
Matthäus 6,19-6,2413.09.2004
Serie•Teil 32 / 37Matthäus-Evangelium
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Einleitung und persönliche Prägungen
Ich denke, jeder von uns hat Bücher, die er in seinem Glaubensleben gelesen hat und die ihn sehr geprägt haben. Ich möchte euch heute am Anfang zwei nennen. Das eine heißt oder hieß früher „Geld, Sex und Macht“, heißt heute „Tabu Geld, Sex und Macht im Leben von Christen“. Das zweite heißt „Wahre Jüngerschaft“.
Das sind beides Bücher, die mich geprägt haben, weil sie mein Verständnis dafür, was es heißt, Christ zu sein, von der Bibel her geformt haben.
Aus dem zweiten Buch, aus „Wahre Jüngerschaft“ von William MacDonald, möchte ich eingangs ein Zitat von C. T. Studd bringen. C. T. Studd ist einer von diesen unbequemen missionarischen Querköpfen, die so am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts gelebt und missioniert haben. Und C. T. Studd hat sein Lebensziel so formuliert. Er hat gesagt: Es gibt solche, die innerhalb der Klangweite von Kirchen- oder Kapellenglocken zu leben wünschen. Ich aber möchte ein Geschäft zur Errettung innerhalb eines Abstands von einem Meter vor der Hölle unterhalten.
Man könnte sagen, sein Leben ist wirklich von Hingabe geprägt gewesen. Er hat das auch in seinem Leben umgesetzt. Ich rate euch dazu, euch irgendwann einmal die Biografie von ihm anzuschauen, obwohl er an manchen Stellen ein bisschen quer rüberkommt und nicht alles in seinem Leben vielleicht vorbildlich gelaufen ist.
Und die Frage ist: Wie kommt ein Mann zu so einer Vision? Was hat diesen Christen in jungen Jahren geprägt, was hat ihm gesagt: Ich muss anders leben, ich kann das nicht so machen wie alle um mich herum? Das war nicht etwa ein Vers aus der Bibel, sondern das war ein Text, der von einem Atheisten verfasst wurde. Diesen Text möchte ich euch vorlesen.
Ein Mensch, der nicht gläubig ist, setzt sich hin und schreibt:
Wenn ich fest daran glaubte, wie es Millionen zu tun vorgeben, dass das Wissen um und das praktische Ausleben der Religion in diesem Leben das Schicksal im anderen Leben beeinflusst, dann würde mir Religion alles bedeuten. Ich würde irdische Vergnügungen als Unrat abtun, irdische Sorgen als Torheit und irdische Gedanken und Gefühle als Eitelkeiten. Die Religion würde mein erster Gedanke beim Erwachen und mein letztes Bild vor Augen sein, ehe mich der Schlaf ins Unbewusste sinken ließe. Ich würde ausschließlich zu ihrem Zweck leben. Ich würde allein für die Ewigkeit Gedanken fassen. Ich würde eine für den Himmel gewonnene Seele eines ganzen Lebens voller Leiden für wert erachten. Irdische Folgen würden niemals mein Tun aufhalten noch meine Lippen verschließen. Die Welt mit ihren Freuden und Leiden würde keinen Augenblick meine Gedanken in Beschlag nehmen. Ich würde danach streben, nur auf die Ewigkeit und auf die unsterblichen Seelen um mich herum zu schauen, die so kurz davor stehen, entweder für ewig glücklich oder aber ewig elend zu sein. Ich würde in die Welt hinausgehen und predigen zur Zeit und zur Unzeit. Und mein Text würde sein: Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und verlöre seine Seele?
Da schreibt ein Atheist, der vielleicht tiefer verstanden hat, was es heißt, Christ zu sein, als viele Christen heute. Was nützt es einem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen, wenn er seine Seele dabei verliert?
Dieser Vers führt uns zu unserem eigentlichen Thema heute Morgen hin. Das Thema, über das ich heute Morgen sprechen möchte, heißt Habsucht. Der Titel meiner Predigt heißt: Top Rendite, Null Risiko, Sparplan Himmelsschatz.
Wir werden uns textmäßig natürlich dort befinden, wo es in der Bergpredigt weitergeht: Matthäus 6,19-24. Und mit der ersten Folie will ich euch zeigen, wohin wir heute wollen.
Der Herr Jesus formuliert in Matthäus 6,19 und 20: Sammelt euch nicht Schätze auf der Erde, und dann in Vers 20: Sammelt euch aber Schätze im Himmel.
Und die Frage ist: Warum dieses merkwürdige Prinzip? Der Text gibt uns drei Antworten, und wir werden über alle drei heute Morgen nachdenken.
Die erste Antwort lautet: Weil das Schätze sammeln auf der Erde, oder Habsucht, oder nicht zufrieden sein mit dem, was ich habe, dafür sorgt, dass mein Herz an diese Welt gebunden ist. Habsucht bindet unser Herz an diese Welt.
Der zweite Punkt, Matthäus 6,22-23: Habsucht verfinstert dein Herz.
Und der dritte und letzte Punkt, den wir uns anschauen werden, Vers 24: Habsucht versklavt dein Herz.
Der erste Blick auf den Text und die Gegenwart
Lasst uns jetzt ganz Matthäus 6,19-20 lesen. Dort heißt es:
Sammelt euch nicht Schätze auf der Erde, wo Motte und Rost zerstören und wo Diebe durchgraben und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Rost zerstören und wo Diebe nicht durchgraben noch stehlen.
Wir sind keine Materialisten. Genauso wie es verboten ist, Ehebruch zu treiben, zu lügen oder zu betrügen, genauso ist es uns auf dieser Erde verboten, Schätze zu sammeln.
Das Interessante ist nun, dass die meisten Menschen, egal ob arm oder reich, mit denen wir so zu tun haben, überhaupt nichts Schlimmes dabei finden, immer reicher werden zu wollen. Man sagt: Habsucht ist das Laster der Achtbarkeit. Das fand ich interessant. Habsucht ist das Laster der Achtbarkeit.
Und es verwundert deshalb auch nicht, dass die meisten Menschen einen erheblichen Teil ihrer Lebenszeit damit zubringen, dass sich alles darum dreht, wie sie aus ihrem Besitz und aus ihrem Geld noch mehr Besitz und noch mehr Geld machen können.
Vielleicht habt ihr mit mir zusammen folgende Erfahrung gemacht: Es ist relativ schwer, mit Menschen über Dinge zu reden, die wirklich wichtig sind. Du hast einen Arbeitskollegen, und du möchtest eigentlich endlich mal auf den Sinn des Lebens zu sprechen kommen. Du möchtest zu ihm gehen und sagen: Herr, Herr, wir müssen heute mal über deine Beziehung zu Jesus reden, das ist jetzt wirklich wichtig. Na, das Lächeln in seinen Augen möchte ich sehen.
Wenn du aber zu dem gleichen Arbeitskollegen hingehst und sagst: Lass uns mal darüber reden, wie du Steuern sparen kannst oder billiger einkaufen kannst. Oder wenn du über eine aktuelle Schnäppchenwoche reden möchtest, wie man noch preiswerter telefoniert oder ins Internet kommt, welche Geldanlagen besonders viel Rendite abwerfen oder wie das mit dem Trick bei den reimportierten Neuwagen funktioniert, was man da sparen kann, dann nimmt sich der gleiche Arbeitskollege sofort Zeit und hört dir zu. Ihr könnt das morgen ausprobieren, und ihr werdet sehen: Es funktioniert.
Neulich war ich in einer Runde von Brüdern, die sich getroffen hatten, um Zeit miteinander zu verbringen und einander Anteil am Leben zu geben. Und wisst ihr, worüber sie gesprochen haben? Welches die billigste Kreditkarte ist. Ist das nicht verrückt?
Und ich denke mir: Unser Herz, wovon das voll ist, was unser Herz wirklich erfüllt, das blubbert auch aus unserem Mund heraus.
Und wenn man Paulus gefragt hätte: Paulus, wie funktioniert das bei dir? Wie schaffst du ein Leben ohne Luxus, ein Leben mit Entbehrungen und Schwierigkeiten und Verfolgung? Dann hätte er uns wahrscheinlich gesagt: Weißt du ja, oder weißt du, ich lasse mich, solange ich hier auf der Erde bin, nicht blenden von dem, was man sehen und anfassen kann. Ich schaue nicht auf das Sichtbare. Warum? Na ja, das Sichtbare ist zeitlich, vergänglich. Ich habe einen Blick für das Unsichtbare.
Jetzt werdet ihr schmunzeln und sagen: Das Unsichtbare kann man ja gar nicht sehen, es ist ja unsichtbar. Aber man kann sich so sehr mit unsichtbaren Realitäten beschäftigen, mit dem, was Gott ist, was sein Reich ausmacht, mit dem, was wirklich zählt, bis es einem so klar vor Augen steht, dass es den Blick auf all die sichtbaren Dinge verdrängt.
Ich lebe in einem Land, und ihr lebt in dem gleichen Land, in dem Woche für Woche den Lottozahlen entgegengefiebert wird, weil reich und glücklich sein für die meisten Menschen ein und dasselbe ist. Wo Trickbetrüger leichtes Spiel mit ihren Opfern haben, wenn sie ihnen nur versprechen, schneller reich zu werden. Wo zehn Millionen Menschen jede Woche vor der Glotze sitzen, dreimal, und sich eine Sendung anschauen, die heißt: Wer wird Millionär? Und wo mir die norddeutsche Klassenlotterie unaufgefordert ihre Werbeprospekte schickt, übrigens der Slogan: Wir machen Millionäre, und es nicht vergisst, mir das Günter-Speziallos mit garantiert dreifachen Gewinnen beizulegen, so als sei das das wirklich Wesentliche meines Lebens. Das Sichtbare, das Zeitliche, was mir in dem Moment, wo ich tot bin, nichts mehr bringt.
Aber das wird mir vorgegaukelt. Das ist die Realität. Das will man mir verkaufen als das Eigentliche und als das Wichtige.
Und jetzt kommt Jesus in eine solche Zeit, in eine solche Gesellschaft hinein, mit so einem unpopulären Satz und sagt: Sammelt euch nicht Schätze auf der Erde. Punkt.
Und ich gebe zu: Das, was er sagt, das tut weh. Es tut weh, weil ich merke, dass die, ich nenne es mal, die Gier nach mehr so sehr ein Bestandteil meiner alten Natur ist und sie auch manches Mal in meinem neuen Leben Ausdruck verschaffen will. Und so sehr mich quält, so sehr mein Leben dominieren will, dass ich es manchmal als richtige Versuchung empfinde. Wenn ich etwas weggeben soll, wenn ich etwas verliere, werde ich grummelig. Und wenn ich so einen Satz lese wie: Sammelt euch nicht Schätze auf der Erde, dann erlebe ich mich als einen, der ganz schnell überlegt: Na, gilt das mir auch? Nö, weg.
Es gibt verschiedene Verse in der Bibel. Immer wenn die kommen und ich weiß, dass sie kommen, gebe ich beim Lesen Gas. Wieso? Wenn es stark regnet und dann so eine Pfütze lang ist, da muss man nur durchkommen.
Sammelt euch nicht Schätze auf der Erde. Das wirklich Blöde an der Sache ist doch, dass Schätze sammeln völlig stumpfsinnig ist. Jesus sagt das mit zwei Versen. Er sagt: Hier auf der Erde, das ist doch der Ort, wo Motte und Rost zerstören, wo Diebe durchgraben und stehlen, wo Aktienkurse plötzlich fallen und Immobilien in die Luft gesprengt werden. Deswegen ist es verboten, hier auf der Erde Schätze zu sammeln. Es ist eine ziemlich unsichere Sache.
Und stattdessen gibt er uns einen neuen Auftrag. Und der neue Auftrag heißt: Sammelt euch Schätze im Himmel. Warum? Dort sind sie nämlich sicherer. Dort ist nicht das mit Motte und Rost, da ist nicht das mit Dieben und Aktienkursen, da ist auch nicht das mit terroristischen Anschlägen und was euch sonst noch einfallen mag. Das gibt es alles im Himmel nicht. Und da gehören unsere Schätze hin.
Investiere deine Schätze für Gottes Sache. Ihr wisst, dass Gott uns nur zu Verwaltern gemacht hat, nicht zu Besitzern. Das, was du hast, gehört dir nicht, es gehört Gott. Und du hast die Aufgabe, mit dem dir Anvertrauten so umzugehen, dass der, dem es gehört, mit dir zufrieden ist und nicht du.
Und von daher, ich wiederhole mich, weil ich das an anderer Stelle schon gepredigt habe: Die Frage lautet nie und verwirklicht nie, wie viel gebe ich Gott? Das ist verkehrt herum gefragt. Die Frage lautet immer: Wie viel behalte ich für mich?
Das müssen wir verstehen, weil, wenn wir das nicht in unserem Herzen verinnerlicht haben, dass wir Verwalter der Güter sind, der Gelder und der Immobilien und was weiß ich was ihr auch immer zuhause haben mögt, ihr seid nur Verwalter, nicht mehr.
Guido hat auf manchen seiner Sachen so einen ganz neckischen Aufkleber. Kannst du mal sagen, was da draufsteht? Eigentum Gottes in der Verwaltung durch Guido Stark. Finde ich genial. Du gehst an irgendwas, was ihm gehört, ran und denkst dir: So ein Babberle drauf, wem es gehört. Und dann schaust du auf dieses Babberle und da steht dann: Eigentum Gottes in der Verwaltung durch ... Ja, das ist genau richtig. Das trifft die Sache.
Du fährst mit deinem Auto und denkst dir: Mein Auto. Und ich sag dir: Nee, Gottes Auto. Tut mir leid, wenn ich dir das so deutlich heute Morgen sagen muss. Du hast kein Auto, du hast nur eins zur Verfügung gestellt bekommen, für eine Weile. Mehr ist es nicht.
Und jetzt könnt ihr die Frage stellen: Wie mache ich das denn, Schätze in das Reich Gottes oder in den Himmel zu investieren?
Und eine Stelle, auf der ich immer so ein bisschen rumreite, weil sie auch eine von den Stellen ist, wo man, wenn man weiß, dass sie kommt, kurz vorher Gas gibt, weil sie so unbequem ist, weil sie uns trifft an dieser Stelle, die so tief in uns verwurzelt ist, findet sich in Lukas 12,33. Also Lukas 12,33, und ich lese jetzt schon mal ab Vers 32:
Fürchte dich nicht, du kleine Herde, denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben.
Das ist unsere Berufung, das Reich Gottes zu erben, jetzt schon Reich Gottes zu sein. Und jetzt kommt auf diesem Fundament der Vers:
Verkauft eure Habe und gebt Almosen. Macht euch Beute, die nicht veralten, einen unvergänglichen Schatz in den Himmeln, wo kein Dieb sich naht und keine Motte zerstört. Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.
Sehr ähnlicher Gedanke zu dem jetzt, nur ein bisschen genauer ausformuliert.
Du hast Dinge, die du nicht brauchst? Vergebt mir, wenn ich das so deutlich heute Morgen einmal formuliere. Wenn du etwas nicht brauchst: Wolfgang, bist du bereit, noch ebay-mäßig was zu machen? Stöß es doch ab. Was soll der Klimbim? Was willst du damit? Jesus sagt: Wenn du was hast, was du nicht brauchst, wirf's doch los.
Keine Ahnung, wann der Herr Jesus wiederkommt. Vielleicht kommt er morgen wieder, und dann, was macht die Mingwase dann? Keiner von euch hat eine Mingwase, ich bin mir darüber klar, aber indem ich etwas nehme, was keiner von euch hat, soll ich etwas nehmen, was jemand von euch hat? Soll ich das lieber? Mir fallen da so ein paar Sachen ein.
Wir wissen nicht, wann der Herr Jesus wiederkommt, und das ist unser Auftrag: Investment. Jeder von euch ist ein kleiner Investmentdenker. Er muss sein eigenes Geld einsetzen. Ihr sollt etwas rausholen für das Reich Gottes. Und zum Beispiel eine Möglichkeit ist vielleicht eine Möglichkeit, die in unseren Tagen nicht mehr so deutlich präsent ist, aber deutlich genug noch präsent: eine Möglichkeit ist, das Geld zu nehmen und an eine Stelle zu investieren, wo Gott sagt: Da will ich es hin haben. Betet darum, dass Gott euch zeigt, wo ihr euer Geld investieren sollt.
Apostelgeschichte 2 eine ganz schöne Geschichte: Die Gemeinde ist gerade frisch gegründet, und wir müssen uns das so vorstellen. Da sind Leute nach Jerusalem gezogen. Die hatten nicht vor, länger in Jerusalem zu bleiben als bis zum Pfingstfest. Die sind vielleicht Passa gekommen, und dann hat man noch so ein paar Wochen Verwandtenbesuche gemacht. Aus der ganzen Welt kamen die Leute, und sieben Wochen nach dem Passafest ist am Pfingsten, das hat man noch mitgenommen, und dann ging es wieder nach Hause.
Und am Pfingsten tritt dieser Petrus auf. Und du hörst Petrus und du sagst: Wow, der Messias ist da. Und wenn du mit deiner Frau da warst und wenn ihr beide gläubig geworden seid durch die Pfingstpredigt, dann schaut ihr euch an und sagt: Was machen wir jetzt, fahren wir jetzt nach Hause oder bleiben wir noch ein bisschen hier? Ihr werdet euch entscheiden: Wir bleiben noch ein bisschen hier, wir hören uns noch ein paar von diesen Predigten an, von Petrus und Johannes und wie sie alle heißen. Wir wollen noch ein bisschen wachsen, bevor wir wieder nach Hause fahren.
Und eine Woche vergeht, noch eine Woche vergeht, und irgendwann denkst du dir: Wir sind noch nicht ganz fit, um nach Hause zu fahren und dort das Evangelium zu predigen, wir brauchen noch ein bisschen. Dann sagt dir deine Frau, zumindest meine Frau würde das bei uns mir sagen: Du, unser Konto ist in den Wiesen. Was machen wir denn dann?
Und in dieser Situation hinein passiert Folgendes, Apostelgeschichte 4,32:
Die Menge derer aber, die gläubig geworden waren, war ein Herz und eine Seele, und auch nicht einer sagte etwas von seiner Habe sei sein Eigen, sondern es war ihnen alles gemeinsam. Und mit großer Kraft legten die Apostel das Zeugnis von der Auferstehung des Herrn ab, und große Gnade war auf ihnen allen. Denn es war auch keiner bedürftig unter ihnen; denn so viele Besitzer von Äckern oder Häusern waren, verkauften sie und brachten den Preis des Verkauften und legten ihn nieder zu den Füßen der Apostel. Es wurde aber jedem zuteil, so wie einer Bedürfnisse hatte.
Das Besondere dieser Gemeinschaft war, dass der Egoismus, das Meins und das Deins, dass das plötzliche Stückchen aufgebrochen war. In der gemeinsamen Gemeinschaft unter einem Haupt, Christus, finden Menschen an dem Punkt, wo sie sagen: Das, was mein ist, das gehört uns. Und da, wo Menschen sind, die eine Not haben, dort ist es meine Verantwortung, nicht nur für sie zu beten, sondern auch zu geben.
So wie es im 1. Johannes 3,16 heißt: Hieran haben wir die Liebe erkannt, dass Jesus für uns sein Leben hingegeben hat. Auch wir sind schuldig, für die Brüder das Leben hinzugeben.
Atmet durch, denn wisst ihr, was das heißt, wenn du gerade nicht die Gelegenheit hast, dein Leben für mich hinzugeben oder für deine Geschwister. Wenn sich das gerade nicht anbietet, als Märtyrer für einen anderen zu sterben, dann lest Vers 17:
Wer aber der Welt Güter hat und sieht seinen Bruder Mangel leiden und verschließt sein Herz vor ihm, wie bleibt die Liebe Gottes in ihm?
Wenn du gerade nicht die Gelegenheit hast, für deine Geschwister zu sterben, wie wär’s, wenn du deine Brieftasche öffnest? Das ist geistliche Gemeinschaft, Gemeinschaft unter dem Kreuz, die das Meins und Deins verschwimmen lässt in ein Unser.
Ich bin nicht dafür, dass wir jetzt einen Kommunismus praktizieren. Ich will nicht, dass wir jetzt anfangen, hier einen Einheitstopf zu machen und Hansi wird unser großer Topfverwalter. Es gibt nur noch einen Gemeindefonds, wo wir alle einzahlen, und wir bilden eine große Kommune. Darum geht es nicht.
Es geht mir heute um euer Herz, um die Frage, wie stehe ich überhaupt zu den Dingen. Ob wir Gottes Ziel in unserem Leben, wenn es um Geld geht, überhaupt treffen. Und wenn wir Gottes Ziel kennenlernen wollen, dann müssen wir in den 1. Timotheusbrief gehen.
Genügsamkeit als geistlicher Gewinn
1. Timotheus 6. Ich lese einfach mal die Verse 6 bis 11a. 1. Timotheus 6, ab Vers 6. Da heißt es:
Die Gottseligkeit mit Genügsamkeit aber ist ein großer Gewinn. Die Gottseligkeit mit Genügsamkeit ist ein großer Gewinn.
Gottseligkeit ist ein Wort, das wir heute überhaupt nicht mehr gebrauchen. Gottseligkeit, in anderen Übersetzungen mit Frömmigkeit übersetzt, bedeutet einfach dein ganz normales, praktisches geistliches Leben, wie es sich ausdrückt im Beten, im Gottesdienstbesuch, wenn du spendest oder wenn du dich mit Leuten triffst. All das, was du praktisch tust, um deinem Leben Ausdruck zu verleihen, das ist Gottseligkeit.
Und Paulus sagt: Die Gottseligkeit mit Genügsamkeit, das ist ein absoluter Hauptgewinn im Leben. Und er begründet das: Denn wir haben nichts in die Welt hereingebracht, so dass wir auch nichts hinausbringen können.
Wisst ihr noch die ersten Fotos, die es von euch gibt? Da war kein Computer dabei, da stand kein Auto neben der Grippe. Ihr seid da ziemlich alleine gekommen. Selbst die Nabelschnur musste man euch abschneiden. Und wisst ihr was? Wenn ihr geht, wenn wir den letzten Blick in den Sarg werfen, um Abschied zu nehmen, ich werde euch keinen Computer reinlegen.
Die Idee von den Pharaonen, sich da Leute mit ins Grab geben zu lassen und irgendwie Essen und Schmuck und Schiffe, na ja, wir haben heute den Schmuck und die Schiffe. Die haben nichts mitgenommen, und ihr werdet auch nichts mitnehmen. Das dürfen wir nie vergessen. Genügsamkeit ist deshalb ein so großer Schatz, weil sie einfach zu unserem Leben passt. Du bist ohne etwas gekommen, und du wirst ohne diese materiellen Dinge gehen.
Vers 8: Wenn wir aber Nahrung und Kleidung haben, so wollen wir uns daran genügen lassen. Es ist richtig und es ist Gott gewollt, wenn wir unser Leben und unseren Lebensstil reduzieren auf Nahrung, das ist Essen und Trinken, und Kleidung, das ist etwas anzuziehen. Auch eine Unterkunft fällt darunter, also eine Wohnung oder, wenn jemand mehr Wohnung braucht, ein Haus. Es ist noch in dem Bereich, wo Gott sagt: Das ist okay.
Trotzdem denke ich, ist es gut zu sagen, dass Gott einen einfachen Lebensstil von uns erwartet. Ich weiß, ich habe Petra mal geschockt, als ich in einem Hauskreis sagte: Wenn bei uns einer mit Mercedes vorfährt, hat er ein Gespräch mit mir. Das meine ich ernst. Niemand von uns, und das sage ich einfach mal in der Deutlichkeit, ihr könnt mir nachher widersprechen, nach der Predigt: Wir müssen bestimmte Dinge nicht haben. Sie passen nicht zu einem Lebensstil, wo Gott sagt: Haltet euch zu den Niedrigen, lebt einfach, schaut, dass die einfachen Leute mit euch Kontakt halten können. Das passt einfach nicht.
Und es steckt auch eine riesige Gefahr in Vers 9: Die aber reich werden wollen. Und das ist der Punkt: die reich werden wollen, die sagen, ich bin nicht zufrieden mit dem, was ich habe. Die aber reich werden wollen, fallen in Versuchungen und Fallstrick und in viele unvernünftige und schädliche Begierden, welche die Menschen in Verderben und Untergang versenken.
Wenn du reich werden willst, dann wirst du Versuchungen begegnen, die du ansonsten nie gehabt hättest. Der Teufel wird dich anreizen, vielleicht ein Dieb zu werden, indem du Programme klaust oder Filme und Musik illegal kopierst. Ich weiß es nicht, an welcher Stelle er dich reizt. Aber es wird so sein: Er wird dich kitzeln, wenn du sagst, ich bin nicht zufrieden mit dem, was ich habe, ich will mehr haben. Und das ist Habsucht. Dann wird er dich an der Stelle packen, und es wird weitergehen. Er wird dir Fallen stellen.
Es wird so sein, dass du Begierden entwickelst, die einfach dumm und schädlich sind. Es kann sein, dass du lange arbeitest, viel länger als nötig. Dass du wenig betest, die Gemeinschaft mit den Geschwistern vernachlässigst, dass du vielleicht sogar dein stilles Nachdenken über die Bibel einfach streichst, weil du ja Zeit zum Arbeiten und Geldverdienen brauchst. Dass dein Kontakt mit den Kindern zu wenig wird. Und was es an dummen und schädlichen Begierden gibt, die werden Einzug halten in deinem Leben.
Und die Folgen, sagt Paulus, sind grausam. Vers 10: Denn eine Wurzel alles Bösen ist die Geldliebe, nach der einige getrachtet haben und von dem Glauben abgeirrt sind und sich selbst mit vielen Schmerzen durchbohrt haben.
Wer diesen Lebensstil praktiziert, kauft sich total unnötige, gefährliche, grausame Folgen ein: eine kaputte Ehe, die berechtigten Vorwürfe der Kinder: Du hattest ja nie Zeit für mich, eine ruinierte Gesundheit, ein letztlich verpfuschtes Leben, weil es an der Stelle, wo es darauf ankommt, nämlich ewige Werte zu sammeln, nichts erreicht hat.
Und was rät uns jetzt Gott im Blick darauf? Er sagt in Vers 11a: Du aber, o Mensch Gottes, fliehe diese Dinge. Ich möchte ganz deutlich sagen: Wenn du die Chance hast, in dieser Welt reich zu werden, wenn man dir das Angebot macht, dann lauf davon!
Darf ich es noch mal sagen? Wenn du die eine Aufstiegschance hast, von der du weißt, dass sie dein Leben kostet und die Zeit, und du sagst: Bah, aber dann bin ich oben! Wenn dir das jemand anbietet, reich zu werden, und du merkst, es kitzelt dich innerlich und du sagst: Bah, einmal und der Geschäftswagen ist auch dabei und das Handy und der, was weiß ich, PC von der Firma und dich, ach, was weiß ich. Wenn jemand kommt und du merkst, innerlich fange ich jetzt an zu träumen, dann lauf davon. Fliehe diese Dinge. Verzichte darauf. Der Einsatz ist es nicht wert. Das, was rauskommt, ist den Einsatz nicht wert. Dein Leben ist viel zu kostbar, als dass du es an diese drittklassigen Dinge verschwendest.
Sammelt euch nicht Schätze auf der Erde. Habsucht ist in Gottes Augen kein Kavaliersdelikt. Es ist nicht dieses Laster der Aufrichtigkeit, sondern Habsucht ist ein Beweis dafür, dass Menschen verloren gehen. Jesus hat einmal gesagt in Lukas 14: So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein.
Wenn dein Herz noch an dieser Idee hängt, wohlhabend zu werden, und in dieser Gesellschaft irgendetwas darzustellen, egal wie, verabschiede dich bitte heute Morgen von diesen Gedanken. Und verabschiede dich davon, dass du dieses Denken und Leben und gleichzeitig ein Jünger Jesu sein kannst. Das geht nicht! Gott will dein Herz komplett. Gott möchte deine totale Hingabe, und Gott möchte keine Kompromisse.
Und deshalb ist Habsucht, oder ich nenne es jetzt mal ganz bewusst anders, ich habe gemerkt, das Wort Habsucht ist so fremd und so negativ besetzt, dass keiner es an sich heranlässt. Jetzt, wenn ich es ein bisschen umformuliere, dann merken wir, dass es doch etwas sein könnte, was auch in unserem Leben greift. Also wenn Habsucht, oder ich nenne es jetzt mal Habsucht als das Gegenteil von Genügsamkeit, das Nicht-Zufrieden-Sein mit dem, was ich habe, und jetzt müsst ihr euch fragen: Ist das in meinem Leben so? Bin ich wirklich zufrieden mit dem, was ich habe, mit dem Lebensstandard? Reicht es mir, die Dinge zu essen und die Dinge zu trinken, die ich esse und trinke, dort zu wohnen, wo ich wohne, mit dem Auto zu fahren, das ich fahre, die Musik aus der Stereoanlage zu hören, aus der ich sie höre, und was auch immer dein Leben prägt, reicht dir das? Oder bist du jemand, der in seinem Herzen sagt: Nein, das reicht mir nicht!
Und wenn dem so ist, sei vorsichtig, weil Habsucht, diese Sucht nach immer mehr, ist in der Bibel kein Kavaliersdelikt, es ist ein Ausschlussgrund. 1. Korinther 5 lesen wir davon. Alf, kannst du da noch Fenster aufmachen, bitte? 1. Korinther 5. Dort heißt es in Vers 11: Nun aber habe ich euch geschrieben, keinen Umgang zu haben, wenn jemand, der Bruder genannt wird, ein Unzüchtiger ist oder ein Habzüchtiger. Auf einer Ebene ist ein Unzüchtiger das Gleiche wie ein Habzüchtiger oder ein Götzendiener. Wenn jemand ein Habsüchtiger ist, dann heißt das, keinen Umgang mit ihm zu haben. Und Vers 13: Tut den Bösen von euch selbst hinaus. Habsucht ist ein Ausschlussgrund.
Noch etwas: Habsucht ist zweitens eine Art von Götzendienst. In Kolosser 3,5, wo von den Dingen gesprochen wird, die nichts mehr in unserem Leben zu suchen haben, heißt es in Vers 5: Tötet nun eure Glieder, die auf der Erde sind, Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft, böse Lust und Habsucht. Und gleich die Begründung hinterher: Habsucht, die Götzendienst ist.
Und noch etwas: Habsucht ist etwas, was in unserem Reden nichts verloren hat. Epheser 5,1-4. Und ich fange ganz bewusst bei Vers 1 an, damit wir den Zusammenhang verstehen: Seid nun Nachahmer Gottes als geliebte Kinder und wandelt in Liebe, wie auch der Christus euch geliebt und sich selbst für uns hingegeben hat, als Gabe und Schlachtopfer Gott zu einem duftenden Wohlgeruch.
Und jetzt die Frage: Ja, wie sieht das denn aus, Paulus, Nachahmer Gottes zu sein? Paulus sagt: Wir fangen mal mit ein paar Sachen an. Zuerst interessiert es mich, wie ihr so redet, was aus eurem Mund rauskommt. Unzucht aber und alle Unreinheit oder Habsucht sollen nicht einmal unter euch genannt werden, wie es Heiligen geziemt. Man soll nicht einmal über das Thema reden, es passt nicht zu den Heiligen, es ist nicht ihr Stil, es ist ihrer nicht würdig, dass wir uns ständig darüber unterhalten, was uns noch fehlt. Wir sind keine Moserer. Und auch Unanständigkeit und albernes Geschwätz und Witzelei, die sich nicht geziemen, stattdessen aber Danksagung.
Unsere Arbeit ist es nicht, ständig darüber zu reden, was wir noch brauchen und was wir noch wollen und warum wir mit dem Handy nicht zufrieden sind, was wir gerade haben, und warum der PC so langsam ist und dass man doch hofft, dass der nächste Aldi-PC möglichst schnell rauskommt. Und ich weiß nicht, worüber wir uns alles unterhalten, aber die meisten der Dinge, und das scheint mein Eindruck zu sein, über die wir uns am Sonntag nach dem Gottesdienst unterhalten, sind unserer eigentlich nicht würdig. Sie fallen eigentlich in den Bereich: Das reicht mir nicht, was ich habe. Ich möchte mehr haben, ich möchte Besseres haben, ich möchte Neueres haben, ich möchte auf dem aktuelleren Stand sein. Und das ist Habsucht.
Andersherum: Wie sieht es bei dir aus? Hast du eine radikale Neuorientierung an der Stelle nötig? Bist du wirklich zufrieden mit dem, wie es dir jetzt geht? Wenn es dir schwerfällt, jetzt zu sagen: Ja, eigentlich hast du Recht, eigentlich müsste ich in meinem Leben noch mal wirklich an einigen Stellen mich ganz neu umorientieren, ich müsste noch mal überlegen, ob ich nicht vielleicht doch in diese Kategorie der Habsüchtigen falle, dann möchte ich euch in dieser Entscheidungsfindung helfen, nämlich mit euch das durchgehen, was Jesus an Gefahren nennt, denn es ist eine super gefährliche Sache, habsüchtig zu sein.
Wir gehen jetzt wieder zurück in die Bergpredigt, Matthäus 6. Martin, kannst du hinten auch noch ein Fenster aufmachen? Ich finde es hier drin sehr stickig. Vielleicht könnte Markus da hinten auch noch was aufmachen. Matthäus 6. Und dort heißt es in Vers 21, nachdem Jesus gesagt hat: Sammelt euch aber Schätze im Himmel, denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.
Und das ist mein erster Punkt: Habsucht bindet dein Herz an diese Welt. Dein Schatz, das, was dir in diesem Leben am meisten bedeutet, was du für besonders wertvoll hältst, wofür du bereit bist, dein Leben und deine Lebenszeit zu investieren. Dein Herz, dein eigentlicher Kern, das, was im Innersten du bist, da, wo deine Gedanken herkommen, dein Wille herkommen, deine Emotionen herkommen, dein Herz, das bist im eigentlichen Sinn du, das bist du als Person.
Und jetzt sagt der Herr Jesus: Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein. Das heißt, wenn dein Schatz auf der Erde ist, wird dein Herz, deine ganze innere Ausrichtung auf Dinge, die auf dieser Erde sind, sein. Es kann gar nicht anders sein. Und Gott will doch dein Herz. Gott will doch, dass wir mit unserem ganzen Denken, mit unserem ganzen Fühlen, unserer ganzen Sehnsucht an ihm hängen.
Ich habe ein Zitat von John Piper gelesen, der sagt: Gott schuf uns zu einem Leben mit einer einzigen Passion, mit einer einzigen Leidenschaft. Wir sollen in allen Lebensbereichen mit Freude seine überragende Herrlichkeit zeigen. Ein vergeudetes Leben ist ein Leben, dem diese Passion fehlt. Ich frage euch: Habt ihr diese Passion?
Gott ruft uns nicht zum Beten, Nachdenken, Träumen, Planen und Arbeiten auf, damit wir jetzt aus uns etwas machen, sondern dass er sich in allen unseren Lebensbereichen verherrlichen kann. Das ist unsere Vision, dass Gott sich durch uns, in uns verherrlicht. Und wer sich Schätze auf dieser Erde sammelt, ist nicht nur ungehorsam gegen Gottes Gebot, sondern er macht für alle sichtbar deutlich, dass der lebendige Gott nicht seine Passion ist, dass er sein Herz nicht an Gott, sondern an diese Welt verloren hat. Und wer so lebt, der kann tatsächlich kein Nachfolger Jesu sein, weil er im Innersten nicht am Himmel, das heißt an Gott, hängt. Und diese fehlende Verbindung zeigt sich gerade dadurch, dass er auf dieser Erde Schätze sammelt.
Nochmal: Habsucht ist kein Kavaliersdelikt.
Die innere Dunkelheit und die Macht des Begehrens
Zweiter Punkt: Habsucht bindet nicht nur dein Herz an diese Welt, sondern sie verfinstert dein Herz.
Matthäus 6,22-23:
Die Lampe des Leibes ist das Auge. Wenn nun dein Auge klar ist, so wird dein ganzer Leib licht sein. Wenn aber dein Auge böse ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß ist dann die Finsternis!
Das sind Verse, die im ersten Moment ein bisschen kompliziert sind, und vielleicht habt ihr euch auch schon an ihnen versucht. Um sie zu verstehen, müssen wir begreifen, was ein böses Auge ist.
Diesen Begriff finden wir in Matthäus 20,15, im Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg. Dort zahlt der Besitzer des Weinbergs am Ende allen den gleichen Lohn aus, egal ob sie zwölf Stunden gearbeitet haben oder nur eine. Daraufhin beschweren sich die, die den ganzen Tag geschuftet haben. In diesem Zusammenhang sagt der Besitzer des Weinbergs folgende Worte:
Matthäus 20,15:
Ist es mir nicht erlaubt, mit dem Meinen zu tun, was ich will? Blickt dein Auge neidisch, weil ich gütig bin?
Und dieser Begriff „neidisch“ ist derselbe Begriff, den wir in Matthäus 6 mit „böse“ übersetzt finden. Das hilft uns vielleicht zu verstehen, dass ein böses Auge ein Auge ist, das neidisch auf andere Leute blickt. Es ist ein Auge, das dem anderen etwas nicht gönnt. Wenn es bei einem anderen etwas sieht, kommt sofort der Gedanke auf: Das möchte ich auch haben. Das ist ungerecht, dass der sich das leisten kann und ich nicht. Dass ich immer noch mit meinem alten VW-Bus fahren muss, während sich andere einen neuen VW-Bus kaufen. Das wäre einfach nur ein praktisches Beispiel. Ich schaue neidisch, böse auf das, was ein anderer hat.
Wenn wir das einsetzen, dann heißt Vers 22:
Die Lampe des Leibes ist das Auge. Wenn nun dein Auge klar ist, so wird dein ganzer Leib licht sein.
Das heißt: Die Art und Weise, wie du Dinge betrachtest, um sie zu begehren oder auch nicht zu begehren, ist wie eine Lampe. Und wenn dein Auge klar ist, das heißt, wenn es nicht böse ist, wenn es nicht neidisch ist, wenn du nicht immer auf noch mehr aus bist, was du bei anderen oder in irgendeinem Katalog siehst, wenn du dich nicht über den ärgerst, der mehr hat, dann wird sich das bis in dein Innerstes auswirken.
Licht ist in der Bibel ein Synonym für Wahrheit und für den Bereich, wo Gott ist. Wenn wir Licht sind, wenn unser Leib Licht ist, man könnte auch übersetzen: voll Licht, dann sind wir auch im Licht. Das heißt, wir sind an Gottes Gedanken dran und wir sind in seiner Spur.
Das heißt: Die Art und Weise, wie wir Dinge betrachten und mit den Dingen umgehen, die uns umgeben, wird uns prägen. Das wird uns letztlich, und deswegen steht da, dass Habsucht dein Herz verfinstert, die Fähigkeit geben oder rauben, Gott und seine Gedanken zu erkennen.
Wenn wir aber das Gegenteil tun, wenn wir ständig begehrlich auf andere schauen, dann findet sich in uns nicht Gottes Licht. Es ist finster in uns. Wir sind ohne Gott unterwegs.
Und dann sagt der Text: Wenn da, wo eigentlich Gottes Licht leuchten sollte, wo Gott uns einen Weg aus der Finsternis in seine Wahrheit zeigen sollte, wenn genau an dieser Stelle nicht Gottes Licht ist, sondern Finsternis, Gottes Ferne, dann ist das ein schrecklicher Zustand. Wie groß ist dann die Finsternis!
Habsüchtige sind verlorene Menschen. Ohne Gott in ihrem Herzen.
Die Unvereinbarkeit zweier Herren
Und nicht nur, dass Habsucht unser Herz an diese Welt bindet, nicht nur, dass sie unser Herz verfinstert. Es gibt einen dritten Punkt: Habsucht versklavt dein Herz.
Vers 24: Niemand kann zwei Herren dienen, denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird einem anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.
Es ist unmöglich, dass ein Mensch gleichzeitig dem Mammon, das heißt dem Geld und dem Besitz, dient. Wörtlich heißt es hier sogar, dass er als Sklave gehorcht, und auf der anderen Seite Gott. Das ist eine Unmöglichkeit. Das muss uns einfach tief ins Herz eingebrannt sein: Es geht nicht. Alle Versuche sind an dieser Stelle gescheitert.
Wer Gott dienen will, der dient ihm allein, nur ihm und keinem sonst. Bei Gott gibt es keine Teilzeitjobs. Er will unser ganzes Herz. Es gibt keine halbe Hingabe.
Und wenn du dem Mammon dienst, dann ist es genauso. Es geht nicht, dass man beiden gleichzeitig dient. Versucht man es, dann wird man den einen hassen; das Wort hassen ist vielleicht besser zu übersetzen mit vernachlässigen, und den anderen bevorzugen. Aber irgendwie bleibt es doch dabei, dass man, wenn man dem Mammon dienen will, Gott hinten anstellen muss.
Solange du nicht zufrieden bist mit dem, was du hast, solange die Sucht nach mehr dein Leben prägt, solange du nicht für das dankbar bist, was Gott dir schenkt, solange hast du einen Herrn, und dein Name ist Mammon.
Schlussgedanken und ein letztes Vorbild
Kommen wir zum Schluss. Mir war es heute Morgen wichtig zu zeigen, dass unser Umgang mit Geld und mit Besitz einerseits ein Beweis für unsere Errettung sein kann, das glaube ich schon, und andererseits auch ein Indikator für unsere Hingabe an Gott.
Aus diesem Grund ist dieses Verbot, sich Schätze zu sammeln, auch tatsächlich so wichtig. Es hat heute für uns eine Bedeutung, egal ob du arm bist oder reich, völlig egal, wo du herkommst. Das Verbot trifft uns. Jesus hat nicht gesagt: Sammelt euch Schätze, bis ihr guter deutscher Durchschnitt seid, und dann hört damit auf. Das steht da nicht.
Schau in dein Herz und prüfe, wie es deinem Herzen geht. Wenn wir die Welt gewinnen wollen, dann werden wir unsere Seelen verlieren. Und Habsucht und jede Form von materieller Unzufriedenheit schaffen genau dreierlei: Es bindet unser Herz an diese Welt und damit an vergängliche, wertlose Dinge. Es verfinstert dein Herz, sodass du Gott und sein Licht und seinen Willen für dein Leben nicht erkennen kannst. Und es versklavt dein Herz und zwingt dich in den Dienst.
Zum Abschluss möchte ich euch noch von Anthony Groves erzählen, auch einer von denen, wo man Biografien lesen kann und lesen sollte. Anthony Groves lebte Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts, also schon eine ganze Weile her. Er war ein wohlhabender Arzt, Zahnarzt, und er war so etwas, ich würde sagen, ein Impulsgeber der Brüderbewegung. Gleichzeitig war er einer der Ersten, die von den Brüdern nach Asien ausgesandt wurden, um dort als Missionar zu dienen, erst in Bagdad und später in Indien. Anfang des 19. Jahrhunderts war er ein reicher Arzt.
Und als Anthony Groves diese Lehre verstanden hat, dass wir nicht Schätze im Himmel sammeln sollen, da gab er erst den zehnten Teil seines Vermögens weg, wurde aber darüber nicht wirklich glücklich. Dann gab er noch mal ein Viertel weg und kam immer noch nicht zur Ruhe. Und dann gab er alles weg und ging in die Mission. Sein höchstes Lebensziel war die Verherrlichung Jesu, und von ihm stammt das Motto, mit dem ich heute abschließen will.
Er sagt: Arbeite hart, verbrauche wenig, gib viel, und das alles für Christus. Und ich meine, es ist ein gutes Motto, das wir mitnehmen sollten für unser Leben. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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