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Nahtoderfahrungen

Wie sind sie zu deuten?
2. Korinther 12,2-431.05.2019
Nahtoderfahrungen faszinieren, werfen Fragen auf und scheinen für viele Menschen ein Hinweis auf ein Leben nach dem Tod zu sein. Dieser Vortrag beleuchtet wissenschaftliche Erkenntnisse ebenso wie die biblische Perspektive und fragt, wie wir solche außergewöhnlichen Erlebnisse verantwortungsvoll einordnen können.

Einleitung: Die große Frage und der erste Blick auf Berichte aus der Grenzsituation

Gibt es ein Leben nach dem Tod? Das ist die Frage aller Fragen. Und wenn du draußen mit den Menschen über diese Frage redest, dann gibt es einige, die sagen: Ja, da gibt es Indizien, letztendlich aber keine letzten Beweise. Und dann wird so ein Gespräch oft, wenn es kurz bleibt, mit dem Satz abgeschlossen: Es ist ja noch niemand zurückgekommen. Punkt. Und dann fehlen die Argumente. Es sei denn, es ist jemand anwesend, der sagt: Doch, ich schon.
Wie ist das mit diesen Erfahrungen, die manche gemacht haben, als sie so beim Übergang Richtung Tod unterwegs waren? Anfang der siebziger Jahre trat ein junger Amerikaner sein Medizinstudium an. Raymond A. Moody, 1944 geboren, arbeitete in der Klinik zusammen mit dem Arzt George Ritchie. Dort wurde er erstmals mit diesen Nahtoderfahrungen konfrontiert: Patienten, die reanimiert wurden und dann erzählt haben, was sie erlebt haben. Das hat ihn zunächst interessiert und dann fasziniert. So hat er sich eingehend mit diesen Berichten befasst und wagte sich an das damals noch Neuland der wissenschaftlichen Thanatologie. Thanatos ist aus dem Griechischen und heißt Tod, Logie bedeutet Lehre. Wir haben es also mit der Lehre vom Tod oder der Lehre vom Sterben zu tun.
Seine Untersuchungsergebnisse über mehr als hundertfünfzig derartige Fälle hat Moody dann 1975 in diesem Buch Life after Life veröffentlicht, das in viele Sprachen übersetzt worden ist und zum Superbestseller geworden ist. Er hat also viele dieser Berichte veröffentlicht und kommentiert. Er beschreibt diese unterschiedlichen Erlebnisse einmal von Menschen, die wiederbelebt wurden, zum anderen auch von solchen, die dem Tod nur ganz nahe gekommen sind, bei einem Unfall zum Beispiel dem Tod nah gekommen sind. Außerdem gibt es Berichte von solchen, die tatsächlich gestorben sind und im Sterbeprozess ihre Eindrücke den Anwesenden mitgeteilt haben, die wiederum Moody dann weitergegeben hatten.
Ich möchte mal so ein Beispiel vorlesen von jemandem, der reanimiert, also wiederbelebt wurde. Ein Polizeibeamter berichtet Folgendes: Ich fuhr spät nach Hause. Plötzlich befand ich mich zwischen einigen Menschen, die um ein verunglücktes Auto herumstanden. Ein junges Mädchen war damit beschäftigt, einen Körper aus dem Auto zu ziehen. Da konnte ich endlich das Gesicht des Verunglückten sehen. Es war mein eigenes. Das Mädchen begann, meinen Körper zu beatmen. Da sah ich plötzlich nichts mehr. Das Nächste, was ich wahrnahm, war erst, dass ich im Krankenhaus die Augen aufschlug.
Hier haben wir es mit einer regelmäßig wiedergegebenen Erfahrung zu tun: der Ausleibigkeit, also dem Verlassen des eigenen Körpers, einem Out-of-Body-Erlebnis, einer Exkursion der Seele und wie man das nennt.

Typische Merkmale und die wissenschaftliche Erforschung

Das ist aber nur eines von insgesamt fünfzehn Merkmalen, die Moody in seinem Buch unterscheidet. Andere Eigenschaften sind, dass man ein tiefes Gefühl von Frieden und großer Ruhe empfunden hat. Viele haben von einem Tunnel gesprochen, durch den sie sich bewegt haben. Manche berichteten von anziehenden Lichtwesen, die mit ihnen gesprochen haben und die manche dann mit Christus in Verbindung gebracht haben. Immer wieder ist die Rede von einer Grenze oder Schranke und so weiter. Insgesamt nennt Moody 15 Unterscheidungen.
Manchen war es nicht möglich, diese fremdartigen Erfahrungen überhaupt in Worte zu fassen und zu beschreiben. Unbeschreibbarkeit nennt Moody das. Einige berichteten, dass sie kurze Einblicke in eine vollkommen andere Art oder Weise des Seins erhielten, in der alles Wissen aus der Vergangenheit, der Gegenwart und auch der Zukunft gleichzeitig in einer Art von Zeitlosigkeit vorhanden zu sein schien.
Allerdings berichtet nur jeder Fünfte über solche Nahtoderfahrungen, und das belegen unterschiedliche Studien. Das heißt, dass gut 80 Prozent während ihrer Begegnung mit dem Tod gar nichts von alledem verspürt haben.
Neben Raymond A. Moody gilt die in Zürich geborene Elisabeth Kübler-Ross, die 2004 verstorben ist, als Mitbegründerin der modernen Sterbeforschung, der Thanatologie. 23 Ehrendoktortitel hat man ihr verliehen, über siebzig Auszeichnungen. 1999 ist sie vom amerikanischen Nachrichtenmagazin Time zu den hundert größten Wissenschaftlern und Denkern des 20. Jahrhunderts gerechnet worden.
Und unabhängig von Moody untersuchte auch sie Berichte von Menschen, die gestorben und wieder ins Leben zurückgekehrt waren. Die Ergebnisse beider Wissenschaftler waren annähernd deckungsgleich, was sie gar nicht als überraschend empfunden hat. Kübler-Ross war gerade dabei, ihre eigenen Forschungsergebnisse zu Papier zu bringen, als sie den Entwurf von Moody in die Hände bekam und las.
In der Ausgabe, die ich hier habe, Leben nach dem Tod, schreibt sie das Vorwort. Darin heißt es: Forschungsarbeiten wie diese hier werden vielen Menschen Aufklärung bringen und bestätigen, was uns seit zwei Jahrtausenden gesagt wird, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Das ist ein Satz, dem ich gerne zustimmen will, was allerdings nicht heißt, dass ich ihr Weltbild teile.
Weder Raymond Moody noch Elisabeth Kübler-Ross glaubten an Himmel und Hölle, sondern sie glaubten vielmehr daran, dass jeder von uns, so Kübler-Ross, nach dem Tod in Frieden eingeht in die Gemeinschaft derer, die er liebte und die vor ihm gestorben sind.

Zwischen positiven und negativen Deutungen

Was beide annähernd unerwähnt lassen, ob bewusst oder unbewusst, das kann ich nicht sagen, ist, dass es offenbar nicht nur positive, sondern auch viele negative Berichte aus dem Jenseits gibt. Darauf weist ein Arzt, Rowlands, hin. Er sagt, dass es mindestens so viele negative Erfahrungen beim Übergang in den Tod gibt wie diese benannten schönen Gefühle und so, die berichtet und dokumentiert sind.
Nun, Elisabeth Kübler-Ross blieb auch nicht nur bei der rein wissenschaftlichen Seite des Ganzen. Kübler-Ross selbst hatte Erlebnisse außerhalb ihres Körpers. Sie unternahm ganz bewusst Reisen außerhalb ihres Körpers und trat in Kontakt mit geistigen Wesen.
In einem Dokumentarfilm äußern sich die Trillingsschwestern, also drei Schwestern, die am gleichen Tag Geburtstag hatten. Die beiden Schwestern äußern sich in diesem Film und meinen, ein Esoteriker habe ihrer Schwester vieles beigebracht. Sie selbst, die Schwestern, hielten das für Hokuspokus. Dann werden sie da zitiert, beziehungsweise sie kommen persönlich zu Wort in diesem Film und sagen: Bett, hör auf mit dem spinnigen Zeug. Bleib auf dem Boden. Erzähl, was du weißt, aber nicht mehr.
Das ist gut gesagt, und wir wollen auch zunächst einmal bleiben bei dem, was Moody und Kübler-Ross beobachtet haben, was ihnen berichtet worden ist, auch denen, die ihnen folgten und weiter geforscht haben. Und wir können schon festhalten, dass Thanatologen damals wie heute feststellen, dass Nahtoderlebnisse einheitlich bei allen Menschen vorkommen, egal ob es Kinder sind oder ob es Erwachsene sind, ob es sich um gläubige Menschen, religiöse Menschen gehandelt hat oder sogar um Atheisten, ob es Gebildete oder Ungebildete waren und auch ganz unabhängig davon, aus welchem Kulturkreis sie kamen.
Also kommen mehr als drei Dutzend wissenschaftlicher Arbeiten weltweit zu dem Ergebnis, dass das Phänomen überaus häufig auftritt. An dieser Stelle können wir also sagen: Tausende dieser Berichte sind dokumentiert.
Ich persönlich bin in der Evangelisation häufig Leuten begegnet, die mir solche Erfahrungen mitgeteilt haben, in der Seelsorge und bei anderen Gelegenheiten. Ich habe sie also nicht gezählt, aber sie sind mir immer wieder begegnet. Und ich bin überzeugt: Wenn ich hier fragen würde, wer solche Erfahrungen oder eine solche Erfahrung mit sich herumträgt, hier muss sich jetzt niemand outen, aber dass sich manche auch von Ihnen oder von Euch melden würden, da bin ich relativ sicher.

Wie man die Berichte deuten kann

Jetzt können wir so oder so damit umgehen. Es ist ja unser Thema: Wie gehen wir damit um?
Wir können optimistisch sagen: Hurra, wir haben einen naturalistischen Beleg dafür, dass der Mensch eine unsterbliche Seele besitzt. Man kann aber auch skeptisch damit umgehen, indem man sagt: Ich glaube gar nichts von dem, was da erzählt wird. Oder aber, indem man sagt: Da spielt einem halt am Ende das Gehirn einen Streich.
Aber ich glaube, dass beides etwas zu kurz geschossen wäre. In den vergangenen Jahrzehnten gewannen die Neurowissenschaften für die Erklärung des menschlichen Lebens an Bedeutung. Hirnforscher fanden Argumente dafür, dass Todesnäheerfahrungen nicht Realität, sondern nur Einbildung seien. Sie seien hervorgerufen durch Sauerstoffmangel, durch stressbedingte Übererregung bestimmter Hirnareale und auch durch die Ausschüttung natürlicher Substanzen, die dann so eine ganz ähnliche Wirkung wie die von Drogen haben. Wo es ja auch dieses Phänomen des Out-of-Body-Erlebnisses gibt: Einer, der sich in Trance begibt, und manchmal sind da Drogen im Spiel. Ein Musiker zum Beispiel sieht sich selbst auf der Bühne stehen und sagt: Das war gar nicht ich, und so.
Wenn also in unserer Biochemie etwas durcheinanderkommt, oder bleiben wir bei diesen Sterbeerlebnissen: Wenn das Herz stillsteht und wenn kein Blut mehr durch den Körper zirkuliert, dann werden die Organe nicht mehr mit genügend Sauerstoff, mit genügend Nährstoffen versorgt. Für das Gehirn bedeutet das, so sagen diese Hirnforscher, dass Signale nicht mehr so richtig übertragen werden. Und so können beispielsweise Lichtvisionen im Hinterhauptslappen entstehen, obwohl gar kein Licht da ist.
Dann hat man Versuche mit Ratten durchgeführt, und da wurde beobachtet, dass in der Zwischenphase nach dem Kreislaufstillstand und vor dem Hirntod ein Teil der Gehirnaktivität um ein Vielfaches zugenommen hat.
So, ich habe Verständnis dafür, dass man zu einem solchen Ergebnis kommen muss, wenn man als Naturalist ausschließlich auf die Biochemie des Menschen schaut. Ein Wissenschaftler, ein Biologe oder ein Mediziner ist nun mal befasst mit dem, was fassbar ist. Und ich halte es auch gar nicht mal für unvernünftig, bestimmte Merkmale der von Moody benannten Erlebnisse zu erklären.
Das Lebenspanorama beispielsweise: Wenn Forschungsergebnisse korrekt sind, die besagen, dass wir nur zehn Prozent unserer geistigen Kapazität nutzen – das haben Sie sicher auch schon gehört –, dann bedeutet das ja, dass die verbleibenden neunzig Prozent ungenutzt sind. Wir wären somit vom Gehirn her zu unglaublichen Leistungen fähig, wenn die bestimmten Bedingungen dazu gegeben sind.

Offene Fragen der Wissenschaft und persönliche Einwände

Es ist jetzt zuletzt durch die Presse gegangen, dass es weltweit einige Fälle eines besonderen Syndroms gibt: Menschen können sich an jeden einzelnen Tag ihres Lebens bis ins Detail erinnern. Forscher stehen da vor einem Rätsel. Die Frage, was Gedächtnis ist, also die Fähigkeit, Informationen in unserem Gehirn abzuspeichern, ist ohnehin noch nicht vollständig geklärt. Manche gehen sogar davon aus, dass sich das nicht nur im Gehirn, sondern im ganzen Körper abspielt. Das ist also insgesamt noch relativ unerforscht. Viele stehen da vor einer großen Aufgabe, und das Thema ist mit vielen offenen Fragen behaftet.
Aber das Hinausgetragenwerden aus dem Körper, aus dieser stofflichen Körperhülle, oder das Begrüßtwerden von irgendwelchen geistigen Wesen und Ähnlichem, und das alles wegen einer Fehlfunktion unseres Gehirns? Mich persönlich hat das nie wirklich überzeugt. Ich erinnere mich an einen Missionseinsatz, bei dem ich mit einem Arzt gesprochen habe, der auch nicht gläubig war. Er war dabei mit einer gewissen Sicherheit, aber es waren keine Argumente, bei denen ich sagte: Das ist wirklich nachvollziehbar.
Der orthodoxe Theologe und Mediziner Dezsko Swilenow arbeitete 36 Jahre an der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften. In seinem Buch „Leben nach dem Tod“ erwähnt er eine Reihe von Organisationen, die sich aktuell mit Nahtoderfahrungen beschäftigen, und fragt, wie Experten dieses Phänomen bewerten. Swilenow berichtet von einer Gruppe niederländischer Ärzte, die unter der Leitung eines Kardiologen, Pim van Lommel, Untersuchungen bei 344 Patienten durchgeführt haben, die alle einmal klinisch tot gewesen sind.
Dann lese ich das einmal wörtlich vor, sagt er: Die Fachleute haben sich folgende Frage gestellt: Wie ist es wirklich, in einem Zustand klaren Bewusstseins außerhalb des Körpers zu geraten, und zwar in einem Augenblick, in dem das Gehirn nicht mehr funktioniert, ein horizontal verlaufendes Elektroenzephalogramm, also diese Nulllinie, vorliegt, das heißt, der Patient klinisch tot ist? Ihre Schlussfolgerung war, dass es bei dem Menschen einen nichtmateriellen Teil gibt, der weiterlebt, nachdem der materielle Teil schon tot ist.
Der hier erwähnte Doktor Pim van Lommel vertritt seinerseits in einer eigenen Publikation, „Endloses Bewusstsein“, die These, dass das Bewusstsein auch nach neuesten Erkenntnissen der Hirnforschung nicht im Körper lokalisierbar ist und es nach dem Tod nicht aufhört zu existieren. Das können wir natürlich als Nichtmediziner alle schwer nachvollziehen, geschweige denn prüfen. Das kann man dann erst einmal so zur Kenntnis nehmen, aber ansonsten müssen wir sagen: Es kann sein.
Deshalb die Frage: Wie sollen wir, die wir jetzt hier an der Prophetikon teilnehmen und das Wort Gottes ernst nehmen, diese todesnahen Erfahrungen, diese Erscheinungen von Zuständen außerhalb des stofflichen Körpers, deuten? Haben wir irgendeine Wertung, die wir vornehmen können? Wie begegnen wir Menschen, die so etwas berichten beziehungsweise Fragen zu diesem Thema haben?
Und dann fragen wir uns, ob diese Patienten wirklich tot waren. Wir fragen uns auch, ob diese Berichte als reale Darstellungen von Jenseits, von Himmel und Hölle, das ist unser Thema hier, eingestuft werden können. Und wir müssen uns die Frage stellen, ob es vielleicht sogar dämonische Kräfte sind, ob irgendwelche Geister hier im Spiel sind und Menschen täuschen wollen. Wäre es vielleicht möglich, dass einige der Berichte echt sind und andere auf Täuschungen beruhen? Da wird es ja immer komplizierter. Denn wenn es so wäre, wie kann man das unterscheiden? Es sind also keine einfachen Fragen.

Biblische Grenzerfahrungen und ihre Einordnung

Vielleicht erinnern Sie sich an den Beginn dieser Konferenz gestern, als Johannes Vogel hier vorne stand, mit erhobenem Zeigefinger und ernster Stimme, und uns alle als Teilnehmer eingeschworen hat: Prüft alles an Gottes Wort!
Das wollen wir tun! Was sagt die Bibel, wenn es um solche Grenzerfahrungen geht?
Nun gab es zu biblischer Zeit und auch in den Jahrhunderten danach natürlich keine modernen Wiederbelebungsmethoden, wie sie auch zur Zeit von Moody oder in der Zeit, als er studiert hatte, noch nicht lange erfunden und eingesetzt waren. Zu seiner Zeit war es die Adrenalinspritze direkt ins Herz. Heute gibt es den elektrischen Apparat, der den Herzmuskel wieder anspringen lässt, den Defibrillator oder die Herz-Lungen-Maschine und Ähnliches. Deshalb haben wir in der Geschichte dazu vergleichsweise wenig; das scheint ein relativ modernes Phänomen zu sein.
Und doch lesen wir in 1. Könige 17, dass Elia einen Jungen wiederbelebte, dessen Krankheit so heftig war, dass kein Odem mehr in ihm blieb, 1. Könige 17,17 am Ende: kein Odem mehr, der in ihm blieb. Dann trug Elia diesen Jungen in sein Zimmer. Ab Vers 21 lesen wir dann, dass er sich dreimal über das Kind hin streckte und zum Herrn rief und sprach: Herr, mein Gott, lass doch das Leben dieses Kindes wieder zu ihm zurückkehren. Und der Herr hörte auf die Stimme Elias, und das Leben des Kindes kehrte zu ihm zurück, und es wurde wieder lebendig.
Ganz Ähnliches wird uns in 2. Könige 4 ab Vers 18 berichtet, von der Auferweckung eines Jungen durch Elisa, den anderen großen Propheten und Nachfolger von Elia. Der Junge war während der Ernte auf den Feldern krank geworden, wurde dann zu seiner Mutter gebracht, und dann heißt es in Vers 20, er saß auf ihren Knien bis zum Mittag, dann starb er. Er ist also wirklich gestorben, so sagt es uns das Gotteswort. Dann wurde Elisa von weit her gerufen, und dann lesen wir in Vers 34: Er legte sich auf das Kind und legte seinen Mund auf dessen Mund und seine Augen auf dessen Augen und seine Hände auf dessen Hände und beugte sich so über ihn; da wurde der Leib des Kindes warm.

Weitere biblische Beispiele und die Frage nach dem Erleben

Was ja ganz interessant ist, ist, dass Paulus in Apostelgeschichte 20 ganz ähnlich vorgeht nach dem Eutychus. Ein junger Mann, der bei einer Konferenz alles ein bisschen langweilig fand, war so am Rande des Geschehens. Dann ist er da aus dem Obergeschoss eines Hauses auf der Fensterbank eingeschlafen und dann aus dem Rahmen gefallen. Es gibt immer welche, die aus dem Rahmen fallen.
Eine Lehre, die man aus der Geschichte von Eutychus ziehen kann, ist, dass schlafende Christen leicht fallende Christen werden können. Wir sind ja hier auch aufgerufen, wachsam zu sein. Denken wir an das, was uns gestern Bruder Hitchcock gesagt hat, dass wir die Waffenrüstung anbehalten. Das heißt doch, dass wir aufmerksam bleiben sollen. Schlafende Christen werden leicht fallende Christen, das ist schon eine ernste Botschaft auch in dieser Geschichte hier in Kapitel 20.
Aber dann heißt es also in Vers neun: Er wurde tot aufgehoben. Also auch dieser Eutychus war tot. Paulus legt sich dann auf ihn und erweckt ihn dann auch wieder zum Leben. Was wir an diesen Stellen in Erste und Zweite Könige und auch hier in Apostelgeschichte Kapitel 20 nicht erfahren, ist, ob und was die Betroffenen erlebt haben, als sie eben kurz drüben waren. Sie waren kurz drüben. Was sie empfunden haben, als das Herz aufgehört hat zu schlagen und die Atmung ausgesetzt hatte. Wir hätten die drei ja nur zu gerne einmal befragt. Das sind ja nun Zeugen, die also durch je einen Mann Gottes wieder zum Leben erweckt worden sind. Und wir müssen feststellen, dass die Propheten wie auch Apostel offensichtlich nicht danach gefragt haben. Wir würden es so gerne erfahren, aber die Bibel gibt uns hier keinen Aufschluss, oder?
Oder was ist in diesem Zusammenhang mit 2. Korinther 12? Das ist eine Stelle, die wir schon ein paarmal dieser Tage vor Augen hatten. Und ich lese uns noch mal die Verse aus 2. Korinther 12, Vers 2, wo der Apostel Paulus sagt: Ich weiß von einem Menschen in Christus, dass er vor vierzehn Jahren, ob im Leib, weiß ich nicht, oder außer dem Leib, weiß ich nicht, Gott weiß es, dass dieser bis in den dritten Himmel entrückt wurde. Und ich weiß von dem betreffenden Menschen, ob im Leib oder außer dem Leib, weiß ich nicht, Gott weiß es, dass er in das Paradies entrückt wurde und unaussprechliche Worte hörte, die auszusprechen einem Menschen nicht zusteht.
Er redet ja von einem Menschen in der dritten Person. War das Eutychus oder sonst jemand, dem man begegnen kann, wie ich manchen begegnet bin? Oder war es der Apostel Paulus selber? Und Thomas Eis hat gestern darauf hingewiesen, dass wir auch dann, wenn wir die folgenden Verse lesen, deutlich den Eindruck gewinnen, dass der Apostel Paulus sich dieses Paradieses gewesen zu sein rühmen will, aber nicht ansonsten rühmen will. Also wir haben schon den Eindruck, dass Paulus von sich redet. Wenn Gott ihn aber nicht wegen einer Offenbarung, wie Thomas Eis das gestern gesagt hat, in den Himmel geholt hat, das wissen wir nicht so genau. Dann könnte es sich auch auf ein Ereignis in Lystra beziehen. Vierzehn Jahre vor der Niederschrift, er sagt ja vor vierzehn Jahren, das käme durchaus hin. Bei der zweiten Missionsreise in Lystra war Paulus gesteinigt worden, und man nahm an, er sei tot. Und ich nehme schon an, die haben sich da schon auch überzeugt, und dann haben sie ihn ja zur Stadt rausgeschleift. In Apostelgeschichte Kapitel 14 können wir das lesen.
Wenn Paulus hier in Lystra bei dieser Steinigung tatsächlich gestorben war und wiederbelebt werden konnte, dann wäre 2. Korinther 12 ein Bericht des Paulus, den man den Todeserfahrungen zuzählen könnte. Ich will das vorsichtig sagen, aber ich will es in Betracht ziehen. Allerdings hält er es nicht für nötig zu erklären, was er oder jener, von dem er schreibt, unerklärlich fand. Unerklärliche Dinge, aber Näheres darüber sagt er nicht. Aber diese Unbeschreibbarkeit, das erste von Moody aufgeführte Merkmal todesähnlicher oder todesnaher Erlebnisse, das findet sich offensichtlich auch schon bei Paulus. Ein Beispiel dafür, dass wir biblisch gesehen schon auch Grund haben anzunehmen, dass Menschen Christus in der Zone zwischen Leben und Tod begegnen können.
Bevor Stephanus gesteinigt wurde, gab Gott ihm einen Einblick in den Himmel, und Stephanus sagt in Apostelgeschichte 7,56: Ich sehe, siehe, ich sehe den Himmel geöffnet und den Sohn des Menschen zur Rechten Gottes stehen. Wir können schon davon ausgehen, dass Sterbenden nicht wie bei einem Dimmschalter so allmählich der Strom abgestellt wird, dass das Licht langsam runtergefahren wird, sondern ganz im Gegenteil, dass sich ihnen etwas eröffnet.

Die Grenze selbst und das Ziel dahinter

Was ist nahtot? Ist das halbtot? Ist das fast tot? Ich glaube, wichtig ist festzuhalten: Sterbeerlebnisse beschreiben ja nie den endgültigen Zustand. Sterbeerlebnisse sind Grenzerfahrungen. Das heißt, dass diese wiedergegebenen Erfahrungen sich in der Regel in den ersten fünf bis sechs Minuten nach Aussetzen der Gehirndurchblutung abspielen.
Diese Menschen sind klinisch tot gewesen, aber nicht biologisch tot. Das muss man unterscheiden: klinisch tot, aber nicht biologisch. Biologisch tot heißt mausetot. Das heißt, eine Wiederbelebung ist erfolglos, da ist einfach nichts mehr zu machen. Das Gehirn kommt nur begrenzt ohne Sauerstoff aus. Danach sterben Nervenzellen ab, und dann kommt es zu unumkehrbaren Schäden und schließlich zum Hirntod.
Wir haben es also mit Grenzerfahrungen zu tun. Um jetzt mal zu verdeutlichen, was ich meine, will ich ein Beispiel gebrauchen. Ich selber komme ja aus Hessen, bin also überzeugter Hesse, und den einen oder anderen Landsmann sehe ich hier, das freut mich. Ich komme aus Mittelhessen. Und jetzt nehmen wir mal an, ich wäre niemals in meinem Leben zuvor in Nordrhein-Westfalen gewesen. Ich fahre also die Autobahn A 45, und dann kommt da so ein Schild: „Auf Wiedersehen in Hessen“. Da werde ich mal so ein bisschen wehleidig, und dann fahre ich weiter, und dann liegt da also NRW vor mir. Angenommen, ich wäre noch nie dort gewesen.
Von dieser Grenze aus gesehen kann ich keine zuverlässigen Aussagen machen über das Bundesland Nordrhein-Westfalen. Ich kann nichts sagen über die Politik, die hier getrieben wird. Ich kann nichts über die Landschaften oder über die Größe des Landes sagen, nichts über die Menschen und die zum Teil interessanten Dialekte, die man hier hat: dat und wat und was, wie hasse. Iken hat, Iken kennt ihr ja auch in den USA, ist aber was anderes als das, was man hier unter... Also komisch.
Ich kann ja all das als Hesse, der ich nie rausgekommen wäre, nicht wissen, weil ich mich ja nur an der Grenze befinde. Also das, was ich sagen will, ist: Sterbeerlebnisse sind Grenzerfahrungen, nicht mehr und nicht weniger. Und wir sollten nicht zu viel interpretieren in das, was uns da berichtet wird.

Bilder vom Übergang und die Frage nach dem eigentlichen Ziel

Um ein anderes Bild zu gebrauchen, vom Ausgang des sehr empfehlenswerten Buches aus dem siebzehnten Jahrhundert, John Bunyans Pilgerreise: Ich muss ja jetzt doch mal die Frage stellen: Wer hat die Pilgerreise gelesen? John Bunyan immerhin. Die anderen bekommen das als Hausaufgabe mit. Das ist ja schon auch eine Art Schulung hier. Und da gehört das dazu: Nacharbeit. Die muss jeder Christ gelesen haben. Das ist Weltliteratur, tatsächlich.
Dieser Pilger, der die Titelrolle spielt in der Pilgerreise, hat sein Ziel in der Stadt Zion. Und bevor er dann an dieses Ziel gelangt, muss er zunächst noch einmal durch einen Fluss, mit seinem Freund Getreu an seiner Seite. Dann kommen ihm noch Zweifelnde entgegen, dann werden ihm einige Verheißungen zugesagt, und so kommen sie auf der anderen Seite heraus.
Um dieses Bild zu gebrauchen: Solche, die diese Grenzerfahrung gemacht haben, die sind eingetaucht in diesen Fluss, aber sind auf derselben Seite wieder herausgekommen und nicht auf der anderen. Ich habe diesen Ausgang aus diesem Buch gelesen, als mein Vater verstorben war, an seinem Sterbebett. Das hat uns sehr berührt, wie John Bunyan das auch dann beschreibt, diese wirkliche Begegnung mit Jesus.
Wir müssen also sagen, dass alles das, was sich angeblich nach dem Tod ereignet hat, in Wirklichkeit nicht nach dem Tod stattgefunden hat. Und dann müssten wir uns im Grunde genommen dem Satz anschließen: Es ist noch keiner zurückgekommen, außer Lazarus. Der war vier Tage tot, und Martha sagt: Herr, er riecht schon. Also, der war wirklich tot. Aber er kam aus dem Grab heraus, sagt aber nicht. Lazarus sagt nirgendwo irgendetwas. Das heißt: Einmal, Maria saß ihm zu Füßen, Martha diente, und wir wissen von Gesprächen und so. Aber Lazarus, da heißt es, er war da. Sie ist anwesend, und wir erfahren nichts von ihr. So ist es nun mal: Was diese Eindrücke angeht, wird uns nicht berichtet.
Ich persönlich mache mir viel mehr Gedanken über das, was nach dem wirklichen Tod passieren wird, was ich erleben werde, wenn ich ihm, dem Herrn, begegnen werde, und nicht so sehr über das, was auf der Schwelle passiert. Wenn er hier reinkommt, macht ihr euch großartige Gedanken über die Eingangstür. Ihr seid doch schon fixiert auf den Raum und voller Erwartung auf das, was euch hier auf der Bühne und so erwarten wird, die Musik von Rieger und so. Darauf kommt es doch an. Es muss uns nicht so sehr um den Übergang gehen, als vielmehr um das Ziel.
Heute Morgen in der Bibellese, wenn ihr das gelesen habt, Philipper 1, da sagt der Apostel Paulus: Prüft, worauf es ankommt. Worauf kommt es denn an? Das habt ihr ja in eurem Lied auch so schön gesagt, was wirklich zählt. Karin Rieger hat uns das vorgesungen. Ich betone hier den Unterschied zwischen Nahtod und Nachtod. Und um zu wissen, was wirklich auf der anderen Seite liegt, da dient uns die Bibel als viel verlässlichere Landkarte, als eine vertrauenswürdigere Autorität, als Menschen, die sich nur an der Schwelle des Lebens nach dem Tod befunden haben.

Warnung vor unkritischer Offenheit und der Vorrang der Schrift

Deshalb will ich appellieren: Nimm bitte nie kritiklos alles an, was Menschen hinter dem Vorhang gesehen haben wollen. Todeserfahrungen könnten den wirklichen Erlebnissen nach dem Tod entsprechen oder eben auch nicht. Das, was uns hier bei Nahtoderfahrungen beschäftigt, mag interessant klingen, es hat aber auch irgendwie gewisse verführerische Züge.
Nehmen Sie an, wenn ich das hier gleich mal vorne liegen lasse, da würden manche kommen, die würden gerne mal so ein bisschen wissen: Was haben die da alles erlebt? Es fesselt. Es ist nicht umsonst zu so einem Superbestseller geworden.
Jetzt hat Martin Luther in seiner rustikalen Art einmal gesagt: Diejenigen, die Offenbarungen und Träume im Mund führen und suchen, sind Gottes Verächter. Also, der ging ja immer gleich, der ist nicht so sensibel gewesen wie wir. Und dann sagt er: Sie sind Gottesverächter, da sie mit seinem Wort nicht zufrieden sind. Ich erwarte in geistlichen Dingen weder Offenbarung noch Träume, ich habe das klare Wort. Deshalb mahnt auch Paulus in Galater 1,8, man solle sich daran halten, auch wenn ein Engel im Himmel anders lehrte. Der Reformator setzt sich hiergegen von ihm sogenannte Schwärmer zur Wehr.
Es sind also Männer und Frauen, die die Bibel und die Theologie gering geachtet haben und stattdessen auf jenseitige Eingebungen hofften. Ich habe den Eindruck, dass das heute nicht weniger als damals der Fall ist. Auch in der jungen Generation kommt neu auf, dass man Offenbarungen, hörendes Gebet und so weiter sucht, dass man hofft auf das, was einem Gott direkt und unmittelbar mitteilt.
Jetzt will ich natürlich Menschen, die reanimiert wurden, nicht als Schwärmer bezeichnen. Ich glaube ihnen ihre Berichte aufs Wort und nehme das auch sehr ernst, was da gesagt wird. Aber niemals dürfen wir solche Berichte achten wie die Offenbarung, die Gott uns gegeben hat in seinem Wort. Und das ist schon auch in der Jugendarbeit für mich immer so wesentlich gewesen: der jungen Generation dieses Buch ans Herz zu legen, es liebzumachen und ihnen die Relevanz dessen zu zeigen, was Gott uns mitzuteilen hat.
Und Abraham sagte dem reichen Mann in Lukas 16 hinsichtlich seiner fünf Brüder: Wenn sie Mose und die Propheten haben und darauf nicht hören, werden sie auch nicht überzeugt werden, wenn jemand aus den Toten aufersteht. Also, diese Berichte werden letztendlich keinen zum Glauben führen.
Satan wird versuchen, die positiven Erfahrungen, die Gott Menschen wie Stephanus und Paulus hat machen lassen, nachzuahmen. Der große Betrüger will, dass Menschen glauben, jeden erwarte Glückseligkeit, wenn er dann am Ende oben ankommt, ganz unabhängig davon, welche Beziehung er in diesem irdischen Leben zu Christus, zu dem Erlöser, gehabt hat.
Wenn es wahr ist, dass diejenigen, die von Christus gerecht gesprochen worden sind, Engel erwarten, und bei Lazarus war im Gleichnis ja der Fall, es waren Engel, die ihn dann in den Schoss Abrahams trugen, dann ist es ebenso denkbar, dass diejenigen, die ohne die Vergebung Gottes und seine Annahme in die Ewigkeit eintreten, dämonische Geister erwarten.
Von 1. Mose 3 an jedenfalls hat der Teufel bewiesen, dass er in der Lage ist, sich zu verstellen, freundlich zu erscheinen und Menschen zu täuschen. Ich will nicht ausschließen, dass wir nach dem Tod mit unseren Angehörigen oder Freunden zusammentreffen, vorausgesetzt, dass sie Christen waren. Aber ich will darauf aufmerksam machen, dass Satan ein gekonnter Imitator ist und dass er gerade im Nebel in seinem Element ist.
Paulus schreibt: Denn der Satan selbst, 2. Korinther 11,14, nimmt die Gestalt eines Engels des Lichts an. Das ist ja eine überraschende Bibelstelle. Man verbindet ihn immer mit Dunkelheit. Okkultismus heißt so, nebulös, verborgen und so dunkel. Aber Paulus sagt: Der Engel des Lichts, die Gestalt eines Engels des Lichts, nimmt er an.
Wenn Menschen also einem Wesen aus Licht begegnen, das sie entweder Christus oder einem Engel Gottes zuordnen oder damit identifizieren, so ist es durchaus denkbar, dass sie in Wirklichkeit Satan oder einem Engel Satans begegnen, der ihnen irgendetwas vormacht. Das müssen wir in Betracht ziehen.

Schlussfolgerungen aus Forschung, Erfahrung und Bibel

Moody stellt fest, dass nahezu jede von ihm interviewte Person sagte, dass sie jetzt keine Angst mehr vor dem Tod hätte. Das ist interessant. Anlass waren Zusicherungen, die ihnen ein oft beschriebenes Lichtwesen gegeben hatte. Die meisten Befragten haben gesagt, sagen auch heute, dass sie dieses Lohn-Strafe-Modell eines Lebens nach dem Tod ablehnen oder verwerfen.
Moody sagt wörtlich: Anstelle des alten Denkmodells scheinen viele von ihnen mit neuen Ansichten und einem neuen Verständnis des Jenseits zurückgekehrt zu sein, mit einer Vision, die nicht einseitig Bestrafung, sondern letztendlich Selbstverwirklichung des Menschen zum Inhalt hat. Zitat Ende.
Und in welch starkem Kontrast dazu stehen die Worte, die uns Mark Hitchcock gestern vor Augen gehalten hat, wo Jesus zum Beispiel sagt: Zu den Linken wird er sagen: Geht von mir, verflucht, in das ewige Feuer, das bereitet ist für den Teufel und seine Engel. Und andere Stellen, 2. Thessalonicher 1 und so. In welch starkem Kontrast zudem, was von den allermeisten abgeleitet wird: Du brauchst keine Angst vor dem Sterben haben, alles wird gut.
Ein Mann, der eng mit Raymond Moody und auch Elisabeth Kübler-Ross zusammengearbeitet hat, war der Parapsychologe Robert Monroe. Er wunderte sich darüber, dass er bei seinen Reisen, auch außerhalb seines Körpers, das war Vorbild für Kübler-Ross, keinen Hinweis für die Aussagen der Bibel über Gott und ein Leben nach dem Tod an einem Ort, Himmel genannt, finden konnte.
Das könnten Kritiker natürlich so interpretieren, und das tun sie ja hier auch: Kein Hinweis auf den Himmel bedeutet, es gibt ihn höchstwahrscheinlich nicht, zumindest nicht so, wie uns die Bibel das annehmen lässt. Ich finde in dem, was sie hier nicht gefunden haben, vielmehr eine Bestätigung dessen, was der Apostel Paulus schreibt: 1. Korinther 2,9. Was kein Auge gesehen hat, was kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben, das kann noch keiner gesehen haben, um davon zu berichten.
Studien belegen aber, dass Betroffene die Angst vor dem Tod verlieren, ihr Blick auf das Leben sich ändert, Spiritualität und Religiosität fortan eine große Rolle für sie spielen. Das entfaltet sich oft auch in geistigen Fähigkeiten wie höherer Sensibilität, besserer Intuition. Bisweilen wird auch von Heilkräften oder Hellsichtigkeit berichtet, usw.
Bernhard Jacobi ist der in Deutschland bekannteste Autor und Experte zu den Themen Nahtoderfahrungen, dem Sterbeprozess usw. Du kannst auf YouTube etliche Filmchen, Videos, Interviews usw. sehen. Sein Hauptanliegen ist, durch Berichte über ein Leben nach dem Tod Ängste im Umgang mit Sterbenden und dem Tod abzubauen. So veranstaltet er regelmäßig Seminare und Vorträge in Deutschland, Österreich und der Schweiz usw. und gibt dann in Presse, Rundfunk und Fernsehen diese Interviews.
Jacobi vermittelt in mindestens 14 Büchern, etwa Auch du lebst ewig, Keine Seele geht verloren oder Die Brücke zum Licht. Und der Engel des Lichts freut sich, wenn er den Eindruck vermitteln konnte, es wird auch ohne Bekehrung zu Jesus Christus am Ende alles gut werden.

Drei abschließende Feststellungen

Ich komme zum Schluss und möchte am Ende drei Dinge festhalten.
Erstens: Nahtoderfahrungen unterstützen nicht die Theorie: Mit dem Tod ist alles aus. Ich würde schon sagen, dass die Sterbeforschung eine gewisse Offenheit für das Gespräch über den biblischen Glauben zulässt. Das ist eine Feststellung.
Ein zweiter Punkt: Die Erklärungen von Gehirnforschern bezüglich einer kurzzeitigen Steigerung unserer Hirnaktivität lassen viele Fragen offen. Der Neurologe Michael Schröter von der Universität in Köln vergleicht das mit einem Motor, der unter einer Last langsamer läuft, solange wir eben noch in unserem Körper sind. Im Leerlauf dreht er sich ohne Input von außen etwas höher, so vergleicht er das in einem Bild. Aber dies beweise nicht, so seine Expertenmeinung, dass die Hyperaktivität des Gehirns auch die Ursache von Nahtoderfahrungen sei. Das ist immerhin mal einer, der ehrlich ist und sagt: Das beweist erst einmal noch gar nichts. Das wollen wir auch zur Kenntnis nehmen.
Und dann das Dritte, was ich sagen möchte, ist die Bibel. Sie warnt vor der Befragung von Toten. Ganz eindeutig in 5. Mose 18, und anhand eines Beispiels eindrücklich auch in 1. Korinther 10,13 geschildert, dass einer der Gründe dafür, dass Saul abgesetzt wurde und letztendlich auch in der Schlacht ums Leben kam, darin lag, dass er Totengeister oder den Totengeist von Samuel aufgesucht hat und nicht den Herrn befragt hat. Die Bibel warnt vor der Befragung von Toten, und sie selbst liefert uns alle nötigen Hinweise. Vielleicht nicht umfassend. Wir erfahren nicht alles. Das merkt ihr doch auch bei den Vorträgen. Das ist doch lückenhaft, und an vielen Stellen müssen wir uns zurückhalten. Ich habe schon ein bisschen Angst vor meinem Seminar morgen, weil ich mich da in der einen oder anderen Sache auch nicht hundertprozentig festlegen will. Ihr erwartet das wahrscheinlich, wenn ihr zu den Seminaren kommt. Aber was wir erfahren, ist das, was wir erfahren müssen, um gerettet zu werden. Das, was wir wissen müssen, um unseren Weg mit Jesus an seiner Seite bis zum Ziel zu gehen, damit wir etwas klarer sehen.
Und in diesem Sinne freue ich mich auf die kommenden Veranstaltungen und auch auf den Austausch mit euch, ob nebenbei oder beim Seminar morgen. Ich wünsche euch jedenfalls weiter gute Einsichten. Lasst euch nicht irritieren, wir bleiben bei dem, was Gott uns geoffenbart hat. Dankeschön.