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Jesus - von einer Jungfrau geboren?

Why not?! Glaubensfragen
20.09.2026
SerieTeil 41 / 41Why not?! Glaubensfragen
Warum sollte ausgerechnet die Jungfrauengeburt glaubwürdig sein? Weil die Geschichte eher peinlich als bequem ist – und gerade deshalb schwer als erfunden wegzuwischen.

Einleitung und Gesprächseinstieg

Why not Glaubensfragen, der YouTube-Kanal des Why-not-Teams. Knifflige Fragen einfach erklärt, dialogisch und durchdacht.
Hey Paul, na, wie waren die Ferien?
Echt gut. Wir waren an der Ostsee, und weil es schon so warm war, konnte ich einen Einsteigerkurs fürs Segeln machen.
Echt? Surfen oder so?
Na ja, fast. Jollensegeln. Die Teile sind schon richtige Boote, aber sehr schnell. Nur liegst du damit nicht so oft im Wasser wie die Surfer, vor allem als Anfänger.
Glaube, ich beneide dich gerade. Meine Eltern wollten unbedingt mit mir nach Oberammergau. Ich hatte ja gehofft, ich könnte Skifahren.
Ja, wär schön gewesen. So grüne Berge habe ich noch nie gesehen. Also hatten wir Wanderung und Kultur.
Ha, krass. Na, aber Wandern in den Alpen soll ja auch mal ganz schön sein, oder?
Ja, wie man's nimmt. Meine Sache ist es definitiv nicht.

Zwischen Urlaubsfrust und religiösem Kitsch

Aber was wirklich genervt hat, waren diese vielen kitschigen Schnitzereien überall. An jeder Ecke lächelt dich ein Jesuskind oder eine Mutter Gottes an, zuckersüß und nur für die Touristen, Kommerz und Kohle. Bah, nee, sowas kann ich auch nicht leiden. Religiöser Tourikitsch, schlimmer geht’s nicht.
Ja, und immer dieses Gerede von der Jungfrau Maria. Ja, geht klar: Jungfrau mit Sohn, wie kommt man auf sowas? Hm, na ja.
Was, glaubst du jetzt etwa doch an diesen Kitschkram?
Na ja, also nicht an den Kitsch, tu mir das nicht an, aber an die sogenannte Jungfrauengeburt glaube ich schon.
Ich wusste ja schon immer, dass du gläubig bist, aber sowas?
Interessiert dich denn, warum ich das glaube und was überhaupt genau?
Wissen würde ich das schon wollen, also leg los.

Was mit der Jungfrauengeburt gemeint ist

Okay, also erst mal: Gott kann Wunder tun. Sonst wäre er nicht Gott, und das setze ich jetzt einfach mal voraus. Darüber kann man natürlich auch diskutieren, aber lass uns das erst mal so festhalten.
Dann ist so etwas Krasses wie die Jungfrauengeburt auch nur einmal passiert, weil es irgendwie absolut nötig war. Sonst macht Gott sowas nicht. Meinetwegen. Aber was meinst du denn jetzt eigentlich mit Jungfrauengeburt?
Na ja, also die Sache war ja so: Maria war mit Josef verlobt und vorher auch noch nie mit einem Mann zusammen gewesen. Und mit Josef hatte sie ja auch nicht geschlafen. Da erscheint ihr ein Engel und kündigt ihr an, dass sie schwanger werden soll.
Maria ist natürlich erst mal geschockt. Das kann ich mir denken. Aber einen Engel? Die hatten die auch in allen Farben und Formen da in Oberammergau.
Naja, nicht so einer. Engel sind eigentlich Boten Gottes und keine kitschigen Flügelfiguren. Eher so etwas wie ein Botschafter aus einem anderen Land. Halt ohne Limousine und Leibwächter und so.
Also ganz kurz: Maria war geschockt, weil sie ja noch mit keinem Mann geschlafen hatte, und sie hatte das auch so schnell nicht vor. Als der Engel ihr gesagt hat, dass das Kind von Gott sein wird, also dass ein Wunder geschehen würde, da hat sie sich dann darauf eingelassen.
Ja, klingt noch nicht so überzeugend. Ist es aber, warte mal.

Warum Josef als Zeuge wichtig wird

Was ich übrigens nicht glaube, ist, dass Maria, die ja Josef danach auch geheiratet hat, nur ein einziges Kind hatte oder dass alle ihre Kinder irgendwie Wunderkinder wären. In der Bibel ist nämlich von den Brüdern von Jesus die Rede. Und warum sollte nun ausgerechnet Jesus nicht von Josef sein?
Na ja, überleg mal: Stell dir vor, du hast eine Freundin, und die wird auf einmal schwanger. Woher würdest du mit Sicherheit wissen, dass das Kind nicht von dir ist?
Hm, ja, wenn ich halt nicht mit ihr geschlafen habe, vermutlich.
Genau. Und was würdest du dann tun?
Schluss machen natürlich. Ich lasse mich doch nicht so reinlegen.
Genau. Und das hatte Josef auch vor. Er wollte Schluss machen, das Kind konnte nämlich nicht von ihm sein.
Steht das so in der Bibel?
Klar. Josef war total unglücklich, weil er Maria nämlich wirklich liebte, und die Sache hatte einen Haken: Wenn herauskäme, dass Maria fremdgegangen ist, dann hätte man sie glatt umgebracht.
Was, das ist ja heftig.
Ja, die hat sich ja was getraut.
Eben nicht, sie war doch gar nicht fremdgegangen. Egal.
Josef hat sich also überlegt: Heiraten kann ich sie nicht, das halte ich nicht aus. Aber wenn ich so tue, als sei ich schuld an dem ganzen Mist, dann wird Maria wenigstens nicht umgebracht. Ich schicke sie weg, aber ich nehme die Schuld auf mich.
Der Typ ist krass korrekt.
Definitiv.
Aber jetzt kommt wieder ein Gebot Gottes ins Spiel. Der hat Josef im Traum gesagt, dass Maria Gottes Sohn bekommt und dass sie nicht fremdgegangen ist.
Und dann? Hat er ihm das abgekauft?
Hat er, auf jeden Fall. Er hat Maria geheiratet, hat sie aber bis zur Geburt des Kindes nicht angefasst. Das hat er durchgezogen, weil er Gott geglaubt hat.

Warum die Geschichte als glaubwürdig dargestellt wird

Irgendwie ist das schon eine verrückte Sache. Wenn man genau hinsieht, war den Leuten, die die Bibel aufgeschrieben haben, die Sache auch klar. Das heißt nämlich an einer Stelle sinngemäß, dass die Leute nur dachten, Joseph sei der Vater von Jesus.
Und wenn man überlegt, wie die Menschen damals kulturell geprägt waren, hätte Joseph Maria nach so einer Sache normalerweise nie geheiratet. Vor allem hätte man eine solche Geschichte später ganz sicher totgeschwiegen, wenn sie nicht so wichtig und vor allem wahr gewesen wäre. So etwas hätte man sich erst recht für jemanden wie Jesus nicht ausgedacht, weil es sehr peinlich und schlimm gewesen wäre.
Okay, ganz so unglaubwürdig finde ich das jetzt auch nicht mehr. Zumindest verstehe ich jetzt besser, was überhaupt gemeint ist. Aber jetzt lass uns lieber zum Unterricht gehen, wir sind schon ziemlich spät dran.
Seinen Frieden! Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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