"Geistesgaben: Unterscheidung der Geister"
27.06.2011
Serie•Teil 12 / 17Gaben in der Gemeinde
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Ein Blick auf die unsichtbaren Einflüsse
Dann können wir mit unserem Thema heute einsteigen. Was denkt ihr: Kann der Teufel Wunder tun? Also, alle nicken, okay, ja, stimmt.
In 2. Thessalonicher 2,8-9 wirft der Apostel Paulus einen Blick nach vorne und sagt, dass irgendwann einmal einer kommen wird, der die Weltherrschaft an sich reißt. Er kommt nicht im Namen Gottes, sondern im Namen des Teufels, und er wird mit Zeichen, Wundern und Machttaten auftreten.
Nächste Frage: Macht der Teufel gesund oder macht er nur krank? Was denkt ihr? Wer ist für beides, Hand hoch? Wer ist nur für gesund? Oh, kommt, ihr traut euch nicht, jetzt kommt die Enthaltung!
Also ja, der Teufel macht auch gesund. Das markanteste Beispiel findet sich in der Offenbarung. In Kapitel 13 gibt es wieder diesen Weltbeherrscher, dieses Tier, und es wird in Offenbarung 13,3 als ein Tier mit einer Todeswunde dargestellt. Aus der Macht des Teufels, denn er lebt durch den Teufel, wird er wieder gesund. Manche meinen, es sei ein Fake. Naja, das steht nicht da, sagen wir es mal so. Aber gut.
Können Jünger Jesu Christi Handlanger des Teufels werden, ohne das groß zu merken? Ja, was denkt ihr? Ja, meint ihr, das geht.
Da gibt es ein ganz markantes Beispiel. In Matthäus 16,21-23 wird das berichtet. Da sagt der Herr Jesus, dass er sterben werde, eine Leidensankündigung. Dann kommt sein guter Freund Petrus und sagt: „Ey, komm mal beiseite. Das meinst du nicht ernst, also das passiere dir bloß nicht.“ Und dann sagt Jesus zu Petrus: „Tritt hinter mich, Satan!“
An der Stelle wird deutlich: Petrus ist es passiert, dass er, ohne es groß zu merken, zu einem Handlanger des Teufels wurde. Er hat etwas gesagt und wahrscheinlich innerlich zutiefst geglaubt, dass das in diesem Moment das Richtige sei. Doch Jesus muss ihm sagen: Stopp. Das, was da aus deinem Mund herauskommt, diese vermeintlich gute Idee, dass du glaubst, es wäre gut, wenn ich nicht leide, ist etwas, das dir von der Gegenseite eingegeben worden ist, um mich in meiner Berufung zu behindern.
Wenn Gedanken, Gefühle und Wünsche in die Irre führen
Gehen wir einen Schritt weiter. Kann ein Christ vom Teufel eingefangen werden, so richtig für seine Zwecke eingefangen werden, nicht nur mal so, du sagst etwas und hast nicht groß darüber nachgedacht, sondern so richtig gepackt werden? Was denkt ihr?
Jetzt seid ihr schon ein bisschen vorsichtiger. Noch nicht ganz besessen, sondern so ein bisschen weiter vorne. Da wurde, wo er einfach, ich sage mal, mehr ist als etwas Falsches zu sagen. So richtig die Bibel. Seid ihr dafür noch? Ja, ja, alle sind dafür. Wo steht es? In der Bibel. Danke, lieber Deutscher. Samuel? Die Galater zum Beispiel. Die Galater lassen sich verzaubern.
Okay, die Galater lassen sich verzaubern. Oder mit dem Zorn, wenn man sich Fuß halten braucht, also Platz gibt. Wenn man dem Zorn Raum gibt, ja, das wäre praktisch.
Ja, also im 2. Timotheusbrief gibt es eine Stelle, wo Paulus davon spricht, dass wir für Leute beten sollen, für Christen beten sollen, die in den Fallstrick des Teufels geraten sind, damit sie Buße tun können und da wieder rauskommen, weil sie für den Willen des Teufels gefangen worden sind. Das ist ein ganz übles Wort. Also da hat der Teufel Leute richtig gefangen und benutzt. Er hat sie vor seinen Karren gespannt, und sie rennen und denken die ganze Zeit, das sei der richtige Weg. Und man muss dafür beten, dass sie das merken und da wieder rauskommen. Also das geht.
Letzte Frage, und die ist einfach: Kann es sein, dass ich etwas für weise und richtig halte und es ist überhaupt nicht richtig? Ja, genau. Die Stelle möchte ich euch kurz zeigen, Jakobusbrief. Also wenn ihr mit aufschlagen wollt: Jakobusbrief. Das ist eine der Stellen, über die ich mir selber im Moment aus anderen Gründen auch viele Gedanken mache.
Wo das anfängt, da heißt es in Jakobus 3. Da fragt Jakobus seine Leser in Jakobus 3,13: Wer ist weise und verständig unter euch? Wenn ihr aber bitteren Neid und Eigennutz in euren Herzen habt, so rühmt euch nicht und lügt nicht gegen die Wahrheit. Vers 15: Dies ist nicht die Weisheit, die von oben herabkommt, sondern eine irdische und sinnliche und teuflische.
Jakobus geht davon aus, dass, wenn bestimmte Dinge im Leben passieren, hier in diesem Fall ist es Neid und Eigennutz, also da ist jemand auf sich bezogen, und wenn du ihn fragst: Sag mal, bist du neidisch?, dann sagt er: Nein, das ist total klug, so zu leben. Ja, das hat etwas, weißt du, wenn man so immer war. Und da ist überhaupt nichts Schlimmes dabei. Und Jakobus sagt: Halt, halt, halt, halt, halt, du verkaufst mir hier etwas als weise, einen Lebensstil als richtig, der es einfach nicht ist.
Das ist nicht Weisheit von oben, sondern das ist Weisheit, die sich aus einer anderen Quelle speist. Und diese andere Quelle kann irdisch sein, wir würden heute sagen: Zeitgeist, das ist halt das, wie alle ticken im Moment; sinnlich oder seelisch, wenn ihr in die Anmerkung schaut, das ist so der Bereich der Emotionen, das, was sich gut anfühlt, muss doch irgendwie gut sein, geht ja gar nicht anders. Doch, geht anders. Das ist das Problem. Oder gleich teuflisch.
Das heißt, dass wir als Menschen immer im Zentrum von geistlichen, unsichtbaren Kräften stehen, die auf uns einwirken. Das können andere Menschen sein, das kann der Teufel selber sein, das können aber auch wir selber sein mit unserer Emotionalität. Und es ist ganz wichtig, dass wir, wenn wir durch dieses Leben hindurchgehen, uns darüber im Klaren sind, dass wir in diesem Spannungsfeld drinstehen. Sonst passiert es ganz schnell, dass wir Dinge für weise und richtig halten, die es in Wirklichkeit gar nicht sind.
Die Notwendigkeit, geistlich zu prüfen
Wenn die Bibel von Geist redet, und wir werden uns heute die Geistesgabe der Unterscheidung der Geister anschauen, dann ist das auch so etwas, wo man sagt: Was soll ich denn damit anfangen?
Also, es ist nicht so, ich hatte mal gesagt, es gibt ganz viele Strömungen, die heben immer so eine Gabe hoch. Da fehlt mir noch so ein bisschen die Strömung, die sagt: Das ist so meins.
Die Unterscheidung der Geister. Geist in der Bibel bedeutet erst einmal: sichtbar, unsichtbar, dieses Unsichtbare. Der Mensch ist Körper und Geist. Im 2. Korinther 7,1 kann Paulus, ich lese euch das einfach vor, braucht ihr nicht mitzuschlagen, da schreibt Paulus über die Heiligung: Da wir nun diese Verheißung haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von jeder Befleckung des Fleisches und des Geistes.
Also, Heiligung hat nicht nur damit zu tun, dass wir Dinge, die unser Körper, das Sichtbare, tut, richtig machen, sondern da gibt es einen unsichtbaren Anteil. Und ihr könnt jetzt überlegen: Was ist denn Teil des Unsichtbaren? Ja, vielleicht sind das unsere Emotionen, vielleicht ist das unser Gedankenleben, vielleicht ist das unser Wollen, so diese grundsätzliche Ausrichtung.
Und Heiligung umfasst immer das, was ich tue und das, was ich, wenn ich es mal so ausdrücken darf, bin, so innen drin, wie es mir gerade geht, was man nicht so sieht, was man vielleicht auch nicht festmachen kann, so materiell. Das ist der Geist.
An anderer Stelle, im Epheserbrief, da heißt Geist im bösen Sinne, es ist ein Wort: böse Geister sind Dämonen. Auch da: unsichtbare Welt, die sich bemüht, auf mich einzuwirken, in mein Leben hineinzuwirken. Wie bei diesem armen Petrus, der sich plötzlich wiederfindet als ein Handlanger des Teufels. Und das wirklich nicht gewollt hat. Also, ich will das ihm nicht unterstellen, dass er dachte, es wäre total toll, mal so zu erleben, wie das ist, wenn der Teufel durch einen spricht. Das wollte er definitiv nicht.
Und dann kennen wir den Begriff Geist im Blick auf den Heiligen Geist, logisch. Auch da: Gott ist jetzt immer unsichtbar, insofern macht es bei ihm jetzt nicht den großen Unterschied zwischen sichtbar und unsichtbar. Aber es ist der Teil, der in unsere Welt hineinwirkt und Kontakt mit uns aufnimmt, wo es quasi so eine Geist-Geist-Schnittstelle gibt zwischen uns und Gott, wo der Geist Gottes in uns einzieht und wir, 1. Korinther 6, dann ein Geist werden mit Gott, wo man irgendwann, wie wenn man eine blaue und eine rote Flüssigkeit vermischt, nicht mehr so genau weiß: Wo ist denn das Blaue und wo ist es denn jetzt Rot? Es sind noch beide da drin, aber es ist doch irgendwie eins geworden, was man nicht mehr sauber voneinander trennen kann.
Also, meine These heute: Wir stehen als Menschen ganz stark im Zentrum geistlicher Kräfte, und wir müssen damit rechnen, dass diese Kräfte auf uns einwirken, auf unser Denken einwirken, ganz stark auf unser Fühlen einwirken, vielleicht auch auf unser Wollen.
Und ich weiß nicht, ob ihr das kennt, aber ständig entstehen in uns falsche Gedanken. Ich sage das nochmal: Ständig entstehen in uns falsche Gedanken, falsche Gefühle und auch falsche Wünsche. Ich muss mich überhaupt nicht anstrengen. Also, das ist total pervers. Das ist mit das Verrückteste, was es in meinem Leben überhaupt gibt: dass ich durch dieses Leben tapere und ständig geht so wieder ein neues Fenster auf: Das musst du auch noch haben. Und ich denke mir: Nee, wozu? Ja, aber hier, schau doch mal. Nee. Und schau mal, was ist denn da? Dann will ich auch nicht weiterdenken. Und das geht die ganze Zeit so.
Woher kommt das? Es kommt daher, dass wirklich unsichtbare Mächte versuchen, auf mein Leben an der Stelle einfach Einfluss auszuüben. Und dafür zu sorgen, dass ich einen Gedanken weiterdenke, den ich eigentlich nicht weiterdenken soll, dass sich irgendwo in meinem Leben eine Lüge festsetzt, dass ich irgendwann aufhöre zu prüfen. Und dann kann aus einer Lüge, aus einem falschen Gedanken, ein falsches Tun und womöglich eine falsche Gewohnheit werden.
Von der Lüge zur Gewohnheit
Erinnert ihr euch an die Korinther? 1. Korinther 11.
Die Korinther sind eine Gemeinde, die sich zum Abendmahl trifft. Und Paulus muss sagen: Das, was ihr da feiert, ist schon lange kein Abendmahl mehr.
Warum? Nun ja: Ihr habt ein Leib Brot, von dem jeder etwas nimmt und damit zum Ausdruck bringt: Wir gehören zusammen. Aber schaut es euch doch einmal an. Wenn die Letzten kommen, sind die Ersten besoffen. Super, tolle Zusammengehörigkeit.
Da hat sich in der Gemeinde ein Gedanke festgesetzt: Es ist völlig egal, wenn wir nicht aufeinander warten. Die einen sind halt reich und können ein bisschen früher kommen und schon ein bisschen bechern, und die anderen sind halt arm. Na ja, so ist das Leben. Was soll man da machen? Und keiner fand das irgendwie komisch.
Aus diesem falschen Gedanken, aus dieser Lüge, dass es gar keine Rolle spielt, wie man in der Gemeinde miteinander umgeht, Hauptsache, man feiert da irgendwie dieses Ritual, wird eine falsche Gewohnheit. Und aus der falschen Gewohnheit, muss Paulus sagen, kommt am Ende etwas heraus, was eigentlich gar kein Abendmahl mehr ist, wo überhaupt kein Brot mehr gebrochen wird.
Da geht zwar noch Brot herum, aber das ist eigentlich nichts mehr. Denn zwischen dem, was das Brot symbolisiert, nämlich Einheit, und dem, was in der Gemeinde gelebt wird, geht es so weit auseinander wie links und rechts, einfach krass. Da hat sich eine Lüge verselbständigt.
Deswegen ist die Frage: Wes Kind ist eigentlich das, was ich da so tue und sage? Wes Geistes Kind? Das haben wir auch im Deutschen: Wes Geistes Kind ist das? Welcher Geist steckt eigentlich hinter dem, was ich lebe?
Gerade wenn ich solche Gedanken habe: Die Bibel spricht davon, dass wir nicht jeden Gedanken zu Ende denken sollen. Wenn ich jetzt Dinge sage, wer ist da eigentlich dahinter? Ist das der Geist Gottes? Bin ich da wirklich von Gott her motiviert, das Richtige zu sagen? Oder stecken da andere Einflüsse dahinter? Sind das dämonische Einflüsse oder irdische, der Zeitgeist zum Beispiel, oder falsche Vorbilder? Was motiviert mich an dieser Stelle?
Und bitte nehmt das nicht so locker. Diese Aufforderung zu prüfen und zu unterscheiden, das ist für uns Christen Pflicht und nicht mehr Kür. Nicht nach dem Motto: Ja, ja, die ganz heiligen und reinen Christen, die denken darüber nach, was sie so denken und tun. Aber wir hier unten auf den Niederungen der Laienbewegung, ja, wir können halt nur so von Tag zu Tag unser Verländerblättchen lesen und so ein bisschen, na ja, da läuft nicht wirklich viel.
Nein, die Bibel spricht davon, dass wir als Gemeinde an verschiedenen Stellen die Pflicht haben zu prüfen.
Um noch einmal auf das Beispiel mit dem Brotbrechen einzugehen: Da ist es so, dass Paulus dann der Gemeinde sagt: Wenn ihr euch selbst prüfen würdet, dann würde Gott euch nicht verurteilen. Nur weil ihr es nicht macht, müsst ihr damit leben, dass Gott euch für das Wahnsinnsverhalten, das ihr da in die Tat legt, auch tatsächlich bestraft.
Maßstäbe für Gemeinde und Predigt
An anderer Stelle schlagt mal mit mir auf 1. Thessalonicher 5 und danach auf 1. Johannes 4. Der gleiche Gedanke nochmals: Wir müssen prüfen, und zwar jeder einzelne. Auch wenn wir heute über eine Gabe reden, dass manche Leute dazu besonders begabt sind, nehme ich niemanden an der Stelle heraus.
1. Thessalonicher 5, und ich lese ab Vers 19. Ihr kennt das schon, weil wir über Prophetie letztes Mal redeten, und da habe ich das auch schon, denke ich, vorgelesen.
Den Geist löscht nicht aus. Also da, wo der Geist Gottes am Wirken ist, bitte sorgt dafür, dass er weiter wirken kann. Weissagungen verachtet nicht, prüft aber alles. Da steht es: prüft aber alles, das Gute haltet fest.
„Aja, wenn Jürgen was sagt, muss das doch immer stimmen.“ Nö, da steht nicht: „Prüft aber alles, bis auf das, was Jürgen sagt“, sondern da steht: „Prüft aber alles, und das Gute haltet fest.“ Von aller Art des Bösen haltet euch fern.
Wenn man das macht, dass man alles prüft und das Gute festhält, dann schmeißt man das Böse aus seinem Leben raus, und dann kriegt man Heiligkeit in sein Leben rein. Und darum geht es. Wir prüfen nicht, weil wir verkappte, ich weiß nicht, Perfektionisten sind, die immer noch in der Suppe das letzte Haar finden müssen und irgendwie immer noch genauer sein wollen. Nein, darum geht es uns gar nicht.
Wir prüfen, weil wir wissen, dass Menschen sich irren, dass ein Petrus vom Teufel benutzt werden kann, dass man Dinge falsch verstehen kann. Dass der Zeitgeist so attraktiv werden kann, dass man einfach mitläuft, ohne groß darüber nachzudenken, weil man noch gar nicht gecheckt hat, dass es da einen Unterschied gibt zwischen dem, was Gott will, und dem, was alle machen. Weil man an bestimmten Stellen emotional gebunden ist.
Deswegen prüfen wir. Und wir halten das Gute fest, weil wir wollen tatsächlich von aller Art des Bösen und von Ferne, wir wollen das rausschmeißen aus unserem Leben. Deswegen müssen wir prüfen, sonst bleibt das drin. Dann machen wir Dinge, wo wir danach sagen: Boah, stimmt, eigentlich war das völlig daneben.
Oder an anderer Stelle, 1. Johannes 4, auch das ist eine Stelle, die ich oft schon zitiert habe. Vergebt mir das, wenn ich manches mehrfach sage, aber ich finde sie einfach so wichtig. Da heißt es in Kapitel 4, Vers 1 im ersten Johannesbrief:
Geliebte, glaubt nicht jedem Geist. Ganz einfach: glaubt nicht jedem Geist. Also wenn da jemand kommt und was sagt, sei an der Stelle vorsichtig. Glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind; denn viele falsche Propheten sind in die Welt ausgegangen.
Ich bin total erschrocken, wenn ich so sehe, wie leichtgläubig viele Christen durch die Welt gehen und alles lesen und immer wieder: Hippipura, und alles ist toll. Und ich denke mir: Halt, wir sind dazu berufen zu schauen, wie ticken die Leute, die sich hinstellen und sagen: Ich sage dir jetzt, wo es geistlich lang geht.
Und ich möchte euch das von mir aus noch hundertmal sagen: Prüft mich! Benutzt den Maßstab, den Gott euch in die Hand gegeben hat, um das zu prüfen, was ich sage.
Paulus ist total begeistert, oder Lukas in dem Fall in der Apostelgeschichte, über eine Gemeinde in Beröa. Wir wissen nichts über die Gemeinde, nur eine Sache: Als die Apostel kamen und das Evangelium gepredigt haben, haben die ihre Bibel aufgeschlagen und nachgeschaut, ob es stimmt. Das finde ich so super, das ist so eine gute Haltung.
Johannes schreibt dann hier: Hieran erkennt ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der Jesus Christus im Fleisch gekommen bekennt, ist aus Gott. Also er nimmt aus der Christologie die Menschwerdung, Jesus ist Mensch geworden, und sagt: Wer das nicht predigt, also wer in diesen zentralen Botschaften des Christentums völlig vorbeiläuft, wer eigentlich nicht weiß, was in der Bibel steht, ja, dann hast du es. Mehr musst du nicht wissen.
Also tut mir leid, wenn jemand kommt und sich in seiner Bibel nicht auskennt und irgendeinen Murks predigt, dann darfst du einfach sagen: Entschuldigung, ich weiß jetzt nicht, welcher Geist dahinter ist. Vielleicht bist du einfach nur verwirrt. Vielleicht bist du aber auch benutzt von jemandem, der gerade dabei ist, die Gemeinde Gottes kaputt zu machen.
Jeder von euch ist dazu berufen, mit der Bibel in der Hand Strömungen der Christenheit zu prüfen, das zu prüfen, was von hier vorne kommt, einfach wirklich mit offenen Augen durchs Leben zu gehen.
In 1. Korinther 14 habt ihr das im Blick auf die Propheten auch letztes Mal gelesen. Ich lese euch die Stelle noch mal vor: Da sollen die Propheten in der Gemeinde prophezeien, und dann heißt es in 1. Korinther 14,29: Propheten aber lasst zwei oder drei reden, die anderen, und hier ist nicht gemeint die anderen Propheten, sondern die anderen in der Gemeinde, darum geht es nämlich, lasst urteilen.
Super, oder? Ja, da reden Leute, und können wir bei dem Seminar meckern, mosern, weiterdenken, mal darüber diskutieren, wie man das umsetzt. Ich habe da nämlich eine Idee, das würde ich sehr gerne mal mit euch durchdiskutieren: Wie kann man das umsetzen, dass man, wenn von hier vorne was kommt, dass es auch, dass man auch darüber reden kann, dass ihr an dieser Stelle noch viel mehr mit eingebunden werdet?
Eigentlich ist das hier so ein Stück eure Pflicht. Jeder soll prüfen.
Die besondere Begabung zur Unterscheidung
Aber jetzt kommen wir zu unserer eigentlichen Gabe. Bestimmte Leute sind dabei besonders begabt.
Also, eine Definition, ich habe sie euch auch aufgeschrieben, wäre: die Gabe der Unterscheidung der Geister. Die Gabe selbst findet sich in 1. Korinther 12,10.
Wer die Gabe der Unterscheidung der Geister hat, verfügt über die besondere Fähigkeit, den Geist zu beurteilen, der hinter einer Person, einer Tat, einer Strömung oder einer Aussage steckt, also besonders das, was dahintersteckt. Das heißt, er ist in der Lage, wenn jemand auftritt und sagt: So spricht der Herr, übernatürlich zu erkennen, ob das stimmt oder nicht.
Und ich meine damit nicht, dass man diese Gabe mit Lebenserfahrung verwechseln kann. Es gibt so etwas: Wenn du eine Weile gläubig bist, dann gibt es auch diese Mischung aus Lebenserfahrung und Bauchgefühl. Mein Beispiel: Wenn Carolyn und Martin heiraten, dann weiß ich aus Gesprächen mit Robert – da haben wir vor zehn Jahren, glaube ich, mal im Auto darüber gesprochen, auf dem Weg nach Chemnitz, nein, nach Magdeburg war das –, dass du mir sagtest: Es ist heikel, ja, Ehen, Europäer, Afrikaner, ja, es ist besonders tricky, da muss man einfach aufpassen, das muss man wissen, ja, es kann leicht schiefgehen. Und ich kenne den Fall, der schiefgegangen ist.
Das heißt: Wenn ich jetzt den beiden sagen würde: Hört mal her, ihr müsst wirklich aufpassen, ihr müsst ein gutes Fundament bauen, ihr müsst wirklich hinterher sein, dann ist das nicht die Gabe der Unterscheidung der Geister. Das ist einfach eine ordentliche Portion Lebenserfahrung, wo man sagt: Das ist halt Statistik, und da weiß man ein bisschen was. Das ist nicht gemeint.
Gemeint ist auch nicht, dass jemand sagt: Ich habe hier ein ungutes Gefühl. Ja, das ist im Allgemeinen von der Bibel abgedeckt durch den Begriff ein schwaches Gewissen. Ein schwaches Gewissen ist, wenn jemand sich an einer Stelle einen Kopf macht, wo man sich eigentlich gar keinen Kopf machen muss. Also wenn jemand sagt: Das darf man aber doch ganz bestimmt nicht. Oder: Wenn man das jetzt auch noch zulässt, das geht ja gar nicht.
Es gibt diverse Beispiele, wo Leute sagen: Da habe ich ein richtig ungutes Gefühl. Ich kann euch nur raten: Wenn Leute mit unguten Gefühlen kommen, ihnen zu sagen: Oh, das tut mir leid. Dann ist das ein ungutes Gefühl, ja. Ich kenne das auch so, dass man emotional manchmal Schwankungen hat. Ja, es ist halt ein ungutes Gefühl. Das ist noch lange nicht eine Unterscheidung der Geister, wenn jemand nur einfach ein ungutes Gefühl hat.
Am Anfang habe ich auch sehr, wenn da Leute kommen: Ja, Jürgen, wie ihr das da macht, also da habe ich ein richtig ungutes Gefühl, wie ihr da euren Gottesdienst feiert, denke ich immer: Ja, das ist dann halt so. Es gibt halt Leute, die ein ungutes Gefühl haben. Also da muss man auch ein bisschen nüchtern einfach sein und sagen: Es gibt viele Leute, die haben einfach an vielen Punkten ein schwaches Gewissen und sind nicht wirklich geistlich reif, sondern einfach eng. Das ist auch nicht die Gabe des Geistes.
Aber es gibt Leute, die kennen jemanden gar nicht groß, die lernen den gerade kennen. Und ich habe euch hier bei den Selbstreflexionsfragen mal so ein paar Sachen zusammengestellt.
Das Erste: Du weißt um Situationen, in denen du bei einer Predigt oder einem Hauskreis instinktiv dachtest: Nein, das ist nicht von Gott, und erst später bist du zum Beispiel durch Bibelstudium bestätigt worden. So dieses Stückchen: Da stimmt was nicht, da ist irgendwas, ich weiß nicht was, aber da ist irgendwas. Und später erst merkst du: Ja, es stimmt, da war was. Darum geht es.
Oder: Du empfindest ein tiefes Verlangen nach Gottes Wahrheit und fast schon eine Art Pflichtgefühl, die Wahrheit zu wissen. Also dieses Unterscheidenwollen, das steckt so ganz tief drin. Es geht ja um eine Gabe, es geht ja um etwas, was man entfalten kann. Du möchtest einfach wissen: wahr, falsch. Du bist an der Stelle, wenn es ums Unterscheiden geht, schon ein bisschen extremer als andere Leute.
Oder der dritte Punkt: Wenn du bei einer Entscheidung in der Gemeinde ein ungutes Gefühl hast, dann bewahrheitet sich deine Einschätzung in der Regel. Dann denkst du dir: Das ist irgendwie, ich habe jetzt auch kein Argument mehr, aber das ist nicht gut, das ist nicht gut. Vier Jahre später sagst du: Na ja, hätten wir das doch besser nicht gemacht.
Und umgekehrt genauso: Wenn du ein gutes Gefühl hast, weil Unterscheidung ja nicht immer nur ins Negative geht, dann merkst du das auch. Ja, das ist gut, ich kann es vielleicht nicht mehr begründen, aber ja, das machen wir jetzt so. Diese Richtung. Du hast nicht wirklich Argumente an der Hand, dass du sagen könntest: Na ja, nach meiner Lebenserfahrung und so. Oder du reagierst mit höchster Sensibilität und Emotionalität auf offensichtliche Irrlehrer und falsche Propheten. Warum? Die Gabe ist dazu da, diese Typen offenbar zu machen. Entsprechend wirst du wie so ein Indikator: Wenn du das hörst, gehst du in die Luft. Du kommst damit eigentlich gar nicht so richtig klar, weil du möchtest das nicht, du möchtest, dass jemandem das Handwerk gelegt wird.
Oder du hast im Blick auf Menschen, Prediger, Gottesdienstbesucher einen Eindruck hinsichtlich ihrer geistlichen Ausrichtung, der sich dann auch in der Praxis bestätigt. Er trifft auf Leute und denkt: Ey, da stimmt irgendwas nicht, irgendwas ist an der Stelle faul, und du kriegst es nicht gegriffen. Und du merkst: Du hast eigentlich von Gott hier eine Idee, was dahinterstehen könnte, wer da eigentlich in einem anderen Leben, in dem, was da gerade gesagt wird, wer da eigentlich das Sagen hat. Das ist die Gabe der Unterscheidung der Geister.
Warnung vor Täuschung und geistlicher Unnüchternheit
Und natürlich, super wichtig muss man schon sagen, heutzutage super wichtig, weil wir in einer Ära feststecken, die ich schon fast post-new-age nenne. Ich bin mir da nicht ganz sicher, aber eigentlich ist New Age schon Old Age, und all das, was in den Siebzigern und Achtzigern so total trendy war, ist schon lange Schnee von gestern.
Wir haben, glaube ich, eine Zeit vor uns, in der wir massiv damit zu kämpfen haben, dass dämonische Einflüsse aus dem Bereich kommen, für den sich Leute dem Okkulten geöffnet haben. Und wenn ihr euch mal mit dem Okkulten beschäftigt, dann werdet ihr feststellen: Beim Okkulten geht es eigentlich immer darum, den Verstand abzuschalten. Sei es durch bestimmte Meditationsformen, sei es durch Drogen, sei es durch so langes Hopsen, bis du an nichts mehr denken kannst, und so weiter. Es geht immer darum, hier oben abzuschalten. Denn wenn du hier oben abschaltest, dann wirst du offen dafür, dass fremde Geister dir ihre Ideen einspucken, bis an den Rand der Besessenheit.
Das ist dann ganz extrem, wo wirklich der fremde Geist sagt: So, jetzt setze ich mich hier ans Steuer, gebe Gas und mache mit dem Körper eigentlich, was ich will. Wir kommen aus so einer Zeit. Ich habe persönlich den Eindruck, dass wir ganz dringend Leute brauchen, auch in den Gemeinden, die bereit sind, sich an dieser Stelle zu investieren und zu sagen: Hier läuft etwas richtig faul.
Ich habe den Eindruck, und jetzt nicht nur den Eindruck, weil ich so einer bin, der immer schon meckern möchte. Es gibt natürlich, wenn man die Gabe hat, auch Gefahren, dass man einen Richtgeist bekommt, dass man immer wieder mosern muss, dass man vielleicht mit einer Härte auf Leute zugeht. Das möchte ich nicht. Aber wir brauchen Leute, die nicht aus einer kleinlichen Haltung heraus warnen, sondern aus einer echten geistlichen Haltung heraus warnen. Leute, die uns nicht mit ihrer Warnerei hineinführen in gesetzliche Streitigkeiten, wo man sich dann wirklich über das allerkleinste Ding noch streiten kann, sondern die ganz nüchtern sagen: Hier ist ein falscher Geist am Werk.
Und hier müssen wir einfach das Stoppschild hochhalten und sagen: Da machen wir nicht mit, beziehungsweise da müssen wir uns davor hüten, das ist gefährlich an dieser Stelle. Und ich erlebe im Moment in der Gemeinde Gottes, dass wir solche Leute eigentlich gar nicht haben, obwohl wir sie bräuchten.
Ein drastisches Beispiel und der Ruf zur Nüchternheit
Soll ich euch erschrecken? Ich erschrecke euch mal. Christfried sitzt noch da, Tabea wäre am liebsten weggefahren. Richtig?
Also, ich habe oben eine E-Mail von einem info.krise at yahoo.de. Er hat mir geschrieben, dass heute im Olympiastadium eine Atombombe hochgeht. Seine Begründung ist, man kann aus Filmen die Zukunft vorhersehen. Also in Filmen, die man gedreht hat, sieht man, was die Zukunft bringen wird.
Deswegen steht in Terminator 2 an der Brücke 9/11 für den 11. September. Die Twin Towers sind zusammengestürzt. Das sieht man auch daran, dass in einem Computerspiel an irgendeiner Stelle die Twin Towers zusammengestürzt sind.
Und du denkst dir: Wer würde, weil irgendein Regisseur einen Film dreht, der noch nicht mal etwas zu tun hat mit dem, was später geschieht, glauben, dass das da drin ist? Was für ein Denken steckt dahinter? Ja, total Angst. Also völlig überdreht. Und wo ich mir denke: Wahnsinn.
Ja, da wirft einer das ins Netz, und es schlägt so breite Wellen. Und die Leute werfen sich drauf. Und wahrscheinlich habe ich dem einen oder anderen jetzt auch von euch Angst gemacht. Vielleicht überlegt ihr, ob ihr dann nachher noch ein bisschen Autofahrt. Also soll es erst um 19 Uhr sein. Insofern sind wir alle bei Linda eingeladen, oder? Das ist nicht weit weg. Also ich verspreche euch, dass, sollte es dazu kommen, die Hitze und die Druckwelle alles platt macht. Das ist die gute Nachricht.
Ja, wir haben ja vorhin prophetisch gesungen: Ich gehe heim.
Ich habe mir vorgenommen, wenn ich am Dienstag wieder an meinem Schreibtisch sitze, wovon ich ausgehe, werde ich ihm zurückschreiben. Und ich werde mich ärgern, weil ich das schon hinter mir habe, dass Leute sagen: Boah, pass auf. Und dann denkt man: Okay, dann lege ich mir wieder eine Vorlage zurecht, bis das Datum vorbei ist, und dann schreibe ich zurück.
Aber dahinter steckt ein Denken, eine Unnüchternheit, wo ich mir einfach sage: Mann, wo kommt das her? Es kommt daher, dass wir in einer Welt unterwegs sind, wo du die letzte Lüge glaubst. Woher kommt es, dass wir die letzte Lüge glauben? Weil wir die Wahrheit nicht kennen, weil uns dieses Unterscheidungsvermögen, die Nüchternheit, schlicht und ergreifend fehlt.
Und ich wünsche mir diese Nüchternheit. Und deswegen: Wenn du den Eindruck hast, ich bin jemand, den Gott an der Stelle auf die Weise schon benutzt hat, ich habe da irgendwie so einen sechsten Sinn für die Wahrheit, ich könnte davon Nutzen sein, dann lass dich an der Stelle gebrauchen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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