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Wie kann ich glauben, wenn Gott sich mir nicht zeigt?

03.09.2026
Serie•Teil 2 / 3Wie kann ich glauben, wenn ...
„Gibt es Gott?“ - Das ist die zentrale Frage in der Apologetik. Eine zweite ist damit verwandt: „Wenn es einen Gott gibt, was für ein Gott ist das?“ Eine dritte Frage wäre folgerichtig: „Wenn Gott existiert, wie kann ich ihn finden?“

Ein erster Blick auf die innere Spannung

Vielleicht haben wir an diesem noch jungen Abend ja schon etwas angerichtet. Wir wollen Ihnen nichts Böses, aber dadurch, dass wir den Uli eingeladen und gebeten haben, aus seinem Leben zu erzählen, könnte es sein, dass bei Ihnen ein wenig Neid geweckt worden ist.
Es gibt Menschen, die sagen: Ich würde ja gerne, und ich beneide euch als Christen um euren Glauben. Ich habe auch schon meinen Schlüssel verloren und wiedergefunden, und ich habe auch meine gesundheitlichen Probleme. Das eine habe ich dem Zufall zugeschrieben, und das andere ist eben etwas, das ich irgendwie tragen muss. Aber dann gibt es eben diese gläubigen Menschen, die aus dieser Zuversicht heraus reden und leben. Und man nimmt es ihnen ab, dass sie einen Frieden haben, auch in manchen schwierigen Situationen, der ganz einfach beneidenswert ist.
So, jetzt wollen wir niemanden neidisch machen, denn Neid ist keine gute Eigenschaft und sollte auch nicht die Motivation sein, sich den Christen anzuschließen. Es geht ja um eine Person, es geht um Gott in Person.
Und vielleicht sind Sie heute Abend hierhergekommen, weil Sie sagen: Ja, ich würde ja glauben, wenn ich mal so ein Zeichen bekäme und irgendwie einen eindeutigen Hinweis darauf, dass das Gott bewirkt haben muss, so einen ganz persönlichen Wink aus dem Himmel von allerhöchster Stelle.
Bertrand Russell war als Philosoph ein brillanter Denker, er war Mathematiker und ein scharfer Kritiker des Glaubens und der Christen. Und einmal wurde Bertrand Russell gefragt: Herr Russell, wenn Sie einmal vor Gott stehen und er Sie fragen wird, warum Sie nicht an ihn geglaubt haben, was werden Sie Gott sagen? Und dann sagte Russell: Ich werde ihm sagen, du hast mir einfach nicht genug Beweise geliefert.
Liegt es wirklich an mangelnden Beweisen, oder könnte es vielleicht auch daran liegen, dass Beweise vielfach ignoriert werden? Es hätte ja auch Konsequenzen, wenn ich mich jetzt Gott anvertrauen würde, wenn ich ihn in mein Denken und noch mehr in mein Leben einbeziehen würde und wenn ich in dem Bewusstsein lebe, eben auch am Ende vor diesem Gott Rechenschaft abzulegen. Dann hat das ja Auswirkungen auf mein Leben. Und gibt es vielleicht manche, die dem gerne ausweichen möchten und sich das Thema vom Hals halten wollen und sich gar nicht gerne mit all dem beschäftigen?
Das Zelt müsste ja sehr viel größer sein, wenn es in Rinteln unzählige Menschen gäbe, die auf der Suche nach Gott sind. Wir haben ja auffällig plakatiert und so, und eigentlich sollte man ja meinen: Die Frage ist so wichtig, dass man jede verfügbare Information darüber mit großem Bedürfnis wahrnimmt und aufnimmt.

Zwischen Wissen, Nichtwissen und Verdrängung

Einige nennen sich Atheisten. Atheist heißt einfach: kein Gott. Theismus ist die Lehre von Gott, und diese negative griechische Silbe, das Alpha davor, bedeutet: Atheist heißt kein Gott.
Vielmehr sympathisieren jedoch manche Zeitgenossen mit dem Agnostizismus. Auch das ist ein Wort, das aus dem Griechischen kommt, von Ginosko, das heißt Wissen. Und auch hier wieder das A davor, das Alpha: Agnostizismus bedeutet Nichtwissen.
Das klingt auch sehr klug, beileibe, wenn einer sagt: Ich bin Agnostiker, ich lege mich in der Frage ganz einfach nicht fest. Es spricht manches dafür, aber es gibt auch etliches, das dagegen spricht. Also schlage ich mich gar nicht auf eine der beiden Seiten, sondern ich bin Agnostiker. Ja, das klingt in gewisser Weise nachvollziehbar, gebildet, offen und so.
Allerdings klingt das lateinische Wort, das dem des Agnostikers entspricht, etwas weniger schmeichelhaft. Es heißt nämlich Ignoramus. Und hier geht es dann sehr wohl in diese Richtung: Wir wissen nicht, beziehungsweise wir wollen es auch gar nicht wissen.
Und deswegen frage ich: Liegt es vielleicht manchmal an der Ignoranz? Und ich muss feststellen, dass eben wegen dieser Ignoranz manche ohne Gott planen, ohne Gott heiraten, ohne Gott arbeiten, ihre Freizeit ohne Gott gestalten, irgendwann in den Ruhestand gehen, ohne Gott, und am Ende ohne Gott sterben.

Die Grundfrage nach Gott

So, es geht also heute Abend um eine Königsdisziplin in der Apologetik. Die Apologetik ist die Bemühung, den christlichen Glauben durch vernünftige Argumente zu begründen. Und wenn es um diese Frage geht, ob Gott existiert, dann ist das eine ganz grundlegende Frage, die alles andere im Grunde mitentscheidet.
Also: Wie kann ich glauben, wenn Gott sich mir noch nie gezeigt hat? Ist Gott zu fern und zu erhaben? Oder liegt es an mir, bin ich zu taub oder habe ich einfach keine Antennen für dieses Thema? Es hängt tatsächlich viel davon ab.
Wenn es keinen Gott gibt, dann ist letztendlich alles nur Zufall. Dann sind wir zufällig hier, und wir können auch irgendwann zufällig wieder abtreten. Wenn es keinen Gott gibt, dann verlieren wir Maßstab, Sinn und Hoffnung. Gibt es einen Gott?
Eine zweite Frage ist damit verwandt: Wenn es einen Gott gibt, was für einen Gott gibt es dann? Wer ist dieser Gott, wie kann man ihn beschreiben? Da sind wir schon ein bisschen bei der Frage nach den unterschiedlichen Religionen. Das möchte ich aber auf einen anderen Abend verlagern, wenn wir fragen, wie kann ich glauben, wenn es so viele Religionen gibt und ich nicht weiß, welche davon recht hat. Aber hier stellt sich trotzdem die Frage: Was ist denn das Wesen Gottes, wenn es ihn geben sollte?
Und eine dritte Frage wäre folgerichtig: Wenn Gott existiert, wie kann ich ihn dann finden, wie kann ich dann mit ihm Verbindung aufnehmen?
So, das möchte ich gerne heute Abend mit Ihnen durchsprechen und durchdenken.

Warum das Unsichtbare nicht einfach wegfällt

Das Problem mit Gott ist, dass man ihn nicht sieht. Die Welt, in der wir leben, lässt sich fühlen, riechen, sehen und so weiter. Das ist also diese messbare oder sichtbare natürliche Welt, die ich jetzt hier einmal so hellblau auf der Folie dargestellt habe.
Gott steht, wenn er existiert, außerhalb der Welt. Wie erkennen wir die natürliche Welt? Nun, zunächst einmal mit unseren Sinnen. Und wenn wir dann bestimmten Phänomenen auf den Grund gehen wollen, erforschen wir sie. Dafür haben wir unsere Messinstrumente, und damit ist man in der Naturwissenschaft ja auch schon sehr weit gekommen.
Dass da etwas ist, nehmen wir wahr. Und was es damit auf sich hat, das lässt sich erforschen. Diese Herangehensweise nützt uns allerdings nichts, wenn wir Gott erkennen wollen. Wahrnehmung und Forschung sind ausschließlich innerweltlich anwendbar.
Gott auf irgendeine Weise wahrzunehmen, durch unsere Augen, Ohren und so weiter, geht einfach nicht. Dafür sind unsere Sinne nicht geeignet. Aber heißt das, dass es Gott deshalb nicht gibt?
In der Natur treffen wir die unterschiedlichsten Gebilde an. Da gibt es Steine, da gibt es Pflanzen, da gibt es Tiere und da gibt es uns als Menschen. Der Stein kann nichts über die Pflanze sagen, weil er kein Leben hat. Die Pflanze kann über das Tier nichts sagen, weil sie kein Bewusstsein hat. Das Tier kann nichts über den Menschen sagen, weil es keinen Verstand hat, jedenfalls nicht so wie wir.
Und der Mensch? Vielleicht gibt es doch diese Ebene über uns, für die wir blind sind. Auch wir können nicht alles sagen. Oder was bilden wir uns ein? Als könnten wir unter uns alles beurteilen, aber auf der anderen Seite gäbe es nichts mehr. Es gibt nur das, was ich erfassen kann.
Meine Überzeugung ist: Das ist nicht der Fall. Es gibt sehr, sehr viel mehr, als wir begreifen können.

Spuren in der Schöpfung

Wir hatten bei uns im Sommer regelmäßigen Besuch in der Küche von Ameisen. Und das ist ja ganz interessant: Wenn du so ein Tierchen nimmst und es auf die Küchenplatte setzt, dann läuft es über deine Finger. Diese Ameise bleibt dabei relativ cool. Sie hat ja keine Angst vor mir als Mensch. Eigentlich bräuchte ich nur einmal zuzudrücken, und dann wäre es das mit der Ameise. Aber sie ist also ganz entspannt. Entweder nimmt sie mich nicht wahr oder nicht ernst, eines von beiden. Die Wahrheit ist: Ersteres. Sie nimmt mich nicht wahr.
Eine Ameise hat zwar Augen, sogenannte Facettenaugen, mit denen einige Arten sehr gut sehen können. Aber diese Augen sind nicht geeignet, ein so komplexes Wesen, wie ich es als Mensch bin, in seiner Größe zu erfassen. Und somit teilen alle Ameisen in Niedersachsen und NRW und der ganzen Bundesrepublik zusammengenommen ein Glaubensbekenntnis, und das lautet: Es gibt keinen Menschen. Die debattieren darüber gar nicht, sondern sind sich in dieser Frage ganz einig.
Nun, die Wahrheit ist: Wir existieren sehr wohl. Wir nehmen Gott nicht wahr, weil wir es nicht können. Was wir nicht direkt wissen oder sehen können, das glauben wir. Oder aber wir lehnen es eben ab. Das kann man natürlich entscheiden. Glaube klingt so ein bisschen wie so ein Theologentrick, ja, das musst du glauben. Ich habe das gestern Abend auch schon einmal angesprochen. Aber biblischer Glaube ist kein Lückenfüller, sondern biblischer Glaube beruht auf Offenbarung.
Dieser Teil der Grafik ist mir sehr wichtig. Es geht nicht allein um unsere Bemühung. Es geht nicht um die Schritte, die wir gehen können, auch wenn solche Schritte wichtig sein können. Die Schritte, die Sie heute Abend hier ins Zelt geführt haben, das waren schon wahrscheinlich ganz wichtige Schritte. Aber letztendlich sind wir darauf angewiesen, dass Gott etwas von sich selbst mitteilt, dass er uns entgegenkommt, dass er aufdeckt, was verborgen ist, und dass er sich uns offenbart.
Offenbarung heißt, dass Gott etwas von seiner Wirklichkeit Menschen zeigt. Dass es Gott gibt, ist glaubbar. Und wer oder was Gott ist, das offenbart er uns als Gott. Also sind wir im Blick auf die Frage nach Gott auf Information angewiesen. Damit meine ich jetzt nicht irgendwelche von Menschen angestellten Überlegungen. Sondern wir sind angewiesen auf verlässliche Information von oben, von ihm selbst, die dann zu uns gelangt.
Kein Mensch kann sich ja ausdenken, was es mit Gott und mit seinem Wesen auf sich hat. Wenn in einem Gespräch einer zu mir sagt: Für mich ist Gott ... und den Anfang eines solchen Satzes habe ich oft gehört. Was dann im zweiten Teil des Satzes kommt, kann ganz unterschiedlich ausfallen. Aber wie oft hat mir schon jemand gesagt: Für mich ist Gott ... als wenn die Wirklichkeit abhängig wäre von meiner Vorstellung.
Ich kann nicht einfach sagen: Für mich ist Gott. Für dich mag es der Gott der Bibel sein, für dich mag es eine Gottheit aus dem Hinduismus sein oder so. Andere sagen: Die Natur ist für mich Gott. Der Pantheismus, alles um uns herum, das Geschaffene ist göttlich. Und so: Für mich ist ... Für mich ist ...
Es muss doch eine übergeordnete Wahrheit geben. Ohne Offenbarung würde der Glaube irgendwie nebulös und diffus bleiben.

Die vier Wege der Selbstmitteilung Gottes

Wenn es also Gott gibt und wenn er nicht nur existiert, sondern sich uns auch mitteilen will, wenn es einen persönlichen Gott gibt, dann stellt sich die Frage: Wie teilt er sich mit? Wie offenbart sich Gott denn?
Nun, die Bibel zeigt vier Hauptwege der göttlichen Selbstoffenbarung. Das eine ist, dass Gott sich durch die Schöpfung oder in der Schöpfung offenbart. Die Welt ist voller Spuren Gottes.
Ein zweites ist unser Gewissen, unser moralisches Empfinden. Das ist mehr als ein Zufallsprodukt.
Drittens offenbart sich Gott in der Bibel. Meine ganz feste Überzeugung ist: Es ist mein Lieblingsbuch. Hier redet Gott. Es ist das außergewöhnlichste Buch in der Weltgeschichte, ein einzigartiges Buch mit Anspruch auf Wahrheit.
Und schließlich offenbart sich Gott in Jesus Christus, Gottes Selbstoffenbarung in Person, könnte man sagen.
Lassen Sie uns diese vier Offenbarungen einmal im Einzelnen etwas näher anschauen.

Ordnung und Absicht in der Welt

Vielleicht sind Sie auch so jemand, der gerne einmal mit dem Teleskop den Nachthimmel erforscht und die Milchstrasse versucht ausfindig zu machen. Dann können Sie einfach nur staunen über die unendlichen Weiten des Universums. Und dann fragt man sich natürlich: Woher kommt das? Wie weit reicht das eigentlich? Gibt es da irgendwo Grenzen? Oder habe ich hier schon einen Eindruck von Ewigkeit?
Oder nehmen wir den umgekehrten Fall: Wir nehmen nicht das Teleskop, sondern das Mikroskop und betrachten uns zum Beispiel ein Blatt, das im Herbst von den Bäumen fällt. Dann staunen wir, wie viel Ordnung selbst im Allerkleinsten steckt, das Gott gemacht hat. Unsere Schöpfung lässt auf einen Schöpfer schliessen. Eine planvoll angelegte Anfertigung braucht einen intelligenten Konstrukteur.
Alles in der Welt hat eine Ursache, alles. Wir sprechen hier vom Gesetz der Kausalität. Es gibt also immer einen Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung. Jeder Plan, so könnte man sagen, braucht einen Planer. Das Universum ist nicht planlos, ganz im Gegenteil: Es ist planvoll angelegt. Also muss es einen Planer des Universums geben.
Fällt Ihnen aus Ihrem Erfahrungshorizont irgendetwas ein, auf das das Gesetz der Kausalität nicht zutrifft? Also irgendetwas, das Sie kennen und beschreiben können, das keine Ursache hat? Sie können es mir gerne im Nachhinein mitteilen. Ich kenne nichts.
Keine Armbanduhr ohne Uhrmacher, kein Gebäude ohne Architekten, kein Gemälde ohne Künstler, keine verschlüsselte Botschaft ohne einen intelligenten Absender. Und je grösser der Entwurf ist, desto grösser der Planer.
Biber machen ja erstaunlich lange Dämme, und sie bauen sich ihre Burgen und so. Manchmal ist nicht jeder in der Schifffahrt davon begeistert. Aber erstaunlich ist, dass diese Dämme wirklich etwas abhalten. So etwas wie den 470 Meter langen Damm am Schmiedersee oder Emmertstausee dürfte nicht allzu weit weg von hier sein. Ich habe mich heute ein bisschen geografisch informiert, was es hier in der Umgebung gibt. Die Staumauer dort ist 470 Meter lang. So etwas kriegen Biber nicht hin. Will sagen: Je komplexer der Entwurf, desto grösser die Intelligenz, die dahinter steckt.
Wenn ein Pfadfinder zum Beispiel in einem Bach runde Kieselsteine findet, ist das nicht besonders überraschend. Natürliche Erosion hat die Steine so geformt. Durch dieses ständige Wälzen haben sie alle Ecken abgestossen und sind rund geworden. Wenn ein Pfadfinder allerdings eine Pfeilspitze aus demselben Material findet, dann erkennt er: Das ist nicht natürlich entstanden, sondern das ist gemacht. Das ist gezielt geformt, es ist gewollt.
Und so schreit alles in unserer Schöpfung: Da steckt Absicht dahinter. Nehmen wir das Universum, ohne dass ich jetzt Astrophysiker wäre oder so, aber das Universum gleicht einer gigantischen, perfekt abgestimmten Symphonie. Von den winzigsten Atomen bis zu riesigen Galaxien greifen alle Kräfte fehlerfrei ineinander. Würde sich nur eine einzige dieser kosmologischen Stellschrauben minimal verschieben, um wirklich die allergeringsten Werte, dann wäre zum Beispiel der präzise Abstand zwischen der Erdbahn und der Sonne zu gross oder zu klein, und Leben auf unserem Planeten wäre unmöglich.
Oder nehmen wir das andere: Das Leben seinerseits ist ebenfalls äusserst kompliziert. Der kleinste biologische Baustein, die DNA, enthält eine gewaltige Menge an Information, rund 750 Megabyte. Wer ab und zu mit Daten auf dem Computer zu tun hat oder vielleicht mal eine E-Mail verschickt, dem würde ich einen Anhang mit 750 MB nicht empfehlen. Das ist einfach ein bisschen viel. Nochmal: Der kleinste biologische Baustein, die DNA, hat genau diese Informationsmenge, kodiert in nur einem einzigen Molekül auf allerkleinstem Raum.
Ich will mal einen Vergleich bringen: Die Textdatei zu diesem Büchlein, das ich hier vorne liegen habe, das hat den Titel „Existiert Gott?“. Das Büchlein hat gerade mal 118 KB, Kilobyte. Ich weiss das deshalb so genau, weil ich das Buch geschrieben habe und weil ich die Datei lange genug auf meinem Rechner hatte. Das Endergebnis, als ich mit diesen 64 Seiten fertig war, betrug 118 KB. Und trotzdem würde doch niemand, auch wenn man sagen würde, das sei ja vergleichsweise wenig Information, sagen: Oh, welche seltene Naturerscheinung. Jeder wüsste genau: Da steckt jemand dahinter, der das aufgeschrieben hat.
Also ist es wirklich logisch zu behaupten, dass ein Lebewesen, gebildet aus Millionen Zellen auf DNA-Basis, keine intelligente Ursache hat? Dass diese genau abgestimmte Information einfach so zufällig zusammengefügt worden ist durch natürliche Umstände? Wissenschaftler geben die Wahrscheinlichkeit für die zufällige Entstehung eines einzelligen Lebewesens mit 1 zu 10 hoch 40 an. Das ist ein mathematischer Ausdruck für unmöglich. Und da reden wir nur von einem Einzeller. Die Chancen dafür, dass ein noch viel komplizierterer Mensch zufällig entsteht, sind zu gering, um das überhaupt berechnen zu können.
Also: Wir entdecken in der Natur Ordnung, Information und Schönheit, und wir fragen uns: Was steckt dahinter? Die Schöpfung ist nicht Gott, aber sie trägt seine Handschrift.

Das Gewissen als innere Spur

Das Zweite, was ich mit Ihnen anschauen möchte, ist das menschliche Gewissen, ebenfalls eine Spur Gottes.
Fragen Sie doch einmal jemanden: Wenn du etwas Falsches tun könntest, etwas, das dir selbst Vorteile bringt, und du wüsstest, niemand würde je davon erfahren, würdest du es tun? Wahrscheinlich werden viele mit Nein antworten. Und man fragt sich: Warum eigentlich nicht? Warum haben Menschen ein Gewissen, das hier plötzlich Nein sagt, das uns hindert, das eine oder andere zu tun, was eigentlich vorteilhaft wäre? Warum meldet sich so eine innere Stimme, obwohl draussen doch angeblich gar kein Richter ist?
Ist das Gewissen bloss ein Produkt der Evolution? Das ist ziemlich unwahrscheinlich, denn moralisches Verhalten ist eben nicht unbedingt von Vorteil. Ganz im Gegenteil: In der Evolution setzt sich ja das Stärkere auf Kosten des Schwächeren durch, ohne Rücksicht. Wie wollen wir Barmherzigkeit erklären oder Liebe erklären, wenn wir uns aus der Tierwelt emporgestemmt haben, also am Ende durch Selektion und Mutation als die grossen Sieger der Schöpfung dastehen? Das wäre sehr schwierig zu erklären, solche menschlichen Eigenschaften natürlich zu erklären.
Also haben Menschen ein Bewusstsein für allgemeingültige moralische Massstäbe. Man nennt das das Sittengesetz. Moralgesetze brauchen einen moralischen Gesetzgeber, und somit muss es einen höchsten moralischen Gesetzgeber geben. Das ist wiederum das Prinzip der Kausalität: Wo ein Gesetz ist, da muss ein Gesetzgeber sein.
Dieses geheimnisvolle „Du sollst“ – wo kommt das her? Da müssen wir auch nur in die Bibel schauen. Da finden wir nämlich dieses „Du sollst“, zum Beispiel im zweiten Buch Mose, Kapitel 20, zehnmal hintereinander: „Du sollst, du sollst, du sollst keine anderen Götter neben mir haben“ und so weiter. Und an vielen anderen Stellen auch. Dieses „Du sollst“ geht auf Gott zurück. In der Geschichte Israels schrieb er es auf steinerne Tafeln; wir nennen sie die Zehn Gebote. Und Gott hat seine Massstäbe nicht nur auf Stein gemeisselt, sondern hat sie auch in unsere Herzen geschrieben.
Bis heute trägt jeder Mensch, ob gläubig oder nicht, diese Stimme in sich, ganz egal, zu welcher Kultur man gehört. Auch dort, wo man das Gewissen vielleicht überlisten möchte, wir alle miteinander, die wir Menschen sind, haben ein Gewissen.
Jetzt garantieren Regeln natürlich nicht, dass sie auch eingehalten werden. Ein Professor sagte vor einer Prüfung zu seinen Studenten: Bitte lassen Sie bei der Prüfung jeweils einen Platz zum Nachbarn frei, damit Sie nicht in Versuchung kommen, wie es schon in der Heiligen Schrift heisst. Da meldete sich einer der Studenten und sagte: Aber, Herr Professor, wenn wir nicht an die Bibel glauben, was ist dann? Da sagte der Professor: Dann halten Sie besser zwei Stühle frei.
Ohne moralische Grundsätze wäre unser Leben nicht zu meistern. Und selbst wenn jemand die Heilige Schrift ignoriert oder die Zehn Gebote gar nicht kennen sollte, weiss er in seinem Herzen, was richtig ist und was nicht. Gott spricht in unserem Gewissen.
Noch einmal: Das kann bei Missbrauch natürlich abstumpfen. Es gibt manche, die ein abgestumpftes Gewissen haben. Wenn du eine Sache immer wieder machst, piekt es beim ersten Mal noch, aber beim zweiten Mal nicht mehr so stark. Und dann bist du irgendwann so abgestumpft, dass es dir nichts mehr ausmacht, einen Ladendiebstahl vorzunehmen oder Ähnliches.

Die Schrift als verlässliche Orientierung

Und deshalb, weil unser Gewissen natürlich auch nichts Verlässliches ist, redet Gott unmissverständlich durch sein Wort. Das ist das Dritte. Die Bibel ist Offenbarung in Worten. Ohne sie bleiben die Beobachtungen, die wir bisher angestellt haben, vage, wie Puzzleteile ohne Vorlage.
Unser Nachdenken über die Welt, unser Gewissen usw. bringt uns einen großen Schritt weiter, aber die Bibel bringt uns ans Ziel. Hier erkennen wir den Plan Gottes. Ich habe das gestern angedeutet, dass ich mich gerade mit dem letzten Buch der Bibel, der Offenbarung, ein wenig auseinandersetze. Es ist so aufregend, die Absichten Gottes ein wenig zu erforschen. Glauben Sie nicht, dass ich alles verstehe, was da steht, aber ich bin überwältigt von dem, was ich da in der Bibel lese.
Und die Bibel ist nicht nur die Offenbarung. In allen 66 Büchern ist sie eine Bibliothek. Die Bibel besteht aus dem ersten, zweiten, dritten und so weiter Buch Mose, den Propheten im Alten Testament, den poetischen Büchern, den Psalmen, dann den Evangelien, vier unterschiedlichen Berichten über das Leben von Jesus Christus. Wir werden uns an einem Abend ja auch noch etwas näher mit der Bibel und ihrer Glaubwürdigkeit beschäftigen.
Die Bibel beantwortet die entscheidende Frage: Was für ein Gott ist der, von dem wir reden? Jetzt haben wir so ein bisschen Argumente gesammelt: Gibt es Gott ja oder nein? Es spricht manches dafür. Manche werden sagen, das sind mir alles noch keine überzeugenden Beweise. Aber jetzt die Frage: Wenn es diesen Gott geben sollte, was für ein Gott ist das?
Und da sagt uns die Bibel, dass Gott etwa allmächtig ist und intelligent ist. Wir lesen in Markus 10: Denn bei Gott sind alle Dinge möglich. Die Bibel sagt, dass Gott moralisch vollkommen ist. 5. Mose 32: Der Fels, vollkommen ist sein Tun, denn alle seine Wege sind recht. Und sie sagt, dass Gott gnädig ist und voller Liebe. Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn, Jesus, gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Welch ein Satz! Gott liebt diese Welt, und er investiert sich in diese Welt hinein, in Person seines Sohnes, dass er seinen Sohn gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges, beständiges, göttliches Leben hat.
So zeigt uns die Schöpfung die Macht Gottes. Das Moralgesetz zeigt uns seine Vollkommenheit. Und die Bibel, und vor allem Jesus Christus, zeigen seine Gnade, seine Zugewandtheit und seine Liebe. Und somit stellen wir fest, dass wir die ganze Zeit Indizien gesammelt haben, die in eine klare Richtung weisen. Der Gott, den wir annehmen, ist der Gott der Bibel. Es spricht alles, was wir beobachten und überhaupt beurteilen können über die Existenz Gottes, für das, was die Bibel uns da näher erklärt und ausführt.

Jesus Christus als sichtbare Antwort

Und kommen wir dann zur Hauptperson der Bibel, zu Jesus Christus, beantwortet sich die Frage, ob es Gott gibt, ein weiteres Mal, und zwar so deutlich wie nur irgend möglich in ihm, in Jesus. Gott ist leibhaftig in dieser Welt erschienen, unter Menschen. Er hat sich auf unser Niveau begeben, auf Augenhöhe mit den Menschen seiner Zeit.
Er ist gesehen worden, man hat mit ihm gesprochen, man konnte ihn anfassen. Die Jünger sagen das: Das, was wir gesehen, gehört und mit unseren Sinneswahrnehmungen erfasst haben, das bezeugen wir euch. Solche Zeugen wie heute Abend Uli war, der von seinen Erfahrungen mit Jesus erzählt hat, waren die aus der ersten Generation. Sie konnten sogar davon erzählen, dass sie mit ihm gegessen haben und so weiter und so fort. Und das nicht nur mal so punktuell, sondern über einen Zeitraum von drei Jahren.
Er, Jesus, ist das Bild des unsichtbaren Gottes. Man könnte sagen: Jesus ist das Selfie Gottes. Wir können in ihm das Wesen Gottes erkennen. Das Bild des unsichtbaren Gottes: Im Griechischen steht dafür das Wort „Icon“, Bild. Und das ist dasselbe Wort, das auch für Götzenbilder verwendet wurde, Ikon, Götzenbild.
Die Heiden glaubten, ihre Götter seien irgendwo im Unsichtbaren verborgen. Also haben sie sich Bilder gemacht, um sich diese Götter vorstellen zu können. Es gibt viele Beispiele dafür. Millionen solcher Bilder sind in der Geschichte entstanden. Paulus sagt: Nicht in Götzenbildern erkennt man Gott, sondern in Jesus Christus. Er ist das wahre Ikon. Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes.
Ja, Gott ist für uns nicht sichtbar, darunter mögen wir leiden. Mose hatte einmal den Wunsch, Gott zu sehen, und Gott musste ihm sagen: Es ist nicht möglich, dass ein Mensch Gott sieht und am Leben bleibt. Also sollten wir uns schon auch bewusst machen, dass wir Gott nicht sehen können, während wir als sündige, unvollkommene Menschen auf dieser Erde leben. Das würden wir nicht überstehen. Gott ist absolut heilig und vollkommen. Und der Mensch ist sündig, völlig unvollkommen.
Es gibt ja viele Gegensatzpaare in der Welt: schwarz und weiß, groß und klein, dick und dünn und so. Aber das gravierendste Gegensatzpaar ist die Heiligkeit Gottes und die Sündhaftigkeit des Menschen. Das ist unser ganz großes Problem. Und deswegen kommen wir nicht so ohne weiteres an Gott heran.
Deswegen könnte man nicht einfach sagen: Wenn Gott doch mal die Wolken zur Seite ziehen würde, würde er sagen: Hallo, hier bin ich. Das wäre der Super-GAU, das würde keiner von uns überleben. Aber in Jesus Christus ist er sichtbar geworden, er ist einer von uns geworden. Im Angesicht von Jesus Christus hat man etwas erkannt vom Wesen Gottes. Man durfte ein wenig Einblick nehmen in das Herz Gottes.

Der Weg der Versöhnung

Damit sind wir bei der letzten Frage angekommen: Wie kann ich denn mit Gott in Verbindung treten?
Gott ist nach meiner Überzeugung der Autor der Bibel, und er kommt in seinen Werken selbst vor. Haben Sie früher die Alfred-Hitchcock-Filme gesehen? Alfred Hitchcock hat ja irgendwann, am Anfang lag es daran, dass es nicht genug Statisten gab, und da hat er selbst immer so eine Nebenrolle eingenommen, als der Regisseur, der berühmte Alfred Hitchcock. Dann saß er da mal im Zug oder so. Dann wurde das aber irgendwann zum Kult, dann haben die Zuschauer das immer erwartet. Und dann ist er also in all seinen Filmen kurz aufgetaucht. Bei den späten Filmen hat man das möglichst am Anfang gemacht, weil die Zuschauer immer gewartet haben: Wann kommt er, wann kommt er? Und haben gesagt: Komm, das bringen wir hinter uns, damit die Leute die Handlung auch mitkriegen.
Aber so ist es bei der Bibel nicht. Gott versteckt sich da nicht irgendwo, sondern er ist tatsächlich der, um den es in der Bibel geht. Jesus ist der, der Gott geoffenbart hat, als Hauptperson der Geschichte. Er ist das Zentrum der Geschichte. Es gibt zwei Zeiten: vor Christus und nach Christus. Und es gibt zwei Lebensweisen: mit Christus und ohne Christus. Uli ist einer, der mit Christus auf dem Weg ist, und viele andere hier auch. Ich darf mich da auch mit einreihen. Es ist gut, mit Jesus verbunden zu sein.
Nicht nur, dass er als Gott in die Welt eingetreten ist, sichtbar, hörbar, tastbar, wie die Jünger das gesagt haben: Warum kam er? Weil er uns den Weg zu Gott bahnen wollte, den wir uns nicht selber bahnen können. Nicht durch unsere Erkenntnis können wir erfassen, wer Gott ist. Nicht durch unsere Religiosität können wir uns Gott irgendwie annähern. Nicht durch moralische Anstrengungen. Alle Leitern, die wir anstellen, um aus der natürlichen in die übernatürliche Welt aufzusteigen, sind zu kurz. Alle Anstrengungen, die wir anstellen, sind unzureichend.
Aber Gott hat sozusagen eine Strickleiter von oben aus dem Himmel herabgelassen, und diese Leiter heißt Jesus Christus. Religiosität versucht, dass man als Mensch irgendwie Gott gerecht wird und etwas tut, damit er gnädig ist und so weiter. Aber nur durch Jesus wird die Verbindung zu Gott möglich.
Er, Jesus, hat in Johannes 14,6 gesagt: Ich bin der Weg, nicht ein Weg von vielen. Ich bin der Weg, ich bin die Wahrheit, ich bin das Leben. Niemand kommt zum Vater als allein nur durch mich. Es gibt keinen anderen Weg.
Da kann man in der ganzen Welt suchen. Ich kenne einen Martin Krampuis mit seiner Frau Elke, die in der ganzen Welt unterwegs gewesen sind und sich alle möglichen Religionen und Weltanschauungen angeschaut haben, alle möglichen Meditationsformen gelernt haben, in der Hoffnung, irgendwie das Göttliche zu finden. Und sie haben es nirgendwo gefunden. All das hat sie leer zurückgelassen. Bis ihnen jemand von Jesus erzählt hat. Und sie sich mit der Bibel beschäftigt haben. Und sie sich zu Jesus bekehrt haben, ihre Sünden bekannt haben, das, was uns von Gott trennt. Dieser gewaltige Unterschied ist aufgehoben worden in Jesus, der für unsere Sünden starb, der uns unsere Sünden vergeben möchte, der uns heilig und gerecht vor Gott stellen möchte. Nicht weil wir so heilig wären, sondern weil er gnädig ist, rechtfertigt er uns. Und wir dürfen als Kinder Gottes die Ewigkeit in seiner Gegenwart verbringen.
Das ist das Evangelium des Neuen Testaments. Das ist, wie ich gestern gesagt habe, die Kernbotschaft der christlichen Theologie. Darum geht es in all den unterschiedlichen Büchern, von Matthäus angefangen bis zur Offenbarung. Versuchen Sie, diesen Aspekt mal in der Bibel zu erforschen.
Die Schöpfung zeigt Gottes Macht. Das Gewissen zeigt seine moralische Vollkommenheit, seine Heiligkeit, seine absolute Heiligkeit. Die Bibel zeigt seine Gnade, und in Jesus Christus wird dieser ferne, unsichtbare Gott sichtbar. Er gibt die Antwort auf unsere Fragen und die Antwort auf unser aller tiefstes Bedürfnis: das Bedürfnis nach Vergebung, nach Versöhnung mit Gott, nach einem sinnvollen Leben, nach Annahme.

Der persönliche Schritt des Vertrauens

Was machen wir jetzt? Wenn ich nicht weiß, ob jemand zu Hause ist – wir sind ja eine vierköpfige Familie –, dann schließe ich die Tür auf. Und wenn ich zur Tür hereinkomme, rufe ich: Ist jemand da?
Und warum sollten Sie das im Hinblick auf den Himmel nicht auch einmal tun? Dass wir einfach mal diese Frage stellen: Ist da jemand?
Für jemanden, der schon lange betet und schon lange zur Stadtmission gehört, würde ich sagen: Das ist ein Gebet. Aber für jemanden, der zum ersten Mal betet, würde ich sagen: Das ist schon ein sehr, sehr gutes Gebet. So fängt es doch an, dass man mal den Kontakt aufnimmt. Ist da jemand?
Beten Sie. Das möchte ich Ihnen sehr ans Herz legen. Es geht gar nicht in allererster Linie darum, dass Sie sich jetzt hier jemandem anvertrauen oder dass Sie sich am Ende auch noch der Stadtmission anschließen. Glauben Sie nicht, dass das Ganze hier eine Werbeveranstaltung ist, weil Sie zu wenig Mitglieder hätten. Hat mir heute noch jemand gesagt: Eigentlich sind unsere Stühle alle besetzt, deswegen müssen wir es nicht machen. Sondern es geht den Leuten, die das hier veranstalten, um Sie und um den Frieden, den wir Ihnen so sehr gönnen in Ihrem Herzen, weil Sie Versöhnung mit Gott gefunden haben.
Beten Sie. Fassen Sie doch mal alle Ihre Fragen und Zweifel, Ihre Sehnsüchte, Ihre Erwartungen in Worte. Und es gibt diesen Gott, der diese Gebete ernst nimmt. Wenn man so formell betet: Vater, segne diese Speise – und was haben wir als Kinder alles für Gebete auswendig gelernt –, dann kann das Herz ganz woanders sein als unsere Worte, die wir aussprechen. Aber wenn wir aufrichtig sind, dann nimmt Gott das wahr.
Und ich habe das vorhin auf dem Sofa gesagt, auf dem Sessel: Das ist das, worauf er wartet, dass Leute beten. Als Paulus sich bekehrt hat, da war er der grösste Christenhasser seiner Zeit. Er hat die Gemeinde gnadenlos verfolgt. Und dann ist Gott ihm begegnet. Vielleicht kennen Sie die Bekehrung des Paulus, wie er da vor Damaskus von so einem Licht umstrahlt war. Und dann bekommt einer aus der Gemeinde in Damaskus von Gott mitgeteilt: Du, der Paulus, der ist jetzt irgendwie ganz klein mit Hut, und du gehst mal dahin, denn siehe, er betet.
Das ist so, als wenn Gott sagen würde: Pass mal auf, er atmet, er lebt. Ich habe gerade wahrgenommen, er hat sich an mich gewandt. Das war ein sehr religiöser Mann, der Paulus. Er war kein Gottloser. Er hat gemeint, also die Gemeinde verfolgen zu müssen, aufgrund seiner vorherigen Religion. Und dann sagt Gott: Siehe, er betet.
Also tun Sie das. Beten Sie. Ich selbst gehöre zu diesen merkwürdigen Menschen, die mit Gott reden – einfach, ehrlich, ohne ein frommes Vokabular gebrauchen zu müssen. Und das können Sie auch. Ich habe es so oft erlebt, dass er Gebete erhört. Und Udo hat auch davon erzählt.
Vielleicht tun Sie es heute auch. Und Sie fragen einfach Gott: Bist du da? Rechnen Sie mit einer Antwort.

Glaube, Umkehr und neues Leben

Das Nächste: Glauben Sie an Jesus Christus. Keines der Argumente von heute Abend kann an sich jemanden überzeugen, dessen bin ich mir bewusst. Letztendlich ist Glaube gefragt.
Wir reden hier von Glauben. Ja, wie kann ich glauben? Diese Vokabel ist wichtig. Es geht um den biblischen Glauben. Gott wird sich nicht beweisen. Beweise sind zwingend, da kann man nicht anders als zustimmen. Aber Gott zwingt niemanden. Darum möchte er, dass wir ihm vertrauen.
In Hebräer 11 steht: Es ist unmöglich, dass Gott an jemandem Gefallen hat, der ihm nicht vertraut. Wer zu Gott kommen will, muss fest damit rechnen, dass es ihn gibt und dass er die Menschen belohnt, die ihn suchen.
Und dann bekennen sie ihre Schuld, wenn sie das einsehen, dass das das Problem ist: dass wir Sünder sind und er als Gott heilig ist, dass diese Distanz besteht zwischen uns verlorenen Menschen und diesem heiligen und gerechten Gott. Dann bekennen sie das, was stört, und laden es ab, sinnbildlich unter dem Kreuz, denn Jesus starb für unsere Sünden.
Da werden sie sündelos, lastenlos, und sie können wieder aufrecht gehen, wenn er ihnen ihre Schuld und Sünde vergibt. Laden Sie Jesus darauf in ihr Leben ein. Bekehrung kann man eigentlich ganz kurz auf die Formel bringen: Sünde raus, Jesus rein. Ich weiß, das ist sehr einfach, aber letztendlich ist es das.
Wir bekennen unsere Sünden und werden das los, was uns belastet. Und wir laden ihn ein, jetzt der Herr in unserem Leben zu sein. Und wenn Sie in den letzten beiden Veranstaltungen hier gewesen sind, dann haben wir das am Ende auch immer so gebetet: Vergib mir meine Sünden und komm du in mein Leben.
Laden Sie Jesus in ihr Leben ein, so viele ihn aufnahmen. Johannes 1,12: denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu sein, denen, die an seinen Namen glauben.

Wachstum, Gemeinschaft und Zeugnis

Dann lesen Sie unbedingt in der Bibel. Das sollten Sie vielleicht auch von Anfang an schon tun und darin suchen, was Gott Ihnen sonst noch persönlich mitzuteilen hat. Lesen Sie in der Bibel.
Ich lese jeden Tag. Ich will jetzt den Maßstab nicht so hochhängen, und das muss auch keiner nachmachen, aber ich lese seit Jahren jeden Tag zehn Kapitel in der Bibel. Ich habe da so einen Bibelleseplan, den ich wahrscheinlich hier im Herbst letzten Jahres auch schon mal vorgestellt habe, und ich tue das mit wachsender Begeisterung. Es gibt immer wieder Neues zu entdecken über diesen Gott. Und so wachsen wir dann auch im Glauben. Das ist sozusagen die geistliche Nahrung, die wir zu uns nehmen.
Biologisch müssen wir essen, sonst verhungern wir irgendwann. Und wenn du dich wunderst, dass dein Glaube so ausgetrocknet ist, dann liegt es vielleicht daran, dass du ihn nicht ernährst. Lies in der Bibel.
Und schließlich: Suchen und pflegen Sie die Gemeinschaft mit anderen Christen. Nein, das ist keine Werbung für die Stadtmission. Wenn Sie eine bibeltreue Gemeinde finden, wo Jesus der Mittelpunkt ist, dann ist es eigentlich völlig egal, wie diese Denomination oder Konfession heißt. Hauptsache, es ist die Gemeinde von Jesus. Und es ist so wichtig, dass wir uns miteinander austauschen.
Es war so schön, sich mit dem Janis da von Sessel zu Sessel zu unterhalten. Und das ist Gemeinde: dass man sich austauscht, dass der eine Fragen stellt, Antworten bekommt. Dann hat er ja auch seine Überzeugung dazugegeben, und das bereichert mich dann wieder. Ich hätte am liebsten weitergemacht. Ich könnte mir vorstellen, so einen Abend auch mal mit dir oder mit dem Michael oder anderen in einer Runde hier zu verbringen, und das Mikro geht hin und her, so eine NDR Talkshow. Im Zelt an dem Weserufer, das wäre doch mal ein ganz neues Format.
Ich komme zum Schluss. Vor Gericht werden Beweise durch Zeugen erbracht. Und wisst ihr, es gibt Millionen von Zeugen. Einen haben wir heute Abend gehört, ich möchte auch so einer sein, Jannis Aure und so. Es gibt weltweit Millionen von Zeugen. Wenn die Sache, die wir heute Abend besprochen haben, vor Gericht verhandelt würde, wäre sie längst bewiesen, denn so viele Zeugen können nicht irren. Nehmen Sie es doch an und ignorieren Sie die Beweise nicht. Amen.