Zum Inhalt

Vielfältig empfangen unter Verfolgung

Jesu Leben und Lehre, Teil 645/651
25.11.2025Matthäus 19,29
SERIE - Teil 645 / 651Jesu Leben und Lehre

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter ist, Weg, Wahrheit und Leben.

Episode 645: Vielfältig empfangen unter Verfolgung.

Einführung in die Nachfolge und das Gericht

Was wird aus uns werden?, fragt Petrus. Die erste Antwort Jesu hat es bereits in sich: Die Apostel werden das Volk Israel richten. Sie werden die Unbußfertigkeit und die Ablehnung ihrer Zeitgenossen am jüngsten Tag verurteilen.

Dabei stehen die zwölf Apostel hier stellvertretend für alle wahren Christen. Wir werden nach unserem Tod mit dem Herrn Jesus vom Himmel her herrschen und am jüngsten Tag gemeinsam mit ihm richten.

Wir sind der Leib Christi vor unserem Tod auf der Erde. Und natürlich sind wir das auch nach unserem Tod im Himmel. Der Himmel ist für mich die himmlische Welt, in der sich jetzt sowohl Jesus als auch die gestorbenen Gläubigen aufhalten. Der Hebräerbrief würde sagen: die Geister der vollendeten Gerechten.

Wir werden dann, bildlich gesprochen, mit Jesus auf seinem Thron sitzen, irgendwie Anteil an seiner Regentschaft haben und auf unsere leibliche Auferstehung warten.

Verheißung des Empfangens trotz Verlusten

Schauen wir uns die zweite Antwort an, mit der Jesus auf die Frage des Petrus antwortet. In Markus 10, Verse 29 und 30, sagt Jesus: „Wahrlich, ich sage euch, es ist niemand, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder oder Äcker verlassen hat um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der nicht hundertfach empfängt – jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker – unter Verfolgungen – und im kommenden Zeitalter ewiges Leben.“

Jesus greift hier erneut das auf, was Petrus angesprochen hat. Dieser betont, dass sie alles verlassen haben, um Jesus nachzufolgen. Der Herr zeigt, dass all diejenigen, die um seines Willen und um des Evangeliums willen Menschen oder Besitz zurücklassen, auch etwas empfangen werden. Und zwar nicht nur in diesem Leben, sondern auch im kommenden Zeitalter.

Die Nachfolge ist mit Kosten und Brüchen verbunden. Das darf man nicht vergessen. Aber sie ist auch schon in diesem Leben ein Gewinn.

Ich habe das ganz persönlich in meinem Leben erfahren. Meine Bekehrung und die darauf folgende Hochzeit mit meiner langjährigen Freundin kosteten mich die Beziehung zu meinem Vater. Plötzlich stand ich mitten im Studium ziemlich allein da, fast ohne Familie.

Doch mein Verlust wurde durch eine andere Familie ausgeglichen – durch geistliche Geschwister. Ich kann ehrlich bekennen, dass ich viel mehr an Beziehung, Unterstützung und Fürsorge durch diese neue Familie erhalten habe, als mir meine eigentliche Familie je hätte geben können.

Was Jesus hier formuliert, ist einfach wahr.

Die Bedeutung von Verlassen und Nachfolge

 Lukas 18,29-30: Er aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, niemand hat Haus oder Frau oder Brüder oder Eltern oder Kinder verlassen um des Reiches Gottes willen, der nicht vielfach empfängt in dieser Zeit und in dem kommenden Zeitalter ewiges Leben.

An dieser Stelle möchte ich eine Warnung einstreuen. Es geht hier um Brüche, die dadurch entstehen, dass wir Jesus nachfolgen. Im Hintergrund steht immer die Frage, woran mein Herz hängt.

Das wissen wir, weil wir den reichen Jüngling kennengelernt haben. Er ist der Prototyp dessen, der nicht bereit war zu verlassen. Ich muss das aufgeben, was mich in der Nachfolge behindert.

Das kann bedeuten, dass ich tatsächlich mein Traumhaus verkaufe und das Geld spende. Oder meinen Job wechsle und mit weniger Geld auskomme, weil ich mehr Zeit für den Dienst im Reich Gottes brauche. Vielleicht gebe ich meine Faulheit auf und arbeite, obwohl ich viel einfacher von Sozialleistungen leben könnte. Oder ich heirate nicht, obwohl meine Mutter sich so sehr Enkelkinder wünscht. Möglicherweise akzeptiere ich, dass meine Enkelkinder auf Abstand gehen, weil sie sich für ihre fromme Oma schämen. Oder ich mache meine Hausaufgaben, auch wenn mich das in den Augen der anderen uncool dastehen lässt.

Verlassen hat viele Gesichter. Aber immer geht es darum, dass ich aufgebe, woran mein Herz hängt – sei es Wohlstand, familiäre Bindungen, Karriere, Bequemlichkeit, Freundschaften oder anderes.

Warnung vor falschem Verlassen

So nun meine Warnung: Es gibt ein falsches Verlassen, das nicht aus Treue zu Christus geschieht, sondern aus Verantwortungslosigkeit, Egoismus oder geistlicher Überheblichkeit.

In 1. Timotheus 5,8 heißt es: Wenn aber jemand für die Seinen und besonders für die Hausgenossen nicht sorgt, so hat er den Glauben verleugnet und ist schlechter als ein Ungläubiger. Wer unter dem Deckmantel der Nachfolge seine familiären Pflichten vernachlässigt, der verleugnet in Wahrheit den Glauben.

Der Bruch, von dem Jesus spricht, wird nicht aktiv gesucht, sondern in Kauf genommen, wenn er unvermeidbar ist. Er ist niemals Selbstzweck. Nachfolge darf nie zum Deckmantel für Pflichtvergessenheit oder soziale Kälte werden.

Das wahre Verlassen geschieht um Jesu und des Reiches Gottes willen – und niemals um des eigenen Egos willen.

Die Verheißung des hundertfachen Empfangens

Kommen wir nun zu dem, was Jesus sagt. In Matthäus 19,29 heißt es: „Und jeder, der Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder oder Äcker um meines Namens willen verlassen hat, wird hundertfach empfangen und das ewige Leben erben.“

Als Nachfolger Jesu werden wir mit der Realität der messianischen Ekklesia beschenkt. Jesus beschreibt das, was wir bekommen, mit den Worten „hundertfach, vielfältig und unter Verfolgungen“. Hier geht es nicht darum, dass derjenige, der ein Haus aufgibt, am Ende mit hundert Häusern dasteht. Auch wenn der Vers gern von Vertretern des sogenannten Wohlstandsevangeliums missbraucht wird, geht es hier um etwas ganz anderes.

Wer als Jünger Jesu sein Zuhause aufgeben muss, der wird bei ganz vielen Menschen unterkommen. Darum geht es. Wer seine leibliche Familie einbüßt, gewinnt eine geistliche Familie hinzu. Wer seine eigenen Kinder verliert, der zeugt neue geistliche Kinder. Wer seinen Acker, also seine Existenzgrundlage, verliert, um Jesus nachzufolgen, dem werden sich neue Möglichkeiten auftun.

Gott weiß die Menschen, die um Jesu und um des Evangeliums willen ihren Besitz, ihre Beziehungen oder ihre Zukunft opfern. Er weiß sie auf vielfältige Weise zu beschenken.

Segen und Verfolgung in der Nachfolge

Allerdings ist dies mit einer Einschränkung verbunden: unter Verfolgungen bleibt Jesus nüchtern.

Als Jünger Jesu erfahren wir den Segen der weltweiten Gemeinschaft der Gläubigen. Das sind Menschen, die Gott lieben, Jesus nachfolgen und sich in Liebe umeinander kümmern. Diese Erfahrung findet jedoch gleichzeitig statt, während wir ausgegrenzt und verfolgt werden.

Das ist es, was Jesus seinen Jüngern für diese Zeit, also für das Leben hier auf der Erde, verheißt. Doch damit ist noch nicht Schluss. Es gibt ein kommendes Zeitalter, in dem der Hauptgewinn auf uns wartet – nämlich das ewige Leben.

Abschluss und praktische Anwendung

Was könntest du jetzt tun? Nimm dir Zeit, um Gott für die Geschwister in deiner Gemeinde und ihren Dienst an dir zu danken.

Das war's für heute. Überlege nun, wie du selbst als Teil einer geistlichen Gemeinschaft denen helfen kannst, die durch ihre Bekehrung in Not geraten sind.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.