Und das Thema ist ja Jesus ähnlich werden, das Ziel unseres Lebens. Und der
Vers dafür ist aus Römer 8, 29. Römer 8, 29, da schreibt der Apostel
Paulus: Denn die er vorher erkannt hat, die hat er auch vorherbestimmt dem
Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein." Wir sind vorherbestimmt zu einer
Sache nämlich Jesus ähnlich zu werden. Wenn man über Vorherbestimmung
redet, geht's nicht um Erlösung, geht's nicht drum in den Himmel zu kommen.
Es geht darum Jesus ähnlich zu werden, denn dazu sind wir vorherbestimmt.
Wenn man jetzt zu einem Menschen sagt: Du sollst so werden wie Jesus, dann
ist das einerseits ziemlich bedrohlich und unverständlich, andererseits ist
es aber erbaulich und logisch. Ich möcht sagen was ich meine damit.
Warum ist es bedrohlich? Ich habe noch gar nicht allzu viele Predigten
gehört über Jesus ähnlich werden. Und das aus einem plausiblen Grund: So zu
werden wie Jesus, sind wir mal ehrlich, scheint unmöglich. Es scheint ein
unmögliches Unterfangen und kann deshalb nur im Frust enden. Ich könnte
genauso gut versuchen auf den Mond zu klettern. Das schaff ich auch nicht
und so zu werden wie Jesus schaff ich auch nicht. In der Bergpredigt hat
Jesus mal gesagt zu den Menschen von der Straße: Ihr sollt vollkommen
sein." Meine Frage: Ja wie vollkommen? Und Jesus hat geantwortet: Ganz
einfach, so wie der Vater im Himmel. Du musst nur so sein wie Gott im
Himmel, dann bist du ok. Ich denk mir: Herr Jesus, ist das nicht ein
bisschen hoch gegriffen? Der französische Philosoph und Theologe Blaise
Pascal hat treffend gesagt: Das Christentum ist befremdend. Es fordert vom
Menschen, dass er sich selbst als erbärmlich, ja verächtlich erkenne und es
fordert von ihm, dass er wünsche Gott ähnlich zu sein." Es befremdet. Aber
jetzt der erbauliche Aspekt. Wenn einem bewusst wird, dass wir
vorherbestimmt sind so zu werden wie Gott, das ist eine gewaltig noble
Bestimmung. Wenn man darüber mal nachdenkt: Ich bin vorherbestimmt so zu
sein wie Jesus. Das ist meine Bestimmung. Dann werden alle anderen Ziele
minderwertig, zwerghaft. Ich mach einen Vergleich dazu: Glücklich sein. Was
ist glücklich sein im Vergleich dazu zu sein wie Jesus? Gesund sein, was
ist gesund sein im Vergleich dazu so zu sein wie Jesus? Das sind alles
minderwertige Ziele im Vergleich dazu Jesus ähnlich zu werden. Moralisch
und charakterlich in das Bild Jesu verwandelt zu werden ist tatsächlich die
höchste Berufung. Und wisst ihr das ist ja nicht selbstverständlich. Ich
gebe euch ein negatives Beispiel: Ich bin von der Ramsau, das ist so ein
Bergdorf. War schon jemand mal von euch in der Ramsau? Ja, ein paar von
euch. So Wintersport dort halt, gell. Die Ramsauer, das ist ein bisschen
ein eigenes Volk. Bei uns sagt man es gibt drei Arten von Menschen: Männer,
Frauen und Ramsauer. Aus dem Grund, Österreich ist ja sehr katholisch,
Ramsau ist fast 100% evangelisch, das ist geschichtlich hat sich das so
entwickelt. Aber die Ramsauer sind bekannt für ihren Stolz. Sie sind
eingebildet. Die Ramsauer glauben etwas Besonderes zu sein. Das glauben
übrigens viele, nicht nur die Ramsauer. Aber wisst ihr, es kommen ja viele
Gäste zu uns, von denen leben wir ja. Wir sind nett zu unseren Gästen
überhaupt keine Frage, wir kümmern uns um die Gäste. Aber wenn einer der
Gäste ein Haus baut in der Ramsau, der wird deshalb kein Ramsauer. Bei uns
sein kann er schon, aber einer von uns wird er nicht. Dasselbe kannst du
auch auf Länder umlegen, die Schweizer haben auch einen Nationalstolz.
Kannst schon ein Haus bauen, aber Schweizer wirst du keiner. Griechen sind
noch schlimmer. In unseren Kirchen ist es auch manchmal so. Wir laden zwar
alle Gäste ein, wir freuen uns auch wenn sie kommen, wir predigen zu ihnen,
wir geben ihnen Ratschläge, aber da bleibt oft ein Unterschied zwischen uns
und denen. Das merkt man in Bezeichnungen. Wir sagen: Ja, ah, das ist der
Geschiedene. Wir bezeichnen Menschen oft so. Ah, das ist der Homosexuelle.
Ah, das ist der Liberale da. Das ist der Kriminelle vom Gefängnis. Das ist
der Ausländer. Wir bezeichnen Menschen mit solchen Bezeichnungen und wir
nennen sie nicht beim Namen, wenn wir über sie reden. Apartheid ist noch
lange nicht überwunden. Aber wenn man drüber nachdenkt: Es ist
überwältigend zu erkennen, dass der dreieinige Gott tatsächlich will, dass
wir so werden wie er. Ein Ramsauer werden. Jetzt übertragen. So werden wie
Jesus. Egal wer du bist. Gott will tatsächlich, dass du genauso wirst wie
Jesus. Dieselbe Art, denselben Charakter, dieselben Privilegien. Salvin
Huse? (6:08) englischer Theologe, der ist glaub heuer, im Januar, ah
letztes Jahr ist er schon im Januar gestorben, hat geschrieben: Gott
möchte, dass du und ich Jesus ähnlich werden. Gottes höchstes Ziel besteht
nicht darin uns zu Missionaren, Ärzten, Predigern oder Pfarrern zu machen.
Wir sollen vielmehr seinem Sohn ähnlich werden. Alles andere muss diesem
vorrangigen Ziel untergeordnet werden. Weil dies das Hauptziel ist müssen
wir uns ernstlich damit befassen." Und ich möchte mich heute Morgen
ernstlich damit befassen Jesus ähnlich zu werden. Warum ist der Mensch
vorherbestimmt so zu sein wie Jesus? Die Antwort ist ganz einfach: Weil der
Mensch von Anfang an so geschaffen war – Gott ähnlich zu sein. 1. Mose 1,
27 lesen wir: Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, nach dem Bilde
Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie. Das heißt von Anfang
an war der Mensch im Ebenbild Gottes geschaffen. Der Mensch war wie Gott.
Moralisch. Das heißt der Mensch entsprach genau dem Original. Das heißt,
wenn wir Adam und Eva gesehen hätten im Garten Eden hätten wir gesehen
moralisch: So ist Gott. So denkt Gott. So handelt Gott. Weil Adam und Eva
entsprachen genau dem Original. Wisst ihr was die Definition von Wahrheit
ist? Wahrheit ist das, was dem Original entspricht. Das ist Wahrheit. Ein
blödes Beispiel: Angenommen ich hätte einen Liter Wasser hier und ich sage:
Mein Freund: Wie heißt du? Der Simon. Ich nehme jetzt den Simon. Ich bin
von Österreich, und der Simon ich nehme mal an du bist von Deutschland,
gell. Und sag Simon: Das ist ein Liter Wasser. Und der Simon sagt: Nein,
nein, du bist von Österreich, du hast keine Ahnung, das ist nicht genau ein
Liter Wasser. Und ich sag das ist ein Liter Wasser. Er sagt das ist nicht
ein Liter Wasser. Frage: Wer von uns beiden hat Recht? Wie können wir
herausfinden ob der Simon oder ich Recht haben? Es gibt nur eine
Möglichkeit: Wir müssen unseren Liter Wasser, er glaubt's ja nicht aber
ich, unseren Liter Wasser müssen wir mit dem Original vergleichen. Das
heißt wir müssen zur österreichischen oder deutschen oder europäischen
Eichstelle für Maße und Gewichte. Dort ist das Original, was ein Liter
genau ist. Dann vergleichen wir meinen Liter Wasser mit dem Liter Wasser
von der Eichstelle. Wenn der Inhalt meines Gefäßes genau mit dem Inhalt des
Originalgefäßes übereinstimmt, dann habe ich die Wahrheit gesagt. Wenn aber
mein Liter Wasser ein bisschen mehr oder ein bisschen weniger als das
Original ist, dann hat Simon die Wahrheit gesagt und ich hab gelogen. Was
bedeutet es, wenn Jesus über sich selbst sagt: Ich bin die Wahrheit? Wisst
ihr was das heißt? Jesus sagt damit ganz einfach: Ich entspreche genau dem
Original. Darum konnte Jesus sagen: Wer mich sieht, der sieht den Vater.
Ich entspreche 100% dem Original.
Übrigens: Warum ist Morden falsch? Nicht weil's in der Bibel steht. Es
entspricht nicht dem Original, Gott ist Leben. Warum ist Stehlen falsch?
Nicht weil's in der Bibel steht, obwohl da steht's. Aber es ist deshalb
falsch, weil Gott ist kein Dieb. Es entspricht nicht dem Original. Warum
ist Ehebruch falsch? Nicht weil's in der Bibel steht, sondern weil Gott
immer treu ist. Ehebrechen entspricht nicht dem Original. Alles, was nicht
dem Original entspricht ist die Unwahrheit und deshalb falsch. Alles, was
dem Original entspricht ist die Wahrheit und deshalb richtig. Und der
Mensch war von Anfang an geschaffen um das Original widerzuspiegeln. Er war
geschaffen im Ebenbild Gottes. Er war geschaffen so zu sein, wie Jesus.
Jetzt verstehen wir die Aussage von Jesus in der Bergpredigt, wo er sagt:
Ihr sollt vollkommen sein, so wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.
Warum? Weil ihr sollt einfach dem Original entsprechen, denn dazu seid ihr
geschaffen. Darum ist die Aufforderung Jesu so zu sein wie er völlig
logisch. Nächste Frage: Wenn der Mensch so von Gott geschaffen war, warum
spiegelt der Mensch dann nicht Gott? Die Antwort ist wieder einfach: Weil
der Gegenspiel Gottes, genannt Satan, es geschafft hat den Menschen von
Gott wegzuködern. Satan hat zu Adam und Eva ungefähr folgendes gesagt und
das klingt heut immer noch ähnlich. Satan hat gesagt: Adam und Eva, Adam
heißt übrigens Mensch, Mensch, ihr seid doch kluge Köpfe. Ihr müsst nicht
abhängig bleiben von Gott. Ihr könnt euch die Welt selbst gestalten. Ihr
seid frei. Ihr braucht Gott nicht als euren Vater, ihr seid erwachsene
Menschen, ihr könnt selbst bestimmen, was gut und was böse ist. Ihr könnt
so sein wie Gott, auch ohne Gott. Adam und Eva, ihr seid das Original. Und
Freunde, diese Stimme ist bis heute dieselbe. Selbst ist der Mann.
Selbstverwirklichung. Du bist das Original. Du hast es in dir. Und das ist
die Lüge. Und so lebt der Mensch als ob er nur sich selbst verantwortlich
wäre und sonst niemand. Und das ist das Böse im Menschen: Er will autonom,
er will sich selbst verwirklichen, aber nicht Christus in ihm. Das ist das
Problem. Seht ihr das Problem ist nicht, dass Jesus der einzige Weg ist.
Ich bekomm die Frage oft: Christen, ihr seid so eng. Ihr sagt es gibt nur
einen Weg. Freunde, wenn es tausend, wenn Gott uns tausend Wege gegeben
hätte um zum Vater zu kommen, würden wir tausendundein Wege wollen. Weil
wir wollen autonom bleiben. Das Problem ist nicht, dass es nur einen Weg
gibt, das Problem ist wir wollen uns Gott nicht unterordnen. Das ist das
Problem.
Seht ihr, die meisten Sünder sind ja ganz nette Menschen, aber sie wollen
sich Gott nicht unterordnen. Sie wollen nicht so sein wie Jesus. Das ist
Sünde und davon ist der Mensch geprägt. Und seitdem ist der Mensch verwirrt
über seine Identität. Mich fragen Freunde oft, ich hab gute Freunde, die
kennen Jesus nicht, noch nicht. Aber die sind gesund, die sind erfolgreich.
Einige meiner Bergführerkollegen, die sind sehr erfolgreich. Hammernette
Frau, spielt mit, haben liebe gesunde Kinder. Alles Mögliche. Und die
fragen mich manchmal: Hans-Peter gib mir einen Grund warum soll ich
eigentlich Christ werden? Ich bin gesund, ich bin sportlich, ich bin
erfolgreich, ich hab eine liebe Frau, gesunde Kinder, eigentlich bin ich
recht glücklich. Und das stimmt. Er ist es. Und dann sagt er: Und da kenn
ich ein paar Christen, die haben ihr Leben Jesus gegeben, die sind viel
weniger erfolgreich als ich, die sind schwer krank, ein Kind ist gestorben
und eine Scheidung haben sie auch hinter sich. Also wozu soll ich Christ
werden? Was sagst du dann solchen Menschen? Nun, ich werde ihm Recht geben
was sein Vergleiche anbelangt. Du findest immer jemanden, dem es besser
oder schlechter geht. Ich frage mich manchmal warum Menschen so
verschiedene Voraussetzungen haben in diesem Leben. Das ist absolut unfair.
Aber es ist so. Es ist ungerecht verteilt. Aber wisst ihr was ich ihn
fragen werde? Ich werde ihn herausfordern mir zu sagen was seine Bestimmung
in diesem Leben ist. Ob er weiß wozu er eigentlich hier ist. Für wen er
hier ist und auf welches Ziel er zugeht. Dr. Viktor Frankl, den ich enorm
geschätzt habe, Entwickler der Logotherapie, dritte Wiener Schule nach
Freud und Adler, hat drei Konzentrationslager überlebt, hat das Buch
geschrieben: Der Mensch auf der Suche nach dem Sinn. Man search for meanig.
Millionenfach verkauft. Er hat gesagt: Unsere moderne materialistische Welt
bietet uns zwar alle Lebensmittel im weitesten Sinn, aber sie bietet keinen
Sinn. Viele Menschen, vor allem junge Menschen haben alle Mittel zum Leben,
aber sie wissen nicht wozu. Und das ist die eigentliche Not des Menschen.
Der Mensch ist wahnsinnig beschäftigt, aber er weiß nicht genau warum. Und
darum Freunde hat Gott seinen Sohn in diese Welt gesandt. Darum haben wir
Weihnachten gefeiert. Weihnachten ist die einzig gute Botschaft in dieser
Welt. Gott ist zu uns Menschen gekommen, um uns zu sagen wie wir Gott
wieder ähnlich werden können. Gott ist von außen zu uns gekommen, um uns
diese Botschaft zu geben. Und erst im Lichte Gottes erkennt der Mensch Gott
und sich selbst. Erst in seiner Hinwendung zu Gott findet der Mensch wieder
zu sich selbst. Im nächsten Vortrag werde ich darüber reden: Liebe dich
selbst. Du kannst dich nur selbst lieben, wenn du weißt du bist geliebt.
Genau das hat Jesus uns vorgelebt. Er ist ein Mensch geworden. Jesus war
kein Superman. Er war kein Übermensch. Er war nur Mensch. Aber ein Mensch,
so wie Gott ihn von Anfang an gedacht hat. Ein Mensch im Ebenbild Gottes.
Jesus war auch nicht gefühllos diesem Leben gegenüber. Er hat alles so
erlebt wie du und ich. Jesus verspürte Durst und bat um Wasser. Jesus war
müde und sagte Nein zu den Menschen und zog sich zurück. Jesus empfand Zorn
und hat die Menschen aus dem Tempel hinausgeworfen. Jesus fühlte sich
einsam und hat seine Freunde gebeten mit ihm zu sein. Er hat all die
Empfindungen durchgemacht. Aber hinter all diesen sekundären Motiven stand
ein primäres Motiv und das war: Er liebte seinen Vater und er wollte immer
so sein wie sein Vater. Diese Leidenschaft war größer als alles andere. Und
wisst ihr was Freunde, das ist das, was wir brauchen. Unser Wunsch Gott zu
kennen, so zu werden wie Jesus, muss uns bestimmen. Über all die anderen
Wünsche hinaus. Alle anderen Wünsche sind legitim, die sind ok. Aber es
gibt eine Motivation, die muss darüber stehen und das ist Gott zu kennen.
Wie kann ich nun so werden wie Jesus? Wie kann dieses unerreichbare Ziel
erreicht werden? Antwort: Aus eigener Kraft unmöglich. Erst durch das Leben
Jesu in uns vermag Gott seinen eigenen Charakter in dieser Welt
widerzuspiegeln. Dieses Christusleben in uns nennt Paulus an verschiedenen
Stellen ein Geheimnis. Ich lese Kolosser 1 aus dem Neuen Leben Übersetzung.
Vers 26. Kolosser 1, 26: Diese Botschaft, diese Botschaft war in der
Vergangenheit über viele Jahrhunderte und viele Generationen hinweg wie ein
Geheimnis verborgen. Jetzt aber wurde es denen enthüllt, die zu ihm
gehören. Denn Gott wollte ihnen sagen, dass der Reichtum der Herrlichkeit
Christi auch für andere Völker bestimmt ist. Und das ist das Geheimnis:
Christus lebt in euch und darin liegt eure Hoffnung. Ihr werdet an seiner
Herrlichkeit teilhaben. Vers 29: Für dieses Ziel setze ich mich mit ganzer
Kraft ein, indem ich mich auf die mächtige Kraft von Christus verlasse, die
in mir wirkt. Das ist Christ sein. Sich auf die Kraft Christi zu verlassen,
die in mir wirkt. Nicht auf meine Kraft. Mit dieser Kraft rechnen weder die
Physiker, noch die Mediziner, noch die Psychologen. Aber diese Kraft steht
jedem zur Verfügung, der Jesus kennt. Das heißt Jesus in uns ist der
geheime Motor für unser Leben. Paulus sagt, das ist ein schöner Vers
Epheser 1, 19-20 in der Übersetzung Albrecht: In uns, den Gläubigen, wirkt
dieselbe starke Kraft, die Gott bewiesen hat an Christus, als er ihn
auferweckt hat von den Toten. In uns, den Gläubigen, wirkt dieselbe starke
Kraft. Jetzt verstehen wir, warum Paulus Christen bezeichnete als Menschen,
die in Christus sind. Vor kurzem hat ein lieber Freund von mir, hat mir
geschrieben, er hat eine Schrift gelesen vom Professor Adolf Deißmann. 1866
geboren bis 1937. Er hat seine Habilitationsschrift zum Professor der
Theologie diesem Thema gewidmet. Er hat eine wissenschaftliche Arbeit über
die neutestamentliche Formel: In Christo Jesu geschrieben. Und jetzt weiß
ich genau wie viele Stellen es gibt. Ich weiß es war ein deutscher
Theologe. Die sind korrekt. Wissenschaftlich erarbeitet 196 Stellen findest
du im neuen Testament, wo steht: In Christus. 196 mal. Darum Freunde, die
Welt wird nicht eingeteilt in vor Christus uns nach Christus, sondern die
Welt wird eingeteilt in Menschen, die in Christus sind und Menschen, die
außerhalb Christus sind. Das ist die Einteilung der Menschheit von Gottes
Perspektive. Ein Christ ist jemand, der in Christus ist. Aus seiner Kraft
lebt. Wie sieht das nun praktisch aus? Statt dass ich euch weitere Thesen
hier verzapfe oder biblische Fakten darlege, möchte ich etwas aus meinem
Leben erzählen. Das ist nur eine Geschichte, da könnte ich viele
wiederholen, aber ich hab die grade hier. Aber im Sommer 2005, wir haben
immer im Sommer so eine Kletterfreizeit, wir machen am Tauernhof viel
erlebnispädagogische Programme: Klettern, Canyoning, Höhlen und so weiter.
Eine Woche ist wo wir nur klettern. Da sind mit fünf anderen Bergführern
mach ich diese Woche da, wird eingeteilt in Anfänger, bis zu den ganz guten
Kletterern. Und so wird halt dann die Woche verbracht. Und in dieser Woche
auch dieses Jahr wieder kam in mir wieder die Sehnsucht auf Klettern zu
einer Priorität zu machen. Ich bin früher, ich hab im Jahr 50 Touren
gemacht. Inzwischen ist es auf 5 Touren im Jahr geschrumpft, die ich für
mich selbst mache mit Freunden. Dann hab ich gedacht. Es wär schon super,
da redest du: Au die Wand hat der gemacht, die Tour hat der gemacht, war
extrem schwer, aber er hat's da geschafft und so weiter. Und dann denk ich:
Wenn ich ein bisschen mehr trainieren würde, ich könnte das schaffen. Und
dann hab ich mir gedacht: Ja, das mach ich jetzt wieder. Das ist mir eine
Freude. Und dann hab ich auf meinen Terminkalender geschaut. Und dann hab
ich gesagt: Das schaut nicht gut aus. Und ich bin extrem unzufrieden
geworden. Ich wusste ich kann nicht. Du musst trainieren, um so was zu
schaffen. Ich hab nicht die Zeit für das Training, damit ich das schaffen
kann. Und die Gedanken begannen sich zu drehen über mehrere Wochen, so auf
die Art: So was blödes, eigentlich das hätte ich verdient. Ich diene jetzt
schon so lange dem Herren, wieder einmal so mehr klettern, das hab ich mir
verdient, ich werde ja auch nicht jünger. In zehn Jahren kann ich's
vielleicht nicht mehr machen. Das steht mir ja zu, ich gönne mir ja sonst
nichts. Und so weiter. Und nach ein paar Wochen so Hadern mit Gott ging ich
wieder mit Gott spazieren, das mach ich fast jeden Tag. Übrigens der Grund
warum viele Leute Gott nicht hören ist ein ganz einfacher: Sie verbringen
keine Zeit mit ihm um ihn zu hören. Wenn ich nie mit meiner Frau rede, ja
dann brauch ich mich nicht beklagen, dass ich sie nie höre. Es ist im
Prinzip ganz einfach. Gell, es ist gar nicht kompliziert. Aber ich bin
spazieren gegangen mit Jesus und Jesus hat mir eine Frage gestellt: Hat er
gesagt: Hans-Peter, bist du bereit Jesus ähnlich zu werden? Und Freunde,
das ist eine harte Frage. Habakuk überlegt, hab um Antworten gerungen. Ich
wusste genau was ich will. Ich, Hans-Peter Royer, ich möchte gern angesehen
sein, sowohl unter christlichen Kreisen, als auch unter Bergführerkreisen.
Ich möchte gern sportlich sein, einen guten Ruf haben. Und in einem
Augenblick erinnerte mich Gott, als ich diesen Spaziergang machte erinnerte
mich Gott an Jesaja 53. Da lesen wir über Jesus und wisst ihr was da steht
über den Messias? Er hatte keine Gestalt und keine Pracht. Und als wir ihn
sahen, da hatte er kein Aussehen, das wir gefallen an ihm gefunden hätten.
Er war verachtet und von den Menschen verlassen. Ein Mann der Schmerzen und
mit Leiden vertraut. Wie einer vor dem man das Gesicht verbirgt. Er war
verachtet und wir haben ihn nicht geachtet. Und dann hörte ich die Frage
wieder: Hans-Peter, willst du wirklich so sein wie Jesus? Oder willst du
deinem eigenen Bild entsprechen? Das ist eine harte Frage, da geht's an die
Substanz. Und während ich um eine Antwort gerungen habe im Gebet, wurde mir
eine Sache voll bewusst: Ich wusste, wenn ich nicht so werden will wie
Jesus, dann bleibt mir nur ein anderer Weg. Der Weg des Egoismus, der
Selbstgefälligkeit und der Selbstsucht. Das ist die einzige Alternative.
Und vor der hab ich Angst. Wenn ich aber bereit bin mein altes Leben Jesus
zu geben, zu kreuzigen, wie die Bibel es sagt, und das neue Leben von Jesus
empfange jeden Tag neu, wisst ihr was dann immer wieder geschieht? Ich
zittere zwar ein bisschen dabei, weil ich nicht weiß was er will.
Vielleicht muss ich nächstes Jahr nach Niger zu den Gefangenen. Ich hätte
echt Angst davor. Ich muss bewundern die Christa, eine Frau, eine kleine
Frau, keine riesige, die macht so was. Ich hätte Angst davor, aber weißt du
was, es kann sein dass Jesus mich da haben will. Aber was auch kommt, neben
diesem Zittern kommt noch etwas: Es kommt eine Freude auf und eine
Freiheit. Und so bekenne, hab ich Jesus auch damals neu bekannt: Ja, Herr
Jesus, ich will so werden wie du bist. Ich kann es nicht, aber du kannst
es. Leite du mein Denken, mein Reden, mein Handeln. Ich will, mach mich dir
ähnlich. Denn seht ihr Freunde, es geht gar nicht so darum ob wir Jesus
ähnlich werden können. Die wahre Frage ist: Wollen wir so werden wie Jesus?
Willst du das? Wenn ja, dann darfst du wissen, dass Gott durch Christus in
dir die Kraft ist, die das bewirkt. Ein fataler Denkfehler: Für etwa 10
Jahre meines Christenlebens habe ich diese Wahrheit nicht erkannt, dass
Christus in mir lebt. Ich hab versucht Gott aus eigener Kraft zu gefallen,
die Bibel in einem Jahr durchzulesen, meine Stille Zeit jeden Tag in der
Früh zu halten, hab's sowieso nie geschafft, aber nicht viel darüber
geredet dass ich's nicht schaffe. So zu sein wie Jesus wurde für mich mehr
und mehr zur Illusion. Es ging so weit als ich 18 Jahre war hab ich gesagt:
Mir reicht's, ich schaff das Ganze sowieso nicht. Ich hör auf mit diesem
Christsein, ist nicht für mich gemacht. Und ich kann Menschen absolut
verstehen, die Jesus den Rücken zudrehen, weil sie es nicht schaffen so zu
sein wie Jesus. Ich weiß genau wie sich das anfühlt. Aber wisst ihr was das
bewirkt hat in mir Jahre später? Ich habe in der Welt normal gelebt wie
alle anderen halt so, nicht auffallen, auf dich selbst schauen und sonst
niemand. Und dann hat jemand gesagt, das war damals Major Thomas, der hat
gesagt: Christsein ist nicht leicht, da hab ich gesagt: Ja genau, da hast
du recht. Dann hat er gesagt: Christsein ist auch nicht schwierig, da hab
ich gesagt: Du hast keine Ahnung. Und dann hat er gesagt: Christsein ist
unmöglich. Und da hat's mich umgelegt. Das hat mich total verwirrt, aber es
hat mir einen Hoffnungsschimmer gegeben, das es vielleicht etwas gibt, was
ich noch nicht weiß. Und dann hat er zitiert aus Galater 2, 20: Ich bin mit
Christus gekreuzigt und nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.
Und dann fielen dutzende Fragen wie ein Butzel in meinen, ein Puzzle, in
Österreich Butzel…
[Hier fehlt ein kleiner Teil]
…viel mehr verändert als meine Wiedergeburt. Wenn Jesus mich auffordert
seinem Beispiel zu folgen, so zu sein wie er, dann muss er mir auch
dieselbe Kraftquelle zur Verfügung stellen, die er als Mensch hatte. Wenn
Jesus von mir dasselbe verlangen würde wie er getan hat, ohne mir dieselbe
Kraft zu geben, dann wäre Jesus ein Menschenverachter, der sich nur lustig
über uns macht. Weil wir's ja nie schaffen. Letztes Jahr hatten wir viel
Schnee, heuer haben wir wenig, ungefähr so viel wie ihr. Es ist wenigstens
weiß bei uns. Bei euch ist ja wirklich Frühjahrsstimmung ist ja hier. Aber
letztes Jahr hatten wir brutal viel Schnee, ihr auch hier, ihr hattet auch
viel Schnee gell. Und Schneeschaufeln ist so eins meiner ja,
Zwangsarbeiten, die ich halt zu Hause tun muss. Aber wenn zu viel kommt,
der Nachbar, jetzt haben wir einen großen Parkplatz, wir haben eine
Frühstückspension da, der Nachbar macht das immer, weil der hat einen
kleinen Traktor. Ab und zu muss ich den vom Schwager holen. Wenn du
heiratest, heirate immer eine Bauerstochter, weil da ist ein Traktor dabei.
Und so hab ich dann, das mach ich ein paar Mal im Winter, ich räum den
ganzen Parkplatz, das ist so ein 100 PS Traktor, ein riesen Ding. Das ist
ganz lustig mit dem. Und ich sag zum Lukas, zu meinem Sohn, der ist jetzt
16. So Lukas, ich räum jetzt den Parkplatz. Schau mir genau zu. Und in
ungefähr einer Stunde bin ich fertig mit dem riesen Ding da alles
ausgeschaufelt wunderbar. Und nachdem ich meine Arbeit beendet habe bring
ich den Traktor zurück zum Schwager. Und dann sag ich: So Lukas, du hast
mir jetzt genau zugesehen, wie ich das gemacht habe. Ich hoffe du hast gut
aufgepasst, weil die nächsten paar Wochen bin ich auf Reisedienst, bin
nicht zu Hause, das kommt öfter vor. Und Lukas du bist verantwortlich den
Parkplatz zu räumen. Ich hab dir ein Vorbild gegeben, wie der Parkplatz
aussehen soll jeden Tag, und wenn du mich wirklich liebst, dann wirst du
den Parkplatz so sauber halten. Und nach diesen Worten gebe ich ihm einen
Kuss, drück ihm eine Aluminiumschaufel in die Hand und fahr auf Reisen.
Jetzt weil er mich liebt bemüht er sich täglich von 4 Uhr früh bis vor der
Schule und nach der Schule zu schaufeln, aber er schafft es keinen Tag,
dass der Parkplatz so aussieht, wie ich es geschafft habe, als ich noch zu
Hause war. Er ist frustriert und enttäuscht über sich selbst und ein
bisschen zornig über mich. Freunde, wäre das Ganze nicht eine riesengroße
Gemeinheit? Speziell wenn ich ihn mit Liebe motiviere? Aber wisst ihr was
Freunde, nicht wenige Christen leben genauso. Jesus ist ihr großes Vorbild
und jetzt versuchen sie mit einer kleinen Aluminiumschaufel so zu leben wie
Jesus. Sie sind frustriert und enttäuscht über sich selbst, weil sie es ja
nie schaffen. Und werden zunehmend zornig über Gott, der ihnen so einen
blöden Auftrag gegeben hat, der unmöglich ist. Wisst ihr was Freunde, es
ist mir ein Rätsel, wie ich jemals glauben konnte dass ich aus eigener
Kraft versuchen müsste das zu tun, was Jesus getan hat. Darum hat es mein
Leben so revolutioniert, als ich erkannte, dass es die Kraft Christi ist in
mir, die das Christsein bewirkt. Nicht ich. Die Kraft kommt von innen, von
ihm. Nicht von mir. Und Jesus hat so schön gesagt in Johannes 15, 5: Ich
bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm,
der bringt viel Frucht, denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Diesen Vers
kenn ich seit meiner Konfirmation auswendig, aber die Wahrheit hab ich über
mindestens 10 Jahre nicht erkannt.
Nun, wie erlebe ich diese Christusähnlichkeit und damit möchte ich
schließen. Wie erlebe ich die Christusähnlichkeit im Alltag? Ich muss
zugeben ich erlebe die Christusähnlichkeit nicht indem ich mich irgendwie
abgehoben oder geistlich fühle. Das passiert mir kaum. Ab und zu mal wenn
ich spazieren gehe und es ist so schön, dann spring ich mal oder so. Dann
werde ich charismatisch. Aber ansonsten, ansonsten fühl ich mich immer
relativ normal. Die Christusähnlichkeit erfahre ich auch nicht indem ich
außergewöhnliche Fähigkeiten hätte. Ich muss auch zugeben, dass selbst die
Frucht des Geistes ich nicht überreich erfahre. Wenn ich in der Früh
aufwache ist mir viel mehr bewusst mein schlechter Atem als Christus in
mir. Und mir ist eher bewusst mein Mangel an Liebe, an Friede, an Geduld,
an Freundlichkeit und Güte. Ich habe noch nie Kopfschmerzen gemacht: Heute
war ich viel zu lieb. Ich muss ein bisschen zurückstöpseln. Mir noch nie
passiert. Aber wisst ihr was interessant ist, so fühl ich mich. Aber wisst
ihr was interessant ist? Andere Menschen kommen ab und zu auf mich zu und
bedanken sich bei mir dass ich so freundlich zu ihnen war. Das schockiert
mich fast. Da denk ich immer: Echt? Es kommt vor, öfter mal, wo Leute kamen
und sagen: Hans-Peter danke für das, was du mir hilfst und die Freude, die
du in Christus ausstrahlst. Da denk ich mir: Wow, allerhand. Oder Geduld,
Geduld, da ist mein Schwachpunkt. Da gab's schon Leute, die haben gesagt:
Danke, dass du so geduldig bist. Da denk ich: Der ist gemein zu mir jetzt,
aber der hat's echt so gemeint. Und wisst ihr was mich ermutigt? Andere
Menschen erkennen ein Stück vom Original in mir. Aber ich selbst erlebe es
kaum. Es kann gut sein, dass die Christa wenn sie im Gefängnis ist nicht
viel von Christus spürt. Da riechst du nur wie es stinkt, wie heiß es ist
und siehst die Menschen, die nichts von Jesus wissen wollen. Und doch sieht
ein Mann etwas. Seht ihr, das ist das Geheimnis. Und es ist völlig ok. Weil
Jesus hat gesagt: Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht.
Mit anderen, auf Deutsch gesagt: Ich bin der Baumstamm, ihr seid die Äste.
Der Ast, der mit mir verbunden bleibt, der bringt Frucht. Und darum wir
brauchen nicht auf die Frucht schauen: Freude, Friede, Liebe und so weiter.
Nein, nicht auf die Frucht schauen, auf den Stamm schauen. Dann entsteht
die Frucht und das ist das Geheimnis. Der Ast ist damit beschäftigt mit dem
Baum verbunden zu bleiben. Die Frucht ist nur eine Konsequenz, mehr nicht.
Und darum auf Jesus schauen. Also wie erlebe ich als Ast, ich bin ein Ast,
du auch, wie erlebe ich als Ast diese Christusähnlichkeit? Wisst ihr wie
ich sie erlebe? Ich erlebe, und das darf ich ehrlich sagen, einen inneren
Frieden auch in Zeiten der Anfechtung. Das ist etwas Wunderbares. Ich
erlebe oft eine Gelassenheit, selbst in der brutalsten Hektik. Ich erlebe
oft eine Geborgenheit, auch wenn Menschen mich anfechten. Ich weiß ich bin
geborgen. Und eins der größten Dinge für mich, ich bin ein großer Zweifler:
Ich habe bis heute meinen Glauben behalten, auch inmitten meiner brutalsten
Zweifel an Gott. Und bis heute bin ich bei ihm. Freunde, das ist für mich
ein Wunder. Und ein letzter Satz: In 2. Korinther 3, 18, das ist wichtig,
wenn wir über Christusähnlichkeit sprechen: 2. Korinther 3, 18 sagt Paulus:
Wir alle aber schauen mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit, das
heißt den Charakter des Herrn, an und werden so verwandelt in dasselbe Bild
von einer Herrlichkeit zur anderen, wie es vom Herrn, dem Geist geschieht.
Es geschieht vom Herrn, nicht durch dein Versuchen. Aber wisst ihr was mich
ermutigt? Er sagt hier: Ihr werdet verwandelt. Das ist Gegenwart. Er sagt
hier nicht: Ihr seid verwandelt worden am Tag der Wiedergeburt, er sagt
auch nicht du wirst einmal verwandelt werden, wenn du einmal in den Himmel
kommst, sondern es ist ein Prozess. Ihr werdet verwandelt in das Bild Jesu
von einer Herrlichkeit zur anderen. Es ist ein Prozess. Und darum, was
stimmen muss ist diese Priorität. Ich will so werden wie Christus. Und sei
nicht frustriert, wenn's heute nicht klappt und morgen schon wieder nicht.
Das ist völlig ok. Schau nur auf Jesus, nicht auf deine Frucht. Schau auf
Jesus und Christus in dir kann es bewirken, dass du ihm ähnlich wirst. Denn
das ist das größte Ziel der Menschheit. Und Freunde, darum gehöre ich gerne
zu Jesus. Ich muss es nicht aus eigener Kraft tun. Er bewirkt es.
Ich bete noch.

