Serie•Teil 10 / 20Harsewinkel 2015 - Daniel 2 und 7-12
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Die lange Zeit des Wiederaufbaus und die Bedrängnis des Volkes
des Volkes. Dann heißt es, 62 Wochen lang wird gebaut. Mit dieser Zeit, mit dem Jahr 538, begann die Bauzeit. Natürlich wurde hauptsächlich am Anfang gebaut, aber der Text sagt, diese Bauzeit zog sich doch lange Zeit dahin. Wir wissen zum Beispiel, dass nach hundert Jahren die Mauer immer noch nicht fertig war, oder nach knapp hundert Jahren waren die Mauern immer noch nicht fertig gebaut. Es war eine schwere Zeit, eine bedrängnisreiche Zeit, und die Juden hatten immer wieder Schwierigkeiten mit den Nachbarn, einerseits mit den Samaritanern, andererseits mit den Griechen, mit den Seleukiden.
Am Ende dieser 62 Wochen sollte dann ein weiterer hoher Priester getötet werden. Und dann sollte ein Fürst kommen, und zwar der Fürst, der die Stadt verwüstete. Derselbe nimmt das Opfer weg, er hat das Opfer verboten. Und das alles passt sehr, sehr gut auf die Zeit von Antiochus. Deshalb habe ich es hier eingesetzt.
Und jetzt sehen Sie die Zahlen: Also einerseits der erste Abschnitt, diese ersten sieben Wochen, von irgendwann von der Zeit Jeremias bis 538, der zweite Abschnitt von 538 bis 171, bis der Hohepriester ermordet wurde. Onias III hieß übrigens sein Name. Und dann diese letzte Woche vom Herbst 171 bis Dezember oder vielleicht sogar bis Februar, März 164, als dann Antiochus gestorben ist. Und in der Mitte dieser Woche, das war Dezember 168, sehen wir, dass Antiochus die Stadt verwüstete, nein, dass Antiochus, der die Stadt verwüstete, das Opfer weggenommen hat, am 25. Dezember 168.
Warum die Zahlen nicht als exakte Rechnung verstanden werden sollen
Sie werden sich vielleicht sagen: Ja, aber mit den Zahlen stimmt es nicht ganz. Das ist richtig, mit den Zahlen stimmt es nicht ganz. Keiner der drei Abschnitte ist eine mathematisch genaue Rechnung, denn das ist auch nicht der Sinn dieser ganzen Sache. Der Sinn ist nämlich nur, dass hier eine Symbolzahl, die siebzig, ungefähr aufgeht, aber nicht ganz.
Das heißt, der erste Abschnitt waren nicht genau 49 Jahre. Das war irgendwann von den Weissagungen des Jeremia, entweder 605, 587 oder 597 bis 538. Nun, wenn Sie sagen, Sie zählen doch von 587, dann sind es sogar exakt 49 Jahre. Aber ich meine, das ist Zufall, denn die Weissagung gab es nämlich auch schon zehn Jahre vorher. Dann wären es aber 59 Jahre, oder wenn man von 605 rechnet, dann wären es 67 Jahre.
Aber dem Propheten geht es nicht darum, dem Engel geht es nicht darum, dass hier mathematisch gezählt werden soll, sondern es geht darum, dass diese 70 Wochen ein Zahlenspiel sind: 70 Jahre babylonische Gefangenschaft werden mal sieben gerechnet, die Strafe wird siebenfach verlängert. Jerusalems, so wie in 3. Mose steht: Wenn ihr nicht Buße tut, werde ich euch siebenfach schlagen, siebenmal mehr. Und genau das ist hier: Siebenmal mehr wird die Zeit ausgedehnt.
Die drei Zeitabschnitte im Überblick
Dann die nächste Zeit. Moment, ich zeige Ihnen die Folie. Die nächste Zeit, ich zeige Ihnen jetzt diese Abschnitte mit den Jahren.
Der erste Abschnitt ist also zwischen 67 und 49 Jahre, das waren diese sieben Wochen. Der zweite Abschnitt sind 62 Wochen. Würden wir mathematisch zählen, wären das 434. Aber tatsächlich waren es nur 367 Jahre, denn wenn Sie das rechnen, von 538 bis 171, sind es 367 Jahre. Das ist ein bisschen zu kurz, aber das soll uns nicht stören, denn auch die anderen Teile sind nicht genau, weder der erste Teil noch der dritte Teil.
Der dritte Teil geht von Herbst 171 bis etwa Dezember oder Februar, Dezember 165 oder Februar 164. Auch das sind nur sechseinhalb Jahre. Ich habe Ihnen ja schon gesagt: 2300 Tage, das sind etwa sechseinhalb Jahre, das ist also zu kurz. Außerdem muss man noch einrechnen, dass die Juden ja Schaltmonate haben. Das heißt, manchmal haben die Juden einfach noch einen Monat zum Jahr dazugerechnet, manche Jahre waren dreizehn Monate lang.
Wieso? Weil die Juden nach dem Mondjahr gingen. Sie haben geschaut, wann der Mond Neumond ist und wann der Mond Vollmond ist und wann der Mond wieder Neumond ist. Und diese Zeit war ein Monat, von Neumond bis Neumond. Das sind aber in Wirklichkeit nur 29,5 Tage und nicht 30 oder auch nicht 31. Das heißt, ein Jahr, ein Mondjahr für die Juden, war 354 Tage statt 365 Tage. Denn das Problem ist: Wenn man nach dem Mondjahr geht, dann muss man plötzlich im Winter das Laubhüttenfest feiern, verstehen Sie? Weil das sich immer mehr verschiebt.
Damit das aber nicht geschieht, hat man alle paar Jahre, etwa alle drei Jahre, einen Zusatzmonat eingeschoben. Das heißt für uns: Wir müssen auch Acht geben, dass wir nicht mathematisch rechnen. Man kann sowieso nicht mathematisch rechnen. Wenn es heißt, 2300 Tage, dann ist das exakt 2300 Tage. Und wenn man das umrechnet in Monate, in normale Monate, und wenn man sogar die Schaltmonate auch noch dazurechnet, dann sind es sogar noch weniger, dann sind es etwa sechs Jahre und drei Monate.
Das heißt, diese letzte Zeit, die hier als sieben Jahre angegeben wird, als Jahrwoche, sind in Wirklichkeit nur sechs Jahre und ein paar Monate gewesen. Das zeigt uns: Wir müssen Acht geben, es ist nicht gedacht, dass hier exakt gerechnet wird. Diese Wochen geben ungefähre Zeiten an. Deshalb sollten wir nicht verwundert sein, wenn sich das mit den 62 Jahrwochen auch nicht genau ausgeht.
Übrigens gibt es viele Theologen, die haben herumprobiert mit Rechnen, und es gibt acht verschiedene Theorien, und keine funktioniert, keine geht auf, weil es nicht geht mit genauen mathematischen Rechnungen. Das war nur eine Klammer für Sie, dass Sie merken: Aha, es geht hier also gar nicht um wirklich exakte mathematische Zahlen, sondern es geht um ungefähre Zahlen.
Die Deutung der einzelnen Aussagen im Danielbuch
Jetzt gehen wir wieder zurück. Der Text sagt in Daniel, dass also der Gesalbte getötet wird; das war Onjas der Dritte. Der Text sagt, dass das Volk des Antiochus kommt und die Stadt und das Heiligtum verwüstet. Das geschah in den Jahren 170 bis 168.
Der Text sagt, dass das Ende dieses Fürsten in der Überflutung ist. Das geschah, als Antiochus im Jahr 164 starb. Der Text sagt, dass bis zum Ende Krieg und Verwüstungen beschlossen sind. Das ging bis in den Frühjahr 164 v. Chr.
Und der Text sagt in Vers 27, dass dieser Fürst Antiochus einen Bund mit der Masse des Volkes für sieben Jahre macht. Das stimmt etwa. Es waren nicht sieben, sondern sechseinhalb, aber ungefähr von 171 bis 165 v. Chr. Und der Text sagt, dass er eine halbe Woche lang, also etwa dreieinhalb Jahre, veranlasst, dass das Schlacht- und Speisopfer aufhören. Davon lesen wir auch in Daniel 11,31 und in Daniel 12,11.
Die Parallelen in Daniel 11 und 12
Vielleicht wollen wir dieses jetzt gerade ganz kurz als Parallelstelle aufschlagen: Daniel 11,31. Dort können Sie lesen, dass der König des Nordens, genau dieser Antiochus, es ist, der einen Gräuel der Verwüstung aufstellte. Daniel 11,31: Und Streitkräfte werden erstehen von ihm und das Heiligtum, die Burgfeste, entweihen und werden das beständige Opfer abschaffen und den verwüstenden Gräuel aufstellen.
Das ist bezogen auf den König des Nordens, das war Antiochus. Und es ist dasselbe, was wir in Kapitel 8 gelesen haben gestern, es ist dasselbe, was wir in Kapitel 7 gesehen haben von dem Horn vorgestern. Es geht immer um die gleiche Sache im Danielbuch, um Antiochus, alles spitzt sich auf diesen einen zu.
Dann in Kapitel 12,11 lesen wir das noch einmal, Daniel 12,11: Und von der Zeit an, da das beständige Opfer abgeschafft wird, nämlich um den verwüstenden Gräuel aufzustellen, sind es 1290 Tage. Selig der, der ausharrt und erreicht 1335 Tage.
Die letzte Frist und die Aufrichtung des Gräuels
Nun, 1290 Tage sind exakt dreieinhalb Jahre, wenn man den Schaltmonat hinzurechnet. 30 Tage mal 43 Monate ergeben 1290 Tage. Also sind es dreieinhalb Jahre.
Heißt es doch: von der Zeit an, da das beständige Opfer abgeschafft wird, nämlich um den verwüstenden Gräuel aufzustellen. Nun, diese Zahl ist natürlich exakt zu nehmen. Da müssen wir jetzt rechnen: von dem Zeitpunkt an, da Antiochus das beständige Opfer abgeschafft hatte. Es gab irgendwann einen Tag, an dem er gesagt hat: Ab jetzt ist Opfern verboten. Das wissen wir nicht exakt, wann das war.
Aber wir wissen exakt, wann er den Götzendienst, also den Götzen, auf dem Brandopferaltar aufgestellt hat. Das war am 25. Dezember 168. Also ein bisschen vorher, wir wissen nicht, wie lange vorher, hatte er das Opfern schon verboten. Dann hat er den verwüstenden Gräuel aufgerichtet. Das war diese Götzenstatue im Tempel. Und dann rechnet er insgesamt von der Zeit an, wo die Opfer abgeschafft werden, bis zu der Zeit, wann das Ganze wieder eingeweiht wird, dreieinhalb Jahre.
Folglich muss das also ungefähr im Herbst oder im Sommer des Jahres 168 gewesen sein, wo er die Opfer verboten hat. Im Dezember hat er den Gräuel aufgerichtet, und dann drei Jahre später wurde der Tempel wieder eingeweiht und das Gräuelbild wieder beseitigt.

