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Vom Ursprung des Universums

Why not?! Glaubensfragen
SerieTeil 21 / 27Why not?! Glaubensfragen
Kritische Fragen zu Rotverschiebung, Altersrechnung, Randbedingungen & Zeugenschaft Gottes. Könnte Gott Licht so erschaffen haben, dass wir „fremde“ Ereignisse sehen? Braucht man für verlässliche Schlussfolgerungen einen Augenzeugen — also Gott?

Einleitung und Ausgangskonflikt

Why not "Glaubensfragen", der YouTube‑Kanal des Why‑not‑Teams. Kniffelige Fragen einfach erklärt, dialogisch und durchdacht.
Hey André, wie läuft's, alles gut? Läuft es gut, mir ist gerade die Farbe über meinem Plakat gelaufen und ich muss jetzt von vorne anfangen.
Was für ein Plakat? Für den Tag der offenen Tür. Wir stellen unsere Astronomie‑AG vor und ich mache das Plakat vom Urknall zur Gegenwart.
Ach so, hm, da kann ich dir leider nicht helfen. Du weißt ja, was ich vom Urknall halte.
Ich weiß, dass du an die Schöpfung glaubst, aber ich halte mehr vom Urknall.
Hm, und warum?
Na ja, es passt halt vieles zu dem, was man beobachtet.
Zum Beispiel?
Zum Beispiel die Rotverschiebung.
Aber was hat die denn mit dem Urknall zu tun?
Hm, wie erkläre ich dir das am besten? Du kennst es doch, wenn ein Polizeiwagen an dir vorbeifährt.
Ah, du meinst den Dopplereffekt?
Genau. Wenn der Polizeiwagen auf dich zukommt, ist der Ton vom Martinshorn höher. Wenn er wegfährt, ist er tiefer. Wenn er auf dich zukommt, ist die Wellenlänge kleiner. Wenn er sich entfernt, ist die Wellenlänge größer.

Von Tonwellen zu Lichtwellen: Das Prinzip der Verschiebung

Wenn der Polizeiwagen von dir wegfährt, wird der Ton sozusagen gedehnt. Wenn ich jetzt weiß, wie hoch der Ton ist, also welche Wellenlänge ein Martinshorn normalerweise hat, dann kann ich sogar die Geschwindigkeit ausrechnen. Aber meines Wissens fahren im Weltall ja nicht so viele Polizeiwagen herum. Oder habe ich da etwas verpasst?
Martinshörner im Weltall würden auch nicht viel bringen, weil es dort keine Luft gibt, in der sich die Schallwellen ausbreiten können. Es gibt dort aber andere Wellen, zum Beispiel das Licht, das von Sternen ausgesendet wird. Dieses Licht hat ganz bestimmte Farben und Wellenlängen.
Du meinst zum Beispiel die Spektralfarben?
Genau. Das sind bestimmte Farben, wie die bestimmten Töne beim Martinshorn. Wenn sich ein Stern von uns wegbewegt, dann wird die Wellenlänge seines Lichtes — wie beim Martinshorn — gedehnt. Die Farbe verschiebt sich ins Rote, und das nennt man Rotverschiebung.
Schön und gut, aber du hast mir immer noch nicht beantwortet, was das mit dem Urknall zu tun hat.
Naja, man hat beobachtet, dass praktisch alle Galaxien eine Rotverschiebung haben, sich also von uns wegbewegen. Das Weltall dehnt sich also aus. Wir kennen die Geschwindigkeiten und die Entfernungen der Galaxien, und damit kann man ganz leicht ausrechnen, wie lange es her ist, dass sie alle an einem einzigen Punkt waren. Und das ist der Urknall.

Von der Beobachtung zur Altersbestimmung des Universums

Und was kommt bei deiner Rechnung dann raus? So: vierzehn Milliarden Jahre.
Ja, also: Die Rechnung kann ich nachvollziehen, und sie ist sogar richtig. Trotzdem gibt es da ein kleines Problem.
Welches? Hm, siehst du da drüben den Bus? Ja. Was meinst du, wie schnell fährt so ein Bus im Durchschnitt, also mit Haltestellen und Pausen und so weiter? Keine Ahnung, ungefähr fünfzehn Kilometer pro Stunde? Gut.
Nehmen wir fünfzehn Kilometer pro Stunde. Pro Tag — lassen wir ihn vier Stunden Pause machen — wären das ungefähr dreihundert Kilometer. Das sind dann, pi mal Daumen, hunderttausend Kilometer im Jahr. In zehn Jahren eine Million Kilometer, in hundert Jahren zehn Millionen Kilometer.
Das heißt: Der Bus wäre in den letzten tausend Jahren circa hundert Millionen Kilometer gefahren.
Hä, dieser Bus ist doch höchstens zehn Jahre alt. Stimmt. Und trotzdem ist meine Rechnung richtig: Der Bus wäre in den letzten tausend Jahren hundert Millionen Kilometer gefahren. Ist er aber nicht, weil es ihn dann doch noch nicht gab.
Siehst du, und beim Urknall setzt du voraus, dass es die Welt schon vierzehn Milliarden Jahre lang gibt?

Einwände zur Lichtlaufzeit und theologische Alternativen

Was ist, wenn sie erst sieben oder zehntausend Jahre alt ist? Das kann ja nicht sein. Wie könnten wir sonst Galaxien sehen, die viele Milliarden Lichtjahre entfernt sind? Das Licht wäre ja noch lange nicht bei uns angekommen.
Na ja, ein Lichtjahr ist ja eine Entfernungseinheit und keine Zeiteinheit. Und auch jetzt setzt man wieder voraus, dass sich das Licht die ganze Strecke vom Stern bis zu uns bewegen musste. Ich glaube, Gott hat auch das ganze Licht genau dorthin geschaffen, wo es hingehört. Mein Gott kann das.
Aber das würde auch bedeuten, dass wir Dinge sehen, die nie geschehen sind. Wenn wir z. B. eine Sternexplosion in Millionen von Lichtjahren Entfernung sehen, dann hätte die ja nie stattgefunden. Dann würde Gott uns etwas zeigen, was nie passiert wäre.
Stimmt, aber das ist immer so, wenn Dinge aus dem Nichts geschaffen werden. Und die Bibel sagt, dass Gott beziehungsweise Jesus mit seinem Wort Dinge aus dem Nichts geschaffen hat. Deshalb hat Gott die Welt so geschaffen, dass wir keine falschen Schlüsse ziehen.
Wir können nur den aktuellen Zustand der Welt und ihre Veränderung sehen. Um auszurechnen, wie es zu diesem Zustand gekommen ist, reichen diese Informationen nicht aus. Nennt man das in der Physik nicht, man müsse die Randbedingungen kennen?
Genau. Beim Bus kanntest du die Randbedingungen, dass er höchstens zehn Jahre alt ist, also höchstens eine Million Kilometer gefahren sein kann. Und woher bekomme ich diese zusätzlichen Informationen, also die Randbedingungen, wenn es um das Weltall geht?

Quellen für Randbedingungen und Abschlussgedanken

Na ja — eigentlich nur von jemandem, der dabei gewesen ist. Und da kenne ich keinen anderen als Gott.
Und wenn ich nicht an Gott glaube? Wenn du nicht glaubst, was Gott in der Bibel gesagt hat, dann fehlt dir diese Information. Dann sind deine Randbedingungen nur Annahmen. Dann sagen meine Berechnungen nur aus, wie es gewesen sein könnte, aber nicht, ob es wirklich so war.
Ich habe eine Idee: Wenn ich das Plakat sowieso neu machen muss, drehe ich es einfach um und nenne es nicht „Vom Urknall bis zur Gegenwart“, sondern „Rechnung von der Gegenwart zum Urknall“. Bei minus zehntausend Jahren könntest du eine Markierung setzen: Ab hier spekulativ.
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Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

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