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Erstes Mal Bibel lesen

Interview auf Bibel TV | Kein Gott ist auch keine Lösung
12.11.2021

Einführung in die Bibel und ihre Wirkung

Na ja, ich hatte mir gedacht, dass in der Bibel vielleicht irgendwelche Lari-Fari-Lifestyle-Tipps stehen oder Kalendersprüche, die man sich an den Kühlschrank klebt und gut ist. Aber dann liest du das Neue Testament und merkst, dass eines der größten Themen, über die Jesus spricht, das kommende Gericht ist. Es gibt einen echten Himmel und eine echte Hölle, und diese werden nicht leer sein.

Da fing es bei mir an zu rattern. Ich habe überlegt: Wer kommt denn da hin? Trifft mich das? Um Nachfolge zu verstehen, mach dich Hashtag Bibelfit.

Ich bin Markus Voss, und hier machen wir drei Dinge: Wir steigen tiefer in die Bibel ein. Wir überlegen, wie du und ich Jesus im modernen Alltag nachfolgen können. Und wir beantworten taffe Fragen, die die Gesellschaft uns Christen stellt.

Zu alldem gibt es Dutzende kostenfreie Tools, Hörbücher, Onlinekurse, Tageschallenges und praktische Alltagsgegenstände, die du dir auf der Website gratis mitnehmen kannst. Zur Transparenz: Finanziert wird all das durch kleine monatliche Spenden von Menschen wie dir und mir aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das ist sehr hilfreich, weil dieses ganze Projekt langsam Fahrt aufnimmt. Vielen Dank!

Kannst du dich noch erinnern, als du das allererste Mal eine Bibel in der Hand hattest? Wenn du das jemanden fragst, der christlich aufgewachsen ist, denkt er vielleicht an seine erste Kinderbibel – und das ist total okay. Aber hast du dir mal überlegt, wie die Bibel auf Menschen wirkt, die noch niemals zuvor eine gesehen haben?

So war das unter anderem bei mir. Ich bin in einem internationalen, multikulturellen Umfeld groß geworden – zwischen Hindus, Muslimen und Buddhisten. Das ist eine lange Geschichte. Obwohl ich verschiedene Religionen von außen gesehen habe, bin ich selbst völlig un religiös aufgewachsen.

Jetzt bin ich 33 Jahre alt und darf mit deiner Erlaubnis hier auf deinem Bildschirm zu dir sprechen – als Leiter des Projekts macht dich Hashtag Bibelfit. Da muss also in der Zwischenzeit einiges passiert sein. Und das ist es auch. Dazu gleich.

Unterstützung der Community und Bibelübersetzung

Bevor wir starten, hier ein kurzer Hinweis, damit christliche Inhalte in sozialen Medien nicht verborgen bleiben. Wenn du gerade auf Instagram bist, tippe einfach schnell zweimal auf dein Handy. Auf YouTube kannst du das Video gerne liken. Wenn du außerdem die Glocke unter diesem Video aktivierst, bekommt YouTube ein Signal. So werden auch nicht-christlichen Nutzern mehr christliche Inhalte angezeigt, die sie ansprechen könnten. Das ist doch stark, oder? Deshalb nutze die Glocke gerne, solange es möglich ist. Vielen Dank!

Anfang dieses Jahres ist in Deutschland etwas Besonderes geschehen, das nicht alltäglich ist: Eine neue Bibelübersetzung wurde veröffentlicht, die sogenannte Basisbibel, herausgegeben von der Deutschen Bibelgesellschaft. Im letzten Video haben wir ausführlich über die Basisbibel gesprochen – über ihre Vorteile und Stärken, aber auch über ihre Nachteile und Schwächen. Wenn du dir das ansehen möchtest, drücke einfach die Glocke, dann wird dir das Video angezeigt.

In der Universitätsstadt Jena gibt es eine eigene Jena-Ausgabe dieser Basisbibel. Ich wurde gebeten, dafür ein Begleitwort zu schreiben, was ich auch getan habe. Vor kurzem wurde diese Jena-Ausgabe feierlich vorgestellt. Zu diesem Anlass gab es einen großen Eröffnungsgottesdienst mit einer sehr guten Predigt von Jörgen Towsky.

In diesem Projekt haben viele Menschen hundertmal mehr geleistet, als ich es getan habe. Ihnen wird zu Recht im Einband dieser Ausgabe gedankt. Ich habe nur ein paar Worte beigesteuert. Das sage ich bewusst, weil ich mich nicht mit fremden Federn schmücken möchte.

Trotzdem wurde ich als einer von zwei Personen angefragt, die im Eröffnungsgottesdienst zu ihrer Vorgeschichte mit der Bibel interviewt wurden. Das habe ich gemacht. Die Aufzeichnung und Produktion erfolgte durch den ERF. Das Ganze wurde mehrfach bundesweit im Fernsehen bei Bibel TV ausgestrahlt.

Jetzt schauen wir uns das gemeinsam an.

Interview über den persönlichen Zugang zur Bibel

Jetzt ist Markus Voss hier bei mir zum Interview. Markus, schön, dass du da bist. Du hast auch an der Bibel für Jena mitgearbeitet. Magst du uns davon berichten, warum die Bibel dir so wichtig geworden ist?

Ja, gerne. Das hätte ich am Anfang gar nicht für möglich gehalten, weil ich damals als Atheist unter Atheisten aufgewachsen bin. Das heißt, bis ich im jugendlichen Alter war, hatte ich keine zwei Kirchen von innen gesehen und noch nie mit einem bekennenden Christen ein Wort gewechselt.

Kannst du dich vielleicht noch an das erste Mal erinnern, als du überhaupt eine Bibel in der Hand gehalten hast?

Also, so schön war meine erste Bibel nicht, aber ich weiß es noch relativ deutlich. Ich habe sie aufgeschlagen, und das war am Anfang etwas befremdlich, weil du siehst mehrere hundert Seiten ganz dünn bedrucktes Papier, irgendwie so zweizeilig. Das hat mich eher an ein Telefonbuch erinnert.

An der Stelle habe ich eine Frage an dich: Stell dir mal vor, du hättest noch nie zuvor die Bibel gelesen. Du wüsstest nichts von dem, was dort steht oder was dort passiert – wirklich gar nichts –, nur dass es ein uraltes Buch einer antiken asiatischen Religion ist. Das dürfen wir nämlich nicht vergessen: Das biblische Christentum ist keine westliche Weltanschauung, sondern eine vorderorientalische Religion.

Ich lade dich ein, schreib gern unter dieses Video, was du erwartest. Wenn du nichts darüber wüsstest, was würdest du erwarten, was in solchen tausende Jahre alten religiösen Schriften stehen würde? Ich bin neugierig, was du schreibst.

Als ich jedenfalls das erste Mal die Bibel gelesen hatte, war das so gar nicht, wie ich es erwartet hatte. Dann fängst du an, die Bibel zu lesen, und da habe ich erst mal Schrecken bekommen. Was ich erwartet hatte, waren irgendwelche uralten Fabeln, Legenden, Mythen oder sonst irgendwas. Aber dann schlägst du die Evangelien auf, also die neutestamentlichen Augenzeugenberichte über das Leben Jesu.

Und was du siehst: Du siehst konkrete Ortsangaben, du siehst Jahreszahlen, du siehst historischen Kontext. Du siehst, wie die Jünger sich streiten, du siehst zum Beispiel einfach, wie Menschen mit ihren Schwächen dargestellt werden, wie Dinge schiefgehen. So schreibt man keine Mythen, so schreibt man keine Fabeln. Das liest sich wie Berichte von Dingen, die tatsächlich passiert sind.

Siehst du, das ist etwas, das wir häufig unterschätzen. Klar ist die Bibel für Juden und Christen heilige Schrift, und was dort steht, ist gültig und bindend, keine Frage. Aber es sind außerdem historische Dokumente, die säkulare, nichtchristliche Archäologen und Geschichtsforscher zu Rate ziehen, um mehr über die Welt, das Leben und die Geschehnisse damals zu erfahren.

Das hängt vor allem damit zusammen, dass wir im Lauf der letzten dreihundert Jahre und mehr in den Geschichtswissenschaften einen enormen Erkenntniszuwachs hatten. Vor über dreihundert Jahren dachte man noch – ich übertreibe mal leicht –, dass alles im Neuen Testament irgendwie erstunken und erlogen wäre. Das galt noch auf einer Stufe mit Loch Ness, der Nibelungensage oder heutigen Märchen über den Weihnachtsmann.

Aber seitdem ist viel Wasser die Isar runtergeflossen, und es hat große wissenschaftliche Fortschritte in diesen Bereichen gegeben, die man vor hunderten Jahren noch gar nicht für möglich gehalten hat. Und das zu wissen, das macht etwas mit dir.

Die historische Realität Jesu und die persönliche Betroffenheit

Ist das vielleicht auch das, was dich dann nicht mehr losgelassen hat?

Na ja, es wurde noch schlimmer, denn sobald du in säkularen Geschichtsbüchern nachschaust, kannst du sehen, dass das, was dort über Jesus steht – was er gesagt hat, was er getan hat und seine Ermordung – zu den bestbezeugten historischen Ereignissen der Antike gehört.

Das ist natürlich ein Problem, weil es bedeutet, dass Jesus tatsächlich hier auf dieser Erde herumgelaufen ist und konkrete Gespräche mit echten Menschen geführt hat. Auf einmal konnte ich das einfach nicht mehr als irgendwelche Fabelmärchen abtun. Auch emotional konnte ich es nicht mehr von mir fernhalten.

Das war ein ziemlich emotionaler Prozess, den ich durchlaufen musste, und er ging nicht spurlos an mir vorbei. Das hat mich als Mensch dauerhaft verändert.

Wie das kam und warum das auch dich zu einem standfesteren Christen machen kann, der keine Angst vor Glaubenskrisen oder kritischen Rückfragen von nichtchristlichen Freunden haben muss, und der liebevoller und mutiger mit Nichtchristen über den Glauben sprechen kann – all das habe ich im letzten Buch „Kein Gott ist auch keine Lösung“ erzählt.

Das kannst du dir gern gratis als Hörbuch und E-Book über den Link unter diesem Video mitnehmen. Ich bin sehr dankbar, dass dieses Buch schon Tausenden Menschen vor dir auf ihrem Glaubensweg geholfen hat und heute in Jugendstunden, Konfirmandenunterricht und Religionsunterricht benutzt wird. Das ist schon stark.

Du kannst dir das alles gern als Hörbuch und E-Book gratis mitnehmen. Dank der Hilfe aller Menschen, die für dieses Projekt spenden, kann ich das nämlich öffentlich und vor allem kostenfrei verschenken. Also nimm es dir einfach über den Link in der Videobeschreibung mit, solange es geht.

Und weiter im Interview: Das ist etwas, was viele hier fast wöchentlich in den Kommentaren schreiben – welche Erfahrungen sie beim eigenen Bibellesen machen und wie erstaunt sie sind, weil das, was dort in der Heiligen Schrift steht, häufig ganz anders ist als das, was wir uns als Gesellschaft dazu denken.

Die ernste Botschaft der Bibel und das kommende Gericht

Was hat dich denn daran so emotional betroffen gemacht?

Na ja, ich hatte gedacht, dass in der Bibel irgendwelche Lari-Fari-Lifestyle-Tipps stehen oder Kalendersprüche, die man sich an den Kühlschrank klebt – und das war’s dann.

Aber wenn du das Neue Testament liest, siehst du, dass eines der größten Themen, über die Jesus spricht, das kommende Gericht ist. Es gibt einen echten Himmel und eine echte Hölle, und diese werden nicht leer sein.

Da fing es bei mir an zu rattern: Wer kommt denn da hin? Trifft mich das? Die Hölle? Ja, die Hölle.

Weißt du, das ist etwas, was auch viele hier in der Community bemängeln: den großen Unterschied zwischen dem, was im Neuen Testament steht und was Jesus selbst mit großem Nachdruck lehrt – und dem, was in vielen Kirchen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gepredigt wird.

Zu den Themen, über die Jesus am häufigsten gesprochen hat, zählen das Jüngste Gericht, die Hölle, Buße und Umkehr. Ausgerechnet diese Themen gehören zu den fünf am wenigsten gepredigten in deutschen Gottesdiensten überhaupt.

Da gibt es einen starken Bruch, und manchmal drohen wir, fürchte ich, die Verbindung zur Jesus-Botschaft zu verlieren.

Ausgerechnet diese Themen – der Tod, die Notwendigkeit von Buße, Reue und Umkehr, Heiligung im Leben, das Jenseits und vor allem die Hölle – und was es genau mit der Hölle auf sich hat, wie sie aussieht, wer dort hineinkommt und wer nicht, zählen ironischerweise zu den Fragen, die ihr hier am häufigsten stellt.

Und das ist gut so.

Darauf werden wir in ganz wenigen Wochen mit einer eigenen Videoreihe zur Hölle ganz ausführlich eingehen. Drückt gern die Glocke, dann wird das Ganze auch angezeigt.

Die Frage nach Gottes Gerechtigkeit und menschlicher Schuld

Weil wir darauf später noch ausführlich eingehen, heute nur so viel als Gedankenanstoss: Was denkst du, sollte Gott mit bösen Menschen machen, die böse Dinge tun? Gott ist gerecht und hat die Möglichkeiten und Mittel, böse Menschen zu überführen und Gerechtigkeit zu schaffen.

Wenn du an wirklich böse Menschen denkst, was sollte Gott mit ihnen tun? Denk mal darüber nach, denn das ist der Punkt: Manchmal wünschen wir uns, dass Gott alles Böse und Schlechte auf der Welt einfach auslöscht. Aber was wäre, wenn du und ich dazu gehören?

Das ist etwas, das ganz im Zentrum von Jesu Botschaft steht. Jetzt denkt der eine oder andere vielleicht: „Schuldig, schuldig!“ Denkst du das auch? Ja, schuldig – denn genau das versteht Jesus unter Schuld. Er meint nicht irgendeine abstrakte Schuldmacht, sondern ganz konkrete einzelne Verbrechen gegen Gottes Gesetze. Das ist das, was Jesus mit Sünde meint.

Und ja, schuldig – denn ganz ehrlich, hältst du dich für einen guten Menschen? Wirklich jetzt? Falls ja, mit welchem Maßstab misst du das denn bitte? Frag dich einfach mal selbst: Mehr als zehntausend oder weniger als zehntausend – wie viele Lügen hast du schon in deinem Leben erzählt? Du kannst ja mal überschlagen.

Was ist denn jemand, der Lügen erzählt? Du kennst das vielleicht unter dem Begriff „Lügner“, und das stimmt auch. Unabhängig vom Wert, darum geht es gar nicht, sondern denk einfach mal an all die Male, wo du dir schon Dinge angeeignet hast – Gegenstände, Musik, Filme, Dienstleistungen und so viel mehr – ohne dafür zu bezahlen und ohne dass sie deine waren.

Was ist denn jemand, der sich Dinge aneignet, die nicht seine sind? Das ist ein Dieb.

Denk einfach mal an all die Male in deinem Leben, an denen du so bitter, enttäuscht und schlichtweg sauer warst, dass du jemandem sonst was an den Hals gewünscht hättest. Jesus sagt, dass es schon wie ein Mord in unserem Herzen ist, wenn wir Zorn, Verachtung und Hass in uns tragen.

Wie nennt man jemanden, der Mord in seinem Herzen trägt? Wie nennt man jemanden, der Mord ausübt? Einen Mörder.

Und besonders die Männer unter uns: Mehr als zehntausend oder weniger als zehntausend Mal – wie häufig hast du schon einen anderen Menschen begierig oder mit sexuellen Gedanken angesehen, mit dem du nicht verheiratet bist? Jesus sagt, dass es schon Ehebruch in unserem Herzen ist, wenn wir in Gedanken jemanden, der nicht unser Ehepartner ist, begehrlich anschauen.

Denk mal an all die Male in deinem Leben, an denen du schon respektlos gegenüber Gott und über Gott gesprochen hast. Sätze wie „Oh mein Gott“, „Ach Herrje“ oder „Ach je“ sind oft nur Abkürzungen, die wir als Kraftausdrücke benutzen – als Ersatz für Schimpfwörter. Würdest du jemals so von deiner Schwester sprechen? Oder würdest du den Namen deiner Mutter als Kraftausdruck benutzen? Nein, das wäre respektlos.

Diese Art von Respektlosigkeit nennt man Blasphemie. Für Gott ist das eine sehr ernste Sache, kein Spaß. So ernst, dass Gott diese Art von Sprache im Alten Testament sogar unter Todesstrafe stellt.

Wir könnten jetzt noch lange so weitermachen, aber wir lassen es an dieser Stelle mal stehen. Das sind ja nur fünf der zehn Gebote. Und du merkst selbst schon, wie sich da etwas in dir bewegt, oder? Der eine oder andere, der das sieht, wird vielleicht unruhig. Ein anderer ist vielleicht frustriert und sagt: „Mensch Markus, so kann man das nicht sehen“ – wie auch immer, du spürst eine emotionale Reaktion.

Weißt du, was das ist? Das ist dein Gewissen. Und du hast gerade ein schlechtes Gewissen. Vielleicht sagt dein Gewissen dir gerade: „Hey, ich bin’s, wir sollten uns mal wieder unterhalten.“

Ich kann dir sagen, dass ich Dinge getan habe, für die ich mich bis zu meinem letzten Atemzug schämen und die ich bereuen werde. Vielleicht ist jetzt unter den Hunderten und Tausenden Menschen, die diese Videos auf verschiedenen Plattformen sehen, einer dabei, der wirklich unschuldig ist. Kann sein.

Aber ich kann dir von mir sagen: Im Licht von Gottes Geboten weiß ich, was ich bin. Da bin ich ein lügnerischer Dieb, ein Mörder, ein Ehebrecher im Herzen und ein Blasphemiker. Ich habe alle Gebote gebrochen.

Bin ich am Tag des Jüngsten Gerichts vor Gott dann unschuldig oder schuldig? Ich weiß, ich bin schuldig. Darüber kann ich diskutieren oder sonst irgendwas, aber wenn ich ganz tief in den Spiegel schaue, kann ich nicht anders.

Heißt das für mich am Tag des Jüngsten Gerichts Himmel oder Hölle? Das heißt Hölle.

Und das ist die Kernfrage: Was sollte Gott mit bösen Menschen tun? Einen Menschen, der ein lügnerischer Dieb ist, sexuell zügellos, ein Gotteslästerer und ein Mörder im Herzen – den nicht böse zu nennen? Das merkst du doch selbst.

Da machen wir uns nichts vor, auch wenn es um uns selbst geht. Wer gehört also dazu? Wer ist wirklich gut vor Gott? Und was bedeutet das für dich und mich?

Die Herausforderung der biblischen Botschaft und die Hoffnung des Evangeliums

Was hat dich denn daran so emotional betroffen gemacht?

Na ja, ich hatte gedacht, dass in der Bibel irgendwelche Lari-Fari-Lifestyle-Tipps stehen oder Kalendersprüche, die man sich an den Kühlschrank klebt und gut ist. Aber dann liest du das Neue Testament und siehst, dass eines der größten Themen, über die Jesus spricht, ein kommendes Gericht ist. Es gibt einen echten Himmel und eine echte Hölle, und diese werden nicht leer sein.

Da fing es bei mir an zu rattern. Ich überlegte, wer wohl wohin kommt und ob mich das betrifft. Dann setzte Schritt für Schritt die Erkenntnis ein: Wenn heute Nachmittag dieses Gericht wäre und ich vor Gottes Thron stehen würde, dann würde ich klein mit Hut dastehen. Ich hätte ganz schlechte Chancen.

Jetzt denkt vielleicht der eine oder andere, der das hier gerade hört oder sieht: Moment mal, geht es in der Bibel nicht um eine gute Nachricht? Teilweise schon. Viele haben geschrieben, gerade in der Adventszeit reden wir Christen in der Öffentlichkeit so viel von Errettung, dass die Leute gar nicht mehr wissen, wovon sie überhaupt errettet sind. Ja, das sehe ich genauso.

Eine gute Nachricht ist aber nur dann verständlich und wirklich gut, wenn du verstehst, warum sie überhaupt eine gute Nachricht ist. Und das hier ist die gute Nachricht: Es gibt Hoffnung. Es gibt jemanden, der bereit ist, deine Strafe zu zahlen und mit dir zu tauschen. Mehr noch, er hat sie sogar schon bezahlt. Er ist bereit, dir diese Zahlung anzubieten, und der Richter ist bereit, diese Zahlung zu akzeptieren, um dem Heiligen Gesetz Genüge zu tun und dich am Ende des Tages freizusprechen.

Das ist deine Chance! Deine zweite Chance. Und ganz ehrlich, es ist auch deine einzige Chance. Genau das möchte der echte und lebendige Gott. Die Frage ist jetzt: Nimmst du diese Chance an?

Die zwei notwendigen Schritte zur Annahme der Errettung

Weil wenn ja, stellt sich die Frage: Wie? Und das möchte ich jetzt mit dir ganz kurz zum Ende dieses Videos hier durchgehen. Dafür sind genau zwei Dinge nötig. Falls dir das noch niemals jemand detailliert erklärt hat, ist das wichtig.

Erstens: Reue, Reue, Reue.

Bei Reue geht es nicht unbedingt darum, dass du jedes einzelne Fitzelchen aus deinem Leben jemandem beichtest, der genauso schuldig ist wie du. Darum geht es gar nicht. Es geht vielmehr um ein grundsätzliches und ehrliches Schuldbewusstsein dafür, dass du dich Gottes Gesetzen widersetzt hast und dass du gegen ihn leben wolltest, statt mit ihm.

Und bei aller berechtigten Kritik an Martin Luther: Hier hatte er vollkommen Recht. Die erste von Luthers 95 Thesen lautet: Dominus et Magister, Noste Jesus Christus, Dicendo Pönitentiam agite, etc. Omnem vitam fidelium pönitentiam esse voluit. Auf Deutsch heißt das: Luthers erste These, wo unser Herr und Meister Jesus Christus sagt „Tut Buße, kehrt um“, will, dass das ganze Leben der Gläubigen Buße und Umkehr sein soll. Boah, so gut! Auf den Punkt gebracht, 1a.

Du kannst es auch anders formulieren: Christ sein beginnt mit einem schlechten Gewissen. Ich wiederhole es noch einmal: Christ sein beginnt mit einem schlechten Gewissen.

Und das zweite, was du brauchst, ist Vertrauen auf Jesus – die Einsicht, dass du ohne Vergebung durch Jesus verloren bist und dass Jesus deine einzige Chance ist. Nicht irgendwelche Rituale, nicht die Art der Bestattung, nicht die letzte Ölung, auch nicht die Taufe. Taufe allein rettet nicht, da ist Jesus selbst glasklar. Auch nicht Mitgliedschaft in irgendeiner Institution oder in irgendeinem Verein. Auch wichtig: keine religiösen Gefühle.

Ja, ich sage es noch einmal: Deine und meine religiösen Gefühle sind völlig unerheblich, zumal unsere Gefühle uns täuschen können. Du könntest Psychopath sein, du könntest Autist sein, du könntest einen schwerwiegenden Gehirnschaden nach einem Unfall haben und niemals irgendwelche normalen oder überhaupt irgendwelche Gefühle haben. Du könntest trotzdem Christ sein. Du musst nichts fühlen, um Christ zu sein. Und schon gar nicht deine eigenen Taten – das ist nicht der Punkt.

Sondern in diesem zweiten Schritt ist es so wichtig, ein vollständiges Vertrauen darauf zu haben, dass Jesus für dich persönlich gestorben und auferstanden ist. Für dich, du, für dich. Und wenn du der einzige Mensch auf der Welt wärst, dann hätte Jesus sich nur für dich nackt zu Tode foltern lassen. Lass dir das mal auf der Zunge zergehen.

Ja, und das – und nur das – würde ich am Tag des Jüngsten Gerichts retten und freisprechen, nichts anderes. Und darauf gilt es zu vertrauen.

Das sind die beiden Punkte: Reue und nur auf Jesus Vertrauen. Auch nicht zu versuchen, sich selbst zu erlösen oder Ähnliches. Das sind die beiden Punkte, darum geht es.

Dann würde ich sagen: Mach das beides im Gebet mit Gott klar. Das muss klar gemacht sein.

Weißt du, ich könnte jetzt ein vorformuliertes Mustergebet geben, ich könnte dich einladen, das nachzusprechen. Das kann man machen, aber ich fürchte, dann wäre es irgendwie mein Gebet und nicht deines. Aber es soll deins sein, es soll deins sein.

Deshalb: Egal wie unprofessionell, egal wie gestammelt oder rhetorisch ungeschickt das jetzt werden mag – das ist völlig egal. Geh einfach selbst vor Gott ins Gebet.

Was heißt Gebet? Das bedeutet, du sprichst einfach mit Gott über diese Dinge. Das kannst du laut machen, das kannst du leise machen. Das ist Typensache, das ist total okay. Du musst dafür auch keine bestimmte Handhaltung einnehmen oder sonst irgendwas. Alles gut.

Du musst dafür auch keine Rituale durchführen, du musst dich nicht hinknien, du musst auch nicht unbedingt die Augen schließen oder sowas. Du kannst alles machen, aber das ist gar nicht wichtig. Das Wichtige ist, es muss von Herzen kommen.

Sprich mit Gott über diese beiden Sachen: Reue und Jesus. Das ist der Punkt.

Beispielgebet und Zusicherung der Vergebung

Und weißt du, nur weil mich Menschen immer wieder in Nachrichten, Leserbriefen und Ähnlichem gefragt haben, gebe ich dir hier eine Orientierung. Das ist nur ein Formulierungsvorschlag, was ich Markus jetzt beten würde, wenn ich jetzt erst Christ werden würde.

Falls du all das noch nie gehört hast oder so etwas noch nie gebetet hast, oder dir einfach nicht sicher bist und das mit deinem Schöpfer klären möchtest, dann lade ich dich ein, es einfach mitzusprechen. Es ist schön, und du musst dafür nicht die Hände falten oder die Augen schließen – auch wenn das vielen hilft, sich zu konzentrieren. Das Einzige, was zählt, ist, dass es ehrlich ist.

Nach diesem Gebet wird nicht der Himmel über dir aufgehen, du wirst keine Vision haben, keine Stimmen hören, nicht in Zungen sprechen oder herumgehen und Leute heilen. Sehr wahrscheinlich wirst du dich auch nicht gleich anders fühlen. Aber das ist okay, denn Wahrheit ist nicht von deinen Gefühlen abhängig. Deine Stimmungsschwankungen bestimmen nicht die Realität. Es geht darum, dass dir vergeben wird, und das ist kein Gefühl, sondern Realität.

Deshalb hör dir dieses Gebet jetzt einmal an, damit du weißt, worum es geht. Spule einfach kurz zurück in diesem Video. Ich lade dich ein, nach jedem Satz dieses Videos einmal kurz zu pausieren und in der Tiefe, ernst gemeint und an Gott gerichtet, nachzusprechen.

Ich fange einfach mal an:

Gott, bitte vergib mir, dass ich deine Gesetze übertreten habe. Ich begreife langsam, dass ich ein Verbrecher bin und dass ich die Hölle verdiene. Und das tut mir leid.

Ich begreife auch langsam, dass du gar nicht willst, dass ich sterbe, sondern dass ich mir das eingebrockt habe. Ich danke dir, Jesus, dass du für mich eingetreten bist, dass du da gelitten hast, wo ich es hätte tun sollen, und an meiner Stelle gestorben bist. Du bist wieder auferstanden, damit mir vergeben werden kann, damit ich freigesprochen werden kann.

Ich danke dir und will diese Vergebung jetzt für mich annehmen. Ich vertraue darauf, dass ich nur durch deine Vergebung am Tag des Jüngsten Gerichts freigesprochen werden kann.

Ich will mich jetzt von meinem verbrecherischen Leben abwenden, und ich will, dass du, Jesus, der Chef über mein Leben bist. Ich werde deine Worte täglich lesen und dem gehorchen, was ich lese. Bitte schenk mir Kontakt und Umgang mit anderen Christen, die das auch tun.

Danke für alles. Und das war’s.

Falls du das Bedürfnis hast, kannst du danach gern noch Amen sagen. Das ist eine Bestätigung, die bedeutet: Ja, ich stehe hinter dem, was ich gerade gesagt habe. Es ist wie eine Unterschrift unter einem Dokument. Aber das war’s.

In dem Moment, in dem du das getan hast, wird Gott all deine Verbrechen für immer vergeben. Er wird deine Strafe für immer aussetzen, und du wirst vom Tod zum Leben übergehen, indem du jetzt schon freigesprochen bist.

Also, ich sage es noch mal: Es wird nicht sofort der Himmel über dir aufgehen, du wirst keine Vision haben, keine Stimmen hören und dich auch nicht großartig anders fühlen. Warum? Weil du nicht besser bist als andere. Du bist nur freigesprochen.

Wir Christen sind nicht besser – uns ist nur vergeben, und das ist es.

Die bleibende Zusicherung und das Evangelium

In Jesaja 49, einem prophetischen Buch der Bibel, das sich mit Gottes Wesen und Charakter beschäftigt, heißt es, dass Gott deinen Namen unauslöschlich in seine Handflächen geschrieben hat.

Ich bin geneigt zu denken, dass dies die Nägelmale sind, die Jesus selbst nach seiner Auferstehung getragen hat – für dich. Das ist das sogenannte Evangelium, die gute Nachricht. Darum geht es Jesus im Kern, und genau darum geht es auch im Christentum. Nicht weniger.

Damit kommen wir zum Höhepunkt des Interviews. Plötzlich macht es vollkommen Sinn, was Christen immer meinen, wenn sie von Errettung sprechen, und was Jesus meint, wenn er von Heil spricht.

Das bedeutet ganz einfach: Wenn ich eines Tages vor dem Richterthron Gottes stehen muss, dann weiß ich, dass Jesus kommen wird. Er wird mir die Hand auf die Schulter legen und sagen: „Markus, ich spreche dich frei, ich begnadige dich.“

Nicht, weil du besser bist als andere – ganz bestimmt nicht – sondern weil du freigesprochen bist. Und das hat alles verändert.

Vielen Dank, Markus Voss, für das Interview. Danke dir.