. Man könnte jetzt in der Dunkelheit sagen: Na dann schaffe ich mir mein eigenes Licht, ich zünde mir mein eigenes Feuer an. So wie die Juden gesagt haben, wir wollen unsere eigenen Götter schaffen und ihnen folgen.
Aber wir erfahren hier in Vers 11, was das Ende dieses Weges wäre. Er sagt: Geht hin im Licht eures eigenen Feuers, aber am Ende werdet ihr Qualen erleiden. Es gibt keine andere Lösung als auf Gott zu vertrauen und sich auf ihn zu verlassen. All the fires that we light will eventually die out. Alle Feuer, die wir entzünden, werden irgendwann wieder ausgehen. And therefore we need to realize that we will be left eternally in the dark without God if we do not follow the servant's path. Und es ist sogar so, dass wir ewig in der Dunkelheit sein werden, wenn wir nicht dem Weg des Knechtes folgen.
So, those are the first three songs, and you see how the picture...
Das sind jetzt die ersten drei Lieder, und merkt ihr, wie das Bild sich immer mehr erweitert von dem, was der Knecht tun wird. Es wird sehr schwierig für ihn werden, wirklich gehorsam zu sein gegenüber dem, was Gott von ihm will, aber es wird einen reichen Lohn für die Nation geben.

Das große Lied vom stellvertretenden Leiden und dem Sieg über den Tod

Und das ist jetzt die Vorbereitung für dieses letzte und größte Lied des Knechtes, das wir sicher schon oft in Jesaja 53 gelesen haben. Aber eigentlich beginnt dieses Lied schon in Kapitel 52, ab Vers 13. Und das ist ein Punkt, an dem diese Kapiteleinteilung nicht unbedingt hilfreich ist.
Wir werden sehen, dass sich das Lied in fünf gleiche Teile unterteilen lässt. Wir haben ja gestern schon darüber gesprochen, dass im hebräischen Denken oft der Hauptpunkt in der Mitte der Prophezeiung liegt. Wenn man genau in die Mitte dieses Liedes schaut, dann ist es Jesaja 53,5: Doch er wurde um unserer Übertretung willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen. Die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden.
Das ist das Herz des Liedes, die zentrale Idee, die alles andere in diesem Lied bestimmt. Dieses wunderbare Kapitel wollen wir betrachten.
Die erste Einheit sind die ersten drei Verse, beziehungsweise die letzten drei Verse von Kapitel 52, Verse 13 bis 15: Siehe, mein Knecht wird einsichtig handeln, er wird erhoben sein, erhöht werden und sehr erhaben sein. Gleichwie sich viele über dich entsetzten, so sehr war sein Angesicht entstellt, mehr als das irgendeines Mannes, und seine Gestalt mehr als die der Menschenkinder. Genauso wird er viele Heidenvölker in Erstaunen setzen, und Könige werden vor ihm den Mund schließen. Denn was ihnen nie erzählt worden war, das werden sie sehen, und was sie nie gehört hatten, das werden sie wahrnehmen.
Das ist eine sehr starke Einleitung, denn hier werden Gegensätze bezüglich des Knechtes aufgebaut. In Vers 13 wird gesagt, er ist erhöht, er ist jemand, der erhaben ist und angebetet wird. Aber diese erhöhte Gestalt ist jemand, dessen Angesicht entstellt ist und dessen Gestalt entstellt ist, mehr als die der anderen Menschen. Man würde eigentlich nicht erwarten, dass diese beiden Dinge zusammenkommen. Jemand, der so zusammengeschlagen und verwundet wurde, dass man ihn gar nicht mehr erkennt, ist nicht jemand, den man anbeten würde. Hier haben wir dieses geheimnisvolle Paradox am Anfang des Liedes.
Er scheint so schwach und so besiegt zu sein, aber er ist der souveräne König. Und Vers 15 macht das noch deutlicher, weil andere Könige ihren Mund vor ihm verschließen werden. Sie werden ihre eigene Unwissenheit anerkennen, und sie werden anerkennen, dass sie so etwas noch nie erlebt haben. Es ist ein Bild dafür, dass die Mächtigen der Welt sich niederwerfen vor der Größe und vor der Macht dieses Knechtes.
Aber wir bekommen viele Fragen: Warum wurde er denn verwundet? Warum hat das diese Wirkung? Und jetzt kommt der zweite Teil, der uns noch mehr die Geschichte dieses Knechtes erläutert. Wir lesen jetzt Jesaja 53,1-3: Wer hat unserer Verkündigung geglaubt, und der Arm des Herrn, wem ist er offenbar geworden? Er wuchs auf vor ihm wie ein Schössling, wie ein Wurzelspross aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und keine Pracht. Wir sahen ihn, aber sein Anblick gefiel uns nicht. Verachtet war er und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt. So verachtet war er, und wir achteten ihn nicht.
Lass uns noch einmal mehr darüber nachdenken, wie es hier anfängt: Wer hat unserer Verkündigung geglaubt? Eigentlich sagt das: Wer hätte sich das jemals vorstellen können, dass Gottes Arm auf so eine Weise eingreift? Denn der Arm des Herrn ist ein Bild für die Macht und die Stärke Gottes.
Ein ganz einfacher Spross, im dürren Erdreich. Das heißt: Als sein Leben begann, war es stark bedroht. Herodes wollte ihn töten, er musste nach Ägypten flüchten, und niemand hätte gedacht, dass dies die Armung Gottes war. Niemand hätte gedacht: Das ist der Arm des Herrn, der hier am Wirken ist.
Als er aufwuchs, war er keine charismatische, anziehende Persönlichkeit. Als er erschien, haben die Leute nicht gesagt: Oh, hier ist die Majestät Gottes. Sie sehen das in Vers 2: Nichts in seiner Erscheinung, dass wir ihn begehrten. Nichts in seiner Gestalt, in seinem Anblick, was uns gefallen hätte. Stattdessen ist sein Leben ein Leben, in dem er verachtet wird. Ein Mann der Schmerzen, mit Leiden vertraut, heißt eigentlich: Leiden ist sein ständiger Begleiter.
Die Frage ist also: Wie kann das der Arm des Herrn sein? Aber jetzt gibt es einen kleinen Wechsel hier im Lied in Vers 3, denn jetzt wird das Pronomen „wir“ eingeführt. Denn es heißt ja zuerst, er wurde von Menschen verachtet, und dann heißt es: Wir haben ihn verachtet. Plötzlich werden wir Teil dieses Liedes, jeder von uns, der das liest.
Und der dritte Teil zeigt uns jetzt, warum die Verbindung gemacht wurde zwischen dem Knecht und uns. Denn sein Leben des Leidens kommt jetzt zum Höhepunkt in seinem Tod. Wir lesen das in den Versen 4 bis 6: Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. Doch er wurde um unserer Übertretung willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen. Die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden. Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, jeder wandte sich auf seinen Weg. Aber der Herr warf unsere aller Schuld auf ihn.
Hier ist das Herz des ganzen Gedichtes. Und der Gegensatz wird deutlich zwischen ihm und uns. Er hat unsere Schwäche und unsere Trauer getragen. Wir hielten ihn aber für bestraft von Gott. Wenn er so viel Leiden erträgt, würden viele Menschen sagen: Dann muss er von Gott bestraft sein, dann muss er ein schlechter Mensch sein. Aber eigentlich ist es so, dass er unsere Strafe trägt und Gottes Gerechtigkeit an unserer Stelle erfährt.
Es ist Gottes Gerechtigkeit und Strafe über unsere Sünde und unsere Rebellion, nicht über seine eigene, denn er war ohne Sünde. Und was er hier erduldet, erduldet er für sein Volk. Das wird sehr deutlich gesagt in Vers 5: Er wurde durchbohrt um unserer Übertretung willen, er wurde zerschlagen, damit wir Frieden hätten. Die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.
Das ist stellvertretende Sühne. Das liegt im Herzen des Evangeliums. Und das ist auch das Herz der Offenbarung über den Knecht in Jesaja. So werden die Nationen verändert werden. Denn der Knecht trägt die Schuld und die Strafe, damit wir freigesprochen werden können. Es ist nicht erstaunlich, dass hier, siebenhundert Jahre bevor Jesus gekommen ist, eine so genaue Prophezeiung über das steht, was er erreichen wird.
Jetzt fragen die Menschen: Woher weißt du, dass es sich um Jesus dreht? Wenn man einen orthodoxen Rabbiner fragt und ihn über Jesaja 53 befragt, dann wird er sagen, es geht um die Nation, es geht um die Schmerzen, die Israel in den Jahrhunderten hatte. Wenn man einen orthodoxen Rabbiner fragen würde, würde er sagen: Hier geht es eigentlich um das Leid der Nation, über die ganze Geschichte. Wir haben keinen Tempel, wir haben keine Opfer, aber wir hoffen, dass all das, was wir erlitten haben, irgendwie eine Sühne für unsere Sünden bringt.
Aber wenn du ein Christ des Neuen Testaments bist, dann weißt du, dass es um Jesus geht. Nicht nur, weil man intuitiv sagt: Es muss um Jesus gehen, denn so viel vom Kreuz ist hier gezeigt. Wir erfahren das auch, als Philippus zu dem Kämmerer aus Äthiopien das Evangelium predigt. Der Äthiopier liest Jesaja 53 auf seinem Reiseweg, und er fragt Philippus: Ich bitte dich, von wem sagt der Prophet dies, von sich selbst oder von einem andern? Und Apostelgeschichte 8,35 sagt: Dann begann Philippus mit dieser Schriftstelle und verkündigte ihm die gute Nachricht über Jesus.
Philippus ist dort, weil der Heilige Geist ihn dorthin gesandt hat und ihm die Worte gegeben hat, die er sprechen soll. Der Äthiopier fragt: Über wen geht diese Stelle? Sagt jetzt Philippus: Ich bin nicht ganz sicher, es könnte sich vielleicht um die Nation Israel handeln. Oder manche Leute halten das für die Leiden des Propheten Jeremia. Nein, er verkündigt ihm direkt von diesem Vers das Gute, das Evangelium von Jesus.
Und wenn mir jetzt der Heilige Geist durch das Neue Testament sagt, dass es hier um Jesus geht, dann brauche ich keinen Bibelkritiker aus dem einundzwanzigsten Jahrhundert, der sagt, dass es nicht um Jesus geht. Die Frage ist: Sind wir Gläubige oder nicht? Und natürlich, wenn man die Einzelheiten anschaut, dann ist es erstaunlich, wie die Kreuzigung vorhergesagt wurde.
Aber lasst uns, bevor wir das tun, noch einmal Vers 6 anschauen, der diesen Abschnitt zusammenfasst: Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, jeder wandte sich auf seinen Weg. Aber der Herr warf unsere aller Schuld auf ihn.
Wenn man sich dieses Verb genau anschaut, dann bedeutet es, dass Gott unsere Schuld gesammelt und auf ihn gelegt hat. Wir sind verloren gegangen und haben uns eigenen Götzen zugewandt. Und der Herr geht jetzt durch die Welt und sammelt diese ganze Schuldenlast zusammen und legt sie auf seinen Sohn am Kreuz.
Welch ein Vorrecht, zu wissen, dass unsere ganze Schuld von Jesus am Kreuz getragen wurde.

Leiden, Begräbnis und die Wende zum Sieg

Und der vierte Teil zeigt uns jetzt die Auswirkung, also was dieser Tod bewirkt. Lassen wir uns Verse sieben bis neun lesen:
Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wurde, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer ist und seinen Mund nicht auftut. Infolge von Drangsal und Gericht wurde er weggenommen. Wer will aber sein Geschlecht beschreiben? Denn er wurde aus dem Land der Lebendigen weggerissen. Wegen der Übertretung meines Volkes hat ihn Strafe getroffen. Und dann bestimmte man sein Grab bei Gottlosen, aber bei einem Reichen war er in seinem Tod, weil er kein Unrecht getan hatte und kein Betrug in seinem Mund gewesen war.
Wir können vielleicht selbst einmal darüber nachdenken, wie die Evangelien uns zeigen, wie diese Einzelheiten hier erfüllt wurden. Jesus hat eine Diskussion mit Pilatus, aber er erhält keine Verteidigung von sich, als er verhört wird. Jesus hat sich mit Pilatus unterhalten und diskutiert, aber keine Verteidigungsrede gehalten. Er ist wie ein Lamm, das stumm zur Schlachtung geführt wird. Und durch Drangsal wird er weggenommen, denn das korrupte Gericht entscheidet, dass er sterben muss. Er wird am Höhepunkt seines Lebens hinweggerissen, er hat keine Nachkommen, und es scheint, als ob sein Werk zunichtegegangen ist.
Aber seht auf das Ende von Vers acht: Wegen der Übertretung meines Volkes hat ihn Strafe getroffen. Und die Strafe hat zu seinem Tod geführt, denn Vers neun sagt, er ist gestorben und wurde begraben. Wir haben hier den Gedanken, dass er im Grab eines Reichen begraben wurde, nämlich von Joseph von Arimathäa. Aber auch, dass er zwischen den zwei Verbrechern hing, die neben ihm gekreuzigt wurden. Der Hauptpunkt in Vers neun ist jedoch, dass es ein unberechtigtes Leid war. Er hat es nicht verdient, aber er hat es auf sich genommen wegen Vers fünf.
Und jetzt kommt der letzte Abschnitt ab Vers zehn, der die Szene verändert: weg vom Tod und hin zum Sieg, zur Überwindung. Verse zehn bis zwölf:
Aber dem Herrn gefiel es, ihn zu zerschlagen, er ließ ihn leiden. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Nachkommen sehen und seine Tage verlängern, und das Vorhaben des Herrn wird in seiner Hand gelingen. Nachdem seine Seele Mühsal erlitten hat, wird er seine Lust sehen und die Fülle haben. Durch seine Erkenntnis wird mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen, und ihre Sünden wird er tragen. Darum will ich ihm die Vielen zum Anteil geben, und er wird Starke zum Raub erhalten, dafür, dass er seine Seele dem Tod preisgegeben hat und sich unter die Übeltäter zählen ließ und die Sünden vieler getragen und für die Übeltäter gebetet hat.
Und das ist jetzt das große Ergebnis von dem, was der Knecht vollbracht hat. Das ist der Höhepunkt dieser ganzen Lieder über den Knecht. Das Kreuz ist ein Schuldopfer, er stirbt für unsere Schuld. Das Kreuz ist ein Schuldopfer, er stirbt für unsere Schuld. Aber die Darbringung seines Lebens am Kreuz ist nicht das Ende. Wenn es heißt, er wird Nachkommen sehen und die Tage des Herrn werden in seiner Hand gelingen, dann ist klar, dass hier vom Leben nach dem Tod die Rede ist. Er hat vielleicht keine menschlichen Nachkommen, aber seine Nachkommen sind geistliche Nachkommen in allen Ländern und Völkern, in der ganzen zukünftigen Welt. Und durch das Eingreifen des Herrn wird das Vorhaben des Herrn gelingen, und zwar in die ganze Zukunft hinein.
Die Auferstehung wird noch deutlicher in Vers elf angedeutet, wo gesagt wird, dass er das Licht des Lebens sehen wird. Und er wird seine Lust sehen und erfüllt sein, wenn er auf das schaut, was sein Tod am Kreuz bewirkt hat. Denn durch die Erkenntnis von ihm werden viele gerechtfertigt, und ihre Sünden werden weggetragen.
Und der letzte Vers, mit dem auch dieses Lied endet, zeigt uns jetzt den Knecht als einen großen, erobernden König. Er hat den Feind überwunden, und die ganze Beute gehört ihm. Und er hat es getan, indem er gestorben ist, anstelle von Sündern, um ihnen Leben zu geben. Das ist eine erstaunliche Bibelstelle, die uns die Einzelheiten der Kreuzigung lehrt, bevor sie überhaupt passiert sind.
Wenn wir in anderen Teilen der Welt jetzt wären, würden wir auf unseren Schultern schreien: Halleluja, und in die Hände klatschen. Wenn wir in anderen Teilen der Welt wären, würden wir uns jetzt auf die Stühle stellen, Halleluja rufen und klatschen. Aber wir sind ja meistens, zumindest wir Europäer, die das nicht so machen. Aber ich hoffe, dass wir zumindest im Herzen sagen: Preist den Herrn für das, was er durch seinen Knecht getan hat.

Die Folgen des Kreuzes für Gottes Volk und die Einladung an die Welt

Auch hier gibt es einen Kommentar, der aber sehr lang ist, denn es geht um die beiden Kapitel 54 und 55. Die Auswirkungen dieses Werkes am Kreuz werden nun in Kapitel 54 für Israel aufgezeigt und in Kapitel 55 für die ganze Welt.
Kapitel 54 hat wieder eine Verbindung zu Kapitel 40. Und Kapitel 55 ist die Antwort auf Kapitel 41. Hier ist die Welt verloren in Sünde und Dunkelheit, hier das Werk des Knechtes und die Proklamation des Evangeliums zu allen Nationen. In Kapitel 51 finden wir die Welt verloren in Sünde und Dunkelheit, und Kapitel 55 verkündigt nun das Werk des Knechtes in der ganzen Welt.
Lass uns noch einmal auf zwei, drei Dinge schauen. Für Israel bedeutet es eine große Erweiterung. Es wird größer sein als jemals zuvor. Zum Beispiel Vers 2 von Kapitel 54: Erweitere den Raum deines Zeltes und dehne die Zeltdecken deiner Wohnung aus, spare nicht, spanne deine Seile weit und befestige deine Pflöcke. Denn das Volk Gottes wird sich sehr erweitern nach rechts und nach links. Das ist alles, weil Jesus wegen dem, was der Knecht getan hat, also als Ergebnis von Kapitel 53, gehandelt hat.
Es wird eine Wiederherstellung geben von Menschen, die wieder in eine Beziehung mit Gott kommen. Und wir sehen das in den Entwicklungen in der Gemeinde in Jerusalem in der Apostelgeschichte, als Tausende Jesus als den Messias kennenlernen. Aber wir sehen auch die Erweiterung durch den Dienst der Apostel bis in die Heidenvölker hinein.
Und das Israel, von dem hier in Kapitel 54 gesprochen wird, hat natürlich als Grundlage die jüdischen Gläubigen an den Messias, beinhaltet jetzt aber auch heidnische Christen. Paulus betont das im Galaterbrief, dass die wahren Kinder Abrahams die sind, die an Jesus glauben.
Aber schaut auf Kapitel 55, denn das ist das Evangelium, das zu den Nationen geht. Es ist ein tolles Bild, wo das Evangelium zu den Nationen kommt. Das ist ein wunderbares Bild in Vers 1: wie jemand, der Wasser verkauft, auf den Marktplatz in einer Stadt in Palästina kommt. Er hat auch Wein und Milch und Brot. Er hat so einen mobilen Lebensmittelladen, wo er jetzt auch Brot, Wein und Milch hat und das verkaufen will. Und er sagt: Seid ihr durstig, seid ihr hungrig, kommt zu mir, ich habe die Antwort. Und er sagt: Jetzt seid ihr durstig, habt ihr Hunger, kommt zu mir, ich habe die Antwort.
Aber du brauchst eigentlich kein Geld zu haben. In Vers 1 sagt er: Kommt her und kauft ohne Geld und umsonst Wein und Milch. Und jetzt ist die Frage: Wie kann man etwas kaufen, wenn man kein Geld hat? Man benutzt eine Kreditkarte, aber nicht in den Tagen von Jesaja. Man konnte nur essen, wenn jemand anderes es für einen erworben hat. Also selbst wenn man es selber nicht bezahlen kann, aber wenn jemand anderes das Geld zur Verfügung stellt, dann kann man kaufen und essen.
Und das Evangelium handelt eben von dieser Freiheit, jetzt die Güter Gottes in Anspruch zu nehmen, die Jesus uns erkauft hat. Wir müssen das Evangelium frei und kostenlos anbieten.
Und was verheißt er? Er verheißt in Vers 3 einen ewigen Bund mit allen Völkern, die treue Liebe, die er David zugesagt hat, die jetzt in die ganze Welt hinausgeht. Er verheißt einen ewigen Bund mit allen Menschen, die Gnadengüter Davids, die jetzt zu allen kommen.
Jesus ist die Erfüllung von David. Er ist Davids größter Sohn, vom großen David der größere Sohn. Und deswegen zeigt diese Stammesgeschichte am Anfang des Neuen Testaments, wie Jesus von Abraham über David abstammt. Das soll zeigen, dass er der Erbe aller Verheißungen an Abraham ist, aber auch der neue König David, der herrscht. Er ist der Zeuge und der Fürst und Gebieter, er ist der Herr.
Das heißt, die Heiden, die Gott nicht kannten, lernen jetzt Gott kennen durch das Werk des Knechtes. Wie kommen sie dahin? Durch Vers 6: Sucht den Herrn, solange er zu finden ist, ruft ihn an, während er nahe ist. Vers 7: Verlasse den Weg der Sünde, kehre dich um zum Herrn und bitte um seine Vergebung.
Und so wird das Werk des Knechtes eine lebendige Erfahrung bei dem Bundesvolk, das Gott um Errettung anruft, und die Gewissheit der Vergebung, weil der Preis bezahlt ist. Und Gott zeigt hier, dass das eigentlich nicht unsere normalen Gedanken sind, weil wir immer denken, wir müssen uns selber rechtfertigen.
Und dass die gleiche Botschaft, wie Ron sie uns gestern Abend gegeben hat, die gleiche Botschaft gibt hier Jesaja. Das heißt, wenn das Evangelium verloren gegangen ist, wird man versuchen, sich selbst zu rechtfertigen. Aber das ist nicht Gottes Weg, seine Gedanken sind nicht unsere Gedanken.
So wie der Regen und Schnee von Gott kommen, so wird er sein Wort geistlich gebrauchen, um das Land zu tränken und zu befruchten. So macht das auch sein Wort.

Die Kraft des Wortes, die Sendung der Gemeinde und der abschließende Aufruf

Und lasst uns noch einmal ganz besonders Vers elf aus diesem Abschnitt mitnehmen: Genauso soll auch mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht; es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird ausrichten, was mir gefällt, und durchführen, wozu ich es gesandt habe.
Das ist eine wunderbare Verheißung Gottes. Sie sagt, dass Gott, der uns sein Wort gegeben hat, auch immer sein Werk vollbringt, in den Situationen, in denen es verkündigt wird.
Wenn du dich also mit einem nichtchristlichen Freund triffst und gemeinsam das Johannesevangelium oder das Markusevangelium liest, dann passiert genau das. Durch deine Freundschaft und deine Gespräche mit ihm oder ihr wird Gott die Wahrheit, für die sein Wort geschrieben wurde, in das Leben dieser Person bringen. Und diese Wahrheit wird etwas ausrichten, nämlich dass sie Gott kennenlernen.
Du siehst das vielleicht nicht sofort eintreten. Vielleicht zeigt es sich erst in der Zukunft. Aber Gottes Wort ist nie vergeblich. Es erfüllt immer seinen Zweck. Es kann sogar Jahre dauern, doch Gottes Wort ist nie umsonst; es wird immer sein Ziel ausführen.
Und es ist diese lebensspendende Kraft der Verkündigung Christi und des Evangeliums, die das große Privileg unseres Dienstes ist. Es ist diese lebensspendende Kraft, Jesus zu verkündigen, und das ist das große Vorrecht unseres Dienstes.
Deswegen sprechen diese letzten zwei Verse über Freude, über Frieden und über Jubel. Denn das Evangelium ist die gute Nachricht, und es ist wunderbar. Wir wollen, dass es in der ganzen Welt bekannt wird, denn das Evangelium ist die gute Nachricht, und wir wollen sie überall verkünden.
Aber es ist ein so herrliches Evangelium, die Schönheit des Evangeliums, weil es den ganzen Kontext des Lebens verändert. Das ist so ein wunderbares Evangelium, weil es das ganze menschliche Leben verändern kann. Dornen werden zu Zypressen, Hecken werden zu Myrten, in Vers 13.
Und all dies ist das ewige Zeichen, dass das Evangelium Gottes Wahrheit ist, die niemals vergehen wird.
Wenn wir also Gottes Wort in die Welt tragen, ist Jesaja eine große Ermutigung für uns, auf den Geist des Herrn zu vertrauen. Unsere Aufgabe ist es, den Samen auszustreuen und Gott die Möglichkeit zu geben, ihn wachsen zu lassen. Und wir haben die Gewissheit, dass er keinen Samen verschwenden wird und die Ziele erfüllen wird, zu denen er ihn gesandt hat.
Um noch einmal mit Spurgeon diesen Abschnitt zu beenden: Ein junger Prediger war zu Spurgeon gekommen. Er hatte damals eine Pastorenschule für junge Prediger, und einer von ihnen fragte ihn, warum das bei ihm so sei. Er sagte: „Mr. Spurgeon, wenn du predigst, dann kommen immer wieder Leute zum Glauben, fast jedes Mal. Aber wenn ich predige, scheint überhaupt nichts zu passieren. Was ist der Grund dafür?“
Spurgeon sagte zu ihm: „Nun, junger Mann, erwartest du denn, dass jedes Mal, wenn du predigst, jemand zum Glauben kommt?“ Und der junge Mann sagte: „Natürlich nicht, das tue ich nicht.“ Da sagte Spurgeon: „Das ist genau der Grund, warum sie sich nicht zu Jesus wenden. Du hast kein Vertrauen auf das Wort Gottes und den Geist Gottes, dass sie das Werk Gottes vollbringen.“
Lasst uns noch einmal beten:
Wir danken dir für das Werk des Herrn Jesus. Was für ein wunderbares Evangelium wir verkündigen dürfen, wie schön es ist. Und wir bitten dich, dass du uns treu hältst, dass du uns eifrig hältst, dass wir fleißig arbeiten, aber vor allem, dass du uns abhängig von deinem Geist hältst, damit unser Leben deine Herrlichkeit sichtbar macht und unsere Dienste von dir gebraucht werden, um viele Menschen in das Licht des Lebens zu bringen und deine Gemeinde aufzubauen, damit wir stark sind in deiner Kraft und Macht, um dir in unserer Generation zu dienen. Wir bitten das alles durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.