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Um wen geht es dir?

König Abija
2. Chronik 1313.02.2026
SerieTeil 1 / 3Die Könige von Juda
Du kannst mit klugen Worten Eindruck machen – und trotzdem an der eigentlichen Frage vorbeileben. Abija zeigt: Entscheidend ist nicht Selbstdarstellung, sondern ob du dich wirklich auf Gott stützt.

Ankommen und erste Worte

Es ist gut, dass da ein zweiter Tisch für die Bücher steht. Herzlich willkommen auch von meiner Seite aus. Wir freuen uns sehr, als Familie hier sein zu dürfen. Ihr habt es schon gemerkt: Wir haben, glaube ich, was die Familiengröße betrifft, den falschen Nachnamen. Kleine ja, also seit 21 Jahren, bald 22, darf ich glücklich verheiratet sein mit Miriam, und Gott hat uns sechs Kinder anvertraut, im Alter von sechs bis neunzehn Jahren.
Lieber Manuel, ich habe das echt gerade mit Respekt zur Kenntnis genommen, dass du den Namen drauf hattest. Und ich fand es noch spannender, dass du dann, als es um den König ging, doch mal nach hinten geguckt hast, welcher von den Königen aus Juda denn heute dran ist. Es ist ja schon eine spannende Sache: Wie kommt man auf so ein Thema, Könige von Juda? Wenn ihr euch gefragt habt, vielleicht: Warum nimmt der genau die drei? Ja, ich bin einfach in der Reihenfolge nach Rehabeam weiter fortgegangen, um dann zu gucken, was uns Gott über das Leben dieser Könige schildert.
Kurz vielleicht noch zu meiner Person: Dass da hinten ein Büchertisch steht, ist eine Art Berufskrankheit. Ich darf für die Christliche Bücherstube und die Christliche Verlagsgesellschaft arbeiten, und das werdet ihr merken: Im Rahmen der Vorträge wird durchaus die eine oder andere Buchempfehlung mit einfließen. Nicht deswegen, weil es darum geht, dass ihr Bücher kauft, sondern dass ihr Bücher lest. Das fände ich wichtig, und vor allen Dingen das Buch der Bücher. Da bin ich Gott so dankbar dafür, dass wir sein Wort, die Bibel, in den Händen halten dürfen.
Wir kommen aus Leverkusen, also ich bin gebürtiger Düsseldorfer, man merkt es wahrscheinlich auch am Zungenschlag, und freuen uns sehr, dass wir gut hier über die A1, die A2, dann über eine Pampersstrecke die A10 getroffen haben, um hier zu landen. Wir freuen uns sehr über die Gastfreundschaft, die wir bekommen. Dass man mit acht Leuten aufschlagen darf, ist nicht selbstverständlich, dass man da so herzlich begrüßt wird. Wir fühlen uns jetzt schon sehr wohl. Das war das erste Resümee auf der Hinfahrt hier zur Gemeinde.
Damit soll es reichen mit den Worten zu uns als Familie, und ich möchte den Abend heute stellen unter einem Vers aus Sprüche 3,5-7. Den lernt man vielleicht schon auswendig in der Sonntagsschule, wo ausgeführt wird: Vertraue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen und stütze dich nicht auf deinen Verstand. Auf allen deinen Wegen erkenne nur ihn, dann ebnet er selbst deine Pfade. Sei nicht weise in deinen Augen, fürchte den Herrn und weiche vom Bösen.
Das trifft eigentlich ziemlich gut die Überschrift über das Leben des Königs Abija, und den wollen wir uns heute anschauen. Ihr dürft gerne aufschlagen: 2. Chronik 13, und wir werden zu Beginn das ganze Kapitel lesen. Die Predigt heute Abend ist so aufgebaut, dass wir den Bibeltext lesen, ihn dann durchgehen in Etappen und dann zwei ganz einfache Lektionen, die es aber in sich haben, mitnehmen dürfen als Gepäck zum Drübernachdenken bis morgen früh oder morgen Mittag.
 2. Chronik 13. Ich lese uns den Bibeltext vor.
 2. Chronik 13,1: Im achtzehnten Jahr des Königs Jerobeam wurde Abija König über Juda. Er regierte drei Jahre in Jerusalem, und der Name seiner Mutter war Michaja, die Tochter Uriels von Gibea. Und es war Krieg zwischen Abija und Jerobeam. Und Abija begann den Krieg mit einem Heer von tapferen Kriegern, vierhunderttausend auserlesenen Männern. Und Jerobeam stellte sich gegen ihn in Schlachtordnung auf mit achthunderttausend auserlesenen Männern, tapferen Helden.
Da stellte sich Abija oben auf den Berg Zemaraim, der im Gebirge Ephraim liegt, und sprach: Hört mich an, Jerobeam und ganz Israel! Solltet ihr nicht erkannt haben, dass der Herr, der Gott Israels, das Königtum über Israel für ewig dem David gegeben hat, ihm und seinen Söhnen durch einen Salzbund?
Vielleicht da mal nur zum Verständnis: Salzbund, das kennen wir heute so nicht mehr. Salz, wofür steht das? Ja, für das Dauerhafte, also für das, was bleibt. Und wenn man damals zur damaligen Zeit einem Gast, also gerade zur Zeit, als Israel noch auch in Zelten unterwegs war, als Nomaden, wenn man da einem Gast, der das Zelt betrat, Salz angeboten hat, dann war klar: Hier ist man aufs herzlichste willkommen, und mein Gastgeber wird dafür bürgen, dass es mir hier auch gut geht. Ja, so ein Salzbund ist was Gutes.
Wir sind im Vers 6: Aber Jerobeam, der Sohn Nebats, der Knecht Salomos, des Sohnes Davids, erhob sich und empörte sich gegen seinen Herrn. Und es versammelten sich zu ihm ehrlose Männer, Söhne der Bosheit, und machten sich stark gegen Rehabeam, den Sohn Salomos. Rehabeam aber war noch jung und zaghaft und konnte ihm nicht standhalten.
Und nun denkt ihr, standhalten zu können dem Königtum des Herrn in der Hand der Söhne Davids, weil ihr eine große Menge seid und die goldenen Kälber bei euch sind, die Jerobeam euch zu Göttern gemacht hat? Habt ihr nicht die Priester des Herrn, die Söhne Aarons und die Leviten, verstoßen und euch Priester gemacht wie die Völker der anderen Länder? Wer immer mit einem Jungstier und sieben Widdern kam, um sich zum Priester weihen zu lassen, der wurde Priester der Nichtgötter.
Wir aber sind gewiss: Der Herr ist unser Gott, und wir haben ihn nicht verlassen. Und als Priester dienen dem Herrn Söhne Aarons und die Leviten im Dienst des Herrn, und sie bringen dem Herrn jeden Morgen und jeden Abend Brandopfer und wohlriechendes Räucherwerk dar. Und wir haben das Schichtbrot auf dem reinen Tisch und den goldenen Leuchter und seine Lampen, um sie Abend für Abend anzuzünden, denn wir versehen den Dienst des Herrn, unseres Gottes. Ihr aber habt ihn verlassen.
Siehe, Gott ist mit uns an unserer Spitze, und bei uns sind seine Priester und die Lärmtrompeten, um Lärm zu blasen gegen euch! Söhne Israels, kämpft nicht gegen den Herrn, den Gott eurer Väter, denn es wird euch nicht gelingen!
Aber Jerobeam ließ Leute im Hinterhalt eine Umgehung machen, um ihnen in den Rücken zu kommen, so dass sie vor Juda waren und der Hinterhalt hinter Juda. Und als Juda sich umwandte, siehe, da hatten sie den Kampf vorn und hinten. Da schrien sie zu dem Herrn, und die Priester bliesen mit den Trompeten. Und die Männer von Juda erhoben ein Kriegsgeschrei. Und es geschah, als die Männer von Juda das Kriegsgeschrei erhoben, da schlug Gott Jerobeam und ganz Israel vor Abija und Juda. Und die Söhne Israels flohen vor Juda, und Gott gab sie in ihre Hand. Und Abija und sein Volk brachten ihnen eine große Niederlage bei, und es blieben von Israel fünfhunderttausend auserlesene Männer erschlagen liegen.
So wurden die Söhne Israels zu dieser Zeit gedemütigt, aber die Söhne Judas wurden stark, weil sie sich auf den Herrn, den Gott ihrer Väter, gestützt hatten. Und Abija jagte Jerobeam nach und er nahm ihm Städte ab, Betel und seine Töchterstädte und Jeschana und seine Töchterstädte und Ephron und seine Töchterstädte. Und Jerobeam behielt keine Macht mehr in den Tagen Abijas, und der Herr schlug ihn, und er starb. Abija aber erstarkte und er nahm vierzehn Frauen und zeugte zweiundzwanzig Söhne und sechzehn Töchter. Die übrige Geschichte Abijas und seine Wege und seine Reden sind geschrieben in der Schrift des Propheten Ido. Und Abija legte sich zu seinen Vätern, und man begrub ihn in der Stadt Davids, und sein Sohn Asa wurde an seiner Stelle König. In seinen Tagen hatte das Land zehn Jahre Ruhe.
Soweit Gottes Wort.
Was auffallend ist, wenn ihr euch mit den Königen beschäftigt: Wir haben oft bei den Königen so eine Beschreibung, wer die Mama war und wer der Vater war, wie lange er regierte. Dann wird uns oft irgendwas berichtet aus dem Leben der Könige, und dann kommt zwischendrin, manchmal am Anfang, manchmal am Ende, ein Urteil, was Gott spricht über diesen König. Und irgendwann steht dann da: Er legte sich zu seinen Vätern, wenn wir bei den Königen von Juda sind. In der Regel gibt es auch Ausnahmen davon. Aber so ein Urteil lesen wir hier gar nicht im zweiten Buch Chronik. Das ist sehr spannend, da werden wir gleich darauf zurückkommen.
Wir lesen aber von Abija, und Abijas Namensbedeutung ist sehr interessant: Abija bedeutet Der Herr ist mein Vater. Und wenn wir uns den Vater anschauen, dann werden wir den König finden, den wir mit der Reichsteilung in Verbindung bringen, das ist Rehabeam, Rehabeam, der Sohn des weisen Königs Salomo. Dann gehen wir noch einen höher, da ist David, und dann ist Saul, ja? Also wenn wir bei der Reihenfolge gehen: Saul, David, Salomo, Rehabeam, und jetzt sind wir hier schon bei Abija.
Und das ist sehr spannend: Bei Abija fließt sowohl väterlicherseits als auch mütterlicherseits Davids Blut durch seine Adern. Denn uns wird hier eine Frau vorgestellt, Michaja wird sie genannt, und das ist die Tochter oder Enkelin, je nachdem, wie man es bewertet, von Absalom, der stammt ja auch von David ab. Es ist sehr spannend, wie das Buch der Chronik hier diese Frau bezeichnet, die Mutter von Abija. Sie wird hier Michaja genannt. 2. Chronik 13,1: Seine Mutter war Michaja. Und Michaja hat eine sehr schöne Namensbedeutung, wenn man die überträgt: Wer ist wie Gott?
Wenn wir in das Buch der Könige blättern, und da werde ich gleich mal ausführen, wo der Unterschied liegt, dann wird uns die Königin da mit einem anderen Namen beschrieben. Und im weiteren Verlauf der Lebensgeschichte von Abija und dann seinem Sohn bekommt auch die Mutter Michaja in der Folgezeit den anderen Namen, den sie wohl auch hatte. Der ist aber nicht so toll, nicht Michaja, wer ist wie Gott, sondern Maacha. Und wenn man das übersetzt, dann heißt das die Dumme. Also ich weiß nicht, wie man als Eltern darauf kommt, seine Tochter so zu benennen. Man kann es auch übersetzen mit Unterdrückung, aber das ist ja auch nicht besser. Also Maacha, die Dumme, hier auf jeden Fall taucht sie auf, erst mal als Michaja.
Und sie war eine gewaltige Götzendienerin, das werden wir morgen feststellen, wenn wir dann in das Leben von Abijas Sohn, dem Asa, hineinschauen. Da steht nämlich Folgendes. Wir können es mal eben lesen: 2. Chronik 15,16. Und da taucht sie jetzt schon auf mit diesem Namen Maacha, also die Dumme. 2. Chronik 15,16: Und auch Maacha, die Mutter des Königs Asa, entfernte er aus ihrer Stellung als Gebieterin, weil sie der Aschera ein Schandbild gemacht hatte, und Asa rottete ihr Schandbild aus und zermalmte und verbrannte es im Tal Kidron.
Seine Mutter war eine Götzendienerin, das müssen wir auch festhalten, von dem Abija. Warum nennt jetzt das Buch der Chronik erst mal diese Königin sehr wertvoll mit Michaja, und warum finden wir, wenn wir das Buch der Könige aufschlagen, so einen gewaltigen Unterschied? Vielleicht ist euch das auch aufgefallen: Du liest zum Beispiel die Geschichte von David im Buch der Könige und liest da zum Beispiel von dem Ehebruch, den er begangen hat mit Batseba, dass er dafür sorgt, dass der Ehemann von Batseba richtig heimtückisch abgeschlachtet wird. Das liest du alles bei Könige. Wenn du versuchst, diese Begebenheit in Chronik zu finden, wirst du die nicht finden.
Wo ist der Unterschied zwischen Chronik und Könige? Wenn man sich das im Groben mal aufmalt, dann kann man sagen: Das erste Buch der Chronik deckt eigentlich die beiden Samuelbücher ab. Also 1. Chronik, ganz pauschal gesagt, da finden wir die beiden Samuelbücher wieder. Und das zweite Buch der Chronik spiegelt so das wider, was wir in den Königsbüchern finden.
Das Königebuch hat eine ganz andere Zielrichtung als das Buch der Chronik. Das Königebuch klärt eine ganz große Frage: Warum sind wir in die Gefangenschaft geraten? Wer ist schuld daran, dass wir hier im Exil sind? Es klärt die Schuldfrage. Und die Antwort finden wir, oder die Frage, die da gestellt wird, ist sehr spannend. In 1. Könige 9,8 finden wir diese Aussage: Und dieses Haus wird eine Trümmerstätte werden, jeder, der an ihm vorübergeht, wird sich entsetzen und pfeifen, und man wird sagen: Warum hat der Herr an diesem Land und an diesem Haus so gehandelt?
Warum lässt der Herr es zu, dass der Tempel zerstört wird? Warum lässt der Herr es zu, dass sein Volk, das er sich erwählt hat, in die Gefangenschaft geführt wird? Und das Buch der Könige führt uns immer wieder zurück an den einen Punkt: Es ist die Schuld, die uns Menschen von Gott trennt. Wir müssen uns an unsere Nase packen, wir haben es verbockt, nicht Gott. Und das wird im Buch der Könige immer und immer wieder dargestellt. Und deswegen finden wir sehr viele negative Beschreibungen im Buch der Könige. Deswegen lesen wir von wunderbaren Königen, die maximal entgleist sind, wenn wir an Davids Leben alleine denken. Das ist also sehr intensiv, was uns im Buch der Könige beschrieben wird.
Und dieses Buch endet nicht mit der Rückkehr aus dem Exil, sondern es endet mit der Beschreibung des Königs Jojachin. Und das geschah zur Zeit, oder der befand sich selbst noch im babylonischen Exil, also während des Exils geschrieben, um deutlich zu machen: Wir haben es selber verbockt. Unsere Schuld hat uns in diese Misslage hinein geritten. Wir können Gott nicht die Schuld in die Schuhe schieben, wir sind es selber schuld.
Das Buch der Chronik geht dagegen von einem ganz anderen Antritt aus. Und da ist es spannend, einfach ans Ende zu springen: 2. Chronik 36. Und da finden wir dann die gleichen Worte, mit denen das Buch Esra startet. Und bei Esra lesen wir ja dann den Wiederaufbau des Tempels. Und dann lesen wir 2. Chronik 36,22. Und damit startet das Buch Esra auch komplett.
 2. Chronik 36,22: Und im ersten Jahr des Kyrus, des Königs von Persien, damit das Wort des Herrn durch den Mund Jeremias erfüllt wurde, erweckte der Herr den Geist des Kyrus, des Königs von Persien, und er ließ seinen Aufruf ergehen durch sein ganzes Königreich und auch schriftlich bekannt machen: So spricht Kyrus, der König von Persien: Alle Königreiche der Erde hat der Herr, der Gott des Himmels, mir gegeben, und er hat mich beauftragt, ihm ein Haus zu bauen in Jerusalem, das in Juda ist. Wer immer unter euch aus seinem Volk ist, mit dem sei der Herr, sein Gott, er ziehe hinauf.
Hier geht es auch wieder um das Haus, es geht wieder um den Tempel, aber die Ausgangslage ist eine ganz andere. Das Volk befindet sich im Exil, und jetzt ist die Frage nach dem Erlass dieses Kyrus: Wer ist denn jetzt bereit, wieder hinzugehen, zurückzugehen nach Jerusalem? Und wir lesen von einigen Leuten, die da geblieben sind, wenn wir an Esther zum Beispiel denken. Ja, es sind so spannende Fragen, die man sich stellt: Warum ist Esther da geblieben? Spannend, weiß ich nicht. Was war mit Daniel los? Ich nehme an, dass Daniel mit zurückgegangen ist. Weiß ich aber auch nicht sicher. Ja, aber das sind so spannende Details, wo man genauer hinschauen darf.
Und hier finden wir auf jeden Fall jetzt, oder das Ende vom Chronikbuch macht uns deutlich, welche Zielrichtung das Buch Chronik verfolgt, und das ist hauptsächlich Ermutigung, Mut zu machen, wieder zurückzukehren, wieder zurückzugehen, um das Haus wieder zu bauen. Als Familienvater, damals, dich gut niedergelassen hattest im Exil, dann besteht da natürlich schon ein Risiko, wieder aufzubrechen, zurückzugehen in der absoluten Ungewissheit: Wie wird das werden, wenn wir wieder den Tempel hochziehen? Wird das klappen? Mit welchen Krisen werden wir zu rechnen haben? Und wer einige Krisen lesen will, dem sei die Lektüre des Buchs Nehemia empfohlen. Das ging nicht ohne Widerstand, und deswegen brauchten die Leute damals, die Juden, die Ermutigung, und deswegen ist das Buch Chronik sehr stark ermutigend geschrieben.
Das Buch Chronik stellt anders als das Buch der Könige den Tempel immer wieder in den Fokus. Der Priesterdienst wird immer wieder untermauert und betont, die Errichtung des Tempels unter Salomo wird sehr ausführlich beschrieben. Wir finden auch so kleine Details: Bei Hiskia ist es, meine ich, dass er die Tür des Tempels wieder öffnete. Das findest du nicht im Buch der Könige, aber im Buch der Chronik. Und so stellen wir fest: Das ist genial, wenn wir diese beiden Bücher nebeneinander halten oder auch nebeneinander lesen. Und jetzt wisst ihr auch, dass ich es richtig lieb mit euch meine, denn ich habe euch hier den König von heute, den Abija, aus dem Buch der Chronik vorgelesen, nicht aus dem Buch der Könige. Ich möchte euch ermutigen, okay? Und deswegen haben wir Chronik gelesen.
Es ist also sehr wichtig. Und wir finden zum Beispiel auch im Buch der Könige: Es fokussiert sich voll auf den Priesterdienst, einige auf den Prophetendienst. Einige waren ja in Burkartsgrün dabei mit Elisa und Elija, das findest du ja alles im Buch der Könige wieder. Aber Strafreden von Propheten im Buch der Chronik eher selten, oder wenn, eher mit einer gewissen Stoßrichtung.
Ja, wenn wir das Buch der Chronik anschauen, dann übergeht das Buch Chronik, wenn wir bei Abija jetzt sind, eigentlich alles außer dieser einen Schlacht. Also das einzige, was uns Chronik berichtet, ist diese große Schlacht, die es gegeben hat zwischen Abija und Jerobeam, und das war's.
Was wird uns jetzt im Buch der Könige beschrieben? Ihr ahnt schon, es ist nichts Gutes. Wir finden da nämlich das Gesamturteil Gottes über das Leben dieses Königs, 1. Könige 15,3. Und lasst da ruhig mal den Finger drin bei 1. Könige 15, weil wir werden da gleich noch einmal weiterlesen. Also 1. Könige 15, die ersten acht Verse wird uns Abijas Leben im Buch der Könige berichtet. In Vers 2 lesen wir, dass die Mutter Maacha heißt, also die Dumme, und dann lesen wir das Gesamturteil in Vers 3: Und er lebte in allen Sünden seines Vaters, die der vor ihm getan hatte, und sein Herz war nicht ungeteilt mit dem Herrn, seinem Gott, wie das Herz seines Vaters David.
Das ist Abija von Juda. Und dann finden wir in den Versen 4 bis 12 eine ganz imposante Rede, die dieser Abija hält auf dem Berg Zemaraim. Es ist ein auffälliger Berg an der Grenze zwischen Benjamin und Israel, also im Gebirge Ephraim an der Nordgrenze seines Reiches, also strategisch sehr gut gewählt eigentlich, um da so eine Rede auch zu halten.
Und der Inhalt seiner Rede? Ja, da habe ich gedacht, das ist schon so ein bisschen spannend. Die Rede ist auf der einen Seite wahr und doch unwahr. Also sie ist wahr, und doch fehlt es hier an einer gewissen Offenheit. Wenn du vor Gericht bist und dann eine Zeugenbelehrung ausführst, dann sagst du, oder der Richter sagt das dann: Sie müssen die Wahrheit sagen. Das bedeutet, sie dürfen nicht lügen und sie dürfen auch nichts verschweigen. Und ich habe gedacht, was dem Abija hier gefehlt hat, ist so eine richtige Zeugenbelehrung. Dann hätte der einen Teil seiner Rede anders halten müssen. Die ist nicht so richtig wahr in allen Einzelheiten, das wollen wir mal durchgehen, den Inhalt seiner Rede.
Also erst mal ist es ja auffallend, was er hier immer wieder macht: Wir aber, wir aber. Also ich habe gedacht, dieses Wir aber, das ist sehr stolz. Klingt das? Es ist eigentlich so ein schreckliches kollektives Ich, was er sagt. Stellt euch vor, vielleicht um das mal zu übertragen, was ich damit meine: Ich hätte ein Buch geschrieben, ist jetzt nicht der Fall, zielstrebig hätte ich geschrieben, und das wäre bei uns im Verlag erschienen. Das stimmt also obendrauf. Thomas Kleine und ich würde sagen: Wir als Verlag, wir haben ein richtig gutes Buch herausgegeben. Das wäre peinlich. Wer würde sagen: Tommy, also wenn du dir auf die Schulter klopfen willst, mach es alleine. Das wäre deutlich. Ich würde zwar von wir sprechen, würde aber nur mich meinen. Und genau so wirkt das, finde ich, bei Abija so. Er sagt die ganze Zeit wir aber, aber irgendwie scheint er sich da doch ganz gewaltig auf die Schulter zu klopfen.
Und er verurteilt sehr stark den Jerobeam, und er wird doch von dem Richter der ganzen Erde, so nennt Abraham Gott in 1. Mose 18, schlecht beurteilt, wenn wir das Buch der Könige aufschlagen. Ihr habt den Finger ja noch drin: 1. Könige 15,4 und 5 lesen wir noch. Doch Davids wegen. Und wir rufen uns in Erinnerung: Abija hat sowohl väterlicherseits als auch mütterlicherseits Davids Blut in seinen Adern. Doch Davids wegen gab ihm der Herr, sein Gott, eine Leuchte in Jerusalem, indem er seinen Sohn nach ihm als König aufstehen ließ und indem er Jerusalem bestehen ließ, weil David getan hatte, was recht war in den Augen des Herrn und von allem, was er ihm geboten hatte, nicht abgewichen war alle Tage seines Lebens, außer in der Sache mit Uria, dem Hethiter.
Da finden wir etwas ganz anderes. Der Schreiber des Königbuchs führt hier aus, dass Gott eine Leuchte in Jerusalem gegeben hat, und es wird deutlich: Wegen Gottes Gnade darf Abija überhaupt sein Königtum so durchführen. Im Unterschied zu David finden wir bei Abija kein Bekennen seiner Schuld. Da ist mir David so ein gewaltiges Vorbild, wenn wir an Psalm 51 denken, nachdem er zu Batseba eingegangen ist und dann so deutlich vor Gott seine Schuld bekennt, die so schrecklich ist. Das sind Worte, die zu Herzen gehen und die uns bis heute prägen, was David da gebetet hat.
Das, was Abija predigt, ist eine Wahrheit ohne Gnade, getragen oder geprägt von einem Stolz der Richtigkeit, der einfach nur Dinge ans Licht zerrt, ohne gnädig zu sein. Ich habe gedacht, wenn wir Wahrheit ohne Gnade predigen, ist das wie Eis. Das ist vielleicht glasklar unsere Predigt, aber weil es so kalt ist, ist es genauso tödlich. Und es ist, glaube ich, wichtig, wie wir unsere Worte mit Salz würzen, aber sie doch so bringen, dass sie nicht nur das Ohr, sondern auch das Herz erreichen.
Und Abija erzählt jetzt seine Version der jüngsten Geschichte des Königtums von Israel und Juda, aber das ist sehr selektiv, was er erzählt. Er spricht davon, dass Jerobeam die Hand erhob, ja, das war tatsächlich der Fall, aber nicht unter Rehabeam, sondern unter Salomo, seinem Opa also sozusagen. In 1. Könige 11,26 lesen wir das. Bei Rehabeam tritt Jerobeam erst einmal sehr vernünftig auf und macht sich zum Sprachrohr der Stämme aus dem Nordreich, um zu sagen: Wie bekommen wir hier die Frohnarbeit deines Vaters erleichtert für das Volk? Rehabeams Fehler war der, der die Reichsteilung verursacht.
Es ist ja sehr spannend, wie er das hier sagt: Rehabeam war noch jung und zaghaft. Wenn wir uns das Leben von Rehabeam anschauen, dann ist er eher von einem sehr, also der riskiert eine sehr dicke Lippe. Ich mache das mal deutlich an einem Punkt: Da sagt der Rehabeam, 2. Chronik 10,10, am Ende, der letzte Satz: Mein kleiner Finger ist dicker als die Hüften meines Vaters. Das ist so ein absoluter Prollspruch, oder? So: Mein kleiner Finger ist dicker als die Hüften meines Vaters. Also das würdest du heute mit einem anderen Slang irgendwie wiederfinden, wenn du rumprollst, einfach nur ganz billig provozierst, oder? Und Rehabeam war derjenige, der hier sehr hart geurteilt hat und nicht gesagt hat, er war noch jung und zaghaft, sondern der hat gesagt: In der Kraft meiner Position werde ich euch zeigen, wo es lang geht, und ich werde die Arbeit noch härter machen und die Bestrafung auch. Also das kann man nicht mit jung und zaghaft beschreiben, was Rehabeam auszeichnet.
Dann spricht er weiter davon, der Abija, dass wir den goldenen Leuchter und seine Lampen haben. Ja, da denkt man sich doch: Sag mal, wie lange hast du nicht mehr in das Haus Gottes hineingeschaut? Ja, bei der Stiftshütte, da gab es den einen goldenen Leuchter, das stimmt. Aber unter Salomo finden wir das Heiligtum ausgestattet, 2. Chronik 4,7, mit zehn Leuchtern. Vielleicht kann man ihm zugute halten, vielleicht meint er den Originalleuchter noch aus der Stiftshütte, kann ja auch sein, weiß ich nicht. Aber es ist schon so: Wir haben den Originalleuchter hier, oder wir haben den Leuchter auf jeden Fall.
Dann beschimpft er Jerobeam als Knecht Salomos, und da hat Abija recht. Das ist interessant. Jerobeam war tatsächlich einmal der Knecht Salomos, aber Jerobeam wurde geadelt, durch den Gottesknecht Ahija wurde er zum König gesalbt über das Nordreich, über die zehn Stämme. Deswegen passt die Beschreibung hier auch nicht mehr so ganz richtig. Wo Abija voll recht hat, da kann man es nur unterschreiben. Das passt alles. Er spricht von den goldenen Kälbern von Jerobeam, das war Götzendienst, was Jerobeam eingeführt hat. Und er sagt: Du hast die Priester und die Leviten verstoßen. Und auch da hat er recht. Wir finden das in 2. Chronik 11,13, dass da so eine Abwanderungswelle ist, weil unter Rehabeam war es, dass er die Priester und Leviten in seine Dienste gestellt hat.
Nochmal vielleicht ein kleiner Auffrischungskurs, hilft ja immer gut: Weiß der Unterschied zwischen dem Priester und Leviten? Ich habe gedacht, eine gute Eselsbrücke ist, was man sich merken kann vielleicht: Ein Priester verrichtet den Dienst im Haus des Herrn, er darf sogar reingehen, und ein Levit, der kommt direkt aus der Linie Aarons, und ein Levit, der übt den Dienst am Haus des Herrn aus. Also er ist eine helfende Hand, ein Diener. Das macht uns 4. Mose 3 auch sehr deutlich. Leviten helfen den Priestern, Priester machen den Dienst im Haus des Herrn, Leviten den Dienst am Haus des Herrn. Kann man sich vielleicht so besser merken, wenn man über Priester und Leviten nachdenkt.
Abija haut hier eine Sache nach der nächsten raus. Er sagt, wir haben den Herrn nicht verlassen. Das ist eine maßlose Selbstüberschätzung, wenn man an seine Mutter denkt, die allein Götzendienerin war und deren unheiligen Lebenswandel der Sohnemann dann ausrotten musste. Abija ignoriert auch voll und ganz die Anordnung, die Gott gegenüber seinem Vater Rehabeam gemacht hat. Unter Rehabeam hatte Gott deutlich gesagt: Von mir aus ist die Sache geschehen. Kämpfe nicht gegen dein Brudervolk. Und genau diesen Fehler macht aber hier Abija und er kämpft gegen Israel, obwohl es ja eigentlich gut ausgeht. Da kann man ja doch denken: Ist doch alles gut. Warum ist doch richtig, was er gemacht hat, oder?
Auf jeden Fall ist die Rede so krass, die wir hier vorliegen haben von Abija, dass sie sogar in den Schriften des Propheten Ido aufgezeichnet wurde, wie uns dann der Vers 22 beschreibt. Die letzten Verse dann ab 20 bis 23 lesen wir dann von Abijas Ende, und dazwischen finden wir diesen Hinterhalt, die Niederlage, die Jerobeam einstecken muss. Es ist sehr spannend: Abija hält diese Rede, er steht da auf diesem Berg und er kriegt gar nicht mit, dass seine Herrscharen komplett unterwandert werden und er plötzlich vorne und hinten eingekesselt ist.
Und dann passiert etwas sehr Wichtiges: Sie fangen an, zum Herrn zu schreien. Und in 4. Mose 10 gibt Gott eine Verheißung, dass, wenn man zum Herrn schreit, mit Trompetenschall, das ist sehr sympathisch, das Lernsignal gibt, dann sagt Gott: Wird euer gedacht werden und ihr werdet gerettet werden von euren Feinden. Und genau diesen Sieg darf Abija tatsächlich einfahren. 500 auserlesene Männer bleiben erschlagen liegen von dem König Jerobeam. Mehr als sechzehn Jahre dauert es, bis Israel erneut Krieg führt gegen Juda, und Abija erobert darüber hinaus noch zusätzliches Gebiet: Betel, das ist natürlich sehr spannend, weil in Betel eines der goldenen Kälber aufgestellt worden war. Dann geht es weiter nach Norden mit Jeschana und dann noch weiter im Norden Ephron. Diese Stätte mit den Töchterstädten nimmt Abija alles ein.
Dann lesen wir davon, dass er Frauen und Kinder hat und zeugt. Es ist so ein sehr deutlicher Verstoß gegen das Königsgesetz. Für die, die das heute Abend vielleicht mal nachlesen wollen: 5. Mose 17, da finden wir das Königsgesetz, wo einige Anordnungen drinstehen, die Gott weise im Voraus schon angedeutet hat, was für Könige gelten soll. Und eine Regel, die da lautet: Ein König soll nicht viele Frauen haben. Wenn man jetzt gnädig sein wollte, könnte man sagen: Ja gut, der hat ja nur vierzehn Frauen, der ist besser als sein Vater, der hatte ja mal achtzehn Frauen gehabt, und der ist noch viel besser als sein Opa, der Salomo, der hatte sieben Hauptfrauen und dreihundert Nebenfrauen. Aber wenn Gottes Wort sagt, der König soll nicht viele Frauen haben, dann ist das eine Ansage, wo Abija sich auf jeden Fall nicht daran gehalten hat.
Eine ganz spannende Beobachtung nur am Rande: Salomo hatte zwar 700 Hauptfrauen und 300 Nebenfrauen, aber wir lesen, also korrigiert mich gerne, aber ich habe nur einen Namen gefunden von einem Sohn, der danach die Nachfolger antritt, das Rehabeam. Tausend Frauen, aber nur ein Sohn wird namentlich benannt. Du hast andere Könige, die nicht so viele Frauen hatten, wo mehr Kinder beim Namen benannt werden.
Sein Ende war dann ein recht typisches Ende für einen König aus Juda, wie bei seinem Vater ganz normales Ende: Er legte sich zu seinen Vätern und wurde begraben in der Stadt Davids.
Wir wollen uns zwei Lektionen heute Abend mitnehmen, die sind sehr einfach zu merken, aber ein bisschen schwieriger umzusetzen. Die eine Lektion ist: Es geht nicht um uns. Die zweite Lektion ist: Es geht um ihn. Kann man sich, glaube ich, merken, oder? Es geht nicht um uns, es geht um ihn.
Wir fangen an mit: Es geht nicht um uns. Wenn wir uns Abijas Leben anschauen, wir haben das jetzt nur sehr selektiv gemacht, nur so ein paar Sachen hier rausgepickt wie so eine Rosinenpickerei hier aus Abijas Leben, aber dann stellen wir fest: Abija hat sich selbst maßlos überschätzt und absolut falsch wahrgenommen. Seine Rede war sehr selektiv und einseitig. Abija hatte Davids Blut zwar in seinen Adern, aber er hatte nicht Davids Einstellung. Abija hat sich nicht vor Gott gebeugt und Buße getan über die Schuld in seinem Leben. Er hat die Sünde in seinem eigenen Leben gar nicht gesehen. Er verweist auf äußere Probleme und packt sich nicht an die eigene Nase, um zu gucken, wo muss ich mir selbst an die Brust schlagen und wo ist bei mir ein Weg, der nicht in Ordnung ist.
Und da habe ich gedacht, wenn man das jetzt so hart beschreibt, da darf man sich ja selber auch mit reinnehmen, oder? Wie hohl ist eigentlich mein Reden? Wie hohl ist so oft mein Reden, wenn ich versuche, mich besser darzustellen, als ich eigentlich bin. Wie gerne ziehen wir irgendwelche Fassaden hoch, die glänzen und toll aussehen, in der Hoffnung, dass die Leute die Baustelle dahinter gar nicht erblicken.
Ein witziges Beispiel: Ich finde das übrigens super, dass hier Kinder dabei sind, aber so für euch war eine gute Sache. Muhammad Ali war so ein Boxprofi. Und er war von sich sehr stark überzeugt, und man erzählt sich die Geschichte, dass er einmal in einem Flieger drin saß, also so einem Flugzeug, und dann kam die Durchsage: Bitte anschnallen jetzt. Und Muhammad Ali saß da ganz entspannt, hat sich natürlich nicht angeschnallt, und dann kam die Stewardess vorbei und sagte: Können Sie sich bitte auch anschnallen? Dann guckte er die nur so an, so von oben bis unten und sagt: Superman braucht keinen Sitzgurt. Dann guckte sie ihn nett zurück und sagte: Superman braucht kein Flugzeug. Die Idee finde ich sehr gut, den Satz ja, aber wie hohl ist diese Phrase von dem gewesen, oder?
Und wie gut war es, dass er mal einen Spiegel vor Augen gehalten bekommen hat: Dein Reden ist so schwach und flach und platt. Und wir lachen darüber oder schmunzeln, aber wie oft ist unser Leben nicht gut, wenn wir selbst danach schauen, wie wir in der Nachfolge unseres Herrn leben.
Ich habe ein Lieblingsbuch, einige wissen das von euch, das Zielstrebige. Ich möchte daraus gerne mal ein Zitat vorlesen. Steve Farrar schreibt hier an Männer und er schildert eine Situation, wo er auf einem Seminar ist mit seiner Frau zusammen, und dann kommen eines Tages so ein paar junge Frauen auf ihn zu und fragen ihn: Worauf muss man eigentlich achten? Oder ich lese einfach vor:
Sie fragen ihn oder sie sprechen ihn an: Wir brauchen nur einen kurzen Moment Ihrer Zeit, sagten sie mir, wir haben nur eine kurze Frage. Kein Problem, sagte ich, schieß los. Wir hoffen, eines Tages zu heiraten, sagten sie mir. Können Sie uns sagen, welches die wichtigste Eigenschaft ist, auf die wir bei einem potenziellen Ehemann achten sollten?
Ich war versucht, sie zu necken und Geld zu sagen. Sie sahen jedoch aus, als sei es ihnen ernst damit, daher dachte ich, es wäre vielleicht besser, nicht herumzublödeln. Nachdem ich ein paar Sekunden lang nachgedacht hatte, sagte ich: Die wichtigste Eigenschaft, auf die man bei einem potenziellen Ehemann achten sollte, ist Lernbereitschaft. Wenn ihr nämlich einen Kerl findet, der einen lernwilligen Geist hat, dann wird er in Ordnung sein. Wir Männer haben alle so unsere Ecken und Kanten, manche noch ein bisschen mehr als andere, aber ein lernwilliger Mann wird auf einen unserer Imperfektionen reagieren. Er wird die Größe besitzen, zuzugeben, dass es bei ihm noch viel Raum für Verbesserung gibt. Was noch wichtiger ist: Er wird offen sein für die Wegweisung des Heiligen Geistes. Er wird sich vor dem Herrn zu demütigen wissen. Ein lernwilliger Mann ist ein Mann, der in Christus wachsen wird. Meine Damen, wenn ihr so einen Kerl findet, dann schnappt ihn euch.
Oh, sagte einer von ihnen, ich bin mir nicht sicher, ob es da draußen überhaupt solche Männer gibt. Doch, es gibt sie ja draußen, die Sache ist die, ihr braucht nur einen. Wenn ihr zehn oder zwanzig bräuchtet, hättet ihr vielleicht ein Problem, aber ihr braucht nur einen.
Das finde ich so einen guten Punkt, dass wir uns selbst auch hinterfragen: Habe ich noch diese Lernbereitschaft in meinem Leben, oder habe ich die Weisheit mit Löffeln gefressen und verhalte mich auch so entsprechend? Wir sind als Christen manchmal so widersprüchlich: Wir glauben an die Autorität der Bibel und lesen sie so wenig! Wir kennen unsere Bibel, aber wir wenden sie so wenig auf unser eigenes Leben an. Vielleicht besuchst du nicht mehr die Gemeinde schon, sondern du sitzt hier einfach deine Zeit ab. Wir sind dafür, dass wir Familien zu fördern haben, und genau an diesem Punkt lassen wir unsere schlechte Laune raus, wenn wir nach Hause kommen. Wir sind fleißig auf der Arbeit und bekommen zuhause noch nicht mal Müll rausgetragen.
Heinz Erhardt hat mal gedichtet: Ich hol vom Himmel dir die Sterne, so schwören wir den Frauen gerne, doch nur am Anfang, später holen wir nicht mehr aus dem Keller Kohlen. Wir reden übers Beten, aber wir tun's nicht.
Reinhard May, es gibt so Phasen, wo ich gerne Reinhard May höre, und er hat ein sehr gutes Lied geschrieben, Kasperle Theater, wo er die Welt und die Weltpolitik so ein bisschen mit so einem Kasperle-Theater vergleicht, und dann sagt er: Ich habe den Weltmechanismus schon mit fünf Jahren durchschaut und mir auf diese Erkenntnis die Devise aufgebaut. Sieh all die Pappnasen mit Milde und Bescheidenheit, fass sie mal an deine eigene und halte dich bereit, denn vielleicht hast du ja schon eine kleine Rolle in dem Spiel. Vielleicht bist du längst Gretel oder Kasperle, Großmutter, Wachtmeister oder Krokodil?
Wenn wir uns die Bibel anschauen, dann macht uns Gott immer wieder deutlich, dass es nicht um uns geht, dass Gott uns eigentlich gar nicht braucht. Und doch, und das finde ich so gewaltig, geht es nicht ohne dich. Unser Platz ist auf dem Platz und nicht auf der Tribüne. Und das finde ich sehr wichtig. Gemeinde lebt davon, dass Menschen sich ermutigen, sich genau hier einzubringen. Und das möchte ich hier bei diesem Punkt, dem ersten Punkt, Es geht nicht um dich, damit möchte ich schließen. Bei diesem Punkt: Es geht nicht um Rhetorik, sondern es geht darum, dass wir echt sind. Es geht nicht um Wissen, sondern es geht darum, was wir tun, was wir machen, was wir mit dem, was Gott uns aufzeigt, umsetzen in unserem Leben. Es geht nicht um viele Worte, die wir benutzen können, sondern um wahre Worte. Es geht nicht um kluge Gedanken, sondern es geht um authentische Gedanken. Es geht nicht um glatte Gebete, sondern es geht Gott um gebrochenes Herz. Es geht nicht um dich, es geht um ihn.
Und das ist wichtig: Es geht nicht um dich. Das ist der erste Punkt, das war direkt die Überleitung jetzt für den zweiten Punkt: Es geht um ihn. Wir versagen in unserem Wandel, aber dann finde ich diese Aussage so schön, die Paulus in seinem Testament schreibt an Timotheus, 2. Timotheus 2,13: Wenn wir untreu sind, er bleibt treu. Denn er kann sich selbst nicht verleugnen. Es geht um ihn. Er lässt uns niemals im Stich.
Diese Geschichte von Abija ist eigentlich total traurig. Ein Mann, der sich auf den Berg stellt, da eine Rede hält, die richtig gut geschliffen ist, dass sie Ido sogar aufschreibt, der Prophet. Wer das noch mal wahr ist, ich weiß es nicht, aber die Bibel beschreibt uns das hier. Aber wie hohl sind seine Phrasen? Das wäre der eine Blickwinkel, den man einnehmen könnte. Oder man kann tiefer schauen und im Blick auf dieses Königebuch richten, wo Gott ja eher Gericht schreibt, und feststellen, dass Gott da von einer Leuchte schreibt, dass Gott derjenige ist, der hier zu seinem Ziel kommt. Abija war kein David, aber der Gott Davids war immer noch da. Er war immer noch der Gott seines Volkes, und zu dem hat er sich gestellt bei Abija. Das finde ich so gewaltig ermutigend.
Und so schließe ich mit einem Zitat aus diesem Buch. Also eine Warnung muss man bei dem Buch aussprechen: Das sind zehn Kapitel, und sieben Kapitel verwendet der Verfasser darauf, einen zu zerlegen als Mann und drei Kapitel dann wieder zusammenzuschrauben. Und das sollte man wissen. Man muss die ersten sieben Kapitel irgendwie rumkriegen, aber die sind gut, und deswegen sind die letzten drei noch umso besser. Aber zwischendurch hat ihn sein Lektor schon mal gebremst.
So ein Lektor ist im Verlag eine Person, oder man muss sich das so vorstellen: Wenn so ein Manuskript reingereicht kommt von so einem Autor, der eine Idee hat und was aufschreibt, dann reicht uns das rein, und dann kommt das zu einem Lektor. Und der Lektor liest sich das durch. Der Lektor ist eine zweite Geige, also die werden oft namentlich gar nicht benannt, und der liest sich das durch und denkt: Das ist eine schöne Geschichte, aber so kann man das überhaupt nicht schreiben. Und dann macht der Lektor aus diesem Manuskript ein lesenswertes Buch.
Und Steve Farrar hat auch einen sehr guten Lektor gehabt. Auf jeden Fall hat er dem guten Rat gegeben, und das lese ich uns mal eben noch mal vor, was er da schreibt, damit dieser Abend hier nicht unter einem falschen Vorzeichen endet. Da schreibt der Lektor zu dem Steve: Meine einzige Warnung wäre folgende: Schildere es nicht also es geht darum, mach die Männer zu echten Männern, also so hau drauf, falte die zusammen und so, also so eine mach deutliche Ansagen. Und dann sagt der Lektor zu ihm: Meine einzige Warnung wäre folgende: Schildere es nicht einfacher als eine Herausforderung für echte Kerle, die man im Fleisch bewältigt. Wir alle wissen, dass es das nicht bringt. Starke Männer fallen. Schwache Männer, die ihre Stärke in einem anderen finden, fallen nicht. Wir werden nicht aufgrund unserer eigenen Stärke oder Weisheit oder aufgrund unseres eigenen Mutes, unserer Ausdauer oder irgendeiner anderen menschlichen Eigenschaft der eine von zehn Seinen ist eine These, die er bis dahin belegt hat, dass einer von zehn Männern nur stark abschließt.
Wenn wir stark abschließen, dann nur deshalb, weil wir die höchste Kraft, die grenzenlose Weisheit, die Quelle allen Mutes, den Ursprung der Ausdauer angezapft haben. Aber er wird uns über die Ziellinie bringen. Nicht einmal die Pforten der Hölle können uns zum Straucheln bringen, wenn wir uns nur nicht dazu entscheiden, uns von seinem Schutz und seiner Macht zu lösen.
Ich würde an der Stelle gerne ein wenig Hoffnung und Ermutigung sehen, dass wir tatsächlich der eine von den zehn Männern sein können, der stark abschließt, und das liegt daran, dass seine göttliche Kraft uns alles zum Leben und zur Gottseligkeit geschenkt hat. Amen.
Steht gerne auf dazu!
Lieber Herr Jesus, ich danke dir von ganzem Herzen, dass wir diese Bibeltage haben dürfen. Vielen Dank für die Gastfreundschaft, für die Herzlichkeit der lieben Geschwister hier. Danke, dass du, lieber Herr Jesus, deine Gemeinde baust, danke, dass du sie dir so teuer erkauft hast, Herr, und danke für dein Wort, Herr. Das ist so bewegend, wenn wir das Leben lesen von Abija und dann Anwendungen treffen können im Jahr 2026. Du bist der ewige Gott, Herr, du bist derselbe, der sich nicht geändert hat. Und wir danken dir für dein Wort, wir danken dir, dass du heute zu uns sprichst, und ich möchte dich bitten, dass wir das als Ermutigung mitnehmen, dass du zu deinem Ziel kommen wirst, Herr. Und wir wollen dich bitten, Herr, dass du derjenige bist, der unser Leben verändert. Herr, wir können es nicht aus eigener Kraft. Wir stellen fest, dass wir da versagen, und wir bitten dich, dass wir unsere Kraft aus dir schöpfen und nicht aus uns heraus, nicht aus irgendeiner Methode, sondern mit dem Blick auf dich, dem lebendigen Herrn und Heiland. Danke dafür. Amen.
Jetzt setzt euch gerne.
Ich darf noch drei Bücher vorstellen, die ihr hinten findet. Ein Buch, das mich sehr geprägt hat: Im Dienst des besten Herrn von Warren Wiersbe. Er hat bei uns die Kommentare geschrieben zum Alten und Neuen Testament, gerade das Alte Testament eine echte Fundgrube, wo man viele Schätze heben darf. Und Warren Wiersbe hat dieses Buch geschrieben, der hat über hundert Bücher geschrieben, aber dieses Buch ist wirklich kurz, also für Männer geeignet, und da schreibt er: Was wären eigentlich meine Ratschläge gewesen, die ich gebraucht hätte, als ich meinen Dienst anfing? Und er nimmt dich an die Hand und gibt dir ganz praktische Tipps, die du gut nachvollziehen kannst, in kleinen Häppchen, immer nur ein paar Seiten, eine Lektion, um das anzuwenden, wie kann dein Leben sich richtig schön verändern zu seiner Ehre. Zu empfehlen ab dem Teenageralter. Sehr gut für Männer und für Frauen, also wirklich gut, gute Lektion, die wir daraus nehmen können.
Weiteres Buch, was ich empfehlen möchte: Die Könige Judas und Israels von Christopher Knapp. Das lag lange in der Schublade. Also Christopher Knapp ist 1945 heimgegangen, und der Dani Fellach hat es jetzt vor kurzem rausgebracht, erst diesen Schatz. Und da findet man die Könige Judas und Israels, zu jedem König sehr gute Detailbeobachtungen, wo man merkt, da hat einer richtig gebuddelt im Wort Gottes und hat die Schätze hochgehoben. Sehr zu empfehlen: Könige Judas und Israel.
Und dann ein Buch, das haben einige von euch schon: Stabil forschen. Wir hatten das ja heute mit den Königen und Chronik. Wo ist der Unterschied? Und dieses Buch Stabil forschen, das ist eigentlich so ein Buch, was dich an die Hand nimmt und dir eine Vogelperspektive über jedes Buch der Bibel ermöglicht. Mir geht es oft so, ich bin nicht so sehr strukturiert systematisch, und ich habe ganz viele Schätze in irgendeinem Bibelbuch gefunden. Es sind wie Puzzleteile, die für sich genommen richtig schön sind, und ich mag es, wenn mir jemand diese Puzzleteile zum ganzen Bild zusammensetzt. Und das ist eigentlich dieses Buch hier: Stabil forschen, die einzelnen Bibelbücher im Überblick, wo du auf drei, vier, fünf Seiten immer ein Buch vorgestellt bekommst. Zum Beispiel Prophet Jona: Thema, Autor, Abfassungszeit, Absicht, Namensbedeutung, Schlüsselverse, in der Regel eine gute Tabelle, und dann wird das kurz erklärt, worum es geht. Der Zielgedanke wird ausgearbeitet, und das war es dann schon. Und man kommt komplett anders hervor, weil man feststellt: Gott ist derjenige, der seine Geschichte schreibt, auch in diesem Buch.
Genau, es wird dahin noch sein können. Mich gerne ansprechen. Vielen Dank, ich wünsche euch jetzt und ich übergebe hier einfach noch einen guten Abend, gesegneten Abend.