Serie•Teil 37 / 37Why not?! Glaubensfragen
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Ein unerwartetes Geschenk und die Nachwirkungen der Taufe
Why not Glaubensfragen, der YouTube-Kanal des Why-not-Teams. Kniffelige Fragen einfach erklärt, dialogisch und durchdacht.
Ah, da bist du ja. Komm her, ich habe ein Geschenk für dich.
Hey, danke. Ich bin immer noch ein wenig von der Taufe geflasht.
Kann ich mir vorstellen, wenn man so im Taufbecken steht und alle zuschauen.
Ja. Und es ist echt eine Sache, sich etwas mit Glauben zu beschäftigen, ein bisschen Musik in der Band zu machen oder ein paar Bücher zu lesen. Und dann stehst du plötzlich vor allen und sollst erzählen, warum du dich taufen lässt. Und die ganze Family hört zu.
Davor hatte ich echt Bammel. Ich meine, ich wusste echt nicht, ob ich die Scheidung meiner Eltern erwähnen sollte. Die beiden waren ja da.
Ich finde, das hast du gut gemacht.
Ich war sowas von aufgeregt.
Macht ihr hier noch etwas zusammen? Mein Vater hat hier in der Nähe in meinem Restaurant einen Tisch reserviert und will uns einladen. Meine Mutter kommt sogar auch mit.
Ach schön.
Ja, aber noch mehr würde ich mich freuen, wenn da echtes Interesse für Gott wäre.
Wenn religiöse Toleranz zur Ausweichbewegung wird
Irgendwie steht da dann eben doch die Aufforderung im Raum. Bete an, was du willst, aber rede nicht darüber und vor allem nicht mit mir.
Und ganz ehrlich, ich kann das Gerede von Tante Sophia langsam nicht mehr hören. Immer wenn ich mit ihr über meine Bekehrung zu Gott reden will, fängt sie mit ihrer Esoterik an. Oder sie sagt, dass es egal ist, was man anbetet, weil am Ende sowieso alle Religionen zu Gott führen. Hauptsache, man ist aufrichtig und mit Eifer dabei.
Ah, so wie die Waffen-SS oder der Selbstmordattentäter, der sich in Kabul in der Moschee in die Luft gesprengt hat, etwa? Uch, das war fies, aber völlig zutreffend. Wahrheit hat natürlich nichts mit Eifer zu tun, aber meine Tante will das einfach nicht hören.
Ich hatte das Thema „Alle Religionen führen zu Gott“ vorletzte Woche auf einem Seminar für Jugendmitarbeiter. Ich fand es super, was der Referent da gesagt hat. Er meinte, wenn jemand einen Gott anbetet, dann sucht er nicht mehr nach Gott, sondern hat ihn schon gefunden. Wer Gott anbetet, ist nicht auf dem Weg zu Gott, sondern ist für sich schon angekommen. Er hat also eine sehr konkrete Vorstellung von dem Gott, den er da verehrt.
Und die Idee, dass alle Religionen irgendwie denselben Gott meinen, scheitert genau daran, dass die konkreten Vorstellungen von Gott nicht zueinander passen. Ja, es macht schon einen Unterschied, ob Gott genau einer ist, eine Dreieinigkeit oder ob es ganz viele Götter gibt.
Das Bild vom Elefanten und seine Grenzen
Genau! Sag mal, kennst du das Bild von dem Elefanten und den Blinden, die ihn betasten? Einer fühlt den Rüssel, einer ein Bein und ein anderer das Ohr. Da wird dann gern behauptet, jede Religion erfahre nur einen Teil von Gott, wie die Blinden nur einen Teil vom Elefanten spüren. Aber hinter allem steckt doch ein Elefant, also ein Gott.
Ja, das Bild kam in dem Vortrag auch. Und was hat er dazu gesagt? Er meinte, dass das Bild von dem Elefanten und den Blinden zwei gravierende Schwachpunkte hat.
Ich bin ganz so. Das Bild geht davon aus, dass irgendwer den Elefanten sieht und dann die Blinden darüber aufklärt, dass es ihn gibt. Aber an der Stelle hinkt das Bild, denn in Wirklichkeit sind wir alle blind. Die Idee eines Elefanten ist pure Spekulation. Und eben auch nur genau das: eine Spekulation, die allein für sich genommen nicht ausreicht, um als Argument zu zählen.
Wo wir beim zweiten Schwachpunkt angekommen wären. Würden wir alle denselben Gott betasten, dann wäre, ich bleibe mal bei dem Bild vom Elefanten, ganz viel gleich. Egal, ob ich den Rüssel, das Bein oder das Ohr betaste: Ich höre denselben Herzschlag, messe dieselbe Körpertemperatur, und die Zellen hätten dieselbe DNA.
Warum Unterschiede in den Gottesbildern nicht nebensächlich sind
Logisch, die Unterschiede in den Gottesvorstellungen dürften bestenfalls oberflächlich sein. Man müsste also ganz viele Gemeinsamkeiten finden.
Und genau die gibt es eben nicht. Die unterschiedlichen Religionen sind wirklich ganz verschieden, gerade an den Stellen, wo es darauf ankommt, etwa bei der Frage, was ein Mensch tun muss, um gerettet zu werden. Oder welchen Charakter Gott besitzt.
Ja, und an der Stelle muss dann auch irgendwann einmal das logische Gesetz von der Widerspruchsfreiheit greifen. Ein Elefant mag ja einen Rüssel, ein Bein und ein Ohr haben, die sich alle anders anfühlen. Aber er kann nicht gleichzeitig da sein und nicht da sein.
Und so kann Gott eben nicht gleichzeitig ein Teil der Schöpfung sein, wie es Pantheisten glauben, und außerhalb der Schöpfung existieren, wie wir es glauben. Ganz genau. Entweder er steckt in jedem Stein oder er wohnt in einem unzugänglichen Licht. Beides geht nicht gleichzeitig.
Und deshalb ist die Frage, ob alle Wege der Anbetung schlussendlich zu demselben Gott führen, auch schnell beantwortet: Nein, tun sie nicht. Ja, die Gottesbilder, aber auch die theologischen Konzepte drumherum unterscheiden sich nicht nur, sie widersprechen sich häufig und schließen sich gegenseitig aus. Da ist einfach kein Raum für ein großes Ganzes, für einen Elefanten.
Der Anspruch Jesu als entscheidender Maßstab
Und weißt du was, mein Taufvers ist da ein super Beispiel. Wenn Jesus in Johannes 14,6 sagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich“, dann ist das absolut exklusiv. Da bleibt kein Raum für eine andere Religion, die etwas anderes behauptet.
Jetzt hast du jedenfalls für nachher deine Argumente, wenn Tante Sophia wieder nervt. Das wird sie bestimmt tun. Ich ahne schon, dass sie den Kellner fragt, ob er das Wasser in einer Karaffe auf den Tisch stellen kann, damit sie ein paar von ihren Heilsteinen hineinwerfen kann. Für die Aura. Du wirst das überleben.
Aber hier ist erst mal dein Geschenk. Oh, ein hippes Case für mein Saxophon? Wow! Meine Eltern haben auch was dazu gegeben. Wir dachten einfach, du würdest dich freuen. Definitiv, danke, das ist echt toll. Es sieht toll aus. Aber sorry, dass ich los muss. Sag deinen Eltern bitte auch noch mal danke.
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