Generierte Mitschrift
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Einordnung und Ausgangsfrage
Herzlich willkommen zum Podcast der EFAS Stuttgart mit Jörg Lackmann und Thomas Powileit. Unser Podcast will zum praktischen Christsein herausfordern und zum theologischen Denken anregen.
In manchen Gemeinden gibt es einen regelrechten Anpassungsdrang an die Gesellschaft und die Zeit, in der wir leben. Die nichtchristlichen Gäste sollen sich wohlfühlen, deshalb sollte es keine christlichen Symbole in der Gemeinde geben. Auch die Predigt sollte nicht so ungemütlich für die neuen Besucher werden.
Es gibt jede Menge Freizeitangebote in der Gemeinde, vom Kreativshop über Sport bis hin zur Filmnacht. Irgendwie möchte man zeigen: Wir als Gemeinde sind auf der Höhe der Zeit. Die ältere Generation hat eher auf Absonderung gesetzt und nicht auf Anpassung. Deshalb kann man sich schon mal die Frage stellen: Was ist richtig im Blick auf die Gesellschaft? Sollen wir uns als Christen eher absondern oder anpassen?
Was denkst du, Thomas?
Äussere Absonderung und biblische Gegenkultur
Na ja, es kommt immer darauf an, woran ich mich anpasse und wovon ich mich absondere.
Es gibt natürlich Christen, deren Absonderung vor allen Dingen äußerlich ist. Ich denke an die Amish People in Amerika. Das sieht man sofort, wenn man ihnen begegnet, schon an ihrer Kleidung. Das ist Teil ihrer Absonderung. Sie fahren auch noch mit der Kutsche umher und tragen Kleider wie vor zweihundert Jahren. Sie nutzen nur in Ausnahmefällen ein Handy, und das ist, glaube ich, kein Smartphone, sondern dann wirklich nur ein einfaches Handy.
Wenn sie sich daran halten, genau. Ich habe eine spannende Dokumentation darüber gesehen. Es halten sich etliche nicht daran, aber die werden dann auch aus der Gemeinde ausgeschlossen. Aber gut, da gibt es also seit Jahrhunderten keine Anpassung.
Richtig, da passt man sich nicht an, beziehungsweise man sondert sich ab. Aber das ist nicht die Absonderung, von der die Bibel redet. Also nicht in dem Sinn, dass sie sagt: Du musst dann diese Kleider tragen oder weiter in deiner Kutsche fahren. Die Bibel redet davon: Seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung eures Sinnes. Das ist der ganz klassische Vers aus Römer 12.
Es geht da also um die Veränderung des Denkens. Und wenn ich Christ geworden bin, dann beginne ich ja anders zu denken als mein Umfeld. Und wenn ich anders denke, dann werde ich logischerweise auch anders leben.
Wenn wir über Anpassung nachdenken, dann muss ich deshalb unterscheiden: Geht es um die äußere Form, oder geht es um die Anpassung meines Denkens, eben auch an mein nichtchristliches Umfeld? Und hier ist die Bibel ganz klar. Johannes sagt in seinem ersten Brief: Denn alles, was in der Welt ist, die Begierde des Fleisches, die Begierde der Augen und der Hochmut des Lebens, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht und ihre Begierde; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.
Also da setzt die Bibel vor allen Dingen auf die Absonderung des Denkens. Also Tendenz Richtung Absonderung, oder?
Der Inhalt des Evangeliums als Grenze der Anpassung
Ja, wenn es um Inhalte geht, dann lehrt die Bibel ganz klar Absonderung. Christen denken anders als diese Welt, wie ich eben schon gesagt habe, und sie leben anders. Jesusnachfolger leben in einer Gegenkultur. Das ist ein Wort, das in letzter Zeit auch immer wieder auftaucht, auch in Buchtiteln. Es ist eine Gegenkultur zu unserer Zeit, und zwar nicht, weil sie auf Krawall gebürstet sind.
Wenn ich auf YouTube gehe, dann sehe ich eine Menge Gegenkultur, also wo Leute einfach dagegen sind, weil es gut ist, dagegen zu sein, sozusagen. Das ist nicht meine Motivation als Christ. Das Evangelium hat andere Werte als mein nichtchristliches Umfeld, und das Evangelium ist eben nicht beliebig. Wenn ich das Wort Gottes lese, dann sehe ich: Es gibt ein richtiges Evangelium, und es gibt ein falsches Evangelium. Also nicht ein Evangelium, wo man sagt: Na ja, du musst es dir irgendwie selbst zusammenpuzzeln.
Paulus redet davon auch einmal in 2. Korinther 11, und er sagt, es gibt ein anderes Evangelium, es gibt einen anderen Jesus, und es gibt einen falschen Geist. Und das sieht alles so aus wie das Evangelium, ist es aber nicht. Für mich persönlich sind zum Beispiel Worthaus oder Hossertalk inhaltliche Anpassungen an bibelkritische Positionen, die nicht gehen. Markus Voss hat ja mal zu Worthaus ein Video gemacht, in dem er belegt, wo man versucht, das Evangelium anzupassen und inhaltlich zu verändern. Dieses Video findet man auf YouTube, wenn man Markus Voss Worthaus oder so googelt.
Und vielleicht noch zum Schluss: Paulus sagt den Galatern, wenn wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als Evangelium entgegen dem verkündigen, was wir euch als Evangelium verkündigt haben, er sei verflucht. Das ist eine ganz starke Aussage. Paulus geht es also entschieden darum, den Inhalt des Evangeliums hochzuhalten. Und den darf ich nicht verändern. Den Inhalt darf ich nicht an die Zeit anpassen, denn dann nehme ich dem Evangelium logischerweise auch die Kraft.
Was zum Evangelium gehört und was nicht verhandelbar ist
Ich nehme mal an, dass niemand von den Gedanken behauptet, den Inhalt des Evangeliums zu verändern, sondern gerade, ihn richtig zu verstehen. Also, glaube ich, muss man das ein bisschen konkretisieren: Was ist denn der Inhalt des Evangeliums?
Es hieß ja sonst nicht „ein anderes Evangelium“, „ein anderer Jesus“. Das heißt, auch damals schon gab es Leute, die sagten: Das ist das Evangelium, das ist Jesus. Aber in Wirklichkeit war es das nicht. Man muss schon über die Inhalte gehen und nicht über das Etikett.
Richtig, das ist natürlich eine gute Frage von dir. Keiner wird eine Evangelisationseinladung schreiben: „Ja, ich verkündige ein anderes Evangelium“ oder so. Paulus definiert einmal, was Evangelium ist. Das ist die klassische Stelle in 1. Korinther 15,3-8. Da sagt er: Christus ist stellvertretend für unsere Sünden gestorben, er ist begraben und auferweckt worden und nachweislich vielen Zeugen erschienen.
Also da würde ich eigentlich sagen: Bitte auswendig lernen. Das ist Inhalt des Evangeliums. Das sind Grundsätze, die nicht verhandelbar sind.
Oder ich denke auch an Johannes, der in 1. Johannes 4 sagt: Jesus Christus ist ins Fleisch gekommen. Das heißt, Jesus ist als Gott Mensch geworden. Er war Gott und Mensch zugleich. Und derselbe Johannes sagt in 1. Johannes 2: Wer ist ein Lügner, wenn nicht der, der leugnet, dass Jesus der Christ ist? Wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht.
Also wer Jesus nicht als Erlöser und wesensgleich mit Gott sieht, der kennt Gott nicht. Das ist hier sehr deutlich. Und er legt hier auch seine Aufmerksamkeit darauf, dass Christus eben als der Gekreuzigte verkündigt wird. Wenn Paulus zum Beispiel in 1. Korinther 1 sagt: „Wir aber predigen den Gekreuzigten“, dann ist das entscheidend.
Also wenn ich eine Predigt höre, dann möchte ich auch hören: Wird Jesus hier wirklich als der Gekreuzigte verkündigt? Wird klar gelehrt, dass Menschen Buße tun und zu Gott umkehren müssen? Als Jesus seinen öffentlichen Dienst beginnt, betont er das sehr stark. Leute sollen umkehren.
Oder wenn ich eine Predigt höre, die den Inhalt des Evangeliums betrifft, das ist ja unser Thema, dann geht es auch um das Doppelgebot der Liebe: Gott zu lieben und den Nächsten zu lieben. Ist das nicht in Ihrer Predigt vorhanden, aber ist es grundsätzlich da? Wird die Beziehung und die Liebe zu Jesus durch die Predigt und das Leben in der Gemeinde gefördert, oder geht es nur um: Ich muss A, B, C, D halten?
Und das ist eine entscheidende Frage. Jesus fragte den Petrus: Hast du mich lieb? Also empfindlich gegen Anpassung sollten wir eben reagieren. Das ist die andere Seite: einmal eine Verwässerung des Evangeliums und dann aber auch, wenn man im Galaterbrief zu Hause ist, wenn dann plötzlich die Regeln zum Schwerpunkt werden. Also: Du musst das und das und das alles tun, und es ist nicht mehr die Kraft in Christus.
Das hat man im konservativen Spektrum manchmal nicht so vor Augen, dass da auch das Evangelium verändert wird. Also das war, glaube ich, auch Luthers Herzensanliegen, dass er sagte: Nein, es ist nicht das, was ich tue, und meine Regeln und so, das gefragt, was ist der Inhalt des Evangeliums? Ich bin aus Gnade gerettet. Und diese grundsätzlichen Dinge, von denen ich jetzt eben auch geredet habe.
Wo Anpassung im Gemeindeleben sinnvoll oder problematisch sein kann
Wo würdest du denn jetzt Tendenzen zur Anpassung sehen, dass diese Inhalte, wir haben jetzt mal, oder du hast ein paar Inhalte konkreter genannt, und wo wird das jetzt angepasst, vielleicht ein bisschen auf das freikirchliche Spektrum einengen?
Ja, ich glaube, dass wir schon in einer Zeit leben, in der das Evangelium stark angepasst wird. Oder wie soll ich sagen: Man kann das wirklich beobachten, und das ist nicht theoretisch, das wollte ich damit sagen. In freien Gemeinden wird durchaus diskutiert, ob Gott ein stellvertretendes Opfer nötig hat oder ob er uns nicht einfach so vergeben kann, eben weil er Gott ist. Also ich habe da schon Dinge gelesen, die waren seelsorgerlich berührend, aber grottenfalsch.
Oder man betont, es sei nicht so wichtig, dass Jesus von einer Jungfrau geboren ist, obwohl die Bibel diese Wahrheit ja sehr betont. Dann sagt man: Nein, das ist nicht ganz entscheidend.
Oder ich denke an Apostelgeschichte 5. Da liest man, dass das Umfeld die Christen sehr geachtet hat, aber dass niemand es wagte, sich ihnen anzuschließen. Das zeigt ja: Die Christen waren nicht angepasst. Die haben gemerkt: Hey, wenn ich mich denen anschließe, dann muss ich in meinem Leben sehr deutlich etwas verändern. Und ich glaube, wir leben eben in dieser Zeit der Anpassung, und das ist ein Holzweg.
Ich habe gewisse Grundlagen des Evangeliums, an denen sollte ich auf jeden Fall festhalten. Und eben sehen: Das ist der Inhalt des Evangeliums, da will ich mich nicht anpassen. Und auch klar begreifen, dass das Evangelium sich von dem Lebensstil dieser Welt unterscheidet. Vielleicht sollten wir mal neu überlegen, wie können wir uns so absondern, dass wir als Christen nicht komisch erlebt werden, also nicht klammern wie jetzt Amish People oder so, sondern eine Gegenkultur werden, über die man insgeheim staunt, die man selber aber nicht leben will, weil man die Konsequenzen nicht will.
Also, das ist so Apostelgeschichte 5. Ja, was ein Spannungsfeld natürlich darlegt.
Auf jeden Fall. Du hast diese Anziehung, weil die Leute ja mitgekriegt haben, wie die Christen leben. Also, die haben sich nicht in dem Sinne abgesondert, dass sie keinen Kontakt mehr hatten, aber inhaltlich war das so fest, dass sich keiner getraut hat, da hinzukommen. Da war beides: Sie sind auf die Leute zugegangen, ohne zu sein wie die Leute. Aber gleichzeitig finde ich es schwierig. Ich kriege es normalerweise mit, dass man immer auf einer Seite so ein bisschen eine Schlagseite hat, würde ich mal sagen.
Apostelgeschichte 5 ist für mich unheimlich herausfordernd, weil du merkst: Die haben es hingekriegt. Auf der einen Seite sich innerlich abzusondern, da ging es um inhaltliche Dinge, aber nicht äußerlich. Und trotzdem haben die Leute gemerkt: Hey, das ist eigentlich gut, was sie tun. Aber wenn wir ehrlich sind, wollen wir das nicht.
Formen, Liturgie und die Frage nach der Verpackung
Jetzt hast du ein paar inhaltliche Dinge zur Absonderung gesagt. Das Thema ist ja Absonderung und Anpassung. Das heißt, ich deute jetzt schon einmal etwas in deine Worte hinein. Das sollte man eigentlich nie machen, weil ich könnte dich einfach fragen. Aber ich sage mal, was ich jetzt von dir erwarte: dass du sagst, ja, inhaltlich müssen wir uns absondern, aber in formalen, also in äußeren Formen, dürfen wir uns anpassen. Das würde ich jetzt mal so sagen.
Oder wo würdest du sagen, wo sind Gebiete der Anpassung? Ich frage doch mal ganz direkt, ohne dir gleich vorzugreifen. Man soll eigentlich immer besser zuhören, oder? Das habe ich schon einfach meine Gedanken freien Lauf machen lassen, so dass ich weiß, was er sagen wird. Ich höre jetzt zu.
Also: Wo sollte man sich auch als Gemeinde anpassen? Ein spannendes Thema ist ja immer wieder die Anbetungszeit, auch mit Liedern. Geht das? Also im Gottesdienst oder bei einzelnen Veranstaltungen? Im Gottesdienst zum Beispiel. Ich glaube, da ist eine Anpassung in dem Moment falsch, in dem die Predigt nur noch eine Kurzpredigt wird. Aber ich will auch begreifen, dass eine Generation heute dem Liedgut viel mehr Bedeutung zumisst und dieses Liedgut auch wirklich gebraucht. Also es ist nicht nur ein: Ich singe jetzt mal, weil wir jetzt singen, sondern ich benutze es, ich nutze es wirklich zur Anbetung Gottes.
Und dass man da auch wirklich überlegen sollte: Wie ist unser Gottesdienst gestaltet? Also nach wie vor finde ich es sehr, sehr wichtig, dass der Schwerpunkt eines Gottesdienstes auf der Wortverkündigung liegen muss, also darauf, Leute weiterzubringen. Aber ich sollte schon auch wirklich überlegen, was noch zu einem Gottesdienst gehört. Und ich glaube, vielleicht ist das gar nichts Neues, sondern nur Dinge, die über die Jahrhunderte verschüttet worden sind und die man einfach mal wieder ein bisschen vorkramt.
Es gibt so eine Bewegung, die heißt traditionell, die einfach auch gewisse liturgische Argumente in den freikirchlichen Kontext bringt und sagt: Warum nicht auch mal ein Sündenbekenntnis als Gemeinde oder so? Also da würde ich sagen, da sollte man nicht von vornherein immer sagen: Nein, nein, nein, das ist irgendwie neu und anders, sondern fragen: Okay, sollten wir uns hier vielleicht an dem Punkt auch anpassen?
Gemeinde, Kultur und die Grenzen von Wohlfühlorientierung
Wo wir uns nicht anpassen sollten, ich switche einfach mal ein bisschen hin und her. Ja, ich denke, es ist und bleibt ein Spannungsfeld, weil Anpassung natürlich modern klingt und immer schön wirkt. Das Problem ist aber, wenn dabei Inhalte verloren gehen. Das ist, denke ich, auch eine Gefahr.
Deswegen ist das Switchen ganz gut, damit man auch im Denken auf beide Seiten schaut: auf Prinzipien, die nicht verändert werden dürfen, und auf Dinge, die vielleicht anpassbar sind. Leider ist es immer so, wenn man neue Formen macht, dass dahinter meistens andere Prinzipien stehen. Das muss man abklopfen. Und dann aber nicht in etwas zu verharren, was vielleicht auch manchmal nicht ganz so gut ist. Schauen wir mal. Also immer wieder hin- und herswitchen.
Mein Mann aus der Kirchengeschichte ist da wirklich Zinzendorf. Wer seine Biografie mal liest, merkt, dass er alles Mögliche ausprobiert hat. Und wenn er gemerkt hat, das passt nicht, dann hatte er sofort den Mut, es aufzuhören. Wenn ich es richtig im Kopf habe, lege ich mich nicht darauf fest, aber ich meine, es noch ziemlich gut im Kopf zu haben, hat er gesagt: Hey, Liebe leben, das sagt das Wort Gottes. Und deswegen ist es gut, dass wir uns wirklich auch in den Arm nehmen und gut drücken und so weiter. Irgendwann hat er gemerkt, dass Männer und Frauen sich da schon mal sehr intensiv drücken und so. Dann hat er gemerkt: Ey, das geht in eine falsche Richtung. Dann hat er es aufgehört.
Dann war er mal, glaube ich, in einem Gottesdienst durch so ein Herz gegangen, so das Herz Jesu. Das hat er irgendwann auch mal wieder aufgehört. Und viele andere Dinge, die er gestartet hat, hat er behalten. Dinge, die heute für uns selbstverständlich sind, waren für ihn damals absolut neu. Er hat immer wieder geguckt in dieser Spannung: Wo soll ich mich anpassen, wo nicht?
Und ich glaube, bei nicht anpassen, um da auch noch etwas zu sagen, ist sicher: Wenn es mir darum geht, in der Gemeinde nur eine Wohlfühlatmosphäre zu erzeugen. Also ich komme eh nicht an den Europapark an. Wenn ich da bin, dann war schon lange niemand da, aber dann merkst du das schon durch die Musik. Also man versucht einfach, diese Wohlfühlatmosphäre zu schaffen. Wenn ich das in der Gemeinde als Schwerpunkt setze, dann setze ich einen total falschen Schwerpunkt. Das ist nicht das, was Gott in seinem Wort sagt.
Und ich glaube, natürlich kann ich in einer Gemeinde, du hast es ja in der Anmoderation auch gesagt, Kreativangebote haben, Sportaktivitäten, Filmabende. Dagegen ist gar nichts zu sagen. Aber wenn das meine Gemeindeaktivitäten sind, wo ich mich treffe, darauf freue ich mich und alles andere ist für mich nicht aktuell, dann, glaube ich, bin ich da wirklich falsch unterwegs. Es muss darum gehen, Menschen für Jesus zu erreichen. Es muss darum gehen, Menschen in seiner Beziehung irgendwie weiterzubringen.
Und natürlich kann ich auch manchmal von den Methoden dieser Welt lernen, ja. Da muss ich erklären, was ich damit meine: dass ich zum Beispiel organisatorische Strukturen, so nüchterne organisatorische Strukturen, einfach ein Stück weit lerne. Oder vielleicht auch: Wie kann ein gewisses problematisches Verhalten verändert werden? Da kann ich auch vielleicht manches lernen. Aber die Frage ist, was mein Schwerpunkt ist.
Gemeinde ist nicht in erster Linie eine Organisation, sondern Familie. Und es geht nicht darum, Gemeinde in erster Linie zu managen, sondern es geht darum, sie letztendlich einfach so gedacht durchzulieben und durchzubeten. Das ist das Entscheidende. Und dass man wirklich immer wieder guckt: Wo kann ich mich anpassen und wo kann ich mich eben nicht anpassen?
Und ich glaube, diese These, ich kann mich nirgendwo anpassen, halte ich für falsch. Das ist, wie du sagst, immer wieder ein Spannungsfeld. Wenn man beim Gottesdienst übrigens, wusstest du, dass ich aus einer Gemeinde komme, wo wir uns alle umarmt haben, und wir hatten keine Probleme damit? Allerdings hatten wir auch einen hohen Anteil an Verwandten untereinander, was es ein bisschen leichter gemacht hat, dass es insgesamt gut wird. Nur so als Hintergrund.
Ich finde es manchmal interessant, ich finde es ganz spannend, bei so Themen bestimmte Lieder, dies und jenes. Da merke ich, wenn ich in der Gemeinde bin, habe ich eine ganz bestimmte Vorstellung. Und dann bin ich außerhalb, in einer anderen Gemeinde, auf Freizeiten und Ähnliches, und ich habe etwas Spannendes festgestellt: Ich akzeptiere dort viel mehr, als ich in meiner eigenen Gemeinde akzeptieren würde. Also manchmal ist es gut, so einen etwas weiteren Blick zu haben.
Ich habe letztens vom Albrecht-Bengel-Haus einen Podcast gehört über den Gottesdienst der evangelischen Landeskirche Württemberg. Da wurde einfach mal referiert, wie das ist, und auch ein bisschen die Entwicklung dargelegt. Ich kann dir das Set bringen, aber wer es interessiert, der kann es mal nachhören. Aus landeskirchlicher Sicht halt. Die haben auch eine gewisse, aber relativ schlichte Liturgie. Jede Landeskirche hat eine andere, habe ich gelernt, und die Württemberger waren schon immer relativ schlicht. Das hat der auch ein bisschen reflektiert.
Also für mich habe ich daraus gelernt: Wichtig ist, woher du kommst. Du kannst diese Spannung aushalten und gehst nicht in die falsche Richtung, weil dein Herz auf Jesus ausgerichtet ist. Und wenn du auch Prinzipien hast, zum Beispiel dass ihr euch im Gottesdienst gegenseitig erbaut, als ein Prinzip, dann kommen andere Sachen raus.
Gegenkultur, soziale Verantwortung und öffentliche Themen
Wenn wir jetzt bei dieser Anpassung sind: Gegenkultur, das ist ein Wort, das mir unheimlich gut gefällt. Wo sollten wir uns vielleicht mehr als Gegenkultur wahrnehmen? Wo ist unser Herz?
Und klar, in der Anpassung ... Also in der Vorbereitung dieses Podcasts war das eigentlich so ein Thema, bei dem ich gemerkt habe: Doch, das gehört dazu. Wenn du mich das am Anfang gefragt hättest, wäre ich gar nicht so schnell darauf gekommen. Also da wäre für mich das, was man unter dem Begriff weltlich sagt. Wir wollen nicht weltlich sein, wir wollen möglichst abgesondert sein und so weiter.
Und dann habe ich gemerkt: Hey, wir haben uns als Gemeinde an manchen Punkten sehr angepasst. Da leben wir gar keine Gegenkultur oder fast nicht mehr. Und ich frage mich, ob das biblisch ist. Und du könntest mich natürlich fragen: Wie willst du das ändern? Ich kann dir noch nicht irgendwelche Änderungsvorschläge bringen, aber ich habe gedacht, ich würde erst einmal fragen, welche Bereiche du hier liest. Genau, ich habe gedacht, ich bringe erst einmal diese Bereiche.
Wenn wir die Propheten lesen, dann gibt es die Leute, die sind an Israel interessiert, die lesen dann die Sachen, die eher mit Israel zu tun haben. Und die anderen lesen eher: Ja, das ist ein Prophet, der mich herausfordert, Buße zu tun und so weiter. Was man nicht so im Blick hat, ist, dass die Propheten zwar leidenschaftlich zu Gott zurückrufen, aber ein ganz großes Thema ist wirkliches Recht und wirkliches Unrecht. Also das bringen sie tatsächlich.
Ich denke an Jesaja 5, da sagt Jesaja mal: Weh denen, die Haus an Haus reihen, Feld an Feld rücken, bis kein Raum mehr da ist und ihr allein ansässig seid mitten im Land. Also da geht es um Ausbeutung, das spricht er da an. Oder ich denke an Sacharja 7: Bedrückt nicht Witwe und Waise, den Fremden und den Elenden. Also da geht es um soziale Gerechtigkeit.
Und da muss ich ganz selbstkritisch sagen: Diese Themen kommen in meinen Predigten so gut wie gar nicht vor, da habe ich mich angepasst. Also man nimmt Missstände einfach so zur Kenntnis. Ich denke auch in dem Zusammenhang an ... Das ist eine Anklage, das ist ein himmelschreiendes Unrecht. Idea als Zeitschrift erinnert jede Woche daran, Seite drei, vier immer. Oder ich denke an diese Aktion Tausend plus, die machen eine sehr, sehr gute Arbeit. Aber das scheint in Gemeinden gar kein Thema zu sein. Also wahrscheinlich hat man da schon resigniert irgendwie.
Ich habe den Eindruck, ich muss mal aufpassen, wie ich es formuliere, so spontan, dass ich sage: Viele Gemeinden leben mehr so in ihrem eigenen kleinen Leben und gucken nicht nach außen. Man lebt die Woche für sich, man guckt, dass man das selber hinkriegt mit Arbeit, mit Schule, mit Familie und den eigenen Problemen, die man hat. Und da ist man froh, dass das in Ordnung ist, und das andere wird dann ausgeblendet. Ich habe den Eindruck, das ist gar kein Thema mehr.
Das glaube ich auch. Und auch, was in der Welt jetzt passiert. Ich denke, alle Sachen, die du angesprochen hast, sind in den Propheten drin. Die hatten immer den Blick in die Zukunft, aber auch zu Gott zurückzuführen und das Soziale, die hatten immer alles drin. Und bei uns ist, glaube ich, vielleicht das zu Gott noch am stärksten, mit Israel-Zukunft weniger und auch das Soziale weniger, weil man einfach eher als Individuum für sich lebt, habe ich den Eindruck. Ich schließe mich da bei vielen nicht aus. Kann sein.
Also ich denke zum Beispiel auch bei Abtreibung: Ich bin jetzt noch nie auf dem Marsch für das Leben gewesen. Also da ist ja massiv angegangen, sage ich mal, von Leuten, die das einfach stört. Ja, aber die Polizei ist da immer recht gut. Die ist inzwischen, das ist dann gut. Aber das, was ich höre, ist dann, dass man sagt: Ja, da sind ja auch Katholiken dabei. Das ist dann irgendwie die einzige Antwort, die es hier berechtigt.
Aber gibt es dann irgendwas anderes, wo man auch mal deutlich macht: Hey, ich bin dafür, dass Frauen, die in diesem Konflikt stehen, eine Hilfe geboten wird, dass sie dieses Kind nicht umbringen müssen. Und es gibt ja seit kurzem da dieses Gehsteiggesetz, also dass man Leute nicht ansprechen darf vor der Abtreibungsklinik. Das ist jetzt keine belastbare Aussage von mir, aber ich vermute mal, dass die meisten Leute, die es dann betrifft, Lebensrechtler sind, gar keine Christen, die da stehen. Ich glaube, dass es auch Christen geben wird, aber ich glaube, dass Lebensrechtler für Abtreibungsthematiken durchaus noch eine ganz andere Passion haben als wir als Christen.
Das sind ein Haufen Themen, wo wir uns angepasst haben, die wir gar nicht so präsent haben. Ich bin auf einiges gekommen, zum Beispiel: Wer redet denn noch über Reichtum und Ausbeutung von Armen oder über Rassismus, über Flüchtlinge? Sind das Themen, die mich noch beschäftigen? Wie gehe ich mit Flüchtlingen um, wenn Gott sagt: Habt den Fremden lieb? Was hat das für eine Relevanz?
Und ich fürchte, dass Christen sich oft angepasst haben, jetzt sage ich es mal sehr provokativ, an so Meckermeinungen. Ich meckere über das Sozialsystem, ich schimpfe über die Politiker, als dass ich für sie bete. Ich habe letztens gehört, dass in einer Gemeinde Leute nicht in die Gebetsstunde kommen, weil da ab und an für die Regierung gebetet wird. Haben Sie schon mal den Timotheusbrief gelesen? 1. Timotheus 2?
Ja, aber du kannst so reinkommen in eine gewisse Denke. Ich kann mir das echt vorstellen. Man kann doch für die Politiker beten, dass sie Buße tun, das ist das Minimum, da brauche ich doch nicht wegbleiben. Oder Weisheit zu haben in den Entscheidungen.
Oder ich habe auch den Eindruck, gerade selbstkritisch von konservativen Christen, dass man immer irgendwie das Negative betont, aber dass man nicht so im Blick hat: Hey, Gott hat diese Welt auch schön geschaffen, da ist so viel Schönes drin, für das ich Gott einfach sehr dankbar sein darf. Dann passe ich mich natürlich einer gewissen Spezies an, die ich vor allen Dingen bei YouTube in so Echokammern finde. Also vor allen Dingen negativ, die Dinge negativ bewerten.
Ja, würde ich jetzt gar nicht so streng sehen wie du, aber ich kriege es nicht so oft mit. Allerdings kriegst du natürlich mehr Mails oder mehr Aussagen, was das betrifft, so Dinge. Aber das Positive könnte, glaube ich, schon mehr gestärkt werden. Wenn man für etwas ist, dann wird man auch Dinge verändern. Und ich glaube, wenn du nur gegen etwas bist, wirst du es nicht. Du kommst halt schnell ins Negative, ins Meckern, ins Ohnwichtigfühlen herein, aber das war es dann, weil du hast ja nichts Positives, was du dagegen setzt. Ich glaube, man braucht immer bei solchen Dingen auch etwas Positives, was man dagegen setzt.
Und wenn man sich zum Beispiel über Politiker aufregt, wo man durchaus Gründe hat, es ist ja nicht so, dass es da keine Gründe gibt, dann würde ich sagen, hat man in der Bibel viele Politiker und auch Menschen. Paulus hat auch mit dem Festus und mit dem Felix gesprochen, die nun wirklich nicht harmlos waren. Die einen haben auf Bestechungsgelder gewartet, bis er ihnen endlich mal das Geld gibt, damit er aus dem Gefängnis kommt. Und es steht ja alles in der Bibel drin, und die haben diesen Kontakt aber nicht gescheut. Warum? Weil sie fürs Evangelium waren. Und ich glaube, wir reden hier über dieses Spannungsfeld.
Und deswegen sollte man sich nicht anpassen an die Gruppe von Staats- und Gesellschaftskritikern, also dass ich mich damit massiv identifiziere. Ich soll mich mit Christus identifizieren, das glaube ich, ist wichtig. Ich habe leider auch schon Christen mitgekriegt, die sich dann so viel damit beschäftigen, dass der Glaube leidet, dass sie von den Glaubensverhalten immer mehr wegkommen, weil das einfach so dermaßen viel Zeit frisst und so viel das Denken beschlagnahmt, dass sie für Gott immer weniger Zeit haben.
Ich finde es total traurig. Ich habe da Leute im Kopf, die wirklich gut liefen früher, und dann aber da in diesen Strudel reinkamen. Und dann das wieder: Geheimnis, das man wieder wo mitgekriegt hat, und diese Verschwörung und dieses und ... Da mag ja auch einiges stimmen, keine Frage. Aber was ich halt auch sehe: Sie kommen dann von Christus weg, wenn es extrem ist. Es gibt ja auch mildere Formen.
Also diese Anpassung sieht man immer noch einmal, dass man nicht den Kern des Evangeliums verlieren darf. Aber manchmal hat man es vielleicht verloren, weil man nicht mehr in Kontakt ist, oder das ist ja die Gefahr. Und ich glaube, das ist schon ein bisschen ein blinder Fleck. Also diese Sache, weil man es eben mehr auf das Weltliche bezieht, aber merkt: Hier haben wir uns schon sehr angepasst und gehen manchmal in Richtungen und denken dann, wir sind da absolut richtig. Und von außen würde man sagen: Ihr habt euch dem Denken einer bestimmten Gruppe sehr stark angepasst, ihr lebt gar keine Gegenkultur mehr.
Verpackung, neue Formen und der Blick auf Schönheit
Gegenkultur war jetzt das Thema. Vielleicht gibt es auch Dinge, wo wir uns anpassen sollen, sogar ausdrücklich. Das würde ich auf jeden Fall sagen. Ich würde das mal unterscheiden zwischen Kern und Schale. Wir haben viel über den Kern geredet, also darüber, was der Inhalt ist. Aber es gibt auch die Schale.
Der Inhalt muss gleich bleiben, die Verpackung kann sich mit der Zeit ändern. Sei flexibel in der Verpackung, würde ich sagen, achte aber auf den Inhalt. Zum Beispiel bei Einladungen für Gemeindeveranstaltungen: Kaum jemand nimmt sie an, wenn sie nicht entsprechend gestaltet sind. Es gab Missionswerke, die erst mal gesagt haben, es kommt auf den Inhalt an, bis sie gemerkt haben, dass sie nichts mehr loswerden. Da mussten sie selber gucken: Okay, das geht jetzt nicht mehr mit irgendwelchen Strichzeichnungen. Wir müssen schon die Dinge auch so verpacken, dass sie dem Evangelium in unserer Zeit auch würdig sind, würde ich in der Richtung sagen. Und dann konnten sie diese Dinge auch Stück für Stück wieder loswerden.
Wenn man in die Kirchengeschichte schaut, dann sieht man zum Beispiel Luther: Die revolutionäre Entdeckung des Buchdrucks hat er sofort aufs Evangelium gemünzt. Oder man sieht Whitfield, der auf der Straße gepredigt hat. Das war ein Unding damals, ja, durfte man nicht. Ein Pastor musste damals in der Kirche predigen. Genau, das war ein absoluter Skandal, und das hat er gemacht. Und wir benutzen heute YouTube. Also ich denke, da sollten wir uns anpassen an die Zeit und diese Möglichkeiten nutzen, solange wir sie noch haben. Es kann sein, dass wir sie irgendwann auch nicht mehr haben.
Oder: Gott liebt Schönheit, das sehen wir auch immer sehr deutlich in der Bibel. Ja, wir können auch manche traditionellen Gegenstände im Gemeindehaus mal ersetzen vielleicht und sie durch schönere Dinge ersetzen. Das ist dann natürlich relativ. Jetzt frage ich nachher, was da konkret gemeint ist, welche Ecke dir zu schmuddelig ist.
Es gibt ein englisches Buch, das fand ich interessant. Der Titel heißt übersetzt: Wer hat meine Kanzel weggetragen? Also es war ein Riesenproblem in der Gemeinde, dass die Kanzel jetzt gegen eine neue ersetzt wurde. Was jetzt ein hypothetisches Beispiel ist, oder? Ich finde die Höhenverstellbarkeit der Kanzel sehr gut. Ja, ich finde sie auch sehr gut, ja. Aber der Autor nimmt das zum Anlass, um zu zeigen: Man muss manche Veränderungen vorbereiten. In der Gemeinde war das aber ein Riesenproblem. Also die Kanzel war uralt, und das wollte man eben auch haben. Oder dass man eine zentrale Bibelstunde zum Beispiel auf Hauskreise umstellt. Das kann eine Anpassung bedeuten, aber es kann sogar mein geistliches Leben viel stärker fördern. Ältere Leute sind es nicht so gewohnt, für jüngere Leute ist das gar kein Problem.
Thema Kinderstunde: Vor zweihundert Jahren gab es keine Kinderstunde. Als Christ hast du dein Kind nicht in die Kinderstunde geschickt, weil sie nur für Nichtchristen war. Das ist kirchengeschichtlich gesehen eine neue Form. Also es gab immer Veränderungen, man weiß es bloß nicht. Oder auch bei Musik, das hatten wir schon angesprochen, dass man sich überlegt, was wollen wir. Wir bleiben oft stehen bei der Frage, was wollen wir nicht. Aber das hilft nicht wirklich weiter. Wir als Gemeinde haben uns ja darauf festgelegt, dass wir gesagt haben: Bei uns ist vor allen Dingen der Text des jeweiligen Liedes wichtig. Es mag auch andere Faktoren geben, die bei einzelnen Liedern noch da mitspielen, aber das ist mal so die grundsätzliche Aussage.
Und das finde ich schon wichtig, auch zu sagen: Gut, da wollen wir uns ein Stück weit anpassen. Was heißt anpassen? Also auch eine gewisse Grundlage geben, damit wir transparent machen können, wie hier unsere Entscheidungen laufen, und nicht prinzipiell sagen: Nur weil Dinge alt sind, sind sie gut, und weil Dinge neu sind, sind sie eben schlecht. Ja, also von daher. Und auch immer wieder zu schauen, wie bewertet die Bibel manche Themen, das muss man immer wieder auch sehen.
Mir sagte letztens im Blick auf Musik jemand, und ich fand das einen guten Gedanken, dass er sagt: Wenn ich meine Bibel lese, kommt Musik durchaus vor, aber sie ist nicht das zentrale Thema. Und er sagt: Ich habe bei manchen Gläubigen den Eindruck, oder bei so einer Person, da ist es das absolut zentrale Thema, um das sich alles andere dreht. Und ich glaube, das ist auch eine selbstkritische Frage. Meine Themen, wo ich neuralgisch bin, und die hat jeder: Welchen Stellenwert nimmt dieses Thema in der Bibel ein?
Und wenn wir jetzt bei dem Thema Musik mal bleiben, weil ich zufälligerweise, das ist wirklich nicht abgesprochen, mich in letzter Zeit mit diesem Thema so nebenher mal beschäftige, irgendwann habe ich geahnt, dass das aufkommen könnte. Ich habe ein Erlebnis, da wurde mir in der Woche erzählt, zum Beispiel von jemandem, der im Glaubensleben ein bisschen weiter von Gott weg war. Und dann hat er gesagt: Jetzt muss ich eine Worship-Zeit machen, also eine Zeit, wo ich in Liedern Gott anbete. Und ich würde sagen: Ja, ist gut, aber ich würde auch zum Wort zurückziehen, zum Gebet und zu anderen Dingen. Die stehen in der Bibel auch drin, auch mit Liedern. Aber da ist eine Verschiebung zu einem Mittel. Und ich glaube, man kommt auch, wenn man verschiedene Ansichten hat, miteinander reden, wenn man sich auf die Prinzipien der Schrift konzentriert.
Also für mich war es zum Beispiel ein Aha-Erlebnis, das ich im Buch gelesen habe, dass der gesagt hat: Funktioniert ein Gottesdienst denn auch ohne Musik? Also sprich: Haben die Lieder einen Text, der dich auch ohne Musik anspricht? Wenn er dich ohne Musik gar nicht anspricht, dann hat sich die Musik berührt, was auch gut ist. Also gerade heute Morgen, nein, heute Mittag habe ich einen englischen Song gehört, den ich nicht kannte, den habe ich erst heute kennengelernt. Da habe ich geweint, weil mich das so berührt hat. Ein Text, egal was, aber eine ganz andere Ebene.
Aber da kann man sich auch mit verschiedenen Ansichten dann begegnen, weil man sagt: Guck mal, wir haben jetzt im Prinzip Kolosser 3 zum Beispiel. Wir haben da die Prinzipien. Psalm 96 redet auch über Musik. Werden diese Prinzipien mit dieser Art auch transportiert? Oder was für Gefahren gibt es für? Und ich glaube, dann kann man sich auch nahe kommen und verstehen. Genau, weil du da triffst du dich im Grunde genommen in der Schrift ja und überlegst auch, welchen Schwerpunkt haben diese Themen und was wird zu diesen Themen gesagt.
Naja, Anpassung ja, Einladung für Gemeindeveranstaltungen, Buchdruck, noch andere Beispiele? Oder das war so, das waren so die wesentlichen Dinge, denke ich, zu diesem Thema. Vielleicht, wenn ich es noch mal zusammenfasse: Man muss sich einfach fragen, wird hier der Inhalt des Evangeliums angepasst oder ist es nur die Prägung? Ja, also ist es die Prägung und Verpackung oder ist es der Inhalt? Und wenn es um die Anpassung des Evangeliums an das Denken unserer Zeit geht, also vom Inhalt her, dann ist Vorsicht geboten. Also ich würde mal sagen, diese Anpassung passt nicht.
Und wenn es um Anpassung geht, wo es nur um Verpackung geht, dann ist es gut, wenn man offen darüber redet, das Thema eben mit einer großen Portion Nachsicht angeht. So, und nicht sinnvoll ist es aber, wenn äußere Anpassungen eben herbei... Wenn man die herbeiführen will und die meisten in der Gemeinde sind noch nicht bereit, dann ist es wichtig, dass ich Rücksicht nehme, auch auf die Einzelnen, bis eben die Zeit der Anpassung gekommen ist. Also wenn ich es mal zusammenfassen würde: Vorsicht, Nachsicht, Rücksicht, das sind so gute Reaktionen auf die entsprechenden Herausforderungen dann.
Schlussgedanken und Ausblick
Ein schönes Wort: Vorsicht. Also, die Absonderung, Nachsicht ist eher die Anpassung, und Rücksicht haben wir heute nicht so gemacht. Aber dass die Leute mitkommen müssen, machen auch einige falsch. Das ist aber nicht das Thema von heute.
Ein schönes Fazit. Und gut merkbar: Vorsicht, Nachsicht, Rücksicht.
Ja, das war der Podcast der evangelischen Freikirche Evangelium für alle in Stuttgart, heute über Anpassung und Absonderung. Wir hoffen, ihr habt einen Impuls für euch mitnehmen können und könnt auch die Art von Veränderungen besser unterscheiden, was da jetzt gut ist und was schlecht ist. Nur weil etwas neu ist, ist es nicht gut, und nur weil etwas alt ist, ist es auch nicht automatisch gut. Es kommt dann schon auf den Inhalt an. Da muss man dann schauen. Und wie reagiere ich darauf?
Wenn ihr Fragen habt, über die wir sprechen sollen, gerne auch mal vertiefend, könnt ihr auch sagen: Oh, der Punkt, der würde mich jetzt aber noch mehr interessieren. Schreibt uns doch einfach an podcast@efa-stuttgart.de.
Und wir wünschen euch Gottes Segen.

