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Befreiung verantworten – Teil 2

Jesu Leben und Lehre, Teil 495/697
10.12.2024Lukas 11,24-28
SERIE - Teil 495 / 697Jesu Leben und Lehre

Einführung in das Thema der Befreiung und Warnung vor geistlicher Leere

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist. Episode 494: „Befreiung verantworten Teil 2“.

Hören wir uns zunächst noch einmal den Text an, mit dem Jesus die Menschen warnt, die sich von bösen Dämonen befreien lassen, aber nicht wissen, wie sie mit dieser Freiheit umgehen sollen.

 Lukas 11,24-26:
„Wenn der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist, so durchwandert er dürre Orte und sucht Ruhe. Und da er sie nicht findet, spricht er: ‚Ich will in mein Haus zurückkehren, von wo ich ausgegangen bin.‘ Und wenn er kommt, findet er es gekehrt und geschmückt. Dann geht er hin und nimmt sieben andere Geister mit, böser als er selbst, und sie gehen hinein und wohnen dort. Und das Ende jenes Menschen wird schlimmer sein als der Anfang.“

In der letzten Episode hatte ich gesagt: Wehe dem, der nicht versteht, dass in ihm ein Vakuum herrscht, das mit Glauben und Nachfolge gefüllt werden will.

Wie komme ich auf diesen Gedanken? Ganz einfach: Ich lese weiter.

 Lukas 11,27-28:
„Es geschah aber, als er dies sagte, da erhob eine Frau aus der Volksmenge ihre Stimme und sprach zu ihm: ‚Glückselig der Leib, der dich getragen und die Brüste, die du gesogen hast!‘ Er aber sprach: ‚Gewiss, doch glückselig sind die, die das Wort Gottes hören und befolgen.‘“

Die Bedeutung der Reaktion auf Gottes Wort

Noch während Jesus von der Rückkehr der unreinen Geister spricht, beginnt eine Frau aus der Volksmenge zu reden. Es ist diese Nähe der Ereignisse, die mich glauben lässt, dass sie auch inhaltlich miteinander verbunden sind.

Wenn Jesus über den Menschen spricht, dessen Ende schlimmer ist als sein Anfang, dann drängt sich dem Hörer förmlich eine Frage auf: Was muss ich tun, damit mir das nicht auch passiert? Die Antwort findet sich in dem, was Jesus der Frau antwortet.

Die Frau feiert Maria. Für sie wäre es das Größte, so einen Sohn wie Jesus zu haben. "Glückselig der Leib, der dich getragen und die Brüste, die du gesogen hast." Hintergrund ist natürlich, dass der Wert einer Mutter an den Errungenschaften ihres Sohnes gemessen wird. Einen solchen Rabbi wie diesen Jesus hervorgebracht zu haben – einen, der böse Geister austreibt – das wäre schon etwas Besonderes. Da kann sich Maria etwas darauf einbilden, jedenfalls in den Augen dieser Frau.

Doch was sagt Jesus? In Lukas 11,28 heißt es: "Er aber sprach: Gewiss, doch glückselig sind die, die das Wort Gottes hören und befolgen."

Zuerst einmal streicht Jesus nicht völlig durch, was die Frau sagt. Aber er stimmt ihr auch nicht uneingeschränkt zu. Einerseits liegt ein besonderer Segen auf Maria.

Der Segen Marias und die wahre Glückseligkeit

Elisabeth bringt diesen Segen in Lukas 1, Verse 41 und 42 zum Ausdruck: „Und es geschah, als Elisabeth den Gruß der Maria hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Und Elisabeth wurde mit dem Heiligen Geist erfüllt. Sie rief mit lauter Stimme und sprach: Gesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.“

Es ist ein Segen, von Gott selbst auserwählt zu werden, um den Sohn Gottes zur Welt zu bringen. Doch Vorsicht ist geboten, wenn man bei dieser Sichtweise stehen bleibt. Für Maria ist das ein Segen, aber es reicht nicht, sie nur für ihre Rolle in der Heilsgeschichte zu feiern.

Wirkliches Glück findet sich nicht in der Bewunderung anderer Menschen, egal wie groß und bedeutend deren Leistungen sind. Natürlich ist es beeindruckend, einen Nobelpreisträger zu kennen oder mit einem bekannten Schauspieler verwandt zu sein. Aber wahres Glück liegt nicht in der Bewunderung von Menschen.

In Lukas 11, Vers 28 heißt es: „Er aber sprach: Gewiss, doch glückselig sind die, die das Wort Gottes hören und befolgen.“ Es geht also darum, das Wort Gottes zu hören und zu befolgen. Darin liegt wahres Glück.

Ja, es ist großartig, wenn Gott mich gebraucht, so wie er Maria gebraucht hat. Aber allein die Tatsache, dass Gott mich für seine Pläne einsetzt, darf mich nicht täuschen.

Warnung vor falscher Sicherheit trotz göttlicher Berufung

Dass Gott mich gebraucht, ist noch kein Beweis für seinen Segen. Gott hat auch den Pharao benutzt, um sich durch ihn zu verherrlichen.

Am Ende der Bergpredigt haben wir bereits von Menschen gehört, die von Gott gebraucht wurden, aber nie wirklich gläubig waren. In Matthäus 7,21-23 heißt es:

„Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr, wird in das Reich der Himmel hineinkommen, sondern nur der, der den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist. Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht durch deinen Namen Geister ausgetrieben und durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben und durch deinen Namen viele Wunderwerke getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch niemals gekannt. Weicht von mir, ihr Übeltäter!“

Kehren wir zurück zu Lukas. Dort steht in Lukas 11,28:

„Er aber sprach: Gewiss, doch glückselig sind die, die das Wort Gottes hören und befolgen.“

Die Verbindung zwischen Befreiung und Nachfolge

Was hat das jetzt mit den unreinen Geistern zu tun? Die Antwort findet sich in Vers 25. Der böse Geist wird ausgetrieben, weiß nicht recht, wo er sich niederlassen soll, findet keine Ruhe und denkt sich schließlich: „Ich will in mein Haus zurückkehren, von wo ich ausgegangen bin.“

Und dann heißt es in Lukas 11,25: „Und wenn er kommt, findet er es gekehrt und geschmückt.“

Das ist das eigentliche Problem. Die Geschichte von dem unreinen Geist, der zurückkommt, beschreibt einen Menschen, der Gottes Befreiung von dämonischen Mächten erlebt, aber nicht auf die geistliche Dimension dieser Befreiung reagiert. Er ist glücklich damit, frei zu sein. Aber er hat aus der ganzen Sache nichts gelernt. Vielmehr ist er immer noch offen für dämonische Einflüsse. So offen, dass er jetzt zur Wohnung für acht böse Geister wird.

Man kann sich leicht vorstellen, inwiefern dieser Zustand ärger ist als der Ausgangszustand. Wenn es schon schwer ist, einen Dämon loszuwerden, wie viel schwieriger ist es dann, eine ganze Dämonen-WG auszutreiben?

Wir können dieses Prinzip, wie ich denke, verallgemeinern: Dort, wo Gott Befreiung schenkt, tut er das, weil er sich Nachfolge wünscht. Oder anders gesagt: Das Glück der Befreiung soll sich in wahres Glück verwandeln. Wahres Glück hat damit zu tun, dass ein Mensch Gottes Wort hört und Gottes Gebote befolgt.

Die Rolle des Heiligen Geistes und der geistlichen Nachfolge

Wenn er das nämlich tut, tritt an die Stelle, wo vorher der böse Geist war, jetzt ein anderer Geist: der Heilige Geist.

Dann fülle ich das geistliche Vakuum in mir mit Glauben und sorge dafür, dass kein Platz mehr für andere böse Einflüsse bleibt. Merkt ihr, es geht um den Fokus. Befreiung ist toll, Menschen kennenzulernen, mit denen Gott Geschichte schreibt, ist toll.

Aber Gott möchte den Fokus unseres Lebens immer weg von seinen Gaben und auch weg von anderen Menschen lenken. Er will, dass wir uns auf die eine Sache konzentrieren, die wirklich zählt – und das ist er selbst.

Er will uns belehren, er will uns heiligen, und er will in uns Gestalt gewinnen. Und das wiederum ist wahre Glückseligkeit.

Abschluss und praktische Anwendung

Was könntest du jetzt tun? Überlege, ob du weiterhin mit Leidenschaft und Interesse Gottes Wort studierst, um seine Gebote zu befolgen.

Das war es für heute. Bete gerade jetzt viel und intensiv für die Politiker in unserem Land.

Der Herr segne dich, lasse dich seine Gnade erfahren und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

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