Hoffnung
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Serie•Teil 5 / 5LebenPlus
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Editorial und thematische Hinführung
Seniorenmagazin Leben plus zum Thema Hoffnung
Editorial
Was hat uns nicht alles im Vorfeld dieser Ausgabe von Leben plus beschäftigt? Hoffentlich wird deutlich, dass es eine Hoffnung gibt, die begründet ist. Hoffentlich berühren die Geschichten von Menschen und ihren Initiativen. Hoffentlich können wir mit den Artikeln tatsächlich Hoffnung wecken.
Es ist unsere tiefe Überzeugung, dass Hoffnung weit mehr sein muss als unser vages Hoffentlich. Wir stoßen immer wieder an die Grenzen unserer Möglichkeiten, unsere Zukunft zu gestalten. Spätestens im Alter wird uns das bewusst.
Wie gut ist es dann, mit Gott erfüllt älter werden zu können. Er macht den Unterschied, wenn es nicht nur um Optimismus geht, sondern um eine feste Zuversicht.
Das zu entdecken, wünscht Ihnen Ihr Leben-plus-Team.
Hoffnung zwischen Krise und Zuversicht
Hoffnung mehr als Optimismus
In einer Welt voller Krisen und Katastrophen hat es die Hoffnung schwer. Gleichzeitig zeigen uns gerade die ungelösten Probleme des Lebens, wie sehr wir eine Hoffnung brauchen, die uns in dunklen Stunden nicht verlässt.
Was zeichnet eine solche Hoffnung aus? Worauf darf ich hoffen? Diese Frage stellte sich schon der Philosoph Immanuel Kant vor gut dreihundert Jahren, und sie ist auch heute noch von großer Bedeutung.
Wir leben in einer Zeit, in der sich bereits junge Menschen entmutigt als die letzte Generation bezeichnen. Fast täglich berichten die Nachrichten über Krieg in Europa, den Klimawandel oder die wachsende Terrorgefahr. Worauf können wir also in Zukunft noch hoffen?
Wenn wir älter werden, wird diese Frage meist zu einer sehr persönlichen. Worauf kann ich selbst noch hoffen, wenn mehr Vergangenheit hinter mir liegt als Zukunft vor mir? Welche Möglichkeiten, Chancen und vielleicht sogar Neuanfänge bieten sich mir noch?
Im Alter richtet sich unser Hoffen daher meist weniger auf das Gute, das noch kommen könnte. Viel stärker rückt in den Mittelpunkt, was uns an Gutem von früher geblieben ist und was wir deshalb bewahren wollen. Dabei können sich Hoffen und Bangen zum Verwechseln ähnlich sein. Hoffentlich kann ich noch möglichst lange selbst Auto fahren, hoffentlich kommen mich meine Kinder und Enkelkinder bald wieder besuchen, hoffentlich bin ich gut versorgt, wenn die Kräfte weiter nachlassen.
Einerseits gibt es also viele Gründe, die uns immer wieder ein Stück Hoffnung nehmen können, global wie persönlich. Andererseits geht es ohne Hoffnung auch nicht. Wir brauchen sie gerade in schwierigen Zeiten, um nicht resigniert aufzugeben. Nur wer noch etwas vom Leben erwartet, steht morgens auf und macht weiter. Mehr noch: Gerade das Schwere, Schreckliche und Ungewisse weckt in uns die Sehnsucht nach einer besseren Zukunft, egal wie alt wir sind.
Wir brauchen Hoffnung. Nicht hoffen ist ein bisschen wie sterben. Das bringt es Steffen Kern in seinem Buch „Hoffnungsmensch“ auf den Punkt. Ohne Hoffnung sehen wir nur das Negative, wir verstärken unsere Ängste und kultivieren unseren Ärger. Wir fühlen uns als Opfer unserer Umstände oder kommen zu dem Schluss, dass früher alles besser war. Hoffnung dagegen lässt aufatmen, nach vorn schauen und mutig handeln.
Allerdings nur, wenn sie nicht allein auf Optimismus beruht. Denn es kann sehr anstrengend sein, sich immer wieder dafür zu entscheiden, positiv zu bleiben, besonders wenn die aktuellen Lebensumstände eigentlich keinen Anlass dazu geben. Hoffnung aber tröstet, wenn wir sie am meisten brauchen, in schweren Zeiten. Denn Hoffnung unterscheidet sich in einem ganz wesentlichen Punkt von Optimismus.
„Hoffnung ist begründet, nun ist aber eine Hoffnung, die sich bereits erfüllt hat, keine Hoffnung mehr“, schrieb schon der Apostel Paulus im Römerbrief, einem Teil des Neuen Testaments der Bibel. Demnach entspricht es dem Wesen von Hoffnung, mit Zuversicht etwas Gutes zu erwarten, das noch nicht da ist. Dies wird uns aber nur gelingen, wenn wir die Gewissheit haben, nicht vergeblich zu hoffen.
Ein wichtiges Merkmal von Hoffnung ist deshalb, dass sie auf handfesten Gründen beruht. Denn dann kann sie sich natürlich entwickeln, ohne viel Kraft zu kosten. Nur dann kann sie in schweren Zeiten Trost spenden. Hoffnung, die begründet ist, nimmt der Ausweglosigkeit ihre Macht. Deshalb ist sie, anders als vager Optimismus, nicht von unserer Willenskraft abhängig. Auch das wird bei Paulus im Römerbrief deutlich. Er selbst trug eine so große Hoffnung in sich, dass sie sogar über den Tod hinausreichte. Mehr noch, er kam zu dem Schluss, dass sein gegenwärtiges Leiden nicht ins Gewicht fällt im Vergleich zu der Freude, die er eines Tages erleben wird.
Woher aber nahm Paulus diese Zuversicht? Wie konnte er sogar die Hoffnung auf ein besseres Leben nach dem Tod begründen? Paulus war sich sicher: Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein? Er, der sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat, wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken?
Paulus vertraute auf Gottes Fürsorge, und das aus gutem Grund. Er wusste, dass wir die Zukunft nicht in der Hand haben. Gleichzeitig war er sich der Tatsache bewusst, dass Gott seinen Sohn Jesus Christus sterben und auferstehen ließ, um für uns den Tod zu besiegen. So ermöglicht er uns ein neues ewiges Leben.
Dabei kommt ein weiteres Merkmal von echter Hoffnung zum Tragen. Hoffnung rechnet mit neuen Möglichkeiten. Das Herz des Menschen denkt sich seinen Weg, doch der Herr lenkt seinen Schritt, stellte schon der weise König Salomo im biblischen Buch der Sprüche fest. Eine Erkenntnis, die gerade in Bezug auf Hoffnung von Bedeutung ist. Sie kann uns helfen zu verstehen, dass wir uns wahre Hoffnung letztlich nicht selbst geben können. Gott aber lädt uns ein, unser Schicksal in seine guten Hände zu legen. Er will uns durch eine vollkommen neue Perspektive für die Zukunft trösten und Hoffnung schenken, wo Schmerz, Angst und Not sind.
Doch dazu braucht es einen ersten mutigen Schritt auf Gott zu. Denn nur wer ihn wagt, wird wissen, ob diese Hoffnung wirklich trägt. Glücklich ist, wer seine Hoffnung auf den Herrn setzt, auf seinen Gott. Himmel und Erde hat er gemacht, das Meer und alles, was sich darin bewegt, für alle Zeit hält er an seiner Treue fest.
Der Gott der Hoffnung im Porträt
Gott als Ursprung begründeter Hoffnung
Der Gott der Hoffnung im Porträt
Gott ist unsichtbar. Deshalb glauben viele Menschen, man könne nichts Konkretes über ihn sagen. Dabei hat Gott selbst auf viele Fragen, die sein Wesen betreffen, eine einzigartige Antwort gegeben.
Glauben Sie an Gott? Die Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland kam 2024 anhand verschiedener Umfragen zu dem Ergebnis, dass erstaunlich viele Menschen diese Frage mit Ja beantworten. Jedoch dachten dabei viele der Befragten eher an eine diffuse höhere Macht als an einen persönlichen Gott. Woher soll man auch wissen, wie Gott wirklich ist, wenn er doch für uns unsichtbar ist?
Im Gegensatz dazu betont die Bibel, dass Gott erfahrbar ist, dass er sich für uns Menschen interessiert und leidenschaftlich um unser Vertrauen wirbt. An einer Stelle wird er sogar als „Gott der Hoffnung“ bezeichnet, der uns Freude, Frieden, Kraft und Zuversicht schenken will. Was hat er damit auf sich? Kann man also doch mehr über Gott wissen, als man auf den ersten Blick vermuten würde? Kann man ihm vielleicht sogar vertrauen und dadurch in ihm echte Hoffnung finden?
Vor langer Zeit hat Gott selbst auf all diese Fragen eine ganz besondere Antwort gegeben: seinen Sohn Jesus Christus. Er wurde Mensch, um uns Gott im wahrsten Sinne des Wortes näherzubringen. Dies galt nicht nur den Menschen, die Jesus damals hautnah erlebt haben. Auch heute noch können wir durch Jesus Christus Gott persönlich kennenlernen und darin eine Hoffnung finden, die sich spürbar auf unseren Alltag auswirkt.
Doch was war an Jesus so besonders? Verborgen und doch für uns erkennbar. Gott hat beschlossen, mit der ganzen Fülle seines Wesens in ihm zu wohnen, erklärt Paulus in Kolosser 1,19. Jesus lebte als Mensch auf der Erde und war zugleich ganz Gott. Kaum vorstellbar, und doch ist Jesus das Ebenbild des unsichtbaren Gottes. In ihm hat sich der verborgene und unsichtbare Gott für uns sichtbar gemacht. „Wer mich sieht, der sieht den Vater“, hat Jesus selbst einmal gesagt.
Jesu Worte sind also Gottes Worte, sein Handeln Gottes Tun. Wenn wir uns mit Jesus Christus beschäftigen, können wir also mehr über Gott erfahren, zum Beispiel indem wir in der Bibel und besonders im Neuen Testament lesen. Es enthält Informationen aus erster Hand aus der Zeit, die Jesus auf der Erde verbracht hat.
Was können wir von Jesus über Gott lernen? Anspruchsvoll und doch uns gnädig. Jesus zeigte, wie Gott sich unser Menschsein eigentlich vorstellt. Mit Worten erklärte er den Willen Gottes für unser Leben, in seinem Handeln lebte er ihn selbst vor. Dabei konnte jeder, der Jesus erlebte und ehrlich zu sich selbst war, erkennen: Die Welt ist eine bessere, wenn wir uns an das halten, was Jesus verkörpert.
Gleichzeitig kann ich selbst diesem Anspruch Gottes niemals wirklich gerecht werden. Petrus bittet bei seiner ersten Begegnung mit Jesus sogar eindringlich: „Herr, gehe von mir hinweg, denn ich bin ein sündiger Mensch.“ Obwohl Jesus zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht über Sünde gesprochen hatte, wusste Petrus instinktiv um seinen inneren Zustand. Ihm war klar: So, wie ich bin, kann ich nicht in Gottes Nähe sein.
So führte Jesus den Menschen vor Augen, dass uns unsere eigene Unzulänglichkeit von Gott und von dem Leben trennt, das er für uns vorgesehen hat. Denn so sehr wir uns auch bemühen, ein guter Mensch zu sein, an seinem Anspruch werden wir immer wieder scheitern. Doch gerade in unserem Versagen erweist er sich als Gott der Hoffnung, denn Gott hat durch seinen Sohn Jesus Christus eine einzigartige Möglichkeit geschaffen, wie er uns trotzdem gnädig sein kann. Christus, der ohne Sünde war, nahm unsere Schuld auf sich. Gott hat ihn an unserer Stelle als Sünder verurteilt, sodass wir uns jetzt vor ihm auf Jesus berufen können. Und Gott spricht uns Vergebung zu, wenn wir ihm unsere Schuld bekennen. Gott gibt uns nicht auf, sondern er ist bereit, mit uns neu anzufangen. Darin besteht die Hoffnung, die Gott uns durch Jesus Christus schenkt.
Doch was heißt das nun für unser Leben und unseren Alltag, unbegreiflich groß und doch uns nah? „Was ist der Mensch, dass du an ihn gedenkst?“, fragt sich David in Psalm 8, während er die Sterne am Himmel beobachtet und versucht zu erfassen, wie unermesslich groß Gott ist. Dieser Gott, der die Welt erschaffen hat, der das Leben gibt und der alles in seiner Hand hat, will uns durch Jesus Christus ganz nah sein.
Wer das erkannt hat und Jesus vertraut, bekommt von ihm einen Frieden geschenkt, den es nirgendwo sonst gibt: Frieden mit Gott. Denn dann ist klar: Dieser große Gott liebt mich ganz persönlich, und er steht zu mir. Er nennt mich sein Kind, und ich darf Vater zu ihm sagen. Bei ihm finde ich Trost, Geborgenheit und eine begründete Hoffnung für die Zukunft. All das zeigt und erfüllt sich in Jesus Christus, dem Sohn Gottes.
Fünfhundertsiebzig Jahre Gutenbergbibel
Technik, Geschichte und geistliche Spuren der Hoffnung
Fünfhundertsiebzig Jahre Gutenbergbibel
Die Erfindung des Buchdrucks
So wie heute das Internet die Medienlandschaft entscheidend verändert, hat vor gut 570 Jahren die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg den Umgang mit Wissen und Bildung revolutioniert. Bis dahin mussten Bücher mühsam, teuer und zeitaufwendig von Hand abgeschrieben werden. Deshalb waren sie vor allem dem Adel, den Klöstern und den Universitäten vorbehalten. Nun aber konnten Bücher vergleichsweise günstig und schnell in grosser Zahl gedruckt werden. Viel mehr Menschen erhielten Zugang zu Büchern und damit zur Bildung.
Doch was genau hat Gutenberg eigentlich erfunden?
Johannes Gutenberg wurde um 1400 in Mainz geboren, als Sohn einer wohlhabenden und gebildeten Familie. Um 1430 zog Gutenberg nach Straßburg und begann als ausgebildeter Goldschmied, mit verschiedenen Techniken der Metallverarbeitung zu experimentieren. Dabei ließ er sich von bereits existierenden Drucktechniken inspirieren, bei denen ganze Seiten aus Holz geschnitzt und anschließend gedruckt wurden. Diese waren jedoch zeitaufwendig und für die Massenproduktion nicht geeignet.
Eine erste wichtige Innovation Gutenbergs war die Erfindung von beweglichen Metallbuchstaben, die als austauschbare und wiederverwendbare Stempel dienen sollten. Dabei kamen ihm seine Fähigkeiten als Goldschmied zugute. Um die Buchstaben aus Metall gießen zu können, entwickelte er spezielle Formen und Schablonen, sogenannte Matrizen. Diese Matrizen, auch Punzen genannt, waren im Gegensatz zu den bisherigen Verfahren haltbar und konnten in beliebiger Reihenfolge angeordnet werden.
Druckpresse, Tinte und Papier
Mithilfe einer umgebauten Weinpresse gelang es Gutenberg schließlich, einen gleichmäßigen Druck auf das Papier auszuüben. Außerdem entwickelte er einen Rahmen, mit dem die metallischen Buchstaben zu ganzen Seiten zusammengefügt und fixiert werden konnten. Eine spezielle Tinte auf Ölbasis, die besser auf Metall haftete und schärfere Abdrücke auf dem Papier hinterließ, verfeinerte zudem das Druckbild. Außerdem war sie haltbarer und verschmierte weniger als die zuvor verwendete Tinte auf Wasserbasis.
Gleichzeitig experimentierte Gutenberg mit verschiedenen Papiersorten und Pergamenten, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Sie mussten robust genug sein, um den Druckprozess zu überstehen, und gleichzeitig eine gute Druckqualität liefern.
Die Gutenbergbibel
Um das Jahr 1452 hatte Gutenberg seine Techniken schließlich so weit ausgereift, dass er mit dem Druck seiner zweiundvierzigzeiligen Bibel beginnen konnte, die heute als Gutenbergbibel bekannt ist. Innerhalb von drei Jahren erstellte Gutenberg etwa 180 Exemplare, die er im Jahr 1455 veröffentlichte. Dabei umfasste jede Bibel 1.282 Seiten, die in zwei Bänden gedruckt wurden. Anschließend wurden sie mit dekorativen Initialen, Randverzierungen und künstlerischen Elementen versehen, um sie wie handgeschriebene Manuskripte aussehen zu lassen.
Der Bibeldruck war eine enorme technische Herausforderung, die die Leistung und die Effizienz seiner Erfindung unter Beweis stellte. Die große Nachfrage nach Bibeln brachte Gutenberg schließlich auch wirtschaftlichen Erfolg.
Grundstein der Reformation
Die Erfindung des Buchdrucks war nicht nur eine technische Meisterleistung. Sie legte den Grundstein dafür, dass Wissen und Bildung einem viel größeren Personenkreis zugänglich wurden, und sie hatte entscheidenden Einfluss auf den Verlauf der Reformation.
Gutenberg selbst starb zwar bereits im Jahr 1468 und damit fast fünfzig Jahre vor der Veröffentlichung der fünfundneunzig Thesen Martin Luthers im Jahr 1517. Der von Gutenberg erfundene Buchdruck machte es jedoch zum einen schon vorher möglich, dass immer mehr Menschen eine Bibel besitzen und lesen konnten. Zum anderen wäre die schnelle Verbreitung von Luthers Schriften und später auch der Bibel in deutscher Sprache ohne Gutenbergs Erfindungen undenkbar gewesen.
Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie die Erfindung des Buchdrucks und die Übersetzung der Bibel durch Luther geschichtlich zusammenhängen? Dann lesen Sie weiter auf unserem Blog unter magazin-lebenplus.de//hoffnung Schrägstrich Buchdruck Von guten Mächten wunderbar geborgen
Von guten Mächten wunderbar geborgen
Alte Texte neu entdecken
Dieses bekannte Gedicht strahlt trotz vieler Anspielungen auf dunkle Erfahrungen Ruhe, Wärme und Zuversicht aus. Dietrich Bonhoeffer schrieb es im Advent neunzehnhundertvierundvierzig aus seiner engen Zelle in Berlin an seine Verlobte Maria von Wedemeyer. Was ihn gehalten und getragen hat, kann auch uns Hoffnung geben.
Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr.
Es ist so tröstlich, von nahen Verwandten und Freunden umgeben zu sein, die mir in schweren Zeiten beistehen. Vor allem ist es Gott, der mit seiner guten Macht der Schützende ist. Bei ihm will ich mich auch in Zukunft bergen.
Noch will das Alte unsere Herzen quälen, noch drückt uns böser Tage schwere Last. Ach Herr, gib unseren aufgeschreckten Seelen das Heil, für das du uns geschaffen hast!
Oft ist es etwas aus der Vergangenheit, das schwer auf mir lastet und das ich meiner bemächtigen will. Ich gebe es an Gott ab, um frei zu sein für eine heilvolle Zukunft, für die er mich bestimmt hat, als er mich ins Leben rief.
Und reichst du uns den schweren Kelch, den Bittern des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand, so nehmen wir ihn dankbar, ohne Zittern, aus deiner guten und geliebten Hand.
Hier zögere ich, mir diese Worte zu eigen zu machen. Aber auch ich will lernen, in diesem dankbaren Vertrauen auf Gott zu leben, ein Vertrauen, das auch in den schwersten Tagen die liebende Hand Gottes wahrnimmt.
Doch willst du uns noch einmal Freude schenken an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz, dann wollen wir des Vergangenen gedenken, und dann gehört dir unser Leben ganz.
Was auch immer mir widerfährt, ich will den Blick bewahren für das, was gut ist und was gut werden kann. Nicht nur in schweren Zeiten, sondern auch in den guten Tagen soll mein Leben Gott ganz gehören.
Lass warm und hell die Kerzen heute flammen, die du in unsere Dunkelheit gebracht, für, wenn es sein kann, wieder uns zusammen. Wir wissen es: Dein Licht scheint in der Nacht.
Wie gut tut mir das Licht in dunklen Stunden und wie gut die vertraute Gemeinschaft lieber Menschen. Es ist Gottes Hoffnung weckendes Licht in der sonst so trostlosen Nacht, das mir Mut macht.
Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet, so lass uns hören jenen vollen Klang der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet, all deiner Kinder hohen Lobgesang.
In der Stille kann ich hören, was sonst oft untergeht. Ich kann wahrnehmen, was aus einer anderen Welt, der Welt Gottes, kommt. Wie klangvoll schön ist es, auf diese Weise beim Wesentlichen zu sein, dass die Seele sowohl vertieft als auch geweitet wird.
Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.
Was auch immer mich trösten mag, es ist Gott selbst, der mit seiner Gegenwart mich zuversichtlich weitergehen lässt, Schritt für Schritt, Tag für Tag. Gott ist bei uns, hat einen Namen: Immanuel. Jesus ist dieser Name gegeben. Wer an ihn glaubt und ihm sein Leben anvertraut, darf sicher wissen: Gott ist bei mir an jedem neuen Tag.
Einen Artikel zu weiteren inspirierenden Gedichten von Dietrich Bonhoeffer finden Sie in unserem Blog unter magazin-lebenplus.de//hoffnung//bonhoeffer
Eine kleine Geschichte der Hoffnung
Eine kleine Geschichte der Hoffnung
Das Thema Hoffnung taucht nicht nur in unseren Alltagsgesprächen auf, sondern war auch schon immer ein Thema in der Philosophie. So wie wir heute darüber sprechen, haben Philosophen im Lauf der Geschichte darüber nachgedacht. Hier nun einige Beispiele.
Am besten erhofft man nicht zu viel, damit man nicht enttäuscht wird. In der Antike standen vor allem die Stoiker der Hoffnung kritisch gegenüber. Sie galt ihnen als eine gefährliche Selbsttäuschung.
Lebe so gut, dass du am Ende mit Glück rechnen kannst. Für Immanuel Kant, gestorben 1804, war die Aussicht auf die Unsterblichkeit der Seele etwas, das den Menschen zu sittlichem Fortschritt anspornen sollte. Er solle sich als glückswürdig erweisen.
Die Menschheit muss zwar handeln, aber eine hoffnungsvolle Zukunft ist nicht zu erwarten. Dieses Weltgefühl der Hoffnungslosigkeit findet sich in der Philosophie von Friedrich Nietzsche, gestorben 1900, bis Albert Camus, gestorben 1960.
Die Hoffnung auf eine bessere Welt soll uns zum Handeln motivieren. Für Ernst Bloch, gestorben 1977, ging es bei dem Prinzip Hoffnung um ein weltveränderndes Handeln in unserer Zeit, also um ein Menschheitsprojekt.
Das Christentum hat das Hoffnungsverständnis in der Antike einschneidend verändert, mit einer Wirkung, die weit reichen und erst in der Moderne nachlassen sollte, so Professor Doktor Jonas Gretlein, der an der Universität Heidelberg klassische Philosophie lehrt. Er hat aufgezeigt, dass es insbesondere die Hoffnung auf die Auferstehung war, die den entscheidenden Unterschied machte.
Das musste der Theologe Paulus schon früh feststellen, als er in Athen auf die Anhänger Epikurs und die Stoiker traf. Denn als Paulus von der Auferstehung der Toten sprach, lachten ihn einige seiner Zuhörer aus. Ihre Philosophie und der christliche Glaube waren offenbar unvereinbar.
Wie sehr die Hoffnung auf eine Auferstehung die treibende Kraft war, zeigte sich in der frühen Christenheit.
Erstens: Die christliche Botschaft breitete sich im gesamten Mittelmeerraum aus. Die begeisternde Hoffnung, die die Christen in sich trugen, konnten sie nicht für sich behalten.
Zweitens: Die römischen Kaiser sahen die Christen immer wieder als Bedrohung für ihre Autorität. Das führte zu ihrer Verfolgung und oft auch zu ihrer Hinrichtung. Es war die Hoffnung, die die Christen standhaft machte.
Drittens: Weil die Christen die Hoffnung auf das ewige Leben hatten, konnten sie ihr irdisches Leben riskieren, um es in Liebe für andere einzusetzen.
Nur ein Beispiel: Ephraim der Syrer, circa 306 bis 373, errichtete Spitäler für die Kranken, als die Stadt Edessa von der Pest heimgesucht wurde. Die Christen nahmen sich in einer historisch völlig neuen Weise der Not ihrer Mitmenschen an, ohne zu unterscheiden, ob sie zu ihrer Gemeinschaft gehörten oder nicht.
Diese Grundhoffnung der Christen hat sich in den folgenden Jahrhunderten bis heute erhalten. Das zeigt das Wachstum der Kirche Jesu auf allen Kontinenten. Gerade die vielen sozialen Einrichtungen weltweit, aber auch Bildungs- und Forschungsinitiativen, haben ihren Ursprung in christlichen Pionieren. Ihr Glaube gab ihnen eine positive und hoffnungsvolle Sicht auf die Zukunft. Diese Hoffnung hat auch in unserer Zeit nichts von ihrer Kraft verloren.
Hoffnung: eine motivierende Kraft.
Normalerweise verbinden wir Hoffnung mit dem, was wir uns wünschen oder erwarten. Sollten wir also abwarten, ob sich das Gewünschte erfüllt? Im Gegenteil: Gerade Hoffnung ist die treibende Kraft, die uns aktiv handeln und Chancen ergreifen lässt.
Die meisten sozialen Initiativen haben eines gemeinsam: Am Anfang steht die Hoffnung, einen guten und wichtigen Beitrag für die Menschen in unserer Gesellschaft leisten zu können. Sei es die Gründung einer neuen Kindertagesstätte, einer integrativen Arbeit für Geflüchtete oder der Start eines Seniorentreffs.
Warum ist die Hoffnung so kraftvoll? Hoffen ist ein Tuwort. Hoffen motiviert uns nicht nur, etwas zu tun, das Hoffen selbst ist bereits etwas Aktives. Es braucht einen inneren Ruck.
Manchmal ermutigen uns Menschen in unserer Umgebung dazu, sei es, dass sie uns beistehen, die richtigen Worte finden oder ganz einfach praktisch helfen. Aber letztlich müssen wir eine aktive Entscheidung treffen: Ich will hoffen. Ich werde diese Haltung der Hoffnung einüben.
Etwa so, wie es der König David tat, als er sich sagte: Hoffe auf den Herrn. Sei stark und fasse neuen Mut, setz deine Hoffnung auf den Herrn. David setzte sein Vertrauen auf Gott und überließ sich damit seiner gütigen Hand. Solche Hoffnung gibt Stärke und Mut, um auch bei Schwierigkeiten durchzuhalten.
Hoffnung hat etwas Trotziges. Hoffnung ist das hartnäckige Trotzdem, gerade dann, wenn es schwierig wird oder wenn etwas ausweglos erscheint. Wir finden uns nicht damit ab, wie es ist. Es soll sich etwas ändern, und sei es nur die innere Haltung, die sich der Schwermut und der Lethargie entgegenstemmt. Beispiele dafür gibt es viele.
Eines ist der jüdische Neurologe und Psychiater Viktor Frankl, 1905 bis 1997. Er hat eindrucksvoll beschrieben, was er in vier Konzentrationslagern, darunter Auschwitz, erlebt hat und welch große Rolle die Hoffnung für die psychische Widerstandskraft und das Überleben im Lager gespielt hat. Deshalb trägt sein Buch den Titel: Trotzdem Ja zum Leben sagen.
Welchen Einfluss gerade der Glaube auf diese Trotzdemhoffnung hat, beschreibt der Musiker Asaf in der Bibel. Er sah das Glück derer, denen Gott egal war. Er selbst dagegen erlebte nur verstörendes Leid, und doch betete er: Trotzdem bleibe ich immer bei dir, du hast mich an die Hand genommen, du führst mich nach deinem Plan. Ich aber bekenne: Gott nahe zu sein, ist gut für mich.
Sich so der Hand Gottes zu überlassen, war auch die Überzeugung, die Dietrich Bonhoeffer getragen hat. Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern auf ihn verlassen.
Hoffnung motiviert zum Handeln. Im Grunde können wir ohne Hoffnung nichts anfangen, nichts durchhalten, nichts fertig kriegen. Wir täten nichts, würden wir nicht hoffen, so Michael Herbst.
Auch wenn der Anfang noch so klein ist, der größte Bau beginnt mit dem ersten Spatenstich. Durchhalten, schon das Leben selbst erfordert hoffnungsvolle Durchhaltekraft. Fertig kriegen, das ist das Ziel, das es zu feiern gilt. Wir brauchen einen Blick für das, was werden kann. Das ist umso mehr möglich, wenn wir spüren, dass Gott am Werk ist.
So wie Gott die Israeliten in der Gefangenschaft in Babylon ermutigt hat: Schaut her, ich schaffe etwas Neues. Es beginnt schon zu sprießen, merkt ihr es denn nicht? Allein diese Aussicht macht Mut, den nächsten Schritt zu tun und dann weiter einen Schritt nach dem anderen, nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Hoffnung ist anpassungsfähig. So sehr uns die Hoffnung auch zum Handeln motiviert, ist es dennoch ein trügerisches Versprechen, dass wir alles schaffen können und bekommen, was wir uns wünschen. Gerade im Alter wird uns oft schmerzlich bewusst, dass manches nicht mehr geht. Aber Hoffnung erweist sich als erstaunlich dynamisch und anpassungsfähig.
Das können wir erleben, wenn wir flexibel und lernwillig bleiben, und sei es, dass wir uns eingestehen müssen, dass lange Autofahrten nichts mehr für uns sind, aber dankbar sind für die Aussicht, uns weiterhin sicher im näheren Umkreis bewegen zu können. Mit jeder möglichen Alternative verbinden wir Hoffnung.
Hier bewahrheitet sich: Das Leid lehrt, standhaft zu bleiben, die Standhaftigkeit lehrt, sich zu bewähren, die Bewährung lehrt, zu hoffen. Es sind nicht Angst und Verzweiflung, die uns aufstehen lassen, es ist die Hoffnung.
Was bleibt, sind Glaube, Hoffnung, Liebe. Diese drei gehören zusammen und bedingen einander. Der Glaube hält sich an Gott fest und vertraut darauf, dass er zu dem steht, was er zugesagt hat. Daraus erwächst die Hoffnung, in der Hand Gottes zu sein und mit ihm eine Zukunft zu haben, die sich auf jeden Fall am Ende als herrlich erweisen wird. Es ist diese Zuversicht, die uns frei macht für die Liebe, die sich hier und jetzt für Menschen einsetzt. Das bereichert andere, aber auch uns selbst. Das ist erfülltes Leben.
Von der Hitlerjugend bis zum Bibellesebund
Hoffnung im persönlichen Zeugnis und im Alltag des Älterwerdens
Von der Hitlerjugend bis zum Bibellesebund
Interview mit Karl Schäfer
Karl Schäfer war jahrzehntelang Generalsekretär des europaweiten Bibellesebundes, der auf vielfältige Weise zum Lesen der Bibel ermutigen will. Siegfried Lefering sprach mit ihm.
Liebe Herr Schäfer, Sie wurden 1933 in Süddeutschland geboren. Wie haben Sie Ihre Jugend erlebt?
Ich bin in der Hitlerdiktatur groß geworden. Ich gehörte zur Hitlerjugend und war begeistert dabei. Ich wollte unbedingt Kampfpilot werden. Als ich elfeinhalb war, ging der Krieg zu Ende, Kapitulation. Für mich war das die Katastrophe. Ich wusste nicht mehr, worauf ich mich verlassen konnte. Was sollte jetzt noch der Sinn des Lebens sein? Warum hing denn alles an der Idee und dem Erfolg des Dritten Reiches? Ich hatte nichts anderes kennengelernt, und ich hatte keine Ahnung, was sonst noch Sinn machen könnte.
Doch dann hatte ich ein merkwürdiges Erlebnis. Eine Klassenkameradin erzählte mir aus dem Religionsunterricht noch während des Krieges die Auferstehungsgeschichte von Jesus. Ich herrschte sie an: Das ist doch der größte Blödsinn. Aber es ließ mich nicht los. Und was ist mit mir, wenn es doch wahr ist?
Wie haben Sie den Zugang zum Glauben gefunden?
Ich bekam Kontakt zu einem Kreis junger Männer, die die Bibel lasen und glaubten, dass alles wahr ist. Sie waren mit Gott per Du, und ich merkte, die leben das auch. Einer erzählte mir, dass er dem Kessel von Stalingrad gerade noch entkommen sei und als Dank sein Leben Jesus verschrieben habe. An dem Abend ist mir Jesus begegnet. Mein Leben lief wie ein Film vor mir ab, und ich erkannte meine Verlorenheit. Ich kniete nieder und habe mein Leben Jesus anvertraut. Dabei erlebte ich einen tiefen, unschätzbaren Frieden.
Als ich meinen Eltern von meinem Erlebnis erzählte, schauten sie mich an, als wäre ich verrückt geworden. Ich wurde zum Fremdkörper in meiner Familie.
Wie kam es dazu, dass Sie Pastor geworden sind und später Leiter des Bibellesebundes wurden?
Ich habe erlebt, wie mich die Kraft Gottes total verändert hat, und in mir wurde der Wunsch stark, Theologie zu studieren. Darum bewarb ich mich beim Missionsseminar der Liebenzeller Mission. So wurde wahr, was mir bei meiner Konfirmation als Bibelwort mitgegeben wurde: Ich schäme mich nicht, die Heilsbotschaft von Christus überall weiterzusagen, denn diese Botschaft ist eine gewaltige Kraft Gottes. Wer sie glaubt, der erfährt, dass Gott ihn von seiner Schuld befreit und aus seiner Verzweiflung rettet.
Das ist meine Leidenschaft, und ich habe vielfach erlebt, wie Menschen dem Evangelium Glauben geschenkt haben. Ein wesentliches Anliegen meiner Tätigkeit im Bibellesebund war es, das regelmäßige Lesen der Bibel zu fördern. Ich bin überzeugt, nur so kann der Glaube gefestigt werden. Deshalb führten wir Seminare und Freizeiten durch und gaben Bibellesehilfen heraus.
Sie sind mittlerweile über neunzig Jahre. Was verbinden Sie jetzt mit Hoffnung?
Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass es für jeden Menschen möglich ist, mit der Kraft Gottes einen Neuanfang noch im Alter zu erleben oder sich von der Gesinnung des Dritten Reiches zu lösen. Persönlich bin ich Tag für Tag zusammen mit meiner lieben Frau dankbar für das Geschenk des Glaubens. Selbst als ich neulich schwer erkrankte und nicht wusste, wie es ausgehen würde, hatte ich doch einen tiefen Frieden.
Für mich besteht die Hoffnung darin, dass ich bei Jesus ankomme. Mit Zuversicht in den Ruhestand.
Mit Zuversicht in den Ruhestand
So sehr sich der eine auf den Ruhestand freut, so unsicher fühlt sich der andere, wenn es so weit ist. Wir haben es in der Hand, ob wir zu undankbaren, verbitterten und fordernden Menschen werden oder zu Menschen der Hoffnung, Dankbarkeit und Zuversicht.
Welche Bilder leiten uns bei unserem Älterwerden? Wir machen es uns selbst schwer, wenn negative Vorstellungen dominieren: tattrig, verkalkt, unsicher. Unser Bild vom Altsein wird sehr früh geprägt, zum Beispiel durch die eigenen Grosseltern. Doch was hat sich seitdem alles verändert?
Sehen Sie es doch einmal so: In den letzten vierzig Jahren hat sich die Lebensspanne um etwa sieben Jahre verlängert. Im Durchschnitt verbringen wir heute ein Viertel unseres Lebens in der nachberuflichen Phase. Natürlich richtet sich unser Alter nicht nach der Statistik. Doch überlegen Sie einmal, welche guten Gründe Sie haben, sich dieser Zeit dankbar zuzuwenden.
Wie Sie über das Alter denken und sprechen, wird sich auf Ihr seelisches und körperliches Wohlbefinden auswirken. Mit einem dankbaren Herzen bekommt das Alter ein freundliches Gesicht.
Erstens: Nehmen Sie eine Haltung der Offenheit ein. Mit dem Ruhestand betreten Sie Neuland. Das macht mehr mit Ihnen, als Sie vielleicht denken. Doch ist es nicht ein wunderbares Gefühl, dass noch einmal alles offen ist, zumindest vieles? Das Alter bietet mehr Freiheit denn je, selbstbestimmt neue Schritte zu gehen. Wer sein Leben unter Gottes guter Führung weiss, wird dankbar staunen: Du stellst meine Füsse auf weiten Raum, ein weites Feld, das es zu erkunden, zu geniessen und zu nutzen gilt.
Öffnen Sie Ihre Augen für die schönen Seiten des Lebens und für die Geschenke Gottes in dieser Zeit. Bleiben Sie gespannt!
Zweitens: Gewinnen Sie eine Perspektive der Möglichkeiten. Damit wir das Alter nicht als eine Verlustgeschichte sehen, brauchen wir Zuversicht. Hoffnung sieht dieses Neuland als Chancenland. Mit weniger Verpflichtungen können Sie jetzt vieles so wahrnehmen, wie es bisher nicht ging: mehr Zeit mit der Familie verbringen, einem Hobby nachgehen, wichtige Kontakte pflegen oder Reisen unternehmen. Und ja, auch ausgiebige Zeiten der Musse, nicht zuletzt um sich dem inneren Menschen zuzuwenden, der vielleicht zu kurz gekommen ist. Sie können nur gewinnen.
Drittens: Entschliessen Sie sich zum Gestalten. Das Wort Ruhestand assoziiert leider, dass jetzt Ruhe statt Arbeit angesagt ist und damit Stillstand statt Betriebsamkeit. Wie wäre es mit dem charmanten Begriff Gestalten statt Ruheständler, also Freigestalter? In vielerlei Hinsicht können Sie entscheiden, was Sie aus dieser Zeit machen wollen. Sie müssen nicht, Sie können. Sie können tun, was Ihnen am Herzen liegt, mit Ihren Erfahrungen junge Menschen als Mentor begleiten, Ihre soziale Kompetenz im Verein einbringen oder Ihre Enkelkinder fördern. Oft ist es einfach Ihre Art zu sein, die den Unterschied macht: Ihre dankbare Unbekümmertheit und Ihr wohlwollendes Reden.
Fassen Sie Mut durch Vertrauen. Auch wenn Ihnen das Alter noch nicht vertraut ist, so dürfen Sie doch mit Vertrauen darauf zugehen. Gerade wenn Ihnen bewusst wird, dass Sie nicht alles in der Hand haben, können Sie sich Gott anvertrauen und sich ihm überlassen. Das bringt Gelassenheit in diese Phase, bis hin zu der Erfahrung, die Menschen in der Bindung an Gott machen: Noch im hohen Alter tragen sie Frucht, voller Saft und Kraft werden sie sein.
Lesen Sie dazu passend in unserem Blog zehn Themen, die Sie vor dem Renteneintritt bedenken sollten unter magazin-lebenplus.de//hoffnung//renteneintritt.
Ein Ökosystem im Glas.
Grosse Freude auf kleinstem Raum.
Hoffnung konkret: Bilder, Projekte und soziale Verantwortung
Grosse Freude auf kleinstem Raum
Wenn der Umzug aus einem Haus in eine altersgerechte Wohnung ansteht, vermissen viele Senioren vor allem eines: ihren Garten, das private, grüne Paradies, das man über viele Jahre hinweg mit eigenen Händen erschaffen hat. Man hat es gehegt und gepflegt und konnte sich freuen wie ein Kind, wenn zu blühen begann, was man gepflanzt hatte. Der Garten war der Ort, der die Zeit vergessen ließ und mit dem man viele unbeschwerte Stunden verbindet.
Und jetzt? Soll das Gärtnern nun wirklich der Vergangenheit angehören? Es gibt mehrere Arten von Miniaturgärten, die auch in geschlossenen Räumen auf kleinstem Raum angelegt werden können. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Garten im Glas?
Natürlich kann ein kleiner Zimmergarten die einstige Pflanzenpracht nicht ersetzen. Im Vergleich zu einem großen Garten bietet er aber ungeahnte Vorteile. Das Anlegen des Gartens ist eine spannende neue Herausforderung, in die all das Wissen und Können einfließen kann, das man sich über die Jahre angeeignet hat, jedoch ohne dass es zur Last wird. Denn ein Garten im Glas macht nach dem Anlegen kaum noch Arbeit. Es entsteht vielmehr ein autonomes, kleines Ökosystem, das daher mit der Zeit sogar immer weniger Pflege bedarf. Die faszinierende Entwicklung des kleinen Gartens kann man dennoch nach Lust und Laune beobachten. Und hat man den Dreh einmal raus, lässt sich die Fensterbank problemlos um weitere kleine Gärten im Glas erweitern.
So geht’s:
Bedecken Sie den Boden eines Glases, das mindestens einen Liter Fassungsvermögen hat, mit etwas Kies und einer circa einen Zentimeter dicken Schicht aus Aktivkohle. Schneiden Sie einen Kaffeefilter so zurecht, dass er in das Glas passt und die Aktivkohle möglichst vollständig bedeckt. Füllen Sie das Glas bis zu einem Drittel mit Erde auf und befruchten Sie diese etwas. Formen Sie mit einem Holzstäbchen kleine Löcher, setzen Sie die Pflanzen darin ein und bedecken Sie die Wurzeln wieder mit Erde. Dekorieren Sie um die Pflanzen herum nach Belieben. Schließen Sie das Glas und stellen Sie es an einen hellen Ort, jedoch nicht direkt in die Sonne.
In den folgenden Tagen kann es notwendig sein, noch ein paar Sprühstöße Wasser hinzuzugeben, wenn die Erde austrocknet, oder den Deckel für ein paar Stunden zu öffnen, falls sich Wasser am Boden sammelt. Hat man die richtige Wassermenge einmal gefunden, benötigt der Garten immer weniger Pflege, denn wie in einem richtigen Ökosystem verdunstet das vorhandene Wasser zwar, am Deckel kondensiert es jedoch, sodass es den Pflanzen wieder zur Verfügung steht.
Hilfe für Menschen in Not
Die Westbahnhoffnung in Villach: Hilfe für Menschen in Not
Seit dem Jahr zweitausend versorgt die Westbahnhoffnung Villach täglich Menschen kostenlos mit Essen sowie Kleidung und bietet ihnen Gesellschaft. Mittlerweile werden gut zehntausend Essen im Jahr ausgegeben. Doch es geht nicht nur darum, Menschen körperlich satt zu machen. Was die Menschen dringend brauchen, ist Würde.
Die Westbahnhoffnung ist Anlaufstelle für viele bedürftige Menschen in Villach, einer Stadt in Kärnten, die auf österreichischer Seite im Dreiländereck mit Italien und Slowenien gelegen ist. Unter der Woche kommen täglich rund 25 Obdachlose, Suchtkranke, Flüchtlinge und Menschen, die aus anderen Gründen am Rande der Gesellschaft stehen. Auch ältere Menschen aus Villach sind dabei, die das kostenlose Essen vielleicht gar nicht brauchen würden, die aber sozial einsam und bedürftig sind, sagt Marian Katz, Gründer und Leiter der Westbahnhoffnung. Jeder, der es braucht, ist willkommen. Aller Anfang ist schwer.
Alles begann im Jahr zweitausend mit dem ersten Gulaschkochen für Bedürftige, das anfangs nur einmal im Monat stattfand. Damals noch unter dem Namen „Tabea Lebenshilfe“ wurde das Essen zuhause gekocht. Auch die Kleiderkammer musste extra angeliefert, aufgebaut und später wieder verstaut werden. Zweitausendacht zog das Projekt dann in die ehemalige Gaststätte des stillgelegten Westbahnhofs ein und wurde zur Westbahnhoffnung Villach.
Im Laufe der Jahre stand die Arbeit mehrfach kurz vor dem finanziellen Aus. „Jedes Mal wussten wir, dass jetzt nur noch ein Wunder helfen kann“, betont Katz im Gespräch. „Aber Gott schenkte uns die innere Überzeugung, dass wir weitermachen sollen. Das war eindeutig.“ Bisher ist tatsächlich immer im letzten Moment irgendwo das nötige Geld hergekommen. So konnten mit der Zeit weitere Räume des Westbahnhofs erschlossen und neue Arbeitsbereiche begonnen werden.
Inzwischen wird in der Westbahnhoffnung täglich gekocht, und mehrmals pro Woche werden Lebensmittel und Kleidung verteilt. Es finden Deutschkurse für Erwachsene und Suchtprävention in Schulen statt. Finanziert wird die Arbeit weiterhin in erster Linie durch Spenden.
Die Westbahnhoffnung wird zum Gemeinschaftsprojekt. Knapp sechzig ehrenamtliche Mitarbeiter stemmen die Arbeit der Westbahnhoffnung. Selbst der Bürgermeister hat schon gekocht, aber auch Restaurants, Hotels und Firmen aus der Umgebung kochen regelmäßig unentgeltlich für die Gäste der Westbahnhoffnung.
Doch nicht nur das Materielle ist uns wichtig, betont Katz. Wir wollen unseren Gästen als Menschen begegnen und ihnen Würde geben. Deshalb muss sich bei uns keiner zum Essen anstellen. Die Gäste dürfen sich einfach setzen, und wir bedienen sie am Tisch. Manchen fällt es schwer, das anzunehmen, erklärt Katz. Bei uns muss man auch nicht offiziell nachweisen, dass man auf Hilfe angewiesen ist. Wir wollen unser Angebot niederschwellig halten.
Für viele Menschen, die herkommen, hat Kirche keine Relevanz. Aber manche wissen, dass wir der letzte Ort sind, wo sie noch hinkommen können, weil sie in allen anderen Einrichtungen Hausverbot haben. Schlägereien haben wir dennoch so gut wie nie, selbst richtig harte Jungs haben wir schon hier gehabt. Einmal war die Polizei da, weil sie jemanden gesucht hatte. Als sie ihn bei uns fanden, waren sie sehr überrascht, dass er hier keinen Ärger machte.
Für viele Menschen sind wir einfach irgendwie Familie. Wir haben auch schon erlebt, wie Menschen von jahrelanger Sucht frei geworden sind. Einer war über dreißig Jahre schwerst alkoholabhängig, aber durch Gebet und Gottes Hilfe ist er jetzt seit fast zehn Jahren trocken.
Auf die Frage, was ihn motiviert, diese Arbeit aufzubauen, antwortet Katz: „Für mich persönlich ist es einfach Gottes Wort, denn es ist sein Wille, dass wir uns um die Schwachen kümmern. Er ist es auch, der mir die Kraft gibt, weiterzumachen, weil ich weiß, dass er uns nicht im Stich lassen wird.“
Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeist. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremdling gewesen, und ihr habt mich beherbergt. Ich bin ohne Kleidung gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir gekommen. Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.
Matthäus 25,35-40
Gibt es Hoffnung auf eine gute Zukunft?
Hoffnung für Zukunft, Tod und Trost
Gibt es Hoffnung auf eine gute Zukunft?
Wir machen uns unweigerlich immer wieder Gedanken über die Zukunft, die Zukunft dieser Welt und unseres Lebens. Vieles liegt nicht in unserer Hand. Wie können wir da noch hoffen?
Wir tragen in uns die Sehnsucht nach einer guten Zukunft. Haben wir nicht in unserer Jugend auf persönlichen Aufschwung und sogar auf eine bessere Welt gehofft? Und in der Tat: Noch nie ging es einem Grossteil der Menschheit so gut wie heute. Noch nie waren so viele Menschen so gebildet, so gesund und so alt geworden. Dennoch blickt nur jeder Dritte über fünfundfünfzig hoffnungsvoll in die Zukunft. Denn die vielen Krisen und die zunehmende Polarisierung in der Gesellschaft trüben unsere Sicht auf die Welt.
Egal, wie fit wir noch sind, die Unsicherheit ist gross. Werde ich meinen Lebensstandard halten können? Werde ich noch selbständig für mich sorgen können? Wie wird es im hohen Alter werden?
Hoffnung nur für dieses Leben?
Wer davon ausgeht, dass diese Welt und unser Leben in ihr alles ist, kann seine Hoffnung natürlich nur auf diese Welt und auf die verbleibende Lebenszeit beziehen. Spätestens im Alter wird die Zeit dafür knapp, und irgendwann fragen wir uns: Soll das alles gewesen sein? Wenn das so wäre, dann würde auch der Glaube keinen Unterschied machen, davon ist Paulus überzeugt. Wenn wir nur für dieses Leben auf Christus hoffen, sind wir bedauernswerter als alle anderen Menschen.
Den Nachfolgern von Jesus erging es zunächst so. Sie hatten nach der Hinrichtung ihres Meisters nicht nur seinen Leichnam, sondern mit ihm auch ihre Hoffnung begraben. Hatten sie doch gedacht, dass sich mit Jesus endlich alles zum Besseren ändern würde: Wir hatten doch gehofft, dass er der erwartete Retter Israels ist.
Hoffnung durch die Auferstehung von Jesus
Es dauerte keine drei Tage, und sie erlebten, wie Jesus leibhaftig vor ihnen stand. Das hat alles verändert. Die Auferstehung von Jesus wurde zum Ausgangspunkt ihrer Hoffnung. Einer von ihnen beschrieb das Erlebte wie eine neue Geburt, denn Gott hat uns eine lebendige Hoffnung geschenkt, weil Jesus Christus von den Toten auferstanden ist. Seitdem lebten sie mit der hoffnungsvollen Gewissheit: Durch seine Kraft wird er auch uns auferwecken. Sie hatten eine Hoffnung gewonnen, die über dieses Leben hinausreicht.
Hoffnung auf eine bessere Welt
Der Traum von einer besseren Welt ist fast so alt wie die Menschheit selbst, und dennoch sind wir bis heute weit davon entfernt, ihn verwirklichen zu können. Doch Jesus spricht von einer neuen Welt, wenn er vom Reich Gottes spricht. Mit ihm nimmt dieses Reich seinen Anfang, und er macht klar: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Damit sagt Jesus, dass sein Reich einen anderen Ursprung hat und auch von anderer Art ist. Es ist geprägt von der heilsamen Gegenwart Gottes, die Frieden und Freude mit einschliesst.
Wenn Christen beten: Dein Reich komme, sehnen sie sich nach dem, was Gott herbeiführen wird. Schliesslich richten sie ihre Hoffnung auf den neuen Himmel und die neue Erde, die Gott versprochen hat, auf die neue Welt, in der Gerechtigkeit regiert.
Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod
Und wie ist es mit unserem persönlichen Ende? Oftmals wird von Verstorbenen gesagt: Es war für ihn, für sie Erlösung. Als hätte sich etwas zum Guten aufgelöst und sie blieben aus einer anderen Welt Teil unseres Lebens. Steckt dahinter die Ahnung, dass mit dem Tod wohl doch nicht alles aus ist? Gibt es dann vielleicht sogar noch Gerechtigkeit?
Die Bibel hält fest, dass wir alle einmal vor Gott stehen werden und uns für unser Leben verantworten müssen. Wer kann dann bestehen? Die einzige Hoffnung, die uns gegeben ist, kommt von Gott selbst. Gott hat den Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er sie verurteilt, vielmehr soll er die Welt retten. Wer an ihn glaubt, wird nicht verurteilt, er hat das ewige Leben.
Es ist das Leben, das schon hier seinen Anfang nimmt und in der himmlischen Gegenwart Gottes seine ewige Fortsetzung findet. Für den Glaubenden steht somit am Ende nicht das Gericht, sondern das wahre Leben. Das bedeutet nicht weniger Leben, sondern unvergleichlich mehr Leben, vielfältiger und harmonischer, aktiver und erfüllter, als wir es uns vorstellen können. Und das mit einem neuen Körper, der unsterblich sein wird, ohne jede Spur von Leid und Schwäche.
Der Anker der Hoffnung
Ja, jetzt haben wir es noch mit Leid, Schwäche und Widerwärtigkeiten zu tun. Doch die hoffnungsvolle Aussicht auf eine ewige Zukunft mit Gott ist wie ein Anker der Seele, ein Hoffnungsanker, der uns halten kann und an dem wir uns festhalten können. Wir haben allen Grund, uns an Jesus Christus festzumachen, der der feste Ankergrund des Lebens ist.
Dann dürfen wir die Hoffnung in uns tragen, einmal an der herrlichen Gegenwart Gottes teilzuhaben. Allerdings werden wir nicht ungefragt die Ewigkeit mit Gott verbringen. Er wartet auf unsere Antwort. Echten Trost finden wir in ihm.
Echten Trost finden
Das Leben ist, wie es ist, manchmal hart. Viele versuchen nun, mit innerer Härte dagegenzuhalten. Sie wollen stark sein und die Gefühle im Griff haben. Doch muss das sein? Und tut es uns gut?
Wir brauchen Trost. Wenn das Leben uns Schweres zumutet und wir an unsere Grenzen kommen, brauchen wir Trost. Dieses Bedürfnis zu empfinden, ist zutiefst menschlich und gehört zu uns. Dies auch zu zeigen, ist nicht schwach oder gar beschämend. Wir öffnen uns damit für den Trost, den wir so dringend brauchen.
Erklärungen trösten nicht. Wie oft haben wir gedacht, wir würden getröstet, wenn wir uns unser Leid erklären könnten. Doch spätestens dann, wenn andere versuchen, uns mit ihren Erklärungen trösten zu wollen, merken wir, dass dies nicht gelingt. Im Gegenteil: Wir werden der leidigen Tröster überdrüssig, denn der Schmerz bleibt. Wir brauchen vielmehr die Erfahrung, wie sie David beschrieben hat: Und muss ich durch ein finsteres Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist an meiner Seite, dein Stock und dein Stab schützen und trösten mich.
Die hebräische Bibel verwendet oft Körperbilder, um unser Empfinden zu beschreiben. So steht an dieser Stelle für Trost das Wort Nacham. Das Grundmotiv ist Aufatmen. Einmal tief durchatmen ist ein Akt der Erleichterung. Trost ist ein hoffnungsvolles Aufatmen.
Beziehung tröstet. Es ist die Nähe von Menschen, die uns tröstet. Die Hand auf der Schulter, die herzliche Umarmung versichert uns: Ich bin da, ich stehe zu dir, du bist nicht allein mit deinem Schmerz.
So suchen wir auch verständnisvolle Nähe, wenn wir uns mit unserem Schmerz an Gott wenden. Und er bietet uns an, uns auf diese Weise zu trösten: Ich will euch trösten, wie eine Mutter ihr Kind tröstet. Er nimmt Anteil an unserem Leben und ist unseren verzagten Herzen nahe. Wir werden von ihm gesehen, er hört uns zu, und ja, er hält uns aus. Wir werden ihm nicht lästig, dem Gott allen Trostes vertrauen.
So wie Gott ein Gott der Hoffnung ist, so ist er auch ein Gott allen Trostes. Wenn Gott uns tröstet, holt er uns dort ab, wo wir sind, und bringt uns an den Punkt, an dem wir neue Hoffnung für die Zukunft gewinnen. Gott tröstet gern, indem er uns Worte zuspricht, die unsere Stimmung und unser Denken beeinflussen. Sie verändern die Art und Weise, wie wir die nächsten Tage und die weitere Zukunft sehen. Die Bibel ist voll mit solchen Worten, und Gott steht zu ihnen mit seiner ganzen Kraft, um sie einzulösen.
Wird es hierfür alles Trost geben? Eine dieser Zusagen finden wir im letzten Buch der Bibel. Es geht dort um die zukünftige neue Welt Gottes mit der Aussicht: Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen. Offensichtlich werden dort Menschen ankommen, die noch getröstet werden müssen. Sie kommen aus einer Welt, die von Tod, Leid und Schmerz gekennzeichnet ist. Es gibt hier auf Erden und in unserem Leben keinen umfassenden Trost für alles und jedes. Das wird erst der Fall sein, wenn Gott sagt: Ich mache alles neu, und damit alles Leid ein Ende hat. Erst mit dieser Aussicht erhalten wir einen ewigen Trost und eine gute Hoffnung.
Gott gib mir Kraft für den Alltag mit unserem schwer kranken Kind.
Gott gib mir Kraft der Alltag mit unserem schwer kranken Kind
Mirjam Skupski ist Fotografin, Ehefrau und Mutter eines Sohnes, der mit einem seltenen Gendefekt auf die Welt kam. Im folgenden Lebensbericht erzählt sie, wie Gott ihr in den Tiefen ihres Lebens Zuversicht schenkt.
Das Leben ist hart und doch ein Geschenk, ein brutales Wunder, dass ich einatme. Diese Liedzeile der amerikanischen Musikerin Savannah Loc drückt sehr gut aus, wie ich mein Leben beschreiben würde.
Als mein Mann und ich uns kennenlernten, wollten wir junge, spontane und lustige Eltern werden. Am besten eine ganze Fussballmannschaft, scherzten wir erwartungsvoll. Doch es kam anders als erhofft. Die Ärzte gaben ihm ein Ja.
In der Nacht, bevor unser Sohn Timothy auf die Welt kam, hatte ich den sehr intensiven Impuls, Gott um Kraft zu bitten, falls unser Kind nicht gesund zur Welt kommen sollte. Offenbar bereitete er mein Herz bereits auf das vor, was danach kam.
Ab dem vierten Lebenstag bekam Timothy schwere epileptische Anfälle. Einige Monate später, die von Klinikaufenthalten und einem mehrwöchigen komatösen Zustand geprägt waren, stand die Diagnose fest: Timothy hat den extrem seltenen Gendefekt STXBP I. Die Ärzte gingen damals davon aus, dass Timothy sein erstes Lebensjahr nicht überleben würde.
In dieser Zeit flehte ich Gott immer wieder an, er möge unseren Sohn wenigstens fröhlich sein und lachen lassen. Inzwischen ist Timothy neun Jahre alt. Er ist schwerst mehrfach behindert und baut seit Jahren beständig ab. Sein Lachen aber ist unbeschwert und total ansteckend.
Wofür soll ich beten? Unser Leben fühlt sich oft grausam und unerträglich an. In einem Moment scheint alles friedlich: Ein lachender, fröhlicher und schon ziemlich grosser Timothy sitzt neben mir. Im nächsten Augenblick liegt er apathisch, wimmernd und schlaff in meinen Armen. Binnen weniger Minuten sind das Palliativteam, die Klinik und der Notruf die letzten zehn Positionen meiner Anrufliste. Das Gedankenkarussell geht los, und die Frage pocht in meinem Kopf: Wofür soll ich beten?
So eindeutig ist die Entwicklung der letzten Monate und Jahre. Doch noch viel eindrücklicher ist, wie Gott uns durchträgt. In vielen kleinen und grossen Wundern erlebe ich, wie Gottes Liebe und sein Wort tröstend und hoffnungsspendend in unsere Not hineinkommen.
Auf einer unserer unzähligen Fahrten ins Krankenhaus gab Gott mir zum Beispiel den Gedanken, in Psalm 112 zu lesen: Vor der Unglücksbotschaft fürchtet er sich nicht, sein Herz vertraut fest auf den Herrn. 1. Korinther 5,3-12
Hab keine Angst!
In einer Zeit, in der Timothy innerhalb von sechs Monaten zehn schwere Lungenentzündungen hatte und wir fast ununterbrochen im Krankenhaus waren, durfte ich zum Segen für viele andere werden. Gott gab mir einen tiefen Frieden und eine unerklärliche Freude. Trotz allem Schweren würde ich sogar behaupten, dass diese Monate die schönste Zeit meines Lebens waren.
So kann ich bezeugen, dass die Worte wahr sind, die Jesus seinen Jüngern vor seiner Kreuzigung zusprach: Dies habe ich mit euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.
Gott bewahrt uns nicht davor, schwere Situationen zu erleben, aber sein Friede und seine Gegenwart tragen mich durch das finsterste Tal der Angst und der Ausweglosigkeit hindurch. Diese Hoffnung kann mir niemand nehmen.
Hoffnung ist der Atem von morgen. Wer hofft, sieht weiter, über den Tag hinaus nach vorn. Wer hofft, steht auf, bricht auf und wagt neue Wege. Wer hofft, fängt wieder neu an. Wer hofft, findet sich mit dem Ende nicht ab, fügt sich nicht in Ausweglosigkeit, versinkt nicht in Verzweiflung, schliesst nicht aus und schliesst sich nicht ein. Wer hofft, weiss um eine offene Tür. Wer hofft, lebt, geht und gestaltet. Wer hofft, vertraut, dass etwas werden wird, dass das Werden nicht aufhört, dass ein Morgen kommt.
Wer hofft, hält ein Versprechen fest. Wer hofft, trotzt der Vergänglichkeit, bleibt stur, auch wenn Tod und Teufel drohen, wenn Hass und Hetze heulen, wenn Recht bricht. Wer hofft, hält aus. Wer hofft, sieht andere und hört, nimmt wahr, nimmt auf, nimmt ernst, sieht die Welt mit anderen Augen, im Licht dessen, was werden kann.
Wer hofft, lebt mit weitem Horizont, lässt sich tragen von einer heiteren Gelassenheit, weiss, welche Welt werden wird. Wer hofft, steht mit beiden Beinen auf der Erde und hat ein Stück Himmel im Herzen, geerdet und beflügelt zugleich, vollkommen unvollkommen und ist doch, was er sein soll: Hoffnungsmensch.
Ein Text von Steffen Kern
Werden Sie ein Teil der Hoffnungsgeschichte.
Teilhabe an Gottes Hoffnungsgeschichte
Werden Sie ein Teil der Hoffnungsgeschichte
Die Botschaft der Bibel beschreibt Gottes Geschichte mit uns Menschen. Weil er der Gott der Hoffnung ist, schreibt er in die desaströse Geschichte der Menschheit seine Hoffnungsgeschichte hinein. Das Gute daran ist: Sie können Teil dieser Hoffnungsgeschichte werden.
Die Hoffnung konzentriert sich auf Jesus Christus. Gott hat immer wieder Zeichen der Hoffnung gesetzt, indem er aus Not und Unterdrückung herausgeholfen hat. Er hat angekündigt, den Messias zu senden, der in umfassender Weise der Retter in der Not sein würde. Mit Jesus Christus hat sich dies erfüllt, und er gibt das Versprechen: Das geknickte Schilfrohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen. Die Völker werden ihre Hoffnung auf ihn setzen. Die Verse 20 bis 21.
Wie zerbrechlich sie sich auch fühlen und wie sehr ihre Hoffnung zu erlöschen droht, sie dürfen ihre Hoffnung auf den von Gott gesandten Retter, Jesus Christus, setzen.
Das Thema Hoffnung berührt unsere existenziellen Fragen. Mit fortschreitendem Alter stellen sich uns Fragen mit zunehmender Dringlichkeit. Es ist entscheidend, diesen Fragen nicht auszuweichen und sie auf später zu verschieben. Es kann eine Zeit kommen, in der wir nicht mehr in der Lage sind, überlegte Entscheidungen zu treffen.
Es geht um Fragen wie diese.
Erstens: Werde ich bestehen können, wenn ich mein Leben verantworten muss? Wir haben unser Leben nicht nur vor Menschen, sondern vor allem vor Gott zu verantworten. Das meint Jesus, wenn er das kommende Gericht anspricht. Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tode ins Leben hinübergegangen. Auf uns allein gestellt können wir im Gericht nicht bestehen, denn es wird alles aufgedeckt, wo und wie wir schuldig geworden sind. Außerdem erreichen unsere Taten, wie gut und wie viel sie auch sein mögen, nie den Standard, der der Herrlichkeit Gottes entspricht. Ihre Hoffnung besteht allein in Jesus Christus, der das Urteil Gottes über sie auf sich genommen hat.
Kann ich wissen, dass Gott auch mich annimmt? Diese Frage muss nicht mit einem „hoffentlich“ oder „vielleicht“ offen bleiben. Auch hier kommt es entscheidend auf Ihre Haltung gegenüber Jesus an. Jesus verspricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen. Johannes 6,37.
Kommen Sie in völligem Vertrauen zu Jesus. Wenn Sie zu ihm gehören, dann für immer, und Sie sind im Haus seines Vaters willkommen. Daran ändert auch der Tod nichts.
Drittens: Kann ich im Frieden sterben? Von Simeon, wohl einem alten Mann, wird uns berichtet, wie er das neugeborene Kind Jesu in seinen Armen hielt und wusste: Herr, nun kann ich in Frieden sterben. Wie du es mir versprochen hast, habe ich den Retter gesehen, den du allen Menschen geschenkt hast. Lukas 2,29-31.
Wenn Sie im Frieden sterben wollen, nehmen Sie Ihre Zuflucht bei Jesus. Er ist Ihre einzige Hoffnung auf Frieden im Angesicht des Todes.
Wer nach Gott fragt, findet Hoffnung. Der tiefste Grund aller Hoffnungslosigkeit liegt in der verlorengegangenen Beziehung zu dem lebendigen Gott. Deshalb unternimmt Gott alles, um uns Menschen wieder in seine Nähe zu ziehen. Er zwingt uns nicht, aber er wirbt um uns, um uns wieder Hoffnung zu geben.
Ich habe Pläne des Friedens und nicht des Unheils. Ich will euch Zukunft und Hoffnung schenken. Ihr werdet mich suchen, und ihr werdet mich finden, ja, wenn ihr von ganzem Herzen nach mir fragt, dann lasse ich mich von euch finden. Jeremia 29,11-14.
Wenn Sie Gott von ganzem Herzen suchen, dürfen Sie wissen, dass er schon auf Sie wartet. Dazu ist Jesus Christus in die Welt gekommen, um uns nicht nur diese Botschaft mitzuteilen, sondern alles dafür zu tun, damit die Beziehung zu Gott wiederhergestellt wird. Jesus starb am Kreuz, um uns auf diese Weise von der Sünde zu befreien, die uns von Gott trennte. Es gilt, weil Gott es versprochen hat. Er hat sich darauf festgelegt. Das dürfen Sie glauben und für sich persönlich annehmen.
Darum: Setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch zuteil wird, wenn Jesus Christus wieder erscheint. 1. Petrus 1,13.
Es folgt ein Text von Peter Strauch:
Kommt, atmet auf, ihr sollt leben,
kommt, atmet auf, ihr sollt leben,
ihr müsst nicht mehr verzweifeln,
nicht länger mutlos sein.
Gott hat uns seinen Sohn gegeben,
mit ihm kehrt neues Leben bei uns ein.
Ihr, die ihr seit langem nach dem Leben jagt
und bisher vergeblich Antworten erfragt,
hört die gute Nachricht,
dass euch Christus liebt,
dass er eurem Leben Sinn und Hoffnung gibt,
ihr seid eingeladen.
Gott liebt alle gleich,
er trennt nicht nach Farben,
nicht nach Arm und Reich.
Er fragt nicht nach Rasse, Herkunft und Geschlecht,
jeder Mensch darf kommen,
Gott spricht ihn gerecht.
Noch ist nichts verloren,
noch ist Rettung nah,
noch ist Gottes Liebe für uns Menschen da,
noch wird Leben finden, wer an Jesus glaubt,
noch wird angenommen, wer ihm fest vertraut.
