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Die Sinne des Menschen - Produkt des Zufalls oder geniale Konstruktion?

Psalm 94,9
Du bist kein Zufallsprodukt. Die Frage ist: Wer hat dich gewollt – und wohin gehst du? Der Blick auf Gehirn und Sinne führt zu einer klaren Entscheidung über Leben, Hoffnung und Ewigkeit.

Die Frage nach dem Wesen des Menschen

Was ist der Mensch? Ist er ein Produkt des Zufalls, oder ist der Mensch eine unvorstellbar geniale Konstruktion? Wir wollen darüber nachdenken und dann am Ende selbst die Schlussfolgerung ziehen. Das ist eine sehr wichtige Sache für uns.
Wer ist der Mensch eigentlich? Darüber haben sehr viele Leute nachgedacht, und sie sind zu sehr unterschiedlichen Aussagen gekommen. Ich möchte einige davon hier zusammentragen, weil wir uns ja selbst auch einordnen müssen: Wer sind wir? Das wollen wir wissen. Wer sind wir, wo kommen wir her, und die wichtigste Frage: Wohin gehen wir einmal? Auch die soll heute Abend nicht zu kurz kommen.
Der Dichter Friedrich Hebbel sagte einmal, und das ist sehr negativ, was er über den Menschen sagte: Der Mensch ist nur passabel bis zum Nabel. Dann folgt das Ungeheuer.
Und der Philosoph Friedrich Nietzsche meinte, der Mensch ist kränker, unsicherer, wechselnder, unfestgestellter als irgendein Tier sonst. Also nur ein Tier, das war seine Auffassung.
Auch zur Herkunft des Menschen haben sehr viele Leute Meinungen abgegeben, und auch hier möchte ich einmal nur eine Meinung wiedergeben, unter vielen. Der französische Nobelpreisträger Jacques Monod hat das so auf den Punkt gebracht. Er sagte: „Unsere Losnummer kam beim Glücksspiel heraus.“ Ist es da verwunderlich, dass wir unser Dasein als sonderbar empfinden? Wie jemand, der im Glücksspiel eine Milliarde gewonnen hat, so meint er. Durch Zufall, durch Würfeln, am Ende stehen wir dann in dieser Kette des Würfels und des Lotteriespiels.
Das ist das, was uns die Menschen sagen. Aber wir wollen auch auf die Antwort hören, die Gott uns gibt.

Gottes Sicht auf Herkunft und Würde

Auch Gott gibt uns die Antwort darauf, wer wir sind. Das lesen wir in Psalm 8. Dort steht: Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und das Menschenkind, dass du dich seiner annimmst? Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, und mit Ehre und Schmuck hast du ihn gekrönt.
Wir sehen: Gott hat eine ganz andere Meinung von uns. Und das ist gut so, dass Gott uns für so wertvoll erachtet und solche Sätze über uns ausspricht. Sein grösster Wunsch ist es, dass wir einmal eine ganze Ewigkeit mit ihm zusammenleben. Und wir können die Weichen dazu stellen. Das ist grossartig.
Und Gott sagt uns auch etwas zur Herkunft, also dazu, woher wir kommen. Die Bibliotheken dieser Welt sind gefüllt mit Beiträgen darüber, woher der Mensch wohl kommt und was es da alles gibt, was die Menschen dazu gesagt haben. Nehmen Sie die Bibel zur Hand. Dort steht es kurz und knapp, und ausserdem ist es die Wahrheit. Das ist der grosse Vorteil.
Dort sehen wir, dass Gott einen Plan hatte. Da heisst es: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei. Und dann kommt die Ausführung. Dort heisst es: Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Weib.
Soweit zunächst die beiden generellen Meinungen zum Menschen. Und wir wollen heute ein Stück weit daran denken, mitdenken und dann zu eigenen Schlussfolgerungen kommen, indem wir uns den Menschen ein Stück weit einmal ansehen.

Das Gehirn als verborgenes Wunder

Beginnen wir zunächst einmal mit dem Gehirn, um dazu ein paar Gedanken zu sagen.
Das Gehirn ist das komplexeste Gebilde, das wir überhaupt kennen. Kein Computer unserer Zeit, kein Telefonnetz der Erde und auch nichts anderes, was wir uns an Komplexem vorstellen können, ist nur annähernd so komplex wie unser Gehirn. So etwas Kostbares haben Sie alle heute mitgebracht. Hier sind also unvorstellbare Werte vertreten an diesem Abend, weil wir alle so etwas Großartiges bei uns haben, das wir mitgebracht haben.
Wir haben in unserem Gehirn etwa einhundert Milliarden Bauelemente, diese Neuronen. Und diese Bauelemente sind nicht nur kleine Bauelemente, sondern, wenn man es einmal genauer betrachtet, eigene Computer, die mit Software betrieben werden. Sie sind verschaltet und verdrahtet. Das ist ein riesiges Computernetzwerk. Es sind also 100 Milliarden Computer miteinander verschaltet und verdrahtet. Und es gibt Tausende von Querverbindungen von einem Rechner zum anderen, Tausende, nicht nur ein paar, die von jedem einzelnen Rechnersystem ausgehen.
Wenn man alle diese Querverbindungen einmal zusammennimmt, dann kommt eine Zahl heraus, die fast an die Zahl der Sterne heranreicht. Unvorstellbar viele solcher Querverbindungen gibt es. Wenn wir uns einmal einen Eindruck von der Komplexität dieses Gehirns verschaffen wollen, dann können wir das so ausdrücken: Wenn man von einem einzigen Bauelement ausgeht und alle Kabel aufschreiben würde, die zu anderen Bauelementen oder zu anderen Rechnern ausgehen, dann würden wir 40 Seiten bedruckten Papiers benötigen, um nur den Kabelplan darzustellen, und zwar von einem einzigen Bauelement.
Nehmen wir das ganze Gehirn zusammen, dann würden dabei fünf Milliarden Bände herauskommen, wobei jeder Band 400 Seiten hat. Eine der größten Bibliotheken auf dieser Welt ist die große Kongressbibliothek in Washington. Nur um den Kabelplan des Gehirns darzustellen, würden wir eine Bibliothek benötigen, die noch 250-mal größer ist als die große Kongressbibliothek in Washington.
Dann hätten wir nur den Kabelplan dargestellt. Dann wissen wir noch absolut nichts darüber, wie das Gehirn funktioniert. Dann können wir noch überhaupt nicht sagen, wie dort Information verarbeitet wird. Wie es kommt, dass wir Gedanken aufnehmen können, Schlussfolgerungen ziehen, Einsichten finden und kreativ damit umgehen können, können wir überhaupt nicht beurteilen.
Das Gehirn ist jenes Gerät auf dieser Welt, wenn man es einmal so ausdrücken will, von dem man sagen kann, dass es fast vollständig unverstanden ist. Wir wissen wissenschaftlich überhaupt nicht, wie das funktioniert. Wenn wir das wüssten, würden wir unsere Computer danach bauen, und ich komme ja aus dem Bereich der Computertechnik. Das würden wir sofort umsetzen, aber das können wir nicht.
Unsere Computer können nur Programme abarbeiten, Befehl nach Befehl, mehr geht nicht. Kein eigenes Denken, keine Schlussfolgerung, nichts, gar nichts. Unser Gehirn kann das. Und Sie werden das heute auch reichlich einsetzen, denn Sie werden auch heute zu Schlussfolgerungen angeregt werden, das ist das Ziel. Wenn wir so ein kostbares Gerät mitgebracht haben, dann wollen wir das natürlich auch alle einsetzen.
Wir leben im Zeitalter der Computertechnik, und wir stellen fest, dass das Gehirn eine unvorstellbar hohe Rechengeschwindigkeit hat. In einer Sekunde werden nämlich zehn hoch achtzehn Rechenoperationen ausgeführt. Zehn hoch achtzehn, das ist eine Milliarde mal eine Milliarde, unvorstellbar hoch. Die schnellsten Rechner, die wir heute haben, schaffen etwa zehn Milliarden Rechenoperationen in einer Sekunde. Wir können also sagen: Unser Gehirn arbeitet noch hundert Millionen Mal schneller als der schnellste Rechner, den es heute gibt. Dann haben wir einmal einen Eindruck von der Leistungsfähigkeit unseres Gehirns.
Jetzt stellen Sie sofort die Frage: Was wird denn da so viel gerechnet? Zwei mal zwei gleich vier, das schaffen wir sofort. Was wird denn so unglaublich viel gerechnet? Und das will ich Ihnen jetzt darstellen, anhand der Sinnesorgane. Wir werden heute Abend einen kleinen Gang durch die Sinnesorgane durchführen. Dabei werden wir feststellen, dass von den Sinnesorganen ausgehend das, was dann dem Gehirn vermittelt wird, die Rechenaufgaben für unser Gehirn besorgt.

Sehen, Hören und die Wahrnehmung der Welt

Fangen wir einmal mit dem Auge an. Schon im Buch Prediger in der Bibel steht: Das Auge sieht sich nimmer satt. Unser Auge ist begierig, Informationen aufzunehmen. Mit Hilfe des Lichtsinnes lesen wir Zeitungen, Briefe, Zeitschriften und Bücher. Wir schauen uns die Farben der Blüten an, wir schauen uns die Menschen an, wir schauen uns die verschiedenen Städte an, in die wir kommen. Alles wird mit dem Auge wahrgenommen.
Siebzig Prozent aller unserer Sinneszellen, die wir haben, befinden sich im Auge. Und wir können also sagen: Das Auge ist wirklich eines der wichtigsten Sinnesorgane, die wir haben.
Bemerkenswert ist auch, wenn wir die Bibel aufschlagen, dass zunächst einmal dafür Sorge getragen wird, dass erst einmal das Licht geschaffen wird, also die Voraussetzung zum Sehen. Darum heißt es dort am Anfang der Bibel: Es werde Licht. Fünfmal steht dann hintereinander nach den einzelnen Schöpfungswerken: Und Gott sah, dass es gut war. Wir merken, das Sehen spielt auch hier wieder bei Gott eine große Rolle. Und als Gott dann die Gesamtschöpfung beurteilt, da heißt es: Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte. Jetzt kommt wieder: Und siehe, es war sehr gut. Das heißt, Gott betrachtet selbst die Schöpfung und fällt dann ein Urteil, nachdem er selbst mit seinen Augen das gesehen hat. Daran wird auch die Ebenbildlichkeit deutlich, dass wir nach seinem Bild geschaffen sind.
Das Auge hat viele, viele technische Details. Ein Abend reicht nicht aus, um nur darauf einzugehen, so großartig ist das alles gemacht. Auf einem Quadratmillimeter unserer Netzhaut befinden sich 400 Sehzellen, die das Licht sammeln und die Information dann weiterleiten zum Auge. Der optische Nerv hat einen Durchmesser von zwei Millimeter, und dort wird in diesem Strang die Information weitergeleitet, in einem Kabel, in dem sich über eine Million Leitungen befinden, feinste, säuberlich isolierte. Wir sind weit davon entfernt, mit unserer Computertechnik auch nur Vergleichbares herstellen zu können. Und das ist alles auf kleinstem Raum hier realisiert.
Wir haben viele Fähigkeiten mit dem Auge. Eine besondere möchte ich hervorheben, das ist die Adaption. Das hellste Licht, das wir wahrnehmen können, ist etwa das, wenn wir uns mittags an einem Gletscher befinden und die Sonne darauf scheint. Das ist so ziemlich das hellste, was unser Auge noch verkraften kann. Und das dunkelste, was wir gerade noch sehen können, ist, wenn wir in einer mondlosen Nacht in den Himmel schauen und den allerschwächsten Stern, den wir gerade noch mit dem Auge wahrnehmen können. Und zwischen diesen beiden Helligkeiten liegt der Faktor von eins zu einer Billion. Es gibt kein technisches Gerät, das in der Lage ist, einen so weiten Bereich zu überspannen. Bei dem Auge haben wir das, wir können das machen.
Wir haben die Möglichkeit des Farbsehens. Durch drei Komponenten wird die Farbe bestimmt: Farbton, Helligkeit und Sättigung. Wenn man das alles berücksichtigt, dann kommen wir auf über eine Million verschiedene Farbwertigkeiten, die wir unterscheiden können. Das ist unglaublich viel, was unser Auge dort im Einzelnen leistet.
Wir haben zwei Augen und damit zwei Filmkameras, und in getrennten Kabeln wird die Information zum Gehirn gesendet. Da geschieht etwas ganz Großartiges in unserem Gehirn: Es kommen zwei Bilder zusammen, und die werden verschmolzen zu einem einzigen. Ich habe mal einen Lichtbildervortrag gesehen, und der Referent hatte sich große Mühe gemacht, indem er eine weite Landschaft fotografiert hatte und mit zwei Kameras fotografiert hatte. Und nun hatte er versucht, diese beiden Bilder so zu justieren, dass sie zusammenkamen, dass also die Berge auf dem einen Bild ihre Fortsetzung fanden auf dem zweiten Dia. Er hat also ständig an den beiden Projektoren versucht zu drehen und zu stellen, dass das irgendwie zusammenkommt. Es ist während des gesamten Vortrags nie gelungen, dass diese beiden Bilder zusammenkamen. Bei unserem Gehirn geht das spielend. Es sind Programme, die die Bilder so verarbeiten, dass sie verschmolzen werden zu einem einzigen Bild. Oder sieht irgendjemand von uns eine Trennlinie zwischen den beiden Bildern, die von den unterschiedlichen Augen erstellt werden? Es funktioniert wunderbar. Das sind geniale Programme, die das im Einzelnen alles ausführen.
Wenn wir uns diese Welt, unser Leben und alles, was wir sehen, ansehen, dann stellen wir fest, dass alles Wichtige, was es gibt, in der Bibel vorkommt. Alles. Es gibt keinen Bereich unseres Lebens, keine Sache, die wichtig ist und die dann nicht in der Bibel vorkäme. Die Bibel ist das Universalbuch, wo alles vorkommt. Die Bibel hat die größte Reichweite in der Geschichte, nämlich vom ersten Tag der Weltgeschichte an bis zum Ende, und reicht bis in die Ewigkeit. Und alles, was in unserem Leben überhaupt nur vorkommt, von der Geburt bis zum Tod, alle Dinge tauchen dort auf.
Da das Auge, haben wir gesehen, sehr wichtig ist, können wir schon jetzt schließen: Also wird das Auge in besonderer Weise auch in der Bibel abgehandelt sein. Wir werden viele Aussagen über das Auge finden und schauen uns einmal einige an.
In Psalm 94,9 heißt es: Der das Auge gemacht hat, sollte der nicht sehen? Das Auge hat sich nicht evolutiv entwickelt, wie viele glauben, sondern das Auge hat einer gemacht, der selber auch sieht. Nach diesem Konzept ist das Auge konstruiert, er ist der Urheber des Auges. In einem einzigen Satz ist das festgestellt, und jetzt wissen wir es.
Die Bibel zeigt uns auch, dass das Auge des Leibes Leuchte ist. Das Auge verrät, wer wir sind. An unserem Blick, wie wir sehen, wie wir schauen, kann man vieles ablesen: ob wir freundlich sind, ob wir mürrisch sind, ob wir stolz sind, ob wir geldgierig sind, geizig sind. Alle diese Dinge sind am Auge ablesbar. Das Auge ist des Leibes Leuchte, so sagt es der Jesus in der Bergpredigt. Wenn dein Auge lauter ist, so wird dein ganzer Leib Licht sein. Wenn aber dein Auge böse ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein?
Mit den Augen können wir auch Hilfe erwarten von Gott. In Psalm 121 lesen wir: Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Wenn wir Hilfe brauchen, dann ist damit die Adresse genannt, wohin wir uns wenden können. Und ich glaube, jeder von uns hat Situationen, wo er Hilfe braucht, wo er in Nöte kommt. Dann ist das die Adresse, hier können wir uns hinwenden.

Die Augen zwischen Sünde, Rettung und Hoffnung

Die Bibel zeigt uns sehr viele Dinge, die gut sind. Sie zeigt uns aber auch die Realität des Bösen und auch, wie das Böse in diese Welt gekommen ist. Viele Menschen haben dazu eine Frage. Die Bibel sagt uns, dass dies im Sündenfall geschehen ist.
Im Sündenfall erlag der Mensch der Augenlust. In 1. Mose 3,6 lesen wir: Und das Weib sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre. So begann die Sünde mit der Lust für die Augen. Das war der Anfang der Sünde. Das Auge wurde zum Einfallstor der Sünde, und durch den Sündenfall ist eine ganze Menschheit kaputtgegangen. Nicht nur einer, sondern wir alle sind vom Sündenfall her infiziert. Und wir alle brauchen daher die Erlösung, damit wir zurückkommen zu diesem lebendigen Gott, der uns geschaffen hat und der uns gewollt hat. Das ist ein ganz wesentlicher Aspekt, den uns die Bibel mitteilt.
Diese Rettung wird uns auch wieder durch das Auge deutlich gemacht. Simeon, ein frommer Mann in Israel, hatte die Verheissung bekommen, dass er nicht sterben werde, ehe er zuvor den Christus des Herrn gesehen habe. Das geschah, und dann sagt er selbst: Meine Augen haben deinen Heiland gesehen. Und dann konnte er in Frieden gehen.
Der Apostel Johannes drückt uns seine Kenntnis von Jesus auch als Augenzeuge aus, indem er sagt: Wir sahen seine Herrlichkeit, als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Es waren Augenzeugen da, die alles gesehen haben und die uns das aufgeschrieben haben. Unser Glaube hat also ein grundlegendes, gutes Fundament. Und wir sind auch aufgerufen zum Denken. Es ist nicht so, wie manche das sagen: Wer glauben will, der muss seinen Verstand an der Garderobe abgeben. Ganz im Gegenteil, wir müssen sehr scharf mitdenken. Dazu sind wir von der Bibel her auch aufgerufen.
Ein anderer sehr wichtiger Punkt des Sehens ist der, dass dieser Jesus Christus, der als Retter in diese Welt gekommen ist, eines Tages wiederkommen wird. Es kann sein, wir wissen es nicht. Er hat uns nicht Zeit und Stunde gesagt. Es kann sein, dass wir es noch direkt erleben werden, bevor wir gestorben sind. Das wissen wir nicht. Er hat aber versprochen, dass er kommen wird. Und schauen wir uns einmal diesen Vers an, der uns dieses Wiederkommen Jesu beschreibt. Das Ganze hat wieder mit den Augen zu tun. Da heisst es: Siehe, er kommt mit den Wolken, und es werden ihn sehen alle Augen und alle, die ihn durchbohrt haben, und es werden wehklagen um seinetwillen alle Geschlechter der Erde.
Dies ist eigentlich ein ganz merkwürdiger Vers. Zunächst einmal steht hier: Es werden ihn sehen alle. Jeder Einzelne, der heute Abend hier ist, wird den Herrn Jesus direkt sehen, mit den eigenen Augen. Ob wir inzwischen gestorben sind oder nicht, spielt dabei gar keine Rolle. Wir werden auferstehen, und dann werden wir ihn mit den neuen Augen sehen. Aber sehen werden wir ihn alle, und zwar ganz unabhängig davon, ob wir an ihn geglaubt haben, ob wir in diesem Leben eine Entscheidung für ihn getroffen haben oder nicht.
Und jetzt kommt ein Satz, der sehr traurig stimmt. Hier steht nämlich: Und es werden wehklagen um seinetwillen alle Geschlechter der Erde. Das soll heissen, dass alle Generationen, die je auf dieser Erde gelebt haben, dann vor ihm versammelt sein werden. Und sie werden ihn alle sehen, und sie werden wehklagen. Warum das? Warum wehklagen sie? Hier müsste doch eigentlich stehen, dass sie sich freuen und jubeln werden. Jetzt ist dieser Herr da, der alles gemacht hat. Nein, hier steht: Sie werden wehklagen. Sie werden jammern. Und an anderer Stelle steht, dass sie den Hügeln zurufen werden, die Hügel sollten über sie fallen, damit sie das Angesicht dieses Herrn nicht sehen. Das steht dort.
Und zwar werden aus allen Generationen, aus allen Völkern und aus allen Stämmen, überall, wo die Leute sich versammeln werden, viele wehklagen. Und es wird nur ein relativ kleiner Prozentsatz sein, der wirklich in Jubel ausbrechen wird. Wir würden sagen: Jetzt sehen wir den, an den wir immer geglaubt haben. Wir haben irgendwann in unserem Leben eine Entscheidung für diesen Herrn getroffen, und jetzt ist er da, wie er es versprochen hat. Jetzt sehen wir ihn. Und er wird dann uns zurufen und sagen: Kommt her, erbt das Reich, das für euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Ein grossartiger Satz.
Wir haben gar nichts weiter getan. Wir haben mit unserem Leben uns auf ihn hin ausgerichtet, wir haben an ihn geglaubt, haben nach seinem Konzept gelebt, und jetzt schenkt er uns eine ganze Ewigkeit. Und es gibt viele Menschen, die in diesem Leben gesagt haben: Das interessiert uns eigentlich gar nicht, wir haben ganz andere Ideen, für uns ist etwas ganz anderes wichtig. Und jetzt werden sie merken, dass das ganze Leben falsch gelebt wurde, total daneben, mit falschen Entscheidungen. Aber es ist nicht mehr korrigierbar. Das sehen wir auch. Sie werden wehklagen und möchten am liebsten vom Erdboden verschwinden, aber es geht nicht.
Wir sind als Ewigkeitsgeschöpfe angelegt, und niemand kann sich aus dem Staube machen, niemand, und niemand kann sich für tot erklären. Es geht nicht. Wir sind Ewigkeitsgeschöpfe. Wir sind so angelegt von der Schöpfungsordnung Gottes, dass unsere Existenz niemals ausgelöscht werden wird. Wir bleiben ewig existent, entweder in der Gegenwart Gottes oder ganz weit weg von ihm.
Und wenn wir solche Abende veranstalten, dann will ich es auf den Punkt bringen, was wir wollen: Wir wollen möglichst viele Menschen gewinnen für diesen Jesus, damit sie dann, wenn er wiederkommt in Macht und Herrlichkeit und ihn alle sehen werden, zu denen gehören, die sich freuen können. Wir wollen also durch diese Veranstaltung möglichst viel Freude machen, dass möglichst viele zur Freude kommen.
Diese Zeit unseres Lebens ist uns von Gott dazu geschenkt, dass wir umbuchen können, dass wir umpolen können mit unserem Leben und dass wir sagen können: Hier bin ich, Herr, ich habe bisher so und so gelebt, aber jetzt will ich dir folgen, damit ich an jenem Tag bei dir bin. Und das werde ich sehen mit den Augen, mit den neuen Augen, die er uns schenkt. Die neuen Augen werden keine Brille mehr brauchen. Sie sind weder weitsichtig noch fernsichtig. Sie sehen alles. Sie haben die Qualität der Augen Gottes, würde ich mal sagen, weil das alles neu wird.
Neulich kam nach einem Vortrag eine Frau auf mich zu. Sie war blind, ihr Mann führte sie zu mir. Dann hat sie mir einen Satz gesagt, den ich nie vergessen werde. Da hat sie gesagt: Wissen Sie, was meine neuen Augen zuallererst sehen werden? Ich sage: Sagen Sie es mir. Den Herrn Jesus. Sie sagt: Das stimmt. Sie werden neue Augen bekommen, sie werden nie wieder blind werden, und dann werden sie zuallererst den Herrn Jesus sehen, an den sie geglaubt haben, auf den sie gehofft haben und ihr Leben ausgerichtet haben. Das stimmt.
Und diese Hoffnung, die wollen wir alle haben. Da wollen wir uns gegenseitig ermutigen, dass wir das sehen werden. Wir wollen hinaus auf das Ziel. Am Ende werde ich noch ausführlicher darüber sprechen: Das eigentliche Ziel unseres Lebens ist die Ewigkeit, der Himmel. Das ist der grössere Teil, denn dieses Leben ist kurz und knapp. Die Bibel sagt, dieses Leben ist wie ein Dampf, wie ein Schatten. Das sind alles ganz schnell vergehende Dinge dieser Welt, und so wird unser Leben verglichen.
Aber die Ewigkeit, die ist unvorstellbar lang. Das kann man nicht einmal mathematisch ausdrücken, wie lang und von welcher Art das sein wird. Und dort hat Gott etwas für uns präpariert. Das wird auch wieder mit dem Auge zu tun haben. Da steht nämlich in 1. Korinther 2,9: Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschenherz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben. Kein Auge auf dieser Erde, kein Ohr auf dieser Erde hat je so etwas gesehen und so etwas gehört, was Gott dort für uns bereitet hat.
Das ist das Ziel. Da wollen wir hin, und da wollen wir möglichst viele Menschen mitnehmen. Das ist das Ziel: möglichst viele Menschen dorthin.

Das Ohr und die Kraft des Hörens

Ich komme zum nächsten Sinnesorgan, das ist das Ohr. Auch das Ohr ist ein sehr wichtiges Sinnesorgan für uns, weil wir viele Dinge mit dem Ohr wahrnehmen. Sie haben jetzt im Augenblick beides im Visier: die Augen und auch das Ohr. Das geschieht gleichzeitig.
Mit dem Ohr nehmen wir alles Mögliche wahr: das leise Plätschern am Ufer eines Sees, wenn das Wasser eine Welle ausrollt, das Trillern einer Lerche, aber auch einen Presslufthammer. Alle möglichen Dinge nehmen wir mit dem Ohr wahr.
Auch beim Ohr ist es so, dass wir einen sehr weiten Bereich überspannen, und zwar auch ohne Messbereichsumschaltung, einen Faktor von 1 zu einer Billion in der Energie des Schalles. Das ist unvorstellbar weit. Kein Physiker, kein Chemiker oder was auch immer, kein Ingenieur auf dieser Welt hat je ein Gerät bauen können, das ohne Messbereichsumschaltung einen so weiten Bereich umspannt. Der Schöpfer hat es gemacht. Ich kann es niemals glauben, dass so etwas von alleine entsteht. Welch eine geniale Konzeption steckt dahinter.
Außerdem hat dieses Ohr etwas ganz Besonderes. Ich will mal eine Zwischenfrage stellen: Was meinen Sie, wie viele Ohren haben wir? Wenn wir durchzählen, wer gibt mir mal eine Antwort? Wie viele Ohren haben wir? Zwei sind zu sehen, das war eine sehr geniale Antwort. Ja, ich sehe, hier sind viele Gehirne im Einsatz, und da kriegt man die richtigen Antworten.
So ist es tatsächlich: Wir sehen zwei Ohren, aber wir haben in Wirklichkeit sechs Ohren. Warum haben wir sechs Ohren? Der Schall geht einmal direkt aufs Trommelfell zu, wird weitergeleitet und verarbeitet. Dann haben wir so schöne Ohrmuscheln, die sind nicht nur für die Brille gedacht, sondern die haben auch einen physikalischen Wert. Der Schall trifft auf die Ohrmuschel, läuft hier am äußeren Ende der Ohrmuschel längs, und eine fünftausendstel Sekunde später kommt dasselbe Signal zeitverzögert noch mal aufs Trommelfell. Zwei Signale hintereinander.
Das von beiden Ohren – jetzt können Sie schon sehen, das sind vier Messpunkte in unserem Ohr, vier Messpunkte, die dem Gehirn angeboten werden. Diese vier Messpunkte werden jetzt miteinander verknüpft. Wenn wir vier Punkte haben, dann können wir das sechs Mal miteinander verknüpfen, und genau das geschieht im Gehirn. Aus diesen Messsignalen sind sechs physikalische Messwerte vorhanden, und die werden nun, jetzt setzt der Computer wieder ein, verrechnet mit sehr, sehr komplizierten Programmen, die noch niemand verstanden hat.
Wozu dient das eigentlich, dass wir sechs Ohren haben? Wir haben die Fähigkeit, was kein Mikrofon kann und kein Tonbandgerät: Wir können uns in einer Menge, die sich unterhält, auf eine ganz bestimmte Person konzentrieren. Da erzählt einer etwas Interessantes, und dann hören wir genau dorthin, und alles andere unterdrücken wir weitgehend. Das können wir. Und das leisten die sechs Ohren, weil wir damit in eine ganz bestimmte Richtung hören können und außerdem noch mit Hilfe des Gehirns die Dinge einfach heruntersetzen, die wir nicht hören wollen. Also auch noch die Semantik können wir unterdrücken. Das kann natürlich kein Mikrofon und kein technisches Gerät. Darum haben wir sechs Ohren.
Es hat noch einen anderen Grund, dass wir die Ohrmuschel haben. Die Evolution kann da nichts damit anfangen, dass wir Ohrmuscheln haben. Darwin konnte nichts damit anfangen, wir können ihm das heute sehr gut erklären. Wir haben die Ohrmuschel noch aus einem anderen technischen Grund: Wenn man nach draußen rausgeht und mit einem Mikrofon Aufnahmen macht, dann wird der Wind, der auf das Mikrofon kommt, Geräusche machen, sodass man das eigentliche Nutzsignal gar nicht richtig verstehen kann. Deswegen haben die Tontechniker da große Hauben herumgespannt und so weiter, damit dieser Windeffekt unterdrückt wird.
Wir haben keine großen Schaumbälle um die Ohren, gar nicht nötig, weil unser Ohr so konstruiert ist, dass wir auch bei Wind hören können. Die Konstruktion des Ohres ist so gemacht, dass wir auch in heftigem Wind immer noch hören können und uns auch dort unterhalten können. Sehr, sehr genial ist das alles gemacht, wenn wir darauf hinschauen.
Außerdem wird das Schallsignal mehrfach umgewandelt. Die letzte Stufe ist an einem Innenohr, wo also das umgewandelt wird in mechanische Schwingungen. Und im Innenohr, da haben wir nun ein Klavier stehen, will ich das mal ausdrücken: ein Klavier mit zwölftausend Tasten in vier Reihen, zwölftausend Tasten. Wir haben ja eben ein schönes Stück gehört, wir haben eine gute Klavierspielerin hier. Wenn ich mal fragen würde, können Sie auf zwölftausend Tasten spielen? Das kann die Beste nicht. Und so ist das auch: Gott spielt also in unserem Ohr mit zwölftausend Klaviertasten. Die Schallschwingungen, die sich im Innenohr bewegen, die betätigen zwölftausend Klaviertasten, und dann wird das Ganze noch mal umgewandelt in ein elektrisches Signal, und dieses elektrische Signal wird dann zum Gehirn weitergeleitet. Dort wird es umgewandelt in Bedeutung, die wir dann verstehen können.
Wenn Sie jetzt nur ein einzelnes Wort hören, stellen Sie sich vor, wie viele komplizierten physikalischen Dinge sich da inzwischen abspielen, bis die Information an unser Ohr gelangt.
Auch zum Ohr sagt uns die Bibel Entscheidendes: Der, der das Ohr gepflanzt hat, sollte der nicht hören? Das Ohr ist also, wie eine Blume in einem Garten gepflanzt wird, so hat Gott das Ohr uns eingepflanzt, mit aller Mechanik, die dazu nötig ist, und verknüpft mit dem Gehirn. Das ist seine Konstruktion.
Und der Jesus ermahnt uns und sagt: Wer Ohren hat, der höre. Wir haben ja alle Ohren, also sollen wir alle hören. Und in besonderer Weise sollen wir hören auf seine Botschaft, auf diese Botschaft des Evangeliums, das Evangelium von der Rettung.

Geschmack, Geruch und die Botschaft des Evangeliums

Ich komme zu weiteren Sinnesorganen, nämlich zum Geschmackssinn und zum Geruchssinn. Das sind die beiden chemischen Sinne, die wir haben. Auch sie sind von ihrer Empfindlichkeit her sehr bemerkenswert.
Wir können kein Gerät bauen, das einen Geschmack oder einen Geruch messen kann. Aber wir können das. Wir können in einem Kubikzentimeter Flüssigkeit noch schmecken, wenn dort 0,0001 Gramm Saccharin enthalten sind; das können wir als süß empfinden. Oder 0,0005 Gramm Koffein schmecken wir noch als Bitterstoff. Auch hier: Genial konstruiert, genial gebaut.
Das Schmecken kommt natürlich auch in der Bibel vor, weil es wichtig ist. Alle Dinge, die wichtig sind, kommen in der Bibel vor. Diesen Satz können Sie sich für alle Zeiten merken: Alles, was wichtig ist, kommt in der Bibel vor. Daran können wir schon erkennen, dass dieses Buch nicht von Menschen gemacht ist. Es ist wirklich von Gott.
Und das Wesen des Himmels wird uns in der Bibel beschrieben als ein großes Fest, als ein großes Abendmahl. In Lukas 14 heißt es: Es war ein Mensch, gemeint ist hier Gott in diesem Gleichnis, der machte ein großes Abendmahl, das Fest des Himmels nämlich, und lud viele dazu. Und die Geladenen, die nun vielleicht so eine Karte bekommen hatten, mit Goldschnitt oder wie auch immer, die haben abgesagt. Ich will nicht, heute kann ich nicht.
Der eine sagt: Ich habe mir einen Acker gekauft, ich muss mal hingehen, mir den anzusehen. Ich weiß nicht, vielleicht hatte der Sohn so viel Quadratkilometer Wattenmeer an der Nordsee gekauft. Als er hinkam, war das überschwemmt, die Flut war da. Er hat das unbesehen gekauft, was eigentlich kein Kaufmann macht. Ich gucke mir doch die Ware an, die ich kaufe, oder den Gegenstand. Der hat das alles so gemacht, bezahlt und nie gesehen. Jetzt sagt er: Ich kann nicht kommen, ich muss mir diesen Acker ansehen.
Und der andere ist noch ein Dummkopf, der sagt: Ich habe meine Frau genommen. Er ist nicht ein Dummkopf, weil er die Frau genommen hat, das ist eine gute Sache. Die Tragik war, dass er sich eine Frau genommen hat und nicht zum Fest geht. Der hätte doch sagen können: Meine liebe Frau, nicht wahr, jetzt sind wir verheiratet, jetzt gehören wir zusammen. Ich habe eine Einladung zu einem großartigen Fest, komm mit, ein super Fest. Das sagt er nicht. Der ist irgendwo anders hingegangen, wo es längst nicht so interessant war. Also diesen Mann können wir auch nicht verstehen.
Aber entscheidend ist, was am Ende steht. Dieses Gleichnis heißt es: Denn ich sage euch, dass keiner der Männer, die geladen waren, mein Abendmahl schmecken wird. Der Himmel wird also mit Schmecken ausgedrückt, wir werden den Himmel schmecken. Dieses Abendmahl, dieses große Mahl des Himmels, wird geschmeckt. Und hier wird auch deutlich gesagt: Die Leute, die eingeladen waren und sich nicht haben einladen lassen, die nicht gekommen waren, sie werden in der Ewigkeit nicht dabei sein. Und die anderen, die Ja gesagt haben, die Ja. Wir sehen, das liegt so dicht beieinander: dabei zu sein oder nicht dabei zu sein.
Kommen wir zum Geruchssinn. Ich kann das alles nur relativ kurz machen wegen der Zeit. Beim Geruchssinn stellen wir fest, dass auch hier Gott wirklich sehr viel Genialität hineingesteckt hat zur Erfindung des Geruchssinnes. Wir sind in der Lage, zehntausend verschiedene Gerüche zu unterscheiden. Haben wir das gewusst? Zehntausend verschiedene Gerüche.
Und wir haben oft folgenden Fall, dass wir uns nicht erinnern können an den Namen einer Person: Wie hieß der noch mal, so oder so? Aber beim Geruch niemals. Einen Geruch vergessen wir niemals. Da erinnern wir uns, wenn wir das noch mal so riechen, wie wir es schon mal gerochen haben, das kann zehn, zwanzig Jahre zurückliegen, dann merken wir: Das war der Geruch bei der und der Situation. So sehr können wir uns Gerüche merken.
Ich kann mich noch erinnern: Ich war noch ein kleiner Junge, da schickte meine Mutter mich zu einem Schuhladen, der immer ganz in der Nähe war. Der war so etwas tief gelegen in diesem Gebäude. Und damals hat man sich die Schuhe noch besohlen lassen, dann brachte man die Schuhe zu diesem Schuster. Er hatte ein langes Regal, und in diesem Regal wurden nun alle diese Schuhe abgestellt, die man dort besohlen lassen wollte oder was man immer mit den Schuhen da machen ließ.
Ich kann mich heute noch erinnern an diesen Geruch, wenn man da reinkam. Das war so ein Geruch von hundert Paar Schuhen vielleicht, jeder einzelne hat einen eigenen Schweißgeruch, einen eigenen Schuhgeruch. Das müssen wir auch wissen: Es gibt keinen Menschen auf der Erde, der genauso riecht wie ein anderer. Das gibt es nicht. Das ist auch so unterschiedlich gemacht, jeder hat seinen spezifischen eigenen Geruch.
Und nun war dieses Gemisch von so hundert Paar Schuhen mit all dem, im Sommer kann man sich das noch gut vorstellen, wie das da roch in dieser Kammer. Und wenn man da reinkam, das werde ich nie vergessen. Wenn ich noch einmal in einen solchen Laden komme, dann ist sofort die Erinnerung wieder da, nach diesen Schuhen. Das wird eine andere Mixtur sein, aber sie wird so ähnlich sein, dass ich das herausfinden werde. Das war die Situation. So können wir uns an Gerüche sehr gut erinnern.
Alle diese Dinge sind programmiert in unserem menschlichen Genom, also in unserer Erbsubstanz ist alles festgelegt, wie unser Geruch sein wird, auch wie wir Gerüche identifizieren mit Hilfe unserer Nase und in Kombination mit dem Gehirn. Man hat vor Kurzem herausgefunden, dass ein Prozent aller Gene, die wir haben, gebraucht werden, um den Geruch zu realisieren, um das alles feststellen zu können usw. Wir sehen, das ist sehr kompliziert. Deswegen können wir auch keine Maschine bauen, die Geruch messen kann. Das ist völlig unmöglich. Wir wissen überhaupt nicht, wie so etwas geht.
Und Gott hat offenbar auch einen großen Aufwand getrieben, dass ein Prozent der gesamten Genetik, die wir haben, nur für den Geruch benötigt wird. Aber es funktioniert, und wir merken, dass wir alles sehr gut identifizieren können.
Auch zum Geruch möchte ich ein Wort aus der Bibel lesen. Ja, wenn Sie ein besonderes Kapitel über den Geruch lesen wollen, dann im Hohelied Salomos. Da finden Sie viele Ausdrücke, die sich mit dem Geruch befassen. Jemand sagt einmal, das ist das dufterfüllte Gedicht aller Zeiten. Stimmt wirklich, da wird sogar die Liebe mit Hilfe von Gerüchen beschrieben. Lesen wir einmal dieses Kapitel. Da heißt es: Wie schön ist deine Liebe, deine Liebe ist lieblicher denn Wein, und der Geruch deiner Salben übertrifft alle Würze. Deiner Kleidergeruch ist wie der Geruch des Libanon. So wird die Liebe beschrieben, mit Bildern des Riechens.
Offenbar kann man die Liebe gar nicht anders beschreiben. Dies jedenfalls ist eine Darlegung des Riechens. Wenn wir im Neuen Testament hineinschauen, da predigt der Apostel Paulus zu einer Zuhörerschaft und er beschreibt die Wirkung des Evangeliums unter seinen Zuhörern mit einem Vers, wo immer wieder der Geruch auftaucht. Und er sagt dort im 2. Korinther 2,15-16: Denn wir sind Gott ein guter Geruch Christi unter denen, die gerettet werden, und unter denen, die verloren gehen, diesen ein Geruch des Todes zum Tode, jenen aber ein Geruch des Lebens zum Leben.
Das ist ein ganz merkwürdiger Vers. Was hat die Verkündigung des Evangeliums mit dem Riechen zu tun? Er erklärt das bildhaft. Das Evangelium wird über eine ganze Menschenmenge ausgebreitet, es wird gesagt, und Paulus vergleicht das mit einer Duftwolke. Das Evangelium ist wie eine Duftwolke, die über die Menschen hinwegzieht und dabei etwas ausrichtet.
Bei einem Teil der Zuhörer bewirkt das Rettung, bewirkt das Leben zum Leben. Das ist eine Steigerungsform: das Leben des Lebens. Und damit ist gemeint das ewige Leben. Sie hören die Botschaft und sagen: Das ist es, das ist richtig, das ist wahr. Sie akzeptieren das, sie entscheiden sich dafür und gewinnen auf diese Weise an einem Abend bei einem Vortrag das ewige Leben. Das ist biblische Botschaft, das ist die Kraft des Evangeliums. Einmal gehört, einmal Ja gesagt, einmal zugesagt und sofort ewiges Leben bekommen. Das ist die Kraft, die im Evangelium steckt. Wie bei einem Geruch: Ich rieche das einmal, und so eine gewaltige Kraft steckt da drin.
Aber es steckt auch das andere drin, was hier auch gesagt wird: diesen ein Geruch des Todes zum Tode. Und das meint, die Leute hören das und sie lehnen das innerlich ab, sie weisen es von sich und sagen: Das ist nicht meine Sache. Ich habe ganz andere Ideen, ganz andere Ziele, ganz andere Vorhaben. Und sie holen sich dabei den ewigen Tod. Das heißt, für diese Leute wirkt das wie eine Giftwolke, und diese Giftwolke hat eine augenblickliche Wirkung, und sie sterben den ewigen Tod am Evangelium. Beides ist die Wirkung.
Und wir wünschen uns an diesem Abend, dass alle, die das hören, wo diese Wolke des Evangeliums rübergeht, dass es zu einer Wolke des Lebens wird, zu einer Wolke des ewigen Lebens. Und diese Chance wollen wir auch heute hier so einräumen, dass wir diese Entscheidung so treffen können und ganz zum ewigen Leben durchbrechen können. Was wollen wir? Wir wollen wissen, wohin wir gehen. Das ist das Entscheidende.

Tastsinn, Auferstehung und die Wirklichkeit der Ewigkeit

Ich komme noch zum letzten der fünf Sinne, zum Tastsinn. Der Tastsinn ist der Sinn, der auf der gesamten Haut verteilt ist, nicht nur an den Fußsohlen oder an den Fingerspitzen, sondern überall auf der Haut. Überall sind die Sensoren verteilt, sodass wir überall fühlen können, mit Hilfe unseres Tastsinns.
Wir fühlen die Weichheit eines Katzenfells, die Rauheit einer Mauer, die Glätte einer Eisschicht, das wohlige Hitzegefühl in der Sauna, wenn man dort hingeht, aber auch die Dornen einer Rose. Alle Dinge, alles können wir fühlen, Wärme und Kälte fühlen. Wir haben viele Möglichkeiten, unsere Umwelt auf diese Weise wahrzunehmen. Wir können Vibration, Druck, Spannung, all diese möglichen Dinge mit unserer Haut, mit unserem Tastsinn, wahrnehmen.
Meine Frage: Stört das, wenn die Glocken läuten, oder ist das gut zu verstehen? Gut, dann lassen wir das so. Es ist vielleicht auch eine gute Untermalung, dann nehmen wir das so.
Die Bibel spricht immer wieder auch vom Tastsinn und zeigt uns, dass der auferstandene Christus getastet wurde. Er war keine Geistererscheinung oder sonst etwas, sondern er war der lebendige auferstandene Herr, den man anfassen konnte, mit dem man reden konnte, den man sehen konnte, den man mit den Sinnen wirklich wahrnehmen konnte. Und der Jesus sagt selbst: Seht meine Hände und meine Füße, ich bin’s selber, fasst mich an und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass ich sie habe.
Das ist gut, dass es diese Jünger gegeben hat, die ihn wirklich getastet und gesehen haben. Er war wirklich auferstanden, was niemand für möglich hielt und was heute auch kaum jemand glaubt, manche Naturwissenschaftler nicht glauben wollen, auch manche Pastoren nicht glauben wollen. Er ist wirklich auferstanden, das ist die Botschaft. Er ist wirklich der Herr über alle Dinge. Das, was er vorausgesagt hat: In drei Tagen werde ich auferstehen, das wird auch sein. Das ist auch geschehen, und er hat sich dem auch gestellt.
Einmal waren sogar 500 Leute, 500 Brüder heißt es auf einmal, die ihn gesehen haben. Und die hatten alle die Chance, ihn anzufassen, und er hat mit ihnen geredet. Wir stehen auf festem, auf sicherem Boden, was die Bibel uns da zeigt.
Wir haben einen schnellen Durchgang gemacht durch die verschiedenen Sinnesorgane, und wichtig ist mir herauszustellen, dass alle Sinnesorgane in viel besserer, in vollendeter Form im Himmel, aber auch in der Hölle aktiv sein werden. Alles wird in der Ewigkeit vorhanden sein, alles in vollendeter Form. Keine Brille, keine Hörgeräte, alles brauchen wir nicht mehr. Alles wird der neue auferstandene Leib haben. Wir werden sehen, wir werden hören, wir werden schmecken, wir werden fühlen, wir werden riechen, alles wird da sein. Und so wollen wir einen Blick in die Ewigkeit tun.
Wir haben gesehen, dass alle Sinnesorgane äußerst komplex konstruiert sind, und ich glaube, wenn wir uns das einmal vor Augen führen, dann ist es unmöglich, sich noch vorzustellen, dass so etwas von alleine entstehen kann. Unmöglich! Es ist wissenschaftlich wirklich nicht fassbar. Es gibt auch kein Argument dafür, dass so etwas von alleine in der Materie entstehen kann.
Wir sehen, all diese Dinge sind informationsbasiert, und wir wissen heute aufgrund von Naturgesetzen, dass Information niemals von alleine entstehen kann. Was wir in unseren Zellen vorfinden, wo das alles programmiert ist, ist Informationsdichte mit höchster Potenz. Unvorstellbar dicht ist dort die Information vorhanden. Das ist die höchste Informationsdichte, die wir überhaupt kennen.
Vielleicht mal einen Satz dazu: Stellen wir uns vor, wir hätten einen Stecknadelkopf von dem Material, wo unsere Genetik gespeichert ist, das ist ein DNS-Molekül. Und ich möchte mal fragen: Wie viele solcher Taschenbücher könnten wir speichern im Volumen eines einzigen Stecknadelkopfes? Wenn wir dieses Material nehmen würden und wollten jetzt Taschenbücher dort hineinspeichern, was würden Sie sagen? Wer will mir mal zurufen, wie hoch kann der Stapel sein an Taschenbüchern, den wir unterbringen können im Volumen eines einzigen Stecknadelkopfes? Wie hoch, Herr Stapel? Wie bitte? Bis zum Mount Everest oder so hoch wie der Mount Everest? So hoch, ja, bis zum Mount Everest, ein bisschen weiter.
Aber seien Sie ruhig mutig, ich hätte noch sagen können: bis zum Mond. Die Entfernung von der Erde bis zum Mond, das sind 384.000 Kilometer. Der Bücherstapel kann noch 500-mal höher sein. Da haben wir eine Vorstellung von der Informationsdichte, die der Schöpfer hineingelegt hat in unsere Genetik. Information kann nie von allein entstehen. Hier haben Sie eine wissenschaftliche Antwort, dass jeder Evolutionsgedanke, wenn er irgendwo aus dem Nichts gegriffen ist, wissenschaftlich keine Basis hat. Glauben Sie dem nie wieder, wenn Ihnen das mal wieder begegnet.
So halten wir fest, dass hier ein weiser Schöpfer da ist, der das gemacht hat. Und dieser weise Schöpfer sagt uns, es gibt danach die Ewigkeit, und alle Sinnesorgane werden im Einsatz sein. Und so möchte ich jetzt zum Schluss noch einiges darüber sagen, was diese Ewigkeit ist.
Vor einiger Zeit hatte ich einen Vortrag. Da kommt eine junge Studentin auf mich zu und sagt: Wissen Sie, ich habe eine Frage. Was ist die Ewigkeit? Ich war ganz erstaunt, dass diese junge Frau sich mit dieser Frage beschäftigt hat. Warum wollte sie wissen, wie die Ewigkeit ist? Ich dachte so: So eine junge Frau, die will jetzt wissen, wie kriege ich das Studium zu Ende, vielleicht welchen Mann soll ich heiraten, nicht wahr, wie komme ich zu Geld und alle diese Fragen, die junge Leute vielleicht haben. Und sie hatte die Frage der Ewigkeit.
Dann habe ich gesagt: Sagen Sie mir, jetzt interessiert mich aber mal, warum wollen Sie so genau wissen, wie die Ewigkeit ist? Dann hat sie mir gesagt: Wissen Sie, ich habe einen Herzfehler, und die Ärzte haben mir gesagt, ich werde nur noch eine bestimmte Zeit leben. Ich muss wissen, wie die Ewigkeit ist, denn ich werde bald dort sein.
Ich fand das toll. Super, wer mit so einer konkreten Frage kommt und die Antwort wissen will. Und so wollen wir auch heute, wenn wir über die Ewigkeit reden, einige Passagen dazu hören.
Sie hat mir auch noch Folgendes gesagt: Sie sagte, was die Hölle ist, brauchen Sie mir nicht zu erklären, das weiß ich. Ich habe Sartre gelesen, und Sartre hat gesagt, dass die Ewigkeit, so hat er sich das vorgestellt, so ist es, dass Menschen dort eingesperrt sind in einem Raum und eine Ewigkeit lang nie wieder loskommen können voneinander, und sie können sich absolut nicht vertragen. So hat Sartre sich die Ewigkeit vorgestellt, die Hölle vorgestellt. Aber dieser Ort ist viel, viel schlimmer, viel, viel schlimmer als das, wie Sartre beschrieben hat.
Und sie hat mir auch gesagt: Wie der Himmel ist, dazu müssen Sie mir auch einige Dinge nicht sagen. Sagen Sie bitte nicht, der Himmel ist Halleluja singen. Das kann ich mir nicht vorstellen. Und dann sagt sie auch herzlich hinzugefügt: Ich habe auch keine Lust dazu. Ich habe auch keine Lust dazu, jetzt eine ganze Ewigkeit dann nur zu singen, ist nicht mein Bedarf. Also will ich konkret wissen, was konkret Himmel ist. Das war gut, gut auf den Punkt gebracht.
Und so wollen wir uns ein Stück weit auch mit dieser Frage beschäftigen. Himmel und Hölle, nur diese beiden Wege gibt es. Am Ende nichts anderes. Es gibt keinen Zwischenweg. Es gibt nicht das, was die Atheisten sagen: Mit dem Tod ist alles aus. Das wäre ja noch gut für die Atheisten, aber es gibt es nicht. Es gibt diese beiden Wege: Himmel und Hölle.
Im Vietnamkrieg war ein Pastor auch dort an der Front. Und dort war ein Soldat, der im Sterben lag, und dieser Soldat hatte noch eine Frage und sagte: Herr Pastor, gibt es eine Hölle? Und der Pastor sagt: Nein, eine Hölle gibt es nicht. Daraufhin sagte der sterbende Soldat: Wenn es keine Hölle gibt, dann brauchen wir sie hier überhaupt nicht, gehen Sie nach Hause. Wenn es aber doch eine Hölle gibt, wie schlimm, dass Sie uns verführt haben! Dass Sie uns nicht gesagt haben, es gibt diesen Ort und wie man wegkommen kann von diesem Ort, das wäre schlimm.
Und ich finde, dieser Soldat hat es wirklich auf den Punkt gebracht, das ist das Entscheidende. Wenn es diese Hölle gibt, dann müssen wir das wissen, und wir müssen wissen, wie wir aus dieser Schusslinie herauskommen. Das steht zur Debatte.
In der Bergpredigt sagt der Jesus, dass es diesen Ort gibt. Und er sagt: Wenn dir aber dein rechtes Auge Ärgernis schafft, so reiß es aus und wirf’s von dir; es ist dir besser, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. So schlimm hat Jesus Christus es geschildert.
Und er sagt weiter in Matthäus 10,28: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und die Seele nicht töten können; fürchtet euch aber viel mehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle.
Wer ist das eigentlich? Wer schickt denn da in die Hölle? Ist das der Teufel? Keineswegs, das ist Jesus! Der Jesus ist der Herr über alle Dinge. Der Vater im Himmel hat ihm das Gericht übergeben, und er wird entscheiden, wohin wir kommen. Es ist sein Urteil. Und er sagt uns auch, was er sagen wird.
Einer Gruppe von Menschen wird er sagen, so lesen wir in Matthäus 25,41: Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Geht hin in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Das ist bereitet, und dies ist ein ewiges Feuer, also mehr als nur ein Nichtverstehen mit ein paar Menschen, wie Sartre das sagt. Es ist ein furchtbarer, ein schlimmer Ort.
An wen sind diese Warnungen gerichtet? An wen? Wenn wir die Bibel aufmerksam lesen, sind diese Warnungen in erster Linie gerichtet an die Jünger. Wir würden sagen, das müssten ja eigentlich Warnungen sein an die Ehebrecher, an die Hurer, an die Verbrecher, an die Mörder, an die Diebe usw. Für die muss es sein. Nein, der Jesus gibt diese Warnungen den Gläubigen, weil sie in der Gefahr stehen, dass sie in diesen Ort kommen können. Das müssen wir zur Kenntnis nehmen. Das ist sehr wichtig für uns.
Ich habe viel über diese Frage nachgedacht, und mir ist deutlich geworden, auch am Gleichnis von den zehn Jungfrauen. Da sagte Jesus, dass fünf bereit waren und fünf nicht. Das ist ein hoher Prozentsatz, fünfzig Prozent. Und darum ist es wichtig für uns alle, das zu wissen, dass wir aus dieser Schusslinie herauskommen, dass wir diese Warnungen Jesu ernst nehmen.
Natürlich wird es so sein, das ist selbstverständlich, was die Bibel sagt, dass die Ehebrecher, die Hurer, die Lügner, die Geizigen, die Stolzen an jenen Ort kommen. Das sagt die Bibel ganz klar: Sie werden nicht das Reich Gottes ererben. Aber es steht auch, dass es Gläubige gibt, die an jenen Ort kommen. Und das müssen wir darum sehr genau zur Kenntnis nehmen.
Bei dem Gleichnis von den anvertrauten Pfunden heißt es, da sagt einer, der den Herrn kannte: Herr, ich wusste, dass du ein harter Mann bist, du erntest, wo du nicht gesät hast, und du sammelst ein, wo du nicht ausgestreut hast, und ich fürchtete mich. Ging hin und verbarg deinen Zentner in der Erde, siehe, da hast du das Deine.
Und was bekommt er als Antwort, dieser Faule, der nichts getan hat? Du böser und fauler Knecht! Wusstest du, dass ich schneide, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe? Und dann endet dieser Text mit der Verurteilung: Und den unnützen Knecht werft in die Finsternis hinaus, da wird sein Heulen und Zähneklappen.
Das war kein Atheist, das war auch kein Mörder und kein Dieb, das war einer, der von sich sagen würde: Ich glaube an Gott. Ich gehöre zu einer Kirche. So will ich es mal übersetzen in unseren Tagen: Ich gehöre vielleicht zur größten Kirche in Deutschland und zur zweitgrößten oder zur drittgrößten, vielleicht kann man das alles von sich sagen, und ich glaube, dass es diesen Gott gibt, und doch am Ende verloren. Das eine Tragik. Dazu darf es nicht kommen, wenn wir die Botschaft des Evangeliums hören.
Und so wollen wir uns alle rufen und ermahnen, dass wir das Ziel erreichen, alle, alle, die wir heute Abend hier sind, dass wir alle dorthin kommen, wo Gott uns hin haben will. Wir können uns prüfen, dass wir diesen Ort erreichen.

Der Himmel als Ziel und Einladung

So wollen wir uns auch mit dem Himmel beschäftigen. Jesus hat gesagt: Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sage?
Anhand der irdischen Dinge können wir nachvollziehen, dass alles stimmt, was Jesus gesagt hat, was er gepredigt hat. Das stimmt wirklich. Wir können das in unserem Leben nachvollziehen, all die Auswirkungen, die wir erleben, wenn wir das umsetzen. Und dann können wir schlussfolgern: Ja, dann stimmt auch alles, was er über den Himmel gesagt hat.
Und er sagt uns: Geht hinaus und ladet alle Leute ein. Hier dürfen alle kommen, hier sind alle eingeladen. Das gilt auch heute Abend hier im Modehaus. Hier ist heute Abend niemand da, der nicht eingeladen ist. Ist das nicht großartig? Nicht ein einziger sitzt hier, der nicht eingeladen ist zum Himmel. Von diesem Herrn, von dem Herrn aller Herren, sind wir eingeladen, dass wir in den Himmel kommen. Niemand ist hier heute, der nicht geladen ist. Was für eine großartige Botschaft!
Und darum gehe ich auch weltweit, wohin es geht, bis an die Enden der Erde, um diese Botschaft zu sagen. Vor eineinhalb Jahren waren wir in Australien, im ganzen Erdteil. In Melbourne, in Sydney, in Perth und überall waren wir, um diese Botschaft hinauszutragen. Und jetzt, im Februar und März, war ich einige Wochen in Südafrika und Namibia, um auch diesen Menschen die Botschaft zu sagen. Und heute darf ich hier sein, und ich sage das gerne. Ich freue mich, ich freue mich, Menschen mit der einen Botschaft zum Himmel zu laden und zu sagen: Kommt, da ist einer da, der hat den Weg bereitet, jetzt brauchen wir nur noch zu kommen. Ist das nicht großartig?
Das ist die andere Botschaft. Die Hölle gibt es, aber es gibt den Himmel. Und zum Himmel sind wir alle geladen. Das ist die Botschaft Jesu, und das ist die Botschaft des Evangeliums, die schönste Botschaft, die je gesagt worden ist.
Was zahlen die Menschen alles, um ein bestimmtes Theaterstück zu sehen? Oder wie viele Tausend Dollar, habe ich gehört, wurden ausgegeben, um bei der Abschlussfeier der Olympiade dabei zu sein, um dieses große Spektakel und Mirakel dort zu sehen, mit den Lichtimpulsen und dem Ganzen, was dort an Geräuschen auch praktiziert wurde und alles dargeboten wurde. Da will man dabei sein, das will man sehen. Und wenn es auch nur zwei Stunden dauert, man gibt sehr viel Geld aus, auf dem schwarzen Markt noch mehr.
Und der Himmel, sagt uns die Bibel, ist ein Ort, wo das nicht aufhört. Wo das, was unserem Auge und unserem Ohr geboten wird, nie aufhört. Nie haben wir das gesehen. Dazu sind wir geladen. Der Himmel sagt uns, Jesus wird ein Fest sein ohne Ende. Es gibt viele Facetten, und ich werde an jedem Abend immer wieder eine andere Facette nennen, damit wir am Ende genau wissen, wohin wir gehören, wohin Gott uns hin haben will.

Das Fest ohne Ende und die Entscheidung des Glaubens

Am 23. März 1998 fand in Los Angeles die alljährliche Oscarverleihung statt. Damals wurde der Film Titanic mit elf Oscars ausgezeichnet. Ich habe einmal in einer Zeitschrift gelesen, wie man sich auf dieses Fest, auf dieses Oscarfest, vorbereitet. Da werden ganz spezielle Schauspieler eingeladen. Dann sind sie dort versammelt und verbringen dort einige Stunden bei einem Galafest.
Doch die Vorbereitung ist lang. Da habe ich gelesen: Drei Monate vorher Termin beim Friseur buchen, einen Monat vorher Schönheitsfarm, zehn Tage vorher Haare schneiden, drei Tage vorher Selbstbräunung. Dann ist Oscartag: früh Bodytraining, duschen, Haare waschen, leichte Kost. Mittags warten auf den Haar-Stylisten, nachmittags kommt der Visagist. Punkt 16 Uhr müssen die Gäste im Auditorium sein, dann fallen die Türen ins Schloss, und die Würfel sind gefallen. And the Oscar goes to. Dann geht das Fest los. Und jeder sieht die schönen Frisuren, die schönen Kleider und alles. Das Ganze dauert zwei, drei, ich weiß nicht, vielleicht vier Stunden, und dann ist es vorbei. Ein Fest auf Zeit.
Vorbereitung, wie wir sehen, mehrere Monate, drei Monate Vorbereitung für vier Stunden oder drei, ich weiß nicht, wie lange es dauert. Beim Himmel ist das ganz anders. Es gibt keine Vorbereitung. Warum nicht? Weil wir alle schön sein werden. Niemand muss an der Schönheit operieren, um das zu verändern, besser zu machen oder wie auch immer. Wir sind so perfekt gestaltet von diesem Herrn, dass wir das nicht mehr brauchen. Warum? Weil der Herr selbst König ist, und er selbst ist herrlich geschmückt.
Im Johannesevangelium betete der Herr Jesus, Johannes 17,22: Ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast. Er selbst ist herrlich, und diese Herrlichkeit will er uns geben, wenn wir an jenen Ort kommen, zum Himmel. Wir werden seine Herrlichkeit tragen. Merken Sie den Unterschied zwischen Herrlichkeit und Schönheit. Herrlichkeit ist die Steigerungsform von Schönheit. Wir werden nicht nur schön sein, wir werden herrlich sein. Und wir werden ein herrliches Fest feiern, ein großes Fest.
Und es ist auch für Gott offenbar schwierig, uns zu schildern, wie dieses Fest sein wird. Darum greift Gott jenes Fest heraus, das wohl das schönste Fest in unserem Leben überhaupt ist, und das ist die Hochzeit. Darum schildert Jesus uns das in Matthäus 22 als ein Hochzeitsfest: Das Himmelreich ist gleich einem König, der seinem Sohn Hochzeit machte. Bei der Hochzeit wird alles am besten hergerichtet, die liebsten Gäste werden geladen, das beste Essen wird serviert. Die Gespräche sind alle unproblematisch, es geht alles in Harmonie zu, und es ist alles wunderbar dekoriert, alles aufs Feinste hergerichtet. In diesem Bild vergleicht Jesus den Himmel. Es wird alles wunderbar angerichtet sein, wunderbar gestaltet sein, und wir werden seine Gäste sein.
Nun ist der Himmel nicht nur einem Hochzeitsfest vergleichbar, sondern der Himmel wird uns geschildert als eine reale, eine tatsächliche Hochzeit. In Offenbarung 19 heißt es nämlich: „Lasset uns freuen und fröhlich sein und ihm die Ehre geben, denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Braut hat sich bereitet.“ Jesus selbst ist dort der Bräutigam, und wir, die wir zu ihm gehören, werden dann die Braut sein. Der Himmel: ein echtes Hochzeitsfest, wirklich schön gestaltet.
Es gibt noch viele andere Aspekte des Himmels, aber wenn wir nur diese sehen, merken wir schon: Es ist wirklich der Ort, der vollkommen ist, der schön ist und wo wir eine Ewigkeit dabei sein werden. Wo wir nicht nur Halleluja singen, wie diese Studentin da fragte, sondern wo wir auch kreativ sein werden, wo vieles dran ist. Und Jesus lädt uns dazu ein. Er sagt, dass ihr ja nicht an den Ort der Hölle kommt, setzt alles daran.
Und das ist die Frage: Wie können wir die Weichen so stellen, dass wir mit mathematischer Pünktlichkeit den Himmel erreichen? Das ist die Frage. Und diese Antwort hat Jesus uns auch gegeben, indem wir mit unserem Leben eine ganze Entscheidung für ihn treffen. Und nicht nur in der Weise, dass wir sagen: Ja, ich glaube auch, dass dieser Jesus real ist. Wir beschreiben ja die Jahreszahl auch danach: 1999 heißt ja 1999 nach Christus. Dass wir glauben: Naja, da hat er gelebt, das ist nicht gemeint. Gemeint ist, dass wir diesen Jesus Christus zu unserem persönlichen Herrn machen und dass wir ihm folgen.
Ich will es mal so sagen: dass er der Kapitän auf unserem Lebensschiff wird. Wenn er der Kapitän ist, dann wird das Schiff erstens nicht untergehen. Das Schiff wird auch nicht an irgendwelche Klippen auflaufen, wo es unserem Leben nicht gut tut. Und dieses Schiff wird das Ziel erreichen, wird bis zum Himmel durchfahren. Was ist also nötig? Dass wir in dieses Schiff einsteigen, in dieses Schiff, das Jesus heißt und wo er der Kapitän ist.
Neulich hielt ich einen Vortrag, da hatte ein junger Mann das begriffen. Wir haben das festgemacht und gebetet, da hat er gesagt: So, jetzt bin ich bei Käpt’n Jesus. Ich fand das richtig, sie haben das gut verstanden. Das ist gemeint, dass Jesus ihr Käpt’n ist, und damit ist gemeint, dass er ihr Herr ist, dass wir ihn zum Herrn erklären, dass wir sein Wort ernst nehmen und danach leben und uns danach ausrichten, dass unser Leben eine Veränderung bekommt. Und die Bibel hat ein Wort dafür, ein Fachwort: Wenn wir uns zu ihm hinkehren, zu ihm bekehren, dann sind wir auf seinem Schiff, und dann werden wir auch das Ziel erreichen.
Was müssen wir also tun, um in den Himmel zu kommen? Uns zum Herrn Jesus bekehren, ganz einfach. Es genügt also nicht, und das ist nicht damit gemeint, wenn wir meinen, dass wir in sieben Kirchen Mitglied sind oder sonst etwas, was wir uns vorstellen, oder 28 gute Taten tun, dann wird Gott das sehen, dann haben wir etwas für das Eingangstor zum Himmel. All das lesen wir in der Bibel nicht. Jesus sagt: Kommt her zu mir. Wenn ihr kommt, nehme ich euch an. So betreten wir das Tor des Himmels.
Und das Großartige ist: Das können wir heute tun. Heute, nicht irgendwann. Wir können heute sagen: Hier bin ich. Herr, hier bin ich, nimm mich an, so wie ich bin, aus der Situation, aus der ich gekommen bin. Vielleicht bin ich hier in der Fußgängerzone spazieren gegangen, hier zum Vortrag gekommen, jetzt bin ich hier. Ich bin gebucht für den Himmel, das kann ich annehmen. So einfach geht das.
Und so direkt ruft uns Jesus heraus aus unserer Situation, aus der wir kommen. Ob wir fromm sind oder unfromm, spielt alles keine Rolle, völlig unwichtig. Jesus stellt heute Abend nur eine einzige Frage: ob ich will. Mehr wird nicht gefragt. Es wird noch nicht einmal gefragt, ob wir drei oder vier Bibelverse auswendig können, das steht gar nicht zur Debatte. Die Frage heißt: Will ich? Will ich mich aufmachen auf diesem Weg, der zum Himmel führt? Will ich das tun, ja oder nein? Das ist die Frage, die heute gestellt wird und die wir heute auch beantworten können. Und wir können das mit der Gewissheit tun, mit der Gewissheit, die Jesus gibt, und sagt, dass er uns zum Ziel bringt. Großartig. Das ist Evangelium, wenn wir das tun.
Und so wollen wir uns an diesem Abend herausrufen lassen und das tun. Ich werde das gleich erklären, wie das geht. Wir wollen aber zunächst einmal beten und ihm dafür danken.
Herr Jesus Christus, ich möchte dir ganz herzlich danken für diesen Abend. Ich möchte dir herzlich danken, dass so viele gekommen sind und so viele deine Einladung gehört haben zum Himmel. Herr, danke, dass du uns so persönlich meinst, nicht irgendwie, sondern jeder Einzelne ist von dir gerufen, der hier irgendwo auf einem Stuhl sitzt oder sonst irgendwie einen Platz am Boden noch gefunden hat oder wo auch immer. Herr, danke, dass du jeden persönlich meinst, dass du jeden lieb hast und dass du an deinem Kreuz auch jeden errettet hast. Aber wir müssen kommen, wir müssen es festmachen. Hilf uns zu einem eindeutigen Ja, dass wir dich zu unserem persönlichen Herrn machen. Danke, Herr, dass du uns auch dazu hilfst. Amen.

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