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Buße: Tut Buße!

Matthäus 3,1-12
Matthäus 3,1-3,1214.01.2001
SerieTeil 3 / 37Matthäus-Evangelium
Tut Buße! Aber was steckt hinter dieser Forderung? Echte Buße ist weit mehr als Bedauern – sie erfordert einen radikalen Wandel im Denken und Leben. Warum sind Traditionen und religiöse Rituale nicht genug, um Zugang zum Reich Gottes zu erhalten? Was zeigt echte Buße in deinem Leben? Und wie kannst du fruchtbare Veränderungen bewirken? Entdecke, wie diese Fragen dich zu tiefgreifenden Einsichten über deine Beziehung zu Gott führen können. Bist du bereit für eine echte Veränderung?

Ein Maßstab für Größe

Wenn wir uns einmal überlegen, was einen Menschen in dieser Welt gross macht, meine ich jetzt nicht körperlich gross, sondern so, dass Leute sagen: So wie der, da wäre ich auch gerne, dann würden wir wahrscheinlich sagen: Na ja, es wäre schon gar nicht schlecht, wenn du in die richtige Familie hineingeboren würdest. So ein Graf oder so eine Baroness, das wäre schon irgendwie ein guter Start.
Und wenn dann noch eine ordentliche Portion Geld dazukommt, wäre das auch nicht zu verachten. Und wenn er vielleicht noch sportlich super gut drauf wäre oder wenigstens einen Doktorgrad hätte, besser noch vielleicht Professor und gleich zwei Doktortitel, dann kommen wir langsam in die Richtung, wo wir sagen würden: Ja, das ist jemand, der in der Welt etwas bedeutet. So einen Nobelpreis abzusahnen, das wäre genau das, wo man sagen würde: Die Leute, die haben etwas erreicht.
Der grösste Mensch, der jemals gelebt hat, hat all das nicht. Die Bibel nennt uns den grössten Menschen, der je gelebt hat, und wir finden die Antwort in Matthäus 11. Sie mag uns ein wenig erstaunen, weil wir denken würden: So einer soll der grösste Mensch sein?
 Matthäus 11,11 sagt Jesus über Johannes den Täufer Folgendes: Wahrlich, ich sage euch, unter den von Frauen Geborenen ist kein Grösserer aufgestanden als Johannes der Täufer.
Das heisst, Johannes der Täufer ist grösser als jeder alttestamentliche Prophet. Du magst dir die grossen Helden des Alten Testaments vorstellen: Noah, der gegen alle Widerstände stand. Er war grösser als Noah. David, der König Israels. Er war grösser als David. Fällt dir noch jemand ein? Er war grösser.
Und er ist nicht nur grösser als diese alttestamentlichen Propheten, er ist auch grösser als die Leute, die in der Neuzeit etwas bedeuten. Einstein? Ja, Einstein kennen wir, oder? Johannes der Täufer war grösser. Schröder, unser Bundeskanzler? Johannes der Täufer war grösser, obwohl er nie in diesem Sinn ein politisches Amt hatte und nie den Nobelpreis bekommen hat.
Der Grund liegt darin, dass Johannes der Täufer der Herold des Königs ist.

Der Vorläufer des Königs

Wir befinden uns immer noch in unserer Reihe über Matthäus und machen heute weiter in Matthäus 3. Im Kapitel 1 haben wir gesehen, dass Jesus durch seine Herkunft den richtigen Stammbaum hatte, im Alten Testament vorhergesagt, die richtige Geburt, Gott und Mensch. In Kapitel 2 haben wir gesehen, wie er bei seiner Geburt aufgenommen wurde: wie die einen ihn ablehnten, der herrschende König ihn verfolgte und viele Leute einfach desinteressiert waren.
Ansgar hat euch dann in seiner letzten Predigt etwas über die Prophezeiungen weitergegeben, dass sein Kommen Stück für Stück in den Prophezeiungen vorhergesagt war und dass er eine Prophezeiung nach der anderen des Alten Testaments einfach erfüllt hat. Und jetzt kommen wir zum nächsten Punkt. Woher wissen wir, dass Jesus der Messias ist? Und der nächste Punkt, um den wir uns heute drehen wollen, ist Matthäus 3,1-4:
In jenen Tagen aber kommt Johannes der Täufer und predigt in der Wüste von Judäa und spricht: Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen! Denn dieser ist der, von dem durch den Propheten Jesaja geredet ist, der spricht: Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, macht gerade seine Pfade! Er aber, Johannes, hatte seine Kleidung von Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Lenden; seine Speise aber waren Heuschrecken und wilder Honig.
Das nächste Beweisstück in dieser Kette von Beweisen, die ich zeigen möchte und die die Echtheit Jesu widerspiegeln, ist dies: Er hat einen Herold. Ein Herold war in der damaligen Zeit jemand, ein Beamter, der so einen kleinen Arbeitsstab dabei hatte. Wenn der König verreisen wollte, dann war seine Aufgabe, vorweg zu reisen. Er war also immer schon dort, bevor der König irgendwo hinkam. Und er musste zwei Dinge tun.
Er musste zum einen verkündigen. Das ist die eine Aufgabe des Herolds. Und die zweite Aufgabe war, er musste vorbereiten. Also stellte er sich hin und sagte: Hört her, Leute, der König kommt. Es ist bald so weit. An dem und dem Tag wird er hier durchkommen. Bereitet euch vor. Das kann hier nicht so bleiben, wie es jetzt ist. Ihr könnt doch den König nicht über diese Straßen hier hinschicken. Schaut euch mal das Schlagloch da an, das geht nicht. Wenn die Kutsche des Königs hier drüber fährt, dann holt er sich einen wunden Po.
Das Schlagloch wird ausgebessert. Und so zog er den Weg voran und sagte allen: Der König kommt. Und er bereitete vor. Er hat in diesem Sinne tatsächlich Schlaglöcher ausgebessert, sie wurden zugeschüttet. Da lag ein Stein oder irgendein Dreck herum? Wegschaffen. Und dann schaute er sich um: Da hinten ein Müllberg? Der kommt weg. Ja, ich weiß nicht wohin, brenn ihn ab. Weg. Das Haus wird gestrichen. Das bleibt nicht so. Wenn der König hier durchkommt, wird alles vorbereitet.
Das war damals ganz üblich: die Aufgabe eines Königsvorbereiters, des Herolds. Und Jesus hat so einen Herold. Auch das ist im Alten Testament vorhergesagt. Und diese Aufgabe übernimmt Herodes. Quatsch, Johannes der Täufer, vergebt mir. Herodes hat sie auch übernommen, aber in der negativen Form. Aber jetzt aufgepasst, ich finde das gut: Er muss also ankündigen und vorbereiten.
Und jetzt kann man sagen: Ja, wo kündigt er an? Na ja, er geht nach Jerusalem, stellt sich im Tempel hin, auf ein etwas erhöhtes Podest, und sagt: Der König kommt. Was macht er nicht? Wir haben hier gelesen: In jenen Tagen aber kommt Johannes der Täufer und predigt in der Wüste. Warum geht Johannes an den Ort, wo gar keiner wohnt?
Ich denke, das hat zwei Gründe. Der eine Grund ist der Predigtort, also der Ort, an dem er seinen Dienst ausgeübt hat. Das hat etwas Symbolhaftes für seinen ganzen Dienst. Was wollte er tun? Er wollte Leute herausrufen, herausrufen aus dem religiösen System, aus dem religiösen Denken, das die Leute hatten, aus einem Denken, das geprägt war von Ritualen. Auf der anderen Seite gleichzeitig auch von sehr viel Weltlichkeit, von Heuchelei und Aberglauben geprägt war. Er wollte, dass sie zur Besinnung kommen. Und deswegen ist er woanders hingegangen und hat gesagt: Lasst mal das Leben in der Stadt und dieses ganze Turbulente, euren alten Lebensstil, lasst ihn mal gerade hinter euch und kommt mal zu mir in die Wüste und denkt mal nach, worauf es eigentlich ankommt.
Und der zweite Punkt dieser Predigt in der Wüste ist folgender: Es kostet dich nichts, am Kudamm einem Prediger zuzuhören. Aber stell dir vor, du hörst in Hintertupfingen, da ist der Prediger, und du musst da hinlaufen, vielleicht hast du noch einen Esel. Es kostet dich Zeit, Kraft und Mühe, denn es ist dort heiß. Wirst du gehen? Ja, du wirst gehen. Aber nur dann, wenn du wirklich echtes Interesse an dieser Botschaft hast, echtes Interesse an dem, was dieser Mann zu sagen hat. Er unterscheidet schon. Insofern ist es ein Herausrufen und ein Trennen. Die, die kommen, die wollen hören.
Und die Botschaft von Johannes lässt sich ganz einfach so zusammenfassen: Tut Buße. Und wir müssen überlegen, was eigentlich biblische Buße ist. Es ist mehr, und das bitte ich euch, von dieser Predigt mitzunehmen: Es ist mehr als nur Traurigkeit. Man kann über eine Sache traurig sein, ohne im biblischen Sinn Buße getan zu haben. Buße hat immer damit zu tun, dass ich einen Wechsel vollziehe. Hier ist das Falsche, das lasse ich hinter mir, und hier ist das Richtige, da gehe ich hin. Und dieser Wechsel vom Falschen hin zum Richtigen, das ist im biblischen Sinn Buße.
Das ist nicht nur Traurigkeit, sondern das heißt, dass ich in meinem Denken verstanden habe: Bah, das ist wirklich falsch. Dass ich in meinem Fühlen es als falsch ansehe und dass ich in meinem Verhalten das Falsche auch nicht mehr tue. Ein radikales Sich-Wegwenden vom Falschen zum Richtigen. Das steckt in dem Begriff Buße und nicht, wie einige das predigen und weitergeben, ein Bußwerk. Jetzt könnte ich mir denken: Buße ist gleich Sünden abbezahlen. Darum geht es nicht. Buße ist immer dieses: Ich lasse das Alte hinter mir und wende mich dem Neuen zu.
Und gerade wenn jemand sagt: Ja, ich bin ja traurig über meine Sünde, seid schön vorsichtig, dass ihr nicht an der Stufe stehen bleibt. In 2. Korinther 7,10 heißt es: Denn die Betrübnis nach Gottes Sinn bewirkt eine nie zu bereuende Buße zum Heil. Das heißt, es gibt ein Betroffensein über seine Schuld und Sünde, die dazu führt, dass ich mich wirklich Gott zuwende und mich bekehre. Aber es gibt, und das sagt der Vers auch, eine Betrübnis der Welt, die bewirkt den Tod. Es reicht nicht, nur traurig zu sein.
Es gibt Leute, die sagen: Ja, ich mache Dinge falsch, das ist irgendwie nicht gut in meinem Leben. Und dann: Hast du dich bekehrt? Nö, bin ich, warum soll ich mich bekehren? Du hast doch gesagt, du fühlst dich nicht gut über dem, was du tust. Manche Leute, viele Leute, geben zu, dass ihr Leben nicht in Ordnung ist, aber sie gehen den nächsten Schritt nicht. Sie bleiben bei der Betrübnis, bei der Traurigkeit stehen, und sie finden nicht das Heil.
Also: Tut Buße heißt, nicht bei der Traurigkeit stehenbleiben, sondern vom Falschen zum Richtigen hin.

Herkunft, Religion und die Forderung nach Umkehr

Jetzt kann man sagen: Na ja, was haben die Leute damals so gedacht? Hat Johannes da irgendetwas Neues gesagt? Ja, das hat er. Denn in Matthäus 3,9 merken wir etwas von der Provokation, die das darstellt.
 Matthäus 3,9: Das sagen die Juden, oder das ist etwas, was sie gesagt haben: Wir haben Abraham zum Vater. Also Buße tun wir? Warum das denn? Wir sind doch Nachkommen Abrahams, uns kann doch gar nichts passieren. Ich weiß gar nicht, was du willst, Johannes.
An der Stelle konfrontiert sie Johannes mit einer sehr unangenehmen Tatsache: Gott hat kein Interesse an ihrer Herkunft. Ob du als Jude geboren bist oder als Berliner, das spielt keine Rolle. Gott hat aber ein Interesse an deinem Leben. Und wenn Johannes ruft: Tut Buße!, dann heißt das so viel wie: Hört her, Leute, der König kommt, und der König sagt euch, ihr braucht einen ganz radikalen Lebenswandel, ein neues, verändertes Leben. Ihr müsst umkehren, ihr könnt nicht so bleiben, wie ihr jetzt seid.
Dann würde er uns sagen: Es genügt nicht, nur jeden Sonntag hier eine Predigt zu hören. Es genügt nicht, gläubige Eltern zu haben. Es genügt nicht, an irgendwelchen Kursen teilzunehmen oder sich für die Gemeindefreizeit angemeldet zu haben. Wenn der König vor der Tür steht, dann gibt es nur eine Antwort, und die heißt Buße, Umkehr, Lebenswechsel, radikal. Alles andere, würde Johannes sagen, ist die falsche Vorbereitung auf den König. Das will er gar nicht.
Und warum sollen die Menschen Buße tun? Hier steht: Denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen. Noch einmal: Der König kommt, er hat quasi seine Pläne schon ausgearbeitet, er wird bald hier sein. Bereitet euch vor!
Und was sollen die Leute vorbereiten? Holen sie jetzt eine Schaufel raus und machen die Wege gerade? Nein, das tun sie nicht. Es bleibt ein Bild. Johannes spricht die Leute persönlich an und sagt: Das, was du ändern musst in deinem Leben, das ist dein Leben, das ist deine Einstellung zu Gott. Bereite dich innerlich darauf vor, dass der König kommt. Solange du so lebst, wie du jetzt lebst, mit deiner Einstellung als Jude, vielleicht auch als Berliner, kannst du dem König nicht begegnen.
Johannes ist seinem König sehr ähnlich. Die Leute haben einen Messias erwartet, der am besten mit einer Legion Engel in einem, am besten 24 Stunden Krieg, alle Römer aus dem Land jagt, eine neue Herrschaft aufrichtet, Israel zu ungeahnter Blüte führt, irgendjemand, der etwas darstellt. Und der König, der wirklich kam, stellte nichts dar. Er war ein König der Herzen, nicht ein König der Politik, der Macht und der Armeen.
Genauso ist Johannes sein Herold, sein Vorankündiger, einer, der mehr dadurch auffällt, dass er unscheinbar ist. Eine Kleidung von Kamelhaaren, kein Kamelhaarmantel, wie wir das vielleicht sehen würden, sondern so etwas Struppiges, Einfaches. Und seine Kleidung? Oh, Raclette. Und feinste Speisen hier aus dem Reform... nein, Heuschrecken und wilder Honig. Ah, hast du das auch schon mal probiert? Johannes würde sagen: Ich esse das jeden Tag. Wie, jeden Tag? Ja, was ich halt so finde. Heuschrecken fliegen hier herum, und Honig finde ich auch manchmal, das esse ich halt.
Und du bist der Herold des Königs? Ich denke, die werden immer bestens verpflegt. Wurden sie auch. Ja, also die echten Herolde, denen ist man mit sehr viel Prompt entgegengegangen. Die haben alles gehabt, was sie gebraucht haben, sie waren ja die Repräsentanten des Königs.
Und hier merken wir: Unser Herr, der auf die Erde kommt, hat einen Repräsentanten, der ihm gleicht. Einfache Kleidung, einfaches Essen, aber eine Botschaft, die die Herzen verändert.
Und jetzt kann man sich fragen: Kann so ein Mann Erfolg haben? Das ist doch allen Marketingplänen total entgegenstehend. Ja, er hat Erfolg.

Die Wirkung der Botschaft

Vers 5 und 6
Da ging zu ihm hinaus Jerusalem und ganz Judäa und die ganze Umgegend des Jordan. Und sie wurden von ihm im Jordan getauft, indem sie ihre Sünden bekannten.
Könnt ihr euch das vorstellen? Da steht er in der Wüste und predigt einen Aufruf zur Buße. Schon das ist unangenehm genug. Und die Leute hören diesen Aufruf. Sie hören ihn nicht nur nach dem Motto: Da ist einer. Sondern sie sind innerlich bewegt und machen sich auf den Weg. Da müssen wir mal hingehen. Da wollen wir uns das mal genauer anschauen und mal zuhören, was der zu sagen hat.
In einem übertragenen Sinn fängt Johannes jetzt an, den Boden vorzubereiten und zu sagen: Ich mache jetzt wirklich die Fahrbahn gerade. Ich sage euch jetzt, wie ihr euch vorbereiten könnt und was ihr an eurem Leben ändern müsst.
Die Leute hören zu und sind innerlich getroffen. Sie merken: Na ja, der da vorne steht, so richtig imposant sieht er nicht aus. Und wenn man halt in der Wüste lebt, riecht man vielleicht auch wie die Wüste. Aber das, was er sagt, das trifft mich ganz schön tief. Da weiß ich eigentlich gar nichts dagegen zu sagen. Eigentlich bringt er genau das zum Ausdruck, was ich die ganze Zeit gesucht habe: Umkehr zu Gott, endlich ein Neuanfang mit Gott. Vielleicht hat er wirklich recht.
Aber wenn ich jetzt einen Neuanfang mit Gott machen will, und viele haben ihn damals gemacht, viele sind zu Gott umgekehrt und haben gesagt: Stimmt, ich möchte das alles, das Falsche und das Alte, nicht mehr tun. Was sollen wir dann tun, Johannes?
Und Johannes hat gesagt: Ach, das ist ganz einfach. Weißt du, Buße kann man nicht sehen. Buße, das ist etwas, was in deinem Herzen passiert. Aber was hältst du davon, wenn du dich taufen lässt?
Und wir denken: Na ja, logisch, das macht eh jeder. Taufe werden wir demnächst, also irgendwann im ersten Halbjahr dieses Jahres, wieder eine Taufe haben, denke ich. Das ist doch ganz normal, das macht man so.
Für einen Juden war es ein totales Unding, sich taufen zu lassen. Juden hatten rituelle Waschungen. Also, die haben sich die Hände gewaschen, die Füße gewaschen, den Kopf gewaschen, immer wieder. Aber so etwas wie bei einer Taufe, jemanden nehmen, ins Wasser stupsen, bis da nichts mehr rausschaut, und ihn wieder rausholen, das haben Juden nicht gemacht. Fast nicht.
Es gab da eine einzige Sache, wo Juden so eine Taufe auch vollzogen haben: die sogenannte Proselytentaufe. Ein Proselyt ist einer, der den Glauben wechselt. Sprich: Wenn ein Nichtjude den jüdischen Glauben annehmen wollte, da musste er eine Menge lernen und eine ganze Menge machen. Und eine Sache dabei war: Er musste durch diese Taufe durch.
Was Johannes jetzt seinen jüdischen Mitbürgern sagte, die Buße tun wollten, war: Wisst ihr was, könntet ihr nicht das tun, was die Heiden tun, wenn sie Juden werden wollen?
Ich bin doch kein Heide!
Oh doch, du bist ein Heide! Im Hinblick auf deinen Glauben bist du ein Heide. Du bist keinen Deut besser.
Oh, und noch was: Was hältst du davon, damit auch alle begreifen, was du da tust, wenn du noch deine Sünden bekennst?
Wie? Na, das, was du Schlechtes getan hast. Du wirst doch Buße tun. Du hast doch hier etwas, was du hinter dir lassen willst. Du kannst noch ein paar Sachen nennen, damit auch alle wissen, wovon du dich lossagst.
Äh, warte mal, ich soll das alles sagen? Da, wo ich fremdgegangen bin und geklaut habe und da ... Was soll ich sagen? Da könnten Leute dabei sein, die mich kennen.
Ja, mach das mal.
Und wir merken: Natürlich ist Buße etwas Inneres. Aber was Johannes mit der Taufe und mit dem Bekennen der Sünde fordert, ist nichts anderes, als öffentlich durch ein Symbol zu zeigen: Ja, ich meine das ernst. Ja, ich bin wirklich einer, der nicht besser ist. Ich bin genauso schlecht wie ein Heide. Ich brauche genauso Vergebung. Ich brauche genauso Buße und Umkehr zu Gott. Und ich bin gern bereit, nicht mehr vor den Menschen irgendwie gut dastehen zu wollen. Sollen sie alles hören, welchen Dreck ich am Stecken habe. Ist doch eh egal, oder?
Ich meine, wenn ich einmal zu Gott umgekehrt bin, dann ist es doch eh wurscht, ob ich den anderen noch sage, wie viel Dreck ich am Stecken hatte. Ist doch egal, oder? Ich bin doch umgekehrt, das ist doch Vergangenheit. Sollen sie ruhig spotten. Wir haben doch genauso viel Dreck am Stecken, was auch nicht besser ist.
Aber ich bin umgekehrt, ich habe Gott.
Und so kamen relativ viele Leute und haben sich taufen lassen.

Die Herausforderung an religiöse Selbstsicherheit

Und dann kamen Leute, die man Pharisäer und Sadduzäer nennt. Verse sieben bis neun: Als er aber viele der Pharisäer und Sadduzäer zu seiner Taufe kommen sah, sprach er zu ihnen: Ihr Otternbrut! Wer hat euch gewiesen, dem kommenden Zorn zu entfliehen? Bringt nun der Buße würdige Frucht und denkt nicht, bei euch selbst zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch, dass Gott dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken vermag.
Zwei religiöse Parteien, das heißt Leute, die in irgendeiner Form Religion praktiziert haben: die Pharisäer, die Konservativen, die Strengen, die sehr am Gesetz gehangen haben; die Sadduzäer, eher die Liberalen, nach dem Motto: Alles ist erlaubt, was uns nicht unbedingt umbringt. Im Großen und Ganzen haben sie auch nicht an die Auferstehung geglaubt, sondern an die Engel, an Gott schon irgendwie.
Also: Das eine sind die Liberalen, das andere die Konservativen. Das sind die Strengen, und das sind die Freien. Und die kommen, und bei solchen Ereignissen auch schon mal gemeinsam, weil dieser Johannes ja weder zu den Pharisäern noch zu den Sadduzäern gehört. Der macht ja auch irgendwie auf Religion. Wollen wir doch mal schauen, was das für einer ist.
Na, sie kommen da hin, und im Allgemeinen werden diese Leute sehr fromm, sehr besonders begrüßt. Müsst ihr euch vorstellen: Die Sadduzäer stellten den Hohenpriester. Also, das waren keine kleinen Leute. Die Pharisäer waren angesehen im Volk. Und Johannes begrüßte sie mit dieser freundlichen Aufforderung, in das Reich Gottes zu kommen: Otternbrut!
Oh, was ist ihr Problem? Das Problem der beiden Gruppen, obwohl sie so unterschiedlich sind, ist dasselbe. Das Problem ist, sie vertrauen letztlich auf sich selbst, auf ihre eigenen Regeln, auf das, was sie selber schaffen können. Sie vertrauen auf einen Standard, den sie selber geschaffen haben und mit dem sie meinen, dass sie, wenn sie ihn einhalten, vor Gott gerecht sind und dass Gott sie dann schon in den Himmel reinlassen wird.
Das ist Religion, und zwar eine Religion, die eine Gefahr für andere Menschen darstellt. Die Gefahr ist, und das könnt ihr nachlesen in Matthäus 23, dass solche Menschen anderen das Reich Gottes verschließen. Deswegen sind sie eine Otternbrut, das heißt Nachkommen der Schlange oder anders ausgedrückt: Nachkommen des Teufels. Diese Art von Religion, egal ob es Liberalismus oder dieses Gesetzliche ist, führt immer zu einem Problem. Sie verschließt für andere Menschen das Reich Gottes, weil es nämlich keine authentische Repräsentation christlichen Glaubens ist. Weil es nicht dazu führt, dass Menschen anfangen, auf die richtige Weise an Gott zu glauben.
Noch heute haben wir beide Strömungen in der Christenheit leider noch drin. Und jetzt kommen diese Leute im Sinne von: Kennt ihr den Spruch „hoffentlich Allianz versichert“? So war das hier auch. Also, ihr wisst ja vielleicht nicht genau, was an dem Johannes dran ist. Anschauen müssen wir uns das, und hoffentlich Allianz versichern. Wenn da was dran sein sollte, dann machen wir das lieber mit der Taufe mit. Denn dann haben wir die Taufe im Sack, und wenn da was dran ist, kommen wir schon durch.
Die Taufe als eine himmlische Feuerversicherung: Der Zorn Gottes könnte kommen. Wenn mich die Taufe rettet, dann mache ich die Taufe mit. Wieso? Ist meine Versicherung, die ich abschließe, damit für den Fall, dass an dem, was Johannes da predigt, irgendwas dran sein sollte. Na ja, dann habe ich das ja. Dann kann ich ja meinen Ausweis vorhalten, dann bin ich auch dabei, ich bin auch getauft.
Und ihr merkt schon: Halt, Stopp! Taufe war doch ein Symbol für das, was innen drin passiert ist, und nicht ein Untersicherungsschein, den ich unterschreibe im Sinne von: Packe ich auch noch zu meinen guten Werken, habe ich auch mitgemacht. Stimmt.
Und deswegen reagiert Johannes hier auch so hart und sagt: Hört mal her, das, was ihr in euren Herzen denkt, ist doch etwas ganz anderes. Ihr denkt doch in Wirklichkeit, ihr braucht mich gar nicht, ihr braucht doch diese Taufe gar nicht. In eurem Herzen vertraut ihr doch eigentlich darauf, dass ihr alle Israeliten seid, Nachkommen Abrahams. Vergesst das! Das ist der falsche Ansatz.
Das kann man sagen: Wussten die Pharisäer und die Sadduzäer das eigentlich? Hätten die das wissen können, was Johannes predigt, dass es einer Buße bedarf? Ja, das hätten sie wissen können. Die Rabbis der damaligen Zeit haben eine ganze Menge über Buße gelehrt. Ich habe hier zwei Zitate mal herausgeschrieben. Einer sagt: „Groß ist Buße, denn sie bringt Heilung für die Welt.“ Ach, Buße ist das, nicht das Halten von Gesetzen. Ja, es ist die Buße, die Umkehr zu Gott, ein alttestamentliches Prinzip.
Ein anderer schreibt: „Ein Mann kann einen Pfeiler ein paar hundert Meter weit schießen, aber Buße kommt bis zum Thron Gottes.“ Eine hohe Wertschätzung. Im Mittelalter sagt der jüdische Gelehrte Maimonides, einer von den wirklich ganz großen Rabbis, was ist Buße? Und er definiert das jetzt. Er sagt: Buße ist, dass der Sünder seine Sünde aufgibt, sie aus seinen Gedanken wegtut und mit allem Verstand beschließt, sie nie wieder zu tun.
Also, die hatten schon das richtige Verständnis von Buße. Ich könnte das gar nicht besser ausdrücken. Und was für die Rabbis der damaligen Zeit auch klar war, wie für uns auch, ist: Echte Buße zieht nach sich ein verändertes Leben. Sie zieht nach sich, dass ich jetzt gerecht leben möchte.
Und ich zeige euch ein paar Beispiele, dass die Leute das tatsächlich verstanden haben. Schlagt mal auf Lukas auf. Da lesen wir von ein paar Leuten, die zu Johannes gekommen waren, die Predigt gehört hatten, sich bekehrt hatten, Buße getan hatten und jetzt plötzlich eine Frage hatten. Lukas 3,10: Und die Volksmengen fragten ihn und sprachen: Was sollen wir denn tun? Wie sieht denn diese Gerechtigkeit aus? Wie funktioniert denn das, was du da predigst, Buße?
Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Wer zwei Unterkleider hat, teile dem mit, der keines hat. Ach, so einfach ist das, so einfach ist Gerechtigkeit. Und wer Speise hat, tue ebenso.
Ah ja, gut. Es kamen aber auch Zöllner, und Zöllner waren Leute, von denen man sich überhaupt nicht erdenken konnte, dass sie irgendetwas Gutes tun können. Es kamen aber auch Zöllner, um getauft zu werden, und sie sprachen zu ihm: Lehrer, was sollen wir tun? Er aber sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, als euch bestimmt ist. Das heißt, nutzt euren Job nicht aus, um noch eine Extraportion Gewinn für euch einzustreichen.
Es fragten ihn aber auch Kriegsleute und sprachen: Und wir, was sollen wir tun? Wie sieht für uns Gerechtigkeit aus? Und er sprach zu ihnen: Tut niemand Gewalt an und erpresst niemand, und begnügt euch mit eurem Sold.
Buße führt, wenn sie echt ist, zu einem veränderten Leben. Und dieses veränderte Leben ist geprägt von Gerechtigkeit. Hier haben wir ein paar praktische Beispiele, wie das aussehen kann.
Was bekommen die Sadduzäer und die Pharisäer gesagt? „Bringt nun der Buße würdige Frucht!“ Ich bin kein guter Biologe, und du könntest mich hier durch den Wald schicken und mich immer fragen, was das für ein Baum ist. Da mag vor meiner Nase ein Apfelbaum stehen und du fragst: Was ist denn das? Und ich denke mir: Hm, sagst du jetzt was und blamierst dich, oder hältst du den Mund und man könnte aus deinem Schweigen schließen, du weißt es vielleicht doch. Ich weiß es nicht. Also, ich kann Bäume nicht unterscheiden. Aber wenn du mich im Herbst zu dem Baum führst, werde ich ihn erkennen. Weißt du warum? Weil da hängen diese Dinger dran, die man essen kann: Äpfel. Da sage ich: Ah, das ist ein Apfelbaum.
Ja, woher weiß ich, dass das ein Apfelbaum ist? Ja, ich kenne den Apfel, ich kenne die Frucht. Woher weiß ich, dass eine Bekehrung echt ist? Ich schaue mir die Frucht an. Ich kann es nicht sagen, ich weiß nicht, was in dem Herzen des Einzelnen passiert ist, aber ich kann sagen: Die Frucht, die sieht aus wie echte Buße. Es ist doch spannend, oder? Die sieht tatsächlich aus, wie die Bibel sagt, dass echte Buße aussehen soll. Gigantisch, so einfach ist Biologie und so einfach ist die Bibel.
Jesaja, der Prophet, drückt das folgendermaßen aus. Er sagt: Der Gottlose verlasse seinen Weg und der Mann der Bosheit seine Gedanken. Der Weg steht für das Tun, Gedanken fürs Denken, logischerweise. Der Mann der Bosheit verlasse seinen Weg und der Mann der Bosheit seine Gedanken, und er kehre um zu dem Herrn. Umkehr, so wird er sich über ihn erbarmen, und zu unserem Gott, denn er ist reich an Vergebung.
An anderer Stelle schreibt derselbe: Wascht euch und reinigt euch, schafft eure bösen Taten aus den Augen. Ist das deutlich genug? Schafft eure bösen Taten aus den Augen, das Alte weg damit! „Hört auf, Böses zu tun, lernt Gutes tun, fragt nach dem Recht.“
Also: Buße oder Umkehr zu Gott ohne Lebensveränderung ist biblisch betrachtet nicht mehr als eine Laune oder Heuchelei. Erich Sauer, ein deutscher Bibellehrer, hat Buße in drei Schritte eingeteilt. Ihr habt das auch auf euren Notizen drauf, glaube ich.
Der erste Schritt ist, dass ich Wissen haben muss. Ich muss wissen, was Sünde ist. Welche Dinge mache ich falsch? Und dann kommt das Zweite, das Gefühl. Echte Buße ist traurig über die Sünde. Und sie ist nicht deshalb traurig, weil ich die Konsequenz der Sünde hasse. Also im Sinne von: Schade, dass das rausgekommen ist, jetzt hat mich doch tatsächlich jemand dabei erwischt, jetzt stehe ich bei dem anderen nicht mehr so gut da.
Nein, echte Trauer über Sünde resultiert daraus, dass ich merke: Ich habe Gott hintergangen. Ich habe den, von dem ich eigentlich sage, den liebe ich, den will ich lieben mit meinem ganzen Herzen, mit meiner ganzen Seele, mit meiner ganzen Kraft, mit meinem ganzen Verstand, den habe ich einfach betrogen. Ich habe Menschen wehgetan, ich habe Beziehungen zerstört. Aber erst mal war ich gegen Gott. Das produziert ein Gefühl.
Und der dritte Punkt ist Veränderung im Leben. Diese drei Schritte könnte man so nacheinander ablaufen lassen. Und glaubt nicht, dass ich jetzt sage, um sich zu bekehren, müsse man irgendetwas tun. Überhaupt nicht.
Aber wenn du dich bekehrt hast, und das zeigt auch der Jakobusbrief, wenn dein Glaube echt ist, glaub mir, dann wird die neue Natur Gottes in deinem Leben Früchte produzieren. Denn wo Leben ist, wird Leben auch spürbar. Du bist im Kreißsaal, das Kind wird geboren und lebt. Du wirst es merken in dem Moment, wo es naht: Es lebt, es lebt, es tut das, was ein Baby tun soll.
Und genauso ist geistliches Leben. Wenn wir das tun, was wir tun sollen, was einfach dazugehört, dann leben wir, dann ist Buße echt. Die andere Seite ist die, dass wir wie die Pharisäer und die Sadduzäer natürlich so eine heilige Show abziehen können, überall auftauchen können, Dinge sagen können, die richtig sind, nach außen hin auch gar nicht so viel Böses tun können, vielleicht sogar getauft sind, aber in unserem Herzen ist nichts passiert.
In unserem Herzen haben wir immer noch die alten Ziele und die alten Ideale, sind wir nicht wirklich abgerückt von dem Falschen, liebäugeln wir immer noch mit dem Bösen, sind wir nicht wirklich neu. Und dann mag uns an der Stelle Johannes auch warnen.

Warnung und Verheißung

 Matthäus 3,10
Warum ist er so schroff zu den Sadduzäern und zu den Pharisäern? Einmal, weil ihre Theologie völlig falsch ist. Aber sie sind dabei, auf ein ganz anderes Problem zuzulaufen. Schon ist aber die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt. Jeder Baum nun, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.
Ich zwar taufe euch mit Wasser zur Buße, der aber nach mir kommt, ist stärker als ich. Dessen Sandalen zu tragen, bin ich nicht würdig. Er wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen. Seine Worfschaufel ist in seiner Hand, und er wird seine Tenne durch und durch reinigen und seinen Weizen in die Scheune sammeln. Die Spreu aber wird er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen.
Die Frage, ob wir echte Buße getan haben, ist wichtig. Und das Erste, was Johannes hier macht, erzählt uns eine Geschichte. Die Geschichte geht folgendermaßen:
Du hast einen Trupp Holzfäller, die mit Äxten unterwegs sind. Einer ist gerade fertig mit seinem Baum und geht zum nächsten Baum. Er will gerade anfangen, und da ruft einer zum Frühstück. Und er nimmt seine Axt und lehnt sie an den Baum, an dem er gerade ist, und geht zum Frühstück.
Und jetzt kommst du vorbei und siehst diesen Trupp Holzfäller, wie sie gerade frühstücken. Und du siehst diese Axt, wie sie an den Baum anlehnt, an der Wurzel des Baumes. Und du denkst dir: Oh, ich weiß, welcher der nächste Baum ist, der abgehauen wird.
Wir wissen nicht, wie lange wir Zeit haben, bis die Holzfäller ihr Frühstück beenden. Wir wissen nicht, wann der Tag ist, wann der Herr Jesus wiederkommt, nicht als Retter, sondern als Richter. Niemand weiß das.
Viele hier sagen: Ich habe Buße getan, das ist nicht mein Thema. Stimmt, ich will halt auch nur ein Stück weit zu denen sprechen, die sich nicht sicher sind, ob sie Buße getan haben, ob ihre Buße echt ist. Wir wissen nicht, wann die Axt aufgenommen und der Baum abgeschlagen wird.
Es ist eine Gefahr darin, in der Haltung der Pharisäer und Sadduzäer zu bleiben. Es ist eine Gefahr darin, nicht auf diese Botschaft des Johannes zu hören: Tut Buße. Das ist die eine Seite, eine Warnung.
Aber es ist nicht nur eine Warnung. Es ist auch dies: Du könntest, wenn du nicht auf ihn hörst, am besten vorbeigehen. Denn es ist nicht nur so, dass es eine Taufe zur Buße mit Wasser gibt, sondern es gibt noch mehr. Es gibt eine Taufe im Heiligen Geist oder eine Taufe mit Heiligem Geist, man kann beides übersetzen.
Das heißt: Jeder, der weiß, der König kommt, und der sagt: Ja, ich will den König in mein Leben aufnehmen, ich möchte mit ihm leben, der erlebt nicht nur die Rettung vor dem kommenden Zorn, er erlebt gleichzeitig auch die Taufe im Heiligen Geist.
Dazu schreibt Paulus im 1. Korinther 12, was dabei passiert. 1. Korinther 12,12: Denn wie der Leib einer ist und viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich viele, ein Leib sind, so auch der Christus.
Gemeinde, Leib Christi, das ist ein Leib aus vielen Gliedern zusammengesetzt. Ja, wie ist denn das passiert? 1. Korinther 12,13: Denn in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden.
Weil wir alle denselben Geist haben, gehören wir als Kinder Gottes zu demselben Leib. Und daran geht jeder vorbei, der nicht Buße tut. Er gehört nicht zur Gemeinde. Und es besteht die Gefahr, dass das passiert, was wir dann hier lesen, dass er nicht mit Heiligem Geist, sondern mit Feuer getauft wird.
Was ist damit gemeint? Schauen wir uns das letzte Bild noch an. Seine Worfschaufel ist in seiner Hand, und er wird seine Tenne durch und durch reinigen und seinen Weizen in die Scheune sammeln. Die Spreu aber wird er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen.
Eine Worfschaufel, das ist etwas, was wir nicht mehr kennen. Nimm eine Tenne: Auf der Tenne liegt das Getreide. Du haust so lange auf das Getreide drauf oder lässt einen Dreschschlitten drüberfahren, bis sich die Körner von den Spelzen trennen.
Aber jetzt die Frage: Wie kriege ich die Spelzen raus, sodass die Körner da bleiben? Weil gemeinsam schmeckt das nicht im Brot. Sehr ballaststoffreich, wenn du es gemeinsam verarbeitest.
Man macht es folgendermaßen: Die Tenne ist auf einem erhöhten Platz, da fegt immer der Wind rüber. Und du nimmst eine Worfschaufel, das ist mehr oder weniger so eine Art Schneeschieber, greifst in deinen Haufen und wirfst ihn hoch.
Was passiert? Die Spreu, die leicht ist, wird vom Wind erfasst und weggeweht und später dann, weil sie sich auch irgendwo absammelt, verbrannt. Die schweren Körner fallen wieder runter. Die Worfschaufel: Er wirft es hoch, die Spreu geht weg, die Körner kommen wieder runter.
Die Worfschaufel ist ein Bild dafür, dass Gott kommt und trennt. Jesus wird wiederkommen, und er wird richten. Und das eine, das kommt in seine Scheune, das gehört ihm und zu ihm, und das andere, das kommt in die Hölle und wird verbrannt.
Und es ist unsere Entscheidung, was wir wollen. Wer Buße tut, entscheidet sich dafür, mit Heiligem Geist getauft zu werden, zur Gemeinde. Wer nicht Buße tut, entscheidet sich auch, mit Feuer getauft zu werden, zur ewigen Verdammnis.
Und so bleibt am Schluss die Frage: Wo stehst du? Wo stehst du in diesem Prozess? Ist deine Buße echt? Oder bist du einer, der sagt: Ich weiß es eigentlich nicht, ich stehe kurz davor, dass mein Freund mich nicht verstanden hat, dass er mich verstanden hat, dass er mich verstanden hat, dass er mich verstanden hat, dass er mich verstanden hat, dass er mich verstanden hat, dass er mich verstanden hat, dass er mich verstanden hat, dass er mich verstanden hat, dass er mich verstanden hat, dass er mich verstanden hat, dass er mich verstanden hat, dass er mich verstanden hat, dass er mich verstanden hat, dass er mich verstanden hat, dass er mich verstanden hat, dass er nicht verstanden hat, dass er nicht verstanden hat, dass er nicht verstanden hat, dass er nicht verstanden hat, dass er nicht verstanden, dass er nicht verstanden, dass he, he, he, he, he, he, he, he, he,
„Ich weiß, Jesus klopft die ganze Zeit an, und ich müsste den Schritt tun, ich müsste ihn eigentlich endlich reinlassen, ich weiß genug.“ Dann möchte ich dich bitten, dass du es heute tust, weil du nicht weißt, ob es einen Morgen gibt.
Wenn du sagst: Jürgen, ich habe das getan, dann möchte ich dich nicht entlassen, ohne dir zu sagen, dass wir der Buße würdige Frucht bringen sollen. Und dass das etwas ist, was man nicht einmal tut, sondern was unser Leben lang anhält.
Ich merke es, dass man nach zehn, fünfzehn Jahren in so einen Trott reinkommen kann, in einen Trott, in dem Biss und Eifer der ersten Jahre verfliegen. Dann möchte ich dich einfach neu auffordern, doch darüber nachzudenken, ob es in deinem Leben nicht dran wäre, mit neuer Qualität dem Herrn Jesus nachzufolgen, mit mehr Biss, und zu überlegen, ob das, was ich lebe, noch der Buße würdig ist.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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