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Gefährliche Kompromisse

Offenbarung 2,12-1718.06.2000
Gefährlich wird’s, wenn Glaube sich dem Zeitgeist anpasst. Pergamon zeigt: Du kannst treu bleiben und doch langsam Kompromisse eingehen – bis Klarheit und Kraft verloren gehen.

Die Botschaft an Pergamon und ihre erste Einordnung

 Offenbarung 2,12-17 möchte ich lesen, den Brief an die Gemeinde in Pergamon.
Und dem Engel der Gemeinde in Pergamon schreibe: Dies sagt der, der das zweischneidige, scharfe Schwert hat: Ich weiß, wo du wohnst, wo der Thron des Satans ist. Und du hältst meinen Namen fest und hast meinen Glauben nicht verleugnet, auch in den Tagen des Antipas, meines treuen Zeugen, der bei euch, wo der Satan wohnt, ermordet worden ist.
Aber ich habe ein Weniges gegen dich, dass du solche dort hast, welche die Lehre Biliams festhalten, der den Balak lehrte, eine Falle vor die Söhne Israels hinzustellen, sodass sie Götzenopfer aßen und Unzucht trieben. So hast auch du solche, die in gleicher Weise die Lehre der Nikolaiten festhalten. Tu nun Buße! Wenn aber nicht, so komme ich dir bald und werde Krieg mit ihnen führen mit dem Schwert meines Mundes.
Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem werde ich von dem verborgenen Manna geben, und ich werde ihm einen weißen Stein geben und auf den Stein geschrieben einen neuen Namen, den niemand kennt, als wer ihn empfängt.
Diese Gemeinde stand in der Gefahr eines gefährlichen Kompromisses. Die Stadt Pergamon war eine alte Hauptstadt des Reiches der Attaliden. Die sind euch wahrscheinlich noch nicht begegnet, mir auch nicht. Es gibt sie schon lange nicht mehr, diese alte Hauptstadt der Attaliden.
Es gab in dieser Stadt, wie in vielen Städten des Altertums, viele Tempel, große Tempel, prunkvolle Tempel. Einer von diesen vielen Tempeln in Pergamon war dem Heilungsgott Asklepios geweiht. Alle Ärzte, Krankenschwestern und Apotheker wissen wahrscheinlich, was es mit diesem Asklepios auf sich hat. Das ist noch so etwas wie ein Schutzpatron heute für manche Leute aus diesem Gebiet. Der sogenannte Äskulapstab hat auch damit zu tun.
Also: Dieser Heilungsgott, einer der vielen griechischen Götter, wurde dort besonders verehrt. Und es kamen viele Pilger in die Stadt, denn das Heilungsgewerbe blühte dort. Man kann sagen: Pergamon war das Lourdes des Altertums. Was heute Lourdes in Frankreich ist, eine Stadt, wohin viele pilgern, die gesund werden möchten, das war damals Pergamon.
Aber nicht nur diese Seite war im Stadtleben hervortretend, sondern auch eine gewisse Kultur wurde dort gepflegt. Es war ein Kulturzentrum. Es gab ganz gewaltige Bibliotheken, und Bildung wurde sehr geschätzt, Kultur allgemein.
Aber nicht nur Kultur – in Kultur steckt noch ein anderes Wort, nämlich Kult, was heute auch sehr modern ist. Es gab dort auch einen großen Kult in Pergamon, nämlich den Kaiserkult. Der wurde dort ganz stark betrieben. Der römische Kaiser, der jeweilige, wurde verehrt. Es gab Anbetungsstätten, wo der römische Kaiser göttlich verehrt wurde. Die meisten dieser Kaiser ließen sich ja anbeten, göttlich verehren. Und so war Pergamon besonders bekannt, Ende des ersten Jahrhunderts nach Christus, für den Kaiserkult.
Kaiserkult hieß nicht nur, dass dort alle brav dem Kaiser ergeben waren, sondern sie beteten ihn an, sie verehrten ihn. Da wurden Feste gefeiert und Prozessionen und all diese Dinge, um dem römischen Kaiser zu huldigen.
Unser Herr Jesus Christus hatte auch in dieser Stadt seine Gemeinde. Es ist so köstlich zu sehen im Neuen Testament, in welchen Städten überall Gemeinde entstanden war. Gemeinde Jesu Christi – das heißt, dort war das Wort Gottes verkündigt worden, nicht durch den Apostel Paulus, sondern durch irgendwelche namenlosen Verkündiger. Und Menschen hatten dem Wort Gottes geglaubt, hatten darauf reagiert, hatten sich herausrufen lassen aus dieser Welt, auch aus all diesen Zusammenhängen, von vielleicht Heilungsgläubigkeit an diesen Gott Asklepios oder von einer ganz großen Bildungssucht oder vom Kaiserkult oder von was da auch immer in ihrem Leben war. Sie waren durch das Evangelium Jesu Christi herausgekommen und zum Glauben an ihn gekommen.

Der Herr kennt die Lage seiner Gemeinde

Der Herr hatte dort eine Gemeinde, und dieser Gemeinde widmet er dieses Sendschreiben, diesen Brief. Er stellt sich der Gemeinde vor, wie er das in allen sieben Sendschreiben tut. Seine Selbstvorstellung hat meistens, oder immer, mit der Not zu tun, mit der speziellen Not, die in dieser Gemeinde gerade vorherrschte.
Achten wir darauf, wie sich unser Herr der Gemeinde vorstellt in Vers 12. Er sagt: Dies sagt der, der das zweischneidige, scharfe Schwert hat. Das scharfe, zweischneidige Schwert ist in der Bibel ein Bild für das Wort Gottes. In Hebräer 4,12 steht der bekannte Satz: Das Wort Gottes ist wie ein zweischneidiges Schwert, das hindurchdringt zwischen Mark und Bein und zwischen Seele und Geist und ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens ist.
Das Wort Gottes ist das, was scheiden kann, was unterscheiden kann, was trennt, auch zwischen echt und unecht, zwischen richtig und falsch, zwischen Gemeinde und Welt. Er stellt sich dieser Gemeinde in Pergamon besonders so vor, als der, der das scharfe, zweischneidige Schwert hat. Und als derselbe ist er, der Herr der Gemeinde, der auferstandene, erhöhte Herr, auch heute immer wieder bemüht zu unterscheiden, auch in seiner Gemeinde, zwischen echt und unecht, zwischen echten Christen und Namenschristen zum Beispiel. Ich glaube, dass beide Gruppen hier heute Morgen vertreten sind, zwischen richtigen und falschen Wegen in unserem Leben. Davon haben wir vorhin schon gehört, in dem Ausschnitt aus dem Bibellesezettel, den Ulf gelesen hat, und auch zwischen Gemeinde und Welt.
Ich glaube, hier im Besonderen lag die Not der Gemeinde Pergamon. Da war die Grenze zwischen Gemeinde und Welt, zwischen drinnen und draußen, inzwischen sehr verwischt, und die Konturen waren kaum noch zu erkennen.
Er sagt dieser Gemeinde: Ich weiß, wo du wohnst, Vers 13. Diesen Satz habe ich immer, solange ich schon die Bibel lese, als sehr tröstlich empfunden. Der auferstandene Herr sagt dieser Gemeinde: Ich weiß, wo du wohnst, nämlich wo der Thron des Satans ist. Der Herr hat gewusst, in welcher Stadt diese Menschen leben, in welcher Kultur, in welcher Zeit und welchem Zeitgeist sie ausgesetzt waren. Er hat es gewusst. Er sagt: Ich weiß, wo du wohnst.
Der Herr kennt das Besondere der Umgebung, der Situation einer Gemeinde. Er sah die Situation der Gemeinden im ersten Jahrhundert, als die erste große Welle der Christenverfolgung über die Gemeinden brach, als Domitian an der Macht war. Er sah diese grausamen römischen Kaiser. Er sah die Gemeinden im Mittelalter, wo das Evangelium verdunkelt und verdeckt war, fast nur noch in homöopathischer Dosis vorhanden. Und er sah auch die Gemeinden im letzten Jahrhundert, im zwanzigsten, das so viele Weichen gestellt hat. Und er sieht uns jetzt im einundzwanzigsten Jahrhundert. Er sieht die Gemeinde Jesu Christi in dieser Welt, auch gerade in unserem Land. Er sieht unsere Stadt hier in Mannheim, und er sieht, in welcher Umgebung wir leben als Gemeinde.

Treue inmitten von Druck und Verfolgung

Das geht in erster Linie jetzt uns als Gemeinde an. Aber es geht sogar noch weiter: Er sieht auch jeden Einzelnen von uns. Er sieht, wo wir wohnen, ob wir in einem 22-stöckigen Hochhaus wohnen oder irgendwo in einer idyllischen Landgegend im Dorf. Er sieht, wo wir wohnen. Er sieht, welchem Lärm wir ausgesetzt sind und welchen Nachbarn wir ausgesetzt sind, und all diese Dinge. Er sieht unsere Situation. Ich weiß, wo du wohnst.
Und dieses Wort hat mich von Anfang an immer motiviert, möglichst bald die Geschwister zu besuchen und zu schauen, wo sie wohnen. Nicht, wie sie eingerichtet sind, was für Möbel sie haben, das hat mich nie interessiert. Ja, oder ob da ein Fernseher ist oder nicht. Auf diese Dinge habe ich nicht geschaut, sondern ich wollte wissen: Wo wohnen die Geschwister? Wie weit haben sie Anfahrtsweg? Ist es dort mitten in der Stadt oder ist es ruhig? Und all diese Dinge. Das war mir immer wichtig. Und ich glaube, es gibt nur wenige hier im Raum, wo ich noch nicht zu Hause war. Ja, dann sind es erst die, die in den letzten Monaten hier zur Gemeinde hinzugekommen sind.
Sehr wichtig: Der Herr sagt: „Ich weiß, wo du wohnst, wo der Satans-Thron ist, wo das Hauptquartier des Feindes ist.“ Warum war in Pergamon ausgerechnet in dieser Stadt das Hauptquartier des Feindes, Satans Thron? War es, weil die Stadt sehr auf Bildung setzte und eben auf Kultur, weil es dort große Theatersäle gab, Ballsäle, Nachtleben der damaligen Zeit, weil dort in dieser Richtung viel lief? Oder war es eben, weil der Kaiserkult dort so dominierend war, weil Pergamon ein kultisches Lebenszentrum war und der Feind das ausnutzte, weil viele Menschen gefangen waren, geistig blockiert waren und nicht frei waren für den Glauben an Gott, weil sie besetzt waren von dem Gedanken: Der Kaiser ist Gott, und ihm gebührt Ehre und Huldigung usw.? Ich weiß es nicht. Der Herr sagt: In dieser Stadt war der Thron des Satans, ein Hauptquartier des Feindes.
Und in dieser Stadt hatte der Herr seine Gemeinde. Und er sagt ihr: „Ich weiß, wo du wohnst, wo der Thron des Satans ist, und du hältst trotzdem an meinem Namen fest und hast meinen Glauben nicht verleugnet, sogar in den Tagen des Antipas, meines treuen Zeugen, der bei euch, wo der Satan wohnt, ermordet worden ist.“
Der Herr hatte dort seine Gemeinde, und diese Gemeinde hatte seinen Namen. Sie hielt an seinem Namen fest. Ich stelle mir das mal so ganz plastisch vor: Da begegneten sich Leute in Pergamon, und da unterhielten sich auf der Straße zwei Männer. Und der eine sagt: Wo gehst du denn hin? Ich sehe dich gar nicht bei den großen kulturellen Anlässen. Ich habe dich noch nie gesehen, wenn da Dichterlesung ist, und bei der Ballettveranstaltung warst du nie, und bei den Kaiserfesten habe ich dich auch nicht gesehen. Wo gehst du denn hin?
Ach, ich gehe in die Gemeinde.
Ja, wie in die Gemeinde? Was macht ihr da?
Ja, da haben wir Gottesdienst.
So, da habt ihr Gottesdienst. Ist da ein ordentliches Musikprogramm, und gibt es da kulturell was und so weiter? Wird da was aufgeführt und dergleichen, und Lesungen und all diese Sachen?
Nein, wir haben da das Wort Gottes. Bei uns ist die Bibel im Mittelpunkt. Da wird das Wort Gottes ausgelegt.
Ja, dann ein Fragezeichen im Gesicht des Anderen.
Oder wir haben Hauskreis.
Ja, was macht ihr denn da?
Da haben wir die Bibel auf dem Schoß. Da lesen wir in der Bibel und unterhalten uns darüber, tauschen uns darüber aus, helfen uns mit der Bibel.
Ja, und habt ihr auch was für die jungen Leute?
Ja, wir haben Jugendkreis am Samstagabend.
Und was macht der da? Geht da wenigstens ordentlich was ab? Ist da wenigstens was los?
Nein, auch die jungen Leute haben die Bibel. Sie lesen in der Bibel, das ist der Mittelpunkt. Sie fahren auch mal irgendwo hin und machen irgendwas, aber im Mittelpunkt steht auch da die Bibel.
Können wir uns vorstellen, wie der andere dann guckt? In so einer Stadt, wo so viel an Kultur ist, an Angeboten, an all diesen Dingen, die so verlockend sind, auch gerade für junge Leute, da hat der Herr eine Gemeinde. Und da sind Menschen, die halten fest an seinem Namen, an dem Namen Jesus, und sie haben den Glauben nicht verleugnet. Sogar wo glaubensfeindliche Einflüsse sind, in der Erziehung, in der Schule, in den Medien, vor allen Dingen heute überall rund um uns herum, und die haben den Glauben nicht verleugnet und halten daran fest. Das ist etwas ganz Gewaltiges.
Das gab es damals in dieser Stadt Pergamon, und ich hoffe, der Herr sieht auch auf uns und sagt: Ja, ich freue mich, dass auch da einige sind, die halten an meinem Namen fest und haben den Glauben nicht verleugnet, selbst wenn es rundherum immer schwieriger zu werden scheint.
Und er lobt diese Gemeinde und sagt: Ihr habt meinen Namen nicht verleugnet. Und Name ist in der Bibel immer Person. Goethe sagte mal: Namen sind Schall und Rauch. Ja, da hat er sich geirrt, das war nicht sein einziger Irrtum. In der Bibel ist Name immer Person. Ihr habt den Namen nicht verleugnet, heißt: Ihr haltet fest an Jesus Christus, an ihm, an dem Haupt der Gemeinde, an dem, von dem alles Leben kommt, der alles Leben erhält.
Sogar als Antipas getötet wurde. Antipas heißt auf Deutsch: „allein gegen alle“. Da stand einer allein gegen alle, Antipas. Das müssen wir uns mal vorstellen. Vielleicht war er der einzige, der in der Familie den Weg Jesu nachging. Vielleicht war er der einzige am Arbeitsplatz, vielleicht der einzige in der Verwandtschaft. Antipas, allein gegen alle. Und dieser war treu, der war wirklich treu, sogar treu bis in den Tod, als die Toleranzreligiosität, die es in Pergamon damals auch gab, plötzlich mal ihre Krallen gezeigt hat und plötzlich mal die antichristliche Seite hochkam und das wahre Gesicht. Da gab es vielleicht eine spontane Lynchjustiz, und dieser Antipas wurde getötet. So steht es hier: Er wurde getötet. Irgendwo haben sie ihn totgeschlagen oder aufgehängt oder was sie mit ihm gemacht haben.
Da sehen wir: Da, wo der Satan wohnt, da gab es plötzlich mal so eine Schocktherapie des Teufels. Da hat er die Gemeinde an dem Ort eingeschüchtert. Als auf einmal Verfolgung aufbrach in dieser so gebildeten und kulturfreundlichen Stadt Pergamon, auf einmal kam das wahre Gesicht, und da wurde einer getötet, weil er Jesus nachfolgt, um des Glaubens willen. Das war die Frontalangriffsmethode des Teufels, das war die Schocktherapie, um die Gemeinde dort einzuschüchtern und zu zerstören. Aber damit ist es ihm nicht gelungen. Der Herr sagt: Selbst als das passierte, da seid ihr treu geblieben, habt weiter an meinem Namen festgehalten und seid weiter als Gemeinde Licht gewesen.

Der gefährliche Weg des Anpassens

Und nun muss der Herr doch etwas tadeln an dieser Gemeinde. Er sagt: Ich habe ein Weniges gegen dich. Es ist seine angefochtene Gemeinde, und da kommt ein milder Tadel. Er sagt: Ich habe ein Weniges, ein Kleines, gegen dich. Etwas muss ich doch an der Gemeinde Pergamon tadeln, sagt der Herr, nämlich, dass dort eine gewisse falsche Toleranz war. Er sagt: Ich habe ein Weniges gegen dich, dass du solche dort hast, welche die Lehre Biliams festhalten, oder in Vers 15 die Lehre der Nikolaiten.
Jetzt müssen wir uns damit beschäftigen, das hilft nichts, und müssen das klären: Was ist die Lehre Biliams, was ist die Lehre der Nikolaiten? Das tadelt der Herr, dass das in der Gemeinde von Pergamon war.
Nun, die unter uns, die das Alte Testament kennen, die wissen: Als das Volk Israel unterwegs war von Ägypten in das verheißene Land Kanaan, da waren sie schon nah dran am verheißenen Land, schon auf dem Gebiet von Moab, das heutige Jordanien. Also schon ganz nah dran, nur noch über den Jordan rüber, und sie wären im verheißenen Land gewesen. Aber da war ein König der Moabiter, ein Balak, und er sagte: Mensch, jetzt sind die schon so weit hochgezogen, und jetzt ziehen die über mein Land und lassen da so eine Spur der Verwüstung zurück. Er hatte gehört, was mit anderen Königen inzwischen passiert war, dass Israel mit Gott unterwegs war und dass er die anderen Völker vor Israel her vertrieb und teilweise ausrottete. Und da kriegte er die Manschetten und sagte: Ich muss mir was einfallen lassen. Wie kann ich dieses Volk stoppen auf seinem Zug?
Und da kannte er jemanden, das war ein gewisser Biliam. Es war so eine zwielichtige Gestalt, so halb bei Gott und halb nicht bei Gott, so halb Prophet des Gottes und halb auf der anderen Seite. Eine ganz merkwürdige Gestalt, dieser Biliam. Und den holt er für Geld. Er kauft ihn, diesen Mann, und sagt: Hör mal, mein Freund, verfluche das Volk Israel. Stell dich hier oben auf den Berg und schleudere Flüche gegen dieses Volk.
Und der macht das. Er stellt sich da oben hin und verflucht das Volk Israel. Aber er kann es nicht verfluchen. Sein Fluch wird ihm umgewandelt in Segen. Er will es verfluchen, und er kann es nicht verfluchen. Dreimal versucht er es, es gelingt nicht. Er kann dieses Volk nicht verfluchen. Verfluchen bedeutet: Er bringt Gott weg von seinem Volk, er trennt Gott von seinem Volk, er treibt einen Keil zwischen Gott und seinem Volk. Das war der Versuch, aber es gelang ihm nicht.
Dann musste er abziehen, scheinbar unverrichteter Dinge. Aber dann berichtet uns die Schrift einige Kapitel später, dass er dem Balak noch einen kleinen Tipp gegeben hat, einen Rat. Er hat gesagt: Hör mal, so ging es nicht. So frontal, wie ich es versucht habe, ich konnte das Volk nicht verfluchen. Versucht es doch mal auf eine andere Weise. Ihr habt doch so schöne Feste, ihr Moabiter. So fröhliche Sommernachtsfeste. Da wird ein bisschen Musik gemacht, dann kommt ein bisschen Tanz, und dann merken die Leute irgendwann gar nicht mehr, dann gibt es noch ein bisschen Alkohol dazu, und dann werden auf einmal Götzen angebetet, moabitische Götzen, der Kemosch und wie sie alle hießen. Und lade doch das Volk Israel ein zu den Festen. Mach es doch nicht so frontal, da hast du keine Chance. Mach es ein bisschen diplomatischer, mach es ein bisschen galanter. Lade sie ein zu den Festen, die kommen bestimmt. Die haben jetzt 40 Jahre Wüstenwanderung hinter sich, da war nicht so viel geboten. Die kommen zu deinen Festen.
Und genau das hat er gemacht. Der ist auf diesen Rat eingegangen, hat die Israeliten eingeladen zu den Festen, und tatsächlich waren sie irgendwie empfänglich. Das sah gar nicht so verfänglich aus, aber sie machten da mit. Und so kamen sie auf diese Weise in Götzendienst und in Unzucht hinein, sagt die Bibel hier und auch im Alten Testament im 4. Mose. Und Gottes Gericht kam über das Volk, und viele tausend Israeliten starben als Folge dieser Sünde gegen Gott und dieses Götzendienstes. Das geschah damals im Alten Testament, als Biliam diesen Rat an Balak gab.
Und jetzt sagt der Herr der Gemeinde von Pergamon: Bei euch in der Gemeinde, da ist eine Gefahr. Ihr seid in der Gefahr, dasselbe zu machen, was Israel damals gemacht hat, unterwegs in der Wüstenwanderung.

Warnung vor verwässertem Christentum

Ihr habt nicht die Lehre Biliams, ihr habt die Lehre der Nikolaiten. Und die Nikolaiten waren eine gnostische Strömung, also philosophisch angehaucht von der Gnosis. Das war damals in Griechenland eine aufgekommene, moderne Form des Christentums, also eine mit philosophischen Gedanken angereicherte und dadurch verwässerte Form des Christentums.
Diese Gnosis hatte die Lehre der Nikolaiten. Das bedeutet, sie waren einfach freizügiger, sie waren liberaler. Sie sagten: Kommt, macht es nicht so eng mit eurem Christentum, übertreibt das nicht alles so, und seid ein bisschen lockerer. Vor allen Dingen auch gegenüber dem, was diese Welt so zu bieten hat, gegenüber Kultur und all diesen Dingen. Seid nicht so eng und engstirnig, macht euch da mal ein bisschen offener und nehmt das mit hinein. Das kann man gut mit dem Christentum vereinbaren, nehmt diese Dinge. Dann wird das Christentum auch ein bisschen attraktiver für die Menschen eurer Zeit, dann kommen mehr Leute in die Gemeinde, und so öffnet euch da ein bisschen weiter.
Das war die Lehre der Nikolaiten. Die hatten einfach einen viel lockereren Lebensstil. Sie wollten Christen sein, und sie rechtfertigten das geistlich, theologisch. Sie hatten dafür irgendwelche Bibelstellen parat. Sie rechtfertigten das und machten das mit gutem Gewissen und dachten, das ist in Ordnung, das ist der Weg, der ist vor Gott vertretbar. Und das war die Gefahr, die hier in der Gemeinde Pergamon war.
Könnt ihr euch erinnern? Deswegen stellt sich der Herr vor mit den Worten: „Ich bin der, der das zweischneidige, scharfe Schwert hat“, der trennt zwischen Richtig und Falsch, zwischen geistlich und weltlich, zwischen Welt und Gemeinde. So stellt er sich vor und sagt: Passt auf, ihr seid in der Gefahr eines gefährlichen Kompromisses, nämlich des Kompromisses mit Zeitgeist und Weltgeist.
Darf ich an der Stelle mal etwas aktualisieren und mal auf unsere Zeit, auf das 21. Jahrhundert kommen? Ich musste denken, als ich mir darüber Gedanken machte: Ist es nicht im Grunde auch die gleiche Gefahr, der alle Gemeinden weltweit heute ausgesetzt sind und damit auch unsere, genau an dieser Stelle?
Jemand hat mir einen Artikel zukommen lassen von Spurgeon. Den hat ein Bekannter von mir aus der Schweiz übersetzt aus dem Englischen, und der Artikel trägt die Überschrift: Schafe weiden oder Böcke belustigen. Was ist der Weg heute in der Gemeinde? Schafe weiden oder Böcke belustigen?
Und dann schreibt Spurgeon, der Mann sollte unter uns eigentlich bekannt sein, folgende Sätze. Ich muss euch das jetzt mal zitieren:
Ein Übel hat sich unter die bekannten Christen eingeschlichen, so krass und ungehörig, dass es die Allerkurzgesehenen kaum noch übersehen können. Während der letzten paar Jahre hat es sich rasant ausgebreitet wie Sauerteig, der wirkt, bis der ganze Teig durchsäuert ist. Selten hat der Satan den Gemeinden etwas Schlaueres eingeredet, als dass es ein Teil ihres Auftrages sei, den Menschen Unterhaltung zu bieten, um sie gewinnen zu können.
Das Zeugnis der Kirche hat sich immer mehr verflacht. Die Puritaner – das waren Leute im sechzehnten Jahrhundert, John Bunyan und diese Leute – die Puritaner sprachen noch gerade heraus. Dann wurde man gleichgültig und nahm weltliche Einflüsse nicht mehr so tragisch. Bald wurden sie am Rande der Gemeinden toleriert, heute werden sie offiziell eingesetzt mit dem Argument, dass man so die großen Massen erreichen könne. Das schrieb Spurgeon schon vor hundertdreißig Jahren. Was meint er, was der heute sagen würde?
Jetzt entgegnet er, dem entgegne ich als Erstes: Nirgends in der Schrift wird ersichtlich, dass es zu den Aufgaben der christlichen Gemeinde gehöre, den Menschen Unterhaltung zu bieten. Wenn dies zu den geistlichen Werkzeugen gehören würde, hätte nicht Christus es erwähnt? Er sagte aber: „Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung.“ Das ist deutlich genug. Ebenso deutlich wäre es gewesen, wenn er hinzugefügt hätte: Und bietet denen, die das Evangelium nicht mit großem Interesse annehmen, noch etwas Unterhaltung an. Wir finden aber keine solchen Worte. Es scheint, dass er an so etwas nicht dachte.
Zweitens sagt Spurgeon: Das Anbieten von Unterhaltung steht in direktem Gegensatz zur Lehre und zum Leben Christi und all seiner Apostel. Was war die Stellung der Gemeinde gegenüber der Welt? Ihr seid das Salz, nicht der Zuckerlutscher. Salz wird abgewiesen, nicht mit Vergnügen geschluckt. Kurz und hart war die Aussage: Lasst die Toten ihre Toten begraben. Der Herr Jesus meinte dies in heiligem Ernst. Er hatte Erbarmen mit den Sündern, er seufzte und weinte über sie, aber er versuchte nie, sie zu unterhalten.
Vergeblich sucht man in den neutestamentlichen Briefen nach dem Evangelium der Unterhaltung. Die Botschaft der Bibel lautet: Kommt heraus aus der Welt, bleibt draußen und haltet euch rein von ihr. Darf ich das noch mal sagen? Die Botschaft des Evangeliums heißt: Kommt heraus aus der Welt, bleibt draußen und haltet euch rein von ihr.
Die ersten Christen hatten ein unendliches Vertrauen in das Evangelium. Und sie gebrauchten keine anderen Waffen. Und noch zum Schluss, da sagte er zuletzt: Was wir heute brauchen, ist gläubiges Studium des Wortes Gottes zusammen mit einem ernsthaften geistlichen Leben, wobei das eine aus dem anderen wächst wie die Frucht aus der Wurzel. Wir brauchen biblische Unterweisung, die unseren Verstand und unsere Herzen so berührt, dass wir entbrennen.
Und dann schließt er diesen Artikel mit einem Gebet. Das ist mir zu Herzen gegangen. Dann betet Spurgeon: „O Herr, säubere die Gemeinde von all der Fäulnis und dem Unsinn, mit dem der Teufel sie beladen hat, und bringe sie zu den Methoden der Apostel zurück.“
Das ist ein Wort, ein prophetisches Wort gewesen von Spurgeon in seiner Zeit. Ich möchte das einfach deutlich sagen, ja.

Umkehr, Gericht und die Verheißung an die Überwinder

Hier haben wir die Gemeinde von Pergamon. Und der Herr richtet an diese Gemeinde ein Sendschreiben. Er lobt, was zu loben ist, und er sagt auch, wo ein Tadel nötig ist.
Passt auf mit falscher Toleranz. Ihr habt welche bei euch, ihr duldet sie, die an der Lehre Biliams oder der Lehre der Nikolaiten festhalten. Sie wollen das langsam hineinbringen, wie damals bei den Israeliten unterwegs in der Wüste oder eben in der Gemeinde hier von Pergamon.
Und dann richtet der Herr einen Bußruf an die ganze Gemeinde. Er sagt der Gemeinde: Tu nun Buße. Manchmal muss eine ganze Gemeinde Buße tun. Oft müssen wir als einzelne Christen Buße tun, jeder von uns, immer wieder. Aber manchmal muss auch eine Gemeinde Buße tun und sagen: Halt, wo sind wir hingekommen? Wir haben uns entfernt. Wir haben gewisse Dinge unter uns aufgenommen. Materialien, Denkweisen, irgendwelche Strömungen oder so haben wir uns geöffnet. Da muss eine Gemeinde Buße tun, wenn sie das erkennt.
Und die, die es erkennen, die wachsam sind, sollten beten für die anderen, in aller Demut, als eine Gemeinde zu verlassen, die sich auf so einem Weg befindet. Aber das muss dann schon wirklich deutlich sein, nach vielen Versuchen, dass die Gemeinde diesen Weg weitergehen will.
Der Herr sagt: „Tu Buße, Gemeinde in Pergamon.“ Und er fügt noch mit richterlichem Ernst hinzu und sagt: „Wenn aber nicht, so komme ich dir bald.“ So komme ich über diese Gemeinde in Pergamon und werde Krieg mit ihnen führen mit dem Schwert meines Mundes.
Es ist interessant, dass es diese Gemeinde zweihundert Jahre später nicht mehr gab. Auch die anderen Gemeinden, an die die Sendschreiben gerichtet sind, gab es irgendwann nicht mehr. Ein paar hundert Jahre später rollte die Welle des Islam über diese Gegend, denn diese Gemeinden liegen in der heutigen Türkei.
Er sagt das mit richterlichem Ernst und sagt: Ich streite mit den Christen des falschen Kompromisses mit dem Schwert meines Mundes. Und ich werde nicht gegen die ganze Gemeinde, aber gegen diese, die an diesen Lehren festhalten, streiten mit dem Wort meines Mundes.
Und dann kommt, wie bei allen Sendschreiben, zum Schluss der Höraufruf. Der Herr sagt: „Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.“ Damit beginnt es immer. Damit beginnt die Veränderung, dass man überhaupt erst einmal hört, zuhört, was das Wort Gottes sagt, und das im Herzen bewegt. Nicht gleich sagt: Ach, der schon wieder mit dem. Ja, der kommt immer mit demselben.
Hören, zuhören. Wer ein Ohr hat, der höre. Das heißt: aufpassen. Hier gibt der Herr Therapie. Die Therapie kommt nicht von Asklepios, dem Heilungsgott. Die Therapie kommt von dem auferstandenen Herrn, von dem, der seine Gemeinde liebt, der sie herausgeholt hat aus der Welt und der sie bewahren will durch alle Jahrhunderte und zum Ziel bringen will.
Derselbe Herr sagt der Gemeinde, der Krankengemeinde von Pergamon: Passt auf, ich habe Therapie für euch. Ich habe Therapie auch für krankes Christenleben, wo es krank geworden ist.
Und er hat ein Überwinderwort für die Gemeinde. Er sagt: Wer überwindet, dem werde ich von dem verborgenen Manna geben. Christen sollen Überwinder werden. Ich möchte gerne bei der Schar der Überwinder sein, die in der Offenbarung immer wieder genannt wird, durch die Kapitel hindurch.
Er sagt: Wer überwindet, auch in dieser Gemeinde, die von einem gefährlichen Kompromiss mit der Welt bedroht war, dieser Gemeinde Pergamon, dem werde ich von dem verborgenen Manna geben.
Das verborgene Manna, das ist jetzt die Frage: Was meint der Herr damit? Ich kann es nicht anders sehen, als dass es das Wort Gottes ist. Nicht nur einfach, dass wir die Bibel lesen, wie uns die Kinder vorhin schon ermutigt haben, in die Bibel hineinzuschauen. Natürlich lesen viele von uns die Bibel. Aber es ist nicht nur das reine formale Lesen in der Bibel, sondern es ist, wenn uns das persönliche Reden Gottes zur Speise wird, wenn wir Manna bekommen.
Beim Lesen des Wortes, wenn uns ein Wort aufleuchtet, wenn leuchtende Worte der Heiligen Schrift da sind, wenn uns ein Wort im tiefsten Inneren erreicht, ein Wort von Gott. Für mich ist das immer so etwas Schönes, wenn ich in der Bibel lese und ein Wort spricht mich an und ich merke, es wird mir zur Speise. Manna war Speise. Wenn uns das Wort Gottes zur Speise wird, manchmal auch in einer Predigt, manchmal auch in einem guten Buch, wenn uns etwas zur Speise wird und geistlich vorwärtsbringt oder manchmal auch in die Buße führt, das ist genauso wichtig.
Der Herr sagt: Ich habe verborgenes Manna für die Gemeinde Pergamon. Dein Wort, sein Wort, die Schrift. Wir singen oft in dem Lied: Wenn mir der Herr in seinem Wort begegnet und ich die großen Gnadentaten sehe. Das ist es. Wenn mir der Herr in seinem Wort begegnet und mir sein Wort zur Speise wird, das ist wunderbar.
Und wenn er mir dann durch sein Wort zusagt, dass er mich lieb hat, davon spricht das Nächste: Ich werde ihm einen weißen Stein geben. Im Altertum war die Sitte, wenn ein Gerichtsverfahren war, dann bekam der Angeklagte mit dem Urteilsspruch. Es kam nicht so eine seitenlange Urteilsverkündung, sondern er bekam einfach einen Stein. Bekam er einen schwarzen Stein, dann hieß es: schuldig, manchmal Todesstrafe, schwarzer Stein. Und wenn er freigesprochen wurde, ein weißer Stein.
Der Herr sagt: Ich will ihm einen weißen Stein geben. Das heißt den Zuspruch: Du bist begnadigt bei mir, du bist angenommen, ich habe dich erlöst, du gehörst mir, ich gehe mit dir den Weg. Wenn wir das lesen in seinem Wort, das ist doch immer wieder so köstlich, wenn wir uns in der Schrift diese wunderbare Zusage erlesen dürfen, schenken lassen dürfen: Ich habe dich lieb, ich habe dich erlöst, du gehörst mir. Ein weißer Stein ist in deiner Hand. Ich habe dir deine Sünden vergeben, du gehörst zu mir, und ich bringe dich durch. Das ist etwas Wunderbares, diese Zusage und die Heilsgewissheit.
Und der Herr sagt: Ich werde dir einen neuen Namen geben, den niemand kennt, als wer ihn empfängt. Das ist nicht schwer auszulegen. Wer bekommt einen neuen Namen, wenn sich zwei liebgewonnen haben, verliebt sind, richtig verliebt sind? Dann geben sie sich oft einen neuen Namen, den nur die beiden kennen, einen Kosenamen, einen richtig schönen Namen, den nur die beiden verwenden, den sie für niemand anderes verwenden würden, nur wenn die beiden zusammen sind.
Ich weiß, manche sagen: Zuerst sind es ganz kleine Tierchen, die da ausgesucht werden, Mäuschen und Täubchen und so, und nachher werden die Tiere immer größer. Ja, du Kuh, und ach, na, hör mal auf damit. Aber das meine ich nicht. Ich meine wirklich einen Namen, der zwischen den beiden ist und der das Geheimnis ihrer persönlichen Liebe ausdrückt. Das Geheimnis der persönlichen Liebe.
Und schaut mal, was der Herr sagt. Der Herr sagt dieser Gemeinde: Ich gebe dir einen neuen Namen. Und das gilt auch jedem Einzelnen. Dieses Überwinderwort richtet sich in erster Linie an einzelne Christen in den Gemeinden. Und er sagt: Ich gebe dir einen neuen Namen. Das heißt, wenn du in meinem Wort liest, wenn du das verborgene Manna zu dir nimmst, dann sage ich dir immer wieder: Ich habe dich begnadigt. Das lesen wir in der Bibel. Ich habe dich begnadigt, du gehörst mir, ich habe deine Schuld vergeben, ich habe dich zu einem Kind Gottes gemacht, ich gehe mit dir durch dick und dünn, und ich habe dir einen neuen Namen gegeben.
Zwischen uns beiden ist ein Liebesverhältnis, und das trägt. Ich werde nicht von dir lassen und werde auch deine Liebe immer wieder erneuern. Denn das ist letztlich das Geheimnis: Die Weltliebe, die in uns allen drin ist, auch in mir, sie kann nur überwunden werden durch die Jesusliebe, durch die Christusliebe. Wenn die stärker ist, wenn die lebendiger in uns ist als die Weltliebe, dann können wir diese Dinge, die uns heute verlocken und wegziehen wollen, überwinden.
Ich habe mich gefreut, dass dieses Sendschreiben so endet, dass es so mutmachend, so wirklich stärkend endet. Der Herr sagt: Wer überwindet. Das gilt auch uns heute Morgen, jedem von uns. Er will uns bei den Überwindern haben. Dem werde ich geben von dem verborgenen Manna, und ich gebe ihm den weißen Stein und auch den neuen Namen, den niemand kennt, als wer ihn empfängt.
Schenke das doch der Herr, dass wir auch als Gemeinde hier in Mannheim, als örtlich versammelte Schar, die er herausgerufen hat, so den Weg mit ihm gehen können. Er kennt unsere Stadt, er kennt die Zeit, in der wir leben, er kennt das 21. Jahrhundert mit all seinen Herausforderungen und Gefahren, auch für die jungen Leute. Er kennt unser Leben, er weiß, in welcher Welt wir leben. Und trotzdem: Er ist derselbe, und er nimmt uns an seine Hand und geht mit uns auch dadurch bis zu seinem großen Ziel.
Das ist eine wunderbare Ermutigung, mit der dieses Sendschreiben schließt. Damit will auch ich schließen.