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Du hast es in der Hand

Setze frei, was Gott dir gegeben hat
01.11.2026
EventTeil 23 / 24Jugendkonferenz für Weltmission 2026
Wie sehr setzt du das Potenzial ein, das Gott dir gegeben hat? Geld, Zeit und dein persönliches Licht – alles sind Werkzeuge, um Gottes Auftrag zu erfüllen. Wie kannst du mit deinem Alltag, deinem Gebet und sogar deinem Handy-Profil Teil von etwas Größerem werden?

Direkter Einstieg in die Frage der Berufung

Wir haben nicht viel Zeit, deshalb komme ich gleich direkt zur Sache und frage dich heute: Wie engagiert bist du in Bezug auf die Berufung, die Gott auf dein Leben gelegt hat? Wie engagiert bist du in Bezug auf die Berufung, die Gott dir geschenkt hat?
Vielleicht bist du jetzt ein wenig verwirrt und denkst: Moment mal, Berufung? Ich bin gerade erst hereingekommen, habe mich hingesetzt, und jetzt geht es schon um eine Berufung? Was meint er damit?
Ich meine damit, dass Jesus Christus allen Christen aller Zeiten eine gemeinsame Berufung gegeben hat – und dazu gehörst auch du. Diesen Auftrag und diese Berufung haben wir alle von Gott erhalten.
Ich lese ihn trotzdem noch einmal vor, auch wenn ihr ihn wahrscheinlich schon kennt: Jesus sagt, dass er von Gott alle Macht im Himmel und auf der Erde erhalten hat. Deshalb sollen wir hinausgehen in die ganze Welt und alle Menschen dazu aufrufen, seine Jünger zu werden. Wir sollen sie taufen auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und sie lehren, alles zu befolgen, was Jesus uns aufgetragen hat. Dabei dürfen wir sicher sein: Er ist immer bei uns, bis das Ende der Welt gekommen ist.
Woran merken wir, dass dieser Auftrag noch aktuell ist? Mindestens an zwei Dingen: Erstens ist das Ende der Welt noch nicht gekommen – zumindest, wenn ich nichts verpasst habe. Das heißt, dieser Auftrag gilt weiterhin. Zweitens wissen noch längst nicht alle Menschen auf der Welt, dass Jesus existiert.
Das bedeutet, dieser Auftrag ist heute genauso aktuell wie vor zweitausend Jahren. Gleichzeitig heißt das nicht, dass jeder von euch oder jeder im Raum jetzt selbst Missionar werden muss.

Die individuelle Teilhabe an der gemeinsamen Berufung

Unten mit einer von diesen 120 Organisationen zu signen, einen Vertrag zu unterschreiben, rauszugehen nach Mosambik oder sonstwo als Missionar – das war zur Zeit der ersten Kirche nicht so, und auch heute ist es nicht so. Aber es ist tatsächlich so, dass jeder von uns, jeder in diesem Raum, wenn du dein Leben Jesus gegeben hast, wenn du Nachfolger Jesu Christi bist, berufen ist, am Auftrag teilzuhaben, den Jesus seiner Gemeinde gegeben hat.
Ich kann verstehen, wenn du denkst: „Okay, Moment, was bedeutet das jetzt konkret für mich?“ Vor allem, wenn dich das irgendwie überfordert oder dir sogar ein bisschen Angst macht. Ich möchte dir sagen, dass du da in einem guten Kreis stehst – in einem Kreis von Leuten, denen es genauso ging, wie es in der Bibel oft beschrieben wird.
Wenn Gott in der Bibel Menschen mit einer Berufung konfrontiert und ihnen offenbart, dass er sagt: „Hey, jetzt im Ernst, ich habe dich ausgewählt für eine besondere Aufgabe in dieser Welt“, dann sind die Leute am Anfang oft nicht begeistert und machen erst einmal einen Rückzieher.
Bei Mose ist es zum Beispiel so: Als Gott ihm eröffnet, dass er berufen ist, sein Volk aus Ägypten zu führen, reagiert Mose zunächst defensiv. Er sagt: „Hey, nein, ich habe besseres zu tun, also, du weißt schon, Aufgaben.“ Dann fängt er an, mit Gott zu diskutieren und bringt Argumente vor, warum er ungeeignet ist. Er sagt: „Wer bin ich schon?“ und „Ich kann das eh nicht, ich kann nicht gut reden.“ Außerdem fragt er: „Was ist, wenn die Leute mir nicht glauben, wenn ich ihnen sage, Yahweh, der Gott Israels, ist mir erschienen?“
Es geht so hin und her, Gott bringt ein Argument, Mose bringt ein anderes vor. Interessant ist, dass Gott sich darauf einlässt. Am Ende wird Gott richtig sauer und sagt: „Pass mal auf, dieses ganze Diskutieren bringt jetzt irgendwie nichts.“
Dann stellt Mose eine Frage, und das ist eine Frage, die Gott dir auch stellt, wenn es darum geht, wie du deine Berufung leben kannst. Er fragt Mose: „Was hast du in der Hand?“
Mose hatte zufällig seinen Stab dabei, denn er war von Beruf Hirte. Ich glaube, dieser Stab, mit dem Mose später das Volk Israel aus Ägypten herausgeführt hat, mit dem er auf das Meer schlug, sodass es sich teilte, war für Mose in dem Moment einfach nur ein Werkzeug. Es war das, was er liebgewonnen hatte, was ihn jeden Tag begleitete und womit er seine Aufgabe als Schafhirte erfüllen konnte.
Für Gott war es mehr. Und das will Gott mit dieser Frage sagen: Das, was du jetzt schon in der Hand hast, das ist dein Potenzial, mit dem ich in deinem Leben deine Berufung realisieren will.
Das ist ganz wichtig. Lass uns das festhalten: Gott beruft dich nicht zu irgendwelchen krassen Aufgaben, von denen du noch nie gehört hast und von denen du keine Ahnung hast, wie du sie bewältigen sollst. Darum geht es Gott nicht. Vielmehr geht es Gott zuallererst darum, dass du treu bist mit dem, was er dir schon gegeben hat, mit dem, was du schon in der Hand hast.
Das ist Gottes klares und starkes Anliegen: Dass du das zu seiner Ehre gebrauchen sollst, um deine Berufung im Reich Gottes zu realisieren.
Darum möchte ich heute mit euch darüber nachdenken: Was hast du in deiner Hand?
Ich verspreche dir, dass du am Ende dieses Seminars und dieses Tages ein kleines bisschen, ein ganz kleines bisschen dein Potenzial genutzt haben wirst. Du wirst ein kleines bisschen den Auftrag, den Jesus der Gemeinde gegeben hat, ausgeführt haben und ein kleines bisschen die Welt verändert haben.
Also, lass uns darüber nachdenken: Was hast du in deiner Hand? Das ist Punkt Nummer eins von drei.

Finanzielles Potenzial als Berufung

Ah, okay, gut, ich frage nur. So, Nummer eins: Natürlich kam das Thema auf. Ich weiß nicht, ob du die letzte Predigt über Geld gehört hast, aber ich möchte es dir so sagen: Was du in der Hand hast, das ist viel. Richtig, richtig viel Geld. Und du wirst in deinem Leben wirklich, wirklich viel Geld verdienen.
Allein die Tatsache, dass du das jetzt ein bisschen lustig findest, zeigt, dass die meisten von euch noch relativ jung sind. Es ist ja auch eine Jugendmissionskonferenz. Dass du das jetzt vielleicht lustig findest und sagst: „Was, wenn du meinen Kontostand kennen würdest? Wenn du mal einen Blick heute vielleicht in mein Portemonnaie werfen würdest?“ Dass du das jetzt lustig findest und denkst: „Was für Geld, wovon redet er?“ zeigt für mich, wie verschoben unsere Wahrnehmung in Deutschland eigentlich ist, wenn es um Finanzen und das Reich Gottes geht.
Für mich ist es einfach so klar, dass aus dem, was Gott einer Nation gibt, auch eine Berufung entsteht, direkt aus diesem Potenzial. Deutschland ist die drittgrößte Wirtschaft der Welt. Ich sage immer: Wenn es eine Sache gibt, die wir in Deutschland haben, dann ist es Geld. Das ist kein Witz.
Allein die Tatsache, dass du regelmäßig einen bestimmten Betrag an Finanzen auf einem Konto hast, mit dem du planen kannst, ist in den meisten Ländern der Welt schlichtweg nicht gegeben. Das ist einfach nicht gegeben. Und du bekommst diesen Betrag, ob das Taschengeld ist, Bürgergeld, Gehalt, BAföG oder sonst was – du bekommst jeden Monat Geld auf dein Konto. Das ist unglaublich, ja, das ist absolut unglaublich.
Und ich glaube, das deutet darauf hin, wie Gott Deutschland auch gebrauchen will und die Gemeinde in Deutschland, um ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Ich habe eben versucht, von jemandem, von den Mitarbeitern herauszufinden, was es kostet, hier die Messe einen Tag zu mieten. Da kann ich leider nicht sagen. Ich habe die KI befragt, die konnte mir auch nicht sagen. So viel zum Thema KI, ja, vielen Dank.
Ich glaube, dass Gott einen Platz für uns als Deutsche hat, den wir einnehmen sollen – mit unseren Finanzen.
Wisst ihr, ich begleite Menschen aus ganz Europa in der Mission. Das bedeutet auch Leute aus Albanien, Kroatien oder Bosnien. Wenn ich eine Missionarin aus Bosnien begleite, die alleinerziehend ist und drei Kinder hat, in einem Land, in dem es 600 gläubige Christen gibt, und die sagt, sie sei jetzt als Missionarin ausgesandt, aber Probleme beim Fundraising hat, dann ist das okay. Aber in Deutschland darf und soll das, glaube ich, von Gott her nicht passieren. Es soll eine absolute Unmöglichkeit sein, dass Missionaren in diesem Land das Funding fehlt.
Ich habe mal mit einem Pastor gesprochen, in einer großen, reichen Gemeinde. Ich habe mit ihm geredet, und er sagte: „Simon, es tut mir so leid. Ich würde so gerne Leute in die Mission schicken. Ich würde gerne sehen, dass junge Männer aus meiner Gemeinde aufstehen und sagen: ‚Ich nehme diesen Ruf an, ich gehe in irgendein Land und erzähle den Leuten von Jesus, wo noch niemand von Jesus gehört hat.‘ Aber die Firmen hier in der Stadt zahlen so abartig hohe Gehälter und Boni, sie baden in Geld. Ich habe keine Leute, die ich dir als Missionar geben kann. Aber ich habe Geld, und das gebe ich dir.“ Ich habe gesagt: „Geld nehme ich auch.“
Wisst ihr, wo Jesus hingegangen wäre, wenn ihn niemand finanziell unterstützt hätte? Genau, nirgendwohin. Wir lesen das, und ich finde es so spannend – besonders über die Frauen, die Jesus nachgefolgt sind, die ihr Potenzial so weise für Zeit und Ewigkeit angelegt haben. Frauen, die in dieser Kultur niemals predigen konnten, haben es geschafft, mit dem Potenzial, das Gott in sie gelegt hat, Ewigkeit zu schreiben in dieser Welt.
Da heißt es: „Es geschah danach, dass er nacheinander Städte und Dörfer durchzog, indem er predigte und die gute Botschaft vom Reich Gottes verkündete, und die Zwölf mit ihm. Und einige Frauen, die von bösen Geistern und Krankheiten geheilt worden waren: Maria, genannt Magdalena, von der sieben Dämonen ausgefahren waren, und Johanna, die Frau des Chuzas, des Verwalters Herodes' – das war bestimmt ein richtig gut bezahlter Job –, Susanna und viele andere, die ihnen mit ihrer Habe dienten.“
Diese Frauen haben das Wirken von Jesus finanziert. Durch diese Frauen konnte Jesus das tun, was er von Gott gesandt worden war, in dieser Welt zu tun. Und dazu brauchte es Finanzen.
Wir müssen das verstehen. Ich sage das heute hier, damit du dich entspannst und freust, dass die Leute, die als Missionare rausgehen, und die, die sie finanziell unterstützen, im Reich Gottes gleichwertig sind. Nicht die einen, die großen Helden, die sagen: „Hey, ich gehe raus ans Ende der Welt, in irgendeinen Dschungel, ich schlage mich mit der Machete durch.“ Klar, dein Geld brauche ich auch, also gib mir das und dann geh wieder in die letzte Reihe.
Nein, im Reich Gottes sind der, der gibt, und der, der geht, gleichwertig. Gleichwertig heißt: Leute, und das ist wichtig für später, für die Ewigkeit, gleicher Lohn im Himmel.
 Philipper 2,29-30: Paulus redet über einen Missionar und sagt: „Nehmt ihn – ich glaube, Epaphroditus hieß er – im Namen des Herrn mit Freude in Empfang und haltet solche Männer in Ehren.“
Ehre in der Bibel bedeutet nicht Schulterklopfen, „Hast du gut gemacht, weiter so“, sondern Ehre bedeutet Cash, bedeutet Geld. „Die Ältesten sind doppelter Ehre wert. Du sollst Vater und Mutter ehren.“ Es geht dabei immer um Geld, nicht um nette Worte.
Denn er hat sein Leben für Christus aufs Spiel gesetzt und sich an eurer Stelle für mich aufgeopfert. Er tat für mich das, was ihr aus der Ferne nicht tun konntet.
Also nochmal: Ein Missionar, der rausgeht – ob das jetzt Saudi-Arabien ist, Indonesien, Zentralasien, Nordafrika, Südamerika oder sonstwo –, tut für dich das, wozu du eigentlich berufen bist, stellvertretend. Und indem du ihn finanziell unterstützt, hast du Anteil an diesem Dienst, gleichwertig Anteil.
Die Bibel sagt: Spenden ist Gottesdienst. Es verherrlicht Gott, ist Mitarbeit im Dienst für die Wahrheit. Menschen werden dadurch gerettet. Es ist ein Bekenntnis zur Wahrheit des Evangeliums, ohne dass du ein Wort sagst, ohne dass du dich einen Meter bewegst. Ohne dass du irgendwas anderes machst, stehst du voll im Dienst für das Evangelium. Du ehrst Gott und bekennst dich zur Wahrheit.
Das heißt, es ist ein Bekenntnis zur Wahrheit des Evangeliums. Du sitzt auf der Couch, hast die Füße auf dem Tisch, schaust Netflix und isst Chips. Und durch zwei Klicks auf dein Handy hast du ein Bekenntnis zur Wahrheit des Evangeliums geleistet. Es macht dich zu einem Teilhaber dieses Dienstes am Reich Gottes.
Wir müssen verstehen, dass es für jeden von uns genauso einfach ist.
Meine Freunde, ich mache das auch. Obwohl wir selbst Missionare sind, geben wir zehn Prozent von allem, was Gott uns schenkt. Das ist so ein biblischer Richtwert: Zehn Prozent von allem, was Gott uns schenkt an Finanzen, geben wir für wohltätige Zwecke, Missionen, Gemeinde usw. – und sofort.
Ich möchte dich heute herausfordern, dass du früh genug in deinem Leben anfängst, dieses finanzielle Potenzial, das Gott dir geschenkt hat, auch wirklich für sein Reich einzusetzen – für das Einzige, was es wirklich wert ist auf dieser Welt.
Du kannst es heute machen. Pass auf, hier liegt dieser Leadzettel, und darauf ist ein QR-Code, mit dem du spenden kannst. Wenn du sagst, du hast kein Handy dabei – was ich dir nicht glaube – kannst du heute, jetzt und hier dein Potenzial freisetzen, indem du auf diesen QR-Code klickst und einen Euro oder sonst was spendest.
Später, wenn wir hier im Seminar Cash sammeln, wird das für die Missionare bereitgestellt, die wir heute aussenden. Denn ohne Geld gehen die nirgendwohin.
Ich wünsche mir, dass du hier rausgehst und dir einen Missionar suchst, den du persönlich unterstützen kannst. Vielleicht gleich, wenn die Leute sich vorne aufreihen oder nach der Aussendung. Du schaust: „Okay, wen von denen? Der sieht cool aus.“ Und dann gehst du zu diesem Missionar oder dieser Missionarin und dankst auf Knien dafür, dass diese Person dir die Möglichkeit gibt, deine Verpflichtung im Reich Gottes wahrzunehmen, zu der Gott dich beruft.
Das ist eine Möglichkeit.
Ich wünsche mir, dass in der Gemeinde, sobald Gott jemanden beruft und jemand aufsteht und sagt: „Gott hat mich berufen, zu den Unerreichten zu gehen, zu den Menschen, die noch nie etwas von Jesus gehört haben“, dass dieser Mensch im Geld ertrinkt, dass es Scheine regnet.
Leute, wenn es eines gibt, was wir wirklich haben, dann ist es Geld.
Jetzt höre ich auf, darüber zu reden, weil es jetzt wirklich viel war. Aber es ist mein Wunsch für Deutschland. Ganz ehrlich: Ich weiß nicht, wann ihr das letzte Mal jemanden so lange über Geld reden habt hören.

Zeit als wertvolles Potenzial für das Reich Gottes

Punkt zwei
Und einer so: Ja, ich war bei seiner letzten Predigt, ich habe das einfach schon mal gehört. Ja, du siehst, ich komme gleich und frage dich ab, wie das mit den Hausaufgaben so lief. Genau, so. Also, was hast du noch? Was hast du noch in deiner Hand? Du hast Zeit!
Ehrlich? Jetzt wirklich? Du hast Zeit? Wenn du mir das nicht glaubst, dann hol dein Smartphone raus und check deine Screentime. Wenn du wirklich glaubst, dass du keine Zeit hast, weil du ja so busy bist, hol dein Smartphone raus und check deine Screentime.
Weiß jemand, wie hoch die durchschnittliche Screentime in Deutschland am Smartphone ist? Fünf Stunden ist brutal, aber so zwischen zwei und viereinhalb habe ich. Zwischen zweieinhalb und vier. Ey, es ist abweidig, Leute. Wenn ich manchmal abends versumpfe, denke ich, oh Mann, ja. Aber es zeigt einfach, dass wir Zeit haben, die wir auch anders nutzen können. Und zwar Potenzial für die einfachste Möglichkeit, ins Reich Gottes zu investieren, überhaupt: nämlich Gebet.
Das ist die einfachste Art und Weise, ins Reich Gottes jetzt und hier zu investieren – auf der Toilette, beim Einschlafen, bei der Arbeit, auf dem Weg zur Arbeit, im Auto. Was sagt die Bibel, wann der beste Zeitpunkt für Gebet ist? Richtig: jederzeit.
 Epheser 6,18 sagt: „Betet dabei zu jeder Zeit mit jeder Art von Gebeten.“ Kurze Gebete, lange Gebete, stille Gebete, laute Gebete, freie Gebete, vorformulierte Gebete, Psalmgebete und so weiter. Gebete – Hauptsache Gebet! Und bitten, geführt durch den Heiligen Geist. Seid wachsam darin und hört nicht auf, für alle Gläubigen zu beten.
Geistliches Leben ohne Gebet existiert nicht. Es gibt kein geistliches Leben ohne Gebet. Es gibt auch keine Beziehung. Du kannst mich gerne gleich aufklären, ob es bei dir anders läuft. Beziehung ohne miteinander zu reden? Sie sagen, bei mir und meiner Frau funktioniert das schon seit dreißig Jahren hervorragend, im gleichen Haus und so weiter. Okay, alles klar, ihr wisst, was ich meine.
Und wenn du deine Zeit ins Gebet investierst, passiert etwas in dir. Du richtest den Fokus auf das, was wirklich wichtig ist, was wirklich Wert hat, was wirklich zählt in Zeit und Ewigkeit. Das Einzige, was wirklich zählt, nämlich Jesus. Du investierst – und etwas passiert. Etwas in deiner Beziehung zu Gott, es entsteht Nähe mit dem Schöpfer, der dich geschaffen hat.
Und es geschieht tatsächlich auch etwas in dieser Welt. Menschen werden gerettet, indem sie zur Erkenntnis der Wahrheit finden. Und ich habe noch nie – und ich bin Theologe, ich habe Theologie studiert – noch nie von irgendeinem geistlichen Aufbruch, von irgendeiner geistlichen Bewegung, von irgendeiner Erweckung, von irgendeiner Gemeindebewegung, von irgendetwas, was geistlich auf diesem Planeten passiert ist, gehört, dass es ohne Gebet zustande gekommen wäre. Es existiert schlicht nicht. Es gibt es nicht.
Und es ist interessant, dass Gott sein Handeln – interessanterweise, er ist ja der Schöpfer des Universums, er kann ja machen, was er will – dass dieser Schöpfer sein Handeln abhängig macht von unserem Gebet. Ja, er kann alles tun, aber er will, dass wir ihn darum bitten. Dass wir deswegen die Wirkung vom Gebet und die Kraft vom Gebet nicht unterschätzen und uns nicht den Lügen hingeben.
Michelle, wie geht es dir? Kleiner Applaus für Michelle. Wir haben auch für dich gebetet, schön, dass du wieder da bist. Wir sind gerade dabei, über Gebet zu reden, also über die Wirkung und Kraft des Gebetes.
Die Bibel verheißt uns im Gebet, dass wir jederzeit Zugang haben zu Gottes Gegenwart und die Zusage, dass Gott jedes einzelne gesprochene oder unausgesprochene Gebet, das wir sprechen, hört. Dass er das hört, dass das vor seinen Thron kommt.
In der Bibel gibt es dieses Bild von einem Räucheropfer-Altar, wo Engel die Gebete der Gläubigen vor Gott aufsteigen lassen. Jedes Gebet, das du sprichst, wird wirklich, wirklich mit Engelshänden behandelt und vor Gott gebracht. Er hört das, er sieht das, er wünscht sich das.
Deswegen die Frage: Wie können wir also hier und jetzt unsere Missionsberufung erfüllen? Indem wir beten. Natürlich beten wir für unsere Freunde, Bekannten, Lehrer, Arbeitgeber, Politiker, für unser Land und so weiter, aber auch für die Unerreichten.

Gebet für die Unerreichten als Teil der Berufung

Was sind Unerreichte? Unerreichte sind Menschen, die noch nie auch nur die Möglichkeit hatten, von Jesus zu hören. Vierzig Prozent der Menschen auf diesem Globus gehören missiologisch in diese Kategorie der Unerreichten.
Früher waren das Leute, die so weit weg wohnten, dass einfach noch nie jemand bei ihnen vorbeigekommen ist – deswegen wurden sie als unerreicht bezeichnet. Heute können sie in Millionenmetropolen leben, aber sie wohnen vielleicht in Ländern, in denen das Christentum systematisch unterdrückt wird oder in denen sie überhaupt keinen Gläubigen kennen, weil das System es nicht zulässt. Das sind die Unerreichten.
Wir dürfen für diese Unerreichten beten. Hier sind ein paar Vorschläge, wie wir für sie beten können – biblisch begründet:
Aus Lukas 10,2: Wir können für Missionare beten, die Gott beruft und die sich dorthin senden lassen.
Aus Kolosser 4,2: Wir können für offene Türen und Möglichkeiten beten, dass Missionare auch von Jesus sprechen können. Das ist tatsächlich ein großes Thema, denn wenn Missionare in ein Land kommen, wo Leute noch nie von Jesus gehört haben, ist es oft illegal, von Jesus zu reden. Häufig bekommen die Missionare nicht einmal ein Visum. Es ist wirklich sehr schwierig, dorthin zu gehen, wo noch nie jemand von Jesus gehört hat. Ich bekomme das aus erster Hand mit, wie schwierig es ist, weil der Teufel das nicht will, das Regime das nicht will und die Leute dort das nicht wollen. Es ist ziemlich schwer für Missionare, Fuß zu fassen.
Deshalb können wir beten, dass Gott Missionare beruft, dass er ihnen offene Türen schenkt und dass sie die richtigen Worte bekommen.
Aus Epheser 6: Paulus betet auch für die Missionare, dass Gott ihnen die richtigen Worte gibt, damit sie, wenn sie sprechen, das Geheimnis des Evangeliums unerschrocken bekannt machen.
Wenn du so bist wie ich, kann das vielleicht ein bisschen überfordern. Du denkst vielleicht: Wie viele unerreichte Volksgruppen gibt es auf diesem Planeten? Tausende! Wo soll ich da anfangen zu beten? Es überfordert mich schon, für meine zwei Freunde zu beten, die Jesus noch nicht kennen, oder für meine Mutter oder so. Ich mache mir immer so Gebetslisten.
Um dich heute darin zu unterstützen, deinen Missionsauftrag zu erfüllen, gibt es einen zweiten Zettel auf deinem Stuhl. Auf der einen Seite siehst du, wo diese unerreichten Volksgruppen sind, also dort, wo es geistlich noch dunkel ist. Auf der Rückseite sind sechs verschiedene Volksgruppen aufgeführt. Ich habe heute eine Volksgruppe mitgebracht, die du mit nach Hause nehmen und für die du beten darfst.
Auf diesem Zettel stehen konkrete Gebetsanliegen. Du kannst aber auch die Gebetsanliegen verwenden, die ich gerade genannt habe: dass Gott Missionare zu dieser Volksgruppe schickt, dass er ihnen offene Türen schenkt und die richtigen Worte gibt.
Ich habe euch ja versprochen, dass ihr am Ende dieses Vortrags euer Potenzial genutzt haben werdet. Deshalb nehmen wir uns jetzt eine Minute, um für die Volksgruppe zu beten, die auf deinem Zettel steht.
Diesen Vortrag habe ich schon einmal vor einem halben Jahr bei einer anderen Missionsveranstaltung gehalten. Damals habe ich mir diese Karte mitgenommen, mit der unerreichten Volksgruppe. Sie steht seitdem auf meinem Schreibtisch. Ganz ehrlich: Ich bete nicht jeden Tag für diese Volksgruppe, aber regelmäßig. Und es kann gut sein, dass ich sogar der Einzige bin, der für diese Volksgruppe betet. Aber Gott hat versprochen, dass er mein Gebet hört. Unter Umständen wird sich das bald erfüllen, dass Missionare in diese Volksgruppe gehen.
Meine Frau und ich waren einmal bei einer Volksgruppe. Da hat uns eine Kollegin gesagt, als sie hörte, wo wir arbeiten: „Ach cool, die Karamudjong!“. Ich erinnere mich, dass sie erzählte, wie sie 1985 gebetet haben, dass Gott die Offenheit fürs Evangelium schafft, weil die Karamudjong damals so verschlossen und aggressiv waren und keine Missionare dorthin gehen konnten.
Ich dachte nur: „1985? Da bin ich geboren!“ So funktioniert das mit Gebet.
Haltet nun den Zettel hoch und bringt diese Volksgruppe im Gebet vor Gott. Betet innerlich zu dem Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in diese Ernte sendet.
Vater, wir möchten jetzt im Namen Jesu in die Berufung steigen, die du jedem Einzelnen in diesem Raum geschenkt hast, die du gegeben hast. Herr Jesus, du bist der Herr der Ernte und du hast gesagt: Ich komme bald.
Herr, wir bitten dich, dass du das in dieser Zeit realisierst, dass du Missionare in deine Ernte sendest. Wir bitten dich für die Volksgruppen, die wir vor dich bringen, hier in deine Gegenwart. Schicke Missionare in die Ernte. Schenke ihnen offene Türen und die richtigen Worte. Wähle dir eine Ernte aus allen Völkern, allen Sprachen und allen Nationen zu deiner Ehre, wie du es verheißen hast.
Im Namen Jesu, Amen.

Das innere Licht als sichtbares Zeugnis

So, wir wurden eben kurz aufgehalten, aber einen letzten Punkt habe ich noch. Ganz kurz: Was hast du in der Hand beziehungsweise in dir? Du hast ein – du trägst ein... Seht ihr das? Sieht man das? Ich habe es selbst gemalt, ich bin mega stolz auf mich. Naja, deswegen bin ich Prediger und nicht irgendwie Artist oder so.
Genau, also du trägst ein helles Licht in dir. Das ist auch, ja, es ist ein biblischer Fakt. Jesus sagt: „Ihr seid das Licht der Welt, die Stadt, die auf einem Berge liegt, kann nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter, so leuchtet es allen, die im Hause sind.“ So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Teil des Wirksamwerdens in dieser Welt, für dich und für mich als Nachfolger Jesu, besteht darin, sichtbar zu werden. Einfach im Sichtbarwerden, so wie ich glaube, dass ich Christ bin. Das ist immer – wisst ihr – was uns Angst macht, was uns Angst machen kann: dass wir als Christen berufen sind, auch unser Zeugnis irgendwie anderen Leuten weiterzugeben. Und das ist so die Hauptursache, warum Leute sagen: „Ich kann das einfach nicht, ich bin einfach nicht gut darin.“
Aber wisst ihr, Leuchten bedeutet erst mal nicht, mit Worten zu predigen. Leuchten heißt, wenn die Leute dich angucken, dass sie irgendwie checken: Du bist Christ. Die wichtigste Information über dich, die es in dieser Welt zu wissen gibt, ist: I'm with Jesus.
Mal hat jemand auf seinen Grabstein geschrieben – ein ehemaliger Bundespräsident, ich glaube Johannes Rau war das – auf seinem Grabstein steht nur sein Name, und darunter steht: „Auch dieser war mit dem Jesus von Nazareth.“ Er war der Meinung, dass damit alles gesagt ist über sein Leben.
Deswegen ist es das Wichtigste, wenn es darum geht, dass dieses helle Licht, das ja in uns drin ist durch den Heiligen Geist, wir das sichtbar machen an allen Orten, Ecken und Enden. Ich habe da viele schöne Beispiele vorbereitet, aber die Zeit ist knapp.
Ich glaube, es ist wichtig, dass du deine Stimme als Christ dazu nutzt, sichtbar zu werden. Und wisst ihr, die gute Nachricht ist: Das war noch nie so einfach wie heute – noch nie. Wisst ihr, damals, als ich zur Schule gegangen bin, vor Smartphones, Handys und dem ganzen Zeug, warst du als Christ einfach allein. Und das hat sich auch in deinem Denken niedergeschlagen, wo du gesagt hast: Na ja, so viele von uns kann es nicht geben, und irgendwie ist das auch nicht so cool.
Heute sagst du: Ich habe Lust auf Lobpreis, du gehst auf YouTube, suchst und denkst: What? Das haben einfach Millionen von Leuten geklickt und geliked. Ich glaube, wir sind viele.
Ich bete für Deutschland, ich bete für Deutschland – das ist kein Witz. Eine der drei Dinge, für die ich bete, ist für Deutschland, dass die Gemeinde, dass du und ich, dass wir als Christen sichtbar werden. So sichtbar, dass man an uns einfach überhaupt nicht mehr vorbeikommt. Dass einfach klar ist: Es gibt viele von diesen Christen, und irgendwie sind die auch anders. Und die Frage ist: Was hat das mit meinem Leben zu tun?
Seit etwa eineinhalb Jahren passiert so etwas ein bisschen, dass das aus dem angloamerikanischen Raum rübergeschwappt ist. Dort ist es auf einmal wieder cool geworden, in einer breiteren Konversation über Sinnfragen nachzudenken, darüber nachzudenken, ob es einen Gott gibt, über Apologetik – also die Verteidigung des Glaubens – Fragen zu reflektieren und so weiter. Mit Muslimen, mit anderen Leuten darüber zu reden, auch öffentlich Statements abzugeben.
Und das kommt jetzt gerade nach Deutschland. Ich dachte immer, das wäre Fake News, dass irgendwelche christlichen Outlets sagen: „Ja, die Gen Z interessiert sich wieder mehr für Gott.“ Ich sagte: Ja, das müsst ihr ja sagen, weil es ja christlich ist – das ist Wunschdenken.
Aber allein in den letzten Monaten, allein in der letzten Woche, was ich an Artikeln gelesen habe von öffentlich-rechtlichen Medien und so weiter, merken sie: Hey, irgendwie an dieser Kraft, an diesen Christen kommen wir gar nicht mehr so vorbei.
Ein Grund, warum sie das nicht mehr tun können, ist diese Sichtbarkeit – dass du online eine Spur hinterlässt, dass das, was du dir anguckst, durch einen Klick sichtbar wird. Es gibt jemanden, der das mag. So werden Algorithmen gefüttert.
Und ich finde es cool. Wie gesagt, die wichtigste Information, die du über mich wissen musst, ist: Ich bin Christ. Und deswegen lasse ich das raushängen.
Vor einiger Zeit habe ich einen Artikel geschrieben – vollkommen off-topic, Information am Rande: Ich bin Jäger. Ich habe einen Artikel für eine der größten deutschen Jagdzeitschriften geschrieben, der über ganz andere Sachen ging. Und ich dachte mir: Ist mir egal, auf jeden Fall muss hier drin untergebracht werden, dass ich Christ bin und dass ich bete. Das ist wichtig, dass ihr das wisst, wenn ihr den Artikel gelesen habt.
Deswegen zum Abschluss: Ich würde gerne mit euch jetzt noch eine konkrete Übung machen. Wie gesagt, ich habe euch das heute versprochen, dass ihr am Ende dieses Vortrags euer Potenzial genutzt haben werdet.
Holt euer Smartphone raus! Wo ist meins? Ich habe keines dabei. Ja, natürlich, wer von euch hat WhatsApp, Threema, Signal, Instagram, Google Chat? Ihr wisst, was ich meine – Messenger-Dienste, wir nutzen sie alle.
Dann wisst ihr ja, danke, dann wisst ihr: In eurem Profil gibt es die Möglichkeit, ein oder zwei kurze Statements darüber zu setzen, wer ihr seid. Bei mir stand da jahrelang: „Hi there, I'm using WhatsApp.“ Wie wäre es mit: „Hi there, I'm following Jesus.“ Traust du dich?
Ich wünsche mir, dass ihr jetzt in diesem Moment, in dieser Zeit, in eurem Handy, in eurem Profil beim Messenger-Dienst eurer Wahl ein kurzes Statement abgebt darüber, dass ihr Jesus kennt.
Und wer von euch hat schon so ein faith-based Statement? Michelle, was hast du denn da reingeschrieben?
Jesaja 40,31: Aber alle, die ihre Hoffnung auf den Herrn setzen, bekommen neue Kraft. Sie sind wie Adler, denen mächtige Schwingen wachsen. Sie gehen und werden nicht müde, sie laufen und sind nicht erschöpft.“ Halleluja, das ist ein Statement!
Sonst noch Beispiele, sonst noch jemand? Imchen?
Wir kennen uns. Ich habe: „The Lord is my strength and my defence, and the Lord is my salvation“ aus Psalm 118,14. Okay, da weißt du Bescheid.
Und Leute, glaubt nicht, dass Leute das nicht sehen und dass das klein und unbedeutend ist. Glaubt mir, dass Leute das sehen und darüber nachdenken. Und das ist der wichtigste Anfang, den du machen kannst: Ein helles Licht zu sein für die Leute um dich herum, damit sie wissen, dass du Christ bist, bevor du auch nur ein Wort sagst.
Jetzt haben wir an diesem Tag drei Möglichkeiten gehabt, konkret den Stab, das Potenzial, das Gott uns gegeben hat, in unserer Hand zu nutzen – für seine Ehre und um das Potenzial voll auszuleben, zur Ehre Gottes und seine Berufung in unserem Leben auszudrücken.
Ich hoffe, dass es dir weitergeholfen hat. Lass mich noch kurz beten zum Abschluss und den Sack zumachen:
Vater, ich danke dir einfach, dass du uns so viel Potenzial geschenkt hast. Wir schwimmen im Potenzial. Vater, wir haben Möglichkeiten, dass Leute online erkennen, dass wir Christen sind, dass sie im richtigen Leben erkennen, dass wir Christen sind.
Du gibst uns Geld, und du gibst uns Zeit im Überfluss, es zu deiner Ehre auszunutzen, damit dein Auftrag erfüllt wird.
Und ich bitte dich jetzt für jede Person hier im Raum, Vater, dass du Mut schenkst und Kraft, dieses Potenzial zu deiner Ehre zu nutzen. Amen.