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Weherufe gegen Schriftgelehrte und Pharisäer – Teil 4

Jesu Leben und Lehre | Episode 734
Matthäus 23,16-2210.08.2026
Wie ehrlich ist dein Wort? Jesus deckt eine fromme Trickkiste auf: Wer mit halben Wahrheiten spielt, verliert Vertrauen – und am Ende sich selbst.
Gott wird Mensch
Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 734
Weherufe gegen Schriftgelehrte und Pharisäer, Teil 4

Gott wird Mensch Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter Weg, Wahrheit und Leben ist Episode 734 Weherufe gegen Schriftgelehrte und Pharisäer Teil 4

Der dritte Weheruf richtete sich gegen die Art und Weise, wie Schriftgelehrte und Pharisäer das Schwören als Mittel einsetzten, um Menschen zu täuschen.
 Matthäus 23,16-19
Wehe euch, ihr blinden Führer, die ihr sagt: Wenn jemand beim Tempel schwören wird, ist das nichts; wenn aber jemand beim Gold des Tempels schwören wird, ist er gebunden. Narren und Blinde, was ist denn größer, das Gold oder der Tempel, der das Gold heiligt? Und wenn jemand beim Altar schwören wird, ist das nichts. Wenn aber jemand bei der Gabe schwören wird, die auf dem Altar ist, so ist er gebunden. Blinde, was ist denn größer, die Gabe oder der Altar, der die Gabe heiligt?

Die Spannung zwischen Bergpredigt und Gerichtswort

Ich lese diesen Text, und ein klein wenig frage ich mich, wie die Ausdrucksweise des Herrn Jesus zur Bergpredigt passt. Heißt es dort nicht in Matthäus 5,22: „Ich aber sage euch, dass jeder, der seinem Bruder zürnt, dem Gericht verfallen sein wird; wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka!, dem Hohen Rat verfallen sein wird; wer aber sagt: Du Narr!, der Hölle des Feuers verfallen sein wird“?
Versteht ihr mein Problem? Man könnte an dieser Stelle fragen: Moment mal, verbietet Jesus in Matthäus 5 nicht ausdrücklich, zornig zu werden und einen anderen Menschen Narr zu nennen? Wie kann er dann in Matthäus 23 seine Gegner Narren und Blinde nennen?
Die Antwort liegt, wie so oft, im Studium des Zusammenhangs. Der Kontext ist bei Sprache immer sehr wichtig. In Matthäus 5,22 geht es um die zornige Verachtung des Nächsten. Jesus spricht dort über Mord im Herzen. Es geht um eine Haltung, die den anderen innerlich abwertet, abschreibt und verurteilt.
Raka und Narr sind dort keine nüchternen Diagnosen, sondern Ausdruck eines Herzens, das den anderen hasst. Jesus verbietet also nicht einfach ein bestimmtes Wort, als wäre jede Verwendung von Schimpfwörtern automatisch Sünde. Er warnt aber nachdrücklich vor der zornigen, verächtlichen Rede, die aus einem mörderischen Herzen kommt.
Soweit zu Matthäus 5.

Prophetische Diagnose statt persönlicher Kränkung

In Matthäus 23 ist die Situation ganz anders. Jesus spricht nicht aus verletzter Eitelkeit. Er schlägt nicht zurück, weil man ihn persönlich gekränkt oder angegriffen hat. Er benutzt die Worte Narren und Blinde als prophetische Diagnose.
Die Schriftgelehrten und Pharisäer sind blind, weil sie die geistliche Wirklichkeit nicht erkennen. Der Tempel heiligt das Gold, nicht das Gold den Tempel. Der Altar heiligt die Gabe, nicht die Gabe den Altar. Und sie sind Narren, weil sie sich durch ihre fromme Spitzfindigkeit einen materiellen Vorteil versprechen, in Wirklichkeit aber nur Gottes Gericht zuziehen. Ihre Schwurlehre ist nicht nur unlogisch, sondern geistlich gefährlich für sie selbst und für alle, die auf sie hören, von ihnen lernen und sie sich zum Vorbild nehmen.
Wir müssen das gut verstehen: Jesus spricht hier nicht über eine private Kränkung, sondern über eine öffentliche Irrlehre. Die Schriftgelehrten und Pharisäer beanspruchen geistliche Autorität, aber ihre Lehre zerstört die Wahrheit. Deshalb muss Jesus öffentlich reden. Wo öffentliche Verführung geschieht, braucht es öffentliche Entlarvung. Das ist etwas ganz anderes als persönliche Beschimpfung.
Hier begegnet uns Liebe in einer ihrer herausforderndsten Formen: als heiliger Zorn, der Sünde schonungslos aufdeckt, nicht um Menschen zu vernichten, sondern um sie zu warnen, zu überführen und zur Umkehr zu gewinnen. Man kann den Unterschied so formulieren: Matthäus 5 verbietet die verächtliche Rede. Wenn ich zornig bin, muss ich den Mund halten, sonst ziehe ich mir Gottes Gericht zu. In Matthäus 23 erleben wir prophetische Rede, die öffentlich bloßstellt, um die Ungeheuerlichkeit des pharisäischen Tuns zu entlarven. Das eine erniedrigt den anderen, um sich selbst zu erhöhen. Das andere offenbart Sünde, um mit äußerster Schärfe sowohl die Täter als auch ihre Zuhörer zu warnen.
Und natürlich ist das, was Jesus hier tut, kein Freibrief fürs Zornigsein. Wir können uns sehr leicht einreden, unser Zorn sei heilig, obwohl es sich in Wahrheit nur um verletzten Stolz handelt. Deshalb sollten wir mit Warnungen, wie der Herr Jesus sie hier öffentlich ausspricht, äußerst vorsichtig sein. Aber Matthäus 5 bedeutet auch nicht, dass Christen niemals Irrtum, Heuchelei oder geistliche Blindheit klar benennen dürfen. Auch Paulus nennt die Galater unverständlich, warnt vor falschen Aposteln und bezeichnet bestimmte Lehrer als hohle Schwätzer und Betrüger. Klare Sprache kann notwendig sein, wenn sie der Wahrheit dient und Menschen schützt.
Kurz gesagt: Jesus widerspricht sich nicht. Er verbietet in Matthäus 5 die verächtliche Beschimpfung des Bruders, aber in Matthäus 23 übt er prophetische Gerichtskritik an blinden Leitern. Der Unterschied liegt im Herzen und im Ziel der Rede. Verachtung will zerstören, Wahrheit will entlarven, warnen und zur Umkehr rufen.

Der Schwur vor Altar, Tempel und Himmel

 Matthäus 23,20-22. Wer nun bei dem Altar schwört, schwört bei ihm und bei allem, was auf ihm ist. Und wer bei dem Tempel schwört, schwört bei ihm und bei dem, der ihn bewohnt.
Hier streicht Jesus den Ansatz der Pharisäer ein letztes Mal durch. Wenn sie sagen, dass der Schwur beim Altar nicht gilt, sondern nur dann, wenn man auf die Gabe schwört, die auf dem Altar liegt, und wenn sie sagen, dass der Schwur beim Tempel nicht gilt, „sehr wohl aber ein Schwur beim Gold des Tempels“, dann wird jetzt klar: Das ist Unsinn. Wer bei dem Altar schwört, schwört bei ihm und bei allem, was auf ihm ist. Und wer bei dem Tempel schwört, schwört bei ihm und bei dem, der ihn bewohnt.
Und damit schließen wir das Thema Schwören ab. Noch ein letztes Beispiel: Matthäus 23,22. Und wer bei dem Himmel schwört, schwört bei dem Thron Gottes und bei dem, der darauf sitzt. Der Herr Jesus geht also vom Altar über den Tempel bis zum Himmel.
Dass auch beim Himmel geschworen wurde, wissen wir, weil Jesus es in der Bergpredigt als Beispiel zitiert. Warum dieses Beispiel mit einem Schwur beim Himmel? Gemeint ist natürlich die himmlische Welt. Ich nehme an, die Juden dachten, man könne beim Himmel schwören, um so der Ernsthaftigkeit eines Schwures vor Gott zu entgehen. Aber weit gefehlt: Wer beim Himmel schwört, schwört beim Thron Gottes und bei dem, der darauf sitzt.
Und damit wird klar: Jeder Schwur, der sich auf Geschaffenes oder Heiliges beruft, steht letztlich vor dem Schöpfer. Als Jünger Jesu soll ich nicht nach der richtigen Schwurformel suchen, die es mir doch noch irgendwie erlaubt zu tricksen. Vielmehr soll ich so wahrhaftig reden, dass ich überhaupt keinen Schwur brauche.

Wahrheit als Lebensstil

Und auch das ist natürlich nicht wirklich neu. Schließen wir deshalb mit einem Prophetenwort.
 Sacharja 8,16-17: Dies sind die Dinge, die ihr tun sollt: Redet die Wahrheit, einer mit dem anderen, und fällt einen zuverlässigen und heilsamen Rechtsspruch in euren Toren. Und sinnt nicht einer gegen den anderen in euren Herzen auf das Unglück, und liebt keinen falschen Eid; denn all dies ist es, was ich hasse, spricht der Herr.
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Das war’s für heute. Überarbeite und aktualisiere jetzt deine Fürbitte-Liste für junge Ehen in deiner Gemeinde und bete für sie.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

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