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Johannesevangelium 5,25-29 - Eine doppelte Auferstehung

Johannes 5,25-2906.04.2021
Serie•Teil 32 / 44Johannes-Evangelium
Du musst dich entscheiden: Jesus rettet dich jetzt durchs Hören und Glauben – oder er tritt dir später als Richter gegenüber. Auferstehung beginnt heute, und sie endet nicht im Grab.

Rückblick auf den Zusammenhang und die doppelte Aufgabe des Sohnes

Hallo, liebe Geschwister! Es ist mal wieder so weit: Sonntagspredigt im Johannesevangelium, und ich möchte da weitermachen, wo wir letztes Mal im Johannesevangelium aufgehört haben.
Letztes Mal ging es um Johannes 5,24, einen von den ganz wichtigen Versen, die man immer wieder braucht, wenn man jemandem das Evangelium erklären möchte. Und heute gehen wir einen Schritt weiter. Aber bevor wir das tun, werfen wir erst noch einmal einen Blick zurück.
Wisst ihr noch, dass der Vater den Sohn lieb hat und dass er es darauf anlegt, dass wir den Sohn ehren, wie wir den Vater ehren? Das ist das Ziel von Gott dem Vater: dass der Sohn nicht zu wenig Ehre bekommt. Und damit das nicht geschieht, überträgt der Vater dem Sohn zwei ganz wichtige Aufgaben. Der Sohn gibt ewiges Leben, und der Sohn wird zum Richter aller Menschen.
Aber lesen wir das, was wir schon kennen: Johannes 5,20-22.
Denn der Vater hat den Sohn lieb und zeigt ihm alles, was er selbst tut; und er wird ihm größere Werke als diese zeigen, damit ihr euch wundert. Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, welche er will. Denn der Vater richtet auch niemand, sondern das ganze Gericht hat er dem Sohn gegeben.
Der Sohn macht lebendig, und der Sohn wird einmal jeden Menschen, der sich nicht lebendig machen lässt, richten. Warum diese Einschränkung? Weil wir in Johannes 5,24 gelesen haben, dass die Gläubigen nicht ins Gericht kommen. Entweder wird Jesus unser Retter, oder er wird unser Richter; beides scheint nicht zu gehen.

Die erste Form von Auferstehung im Hier und Jetzt

Aber gehen wir jetzt im Text weiter, denn das Thema Auferstehung kommt noch einmal.
 Johannes 5,25: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, dass die Stunde kommt und jetzt da ist, wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie gehört haben werden, leben.
Das ist definitiv kein einfacher Vers. Fangen wir vorne an: Wahrlich, wahrlich, Amen, Amen. Ihr erinnert euch hoffentlich: Mit dieser Formulierung, Amen, Amen, beginnen die ganz wichtigen Verse. Was jetzt kommt, das muss man sich einfach merken.
Frage: Was muss man sich merken? Antwort: Tote werden lebendig, darum geht es. Wodurch werden sie lebendig? Dadurch, dass sie die Stimme des Sohnes Gottes hören.
Nun wird es etwas komplizierter, weil Jesus sagt, dass die Stunde kommt. Wir würden heute sagen: der Augenblick. Der Augenblick, was? Und wenn man jetzt ganz genau hinschaut, steht da: kommt und jetzt da ist. Also geht es um etwas, was jetzt schon da ist, aber auch noch kommt.
Noch einmal Johannes 5,25: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, dass die Stunde kommt und jetzt da ist, wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie gehört haben werden, leben.
Es geht hier also um zwei Ereignisse, die damit zu tun haben, dass Tote die Stimme des Herrn Jesus hören und lebendig werden.
Frage: Was für Tote sind das?
Also noch einmal Vers 24: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tod in das Leben übergegangen.
Hier sind die Toten eigentlich lebendige Menschen. Sie sind jedoch geistlich tot und werden durch den Glauben geistlich lebendig, das heißt, sie bekommen ewiges Leben. Das hier ist Ereignis Nr. 1.
Das ist die Stunde, die jetzt da ist, jetzt im Sinne von heute. Heute kann sich ein Mensch zu Gott bekehren. Heute kann ein Mensch auf die Predigt des Evangeliums hören, Buße tun und glauben. Das geht heute.
Nochmal Vers 25: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, dass die Stunde kommt und jetzt da ist, wo die, und ich füge jetzt ein, was wir schon wissen, wo die geistlich Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden und die sie gehört haben werden, ewig leben.

Die kommende Auferstehung der Verstorbenen

Es gibt eine Form von Auferstehung, die sich heute im Leben eines geistlich toten Menschen ereignen kann. Aber es gibt noch eine Form von Auferstehung, die nicht jetzt da ist, sondern die erst noch kommt.
Lesen wir dazu die Verse 28 und 29 aus Johannes 5:
Wundert euch darüber nicht, denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören und hervorkommen werden: die das Gute getan haben zur Auferstehung des Lebens, die aber das Böse verübt haben zur Auferstehung des Gerichts.
Auferstehung so, wie man sie kennt: Gott ruft, und die Toten werden lebendig. Hier sind mit den Toten nicht die geistlich Toten gemeint, sondern die körperlich Toten, also alle, die in den Gräbern sind. Jesus wird einmal rufen, und alle Toten werden lebendig werden.
Ihr Schicksal ist allerdings zu diesem Zeitpunkt bereits besiegelt. Warum? Nun ja, weil die einen geglaubt haben. Sie haben schon ewiges Leben bekommen, und ihr Leben war davon geprägt, das Gute zu tun. Und die werden jetzt die Auferstehung zum ewigen Leben erfahren. Die anderen aber, die nicht geglaubt haben und das Böse verübt haben, werden zum Gericht auferstehen.
Hier hören Verstorbene die Stimme Jesu und werden wieder lebendig. Wie kann das sein, ich meine ganz praktisch? Keine Ahnung, wirklich nicht den Hauch einer Ahnung. Und ganz ehrlich, es ist mir auch herzlich egal. Wenn mich schon nicht interessiert, wie mein Handy funktioniert, dann ist es mir wirklich auch völlig egal, wie Gott es macht, dass ich, wenn ich einmal tot bin, wieder lebendig werde.
Und ich meine ganz lebendig, also nicht nur eine Seele ohne Körper, die so irgendwie durch den Äther wabert, sondern komplett: Körper, Seele, Geist.

Die Frage nach dem Leib und die Antwort des Paulus

Ich mag Paulus, wie er genau diese Frage bei den Korinthern angeht. Die tun sich nämlich mit der Auferstehung schwer. Und die Korinther wären nicht die Korinther, wenn sie jetzt, wo sie sich mit einer Sache schwer tun, nicht einfach die Idee als Ganzes verwerfen würden. Ja, ich verstehe Auferstehung nicht, dann gibt es sie nicht. Und dann ist auch eben Jesus mal nicht auferstanden.
Zumindest kann man in puncto falscher Theologie sagen, dass die Korinther wirklich konsequent sind: Wenn schon falsch, dann richtig falsch.
Zurück zur Auferstehung. Also, im Raum steht die Frage. Ich lese uns Vers vor: 1. Korinther 15,35 und dann 36.
Es wird aber jemand sagen: Wie werden die Toten auferweckt? Das war die Frage. Und mit was für einem Leib kommen sie? Das konnten sich die Korinther nicht vorstellen.
Und wie antwortet Paulus? Er sagt: Tor. Und Tor ist hier nicht Fußballtor, sondern Tor wie: du Narr, du Dummkopf.
Und dann wird Paulus, wenn wir weiterlesen, beschreiben, wie alles in der Schöpfung seinen eigenen Körper besitzt. Und wenn Gott in der Lage ist, jedem Ding einen eigenen, funktionierenden Körper zu geben, dann ist er natürlich auch in der Lage, genau das zu tun, wenn die Toten lebendig werden.
So, jetzt haben wir Johannes 5,25 verstanden, oder? Ich lese ihn noch mal vor: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, dass die Stunde kommt.“ Das ist die zukünftige Auferstehung und jetzt da ist, das ist das geistliche Lebendigwerden, was heute schon möglich ist. „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, dass die Stunde kommt und jetzt da ist, wo“ – und ich füge jetzt ein paar Begriffe ein – „die jetzt geistlich und später einmal die körperlich Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie gehört haben werden, ewig leben beziehungsweise zum ewigen Leben und zum Gericht lebendig werden.“
Und das Ganze fängt an mit: Amen, amen. Bitte unterschätzt mir die Theologie hier nicht. Auferstehung ist, und Auferstehung kommt.
Wer gerettet werden will, muss doppelt auferstehen. Er muss als geistlich Toter jetzt durch das Hören auf die Predigt vom Evangelium und später noch einmal als Verstorbener, um endgültig ins Leben einzugehen, auferstehen. Zweimal Auferstehung.
Wir legen heute durch die Bekehrung die Grundlage dafür, dass wir am Ende der Zeit bei der richtigen Auferstehung dabei sind. Übrigens werden wir das dieses Jahr wahrscheinlich noch einmal gepredigt bekommen, wenn Ede uns in Matthäus Kapitel 9 die Heilung der blutflüssigen Frau und die Auferweckung der Tochter des Jairus vorstellen wird. Das sind zwei Rettungen, die bei Matthäus, Markus und Lukas immer zusammen erzählt werden, weil sie nämlich durch reale Ereignisse bildhaft beschreiben, was hier in Johannes 5,25 zum Ausdruck gebracht wurde.
Ich brauche als Mensch zwei Begegnungen mit Gott. Eine Begegnung, die mich rein macht, um mit Gott in alle Ewigkeit leben zu können, um Gott überhaupt nahen zu können, und eine Begegnung, die mich lebendig macht, weil ich irgendwann gestorben sein werde. Und beide Begegnungen, die geistliche Auferstehung durch meine Bekehrung und die Auferstehung zum ewigen Leben, gehören ganz eng zusammen.

Der Sohn als Mittelpunkt von Geschichte und persönlichem Leben

Kommen wir zurück zum Anfang. Der Vater will, dass der Sohn dieselbe Ehre bekommt, die man dem Vater zukommen lässt. Wie tut er das noch einmal? Er macht ihn zum Zentrum der Geschichte. Und zwar im doppelten Sinn.
Jesus wird zum Dreh- und Angelpunkt deiner ganz persönlichen Geschichte. Und er wird auch gleichzeitig zum Fokus der Weltgeschichte. Jesus ist der Anfang der Schöpfung, er ruft sie ins Dasein, und er ist der Anfang meiner persönlichen ewigen Geschichte, weil er mir ewiges Leben gibt.
Das ist nicht Gott, der Vater, der das tut. Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, welche er will. Bitte lasst uns nie unterschätzen, wer Jesus ist.
Vers 26: Denn wie der Vater Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohn gegeben, Leben zu haben in sich selbst. Der Sohn trägt Leben, göttliches, ewiges Leben in sich selbst. Oder wie heißt es am Anfang des Johannesevangeliums, 1. Johannes 1,4? In ihm war Leben.
In Jesus pulsiert göttliche Lebensqualität, und er, der selbst lebendig ist, will andere lebendig machen. Er will sie aus ihrem geistlichen Todsein erwecken, zu neuem Leben. Und wehe den Menschen, die das nicht wollen! An dieser Chance vorbeizuleben, ist wahrscheinlich das Schlimmste, was man an Fehler begehen kann. Und wer das tut, für den bleibt der Herr Jesus nur noch als der Richter übrig.

Der Menschensohn als Richter und die Vision Daniels

 Johannes 5,26-27: Denn wie der Vater Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohn gegeben, Leben in sich selbst zu haben. Und er hat ihm Vollmacht gegeben, Gericht zu halten, weil er des Menschen Sohn ist, weil er des Menschen Sohn ist.
Das ist eine ganz merkwürdige Formulierung. Der Sohn darf Richter sein, weil er des Menschen Sohn ist. Diese Formulierung hat damit zu tun, dass der Messias, der ewige König, angekündigt wird. Er wird als der König auf dem Thron seines Ahnen David beschrieben, als dieser König der Könige und ewige Herrscher.
Im Propheten Daniel wird er in einer Prophetie als Mensch beschrieben, der zu dem sogenannten Alten an Tagen kommt, das ist Gott der Vater. Während die menschlichen Herrscher bei Daniel als wilde Tiere beschrieben werden, grausam und wenig intelligent, kommt dieser letzte König, den Gott selbst ins Rennen schickt, der ewige König der Könige, im Bild eines Menschen.
Und lasst uns deshalb diese Predigt über Auferstehung abschließen mit einem Blick auf den ewigen König, auf den ewigen König, wie Daniel ihn in seiner Vision gesehen hat: Daniel 7,13-14. Ich schaute in Visionen der Nacht, und siehe, mit den Wolken des Himmels kam einer wie der Sohn eines Menschen. Hier haben wir diesen Messias-Titel. Und er kam zu dem Alten an Tagen, und man brachte ihn vor ihn. Und ihm wurde Herrschaft und Ehre und Königtum gegeben, und alle Völker, Nationen und Sprachen dienten ihm. Seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht, und sein Königtum so, dass es nicht zerstört wird.
Was für eine Aussage, Amen!

Abschluss und Gesprächsanregungen

Lasst uns jetzt im Austausch Folgendes machen: Lasst uns noch einmal Johannes 5, die Verse 17 bis 29 lesen, damit wir sie in ihrer Gesamtheit vor Augen und Ohren haben. Danach ein Intro, von dem ich mir wünsche, dass sich möglichst viele daran beteiligen.
Die Frage lautet: Welcher Gedanke der Predigt hat dich am meisten überrascht, berührt oder herausgefordert?
Und dann die Austauschfrage zu den Versen 24 und 25: Beide beginnen mit Amen, Amen. Es sind Aussagen, die für den Herrn Jesus ganz, ganz wichtig sind, wo er uns sagen möchte: Die möchte ich, dass ihr verstanden habt.
Frage: Woran könnte das liegen? Welche Irrtümer vermeidet man, wenn man diese beiden Verse gut versteht?
Das war's für heute. Gott segne euch. Amen.

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