Serie•Teil 5 / 53Lukas-Evangelium
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Ein Blick auf das Gute und die Frage nach dem Menschen
Ich finde die Antike wirklich toll. Was mich anstört, ist die Tatsache, dass es keine Zahnärzte gibt und keine Kühlschränke, zumindest keine mit so richtigen Spritzen. Das ist ein bisschen schwierig. Aber vom Denken der Leute her, also so, wie die Leute innerlich drauf sind, muss ich sagen: Man schlägt da so ein paar alte Schinken auf, so einen Platon zum Beispiel, und der stellt uns tatsächlich die Frage: Was ist wirklich gut? Toll, he?
Also die Frage: Was ist wirklich das Gute? Nicht: Wer wird Europameister oder wo gibt es die beste Corle Pizza in Berlin, sondern: Was ist wirklich gut?
Mir gefällt, wie gesagt, die Antike. Und weil wir die Bibel lesen, stoßen wir da auf ein Denken, das sich auch mit der Frage beschäftigt: Was ist eigentlich das Beste für den Menschen? Und die Bibel ist Gottes ganz persönliche Antwort auf diese Frage, an alle Menschen zu aller Zeit.
Was ist das Gute? Einer ist der gute Gott. Und das Beste für einen Menschen ist es, diesem Gott, seinem Schöpfer, zu begegnen und sich ihm aus Liebe zu unterwerfen. Gott sind tatsächlich Fakten, Details, Inhalte wichtig. Sie sind ihm deshalb wichtig, weil sie die Grundlage darstellen für unseren Glauben und damit letztlich die Grundlage für ein Leben, für einen Lebensalltag mit Gott.
Der rote Faden in Lukas 2
Wir machen weiter im Lukasevangelium in Kapitel 2. Wer beim letzten Mal dabei war, weiß, dass wir uns gerade in einem Stall befinden, nämlich bei der Geburt Jesu. Wir stehen in einem Stall, die Hirten sind gerade wieder gegangen, und Maria denkt noch nach über das, was die Hirten über das Baby gesagt haben, beziehungsweise was die Hirten gehört hatten: von einem Engel über dieses Baby, das Retter sein soll, Christus, der Herr, in Davids Stadt.
Wir finden da in Lukas 2,19 einen Gedanken, den ich beim letzten Mal nur kurz angerissen habe, und da möchte ich heute einsteigen. Lukas 2,19 heißt es: Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen.
Maria nimmt mit, was sie da erlebt. Sie lässt es nicht einfach vorbeiziehen, sondern sie hält inne, denkt nach und sorgt dafür, dass diese Erlebnisse in dem Stall für den Rest ihres Lebens nicht mehr verloren gehen. Sie bewahrt es in ihrem Inneren.
Am Ende des Textes, den wir uns heute anschauen wollen, in Kapitel 2,51, finden wir einen fast genauso klingenden Satz. Lukas 2,51. Da heißt es am Ende: „Und seine Mutter bewahrte alle diese Worte in ihrem Herzen.“
Wir lesen das in der Bibel immer wieder, dass Gott unser Denken prägen möchte, dass er uns täglich neu herausfordern möchte, dass er uns täglich neu verändern möchte, und er wünscht sich, dass wir Jesus ähnlicher werden. Und ich möchte heute zeigen, dass das überhaupt nur geht, wenn wir diese Momente, in denen Gott uns prägt, in denen Dinge in unserem Leben passieren, in denen Gott uns persönlich anspricht, bewahren. Das können Umstände sein, das kann sein, dass wir eine Predigt hören oder jemand uns das Wort Gottes weitergibt, oder das kann eine persönliche Ansprache in der stillen Zeit sein.
Ich möchte heute zeigen, dass wir, wenn wir uns nach Lebensveränderung sehnen, wenn wir uns danach sehnen, Jesus ähnlicher zu werden, diese Momente, in denen Gott uns anspricht, bewahren müssen und in echte Lebensveränderung ummünzen müssen. Deswegen heißt meine Predigt auch heute: Bewahre das Wort. Tu das, was Maria getan hat.
Ich möchte drei Fragen beantworten. Erstens: Wie spricht Gott überhaupt zu uns? Zweitens: Warum ist es wichtig, das Wort Gottes zu bewahren? Ich möchte auch ein bisschen erklären, was das eigentlich heißt, das Wort Gottes zu bewahren. Und drittens ganz praktisch: Welche Möglichkeiten habe ich denn im einundzwanzigsten Jahrhundert, um das Wort Gottes zu bewahren? Wie mache ich das denn nun praktisch?
Drei Fragen.
Wie Gott im Alltag, durch Menschen und durch sein Wort spricht
Wir fangen mit der ersten einfach an: Wie spricht Gott zu uns?
Und da ist noch eine grundsätzliche Vorbemerkung vom letzten Mal. Daraus können wir ableiten: Gott verwendet deinen Alltag. Es sind nicht die superheiligen Momente, wenn du gerade fünf Tage fastend und betend meditierst und nur dann spricht Gott zu dir. Nein, so ist es nicht. Sondern dein Alltag, da, wo du mit Gott unterwegs bist, da darfst du darauf vertrauen, dass Gott zu dir spricht.
Es ist sogar gerade andersherum. Im Alten Testament heißt es an einer Stelle, dass wir Gott auf all unseren Wegen erkennen sollen. Es ist gerade dieser Alltag, in dem uns Gott begegnet. Dort gibt Gott uns die Chance, ihn zu erleben. Dort stellt Gott uns in Situationen, in denen wir uns entscheiden dürfen: Glaube ich und gehorche ich Gott, erlebe ich ihn, oder mache ich mein eigenes Ding?
So viel als Vorbemerkung: Dein Alltag ist für deine geistliche Entwicklung entscheidend.
Und die Geschichte hier mit den Hirten, die wir uns letztes Mal angeschaut haben, zeigt, dass Gott Umstände lenkt und führt, durchaus nicht immer für uns ganz verständlich. Diese Geburt in dem Stall, das Kind in einer Krippe – aber im Nachhinein schaut man darauf. Maria macht das: Sie schaut hin und merkt, ja, Gott hat mich geführt. Gott hat das alles geplant. Gott ist der Herr der Geschichte. Und wenn ich bereit bin, ihm zu folgen, dann werde ich das immer und immer wieder erleben, dass er meine Wege auf ganz wundersame Weise bereitet.
Vielleicht nicht auf die Weise, die ich mir ausgesucht hätte. Das ist immer so eine Spannung, ja? Gott macht das, was sein Rettungswerk hier auf der Welt voranbringt. Das ist nicht immer das, was ich mir für mein Leben gewünscht hätte. Da kann es eine ziemlich deutliche Spannung geben, eine Spannung, wo ich sage: Die ist zum Zerreißen gespannt.
Ich kann mir vorstellen, der Moment, als Maria in Bethlehem ankommt, die Wehen hat, keine Herberge da ist, es dunkel wird und du dann so um Bethlehem herum anfängst, einen Stall zu suchen. Also einen Stall in der damaligen Zeit: ein Erdloch, okay? Du hast ein Loch, in das du hineingehst. Und nebendran sind die Begräbnisstätten, die waren so nebeneinander gebaut, ja? Und du denkst dir: Eine tolle Sache, dass das der Moment ist, wo es dir schwerfällt zu glauben, dass Gott keine Fehler macht. Aber es ist so: Gott macht keine Fehler.
Und da, wo wir es zulassen, diesen Gedanken, so wie Paulus das sagt, dass wir durch viele Trübsale in das Reich Gottes eingehen müssen, dass Leben nicht immer leicht ist, aber dass die Richtung meines Lebens stimmt, wenn ich an Gottes Hand gehe. An dieser Stelle werden wir merken, dass Gott Umstände lenkt, so wie er es für richtig hält, und daraus für uns etwas macht.
Das ist die erste große Methode, hatten wir letztes Mal schon: Gott spricht durch dein Leben, Gott spricht durch die Umstände, in die er dich hineinsteckt. Und es lohnt sich, darüber nachzudenken: Was passiert eigentlich in meinem Leben? Wo spricht denn jetzt Gott? Wo tut er eine Tür auf, und wo tut er eine zu?
Und da, wo eine Tür zugeht, dankbar zu sagen: Vielen Dank. Und da, wo eine Tür aufgeht, zu sagen: Na, mal schauen, was sich dahinter verbirgt, wie es da weitergeht. Wirklich ein Stück offen mit Gott zugehen.
In meinem Leben gab es ein paar Türen, die sind zugegangen, wo ich davor stand und dachte: Was soll denn das? Ich wollte eine Doktorarbeit machen und dachte mir nur: Das war überhaupt kein Problem. Ja, ich war der Schnellste meines Jahrgangs und habe sowieso alles nur eins, und das würde platsch, ja, und plötzlich zu, zu, zu, zu. Und dann habe ich gebetet: Also, Vater im Himmel, wenn du ja noch mal eine Tür zumachst, dann nehme ich das aus deiner Hand und ich werde keine machen.
Das passierte, war das ihm nur toll. Aber ich hatte so gebetet. Ein halbes, dreiviertel Jahr später stellte sich heraus, dass es sehr gut war für mich, sehr, sehr gut. Das war einfach nicht dran. Es hätte mich in eine ganz andere Richtung geführt, hätte mich auf Jahre hinaus gebunden, zu einem Zeitpunkt, wo es für mich ganz wichtig war, ganz andere Erfahrungen zu machen. Das wusste ich nur nicht.
Und ich stand da so leicht grummelnd und dachte: Hm, hm, hm, eigentlich hm, na gut. Und dann sagt man so ganz vorsichtig: Okay, ich habe es gebetet, ich stehe jetzt dazu, ich mache das jetzt mal so. Und dreht sich dann fünfzehn Jahre später um und sagt: Preist den Herrn, preist den Herrn, dass das damals nicht anders gelaufen ist. Boah, das war knapp. Umstände!
Geistliche Menschen als Werkzeug Gottes
Der zweite Punkt, die zweite Möglichkeit, wie Gott zu uns spricht: Er spricht durch geistliche Menschen.
Und jetzt schauen wir mal in Lukas 2,21-35 hinein. Und als acht Tage vollendet waren, dass man ihn, Jesus, beschneiden sollte, da wurde sein Name Jesus genannt, der von dem Engel genannt worden war, ehe er im Mutterleib empfangen wurde. Und als die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Moses vollendet waren, brachten sie ihn nach Jerusalem hinauf, um ihn dem Herrn darzustellen, wie es im Gesetz des Herrn geschrieben steht: Alle männliche Erstgeburt soll dem Herrn heilig heißen, und ein Schlachtopfer zu geben nach dem, was im Gesetz des Herrn gesagt ist: ein Paar Turteltauben und zwei junge Tauben.
Und siehe, es war in Jerusalem ein Mensch mit Namen Simeon. Und dieser Mensch war gerecht und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels, und der Heilige Geist war auf ihm. Und ihm war vom Heiligen Geist eine göttliche Zusage zuteil geworden, dass er den Tod nicht sehen solle, ehe er den Christus des Herrn gesehen habe. Und er kam durch den Geist in den Tempel. Und als die Eltern das Kindlein Jesus hereinbrachten, um mit ihm nach der Gewohnheit des Gesetzes zu tun, nahm auch er es auf seine Arme und lobte Gott und sprach:
Was wir hier lesen, ist: Maria und Josef tun etwas völlig Normales. Da ist überhaupt nichts Ungewöhnliches dabei. Sie lassen Jesus beschneiden. Sie geben ihm den Namen, den er bekommen soll. Der Engel hat das gesagt; Lukas 1,31 haben wir das gelesen: Er soll Jesus heißen. Sie gehen nach Jerusalem, weil man eben die vorgeschriebenen Opfer dort bringen soll. Und in Jerusalem lebt eben auch Simeon. Er war gerecht, gottesfürchtig, und er wartete auf den Trost Israels. Er wartete auf den Messias. Und der Heilige Geist war auf ihm, und er hatte eine Zusage von Gott, dass er diesen Messias sehen würde, bevor er stirbt.
Er wird vom Heiligen Geist in den Tempel geführt und begegnet dort Maria und Josef, die gerade mit ihrem kleinen Bündel durch den Tempel laufen, Richtung Priester. Die laufen da gerade, und er kommt von der Seite, Simeon, und spricht sie an. Und er sagt, Vers 29: Nun, Herr, entlässt du deinen Knecht nach deinem Wort in Frieden; denn meine Augen haben dein Heil gesehen, das du bereitet hast im Angesicht aller Nationen, ein Licht zur Erleuchtung der Nationen und zur Herrlichkeit deines Volkes Israel.
Und Vers 34: Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und zum Aufstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Aber auch deine eigene Seele wird ein Schwert durchdringen, damit die Überlegungen aus vielen Herzen offenbar werden.
Das kennen wir schon von dem Lobpreis des Zacharias. Es ist so ganz ähnlich, was hier gesagt wird. Simeon redet vom Messias. Er redet von dieser Rettung, die der Messias bringt, einmal für die Juden, aber eben nicht nur begrenzt für die Juden, sondern für alle Menschen. Auch die Heiden sind in Gottes Rettungsplan mit eingeschlossen.
Er spricht von dieser geteilten Reaktion darauf: Die einen werden fallen, die anderen werden aufstehen. Also die einen werden über diesen Jesus stolpern und sagen: Nein, das möchte ich nicht. Und die anderen, die am Boden liegen und sagen: Endlich ist da einer, der mir aufhilft, die strecken ihre Hand aus und lassen sich aufhelfen. Und das, was in den Herzen drin ist, wird offenbar werden. An diesem Jesus werden sich die Geister scheiden. Die einen werden sagen: Ja, ich bin für ihn. Und die anderen werden sagen: Ich bin gegen ihn. Und es wird eine Trennung geben.
Und diese Trennung wird für Maria eine emotionale Katastrophe. Deine eigene Seele wird ein Schwert durchdringen. Kannst du dir vorstellen: Du hattest ein kleines Kind, den Sohn Gottes, im Arm, und jemand sagt dir: An der Stelle, wenn er sein Werk tut, wenn er ankommt mit dem, was er tun will, dann wird es auf der einen Seite Leute geben, die werden applaudieren, die werden für ihn sein, und dann wird es Menschen geben, die offen dagegen sein. Es wird so schlimm werden, diese Spannung, dass es dich innerlich zerreißen wird.
Mir geht es heute nicht so sehr um den Inhalt. Mir geht es darum, dass hier ein Mensch zu anderen Menschen redet, im Auftrag Gottes, und dass das eine Art ist, die Gott benutzt. Dass Gott nicht nur unsere Umstände benutzt, um zu uns zu reden, sondern dass er geistliche Menschen benutzt. Und das muss nicht immer die Sonntagspredigt sein. Also ich hoffe, dass es die auch ist, logischerweise. Aber darum geht es gar nicht. Es geht nicht darum, dass nur die Sonntagspredigt hier eine Ansprache wäre.
Wenig später, das werden wir jetzt nicht lesen, treffen wir auf Hanna, Tochter Fanuel, 84 Jahre alt, ewig lang schon Witwe. Vielleicht nicht der Mensch, bei dem du sagst: Also hätte ich jetzt so erwartet, dass die auch noch mal etwas dazu beiträgt und etwas von Gott sagt. Vielleicht geht es dir manchmal so, dass dir Leute begegnen, die dir etwas sagen, und du merkst: Boah, das trifft genau. Und dann schaust du dir denjenigen an und sagst: Hm, er muss sich erst mal schlucken.
Ja, es ist natürlich leicht, wenn du zu deinem Ältesten gehst und der sagt dir dann: Also hier, das musst du dir ändern. Das kann man doch halbwegs annehmen. Da kommt ein Teenie vorbei und sagt mir: Mir ist das und das in deinem Leben aufgefallen. Und du denkst dir: Oder wo es mir persönlich dann sehr deutlich wurde: Dann machst du eine Familienandacht, und dann sagt deine dreizehnjährige Tochter: Du, Papa, ich habe das und das in der Bibel gelesen, das läuft doch bei uns nicht richtig, oder? Und sie hat recht. Sie hat so viel recht, dass du nur sagen kannst: Stimmt, ich glaube, an dieser Stelle machen wir einen Fehler. Da müssen wir noch mal drüber nachdenken.
Und es ist wichtig, dass wir da, wo Gott uns anspricht, nicht so sehr auf den schauen, der das ist, ja, ein alter Simeon oder hier dann in dem Text eine alte Hanna oder von mir aus ein kleines Kind, sondern dass wir den sehen, der dahinter steht, der durch seinen Geist an der Stelle einen gerechten und gottesfürchtigen Menschen benutzt, um in mein Leben hineinzusprechen und mir etwas zu sagen, was ich ganz dringend brauche.
Und das ist ein Grund, warum es Gemeinde gibt. Wir brauchen Gemeinde, um in einem ganz vorsichtigen Sinn ein bisschen aufeinander aufzupassen. Damit mir Gott etwas sagen kann, was er eigentlich dir sagen wollte und was er dir vielleicht auch gesagt hat, aber du hast es leider nicht verstanden oder hast an der Stelle gerade mal weggehört. Aber ich habe es verstanden, und deswegen sage ich es dir noch mal. Und deswegen weise ich dich auf Dinge hin, die Gott dir eigentlich sagen möchte.
Wenn Gott selbst spricht und warum Fragen dazugehören
Und dann gibt es eine dritte Möglichkeit: Gott spricht durch Umstände, Gott spricht durch Menschen in unser Leben hinein, hier vorbereitend, prägend. Und das Dritte ist, wenn er selber zu uns spricht.
Und ich lese einfach mal weiter. Da treffen wir auf Jesus, auf das fleischgewordene Wort Gottes, das direkt zu Lehrern im Tempel und dann auch zu seinen Eltern spricht. Lukas 2,41-49.
Seine Eltern gingen alljährlich am Passafest nach Jerusalem. Und als er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf nach der Gewohnheit des Festes. Und als sie die Tage vollendet hatten, blieb bei ihrer Rückkehr der Knabe Jesus in Jerusalem zurück, und seine Eltern wussten es nicht. Also ist das jetzt nicht schlechte Elternschaft, das sind einfach grössere Gruppen, ja. Und dann dachte man, der wird schon bei den Verwandten sein, der wird schon irgendwie gut dabei sein.
Da sie aber meinten, er sei unter der Reisegesellschaft, kamen sie eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten. Und als sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten ihn. Und es geschah, dass sie ihn nach drei Tagen im Tempel fanden, wie er inmitten der Lehrer sass und ihnen zuhörte und sie befragte. Alle aber, die ihn hörten, gerieten ausser sich über sein Verständnis und seine Antworten. Und als sie ihn sahen, wurden sie bestürzt, und seine Mutter sprach zu ihm: Kind, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht.
Und er sprach zu ihnen: Was ist es, dass ihr mich gesucht habt? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meines Vaters ist?
Und es geht mir nur um diesen Punkt: Hier spricht Gott direkt, ohne dass da jemand anders drin wäre. Gott spricht direkt. Das fleischgewordene Wort Gottes begegnet den Lehrern im Tempel. Maria hört die Stimme Gottes. Gott wird Mensch und redet mit Maria.
So wie das jetzt hier ist, können wir das nicht mehr haben. Aber wir haben eine indirekte Möglichkeit, dem Wort Gottes zu begegnen, in seiner geschriebenen Form in der Bibel. Und so denke ich, wir können ganz grob die Frage, wie redet Gott zu den Menschen, runterbrechen auf: Er redet durch deinen Alltag, durch deine Umstände, er redet durch das, was geistliche Menschen dir sagen, und er redet durch sein Wort, da wo du in der Bibel liest, da wo du selber über das Wort Gottes nachdenkst.
Und ich finde das so fantastisch, wie es dann hier direkt danach heisst, über Maria: Und sie bewahrte alle diese Worte in ihrem Herzen.
Und am Anfang habe ich gesagt: Es ist super wichtig, dass wir begreifen, unser Alltag, nicht die Sondersituationen, sind die prägenden Momente im Leben. Jetzt kommt noch eine zweite, ganz grosse Aussage dahinter. Die heisst: Wenn Gott zu dir spricht, dann ist es nicht schlimm, wenn du nicht gleich alles verstehst.
Nochmal: Wenn Gott zu dir spricht, dann darfst du erst mal sagen, oder praktischer: Lies deine Bibel und mach Fragezeichen an den Rand. Das ist völlig in Ordnung. Ich glaube, es ist ehrlich, wenn man mal so durch die Bibel durchliest. Und dann würde ich mal sagen, beim ersten Mal lesen würde ich mindestens 300 Fragezeichen erwarten, weil ich denke, das ist doch tausend, zweitausend, dreitausend, viertausend Jahre alte Literatur. Du musst diese Fragen haben, du musst Fragezeichen am Rand haben.
Und hier ist genau das Gleiche, Vers 33, Lukas 2,33, da redet Simeon. Dann heisst es da: Und sein Vater und seine Mutter wundert sich über das, was über ihn geredet wurde. Es ist nicht so, dass Maria und Joseph sich hinstellen und sagen: Haha, wussten wir alles schon, Jesaja 49, ich kann dir sogar die Stelle sagen, Simeon, wo das steht. Nix, die hören das? Oh, hm, komisch. Ich will es mal bewahren, aber ...
Oder auch am Ende dann in Vers 50: Und sie verstanden das Wort nicht, dass er zu ihnen redete. Da sagt Jesus: Ich muss in dem sein, was meines Vaters ist. Und wir denken, das ist doch ganz einfach, er meint den Tempel und er ernähre es Gott, und na ja, das war logisch, ja, ja, aus unserer Perspektive, so Pfingsten rückwärts schauend, mit neuem Testament als Ganzem in der Hand, ja, da ist das ganz easy, klar, ich muss in dem sein, was meines Vaters ist. Es ist doch logisch, dass der Sohn Gottes im Haus Gottes sein muss, wo denn sonst? Hätten wir gleich gesucht, wenn wir ihn gesucht hätten, ne?
Maria und Josef stehen da, und sie verstehen erst mal nicht, was er uns denn damit sagen will. Und ich wünsche euch solche Momente. Ich wünsche sie euch deshalb, weil eine gute Frage an die Bibel vielleicht das Beste ist, was ihr überhaupt nur haben könnt. Es gibt kein wertvolleres Bibelstudium als eines, was geprägt ist von guten Fragen. Je mehr gute Fragen du an die Bibel hast und wo du dich aufmachst, sie zu beantworten, umso besser.
Ich möchte dich bitten, nicht vor irgendeiner Frage davon zu laufen. Das wäre mir ganz, ganz wichtig. Lies mit offenen Ohren, mit offenen Augen, mit einem wachen Verstand die Bibel, hör auf das, was Gott dir zu sagen hat. Und wenn in meiner Predigt etwas ist, was du nicht verstehst, dann komm und frag nach. Und wenn es in der Bibel Fragen gibt, die du hast und wo du sagst, ich verstehe diesen Vers nicht, ich weiss einfach nicht, was Gott damit meint, dann sprich mich an.
Und ich will ganz offen von hier vorne bekennen: Es gibt Texte in der Bibel, über die denke ich nach und ich verstehe sie nicht. Ich grüble schon über 2. Mose 34,6-7 seit ungefähr, also seit fünf Jahren grüble ich da, bin ich schon am Nachdenken, und ich weiss, ich habe es irgendwie noch nicht. Und ich merke, hier springt mich etwas an, das fordert mich heraus.
Und ich möchte, dass ihr so rangeht an die Bibel, mit diesem Verwundern, mit diesen Fragen, weil es das Beste ist, was ihr haben könnt. Weil es euch zwingt, immer weiterzudenken, weil es euch begeistert. Wenn ihr das Wort Gottes wirklich verstanden hättet, jede einzelne Frage beantworten könntet, dann würde es seinen Reiz verlieren. Und ich verspreche euch, es wird nie passieren. Es wird immer noch was zum Denken und Forschen und Nachdenken geben.
Und seid ehrlich, tretet vor Gott und sagt: Vater, ich verstehe das nicht. Ich lese jetzt zum xten Mal diesen Vers und ich weiss nicht, was es soll. Bitte hilf mir, das zu verstehen.
Warum das Wort bewahrt werden muss
Also, wie redet Gott? Er redet durch Umstände, durch geistliche Menschen und durch sein Wort. Und dann ist die Frage: Ja, warum ist es denn so wichtig, das Wort Gottes zu bewahren?
Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Weil der Moment kommt, wo du es brauchst. Noch einmal Paulus in der Apostelgeschichte 14,22: Wir werden, oder wir müssen, durch viele Trübsale in das Reich Gottes eingehen. Jesus sagt seinen Jüngern: In der Welt habt ihr Angst. Nicht: In der Welt seid ihr die coolen, angesehenen Typen, die mit einem Porsche vorfahren und dann immer so lässig irgendwie durchgehen, und alles klappt immer. Das steht nicht in der Bibel. In der Welt habt ihr Angst.
Das heißt, es ist nicht die Frage, ob Schwierigkeiten und Versuchungen in unser Leben hineintreten. Die Frage ist nur: wann und in welcher Form. Und Gott möchte, dass wir vorbereitet sind. Wenn das Böse in unser Leben einbricht, dann wünscht sich Gott, dass wir in dem Maß, wie unser Leben von Herausforderungen geprägt ist, auch vorbereitet sind, so wie Gott sich das vorstellt. Und das wesentliche Element der Vorbereitung ist die Ansprache Gottes im Blick auf das Wort Gottes.
Ich möchte euch das einmal zeigen in Psalm 119. Psalm 119 ist ja ein Psalm, der sich um das Wort Gottes dreht, und ich will jetzt nur einen Aspekt herausstellen. Der Psalmist ist von einem Punkt begeistert, wo ich heute denke, es ist relativ schwierig, ihn den Gemeinden zu vermitteln. Ich hatte vorletzte Woche das Vorrecht, zu Brüdern reden zu dürfen, denen ich das auch so gesagt habe. Das steht in der Bibel, dass man das Wort Gottes nicht vergessen soll. Die waren fast ein bisschen erschrocken.
Aber hier heißt es in Psalm 119,11: In meinem Herzen habe ich dein Wort verwahrt, damit ich nicht gegen dich sündige. Also für den Psalmisten ist das völlig klar: In meinem Herzen, und das Herz im Alten Testament ist der Verstand, in meinem Verstand, in meinem Denken, wenn ich da ein bisschen grabe, dann finde ich das Wort Gottes.
Vers 16: An deinen Satzungen habe ich meine Lust, dein Wort vergesse ich nicht.
Vers 61: Stricke der Gottlosen haben mich umgeben, dein Gesetz habe ich nicht vergessen.
Vers 93: Ewig werde ich deine Vorschriften nicht vergessen, denn durch sie hast du mich belebt.
Und so könnte ich weitermachen. Vers 141: Gering bin ich und verachtet, deine Vorschriften habe ich nicht vergessen.
Also hier ist einer, der einen ewig langen Psalm schreibt über seine Begeisterung für das Wort Gottes, und mittendrin sagt er immer wieder: Ich habe dein Wort nicht vergessen. Ich habe dich lieb, und deswegen vergesse ich das nicht.
Noch einmal: Ein echter Fußballfan, was vergisst ein echter Fußballfan nicht? Er vergisst nicht, wie seine Mannschaft gespielt hat, er vergisst nicht, wer gespielt hat, er vergisst nicht, welchen Tabellenplatz wir gerade haben. Ein echter Fußballfan weiß das alles, oder?
Also, wenn du sagst: Ich bin Fußballfan. Wenn ich mich hinstellen würde und sagen würde: Ich bin Fußballfan, aber ich weiß ja noch nicht mal, wer auf eins steht in der Fußball-Bundesliga. Ich tippe mal auf Bayern, weil die immer eins stehen, aber ich wüsste es nicht. Ich bin nämlich kein Fußballfan, ich habe null Ahnung. Du würdest das mit einer Rückfrage herauskriegen, dass ich kein Fußballfan bin.
Aber weißt du was? Ich bin ein Bibelfan. Das bin ich wirklich. Weil ich gemerkt habe, dass dieses Wort mein Leben umgekrempelt hat. Innerhalb von zwanzig Jahren aus einem verkorksten, jähzornigen jungen Mann einen liebevollen Vater mit einer Perspektive für seine ganze Familie geschnitzt hat. Das ist dieses Wort. Und deswegen sage ich: Ich liebe dieses Wort, und deswegen lerne ich dieses Wort auswendig, deswegen will ich es nicht vergessen. Und ich kann dir das beweisen: Ich weiß, was in diesem Wort drinsteht. Warum? Weil ich sein Fan bin.
Das ist der Psalmist, der sagt: Ich bin ein Fan von Gottes Wort, ich werde es nicht vergessen. Ich habe es auch nicht vergessen, und es hat mir immer und immer wieder geholfen. Das ist der Grund, warum das Bewahren von Gottes Wort an verschiedenen Punkten in der Bibel immer wieder im Zentrum steht.
Ich greife jetzt noch ein Zentrum heraus, wo es mir besonders aufgefallen ist, und zwar das Thema Kindererziehung. Da heißt es in 5. Mose 6. Das ist ein Kernvers für die Erziehung von Kindern, 5. Mose 6,6-7: Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen in deinem Herzen sein.
Herz ist Verstand. Die sollst du im Kopf haben, so wie ein Bäcker seine Rezepte im Kopf hat. Ja, auch nicht immer nachschlagen und schauen: Was muss ich denn jetzt hier machen? Nein, so wie ein Bäcker seine Rezepte oder, ich weiß nicht, wir hatten vorhin das Thema Schminken. Da muss man ja auch ein bisschen wissen: Wenn die Frau so ein Herbsttyp ist, was passt denn dann dazu? Da kann man auch nicht alles draufschmieren, das weiß man einfach dann irgendwann mal. Und wenn sie eher der Frühlingstyp ist, dann nimmt man wieder was anderes.
Also von daher: In meinem Herzen habe ich deine Worte verwahrt, damit ... nein, Quatsch, das war jetzt falsch. Und du ... Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen in deinem Herzen sein. Warum? Du sollst sie deinen Kindern einschärfen, und du sollst davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt, wenn du auf dem Weg gehst, wenn du dich hinlegst und wenn du aufstehst.
Du brauchst als Vater das Wort Gottes im Kopf, damit du in der Lage bist, es deinen Kindern weitergeben zu können. Und ich möchte mit euch noch einen anderen Vers anschauen, wo dieses Weitergeben, dieses Konzept der Erziehung, heruntergebrochen wird auf verschiedene Schritte. Es ist für mich der wichtigste Vers zum Thema Belehrung von Kindern überhaupt in der Bibel, Sprüche 22, weil wir an der Stelle sehen, wie das passiert, dass das Wort Gottes im Herzen und dann im Leben eines Kindes ankommt.
Da heißt es Sprüche 22,17: Neige dein Ohr und höre die Worte von Weisen. Erkenntnis fängt da an, wo ich zuhöre, ja, mit den Ohrwascheln. Damit fängt Erkenntnis an, du musst zuhören. Du kannst auch lesen, aber du musst erst einmal zuhören. Und hier spricht ein Vater zu seinem Kind und sagt: Neige dein Ohr und höre die Worte von Weisen, und richte dein Herz auf meine Erkenntnis. Der Vater sagt: Hey, hör dir an, was ich zu sagen habe, und bitte denke darüber nach.
Und dann heißt es in Vers 18: Denn lieblich ist es, möchtest du lieblich sein oder schön sein, dann tu das, denn lieblich ist es, wenn du sie in deinem Herzen, in deinem Inneren, bewahrst. Und wir bewahren etwas im Inneren, wir verinnerlichen etwas. Und jetzt müssen wir aufpassen. Jetzt sind wir wieder in unserer Zeit. Uns reicht es, etwas zu wissen. Uns reicht es, zu wissen, was richtig und falsch ist. In der Antike ist das so: Dieses Wissen und Tun bildet eine Einheit.
Wenn jemand das Wort Gottes bewahrt, ich lese das mal weiter: Denn lieblich ist es, wenn du sie in deinem Inneren bewahrst, sie mögen sich allesamt miteinander auf deinen Lippen bereithalten. Wir bewahren das Wort, um es weiterzugeben. Also ich bewahre das Wort, um es mit meinen Lippen anderen weitersagen zu können, um quasi das Wort Gottes an die nächste Generation weiterzugeben. Und deswegen ist das Bewahren von Gottes Wort etwas, was Theorie und Praxis miteinander verbindet.
- Mose: Der Mensch ist dazu berufen, den Garten Eden zu bewahren. Dann geht es nicht darum, dass er im Schrank ein Buch über Gartenpflege stehen hat. Es geht auch nicht darum, dass er alles weiß, was da drinsteht, sondern dass er das tut. Bewahren heißt tun, bewahren heißt, mit meinem Leben bewahren. Das heißt, hier steht: Kind, ich bitte dich, hör auf das, was ich dir zu sagen habe, denk darüber nach, bewahre es in deinem Inneren, übersetze es in deinen Lebensalltag, mach da praktisch etwas draus und werde jemand, der das weitergeben kann an die nächste Generation.
Und dann kommt für mich als Vater die größte Verheißung, die es überhaupt in der ganzen Bibel gibt, Vers 19: Damit dein Vertrauen auf dem Herrn steht, belehre ich dich heute, gerade dich. Wenn ich meine Kinder unterweise, ihren Charakter präge, sie mit dem Wort Gottes konfrontiere, das Wort Gottes an sie weitergebe, dafür sorge, dass sie es hören, darüber nachdenken, es verinnerlichen, es umsetzen in ihr Leben, dann setze ich sie nicht einer abstrakten Philosophie aus, sondern sie begegnen Gott. Sie begegnen auf die Weise auch sich selbst.
Und hier steht: Ich belehre mein Kind, ich sorge dafür, dass mein Kind die Bibel und Gottes Wort gut kennt, aus einem einzigen Grund: Damit sein Vertrauen auf den Herrn steht. Ich wünsche mir Glauben im Leben meiner Kinder, und das ist der Grund, warum ich mich daranmache, ihnen das Wort Gottes weiterzugeben, dafür zu sorgen, dass meine Kinder das Wort Gottes bewahren.
Und was für Kinder gilt, das gilt für euch genauso. Denn was ist unser Auftrag, den Jesus uns mitgegeben hat? Geht hin in die ganze Welt! Ja, was sollen wir denn da machen? Matthäus 28. Und das wünsche ich euch hier für die Bundesgartenschau oder die Landesgartenschau, dass das irgendwie passiert, dass da Menschen zu Jüngern werden. Matthäus 28: Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, indem ihr sie tauft und sie lehrt, alles zu bewahren, was ich euch geboten habe.
Du möchtest ein Jünger Jesu sein, du möchtest ein Jesusfan sein, dann starte an der Stelle. Werde jemand, der das Wort Gottes bewahrt. Werde jemand, der, wenn die Versuchung in sein Leben hineintritt ... Was macht Jesus, als die Versuchung kommt? Ich bin ja nicht so der große Freund von Westernfilmen, okay? Aber was ich bei Westernfilmen so, so High Noon ... was ich echt cool finde, das sind so diese: Da stehen sich zwei so gegenüber und dann bum. Und so ähnlich kommt einem doch die Versuchungsgeschichte vor, oder? Also mir zumindest.
Da ist Jesus vierzig Tage in der Wüste, total geschwächt, und dann kommt der Teufel und sagt: Hast du Hunger? Schau mal, da drüben der Stein, der sieht doch schon fast aus wie ein Stück Brot. Du brauchst nur ein Wort sagen und schon hast du es. Und dann siehst du, das ist wie so ein Gegenüber. Und dann zieht Jesus und sagt: Es steht geschrieben. Bam. Ja, das ist das. Oder bam: Es steht geschrieben.
Da kommt die Versuchung in sein Leben, und da wird gar nicht lange gezappelt, erledigt. Dann probiert der Teufel es nochmal. Was passiert? Bam: Es steht geschrieben. Dann kommt er nochmal, und wieder bam: Es steht geschrieben. Vorbei! So einfaches geistliches Leben.
Die Versuchung tritt in dein Leben hinein, und wenn du vorbereitet bist: Bam, es steht geschrieben. Mehr ist es nicht. Ich weiß, was da steht, ich weiß, was Gott will, und ich werde diesem Wort gehorchen. Und deswegen ist es so wichtig, dass wir das Wort Gottes hören, durchdenken, verinnerlichen, umsetzen in die Lebenspraxis. Und wenn der Teufel dann kommt, sagen: Hey, habe ich schon gehört, weiß ich, kann er mir nicht reinlegen, ist falsch, muss falsch sein, denn es steht geschrieben.
Deswegen ist das Bewahren von Gottes Wort zu wichtig.
Praktische Wege, das Gehörte festzuhalten und weiterzugeben
Deswegen möchte ich aufhören mit der Frage, welche Möglichkeiten es denn gibt, das Wort Gottes zu bewahren, und möchte euch zum Schluss noch ein paar praktische Tipps geben.
Ich starte mal mit einem alten chinesischen Sprichwort. Chinesische Sprichworte sind in meinen Predigten eher selten, das ist eines der wenigen, die sich so hineingeschlichen haben. Da heißt es: Die schwächste Tinte ist stärker als das beste Gedächtnis. Das ist wirklich ein guter Spruch. Also: Die schwächste Tinte ist stärker als das beste Gedächtnis.
Wenn Gott durch Umstände zu dir redet und dir etwas über dich oder über sich klar macht, dann schreib dir das doch auf. Schreib dir auf, was da passiert ist. Oder wenn Gott dich in irgendeiner Situation benutzt, wo du merkst: Das ist schon nicht mehr ganz normal, was jetzt hier läuft, dann schreib es dir doch einfach bitte auf. Wenn du eine Predigt hörst, wo du den Eindruck hast: Jetzt spricht mich das, was da gesagt wird, oder durch die Texte, die da an der Bima herangeworfen werden, jetzt spricht mich der Heilige Geist an, er möchte mir etwas ganz persönlich sagen, dann schreib dir wenigstens den wichtigen Gedanken auf, den du nicht vergessen willst.
Und wenn du in deiner Bibel auf Textstellen stößt, die dich herausfordern, dann möchte ich dich von Herzen darum bitten: Lern die einfach auswendig. Schau, dass es in deinem Kopf eine Sammlung von Bibelstellen gibt, wo du sagst: Die möchte ich nicht mehr vergessen. Die sind mir wichtig, weil ich immer an dieser Stelle ein Problem habe und ich weiß, da kommt die Versuchung wieder, und deswegen lerne ich da mal eine Stelle auswendig. Oder weil ich, wenn jemand mich fragt, warum glaubst du eigentlich, aus der Bibel zeigen möchte, wo steht denn, wie Jesus ist, was Jesus für mich getan hat.
Bau dir eine Sammlung von guten Bibelstellen auf, die du in Zeiten der Versuchung gezielt einsetzen kannst, wo du nicht lange nachdenken musst. Denn in dem Moment, wo du anfängst, in einer Versuchungssituation nachzudenken, wirst du auch darüber nachdenken, warum das nicht gilt. Wir sind ja so: Wir schaffen es immer wieder, uns zu erklären, warum das Böse in dem Moment, in dem wir es tun, gerade nicht böse, sondern gerade noch erlaubt ist. Und da hilft nur eines: Wir müssen wissen, was wirklich in der Bibel steht.
Ich möchte dir Mut machen, weil es nicht unendlich viele Prinzipien gibt, die dein Leben bestimmen. Aber die wichtigsten, die sollte man mit einer Bibelstelle parat haben.
Dann möchte ich dir den Tipp geben, das, was in 5. Mose 6 stand, dieses: Wenn du aufstehst und dich hinsetzt, den ganzen Tag über eine Atmosphäre in deiner Familie zu schaffen, wo Platz ist, um über das Wort Gottes zu reden. Als meine Kinder klein waren und diese Frage für mich anstand, wie macht man denn das, habe ich als Biochemiker im Bereich der Altlastensanierung gearbeitet und war gerade mit Umweltrecht beschäftigt. Ich merkte: Es ist viel leichter, abends meiner Frau zu erzählen, was ich tagsüber gemacht habe. Was weiß ich, Novellierung, Wasserhaushaltsgesetz, oder da wird irgendein Brunnen gegraben und eine Probe gezogen und wie es da gerade läuft.
Aber das ist nicht das, was die Familie gebraucht hat. Es ist eine Herausforderung, und ich möchte euch Mut machen, die Herausforderung anzunehmen und dafür zu sorgen, dass eure Familien Orte werden, wo ihr über das Wort Gottes redet. Wo das Wort Gottes, und das passiert nicht von alleine, aber wo ihr dafür sorgt, dass es Gesprächsthema wird, gerade wenn die Kinder klein sind.
Ich denke, dass unser Glück davon abhängt. Nicht umsonst heißt es in Psalm 1, den wir, denke ich, zumindest viele von uns auswendig kennen, in den ersten paar Versen: Glücklich der Mann, der nicht folgt dem Rat der Gottlosen, den Weg der Sünder nicht betritt, nicht im Kreis der Spötter sitzt, sondern seine Lust hat an dem Gesetz des Herrn und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht.
Und das ist die Atmosphäre, die hier in poetischen Worten beschrieben wird. Das ist die Atmosphäre, die wir in unser Leben hineinbringen müssen. Wir werden das Wort Gottes nicht zufälligerweise bewahren, wir werden uns irgendwie darauf einlassen müssen. Gott möchte, dass wir Durchlauferhitzer sind. Will das nochmal versuchen? Ja, Gott steckt oben in unser Leben ein Bibelwort rein oder eine Predigt rein oder einen guten Umstand rein. Und dann dürfen wir das Hören durch Denken, Verinnerlichen, Umsetzen in impulsierendes, echtes geistliches Leben verwandeln.
Also: Oben steckt Gott ein Stückchen die Theorie rein, und unten kommt gelebte Praxis raus. Und auf diese Weise wird unser Leben zu dem Licht, das in die Welt hineinstrahlt. Jesus gibt uns sein Leben, dieses Leben ist das Licht der Menschen. Und wir sind diejenigen, die dieses Licht abstrahlen, weil er sein Leben durch uns hindurch lebt. Und wir können den Menschen vormachen, wie gut es ist, dem Wort Gottes zu folgen.
Konkrete Schritte für den Alltag
Also, was kannst du tun? Erstens: Schreib mit, ganz einfach. Besorg dir einen Stift. Wer ihn sich nicht leisten kann, dem kaufe ich einen. Und einen Block. Wenn das zu teuer wird, kaufe ich ihn auch. Aber besorg dir einen Stift und einen Block und schreib mit. Halte Gottes Handeln in deinem Leben fest.
Wenn er dich tröstet, wenn er dich Rettung finden lässt in schwierigen Situationen, wenn es eine besondere Führung gibt, eine tolle Gebetserhörung, schreib das auf. Schreibt es auf. Du wirst es irgendwann brauchen.
Und das ist jetzt ein Tipp an die Musiker: Wenn ihr es schafft, schreibt Lieder. In der Bibel wird immer dann, wenn etwas Großartiges passiert, ein Lied geschrieben. Also: Da wird das Volk Gottes gerettet – Lied. Das ist eine tolle Sache. Ich habe das in meinem Leben nur zwei- oder dreimal erlebt.
Auch in der Gemeindefreizeit hat ein Bruder spontan über die vier unterschiedlichen Themen, die wir da hatten, ein Lied geschrieben. Ein tolles Lied, sehr eingängig. Es hat das Gleiche aufgenommen, also irgendwie so eine Nachtaktion. Da hast du so einen geistlichen Impuls, ja, und morgens wankt einer raus mit verschlafenen Augen und sagt: Ich habe ein Lied, singen wir jetzt mal. Super! Wir singen das Lied bis heute. Das, was in dieser Freizeit beigebracht wurde, die vier Kernaussagen, sind in den vier Strophen verinnerlicht. Super. Wir werden das nie wieder in unserer Geschichte vergessen.
Ich fand das toll, und ich wünschte mir das mehr, dass wir diese Chancen nutzen. Also führe ein Notizheft, schreib dir die Kerngedanken von Predigten auf oder wenn du in der Bibel etwas nicht verstehst, schreib das einfach auf. Dann lerne ein paar gute Bibelferse auswendig, bitte.
Ich habe immer meine Bibelferse dabei, die ich gerade lese, ja. Ich habe auch nicht viel Zeit. Das ist das, was ich gerade so am Lernen bin. Ich lerne lange, brauche immer ewig dafür, ja. Und dann hat man was. Dann hast du mal fünf Minuten, und dann wiederholst du halt einfach mal, weil irgendjemand ein bisschen später kommt. Nutz das. Lern Bibelferse auswendig. Es gibt in meinem ganzen Leben keinen wertvolleren praktischen Tipp als: Lern Bibelferse auswendig.
Letzter Punkt: Rede mit anderen Menschen über die Dinge, die dir in der Bibel, bei deiner letzten Predigt, im Gebet oder so wichtig geworden sind. Schaffe um dich herum eine Atmosphäre, wo das Wort Gottes einfach dazugehört.
Wenn du das tust, dann bin ich davon überzeugt, dass du in deinem Leben das erleben wirst, was der Apostel Paulus, wie wir das heute Morgen gemeinsam betrachtet haben, über die Offenbarung so ausdrückt: Glücklich, der liest, und die hören die Worte der Weissagung und bewahren, was in ihr geschrieben ist. Und das wünsche ich euch einfach.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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