Zum Inhalt

Straßenprediger verliert Angst

Über Menschenfurcht, mit Maxi Knauer
08.12.2023

Persönliche Erfahrungen und Herausforderungen beim Evangelisieren

Schöne Einstiege, Markus! Das ist wirklich sehr gut! Das war ein langer Prozess. Irgendwann bin ich zu dem Punkt gekommen, und ich glaube, es ist gut, dass ich heute hier bin, um vielen Menschen da draußen etwas ersparen zu können.

Ja, bitte! Aber es ist etwas passiert: Die Leute standen mit offenem Mund da und hingen mir wie gebannt an den Lippen. Es war wirklich ein Einschnitt in meinem Leben und ein tiefer Schock.

Ja, es gibt ein Leben nach dem Tod. Ja, es gibt nur einen Weg zu Gott, nämlich Jesus. Und ja, es gibt eine Hölle. Wir müssen das ganz klar aussprechen. Die Menschen sind auf direktem Weg dorthin. Trotzdem sitze ich in meiner Gemeinde und halte das alles für mich. Ich versuche bloß, keinen Anstoß bei den Menschen zu erregen.

Dabei hatte ich ein riesiges Problem: die Menschenfurcht. Ich hatte richtig Angst. Mein Herz war gespalten. Ich wusste, wie wichtig das ist. Ihr wisst nicht, was in den Menschen vor sich geht. Ich sage euch, so viele Menschen da draußen sind auf der Suche.

Ich werde diesen Mann, den ich nie wieder gesehen habe, irgendwann im Himmel wiedersehen. Dann werde ich ihn so fest in den Arm nehmen. Wenn ich das gerade sage, könnte ich echt heulen.

Vorstellung des Bibelfit-Dienstes und des heutigen Gesprächspartners

Und damit willkommen beim Bibelfit-Dienst, wo wir versuchen, leicht verständlich tiefer in die Bibel einzusteigen, Jesus im modernen Alltag nachzufolgen und harte Fragen von Nichtchristen klar zu beantworten.

Jeden Beitrag verschenke ich Übersichten, biblische Entscheidungshilfen, komplette Hörbücher und sogar Onlinekurse. Das gibt es alles gratis auf dieser Website. Dafür kannst du freiwilligen monatlichen Unterstützern aus dem ganzen Land danken – Menschen wie du und ich.

Wer auch möchte, dass Videos wie dieses hier in unserem Land weiter ausgespielt und nicht verborgen werden, der sollte jetzt die Glocke unten rechts unter diesem Video drücken.

Weißt du, in den letzten viereinhalb Jahren haben wir im Bibelfit-Dienst viel über Apologetik und Lehre gesprochen, und das wollen wir auch weiterhin tun. Aber jetzt ist es an der Zeit, dieses Jahr auch praktischer zu werden, mal wirklich die Ärmel hochzukrempeln und ins Feld zu gehen.

Eine der häufigsten Fragen, die wir bekommen, lautet: Wie genau spreche ich als Christ jetzt mit Nichtchristen über das Evangelium? Wie kann ich jemanden zu Jesus führen? Das ist genau das, was meine Frau und ich auch besser lernen wollen.

Also haben wir für dich und für uns selbst ehrlich gesagt einen Praktiker eingeladen, der weiß, wie es da draußen ist. Wir sprechen gleich mit Maxi Knauer. Maxi ist jemand mit einer bewegten Geschichte, der nicht für sich selbst das Rampenlicht sucht. Warum? Weil er seine Zeit lieber damit verbringt, Seelen zu retten. Und das ist ehrlich gesagt eines der tiefsten Komplimente, die man jemals machen kann.

Vor einiger Zeit hatten wir die große Freude, mit ihm und anderen auf der Straße zu sein, für Jesus zu werben und Menschen zum Evangelium einzuladen. Da haben wir Maxi kennengelernt, einen sehr aktiven Evangelisten aus München.

Wir waren live dabei, wie er vor Hunderten in der Einkaufspassage liebevoll und geradeaus biblischen Klartext geredet hat, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Und wir waren dabei, als sich an demselben Nachmittag vor unseren Augen Menschen bekehrt haben, als ihnen eine Bibel geschenkt wurde und die dann direkt an Gemeinden vor Ort angeschlossen wurden.

Ich sage das nicht, um Maxi in den Himmel zu loben, sondern weil ich dir als Augenzeuge bestätigen kann: Hier geht es nicht um graue Theorie. Wir sprechen jetzt mit einem Vollblutpraktiker.

Deshalb wollen wir aus diesem Gespräch so viel wie möglich herausholen, und das möchte ich dir auch empfehlen. Leg dir schon mal deinen Zettel, deinen Stift und deine Notiz-App bereit, denn wir starten jetzt.

Gesprächsbeginn mit Maxi Knauer: Persönlicher Hintergrund und erste Schritte im Glauben

Lieber Maxi, wir freuen uns heute sehr, dich hier zu haben in dieser Ausgabe von Hobbygärtnern ohne Plan. Nein, war nur Spaß. Schöner Einstieg, ja, Marco. Das ist aber sehr gut. Nein, okay, also man kann es werden.

So, Maxi Knauer, wie schön, dass du dich heute zugeschaltet hast. Vielen Dank dir für deine Zeit.

Vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich, mit dabei zu sein und genau, ich freue mich jetzt auf das gute Gespräch.

Absolut. Ich gebe mal so ein bisschen Kontext. Wir durften ja einfach mit dir unterwegs sein, zumindest ein Mal bis jetzt, als wir in Leipzig waren. Dort haben wir versucht, einer Stadt, die wirklich schon sehr viel erlebt hat, die eine bewegte Geschichte hat, die auch hart, hart, hart umfochten ist – viele wissen, wovon ich rede – das Evangelium an den Mann zu bringen.

Elisa und ich waren beide wirklich sehr erstaunt, auch einfach nicht zuletzt, von dir lernen zu können, mit welchem Mut du da draußen rausgehst, mit welchem Mut du Menschen eingeladen hast zu Jesus. Das hat uns umso mehr beeindruckt, weil erstens haben wir da in vielen Punkten noch Hemmungen. Ich weiß, ich habe da ganz, ganz viel dazuzulernen, rein praktisch, wie man das in Farbe und 3D macht. Zum anderen war das ja auch bei dir nicht immer so gewesen.

Vielleicht kannst du uns mal so ein ganz bisschen mit reinnehmen, so ein bisschen mit dem Hintergedanken, zum einen, wie kommt man von hier, wo wir sind, zu dir? Und zum anderen auch, wie ist es bei dir gewesen, dass du jetzt wirklich jemand bist, der sich auf die Straße in der Einkaufspassage hinstellt und sagt: Leute, heute ist der Tag, kehrt um!

Ja, genau, das war tatsächlich eine kleine Reise. Da will ich mal ganz am Anfang beginnen. Und zwar war das, als ich Christ geworden bin. Das war mit zwanzig Jahren, heute bin ich achtundzwanzig, also vor circa acht Jahren. Ich habe ganz bewusst diese Entscheidung getroffen und gesagt: Okay, Jesus, ich will die ganze Sache mit dir machen, ich will dir mein ganzes Leben geben, und ich möchte, dass dein Wille in meinem Leben geschieht, wie immer der aussehen mag. Ich wusste es damals nicht und bin auch heute noch dabei, das zu entdecken und mit Jesus einfach auf einer Reise zu sein, wie wir alle.

Ich habe angefangen, natürlich wie jeder frisch neugeborene Christ, im Wort Gottes zu lesen. Das war natürlich erste Priorität. Ich durfte gleich am Anfang, wo ich zu Jesus gekommen bin, in eine Gemeinde gehen. Ich wurde dort eingeladen und bin dann gleich Teil einer Gemeinde geworden, habe dort eben gute Lehre bekommen und habe auch eine Bibelschule dort gemacht. So bin ich da ein bisschen reingewachsen.

Ich habe angefangen, in Gottes Wort zu lesen. Und natürlich wurde mir empfohlen, im Neuen Testament anzufangen. Deswegen habe ich als Allererstes die Evangelien gelesen. Bei einer Stelle hat mein Herz irgendwie schneller geschlagen, das hat mich extrem angesprochen. Da steht in Markus 16,15: Jesus sagte zu seinen Jüngern: Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet allen Menschen die rettende Botschaft.

Das war so der Punkt, wo ich gesehen habe: Okay, Jesus ist jetzt nicht mehr bei uns, er ist in den Himmel hinaufgefahren. Der Heilige Geist kommt, um uns, als sein Tempel, wirklich in uns einzuziehen. Wir werden eine neue Schöpfung, eine neue Kreatur.

Ich dachte mir: Okay, was war denn von Jesus, als er noch hier auf der Erde war, diese letzte, diese letzte Aufforderung, diese letzte Bitte? Und deswegen hat mich das so gecatcht, weil ich wusste: Ich werde irgendwann bei Jesus sein, aber er ist gegangen, er ist schon vorausgegangen und hat mir eine letzte Bitte dargelassen, einen letzten Befehl eigentlich, kann man so sagen. Und das ist eben: Geht hinaus.

So, ich war ganz am Anfang. Meine Gemeinde hatte schon einen evangelistischen Dienst am Laufen über den Pastor Stephan Steinle, der immer nach Pakistan gegangen ist. Uns wurde auch gesagt, es gab früher immer wieder Straßeneinsätze, aber zu meiner Zeit, als ich eben vor acht Jahren in die Gemeinde gekommen bin, gab es das nicht mehr.

Ich habe das damals angesprochen und gesagt: Hey, aber wir müssen doch rausgehen, weil das war doch Jesus sein Befehl. Das war ganz toll, weil mir die Gemeinde da voll offen war und gesagt hat: An uns, an die jüngere Generation, die haben gesagt: Hey, wisst ihr was? Wir wollen euch da unterstützen. Geht raus, ihr dürft das auch im Gottesdienst ansagen. Da schließen sich bestimmt Leute an, die da auch Lust drauf haben.

So hat das Ganze dann gestartet. Wir sind einfach ganz normal, haben uns in der Stadt getroffen, haben eine Uhrzeit ausgemacht, meistens Samstag, siebzehn Uhr, so der Klassiker, da kann irgendwie jeder. Und haben dann eben angefangen, uns dort zu treffen und auf die Leute zuzugehen.

Die Herausforderung der Menschenfurcht und der innere Konflikt

Jetzt gab es bei mir ein großes Problem, und zwar die Menschenfurcht. Das ist ein bisschen darauf zurückzuführen, dass ich eine Jugend und Kindheit hatte, die sehr darauf basierte, angenommen zu sein und dass Leute mich gut finden.

Ich möchte ganz kurz auf das Thema Menschenfurcht eingehen. Wenn ich zu viel rede, müsste ich mich bremsen. Alles gut, bitte. Nur so.

Menschenfurcht ist, denke ich, nicht die Angst vor Menschen an sich, sondern eigentlich die Angst, abgelehnt zu werden. Jeder Mensch hat, glaube ich, tief in sich ein Grundbedürfnis, das vollkommen wichtig ist: das Bedürfnis, gemocht, geliebt und angenommen zu werden.

Jetzt geht es aber um ein Problem. Ich habe mir extra einen Moment Zeit genommen und einen Screenshot gemacht. Es steht in Johannes 15,18: „Wenn die Menschen euch hassen, dann vergesst nicht, dass man mich schon vor euch gehasst hat.“ Und in Lukas 21,17 steht: „Alle Welt wird euch hassen, weil ihr euch zu mir bekennt.“

Da treffen natürlich zwei Dinge aufeinander: Zum einen mein Herz und mein Wunsch danach – und das habe ich immer noch, keine Frage. Ich möchte angenommen sein und möchte, dass Menschen mich gut finden. Ich bete auch jeden Tag für Gunst beim Menschen. Ich glaube, das ist essentiell, wenn du evangelisieren gehst.

Aber gleichzeitig wird man auf der Straße früher oder später zwangsläufig auf Ablehnung stoßen. Denn es gibt den Geist der Welt und den Geist Gottes. Wenn diese aufeinandertreffen, können Emotionen ausgelöst werden – Wut zum Beispiel.

Also hatte ich große Menschenfurcht. Um zurückzukommen: Ja, ich hatte richtig Angst. Aber ich wusste auch, und da waren so zwei Seiten in mir. Mein Herz war gespalten: Ich wusste, wie wichtig das ist, Jesus, du hast es gesagt. Für mich war das schon immer so, weil ich auch früh mit dem Thema Tod konfrontiert war. Mein bester Freund hatte sich damals das Leben genommen. Ich war sehr früh mit dem Thema Tod und auch mit dieser Dringlichkeit konfrontiert.

Wenn wir in die Bibel schauen, lesen wir, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Es gibt nur einen Weg zu Gott, nämlich Jesus. Es gibt eine Hölle. Das müssen wir ganz klar aussprechen. Die Menschen sind auf dem geraden Weg dorthin.

Ich saß aber in meiner Gemeinde, hielt das alles für mich und versuchte bloß, bei den Menschen keinen Anstoß zu erregen. Da war dieses gespaltene Herz, das mich so zerrissen hat.

Ich bin zum Outreach gefahren und habe extra lange nach einem Parkplatz gesucht, weil ich solche Angst hatte. Ich dachte mir, so geht die Zeit wenigstens ein bisschen schneller herum.

Genau so habe ich das eine Zeit lang gemacht: mit totaler Menschenfurcht, totaler Angst. Ich bin auf Leute zugegangen, total aufgeregt, total nervös: „Hey, kennt ihr Jesus? Ihr müsst ihn annehmen, weil er euch liebt. Ihr müsst ihn annehmen, sonst werdet ihr in der Ewigkeit nicht mit ihm sein.“ So ungefähr.

Aber es hat nicht wirklich Frucht gebracht. Das war sehr frustrierend für mich. Trotzdem habe ich es weiterhin gemacht. Das ging, glaube ich, echt eineinhalb Jahre so.

Irgendwann habe ich dann gesagt: Ja, tatsächlich, das war ein langer Prozess.

Der Wendepunkt: Loslassen und auf den Heiligen Geist vertrauen

Irgendwann bin ich an einen Punkt gekommen, und ich glaube, es ist gut, dass ich heute hier bin, um das vielen Leuten da draußen zu ersparen. Ich habe gesagt: Gott, ich kann nicht mehr. Ich gehe ständig mit Angst und Panik raus. Ich will das nicht mehr, ich kann das nicht mehr. Du hast mir diesen Auftrag gegeben, aber ihn auszuführen kostet mich so viel, und ich sehe keine Frucht.

Ich möchte aber Frucht sehen, denn ich gehe ja nicht umsonst raus. Ich gehe nicht umsonst raus, damit die Leute mich anschauen, den Kopf schütteln und dann weggehen.

Dann war es, als hätte der Heilige Geist zu mir gesprochen und gesagt: Maxi, dann lass mich mal machen. Gib ab, lass los.

Ich habe gesagt: Okay, gut, ich weiß nicht, wie das funktionieren soll, denn ich bin der, der redet, nicht du. Ich bin der, der auf die Leute zugeht. Aber ich habe einfach gesagt: Okay, Gott, ich gehe jetzt einfach auf die Leute zu, und du machst das. Ich gebe dir jetzt alles ab. Ich habe das wirklich im Gebet ganz durchgespielt. Gott, ich lasse jetzt alles los. Ich gehe jetzt auf diesen Typen zu und werde ihm das Evangelium verkünden, und du wirst wirken, du wirst ihn verändern.

Dann ist etwas ganz, ganz Heftiges passiert.

Ich bin auf eine Gruppe von Jugendlichen zugegangen und habe wie immer angefangen: "Hey, habt ihr schon mal gehört, dass Jesus euch liebt? Ich will euch sagen, da ist ein Gott, der für eure Schuld bezahlt hat. Wisst ihr, wir sind durch die Sünde, durch die Fehler, die wir machen, von Gott getrennt. Aber er möchte, dass wir mit ihm in Beziehung leben. Er liebt uns, hat einen guten Plan für uns und will Gemeinschaft mit uns. Deshalb ist sein Sohn Jesus auf die Erde gekommen."

Ich habe erzählt und gewartet, dass sie die Augen verdrehen, weggehen oder mir nicht richtig zuhören.

Aber etwas ist passiert: Sie standen da mit offenem Mund und hingen gebannt an meinen Lippen. Ich habe in diesem Moment gemerkt, dass ich zwar das erzählt habe, was ich immer erzähle, aber der Heilige Geist lag auf meinen Worten. Da war Kraft, da war Power. Es war nicht mehr ich, der hier wirkte und versuchte, jemanden zu überzeugen. Es war der Geist Gottes, der die Herzen tief berührte und ansprach.

Dann bin ich in diesen Wachstumsprozess der Evangelisation eingetreten und durfte immer mehr erleben und lernen: Wenn wir alles abgeben und sagen: "Okay, es liegt gar nicht an mir, jemanden überzeugen oder überreden zu müssen, sondern es ist Gott selbst, der die Herzen berührt und in dem Moment wirklich zu den Menschen spricht."

Das hat viel mit Glauben und Vertrauen zu tun, auch mit mutigen Schritten. Denn man muss natürlich oft auf Leute zugehen, anfangen und mit ihnen ins Gespräch kommen.

Aber dann zu erleben, wie der Heilige Geist wirklich Menschenherzen komplett transformiert, anspricht und berührt – das war für mich wirklich lebensverändernd.

Praktische Tipps für den Gesprächseinstieg beim Evangelisieren

Das ist so inspirierend zu hören, Maxi! Würdest du also zusammengefasst sagen, dass unser Auftrag darin besteht, hinauszugehen und zu versuchen, die richtigen Worte zu finden? Aber es ist nicht unsere Aufgabe, zu überzeugen. Die Arbeit der Bekehrung übernimmt dann der Heilige Geist. Es ist nicht unser Job, das Ergebnis zu bestimmen, sondern die Initiative zu ergreifen.

Legst du dir vorher trotzdem ein paar Worte zurecht? Oder sagst du eher: „Okay, so fange ich an“ und schaust dann, wie der Heilige Geist dich leitet und wie das Gespräch entsteht?

Genauso ist es, absolut. Ich glaube, es ist klug, ein paar Gesprächseinsteiger parat zu haben. Das ist wichtig, damit es nicht total komisch oder unangenehm wird. Wir machen das meistens mit offenen Fragen. Zum Beispiel sagen wir: „Hey, ich weiß, das kommt jetzt vielleicht komisch rüber.“

Ich mache das immer in München, weil wir wissen müssen, dass es dort etwas schwierig ist. Die Leute sind es nicht gewohnt, angesprochen zu werden. Wenn man in München auf jemanden zugeht und ihn anspricht, dann denkt derjenige meistens, dass man ihm etwas verkaufen will oder ihm irgendetwas andrehen möchte. Vielleicht will man ihn auch sektenmäßig irgendwo reinziehen.

Ja, genau. Es gibt in München sehr viel, was Sekten angeht, viele Stände und viele Verführer. Das macht es natürlich nicht leichter für uns, wenn wir dann auf Menschen zugehen und gleich mit „Hey, Gott, Jesus“ anfangen. Dann ziehen sich viele sofort zurück und sagen: „Wow, wow, wow!“

Deshalb fange ich meistens so an: „Hey, ich weiß, das ist jetzt gerade total verrückt, und es tut mir leid, dass ich Sie störe.“ Das ist gar nicht demütigend, sondern ehrlich. Ich breche ja in dem Moment auch in die Privatsphäre des anderen ein. Derjenige hat ja gerade etwas zu tun, ist unterwegs oder muss irgendwo hin.

Aber dann sage ich so etwas wie: „Darf ich Sie kurz stören? Das ist mir total wichtig.“ Und dann stelle ich eine Frage: „Haben Sie schon mal gehört, dass Sie von einem Gott geliebt sind?“ Oder: „Glauben Sie an Gott? Haben Sie sich schon mal Gedanken darüber gemacht, ob es einen Gott gibt?“

Das sind gute Gesprächseinsteiger. Wenn die Leute dann merken, dass es nicht um eine Sekte geht, sage ich: „Hey, wir sind keine Sekte, aber wir haben Gott erlebt und es liegt uns auf dem Herzen, mit Ihnen darüber zu sprechen. Haben Sie kurz Zeit für uns?“ So in der Art.

Umgang mit unterschiedlichen Reaktionen beim Evangelisieren

Krass, was erlebst du so? Was ist eine der häufigsten Reaktionen auf die Frage? Ich könnte mir vorstellen, dass es oft so ist: Entweder sagt jemand „Ja, Gott, ach irgendwie“, oder „Ich war schon in der Kirche“ oder „Ich bin ja Christ“. Doch dann merkt man vielleicht doch, dass es sich nicht um bekennende, wiedergeborene Christen handelt. Kannst du sagen, was eine der häufigsten Antworten ist?

Es gibt viele, die sagen: „Ja, ich bin schon Christ, ich gehe jeden Sonntag in die katholische Kirche und bete meine Ave Maria und so weiter.“ Dann gibt es Leute, die sagen: „Na nee, komm, schleich dich mit deinem Gott, geh weiter.“ So etwas erlebt man auch.

Dann gibt es ganz offene Leute, die sich gerne unterhalten. Die sagen: „Ja, mit Gott habe ich mir schon mal Gedanken gemacht. Ich glaube schon, dass da irgendwo etwas ist.“ Und da kommt eben das Thema ins Spiel, dass man sich vom Heiligen Geist leiten lässt.

Tatsächlich gibt es keine Musterlösung, weil jedes Gespräch individuell und anders ist. Aber er macht es. Ich kann wirklich sagen: Er tut das, er macht es. Und es gibt nichts Schöneres, als dann zu sagen: Genau, wir dürfen Gott auch erleben.

Wenn du jeden Sonntag in die katholische Kirche gehst – wow, wir gehen auch jeden Sonntag in die Kirche – ist das eine wirklich lebendige Beziehung mit Gott? Hast du auch so Kontakt zu ihm, auch außerhalb der Kirche? Wie ist es denn, wenn du Gottes Wort liest? Spricht er zu dir durch sein Wort?

Da kann man so toll unterschiedlich und individuell auf die Menschen eingehen. Oder ich merke gerade: Mit Gott hast du wirklich gar nichts zu tun, und du bist da echt auch irgendwie total abweisend. Das kann ich total verstehen. Bei mir war es früher auch so, ich wollte davon überhaupt nichts wissen.

Aber weißt du, Gott ist so viel anders, als man sich das vorstellt. Er ist mir auf eine ganz andere Art und Weise begegnet – wie ein liebevoller Vater – und er hat mich komplett verändert. Und ja, eben bei jedem anders, so wie ihr Menschen eben seid.

Zeugnis als kraftvolles Werkzeug beim Evangelisieren

Super! Ich bin damit in meinem Element, ich kann das nicht aufhören. Das ist toll.

Nutzt du dann auch häufig deine Geschichte in privaten Gesprächen? Das würde mich nochmal total interessieren. Wir haben das ja in Leipzig erleben dürfen, wo du dann auch – ich nehme an, da hattet ihr, weil es ja so eine Straßenevangelisation mit Programm war – euch vorher abgesprochen, wann wer dran ist und was er ungefähr sagt. Und da hast du ja auch wirklich deine Geschichte erzählt.

Also zum einen finde ich es super, falls du sie hier nochmal kurz umreißen magst, und zum anderen: Genau, nutzt du das dann auch in Eins-zu-eins-Gesprächen?

Ja, also für mein Zeugnis ist ein Eins-zu-eins-Gespräch nicht immer Zeit. Wenn wir bei der Eins-zu-eins-Evangelisation sind, haben die Leute meistens gar nicht so viel Zeit, was ja auch verständlich ist. Mein Zeugnis zu teilen, dauert wirklich schon so fünf bis zehn Minuten, je nachdem. Es gibt natürlich mehrere Varianten, je nachdem, wie viel Zeit ich habe. Aber ich reiße es immer kurz an und teile eben: „Hey, früher habe ich gar nicht an Gott geglaubt. Ich habe in der Welt gelebt, und er ist mir dann begegnet, als ich damals einen Tiefpunkt in meinem Leben hatte.“

Man kann das ja alles in drei, vier Sätzen verpacken. Und ja, das Zeugnis hat immer so viel Kraft, und das gebe ich den Leuten auch echt mit. Da ist es wirklich völlig egal, ob man im christlichen Elternhaus aufgewachsen ist oder eben nicht. Wichtig ist einfach: Jeder von uns hat Sachen mit Gott erlebt. Das macht es so authentisch.

Wir können den Leuten viel erzählen, aber unser Zeugnis ist etwas, das uns keiner wegnehmen kann. Das ist einfach ehrlich, authentisch und eine Erfahrung, die Leute neugierig macht. Sie können das auch erleben oder danach suchen, vielleicht stecken sie in einer ähnlichen Situation.

Also wenn man ein Zeugnis hat – oder jeder hat eins – sollte man sich einfach eins überlegen, in kurzen Sätzen, gerne auch zuhause üben und sagen: „Okay, wie kann ich das gut, kurz und klar rüberbringen?“ Super.

Ja, und Leute merken, ob es authentisch ist. Man merkt, ob etwas aufgesetzt ist und ob man nur versucht, ein Schema abzuklappern oder ob es wirklich etwas ist, was man erlebt hat und das aus der eigenen Erfahrung spricht.

Maxi Knauers Lebensgeschichte und Glaubensweg

Ja, cool. Magst du uns erzählen? Ich glaube, wir haben die Zeit, wenn du magst, ein bisschen von deiner Geschichte, wie du zum Glauben gekommen bist.

Ich bin hier in München geboren und in einem nichtchristlichen Elternhaus aufgewachsen. Meine ganze Familie glaubt bis heute nicht, ich bin der Einzige. Ich bin ganz behütet aufgewachsen, meine Eltern hatten immer gutes Geld. Mir ging es immer sehr gut. Ich war ein verwöhntes Einzelkind, wenn man so will, habe immer alles bekommen, was ich wollte. Trotzdem hatte ich immer eine Frage in meinem Herzen und irgendwie auch eine Suche nach dem Sinn des Lebens.

Das fing schon ganz früh an. Meine Eltern erzählten mir, dass ich als Kind immer in Kinderbibelstunden gehen wollte, die vom Kindergarten aus angeboten wurden. Das hat mich irgendwie angezogen. Mit 14 Jahren hatte ich dann ein Schlüsselerlebnis. Ich lag in meinem Zimmer, mitten in der Pubertät, und habe zu Gott gebetet. Ich sagte: „Weißt du, Gott, ich habe keinen Bock mehr, irgendwelches Zeug zu glauben, das Menschen erfunden haben. Wenn ich in die Bibel schaue, da steht was von Eseln und dass Meere geteilt wurden – so ein Quatsch. Ich kann das persönlich nicht glauben. Ich glaube auch nicht an Jesus, das ist eine Wunschvorstellung von Menschen mit Vergebung und so weiter, damit wir nichts zu tun haben. Aber Gott, wenn du real bist, dann bitte gib mir ein Zeichen. Ich will wissen, ob du echt bist. Zeig mir, was Wahrheit ist.“

Ein paar Wochen später, zwei, drei Wochen danach, stand ich nach der Schule an der Bushaltestelle. Da kam ein Mann auf mich zu, der hat nicht mit mir geredet, sondern mir einfach nur ein Traktat in die Hand gedrückt und gesagt: „Hier, das möchte ich dir geben.“ Ich habe dieses Heft genommen, mit nach Hause genommen und meinen Eltern nichts davon erzählt, niemandem. Ich habe es zu Hause aufgeschlagen und zum ersten Mal gelesen, dass Jesus für meine Schuld am Kreuz gestorben ist, dass er sich eine Beziehung zu mir wünscht, dass Gott mich liebt und einen Plan für mich hat. Das hat mich damals überwältigt. Ich wusste, das kann nur von Gott sein, das muss die Antwort auf mein Gebet sein.

Ich habe dann bis Weihnachten gewartet, das war mir damals ganz wichtig. Ich wusste nicht, wie man es macht, kannte keine Christen und habe dann ein kleines Teelicht angezündet. Am Ende des Heftes stand ein Übergabegebet, und das habe ich gebetet. Ich habe nicht groß etwas gespürt oder erlebt, aber ich wusste in meinem Herzen: Dieser Gott ist real. Er hat mir ein Zeichen gegeben. Ich habe dieses Gebet gebetet, obwohl ich keine Ahnung von Vergebung hatte. Das war mir auch egal. Das mit dem Kreuz habe ich nicht ganz verstanden, aber dass er einen Plan für mich hat, hat mich angesprochen. Dass er meine Gebete hört, stand in dem Heft, und das fand ich damals total toll.

Dann habe ich zwei Dinge richtig intensiv gebetet, damals mit 14 Jahren. Ich habe gesagt: „Gott, bitte erfülle mir diesen Wunsch, es ist mir so wichtig.“ Das Erste war: „Gib mir Ansehen bei Menschen. Ich will beliebt sein. Ich will nicht mehr der Außenseiter sein. Ich möchte, dass die Leute aus meiner Schule mich cool finden, und auch bei den Mädchen will ich angesehen sein, beliebt sein, dass sie mich toll finden.“ Das zweite Gebet war: „Bitte, Gott, gib mir eine richtig hübsche Freundin. Ich will nicht mehr Single sein.“ Die wichtigen Fragen wollte ich trotzdem.

Genau, ich wollte vergeben sein und richtig so. Auch meine Gedanken damals waren ehrlich gesagt, ich will Sex haben und Spaß haben. Das habe ich intensiv gebetet. Und tatsächlich kam das dann so. Ich habe Gott ein bisschen vergessen, hatte keine wirkliche Beziehung zu ihm, habe nicht regelmäßig gebetet, nur immer mal wieder.

Ich bin dann in eine Clique gerutscht mit einem richtig coolen Typen, der hatte schon ein Tattoo, war 15, 16, ein bisschen älter als ich und total beliebt bei den Mädchen. Alle fanden ihn cool. Er hat gesagt: „Hey Maxi, wir haben uns beim Fußballspielen kennengelernt, lass mal was privat machen.“ Und ich bin da voll reingerutscht. Auf einmal haben die Leute über mich geredet. Ich war in einer coolen Clique und zum ersten Mal fanden die Leute mich toll, cool, haben über mich gesprochen.

Dann kam noch eine richtig hübsche, tolle Frau in mein Leben, ein hübsches Mädchen, das sich in mich verliebt hat. Ich hatte auf einmal eine Freundin, und alles ging irgendwie voll bergauf. All meine Wünsche wurden erfüllt. Genau, ich habe Gott vergessen und in der Welt gelebt.

Ich mache es jetzt kurz: Ich habe sehr schnell gemerkt, dass ich innerlich so einen Unfrieden hatte und nicht wirklich glücklich war. Ich hatte zwar alles, aber wenn ich das hatte, was ich wollte, wollte ich mehr. Irgendwann war es mir nicht mehr genug, es machte mich nicht glücklich. So war es auch mit der Freundin: Irgendwann wurde der Sex langweilig, und ich wollte andere Sachen ausprobieren.

Auch mit meinen Jungs passierten einige Dinge. Mein bester Freund hat sich an meine Freundin rangemacht, und ich war voller Wut und Zorn. Er hat zu mir gesagt: „Maxi, du bist eh schwach, du kannst nichts. Komm doch, wenn du willst, ich treffe jetzt deine Freundin. Wenn du Stress willst, dann komm doch, du traust dich eh nicht.“ Ich wurde innerlich zornig und wütend und habe mich mit Leuten umgeben, die diesen Zorn und diese Wut teilten. Sie sagten: „Komm Maxi, wir schlagen zu. Wenn mich jemand blöd anmacht, hauen wir ihn.“ So bin ich in ganz schlechte Kreise gerutscht.

Dann habe ich angefangen, Drogen zu nehmen. Auch mit meiner Freundin, wir waren zwar noch zusammen, aber ich habe angefangen, fremdzugehen, wenn ich auf Partys war oder betrunken. Das ging einige Jahre so, bis ich achtzehn, neunzehn, zwanzig war.

In dieser Zeit hatte ich einen besten Freund, den ich über alles liebte. Er wohnte bei mir im Dorf. Wir trafen uns, machten Party, rauchten Marihuana und so weiter. Eines Tages hatten wir eine ziemlich heftige Schlägerei auf einem Frühlingsfest in München. Wir hatten Stress mit einer anderen Gruppe von Jungs und haben uns geprügelt. Mein bester Freund hat einen fast totgeschlagen. Er hatte Lähmungserscheinungen und so weiter. Es war ganz heftig. Wir waren alle vor Gericht, und mein bester Freund kam in Untersuchungshaft und war ein Jahr eingesperrt.

Ich habe ihn sehr vermisst, und es war eine schwierige Zeit für mich. Wir waren alle geschockt, dass unser bester Freund im Gefängnis war. Nach einem Jahr gab es nochmal eine Gerichtsverhandlung, alles wurde neu aufgerollt. Da sie uns angegriffen hatten und mein Freund mit viel Glück in Notwehr gehandelt hatte, kam er auf Bewährung raus.

Ich weiß noch genau, wie ich ihn sah, als er rauskam. Er war total blass und es ging ihm überhaupt nicht gut. Er hatte immer ADHS, musste sich bewegen, war viel draußen unterwegs, lief viel. Ein Jahr Gefängniszelle hat ihn komplett zurückgeworfen. Er sagte zu mir: „Maxi, ich bin wieder draußen. Wir müssen unser Leben ändern. Es muss sich was ändern. Ich darf nicht nochmal rein, denn wenn ich auch nur eine Kleinigkeit mache, komme ich ins Gefängnis.“ Er musste auch regelmäßig zu Drogenkontrollen.

Ich sagte: „Na klar, wir ändern uns, wir machen das, keine Sorge. Wir machen keinen Unsinn mehr, gehen nicht mehr feiern, nehmen keine Drogen.“ So haben wir es abgemacht. Aber wie man es kennt: Man nimmt sich Dinge vor, aus eigener Kraft zu schaffen, schafft es aber nicht. Wir waren süchtig nach Cannabis und solchen Sachen. Das Leben war langweilig ohne Party. Das war unsere Erfüllung. Es gab nichts anderes als am Wochenende sich abzuschießen, um Sorgen zu vergessen.

Er fing wieder an zu kiffen und Drogen zu nehmen. Dann kam der Brief: Drei oder vier Jahre Gefängnis muss er rein. Es war schlimm für ihn. Er war am Boden zerstört. Er hatte gerade eine Ausbildung bei Segnuller angefangen. Es war schon schwierig, wenn man auf Bewährung im Gefängnis war. Die Leute prüfen, was man in der Zeit gemacht hat. Er war total am Boden.

Ich sagte zu ihm: „Hey, wir schaffen das, mach dir keinen Stress, alles wird gut.“ Aber es wurde nicht gut. Zwei Wochen später erfuhr ich, dass er sich das Leben genommen hatte.

Das war ein tiefer Schock und ein einschneidendes Erlebnis in meinem Leben. Es brachte mich zum Nachdenken, weil ich wieder mit dem großen Thema Tod konfrontiert wurde. Unser Leben ist wirklich nur eine kurze Zeit.

Ich dachte über mein Leben nach: Wie läuft es gerade? Wo laufe ich hin? Was sind meine Ziele? Was tue ich hier eigentlich? Ich schaute mein Leben an und war absolut geschockt. Ich sah eine kaputte Beziehung, die nur noch ein Scherbenhaufen war. Ich sah einen drogensüchtigen Typen, der nicht schlafen konnte, bevor er Marihuana konsumiert hatte. Ich sah einen Typen, dessen bester Freund gerade wegen Suizid gestorben war, weil wir Schlägereien hatten und immer betrunken am Wochenende unterwegs waren.

Vor allem sah ich, dass ich keinen Sinn mehr hatte, außer Party zu machen, mich zu berauschen und mit meinen Jungs unterwegs zu sein. Dieses Ansehen zu genießen, wenn wir irgendwo hinkamen und die Leute Angst vor uns hatten.

Eines Abends, ich war schon ein bisschen betrunken, war ich in meinem Zimmer. Ich werde das nie vergessen. Mir ging es überhaupt nicht gut, und ich habe geweint. Dann erinnerte ich mich an das Traktat, das mir gegeben wurde, und an das Gebet, das ich damals gesprochen hatte. Dieser Gott war immer irgendwo in meinem Hinterkopf, aber ich schenkte ihm keine Beachtung.

Ich kniete mich hin und sagte: „Jesus, ich habe so viel Schlechtes gemacht, so viel Mist gebaut. Bitte, wenn du mir vergeben kannst, wenn du mir meine Schuld vergeben kannst, dann nimm mein Leben. Ich will dir alles geben. Ich will mit dir leben. Bitte komm und hilf mir aus diesem Loch raus, in dem ich gefangen bin.“

Wir kennen unseren Gott: Er ist gut, er ist treu, er hat nur auf diesen Moment gewartet. Er ist mir begegnet, damals in meinem Zimmer. Der Heilige Geist war spürbar da. Ich habe seine Kraft, seine Präsenz und seine Liebe gespürt. Es war wie ein Gedanke: „Maxi, ich liebe dich und habe einen guten Plan für dich.“ Es war, als hätte Gott die ganze Zeit auf mich gewartet.

Dann kam eins zum anderen, um das kurz abzuschließen: Mein bester Freund von damals, ein anderer Freund, mit dem ich auf Hauspartys war – er hatte immer das beste Gras – schrieb mir: „Maxi, mein Papa wurde übernatürlich von Jesus geheilt. Komm mal in die Gemeinde, die ist gleich bei dir im Dorf ums Eck, komm doch mal vorbei.“

Ich bin hingegangen und habe ganz bewusst Jesus erneut mein Leben gegeben. Ich spürte wieder den Heiligen Geist, und die Predigt sprach tief in mein Herz. Es gab einen Altaraufruf, und ich bin nach vorne gegangen, habe alles hingelegt und mich dann taufen lassen.

Seitdem geht es los.

Die Bedeutung von Gemeinschaft und geistlicher Reife beim Evangelisieren

Wow, wow, wow, wow. Noch kurz als Rückfrage: War dieser beste Freund schon Christ, oder war das auch für ihn eine Erfahrung der Heilung, nach der er dachte, „Hey, da muss mehr sein, Jesus usw.“?

Ja, er hat auch ein ganz, ganz cooles Zeugnis. Sein Papa wurde übernatürlich geheilt – wirklich. Er ist durch alles durchgegangen: Er hatte eine unheilbare Hautkrankheit, war bei Gurus, und die Medizin konnte ihm nicht mehr helfen. Seine Haut war so angeschwollen, er bekam keine Luft mehr. Sie haben ihn in die Gemeinde gefahren – auf einer Trage – und dort wurde für ihn gebetet. Er wurde von Jesus komplett geheilt, von einem auf den anderen Moment.

Nein! Krass!

Genau, wirklich krass! Mein bester Freund hatte aber gar keinen Bock darauf und wollte nicht mit in die Gemeinde. Er hat zwar mitbekommen, was mit seinem Papa passiert ist, wollte aber lieber Partys machen. Er sagte, er sei in Ruhe mit Jesus und so weiter.

Eines Tages haben seine Eltern ihn quasi gezwungen: „Du gehst heute mit in die Gemeinde.“ Dann ist er mitgegangen, hat eine Begegnung mit Gott gehabt, angefangen zu weinen und hat sein ganzes Leben Jesus gegeben. Das war schon vor mir. Er war zwei Jahre vor mir bekehrt und hat mich dann eingeladen. Also, der war schon gläubig, als ich noch nicht glücklich war.

Ja, aber er hat evangelisiert, hat dich eingeladen, und so geht die Kette weiter. Unglaublich!

Krass, Maxi, ich hätte so viele Fragen, aber ich springe trotzdem mal in der Chronologie noch eins weiter. Du hast gerade gesagt, okay, dann ging es los. Ich vermute aber, ohne dir zu nahe treten zu wollen, dass von diesem Moment bis zu dem, wo du in Leipzig in der Einkaufspassage vor 300 Leuten predigst und tatsächlich 5, 6, 7, 8 Leute sagen: „Ja, ich habe nur darauf gewartet, wie kann ich mein Leben Jesus geben, heute will ich mich bekehren“, nicht ganz 24 Stunden vergangen sind.

Da kam wahrscheinlich noch das eine oder andere Mal ein Fehlstart dazu, oder man versucht es irgendwie, und es klappt nicht ganz – so haben wir es ja auch durchgemacht.

Was würdest du sagen, sind die wichtigsten Dinge, die du gelernt hast, wie man es nicht machen sollte, auch wenn man die besten Absichten hat?

Ja, das ist eine gute Frage. Eigentlich ist mein Motto immer: Mach’s einfach. An erster Stelle steht bei mir wirklich „Mach’s!“ Das ist auch der Grund, wie ich wachsen konnte – indem ich nicht auf die Furcht, auf die Menschenfurcht, gehört habe, sondern einfach gesagt habe: Ich gehe raus.

Wie man es nicht machen sollte, ist ganz klar: Wenn du das Evangelium nicht verinnerlicht hast und es nicht klar wiedergeben kannst, dann solltest du nicht auf die Straße gehen.

Ganz kurz: Das finde ich spannend, was du gesagt hast – verinnerlicht und klar wiedergeben können. Das sind ja zwei verschiedene Dinge.

Sorry, nach dir.

Ja, absolut wichtig. Das sollte wirklich sitzen, denn das ist hier kein Spaß. Es geht immer in erster Linie um Gottes Wort, und es darf auf keinen Fall verfälscht werden.

Wenn du anfängst, den Leuten irgendwas zu erzählen von deinem eigenen Gott, den du dir zusammenbastelst, wie du ihn dir wünschst, wird es super gefährlich. Das wäre für mich ein Achtung-Stopp. Wenn du ein Babychrist bist und sagst: „Boah, mich spricht es total an, ich will auch rausgehen“, dann solltest du bitte ein gewisses Fundament an Glauben und gesunder Lehre haben.

Am besten geh in die Gemeinde und fang dort an, dich mit dem Wort Gottes zu füllen. Fang an, um zu dem Punkt zurückzukommen, wo ich gesagt habe: Lass den Heiligen Geist wirken. Das fordert ja auch einen gewissen Reifegrad.

Lerne Gott erst mal kennen, baue eine Beziehung mit ihm auf, höre Gottes Stimme, lass dich von ihm leiten und führen. Lies Gottes Wort und fülle dich mit seinem Wort, damit es dich transformiert. Das sind alles Dinge, die ich dir ans Herz legen würde.

Trotzdem rede ich mit vielen Christen, die seit Jahren in die Gemeinde gehen und sagen: „Ich bin noch nicht so weit.“ Da sage ich dann: Nein, das glaube ich nicht, denn wir haben alles, was wir brauchen.

Das Evangelium ist das Wichtigste. Du musst nicht die Bibel auswendig kennen, du musst nicht fünf Jahre Bibelschule besucht haben – das sind alles Dinge, die Gott nicht braucht. Die Apostel damals hatten das auch nicht. Sie sind nicht durch Bibelschulen gegangen, kannten nicht alles auswendig, und das Neue Testament gab es damals auch noch nicht.

Wichtig ist einfach die klare Botschaft, das klare Evangelium unverfälscht. Damit ihr das mal gehört habt: Jesus ist als Mensch auf die Erde gekommen, er hat ein komplett sündfreies Leben gelebt, hat nicht eine einzige Sünde begangen.

Er ist für unsere Schuld ans Kreuz gegangen, hat unsere Schuld getragen, hat sich foltern lassen, hat sich auspeitschen lassen – also das muss nicht hinter einer Arbeit verborgen bleiben, das kann man auch sagen.

Er hat sich eine Dornenkrone auf den Kopf pressen lassen, wurde ans Kreuz genagelt, sein kostbares Blut wurde vergossen zur Vergebung unserer Schuld. Er ist gestorben – und ganz wichtig, weil das viele vergessen und das auf keinen Fall passieren darf: Er ist am dritten Tag auferstanden.

Wir haben die Auferstehung durch den Glauben an ihn und können so in Ewigkeit mit ihm leben, wenn wir annehmen, was er für uns am Kreuz getan hat – und eben auch die Auferstehung, dass er nicht nur gestorben ist, sondern den Tod für uns besiegt hat.

Ja, das ist mir immer sehr wichtig, dass alle Komponenten dabei sind.

Man darf mal einen Fehler machen oder etwas vergessen – ist mir auch schon passiert. Da dachte ich: Oh nein, ich habe die Auferstehung vergessen! Ich habe gebetet und dann gemerkt, dass ich sie eben am Anfang vergessen hatte, aber es ist schon wichtig, dass du so ein klares Evangelium hast.

Richtig gut. Also es gibt ein „zu früh“, wenn man selbst die Beziehung zu Gott noch nicht begonnen und das Evangelium nicht verinnerlicht hat.

Könntest du dir vorstellen, dass es wirklich gut ist, das Evangelisieren zu üben?

Ich glaube, du hattest vorhin schon etwas in die Richtung gesagt, dass man sich zu Hause hinstellt oder im Hauskreis sagt: „Hey, wir machen jetzt mal ein bisschen Rollenspiele“ oder man schreibt sein Tagebuch auf und übt das wirklich.

Andere Sachen, wie in der Schule, macht man das ja auch: Sachen, die man richtig gut können will, einen Vortrag oder andere Komponenten, damit dann ein gutes Ergebnis rauskommt.

Beim Evangelisieren denken wir manchmal vielleicht zu sehr: „Der Heilige Geist bewirkt das schon“ und machen uns vorher keine Gedanken darüber, was wir sagen wollen.

Du meinst, man fällt dann vom Pferd?

Ja, ja. Super wichtig.

Ich kann jedem nur ans Herz legen: Learning by doing, aber auch, wie du gesagt hast, Übung. Deswegen finde ich es so toll, dass wir bei uns in der Gemeinde und mit Chris schon oft Seminare und Kurse angeboten haben. Wir wollen das noch weiter ausbauen, um Leute wirklich ready zu machen, raus auf die Straßen zu gehen.

Das ist auch voll unser Herz, eben auch in die Gemeinden zu gehen.

Ja, das stimmt. Wir brauchen eine gewisse Zurüstung, eine gewisse Übung.

Da gibt es so viele Themen: Wie bete ich richtig für Leute? Da kann man auch viel falsch machen, das kann echt komisch werden, wenn du nicht willst, dass die Leute Reißaus nehmen.

Wie bete ich wirklich für Leute?

Eine Sache, die wir nicht aus den Augen verlieren dürfen, ist die Kraft des Gebets. Lerne beten!

Hier habe ich dir zusammengestellt, wie ich damals als junger Christ auf biblischer Grundlage beten gelernt habe. So ähnlich mache ich es bis heute.

Da findest du eine praktische Übersicht mit direkten, ganz konkreten Beispielen für deinen Alltag. Das haben schon Hunderte Menschen vor dir runtergeladen, es ist komplett gratis. Klick dafür einfach auf den ersten Link hier unter diesem Video.

Auch andere Sachen, wie: Wie spreche ich mit Leuten? Das ist absolut wichtig, das will gelernt sein.

Es gibt einfach ein paar Dinge, die so wichtig sind.

Das fängt schon an: Bevor ich raus auf die Straße gehe und weiß, ich rede eins zu eins mit Leuten, ist wichtig: Hygiene, wie komme ich auf den anderen zu, wie wirke ich wirklich auf den anderen?

Ich mache mir zum Beispiel ein Kaugummi rein, wie rieche ich aus dem Mund? Solche Sachen, das klingt jetzt komisch, aber es geht einfach darum, wie trete ich dem anderen gegenüber und wie wirke ich auf ihn?

Das sind entscheidende Punkte.

Dann auch das Üben: Wir haben in der Gemeinde geübt, wie ich mein Zeugnis kurz und knapp wiedergeben kann.

Das sind alles Punkte, die echt wichtig sind.

Ermutigung und praktische Ressourcen für Evangelisation

Tolle Sache, das ist wirklich eine große Inspiration – besonders für Gemeindeleiter oder für Menschen, die für das geistliche Wachstum in der Gemeinde verantwortlich sind. Es lohnt sich, ernsthaft darüber nachzudenken, solche Kurse vielleicht auch anzubieten.

Ich habe gerade noch, sorry, ich rede so viel, einen Gedanken: Wenn man denkt, man sei noch nicht so weit, muss man nicht einfach sagen: „Ich mache jetzt gar nichts.“ Denn dein Zeugnis ist das beste Beispiel dafür, dass es reicht, wenn jemand dir einfach ein Traktat in die Hand gedrückt hat. Derjenige hat scheinbar kein Wort mit dir gesprochen, vielleicht war er schüchtern oder hatte keine Zeit. Aber genau das war der entscheidende Punkt, den Gott genutzt hat.

Und ich meine, das kann wirklich jeder machen – selbst wenn man das Evangelium noch nicht so verinnerlicht hat. Ein Traktat jemandem in die Hand zu drücken, kann einen Unterschied machen.

So gut, dass du das nochmal sagst, das wollte ich nämlich auch noch ansprechen. Ich will das wirklich ehrlich sagen: Ich werde diesen Mann, den ich nie wieder gesehen habe, irgendwann im Himmel wiedersehen. Und ich werde ihn so fest in den Arm nehmen. Ich könnte echt heulen, wenn ich das gerade sage. Wie er durch seinen Mut – ich sage es nochmal – der hat mir nicht einmal das Evangelium selbst verkündet. Er ist einfach auf mich zugegangen, wahrscheinlich hatte er viel Menschenfurcht, und hat mir dieses Heft in die Hand gedrückt. Wenn er wüsste, wo ich heute bin! Ich glaube so fest daran, dass er auch Anteil an der Frucht haben wird, die Gott durch mich macht.

Ich sage wirklich: Danke, danke, danke, danke, danke! Deshalb ist dieses Zeugnis auch so ermutigend für euch da draußen. Ich finde das echt wichtig zu betonen: Ihr wisst nicht, was in den Menschen vor sich geht. So viele Menschen da draußen sind auf der Suche. Auch zuhause, im stillen Kämmerlein, wo keiner hinschaut, sagen sie zu Gott: „Wenn es dich gibt, zeig dich mir! Ich will Wahrheit, ich brauche dich!“

Wir sind die Antwort. Es gibt so tolle Traktate, die man auch im Internet bestellen kann – mit klarem Evangelium, kurz und knapp. Sie erklären die Beziehung zu Gott, die Trennung durch Adam und Eva, den Apfel, und dass Gott die Beziehung wiederherstellen möchte. Das ist so klar und einfach erklärt. Menschen können anhand dieses Hefts angesprochen werden, wenn sie offen sind – und der Heilige Geist wirkt dann.

Ich will noch kurz erzählen: Ich bin nach Hause gefahren und habe dieses Heft auf dem Heimweg verloren. Ich war dann am Essenstisch bei meiner Mama – ich weiß es noch, sie hat mir Nudeln gemacht. Mein Herz hat gepocht, und ich wusste, ich muss den Schulweg zurücklaufen und das Heft holen. Damals hat Gott so klar gesprochen – ich hatte es vorher nicht gesagt, ich kürze das manchmal ab – aber ich bin zurückgeradelt, und das Heft lag tatsächlich auf dem Weg. Ich habe zu meiner Mama gesagt: „Ich muss nochmal zurückfahren und das holen.“

Meine Lieben, Gott läuft wirklich den Menschen nach. Ihr wisst nicht, welche Auswirkungen das haben kann. Ich habe damals zu dem Mann nicht gesagt: „Danke, du bist meine Antwort.“ Sondern ich habe nur gesagt: „Aha, okay, alles klar, tschüss.“ Er dachte sich wahrscheinlich: „Das macht gar keinen Sinn.“ Und hätte er mich Jahre später gesehen, zum Beispiel im Club beim Saufen, hätte er sich vielleicht gedacht: „Gott, was hat das gebracht? Warum mache ich das überhaupt?“ Aber der Same ist aufgegangen – Jahre später. Er wurde gesät.

Ich rede zu viel, aber es ist so wichtig. Mir liegt das so sehr am Herzen, was für eine Auswirkung das haben kann.

Und das kann wirklich jeder machen. Einfach, wie du sagst, ein paar Gospel-Tracts oder Traktate bestellen, in der Handtasche haben, im Rucksack, im Portemonnaie – in jeder Größe, total gut. Richtig gut.

Ein wichtiger und tiefgehender Punkt von Maxi. Unterstützt gern dabei, dass mehr Menschen diesen Beitrag hier sehen. Drückt dafür einfach die Glocke unten rechts unter diesem Video, und der YouTube-Algorithmus erledigt den Rest für uns.

Vielen Dank an alle, die das machen – das ist eine schöne Wertschätzung für den Dienst von Maxi.

Abschlussfragen: Was tun, wenn jemand Jesus nachfolgen will?

Maxi, vielleicht die finale Frage für heute: Stell dir vor, du predigst jetzt auf der Straße. Stell dir vor, du führst ein Eins-zu-eins-Gespräch. Ich bin jetzt dabei, ich höre dir zu. Ich habe schon die ganze Zeit gemerkt, dass da etwas anklopft. Ich will etwas ändern, es kann nicht so weitergehen.

Du sagst: Jesus ist die Lösung. Durch Jesus muss ich nicht für meine Sünden in die Hölle kommen. Durch Jesus kann ich Vergebung haben. Durch Jesus kann ich einen Neustart haben. Durch Jesus kann ich ewiges Leben haben.

Ich komme danach auf dich zu und sage: Maxi, das will ich. Was sagt man dann den Leuten? Wie geht es weiter?

Ja, also nach dem Übergabegebet oder davor? Haben wir das Übergabegebet schon gesprochen? Nein, gar nicht.

Also komm wirklich einfach auf die Person zu und sage: Jawohl, ich will Jesus nachfolgen – oder irgendetwas in dieser Variation.

Okay, ich würde ihm sagen: Weißt du, in der Bibel spricht man vom Glaubensbekenntnis. Denn wer glaubt, der wird gerettet werden. Und deswegen darfst du, wenn du das möchtest, jetzt mit mir das im Glauben in deinem Herzen festmachen und mit mir gemeinsam das aussprechen, das ausbeten, was das Wort Gottes sagt. Nämlich eben, dass du Jesus in dein Herz einlässt und dass du annimmst, was er für dich am Kreuz getan hat.

Dann mache ich es den Leuten immer ganz einfach und sage: Hey, bete doch einfach mir nach. Du darfst mir einfach nachbeten.

Und dann bete ich ihm vor, ganz simpel, in einfachen Worten:

Jesus, komm in mein Herz. Ich glaube, dass du für meine Schuld am Kreuz gestorben bist. Bitte vergib mir meine Schuld. Ich glaube, dass du am dritten Tag auferstanden bist, und ich glaube, dass du heute lebst, um mit mir in einer Beziehung zu sein. Jesus, ich gebe dir jetzt mein ganzes Leben. Sei du ab jetzt mein Herr und mein Retter. Bitte führe und leite mich. Mein ganzes Leben gehört dir.

Das kann man eben individuell machen.

Dann sage ich meistens noch: Heiliger Geist, ich lade dich jetzt ein, komm und mach mich komplett neu.

Einfach diese geistliche Neugeburt. Auch im Geist getauft zu werden, ist mir sehr wichtig, bevor ich die Leute wegschicke. Wir müssen im Wasser und im Geist getauft sein.

Ja, dann bete ich für die Person noch und segne sie.

Danach ist es extrem wichtig – niemals vergessen: Die Leute wirklich in der Gemeinde weiterleiten. Denn das ist dann ein Weh-be-Christ. Und wir wissen alle, der Same ist eingepflanzt, aber der Teufel kann auch kommen, um das wieder zu stehlen, zu rauben.

Wir kennen es aus dem Gleichnis, das Jesus erzählt hat, und je nachdem, auf welchem Boden das fällt.

Das Ding ist einfach: Die brauchen Nahrung. Die brauchen eine stabile Gemeinde. Sie brauchen Christen um sich, die sich ihnen annehmen, die sie wirklich bei der Hand nehmen und mit ihnen diese ersten Glaubensschritte wirklich gehen und laufen.

Da geht es wirklich gar nicht um meine Gemeinde, sondern wir haben ja die Encounter Tour gemacht.

Connecte dich mit Gemeinden. Auch wenn du rausgehst, hab immer eine Adresse, am besten Visitenkarten. Notfalls eben auch mit dem Handy.

Hab eine gute Gemeinde in petto, wo du die Leute wirklich weiterleitest und sagst: Hey, schau doch mal beim Gottesdienst vorbei. Komm doch mal, ich lade dich ein am Sonntagmorgen, Mittag oder wie auch immer.

Super wichtig.

Dann wäre es natürlich schön, wenn man den Leuten die Bibel mitgibt. Deswegen ist es immer cool, wenn man so etwas dabei hat. Oder eben die Bibel-App empfehlen.

Heutzutage hat ja jeder ein Smartphone, und man kann dann eben die Bibel-App empfehlen, damit sie das herunterladen können und das Wort haben. Das ist essentiell.

Ja, richtig gut: dieser Anschluss an die Gemeinde und dann das Bibelstudium, das einfach folgen muss – regelmäßig –, um vom Babychristen zu einem reiferen Christen zu werden.

Mut und praktische Schritte für Evangelisation trotz Menschenfurcht

Was würdest du jetzt sagen, Maxi, wenn man nicht mehr Babychrist ist, sondern sagt: Ja, ich habe jetzt das Fundament. Ich habe es eigentlich klar so weit, aber ich habe eben diese Menschenfurcht und traue mich nicht. Also eine von den Personen, die du vorhin beschrieben hast, bei denen du sagst: „Ah, ich glaube nicht, dass du noch viel brauchst, ich glaube, du brauchst einfach diesen Schubs, diesen Mut.“

Was sind so drei Sachen, die du jetzt mitgeben würdest, wenn die Zuschauer sagen: Okay, ich glaube, ich habe es klar, aber was kann ich jetzt konkret machen? Wie geht es jetzt los? Der Wille ist da, jetzt ist die Frage nach dem Wie.

Okay, passt auf.

Erstens: Such dir jemanden, der schon Erfahrung hat, gerade bei dir in der Gemeinde. Oder umgib dich mit Leuten, die das gleiche Herz haben wie du, damit du das nicht alleine machen musst. Wir sind keine Einzelkämpfer, sondern eine Familie, ein Leib. Such dir wirklich Leute, mit denen du etwas starten kannst. Das wird dir auch noch mal Mut geben.

Das ist der erste Punkt: Tu dich mit Leuten zusammen, lerne von erfahrenen Menschen. Wir sagen zu uns, die haben super Menschenfurcht und wissen nicht, was sie machen sollen. Okay, komm einfach mit. Du darfst beim Aufbauen helfen, du darfst dir das angucken. Es ist kein Zwang dabei. Wenn du dich traust, darfst du ein paar Traktate verteilen. Und natürlich, wenn du so weit bist, komm auf uns zu, sprich mal am Mikrofon. Oder fang erst mal an, nachdem wir gepredigt haben, geh mal auf eine Person zu – zu zweit oder zu dritt. Einfach mutig sein.

Das zweite ist: Sei mutig, mach es einfach. Es gibt Dinge im Leben, da muss man einfach den ersten Schritt machen. Das ist ein gutes Beispiel: Wenn du eine Frau gut findest und sie auf ein Date einladen willst, dann musst du dich auch mal zusammenreißen und mutig sein. Du kannst nicht warten, dass das irgendwie von alleine passiert, sondern du musst einfach mal den ersten Schritt machen.

Und das ist beim Evangelisieren auch so. Ich habe es immer beschrieben wie auf einem Zehn-Meter-Brett zu stehen. Es kostet Überwindung. Ich weiß noch, wo ich das erste Mal dort stand, ich hatte solche Angst, und es hat mich so viel gekostet. Aber wenn du einmal gesprungen bist, dann merkst du zum einen: Wow, ich habe mich überwunden, ich habe es geschafft. Es macht Spaß, es ist gar nicht so schlimm. Man fällt ja nur ins Wasser ein, da kann nicht viel passieren.

Und das nächste Mal, wenn ich oben stehe, habe ich definitiv wieder Angst. Und wieder Angst – das ist einfach so. Aber von Mal zu Mal, wenn du es machst, bist du immer sicherer und selbstbewusster. Und das ist einfach das, was ich dir echt empfehlen kann: Mach es, geh Schritte im Glauben! Das kostet immer etwas.

Auch in der Bibel, wenn wir von unseren Glaubenshelden lesen, hat es sie alle etwas gekostet. Eine Arche zu bauen, wenn keine Regenvorhersage ist, und dass alle lachen, ist nicht einfach. Oder daran zu glauben, wenn meine Frau keine Kinder mehr bekommen kann, weil sie schon so weit im Alter ist, und trotzdem daran festzuhalten und zu glauben.

Und das ist Evangelisieren auch: Ich glaube daran, Herr, dass du mich benutzen wirst, um Menschen für dein Reich zu gewinnen. Und du kannst es niemals alleine, aber Gott wird es machen.

So, das ist Punkt zwei: Mutig sein.

Komm, ich mache den dritten Punkt: Verbring Zeit mit Gott. Denn jetzt habe ich es: Wo der Geist des Herrn ist, da ist keine Furcht. Gott hat uns keinen Geist der Furcht gegeben, sondern einen Geist der Liebe, der Kraft und der Besonnenheit.

Das will ich als letzten Punkt mitgeben. Und das ist auch so wichtig: Dieses „Ich habe keinen Geist der Furcht, Gott ist mit mir“. Füll dich mit seinem Wort, verbring ganz viel Zeit mit ihm.

Ich merke das: Wenn ich Zeit mit Gott habe, wenn ich echt rausgehe, gefüllt mit ihm, gefüllt mit seinem Wort, gefüllt mit seiner Liebe, dann fällt es mir noch viel, viel leichter.

Setz Gott immer an erste Stelle – immer, immer, immer – und verbring ganz viel Zeit mit ihm. Wachse in deiner Beziehung zu ihm, denn das wird dir beim Outreach eigentlich das A und O sein. An erster Stelle will ich das so festhalten.

Okay, Amen!

Abschließende Ermutigung und Zeugnis aus der Praxis

Aber schön, dass du auch noch ein paar Ressourcen genannt hast. Das wäre nämlich sonst auch noch meine Frage gewesen.

Was sind vielleicht so ein paar Ressourcen, die du den Zuhörern an die Hand geben kannst? Welche Seminare gibt es? Was kann man im Internet eingeben? Wahrscheinlich einfach „Evangelisation“ und darauf achten, dass es eine bibeltreue Gemeinde ist. Das ist sehr wichtig.

Okay, cool. Vielen Dank dir, Max Ignauer. Ich danke euch.

Ich möchte auch noch ganz kurz etwas sagen: In meiner Zeit, als ich angefangen habe, Outreach zu machen, gerade in der Anfangszeit, hatte ich nicht wirklich diese Liebe für die Menschen. Ich hatte einfach nur Angst. Ich habe auch zu Gott gesagt: „Ich fühle das nicht so wirklich.“ Ich habe gebetet: „Gott, zeig mir dein Herz für die Verlorenen.“

Dann gab es ein sehr einschneidendes Erlebnis bei mir. Gott hat uns Türen geöffnet. Wir waren eine Zeit lang in der Psychiatrie und haben dort evangelisiert. Eines Tages wurden wir auf eine Station eingeladen, die voll war mit Jugendlichen, die suizidgefährdet sind, also die sich das Leben nehmen wollen.

Wir haben dort Lobpreis gemacht und das Evangelium verkündet. Ein Mädchen ist dabei ausgerastet, hat gesagt: „Jesus, ich hasse ihn!“ und wurde richtig, richtig wütend.

Dann kamen die Betreuer zu uns und sagten: „Hey, sorry, ihr müsst jetzt hier gehen. Ihr bekommt Hausverbot und dürft nicht mehr herkommen.“

Ich erinnere mich genau: Ich saß neben einem jungen Mann, mit dem ich ein gutes Gespräch hatte. Doch dann hat er mich so angeschaut und gesagt: „Maxi, dein Jesus hat uns wirklich schon verlassen und liebt uns nicht.“

Das war für mich ein ganz komisches Gefühl. Ich bin nach Hause gefahren, aber ich habe es nicht geschafft, bis nach Hause zu kommen. Ich musste an einem Feld anhalten, die Tür aufmachen, bin raus und habe mich flach auf den Boden gelegt.

Ich habe angefangen zu weinen und in diesem Moment das zerbrochene Herz von Jesus gespürt. Ich wusste nicht, ob ich es war, der da geweint hat, oder ob es der Heilige Geist war – wirklich Gott selbst, der durch mich geweint hat.

Ich habe so einen Schmerz gespürt, wie sehr Gott diese Worte von den jungen Menschen verletzt haben. Dabei hat er doch alles gegeben.

Das war ein Erlebnis, das mich so, so sehr verändert hat. Ich werde es nie vergessen. Wenn ich heute daran denke, spüre ich wieder diese Liebe, die Jesus für die Menschen hat und dass er ans Kreuz gegangen ist.

Das gibt mir auch wirklich die Motivation, wenn ich nochmal zurück auf das Zehnmeterbrett gehe, mich auf das Brett zu stellen und zu springen.

Ich denke an all die Menschen, die Gott so sehr liebt und an sein Herz für die Verlorenen.

Ich weiß, ich werde meine Ewigkeit mit ihm verbringen, aber ich will nicht, dass auch nur einer von ihnen wirklich verloren geht.

Das hat mich so tief geprägt.

Ich kann dich wirklich einladen: Wenn du sagst, du hast das auch nicht so wirklich gespürt, dann lad Gott ein und bete, dass er dir sein Herz für die Verlorenen offenbart.

Sei bereit, dafür auch Tränen zu vergießen, denn es ist unglaublich schmerzvoll, was Jesus da empfindet.

Genau, das wollte ich einfach noch sagen.

Danke. Danke dir. Danke.