Vortrag 1 : Fundamente für eine glückliche Ehe legen
12.06.2011
Serie•Teil 1 / 3Allgäuer Jugendpfingstfreizeit 2011
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Generierte Mitschrift
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Einleitung und persönliche Rahmung
Ich habe heute Abend ein Thema, bei dem ich davon überzeugt bin, dass ein Teil von euch denkt: Also dieses Mann-und-Frau-Freundschaftsphase-Thema kriegt man in einer guten Jugendarbeit doch jedes Jahr einmal.
Da hat so ein Jugendmitarbeiter eine Liste mit Themen: Was muss man einmal im Jahr gepredigt haben, was muss man einmal im Jahr bringen? Und da gehört bestimmt dieses Thema dazu. Freundschaft, was darf man alles nicht? Und jetzt auch noch auf der Pfingstjugendfreizeit hier, kommt schon wieder dieses Thema.
Ich will zu meiner Entschuldigung einmal sagen: Ich bin nicht schuld, okay? Also ich bin an der Stelle so halb unschuldig, halb deshalb, weil ich natürlich dieses Thema Holi ins Spiel gebracht habe. Und dann dachte er: Holi, das wäre total gut. Und ich dachte dann auch: Ja, das wäre gut. Also aber nicht ganz schuld, okay? Also so halb.
Und vielleicht kann die eine Hälfte, die jetzt abschaltet und denkt, die andere Hälfte motivieren, die sagt: Na ja, wenn er nicht ganz schuld ist, vielleicht schon irgendwie höflich einfach dabei zu bleiben. Dass das so ein ausgewogenes Ding gibt, okay? Also so ein Mischmasch einfach.
Wenn ihr euch an gestern erinnert: Ich habe einen Traum. Ich bin nicht Martin Luther King, I have a dream, aber ich habe so etwas Ähnliches wie einen Traum. Ich habe einen Traum, dass man sonntags in den Gottesdienst kommt und vielleicht zum ersten Mal eine neue Gemeinde besucht. Und da sieht man Achtzigjährige Hand in Hand, eng aneinander gekuschelt, in den Gottesdienstraum kommen.
Und da sieht man vielleicht vorne so ein paar jüngere Pärchen, wie während der Predigt die Frau einfach den Kopf auf die Schulter des Mannes legt, und dann hören sie gemeinsam der Predigt zu. Und man merkt auch nach dem Gottesdienst beim Kaffeetrinken: Boah, wo du da auch hinschaust, überall Pärchen, die sich einfach lieb haben. I have a dream.
Warum? Weil so ist es nicht. Aber ich habe diesen Traum, dass Christen nicht nur davon reden, dass sie die gute Nachricht haben von der alles verändernden Kraft Gottes, die uns ja von innen heraus zu so ganz anderen liebenswerten Geschöpfen macht, sondern dass sich das zeigt.
Und zwar zuerst einmal da, wo es völlig natürlich ist: im Umgang mit der Person, die ich mir in unserem Kulturkreis aussuchen kann, bevor ich Ja sage. Also nicht so, dass du eine Rahel heiraten willst und dann, wenn irgendwie alles rum ist, machst du dir den Schleier hoch und sagst: Hm.
Ich hoffe, dass ihr alle froh seid, dass ihr nicht in so einer Kultur lebt, weil das gibt’s noch, ja? Da kriegst du jemanden, und dann wird dir gesagt: Du heiratest. Und du denkst dir: Super, wen denn? Sag ich dir nicht. Und dann kannst du warten, und kannst hoffen, und betest wahrscheinlich ganz viel.
Das ist meine Vision.
Warum geistliche Entwicklung im Alltag beginnt
Ich habe euch gestern diese Idee mitgegeben, aus eurem Leben etwas Besonderes zu machen. Und ich sehe euch hier sitzen: Ihr seid alles einmalige, ganz tolle Leute, wirklich jeden einzelnen, den ich hier sehe. Ich bin total begeistert, aus meiner etwas so Middle-Grufti-Perspektive, noch nicht ganz am Ende, aber auch nicht mehr ganz am Anfang, irgendwo so in der Mitte. Ich erlebe euch und muss sagen: super, ich sehe euch, ich bin begeistert.
Ich habe einfach Angst, dass ihr aus eurem Leben nichts machen könntet, dass ihr keine gute Geschichte mit eurem Leben schreibt. Eine Geschichte, wo ihr am Ende zurückblickt und denkt: Schade, hätte ich doch bloß damals, anno 2011, zugehört. Aber habe ich nicht. Dann habe ich genau das gemacht, was er damals sagte. Ich habe eine Geschichte gelebt, wo man unterm Strich sagen muss: Ja, es war schon das eine oder andere los, ich habe es auch halbwegs hinter mich gebracht. Aber so richtig überragend war es eigentlich nicht.
Ich würde mit euch gerne darüber nachdenken, was es braucht, um eine gute Geschichte zu schreiben. Es fängt natürlich damit an. Die Grundlage ist das, was im Alten Testament genannt wird: die Furcht des Herrn, ein Begriff, über den ihr vielleicht selten eine Predigt gehört habt. Es ist eine Haltung, und zwar eine Haltung aus Respekt, Liebe und Gottvertrauen. Respekt, Liebe und Gottvertrauen. Und mit dieser Haltung geht man an Gottes Wort heran, nimmt es ernst, will das Richtige tun und tut es auch.
Wo sich das im Leben eines Menschen findet, also eine Haltung, eine richtige Haltung Gott gegenüber, die sich Gottes Wort schnappt und sagt: Ich will wissen, was da drinsteht, und das auch tut, da spricht man davon, dass die Furcht des Herrn, Gottesfurcht, im Leben eines Menschen da ist. Und an dieser Stelle beginnt überhaupt erst ein neues Leben. Wo das nicht ist, brauchen wir nicht über eine gute Geschichte nachzudenken, weil du dich gar nicht an der Stelle auf das zurückziehst, was hier steht.
Das Nächste, was wir auch gestern schon hatten: Wir brauchen eine Vision. Ich habe euch ein bisschen versucht, diese Vision vom Hohelied schmackhaft zu machen. Ich kann jetzt nicht in die Details gehen, weil das blöd ist mit Jugendlichen über Hochzeitsnacht, reife Ehe und alles, was da so steht. Das machen wir nicht. Aber ich habe versucht, euch so ein ganz kleines bisschen beizubringen, dass die Bibel, wenn sie über Ehe redet, eine Idee hat von Leidenschaftlichkeit und Tiefgang und Miteinander und Zweisamkeit, wo man wirklich sagt: Wenn das so stimmt, dann ist das doch eigentlich genau das, was alle haben wollen, aber unterm Strich nicht kriegen.
Und ich wünsche mir, dass ihr diese Vision mitnehmt. Dass ihr nicht klein von Ehe denkt, dass ihr nicht Ehe messt an dem, was ihr schon kennt in eurem Umfeld, sondern dass ihr eine hohe Vision habt und sagt: Ich möchte mal in zwanzig, dreißig, vierzig Jahren, wenn Gott es zulässt, dass ich einen Partner finde, der sich an meine Seite traut. Aber dann möchte ich auch wirklich jemand sein, der das auskostet, der an der Stelle tief drinsteckt, der da sagt: Wow, ja. Und der für andere zum Vorbild wird.
Und damit das klappen kann, könnt ihr natürlich nicht sagen: Okay, dann warte ich mal dreißig Jahre und drücke die Daumen, vielleicht wird es ja was. Sondern da braucht ihr heute schon erste Schritte darauf hin, und da möchte ich mit euch darüber nachdenken. Ich habe es euch hier hingeschrieben: Schritt für Schritt darauf zugehen.
Missverständnisse über Veränderung und der tägliche Weg
Es gibt einen Irrglauben in der Christenheit, auch unter jungen Christen, und ich möchte euch das vormachen. Ich hoffe, ich reiße hier nichts um.
Leute denken, Heiligung, dieses „Ich werde anders“, funktioniert ungefähr so: Man braucht irgendwie von außen das richtige Buch, den richtigen Mentor, irgendetwas, und dann macht man so und denkt so: Ich bin ein ganz anderer. Und das machst du irgendwie alle drei Jahre, dann musst du schon ein bisschen weiter, ich gehe mal ein bisschen davon, und nochmal, dann hast du es geschafft. Und dann ist das der alte Jürgen, hier ist der neue Jürgen.
Das ist das, wie man gemeinhin glaubt, dass Heiligung funktioniert: so sprunghaft, eruptiv, gewaltsam nach vorne, am besten so, dass man nicht viel tun muss, instant, aufreißen, einrühren, fertig.
Die Realität ist aber die: Wenn du eine leidenschaftliche Ehe haben willst, wenn Heiligung für dich nicht nur etwas ist, worüber du gezwungenermaßen singst, wenn Benny dir ein Lied vorgibt, sondern wenn du wirklich begriffen hast: Ich stehe hier, und mein Ziel ist irgendwo da drüben in der Ewigkeit, und der Heilige Geist meint das ernst, wenn er sagt, ich möchte dich umgestalten in das Bild Christi, dann ist das nicht nur so ein Werbegag, sondern das ist ernst gemeint. Und da geht es nicht äußerlich darum, dass ihr alle einen Bart tragen müsst, sondern es geht um den Charakter. Dass ihr wirklich total liebe Charaktere werdet, solche, die sich freiwillig für andere hingeben, die ein Herz haben für andere Leute, dass euch Hören und Sehen vergeht.
Dann funktioniert Heiligung folgendermaßen: Du liest deine Bibel. Dann stellst du fest, da steht drin: Oh, ich sollte etwas ändern. Und dann gehst du heute, weil du das gelesen hast, einen gigantischen Schritt nach vorne. Und weil du ein kluger Kerl bist, gehst du morgen wieder, liest deine Bibel, vielleicht machst du es noch schlauer: Der Vers, der dich am meisten anspricht, den lernst du auswendig. Das sind meine Bibelverskärtchen für 2011, wo ich gerade stecke. Alles Verse, die mich so die letzten zwölf Monate angesprochen haben. Ich bin schon älter, da kann man nicht mehr so viel lernen, das braucht man länger. Ihr könntet einen viel dickeren Stapel haben.
Aber ihr lernt den Vers, und dann geht ihr wieder einen gigantischen Schritt nach vorne. Ja, so. Und dann der nächste Schritt. Und wieder ein Schritt. Und wieder. Jeden Tag ein Schrittchen. Dann bleibt man manchmal stehen, weil man es vergisst, aber dann denkt man wieder an Heiligung weiter.
Und ihr merkt schon, das ist nicht so froschig, spruck, spruck, sondern das ist eher sehr langsam. Das ist so langsam, dass du manchmal den Eindruck hast, du trittst auf der Stelle. Ganz ehrlich.
Die Wahrheit ist aber, dass es die einzige Art ist, wie du dich überhaupt veränderst. Entweder veränderst du dich heute um den kleinen Schritt, der heute möglich ist, oder du veränderst dich gar nicht. Nochmal: Entweder hast du dich heute verändert in deinem geistlichen Leben, oder du wirst dich nicht verändern.
Heiligung ist nichts, was über dich kommt wie ein Schnupfen, wenn du mit der Berliner U-Bahn fährst. Heiligung ist etwas, wozu du dich jeden Tag neu entscheiden musst. Und wenn du auf den großen Sprung wartest und hoffst, dass über Nacht die Zahnfee kommt und aus dir irgendetwas anderes macht, vergiss es. Es gibt die Zahnfee nicht. Ja, es gibt auch nicht den Weihnachtsmann. Ja, ehrlich, und auch dieses Ostern, dieses Hobbeldiobbel mit Eiern und so, vergiss es, es gibt das alles nicht.
Das Einzige, was es in deinem Leben wirklich gibt, und das ist eine Botschaft: Wenn du die alleine mitnimmst, reicht dieses ganze Wochenende. Du hast genau ein einziges Mittel, um Gott näher zu kommen, und das ist dein Leben, das ist der heutige Tag.
Und wenn du am heutigen Tag diesen Tag nicht genutzt hast, warum auch immer, wenn du es versäumt hast, hier hineinzuschauen und dich von irgendetwas ansprechen zu lassen, wenn es nicht diesen kleinen Schritt gibt, wenn es nicht das mit der Bibel in der Hand ist: Ich möchte heute etwas tun, weil ich sehe, dass es dran ist für mich, wenn es diesen nicht gab und ihn vielleicht auch gestern nicht gab und vorgestern nicht gab, vielleicht schon lange nicht mehr gab, vielleicht gibt es in deinem Leben überhaupt nicht mehr als nur ein emotionales Berührtsein, wenn man mal vom Prediger so richtig erwischt wird. Dann gibt es in deinem Leben keine Heiligung.
Das eigene Tun als Maßstab des Lebens
Und dann greift dieses für mich zutiefst wichtige Prinzip, das ich hier hingeschrieben habe: Du bist das, was du tust. Nimm das bitte mit.
Ohne Ende täuschen sich Christen über das, was sie sind, weil sie ein dickes Bibelwissen haben und meinen, schon alles gefressen zu haben. Mich interessiert nur, was du tust. Mich interessiert nicht, was du weißt. Und soll ich dir etwas ganz Ekliges sagen? Dem Herrn Jesus interessiert auch nicht, was du weißt, sondern genau das, was du tust. Denn nur das, was du tust, bist du.
In Lukas 6,43-45 sagt Jesus sinngemäß: Wenn du einen schlechten Baum hast, dann erkennst du den schlechten Baum an seiner Frucht, da kommt nämlich schlechte Frucht. Und wenn in deinem Leben sich schlechte Frucht zeigt, dann stell dich bitte nicht hin und sage: Na ja, eigentlich bin ich ja ein guter Baum, aber ich habe gerade eine schlechte Phase. Sei einfach ehrlich. Du musst mir nichts vorspielen. Ich bin aus Berlin, du kommst wahrscheinlich nie zu mir, wir sehen uns vielleicht nie wieder in diesem Leben. Wenn du eine schlechte Frucht in deinem Leben bringst, dann bist du schlicht und ergreifend ein schlechter Baum.
Und dann triff heute die Entscheidung. Losgelöst von mir aus von diesem Thema, das wir haben über Mann und Frau, wie soll ich mich in der Freundschafts-Verlobungsphase verhalten, triff doch heute einfach die Entscheidung, jeden Tag einen kleinen Schritt mit Gott weiterzugehen. Lies jeden Tag die Bibel mit dem ernsthaften Blick: Herr, was kann ich anders tun? Wo ist mein Leben noch krumm und nicht gerade? Wo kann ich noch einen kleinen Schritt in die richtige Richtung gehen?
Vielleicht muss ich jemanden ermutigen. Vielleicht muss ich jemandem eine liebe Postkarte schreiben. Vielleicht muss ich beim Abspülen helfen. Keine Ahnung, wo du in deinem Charakter die Dellen hast, die ausgedrückt werden müssen. Aber nimm dir jeden Tag etwas vor. Werde zu dem, was du sein möchtest, als grundsätzliches Prinzip, das vorneweg.
Die falsche Frage nach Grenzen
Dann werde ich natürlich, wenn es um die Frage vor der Ehe geht, gerne einmal mit einer Frage traktiert, die eigentlich falsch ist. Die falsche Frage.
Die falsche Frage heißt: Wie weit darf ich vor der Ehe gehen, bevor es Gott gar nicht mehr gefällt?
Bimbo, stell dich mal auf deine Cachon. Okay, so. Die Frage, diese Frage, wie weit darf ich eigentlich gehen, ist die Frage hier vorne nach der Kante. Okay, da ist eine Kante. Geh mal ein Stückchen vor. Na, ein bisschen geht schon noch. Komm. Ja, also genau. Ja, das kann passieren. Das Leben ist hart. Aber wenn es passieren sollte, wird sich jeder diese Predigt merken.
Also, du hast das so ein bisschen im Blick, im Zweifelsfall springst du runter. Das ist die Frage: Wie weit kann ich nach vorne gehen, bevor ich runterkippe? Es gibt Leute, danke dir, ich möchte nicht, dass dir was passiert, wie könnte ich einem Familienvater. Es gibt Leute in der Bibel, die solche Fragen stellen, ja, die gibt es. Das sind die Pharisäer. Die tun das zum Beispiel in Matthäus 19,3.
In Matthäus 19 geht es um die Frage der Ehescheidung, und die Pharisäer fragen nicht: Herr Jesus, was könnte ich tun, damit ich eine möglichst gute Ehe führe, die möglichst lange hält? Was kannst du mir für Tipps mitgeben, damit ich meine Frau so liebe, dass sie sich zutiefst geliebt weiß und dass sie nie auf den Gedanken käme, mal grumelig mit mir umzugehen oder mich mal zu verlassen?
Wisst ihr, was die Pharisäer fragen? Die fragen: Herr, wo ist die Kante? Was muss meine Frau getan haben, dass ich sie loswerde?
Boah, man liest das so und glaubt das gar nicht. Da kommen noch ganz religiöse Leute und stellen die Frage: Was muss sie gemacht haben? Reicht das schon, wenn sie ein Essen hat anbrennen lassen? Oder wenn sie es mal vergessen hat, die Betten zu machen? Oder muss sie fremdgegangen sein? Sag doch mal, einfach mal so als Idee: Wo ist die Grenze, wann darf ich ihr einen Schutz geben, wann darf ich sie aus meinem Leben kicken und Gott hat nichts dagegen? Wo ist die Grenze?
Ihr merkt, das ist eine total fiese Frage. Das ist einfach eine böse Frage. Die richtige Frage bei den Pharisäern wäre gewesen: Herr Jesus, wie kann ich als Ehemann leben, dass meine Frau mich mehr und mehr, jedes Jahr mehr liebt? Wie könnte ich das hinkriegen?
Und deswegen möchte ich diese Frage, diese falsche Frage, nicht beantworten. Ich bin nicht dazu bereit, dumme, falsche Fragen zu beantworten. Ich möchte die richtige Frage stellen. Und die richtige Frage heißt: Wie lege ich auf möglichst kluge Weise ein Fundament für eine von Gott gesegnete und rundum erfüllende Ehe?
Ich meine, darüber müssen wir uns doch unterhalten, oder? Zu sagen: Was kann ich alles falsch machen, bevor alles den Bach runtergeht? Das ist einfach doof. Aber das ist gut: Wie lege ich, und darüber möchte ich heute reden, auf möglichst kluge Weise ein Fundament für eine von Gott gesegnete und rundum erfüllende Ehe? Wie mache ich das?
Denn die meisten von euch leben ja noch gar nicht in Ehe, aber es kommt vielleicht auf euch zu. Und was kannst du in puncto Heiligung, also jetzt sind wir bei den Schritten, welche Schritte kann ich heute schon gehen? Wo gibt es heute schon Defizite in meinem Leben, die ich erkennen kann? Und wo ich sagen kann: Da musst du ran, egal ob du deinen Partner heute findest, in einem Jahr oder in zehn Jahren. An die Punkte musst du ran.
Und für die, die verheiratet sind, gilt natürlich: Schaut euch die Punkte an. Wenn ihr die noch nicht so im Griff habt, wenn ihr sagt, da könnte es auch noch ein bisschen Bedarf beim einen oder anderen sein, werdet ihr nachher merken beim Hohelied, wenn dann ja, dann könnt ihr auch noch was tun. Hey, einfach machen. Es ist nicht dramatisch. Wir dürfen jeden Tag uns ein Stück weiterentwickeln. Der Punkt ist: Wir müssen wissen, wohin. Wenn du sagst, es kommt über mich, wird nichts kommen.
Wer fragt so? Ich habe parallel zu den Pharisäern euch mal dazu geschrieben: Wer so fragt, so fragen kluge Männer, die ihr Lebenshaus auf Fels bauen wollen, weil sie um die kommenden Stürme wissen. Ihr kennt dieses Bild am Ende der Bergpredigt. Da geht es um Hörer und Täter. Ich bin fast sicher, dass der, der das Seminar gemacht hat, war das heute schon? Hören und Tun, wer hat es gemacht, war oder war nicht? Ah, okay, gut. Also, ich nehme mal an, dass er das auch gebracht hat, weil Hören und Tun heißt: Ich höre auf das, was Gott sagt, ich tue das. Und das sind kluge Männer, Schrägstrich Frauen. Im Bild ist es ein Mann, der ein Haus baut, ein Lebenshaus baut, und zwar nicht auf Sand. Dann kommt der Sturm, und er spült das, und dann plopp.
Das ist das, was fast alle Leute um euch herum mit ihren Beziehungen machen. Sie bauen ihre Beziehungen auf eine Unterlage, die eigentlich nicht tragfähig ist. Da fehlt etwas, und das merkt ihr auch. Also, wenn ihr noch ein bisschen Kontakt zu Leuten habt, die nicht in der christlichen Szene unterwegs sind, schaut sie euch die nächsten zehn, fünfzehn Jahre an. Etwa so Mitte zwanzig bis Mitte dreißig, das geht relativ zügig, offenbart sich, was das Fundament wert ist. Du brauchst nur mal so einen richtigen Lebenssturm, so eine richtige Krise, und du merkst, welches Haus stehen bleibt.
Und ich wünsche euch, ich wünsche euch von ganzem Herzen, ein Fundament in eure Ehebeziehung einzuziehen, das so tragfähig ist, dass da ein richtiger Sturm dagegen angehen kann und ihr einfach stehen bleibt.
Biblische Leitlinien für Freundschafts- und Verlobungszeit
Wir haben zwei große Texte, wenn wir uns mit der Frage beschäftigen: Wie gehe ich an das Thema Freundschafts- und Verlobungsphase heran? Der eine steht im Ersten Thessalonicherbrief, der andere findet sich im Hohelied.
Ich nehme mal an, dass ihr den aus dem Ersten Thessalonicherbrief schon kennt. Das ist so der Text, der eigentlich immer wieder von den Jugendmitarbeitern hervorgekramt wird, oder, aus meiner Perspektive, hervorgekramt werden müsste, weil es der ist, der am meisten dazu sagt. Ich selbst habe über das Thema übrigens erst einmal gepredigt. Ihr seid also nicht allein, ich mache das heute zum zweiten Mal. Mir ist das vor kurzem aufgefallen: Ich bin immer um dieses Thema herumgekommen. Ich weiß gar nicht warum.
Nichtsdestotrotz schaut euch mal mit mir zusammen 1. Thessalonicher 4 an. Neues Testament: Wer eine Bibel dabei hat, mag einfach mitlesen. 1. Thessalonicher 4, die Verse 3 und 4. 1. Thessalonicher 4, die Verse 3 und 4.
Da heißt es in 1. Thessalonicher 4, Vers 3, und ich habe aus dem Text verschiedene Regeln abgeleitet: Dies ist Gottes Wille. Also wir reden jetzt über etwas, wo Gott sagt: Das möchte ich gerne. Denn dies ist Gottes Wille, eure Heiligung. Fangen wir damit an.
Regel Nummer eins: Heiligung ist unverhandelbar. Was heißt Heiligung? Heiligung heißt, dass sich Gott tatsächlich erlaubt zu sagen: Ich bin heilig. Das heißt, ich habe mit Sünde nichts zu tun. Ich finde Sünde total eklig. Ich möchte mit Sünde überhaupt nichts zu schaffen haben. Ich bin heilig, und ihr seid heilig. Gott sagt: Mein Charakter und meine Einstellung zur Sünde sollen eure Einstellung zur Sünde prägen. Ich bin heilig, sagt Gott. Ich habe mit Sünde nichts zu schaffen. Und wenn du nicht nur dem Namen nach ein Christ bist, sondern auch dem Verhalten nach, ihr erinnert euch: Du bist das, was du tust, dann lässt du diesen Text gelten, der hier steht. Denn dies ist Gottes Wille, eure Heiligung.
Und wenn Gott von Heiligung redet, dann sind das nicht fünftausend Themen, die wichtig sind. Es sind oft nur so eine Handvoll. Und ein Thema, das immer wieder in der Antike vorkommt, ist das Thema Unzucht. Was das inhaltlich bedeutet, kommt gleich. Es geht dabei um Sexualität, die auf eine Weise praktiziert wird, wo Gott sagt: Das habe ich mir eigentlich mal nicht so gedacht. Gott hatte eine Idee, als er sich Sexualität ausgedacht hat. Und alles, was dieser Idee nicht entspricht, fällt unter den Begriff Unzucht. Denn dies ist Gottes Wille, eure Heiligung, dass ihr euch von der Unzucht fernhaltet. Gott sagt: Mit Unzucht, mit Sex auf falsche Weise, möchte ich nicht, dass ihr irgendetwas zu tun habt. Er möchte es einfach gar nicht.
Und dann schreibt Paulus, dass jeder von euch sich sein eigenes Gefäß, und damit ist der Ehepartner gemeint, in Heiligkeit und Ehrbarkeit zu gewinnen wisse. Ah, ihr merkt schon, es geht ums Gewinnen, es geht um Werbung. Es geht darum: Wie komme ich an sie ran? Oder wie kriege ich ihn dazu, mal auf mich aufmerksam zu werden? Und wenn es dann so ein bisschen funkelt und funkt, wie kriegen wir das so hin, dass das auch miteinander so halbwegs Richtung Ehe läuft? Das ist das Thema.
Und zwei Begriffe tauchen hier auf: einmal Heiligkeit und dann Ehrbarkeit. Zwei Begriffe, die erst einmal nichts miteinander zu tun haben. Denn Heiligkeit, das hatte ich euch gerade gesagt: Gott ist heilig. Und wenn etwas in Heiligkeit geschieht, dann passiert es so, dass Gott sagt: Super. Ganz einfach. Wenn du weißt, dass dein Verhalten von Gott missbilligt wird, wenn du weißt, dass es falsch ist, was ich tue, dann ist es nicht in Heiligkeit.
Und deswegen lautet Regel zwei: Die Zeit vor der Ehe hält sich an Gottes Regeln. Es ist nicht kompliziert. Christsein ist übrigens nie kompliziert, wenn man aufrichtig ist. Es wird immer erst da kompliziert, wo man versucht, die Lücke im System zu finden, weil man eigentlich nicht mehr das möchte, was Gott möchte.
Und Regel drei heißt: Die Zeit vor der Ehe ist ein Vorbild für die Zuschauer. Das bedeutet nämlich in Ehrbarkeit, also Heiligkeit: Was denkt Gott über mein Verhalten? Und dann Ehrbarkeit: Was denken eigentlich die anderen über das, was ich da tue? Merkt ihr, da kommt so etwas mit rein, was man gar nicht mehr so greifen kann, weil natürlich jede Zeit so ihre eigenen Regeln auch hat. Was früher, oder ich sage mal, unter den Hottentotten Anfang des 20. Jahrhunderts völlig okay war, das würden wir heute durchaus nicht mehr durchgehen lassen. Wir sind einfach anders, nicht nur weil es kälter ist, sondern weil wir einfach sagen: Das macht man nicht.
Ehrbar, ja, ist ein Begriff, der sich schwer füllen lässt, aber ich versuche es trotzdem mit dieser Regel: Ist das, wie ich meine Beziehung lebe, ein Vorbild für andere? Kann ich mich hinstellen, oder besser noch: Kann der Prediger in der Gemeinde sich hinstellen und sagen: So wie XY, so macht es auch, das ist gut? Ich wünsche euch das. Denn ganz ehrlich, wenn es darum ginge, schlechte Vorbilder zu suchen, da hätte ich ein ganzes Bündel. Aber gute Vorbilder sind absolut schön.
Ich erlebe gerade, kann das, denke ich, sagen, ein Pärchen, das sich relativ nah begleiten lässt, und es macht unglaublich Spaß, die beiden zu beobachten, weil sie sich von Anfang an gesagt haben: Wir wollen das schaffen. Wir wollen mit unserer Beziehung Gott von Anfang an Freude machen. Wir wollen so leben, dass wir in die Hochzeit hineingehen und dass Gott die ganze Zeit segnend, behütend und daneben stehen kann.
Und dann haben sie sich überlegt: Wie machen wir das, dass wir es anderen, weil wir jetzt so total befreundet sind, wie kriegen wir es hin, dass andere nicht traurig werden? Wie können wir das leben? Und sie machen sich ernsthaft viele Gedanken darüber, und ich finde das total schön. Also ich sehe das und ich merke, was das für ein Segen ist für andere, was die anderen motiviert, mal ein Pärchen zu sehen, das wirklich einen geraden Weg geht. Und ich sehe, was Gott für einen Segen ausgießt an der Stelle, und denke mir: Ja, Wahnsinn, einfach schön.
Warnung vor triebgesteuerter Liebe und die Rolle des Verstandes
1. Thessalonicher 4,5 weiter. Wie sollen wir es nicht machen? Also: Heiligkeit und Ehrbarkeit, das sind die Regeln, die Paulus uns vorgibt. Und dann heißt es: Nicht in Leidenschaft der Lust wie die Nationen, die Gott nicht kennen.
Nicht in Leidenschaft der Lust. Ja, das ist ein bisschen so. Ich könnte euch jetzt etwas über Genitivkonstruktionen sagen, aber dafür ist es einfach viel zu spät. Deswegen: Leidenschaft der Lust. Es klingt schon nach dem, was es ist. Da ist einfach einer triebgesteuert. So ein Typ, dieses: „Ich fliege auf den anderen, weil in mir drin die Hormone brodeln.“ Und in dem Maß, wie die Hormone brodeln, wird der Verstand abgeschaltet, und dann bleibt eigentlich nichts mehr übrig.
Jetzt kommt Paulus und sagt: Stopp! Wenn du Christ bist und wenn du an der Stelle es ernst meinst mit deinem Christsein, dann geht das nicht. Dann ist es nicht dieses: Ja, das machen Hunde, aber das machen keine Christen. Christen denken nach. Vergiss bitte nicht: Du bist, was du tust. Du bist nur das, was du tust. Und wenn du Erfahrungen hast, kannst du dir überlegen, wie es gelaufen ist. Aber das bist du.
Und Paulus kann eiskalt sagen: Nicht in Leidenschaft der Lust wie die Nationen. Wenn jemand sagt: Jesus ist mein Herr, ich bin ein Jünger Jesu, ich folge Jesus, dann bist du das, was du tust. Und wenn du ihm folgst, dann schaltest du deinen Verstand ein, bevor deine Hormone die Kontrolle übernehmen. Dann lässt du Heiligung tatsächlich sein. Ein Kampf Fleisch gegen Geist.
Dann weißt du einfach: Du wachst morgens auf in einem Körper, der hat eigentlich überhaupt kein Interesse, dass du einen guten Weg mit Gott gehst. Die Bibel sagt, dass der Körper erlösungsbedürftig ist. Wir warten auf die Erlösung des Leibes, Römer 8. Wir kriegen einen neuen Leib, weil der hier nicht fit für den Himmel ist. Und das liegt nicht nur an den Amalgamfüllungen, sondern das liegt daran, dass er als Einfallstor für Sünde fungiert.
Das ist wie so ein Brückenkopf, wo permanent so böse, fremde Fallschirmjäger landen. Da wird ständig so Dreck in mein Leben gebeamt. Nicht „Beam me up, Scotty“, sondern „Beam me direkt down“. Permanent. Das ist total übel.
Ich wache auf. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich erlebe meinen Körper etwa folgendermaßen: Ich möchte jemandem etwas Nettes sagen, und ich muss echt drüber nachdenken. Das kommt nicht einfach so. Manchmal denke ich länger darüber nach, was könnte ich dem Nettes sagen. Und ich weiß, dass Loben und etwas Nettes sagen zum Lieben dazugehört. Es ist eine Kernkompetenz von Liebe.
Aber soll ich euch was sagen? Wenn jemand sich ein bisschen düselig daneben benimmt, nehmen wir mal an, er würde da hinten ein bisschen Tee ausgießen, nehmen wir mal an, das wäre so, ja? Soll ich euch was sagen? Niemand muss sich anstrengen, an der Stelle einen blöden Kommentar, ein hämisches Grinsen oder irgendetwas zu bringen. Das kommt ganz natürlich. Weißt du, der dümmste Fisch bringt an der Stelle einen coolen Spruch. Es ist irre, das ist wie eingebaut. Und alle lachen mit und denken: Wo kommt denn das her? Na ja, das ist das, was du mit dir rumschleppst. Sünde steckt in diesem Leib drin.
Bitte, warte nicht darauf, bis dein Körper mal Lust hat auf Beten. Tu es einfach nicht, als sollte es einmal in deinem Leben passieren, dann sag mir Bescheid. Aber im Allgemeinen ist dieser Körper nicht am Beten interessiert, nicht am Bibellesen interessiert, nicht daran, etwas Freundliches zu sagen. Aber Gehässigkeiten, blöde Gedanken, Neid, Tratsch, Lieblosigkeit jeder Couleur, Streit, Zwist, all das sofort, sofort: Hey, kannst du haben, geht von alleine.
Wie kommt das? Na ja, es kommt daher, dass wir in diesem Kampf drinstecken. Und das ist ein ganz realer Kampf. Und deswegen dieser kleine Schritt: Wenn du nicht den Schritt nach vorne gehst, wenn du nicht aktiv mit der Bibel in der Hand dagegen vorgehst, dann passiert hier gar nichts. Dann sagst du einfach: Fleisch, nimm deinen Lauf. Das macht das Fleisch. Und du lernst es nie, mal die Klappe zu halten. Du lernst nie, mal etwas Nettes zu sagen. Du lernst auch nie, mitzukriegen, dass deine Triebe eigentlich gar nicht so positiv sind.
Ja, na klar, wir leben in einer Welt, wo man sagt: Leb dich aus, leb dich aus, das ist das Gesündeste, was du tun kannst. Dass wir zwanzig Jahre später so viele Leute in der Klatsche haben, das ist eine andere Sache. Aber: Leb dich aus, leb dich aus. Das ist doch Unsinn.
Versuchung, Begierde und die Weisheit des Herzens
Schlagen wir mal kurz den Jakobusbrief auf, Jakobus 1, um diesem Thema Lust noch ein bisschen weiter zu folgen. Jakobus 1, Verse 14 und 15.
Jakobus 1, Vers 14: Da geht es um das Thema: Wie fühlt sich das denn an? Was passiert denn da, wenn ich versucht werde? Und natürlich wirst du versucht, wenn du eine Freundin hast oder wenn du in jemanden verknallt bist. Ey Mann, ja, es gibt Hormone, es gibt das, haben wir uns nichts vor.
Da steht: Ein jeder aber wird versucht, wenn er von seiner eigenen Lust, von deinen Trieben, von deinen Hormonen fortgezogen und gelockt wird. Danach, wenn die Lust empfangen hat, da geht es wie bei einer Schwangeren: Wenn die Lust erst stichelt, sich, mach doch mal, ey, komm, „Komm auf, da kommt die Lust, da wäre doch mal was, siehst du nicht, jetzt doch, schick die Dame, komm jetzt auf“, und irgendwann magst du nicht mehr ausweichen.
Und wenn du an der Stelle nicht schlagfertig mit einem Bibelvers reagieren kannst, also wenn die Lust kommt und sagt: Ja, auf, und du kannst nicht sagen: Nee, das will ich nicht, weil die Unzucht flieht, das will Gott nicht, wenn du das nicht hast, dann wirst du irgendwann denken: Ach, das ist viel leichter, jetzt gebe ich meiner Lust einfach mal nach. Und dann passiert, was hier steht: Wenn die Lust empfangen hat, gebiert sie Sünde. Also wenn eine Lust schwanger wird und da was hinten rauskommt, ist das Sünde. Die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, den Tod. Da kommt nie etwas Positives hinten raus.
Wenn ihr anfangen wollt, Bibelverse zu lernen, ist der Startpunkt Jakobus 1, Verse 14 und 15 nicht der schlechteste, mit dem man anfangen kann.
Und weiter hinten in Jakobus 3, Vers 15 spricht Paulus von einer Weisheit, die nicht göttlichen Ursprungs ist, und er nennt sie unter anderem eine sinnliche Weisheit oder eine seelische Weisheit. Es ist eine Weisheit, die aus unserem Bauch kommt. Denn natürlich: Wenn du zu jemandem hingehst und sagst, was du tust hier, wenn du einfach so triebgesteuert wie so ein Hund agierst, das kann doch nicht richtig sein. Doch, doch, das machen alle so. Das ist total cool, du kannst doch nicht so verklemmt sein, du lebst im einundzwanzigsten Jahrhundert, so wie du drauf bist, dann zieh doch zu den Amish.
Da kommt schon was, da kommen auch Erklärungen, warum das, was man tut, richtig ist. Sinnliche Weisheit: Da wird das Gefühl genommen, und das, was man fühlt, ist richtig und wird begründet. Du hattest das sehr schön gesagt: Wenn man nur gut genug schwätzen kann, dann kann man alles verkaufen. Die Rhetorik bezwingt den Verstand. Und das stimmt auch.
Da erklären dir Leute lang und breit, warum bei den widerlichsten Sünden überhaupt nichts dahinter ist. Na, das macht doch nichts, wenn man sich da gegenseitig noch Schmerzen zufügt. Das gehört halt so ein bisschen mit dazu oder so. Also wirklich, da gruselt es dich an manchen Stellen, aber sie erklären dir, warum das weise ist, warum wir super kultiviert sind, wenn wir diesen Weg zu Ende gehen.
Das Hohelied als Gegenbild: Liebe mit Maß und Schutz
Und demgegenüber steht dann das Hohelied. Und wenn ihr das Hohelied lest, werdet ihr feststellen, dass es in Kapitel 2, Vers 7, Kapitel 3, Vers 5 und Kapitel 8, Vers 4 einen Refrain gibt. Ich lese ihn euch einmal vor. Es ist ein Refrain, der mit der Kernaussage des ganzen Buches zu tun hat. Es geht ja um ein Buch über Liebe. Und ein Satz kommt dreimal vor.
Wer von euch schon mal ein Lied geschrieben hat, weiß, dass bei einem Lied jede Zeile wichtig ist. Jede Zeile. Du machst dir über jede Zeile Gedanken. Es ist super anstrengend, ein gutes Lied mit einem guten Text zu schreiben. Und wenn du da sagst: Das lasse ich jetzt mal stehen. Und wir haben es hier, wie gesagt, mit dem Lied der Lieder zu tun, hatten wir gestern schon, mit dem schönsten und besten aller Lieder, dann hat der Schreiber, in dem Fall Salomo, sich etwas dabei gedacht, dass er einen Refrain dreimal bringt.
Hohelied 2,7: Worum geht es in dem Refrain? Ich beschwöre euch. Es ist kein wirklicher Schwur, es ist einfach nur die Form eines Schwurs, um noch einmal deutlicher zu machen, wie wichtig das ist. Ich beschwöre euch, Töchter Jerusalems, das sind die noch nicht verheirateten Frauen in der Hauptstadt, bei den Gazellen oder bei den Hirschkühen des Feldes. Ich sage euch nur so viel: Wo Gazellen und Hirschkühe sonst auftauchen, da geht es tatsächlich um Sex.
Weckt nicht, stört nicht auf die Liebe. Und hier ist das Wort für Liebe verwendet, das ganz klar einen ultra-sexuellen Unterton hat, das Wort für sexuelle Liebe schlechthin im Hebräischen. Stört nicht auf die Liebe, bevor es ihr gefällt. Dreimal im Hohelied kommt dieser Refrain vor. Pass auf: Wenn du auf eine einzige Sache aufpassen willst, auf eine einzige Sache, dann pass auf, wenn es um die sexuelle Seite deiner Beziehung geht. Sei an dieser Stelle irre vorsichtig. Das ist ein bisschen ein Spiel mit dem Feuer. Du kannst dir einfach die Finger daran verbrennen. Sei bitte nur an dieser einen Stelle wirklich richtig vorsichtig. Nicht zu früh. Pass auf, dass es zur richtigen Zeit passiert.
Eine eindringliche Warnung, die sexuelle Seite der Beziehung nicht zu früh aufzuwecken. Und deswegen die Regel 4: Die Zeit vor der Ehe hält sich von sexuellen Entgleisungen fern, nicht in Leidenschaft der Lust.
Ich habe euch ein paar Dinge zusammengestellt, die in der Bibel genannt werden. Da gibt es einmal in Hesekiel 23,8 Petting. Ich habe es mal so vom Kleineren zum Größeren, also von weniger zu mehr. Ich nehme an, dass die Begriffe klar sind, oder muss ich die erklären? Seid ehrlich! Ich erkläre das alles, ich bin da relativ unkompliziert.
Also Petting: Da fängt das aller-, aller-, aller-, spätestens an, wenn deine Hand an eine Stelle geht, die üblicherweise von Badehose und/oder Bikini verdeckt ist. Das sind so die No-go-Area, die No-handle-Area. Das geht weiter, das sind auch die No-anguck-Area. Aufdecken des Schambereichs. Manchmal denkt man im Alten Testament, die haben alle eine Klatsche, aber 1. Mose, Kapitel 9, die Geschichte von Noah: Was macht Noah? Der säuft sich voll, richtig. Und er hat anscheinend dabei, als er da so ein bisschen viel hatte, nicht so richtig mitbekommen, dass er sonst nicht mehr so viel anhatte. Auf alle Fälle liegt er da so in seinem Zelt.
Und dann denkt man sich: Kann doch nichts sein. Ja, da liegt ein alter Mann. Ich meine, was willst du da noch sehen? Ja, alter Mann, Zelt. Und dann kommen seine Söhne, also einer erst mal, und der sieht den, macht wieder zu, geht zu den anderen und sagt: Habt ihr gehört? Und dann merken die anderen, dass etwas richtig schiefgelaufen ist, weil nämlich der eine Sohn den Vater nackt gesehen und nicht einfach zugedeckt hat. Und die anderen beiden nehmen eine Decke, und sie gehen rückwärts in das Zelt hinein und decken ihn zu. Das Aufdecken, das Anschauen des Schambereichs, ist biblisch gesehen Sünde.
Wenn du meinen Lieblingsvers gegen Pornografie haben willst, hier ist er: Habakuk 2,15-16. Wenn du dir einen Fluch Gottes zuziehen willst, mach Pornografie. Wehe denen, fängt der Satz an, wehe. Wenn du unter Gottes Fluch stehen willst, gönn dir Pornografie. Ist gut, he? Vor allem, wenn man bedenkt, wie viel und wie weit verbreitet das ist. Aber du bist das, was du tust. Das muss ja einfach nur klar sein. Und wenn wir an der Stelle nicht ein Stoppschild hochhalten, wird niemand sonst in unserer Gesellschaft das tun. Wehe denen, die sich die Scham eines anderen anschauen.
Dann natürlich 2. Mose 22,15. Ja, das ist die ganze Sache mit vor der Ehe schlafen. Das geht nicht. Es geht ja sowieso nicht, weil wenn du sie nicht anschauen darfst und nicht anfassen darfst, dann könnte das ja eigentlich gar nicht passieren. Aber na ja.
Und was natürlich auch nicht geht, ist das, was 5. Mose 22,25-27 beschreibt: Vergewaltigung oder Nötigung. Ich habe mir erst überlegt, ob ich das hinschreibe. Und dann dachte ich mir: Doch, ich mache das mal, weil ich zu viele Fälle kenne, wo nur einer von beiden das wollte und der andere hat sich irgendwie überreden oder zu drängen lassen. Es ist der Tod im Topf. Und diese Dinge, das ist alles, wo die Bibel sagt: Lass die Finger davon. Du machst es einfach nicht. Das kann man aber nicht so eng sehen, ist mir egal, du musst mich nicht überzeugen. Tu es einfach nicht. Denn dies ist Gottes Wille, eure Heiligung.
Und das sind die Dinge, wo es im Alten Testament richtig zur Sache geht. Und immer dann, wenn Gott Dinge für einen Gräuel hält oder mit dem Tod bestraft, dann werde ich so ein bisschen vorsichtig. Das ist so die Grenze, wo ich sage: Ich will nicht mit Gott spielen. Oder anders ausgedrückt, in Jesaja 66 heißt es einmal: Gott blickt auf die, die vor seinem Wort zittern. Die Frage ist, ob du über oder unter dem Wort Gottes stehst. Du musst dich entscheiden. Ich gebe dir einen Tipp: Stell dich drunter, hör auf das, was Gott sagt.
Und dann gibt es noch, ich lese mal noch 1. Thessalonicher 4,6, eine abschließende Regel, die tut jetzt eigentlich gar nicht so viel zur Sache, aber sie steht da halt auch, und deswegen möchte ich sie nicht unerwähnt lassen. Da steht dann, dass er sich keine Übergriffe erlaube, noch seinen Bruder in der Sache übervorteile. Auf Neudeutsch: Es wird keine Freundin oder kein Freund ausgespannt. Wenn da jemand in einer Beziehung drin ist, dann lass sie bitte da drin, lass sie einfach in Ruhe. Wir machen das einfach nicht. Fünf Regeln aus 1. Thessalonicher 5.
Sex, Ehe und die positive Bestimmung von Intimität
Und gerade wenn man das hier predigt, also kein Petting, nicht gemeinsam in die Sauna oder in die Dusche, nicht miteinander schlafen und auch nicht so ein bisschen schubsen und drängeln, ob der andere nicht doch noch ein bisschen mehr macht, da könnte der Eindruck aufkommen: Ist Gott eigentlich gegen Sex? Haben die katholische Kirche und all die, die so ab dem zweiten, dritten Jahrhundert Sexualität verdammt haben, vielleicht doch recht?
Und da muss ich etwas dazu sagen. Also: Ist Gott gegen Sex? Diese Frage. Ich will mir der Frage gleich eine Antwort geben, aber vorher noch die Frage stellen: Wozu eignet sich Sex? Also, wozu gibt es eigentlich Sex? Und wenn man das mal ganz platt eindampft, hat Sex genau, wenn man mal die Fortpflanzung weglässt, ja, die gehört auch wichtig dazu, aber das sind wir jetzt nicht, wir sind nicht bei Fortpflanzung, Kinderkriegen, Kindererziehung, dann machen wir das weg: Der Sex, der nicht auf Kinderzeugen hinausläuft.
Dann gibt es genau einen Grund, warum Gott Sexualität geschaffen hat, und das ist ein phantastisch wichtiger Grund für eine Ehe. Die Funktion von Sex ist, ein Ehepaar aneinander zu binden, indem sie immer wieder im Miteinander gute Gefühle erleben. Darum geht es im Sex. Ich schlafe mit meiner Frau, ich genieße sie. Ich erlebe gute Gefühle, und es sind Gefühle, die uns verbinden. Und ich brauche das immer wieder, weil eine Beziehung von zwei Sündern immer irgendwie ein bisschen spannungsgeladen ist.
Es ist ja so: Ich mache meine Schritte und bin da so irgendwie auf dem Weg, und meine Frau tappelt daneben hierher, ja, und dann gibt es einen großen Bereich, wo wir noch etwas lernen können. Und wenn wir uns auf diesem Bereich treffen, wo wir noch zu lernen haben, dann kann es auch mal funken, und nicht in Leidenschaft, sondern im Streit. Und dann gibt es die Sexualität, die Gott geschaffen hat, damit zwei Menschen immer wieder erleben können, dass sie einander mit guten Gefühlen begegnen. Sex verbindet. Und zwar selbst dann, wenn ich es nicht will.
Das ist der Hintergrund von 1. Korinther 6,16, wo Paulus davor warnt, zu einer Prostituierten zu gehen. Sex verbindet. Wer an dieser Stelle schuldig wird, begeht eine ganz merkwürdige, ganz eigentümliche, ganz einzigartige Sünde, die er mit etwas anderem gar nicht mehr vergleichen kann. Sex hat eine ganz eigene Kraft, Menschen zusammenzuhalten. Dafür ist er gemacht.
Und das ist natürlich auch gleichzeitig eine Antwort auf die Frage: Ist Gott gegen Sex? Nein, er ist der Erfinder von dem Ganzen. Und dann geht das noch weiter: Gott ist für guten Sex in der Ehe. Zwei Bibelstellen dazu.
Ihr lest vielleicht irgendwann mal den Crashkurs Leidenschaft, den ich geschrieben habe, über das Hohelied, und dann werdet ihr feststellen: Das Hohelied ist wie eine Pyramide aufgebaut. Es gibt einen Prolog in der Vorgeschichte, einen Epilog danach, und die Geschichten dazwischen haben einen Höhepunkt. Der Höhepunkt liegt genau in der Hochzeitsnacht. Ist ein bisschen erotisch an der Stelle, aber ihr müsst euch vorstellen: Es wird ein Kapitel lang erzählt, wie Hochzeit ist, und ein halbes Kapitel lang, wie die beiden einander so ganz langsam annähern und dann tatsächlich miteinander schlafen.
Das wird natürlich nicht so pornografisch, wie wir es jetzt so gewohnt sind, gesagt. Da geht es darum, dass er zu ihr sagt: Du bist mein Garten. Und dann geht er in seinen Garten. Und dann isst er von dem Besten seines Gartens. Das sind so Bilder, die man gebraucht. Aber du merkst genau, worum es geht. Du brauchst nicht viel Vorstellungsvermögen, um zu wissen: Hochzeitsnacht. Jetzt sind die beiden alleine, jetzt geht es richtig zur Sache.
Und mitten hinein in dieses, wo es so richtig zur Sache geht, wo keiner mehr dabei ist, wo die beiden sich zurückgezogen haben und endlich einander genießen, wo sie die Liebe aufwecken, wie es ihr gefällt, wo dieser Moment erreicht ist, mitten da hinein sagt Salomo: Ich komme in meinen Garten, meine Schwester, meine Braut, ich pflücke meine Myrrhe samt meinem Balsam, esse meine Wabe samt meinem Honig, trinke meinen Wein samt meiner Milch. Ihr könnt das nachlesen, wenn ihr es verstehen wollt.
Hier hat einer vollen Genuss an seiner Frau, das allererste Mal. Und mitten hinein in dieser Szene kommt jetzt aus dem Off eine Stimme. Du würdest ja wahrscheinlich denken, wenn es so intim zur Sache geht, die meisten Gottesbilder dazu würden einen Gott ungefähr so darstellen: Jetzt aber nicht mehr hinschauen. Das ist das, was die meisten Leute denken über Gott. Gott ist einer, der, wenn es so richtig zur Sache geht, wegschaut.
Aber das stimmt nicht. Mitten in dieser Situation hinein, wo vielleicht so kurz die Frage im Raum steht: Ist Sexualität wirklich zum Genuss gemacht oder nicht doch nur zum Kinderzeugen? Mitten hinein kommt aus dem Off eine Stimme. Es ist das einzige Mal, dass Gott im Hohen Lied redet, sonst bleibt er außen vor, und er sagt einen einzigen Satz. Er sagt: Esst, Freunde, trinkt und berauscht euch an der Liebe.
Oh, es ist so schön! Ey, ich liebe diesen Gott, ich muss es ehrlich sagen, ich liebe ihn dafür, dass er sich so eindeutig auf meine Seite stellt und sagt: Ich will Sex. Ich will nicht jede Art von Sex, aber die in der Ehe, da bin ich 1000 dahinter. Hohelied 5,1b. Gott ist dafür.
Freude, Treue und die Kunst des Wartens
Und dann möchte ich euch, das ist jetzt ein bisschen sexistisch, deswegen SSK 16, mein Lieblingsgebot in der Bibel mal zeigen. Also es gibt Gebote, die machen einfach Spaß. Ich meine Sprüche 5,18-19.
Bevor ich das vorlese, folgendes: Hier wird etwas für den Mann formuliert. In der Bibel gibt es aber das Prinzip der sogenannten kasuistischen Gesetzgebung. Ich kann also sagen, dass der Mann in der Bibel ein ganz besonderes Gesetzgeber ist. Hier ist ein Fall x y, und in dem Fall machst du das so und so.
Beispiel: Du hast einen Feind, der hat einen Esel. Der Esel bricht unter dem Gewicht zusammen, und er kriegt ihn nicht alleine hoch. Hilf ihm. Das ist der Fall: Feind, Esel, helfen. Frage: Gilt das auch für seine Kuh? Ja. Kasuistische Gesetzgebung sagt: Nimm den Fall, versteh das Prinzip, und dann machst du es immer so.
Was ich euch jetzt vorlese, ist für den Mann geschrieben. Es gilt in gleicher Weise für die Frau. Das Prinzip dahinter lautet: Es gibt ein göttliches Gebot, dass da, wo zwei verheiratet sind, sie ein Leben lang sich an ihrem Partner freuen sollen, nicht können, freuen. Das ist ein Imperativ, ein Gebot, das hier steht. Lest es euch mal vor.
Erfreue dich, ich lasse so ein paar Sachen weg, die komisch sind, wenn dann die Frau Hirschkuh genannt wird oder so, das kommt nicht, aber ich nehme nur das Gebot, okay? Erfreue dich an der Frau deiner Jugend. Ihre Brüste sollen dich berauschen jederzeit, in ihrer Liebe sollst du taumeln immer da.
Und glaub bloß nicht, dass das untertrieben wäre. Also wenn hier steht taumeln, da steht taumeln. Taumeln von He, he, he. Also wenn du so ein bisschen zu viel intus hast, was wir ja eigentlich nicht haben sollen, weil der Heilige Geist soll uns berauschen und nicht der Wein, ihr wisst schon, es ist ja 5. Aber wenn du dir das so vorstellst, du hast so ein Wirtshaus, und da kommt einer raus, ja, he, he, he, he, er ist einfach berauscht, er ist nicht mehr ganz Herr seiner Sinne.
Ich habe das für mich mal übersetzt, diesen Satz: Gott möchte, dass in schöner Regelmäßigkeit, wenn ich mit meiner Frau schlafe, alle Sicherungen bei mir durchbrennen. Das steht hier. Ich habe es mir ja nicht ausgesucht. Erfreue dich an der Frau deiner Jugend. Ich finde das so fantastisch. Gott gibt mir die Chance, ein Leben lang mich an meiner Frau zu freuen, und sagt: Das möchte ich.
Ich möchte, dass du nicht anderen Frauen nachschaust, nicht mit anderen Frauen Spaß hast, nicht mit irgendwelchen Bildchen und Filmchen und was es sonst noch gibt. Ja, ich möchte, dass du an dieser einen Frau dran hängst. Das ist das große Geheimnis hinter Ehe: an dieser einen Frau zu hängen, die man hat, an dem einen Mann zu hängen, ihm hundert Prozent treu zu sein, alles zu investieren, dass diese Freude bleibt.
Und wie man das macht, dass die Freude bleibt, werden wir gleich sehen. Das hat mit einem Fundament zu tun, was ihr heute legt und in zwanzig Jahren genießt. Erfreue dich an der Frau deiner Jugend, und hört euch das an, Bibel, ja: Ihre Brüste sollen dich berauschen. Das ist eindeutig, oder? Du sollst sie und ihren Körper genießen, jederzeit, in ihrer Liebe sollst du taumeln. Das ist fantastisch, das ist unser Gott, das ist seine Idee von Sexualität.
Und deswegen ist es so falsch, wenn man sagt: Ach, Gott verbietet mir alles, so dieser kosmische Spielverderber, immer wenn man mal auf irgendwas ein bisschen Lust hat, nein, wenn deine triebhafte Lust mal auf irgendwas Lust hat. Wenn du dich Richtung Tod und Sünde bewegst, da sagt Gott Stopp. Aber in Wirklichkeit geht es ihm nicht darum, dass er sagt: Sex ist schlecht, sondern Sex gehört in die Ehe, und du sollst nur, bevor es ihr gefällt, darauf verzichten. Dann, wenn es ihr gefällt, und dieser Zeitpunkt, das ist die Hochzeitsnacht, dann ist er so voll dafür, da fällt ihr einfach nichts mehr zu ein.
Da möchte ich erst mal eine Religion finden, die so eine klare Aussage bringt. Und da wirst du lange suchen müssen. Ich wüsste nicht, ob es eine gibt.
Was Warten bewirkt und welche Lektionen vor der Ehe nötig sind
Was bringt eigentlich Warten? Oh, Igel, ja, das ist süß, he? Ja, ich bin da auch immer ganz hin und weg, wenn ich mir überlege, dass ich mal in einen 92er Anzug reingepasst habe.
Also, mein Vorteil bei dem ganzen Thema ist: Ich kenne beide Seiten. Ich kenne deshalb beide Seiten, weil ich schon drei Jahre mit Bärbel befreundet war, als ich Christ wurde. Das heißt, ich weiß, wie es ist, ohne Gott mit Sex eine Beziehung zu führen. Und ich weiß, wie es ist, zu sagen: Nachdem wir uns bekehrt haben, verzichten wir auf den Sex, weil das Gott nicht will, und führen dafür mit Gott eine Beziehung.
Ich kenne beide Seiten, und das macht mich, denke ich, zu einem guten Anwalt für Gottes Seite. Denn was wir festgestellt haben, ist: Was bringt Warten, was bringt Verzicht? Tiefgang. Es bringt wirklich Tiefgang.
Das Verrückte ist: Wenn man zu schnell körperlich vorehelich mit dem Sex beginnt, dann kommen bestimmte wichtige Lektionen in einer Beziehung einfach zu kurz. Woran liegt das? Es liegt daran, dass Gott zu Recht davor warnt, die sexuelle Seite der Beziehung aufzuwecken. Du weckst einen Drachen. Du weckst einen Drachen, der dich frisst.
Das ist ein unglaubliches Feuer. Es ist etwas Allverzehrendes. Wenn du Christ bist, kommt noch Scham dazu, das ist dann doppelt doof. Aber es ist etwas, was dich einnimmt. Es ist dafür gemacht, Mann und Frau ein Leben lang zueinander zu führen, ein Leben lang beieinander zu halten. Es ist dazu gemacht, dich wie ein Feuer zu verbrennen. Und wenn du es zu früh weckst, bleibt keine Zeit mehr, keine Kraft mehr für irgendetwas anderes.
Wirklich: Tiefgang. Die wichtigen Lektionen lernt man dann nicht mehr. Was sind die wichtigen Lektionen? Hier habe ich sie für euch zusammengestellt, also nicht ich, sondern Salomo hat das für uns gemacht. Lektionen, die man lernen muss, bevor man heiratet. Lektionen, die zwingend in eine Freundschaftsphase hineingehören.
Hohes Lied, der zweite Block: Das fängt an in Kapitel zwei, kurz nach dem, was ich euch vorhin vorgelesen hatte, mit dem: Weckt nicht auf. Der große zweite Block im Hohen Lied dreht sich um die frühe Liebe. Im dritten Block heiraten sie, und im zweiten Block lassen sie uns einfach mal teilnehmen an ihrer Verlobungszeit, so würden wir das nennen, an ihrer Freundschaftszeit.
Und ich glaube, es gibt drei, vier, fünf Lektionen, die wir aus dem Text lernen können. Und ich stelle mich hier vorne hin und behaupte: Diese Lektion musst du lernen, am besten bevor du heiratest. Wenn du sie dann noch nicht gelernt hast, dann lerne sie danach, lerne sie schnell. Es sind Lektionen, die du fast nicht mehr greifen kannst, wenn du erst einmal verheiratet bist, weil dann das Leben über dir zusammenplumpst. Dann kommt relativ zügig Verantwortung auf dich zu, und zwar in einem Mangel.
Deswegen nehmt euch, wenn ihr befreundet seid, besser noch schon vorher Zeit, diese Lektionen zu lernen. Sie sind das Fundament für eine tragfähige, dauerhafte, leidenschaftliche Ehe. Wenn du diese Lektion, wenn du auch nur eine Lektion davon nicht gelernt hast, wirst du irgendwann Schwierigkeiten kriegen.
Ich gehe sie mal schnell mit euch durch, indem ich euch den Text vorlese: Hohes Lied 2,8-14.
Erste Lektion: Rücksichtnahme
Das Erste, was ich euch zeigen möchte, ist Rücksichtnahme. Der König Salomo besucht seine Sulamit, das kleine Mädchen vom Land. Ihr merkt schon: Da prallen zwei Welten aufeinander. Und wie ihr gleich sehen werdet, nicht nur zwei Welten, sondern zwei Charaktere.
Denn der König Salomo ist jemand, dem gelingt einfach alles. Er hat Einfluss, er hat Macht, er kann sich alles leisten. Er wird beschrieben wie ein junger Hirsch, der über die Berge wetzt. Er hat Power, das ist John Wayne, der vor der Tür steht.
Und dann werdet ihr sehen: Hinter der Tür in dem Haus steht Sulamit. Sie ist noch ein klein wenig verschreckt von so viel Agilität. Und Salomo muss sie herauslocken, indem er sie einlädt. Indem er sie, die Ängstliche, die Geschwindigkeit bestimmen lässt, in der sich ihre Beziehung entwickelt. Indem er nicht einfach hineinstürmt in das Haus, sie schnappt, in einem großen Schwung erstmals aufs Bett wirft und sagt: „Hallo, Kleine!“ Das macht er nicht. Er bleibt draußen stehen und gibt ihr die Zeit, die sie braucht.
Ich lese euch das mal vor: „Horch“, schreibt Sulamit, „mein Geliebter! Siehe, da kommt er. Er steht im Haus, schaut raus, springt über die Berge, hüpft über die Hügel. Mein Geliebter gleicht einer Gazelle oder einem jungen Hirsch. Siehe, da steht er vor unserer Hauswand, schaut durch die Fenster herein, blickt durch die Gitter. Mein Geliebter erhebt seine Stimme und spricht zu mir: Jetzt lädt er sie ein: Mach dich auf, meine Freundin, meine Schöne, komm! Denn siehe, der Winter ist vorbei, die Regenzeit ist vorübergegangen, die Blumen zeigen sich im Land, die Zeit des Singens ist gekommen. Und die Stimme der Turteltaube lässt sich hören in unserem Land. Der Feigenbaum rötet seine Feigen, und die Reben, die in Blüte stehen, geben Duft. Mach dich auf, meine Freundin, meine Schöne, und komm, meine Taube, in den Schlupfwinkeln der Felsen, im Versteck an den Felsenstufen. Lass mich deine Gestalt sehen, lass mich deine Stimme hören, denn deine Stimme ist süß und deine Gestalt ist anmutig.“
Die erste Lektion, die du lernen musst, bevor du verheiratet bist, und wenn ihr schüchterne Personen seid, heiratet keinen, der sie nicht gelernt hat, ist diese hier: Rücksichtnahme. Ich stürme nicht rein, ich überwältige den anderen nicht mit der Kraft und der Macht meiner Persönlichkeit. Nicht einer, der stark ist, dominiert den anderen, sondern der Starke nimmt sich zurück. Und wie wir sehen werden, die ängstliche, furchtsame Taube, die traut sich aus ihrem Versteck heraus, die nimmt allen Mut zusammen und sagt: Ich möchte mitmachen.
Die erste Lektion, die wir in der Freundschaftsphase lernen müssen, vielleicht miteinander, ist die, dass wir ein Risiko für jede Beziehung darstellen. Du bist ein Risiko für jede Beziehung, und zwar einfach nur, weil du bist, der du bist.
Zweite Lektion: Bewunderung und ermutigende Worte
Zweite Lektion: Was müssen wir noch lernen, bevor wir heiraten?
Ganz wichtiger Punkt. Ich würde heute sagen, dass 90 % aller Ehemänner, die ich kenne, diese Lektion entweder nicht gelernt haben oder schon wieder vergessen haben. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber es ist die Lektion der Bewunderung.
Habt ihr das eben gehört? Wie nennt er sie? Komm, was habe ich vorgelesen, wie nennt er sie? Schöne, meine Schöne, was noch? Meine Taube, was noch? Meine Freundin, du bist anmutig.
Was dahinter steckt, ist eine Kompetenz. Es ist die Kompetenz, den anderen zu bewundern. Wenn du lieben können möchtest, das ist das A und O, entschuldigt, wenn ich das so deutlich sage: Wenn du nicht in der Lage bist, dem anderen mit bewundernden, lobenden, lieben Worten zu begegnen, heirate nicht. Tu es einfach nicht. Lern das erst.
Und wenn du verheiratet bist, dann sagst du deiner Frau das aber auch bitte immer und immer und immer und immer wieder. Und wenn du sagst: Ja, ich komme da aus so einer Familie, das habe ich irgendwie nie so richtig mitgekriegt, mein Vater hat meiner Mama auch nie gesagt, dass er sie lieb hat. Na ja, kann sein, dann fängt mit dir eine neue Ära an.
Ja, das ist einfach so. Ist bei mir auch so. Ich komme aus so einer Familie, ziemlich kaputt, und ich musste das lernen. Ich musste es lernen, darüber nachzudenken, meiner Frau jeden Tag das an Bewunderung zu geben, was sie verdient. Und sie ist ein Wunder.
Hier geht es darum, dass wir nie vergessen, wen wir an der Seite haben. Lernt es jetzt. Lernt jetzt, mit eurer Sprache Menschen zu loben, aufzubauen, zu ermutigen, zu bewundern. Wenn ihr es jetzt nicht lernt, und es ist dieses hier, ja, schaut mal dieses hier, zack, wenn ihr jetzt nicht lernt, in dem Moment, wo jemand Tee verschüttet, nicht zu lachen, sondern ihm Mut zuzusprechen oder ihm zu helfen, wann wollt ihr es lernen?
An der Stelle verpasst ihr einfach eine Chance. Eine Chance, das zu tun, was das Wort Gottes sagt. Eine Chance, in der Heiligung einen Schritt voranzugehen.
Dritte Lektion: Kleine Probleme ernst nehmen
Dritte Lektion, Hohelied 2,15: Fangt uns die Füchse, die kleinen Füchse, die die Weinberge verderben, denn unsere Weinberge stehen in Blüte.
Ihr habt euch schon gedacht, der Begriff Weinberg steht für die Liebe zwischen den beiden. Blühende Weinberge – sie sind total ineinander verschossen. Und jetzt gibt es hier ein Problem: die kleinen Füchse.
Könnt ihr euch vorstellen, ihr habt so einen blühenden Weinberg, ja, und dann hast du da unten so kleine Füchse rumtollen, ja, die stoßen da überall so ein bisschen an, ja, und irgendwann: plopp, erste Blüte runter, plopp, zweite Blüte runter, plopp, plopp, dritte, vierte, und irgendwann sind da gar keine Blüten mehr dran.
Das heißt, die kleinen Füchse im Hohelied sind ein Bild für kleine Probleme, kleine Probleme, die aber eine junge Beziehung kaputt machen können. Ihr glaubt gar nicht, wie leicht man eine Freundschaft zwischen zwei Teenagern kaputt machen kann. Das ist ein kleines Pipifax-Problem, wo du einfach als erwachsener Reifer sagen würdest: Mann, das muss ja nichts bedeuten, da kommst du schon drüber, es ist nicht so schwer. Na, Riesending, oh, dann muss man sich gleich wieder trennen.
Und jetzt kommen die beiden und sagen: Nee, wir sind realistisch. Wir wissen, dass wir unsere Probleme nicht alleine gelöst kriegen. Das musst du vorher lernen, bevor du heiratest: ein realistischer Blick auf Probleme, dass du Hilfe von außen brauchst und dass du es lernst, diese Hilfe anzunehmen.
Wenn ihr das mal weiter studiert im Hohelied, könnt ihr das dann in Kapitel fünf sehen, wo sich Sulamit diese Fähigkeit zunutze macht, mitten in einer Streitsituation.
Vierte Lektion: Hingabe statt Egoismus
Lektion Nummer vier, vorletzte Lektion, und dann haben wir es auch gleich. Da heißt es: Hohelied 2,16. Eine Lektion, die man lernt, bitte in der Freundschaftsphase schon: Mein Geliebter ist mein, und ich bin sein, der in den Lilien weidet. Mein Geliebter ist mein, und ich bin sein.
Liebe verschenkt sich, oder anders ausgedrückt: 1. Korinther 13,5. Liebe sucht nicht das Ihre. Wo Egoismus sich in einem Leben findet, ist keine Liebe, und ein Egoist taugt nicht zum Heiraten.
Du lernst das bitte vorher, und zwar richtig gut, was es heißt, sich zu verschenken. Wisst ihr, wie man sich verschenkt? Man verschenkt sich, wenn jemand fragt: Wer möchte Abendbrot-Team sein? Du verschenkst dich in dem Moment, wo die Hand hochgeht.
Heirate niemanden, der sich nicht gemeldet hat. Eltern mit kleinen Kindern ausgenommen, logisch. Aber du verstehst das Konzept: Wenn jemand es nicht einmal schafft, so viel von seiner Freizeit herzugeben, dann ist er an der Stelle noch nicht weit genug. Dann lass die Finger davon, einfach weil er hier noch etwas lernen muss.
Es ist vorher zu lernen. Wenn du erst einmal in der Beziehung drinstehst, weißt du, wie viel verschenkende Liebe du dann brauchst.
Fünfte Lektion: Verantwortung in kritischen Momenten
Und das Fünfte, das ist so mein absoluter Lieblingspunkt. Gebt mir noch fünf Minuten, versucht euch noch kurz zu konzentrieren. Ich weiß, ich habe ein bisschen lange gemacht, aber versucht, diesen Punkt einfach noch zu fangen, und dann geht es relativ schnell zu Ende.
Da heißt es in Vers 17: Wenn der Tag verhaucht und die Schatten fliehen. Und dann sagt sie zu ihm: Wende dich weg. In manchen Übersetzungen steht da: Wende dich her. Das stimmt nicht, denn wenn ihr weiterlest, werdet ihr merken: Er ist gegangen, und sie schläft allein. Es wird abends, wenn der Tag verhaucht und die Schatten fliehen. Es wird dunkel. Und in dieser Situation, wo die Gefahr besteht, dass man zu weit geht, wo man den Tag miteinander verbracht hat, übernimmt Sulamith Verantwortung. Und ich finde das so fantastisch als Frau und sagt: Schatz, jetzt wird es Zeit, dass du gehst.
Ich weiß nicht, wie viele Mädchen mir gesagt haben: Ja, ich wollte eigentlich nicht, dass es passiert, aber dann hat er mich gedrängt, und dann habe ich es halt zugelassen. Ich wollte ihn nicht verlieren. Ich gebe euch Mädchen jetzt einen Tipp: Wenn ein Freund jemals in eurem Leben zu drängend wird, und ich meine das ernst, was ich sage, dann scheuer ihm eine. Ich bitte dich darum, dass du ihm eine scheuerst, so deutlich, wie du nur kannst. Ich meine das wirklich. Ich will es jetzt nicht vormachen, weil ich dafür jemanden bräuchte.
Wenn der Junge zu dringlich wird, dann liegt das Problem darin, dass die Erregungskurven bei Jungs etwa so laufen. Ich mache euch das mal vor: nichts, hm? Das sind Jungs. Jetzt kommt die Erregungskurve bei Mädchen: nichts und dann ... Das bedeutet aber, dass kurz nach Bumm im Allgemeinen kein Blut mehr fürs Hirn beim Mann übrig bleibt. Der Einzige, der in diesem Moment noch klar denken kann, bist du, liebe Schwester. Und ich gebe dir einen Tipp: Übernimm in einer solchen Situation die Verantwortung. Knall ihm eine, steh auf und sag: Wenn du dich nicht im Griff hast, dann bin ich mir nicht mehr sicher, ob du nicht später auch in bestimmten Situationen dich nicht im Griff hast. Ich möchte einen Mann an meiner Seite und keine Memme. Ich möchte einen, dem ich hundert Prozent vertrauen kann. Und übernimm die Verantwortung, schmeiß ihn raus oder hau ab.
Weißt du, was der Clou ist an diesem Vers? Er wird noch einmal zitiert, ganz am Ende vom Hohelied. Ganz am Ende vom Hohelied, wo quasi Salomo das letzte Mal überlegt: Was ist so das aller-, allerwichtigste in der ganzen Beziehung? Der letzte Vers ist fast derselbe wie hier, Hohelied 2,17. Es ist ein ganz merkwürdiger Vers, dass ein Liebeslied damit aufhört, dass der Geliebte zu der Geliebten sagt: Lass mich das noch mal hören, schick mich noch mal weg. Da habe ich lange drüber nachgedacht: Was soll das? Warum hört man ein Liebeslied damit auf, dass man sagt: Hau ab?
Und dann hat es irgendwann Klick gemacht, weil es der Moment in der Liebesgeschichte gewesen ist, wo sie Verantwortung übernommen hat, wo sie gezeigt hat: Es geht mir nicht darum, dich ins Bett zu kriegen. Es geht mir nicht darum, an den Königshof zu kommen. Es geht mir nicht darum, meiner schwierigen familiären Situation zu entfliehen. Mir geht es genau um eine Sache: um unsere Beziehung. Und ich werde von meiner Seite aus alles tun, damit diese Beziehung gelingt vor Gott. Und sie schickt ihn weg.
Und diese Dinge müssen wir lernen: Rücksichtnahme, Bewunderung, einen realistischen Umgang mit anstehenden Problemen, eine sich verschenkende Liebe und Verantwortung. Wenn du das nicht gelernt hast, bevor du heiratest, wird dir eines oder andere auf die Füße fallen.
Zusammenfassung und Schlussappell
Also, fassen wir zusammen: Warum kein Sex vor der Ehe? Drei Punkte.
Erstens: Weil Gott unsere Heiligung will und Sex vor der Ehe schlichtweg Gottes Gebote missachtet. Plain and simple. Machen wir es nicht kompliziert.
Zweitens: Weil Sex die Freundschaftsphase vereinnahmt, die doch dazu da ist, ein tragfähiges Fundament für eine jahrzehntelange, leidenschaftliche Ehe zu legen.
Hm, drittens: Weil Sex Menschen aneinander bindet. Das tut es lange, bevor sie wissen, ob der andere es wert ist. Du kannst dich genau einmal verschenken, ein einziges Mal. Und ich rate dir einfach, mit allem, was ich an Reputation für dich darstelle: Ich rate dir einfach, tu es an den Richtigen. Tu es an die Richtige. Sei an der Stelle ein bisschen wählerisch.
Und dann habe ich mir einen Satz aufgeschrieben, den ich euch vorlesen wollte. Wie sieht das aus, wenn man das nicht gelernt hat? Wenn unser Charakter von Rücksichtslosigkeit und Überängstlichkeit geprägt ist, wenn wir einander nicht mit Worten loben und bewundern können, wenn Selbstüberschätzung, Ichsucht und Verantwortungs-losigkeit herrschen, hilft es auch nicht, miteinander zu schlafen. Wenn du kein Fundament hast, dann lass das andere. Sex bindet dann nur zwei Menschen aneinander, die kein tragfähiges Fundament für eine langfristige Beziehung besitzen, und sie müssen erleben, wie die Stürme des Lebens ihren Traum vom Glück zerstören.
Jürgen, woran kann ich erkennen, ob mein Partner schon weit genug ist? Ganz einfach: Nimm eine schwierige Situation. Meine Lieblingsschwierigkeit ist die Schlacht am kalten Buffet. Schau dir an, wie er sich verhält, wenn es so dieses klassische kalte Buffet gibt. Ja, kennt ihr das? So nach dem Sommerlager oder wir machen das nach der Outdoor-Bibelschule gerne. Die Mitarbeiter bleiben ein bisschen länger, und man hat dann noch so ein großes Buffet. Schau ihn dir genau an. Ja, was ist es für ein Typ? Ist es einer, der nach vorne stürmt, in der Schlange der Erste sein will, sich von dem, wo es sowieso zu wenig gibt, erstmal den Teller richtig voll macht, damit er auf alle Fälle auch genug hat und dir dann auch gar nichts davon mitbringt? Sollte das der Fall sein, dann würde ich dir raten, sofort auf Abstand zu gehen.
Ich mache mir manchmal den Spaß, ich habe mir das auch heute wieder gemacht, euch anzuschauen bei so einem Essen. Ich finde es total interessant. Dieser Weg der Heiligung, dieses: Wo steht jemand in diesen Tippelschritten? Ich kann euch sagen, dass nicht alle von euch mit Jesus wirklich leben wollen. Es ist ganz einfach: Ich schaue mir nur an, wie ihr euch benehmt. Du bist das, was du tust. Und so ein Buffet ist ein super Indikator. Ja, die Art und Weise, wie man das macht, super. Ich werde jetzt nicht sagen, ich kann in euer Herz hineinschauen, nur ich merke, da ist noch ein Weg zu gehen in eurem Leben. Und das ist jetzt gar kein Vorwurf, ihr seid ja noch am Anfang. Der einzige Punkt ist: Ihr müsst ihn auch gehen. Wenn ihr stehen bleibt, wird sich nichts tun.
Und deswegen drei Punkte ganz am Ende:
Erstens: Nutze die Zeit vor der Ehe, um zusammen mit deinem zukünftigen Partner Rücksicht, Mut, Bewunderung, Realismus, verschenkende Liebe und Verantwortung zu lernen. Tu das. Wenn du noch keinen Partner hast, lern es ohne Partner, aber lern die Dinge. Denn ohne diese Sachen wirst du keine glückliche Beziehung führen. Wenn du nicht lernst, Rücksicht, Mut, Bewunderung, Realismus, verschenkende Liebe und Verantwortung, wird nichts in deinem Leben gelingen an Beziehung. Sei durch deinen Lebensstil ein Vorbild und mach Gott Freude. Das war dieses in Heiligkeit und Ehrbarkeit, was wir ganz am Anfang hatten.
Und dann, wenn ihr schon eine Beziehung habt: Ey, träumt gemeinsam den Traum einer Ehe, die in der Hochzeitsnacht beginnt, träumt ihn gemeinsam. Und wenn ich euch noch einen persönlichen Tipp geben darf: Macht es nicht in der Hochzeitsnacht, sondern macht es den Tag danach. Da seid ihr ausgeruht, das ist ein Tick besser, aber das ist ein anderes Thema. Aber träumt diesen Traum und helft euch dabei, das Ziel zu erreichen.
Der Clou ist: Ehe ist das, was in 20, 30, 40 Jahren von euch gelebt wird. Wenn ihr heute ein falsches Fundament einzieht und wenn ihr es nicht schafft, sollte das falsche Fundament schon da sein, das noch nachzubauen, werdet ihr in zwanzig Jahren unglücklich sein. Und ich wünsche euch so von Herzen Glück, ihr könnt euch das gar nicht vorstellen. Ich wünsche euch Glück, ich wünsche, dass ihr die glücklichsten Beziehungen habt. Ich wünsche, dass ihr die Generation seid, die diese Vision von Gemeinde verwirklicht, wo man reinkommt und den Eindruck hat, so einen Schritt in den Himmel zu tun.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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