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Gottes RUF folgen

mit Chris Schuller
22.04.2022

Einstieg in die Evangelisation und persönliche Motivation

Eine Frage, bevor wir einfach starten: Wo zum Geier nimmst du den Mut dafür her? Keine Ahnung. Na gut, Interview zu Ende.

Ich war nie der Typ, der sagt: „Ich stelle mich auf die Straße.“ Das Evangelium hat Kraft. Wenn du jetzt sagst, du hast ein Wort von Gott bekommen – wie sah das aus?

Noch viel deutlicher, als ich dich jetzt akustisch reden höre. Das hat mich in diesem Moment so hart getroffen. Ich hatte so viel von ihm in mir, dass das raus musste.

Für jeden Blödsinn der Welt gehen die Leute auf die Straße, aber für die Botschaft, die den Menschen die Ewigkeit mit Gott schenkt, hat das noch nie jemand so gehört. Klar, jeder in Deutschland hat im Grunde von Jesus gehört. Jeder weiß, wer Jesus ist. Aber die wenigsten haben wirklich gehört, wer Jesus eigentlich wirklich ist, was er für uns getan hat und warum das die Entscheidung des Lebens ist.

Alles andere ist irrelevant. Egal, wo du bist: Gott hat dich dort hingesetzt, und du kannst dort auch Menschen erreichen.

Vorstellung des Bibelfit Projekts und des Gastes Chris Schuller

Willkommen beim Bibelfit-Projekt, wo wir versuchen, leicht verständlich tiefer in die Bibel einzusteigen, Jesus im modernen Alltag nachzufolgen und schwierige Fragen von Nichtchristen zu beantworten.

Jeden Beitrag verschenke ich Übersichten, biblische Entscheidungshilfen, komplette Hörbücher und sogar Onlinekurse. Das alles gibt es kostenlos auf der Website, dank freiwilliger monatlicher Spenden von Menschen wie dir und mir.

Ich freue mich sehr, dass wir heute hier Chris Schuller zu Gast haben, den Gründer und Leiter der Follow His Call Ministries. Vielleicht kennst du Chris von YouTube, wo er mit seinen sehr ansprechenden, bibeltreuen und häufig auch wachrüttelnden Videos zehntausende Menschen berührt hat.

Abgesehen von den häufig sehr guten Inhalten kenne ich niemanden im gesamten deutschsprachigen christlichen Raum, der es schafft, Beiträge auf einem so hohen technischen Niveau immer wieder hervorzubringen. Das ist beeindruckend – ich weiß nicht, wie er das macht.

Was viele aber nicht wissen, ist, dass er all das nur an seinen Abenden und Wochenenden macht und noch ein ganz anderes Leben in der Offline-Welt führt. Er ist junger Familienvater, erfolgreicher Unternehmer und predigt das Evangelium an öffentlichen Plätzen und sogar in Einkaufspassagen. Vor so etwas habe ich allerhöchsten Respekt.

Aber auch bei ihm war das nicht immer so. Chris sagt, dass er früher selbstsüchtig war, weder Jesus noch den Heiligen Geist kannte und ganz andere Dinge im Kopf hatte, als sein Leben für Jesus hinzugeben.

Wie kam es also dazu? Dazu gibt er uns jetzt einen exklusiven Einblick.

Bedeutung der Unterstützung christlicher Kanäle in sozialen Medien

Bevor wir starten, möchte ich kurz um einen Gefallen bitten: Könntest du bitte die Glocke unter diesem Video drücken? Je mehr Menschen die Glocke aktivieren, desto mehr unterstützt YouTube automatisch christliche Kanäle. Man muss selbst nichts weiter dafür tun.

Wenn das niemand machen würde, würde YouTube christliche Inhalte zunehmend zurückstellen. Christliche Themen sind in sozialen Medien eine kleine Nische, die irgendwann kaum noch angezeigt wird. Deshalb sind wir Christen in der Öffentlichkeit ein Stück weit auf deine Unterstützung angewiesen.

Das Gleiche gilt auch gern für Chris’ Kanal, den ich unter diesem Video verlinkt habe. Vielen Dank!

Chris, ich freue mich sehr, dass du heute Abend hier bei uns zu Gast bist. Es ist wirklich eine große Ehre. Viele wissen ja, dass ich ein großer Fan deiner Inhalte bin. Es ist einfach eine echte Freude, dass du dich hier mit eingebracht hast.

Ja, ich freue mich auch. Vielen Dank für die Einladung. Toll, dass du das machst und dass du mich hier deiner Community vorstellen möchtest. Ich freue mich auf unser Gespräch.

Total, total. Ich bin sicher, die Community wird dich mit offenen Armen willkommen heißen, falls sie dich nicht schon kennt. Du hast ja vor einiger Zeit ein Ministry gegründet. Dieses Ministry hast du zwar zunächst kurz gegründet, aber auch rechtlich auf ein solides, gutes Fundament gestellt.

Du machst Encounter-Touren und bist in der Lage, hier zu evangelisieren. Du machst etwas, was ich mich bis heute nicht getraut habe: Du stellst dich auf die Straße und sprichst Menschen von Jesus an.

Man kann sich bei dir und deinen Kollegen für ein Camp anmelden. Ebenso kann man sich für einen Tag anmelden, an dem man das Evangelisieren lernen kann und sich im Gespräch mit anderen üben kann.

Mut zur öffentlichen Evangelisation und persönliche Entwicklung

Eine Frage, bevor wir einfach starten: Wo zum Geier nimmst du den Mut dafür her?

Keine Ahnung. Ne, alles klar, Interview zu Ende.

Es ist tatsächlich so, dass ich mir immer dasselbe gedacht habe. Ich war nie der Typ dafür, der sagt: „Ich stelle mich auf die Straße und erzähle anderen von Jesus.“ Im Gegenteil, ich habe das früher sogar ein bisschen belächelt, wenn ich ehrlich bin.

Ich habe früher den Sinn dahinter nicht gesehen oder den Effekt, weil ich mir immer dachte: „Ja, diese Leute, die werden sowieso nicht zuhören.“

Bis ich dann selber gemerkt habe: Okay, nee, das Evangelium hat Kraft.

Wo nehme ich diese Kraft her? Die Kraft kommt ganz klar vom Heiligen Geist. Das ist die Energie, überhaupt tätig zu werden in diesem Bereich. Zu sagen: „Hey, wir gehen dorthin, wir gehen in die Städte, wir machen dies und das.“

Diese Kraft kommt vom Heiligen Geist.

Dann lass uns doch mal bei der Geschichte ganz von vorne anfangen, wenn das für dich okay ist.

Es war ja nicht immer so, dass du einen riesengroßen YouTube-Kanal hattest. Es war ja auch nicht immer so, dass du Podcasts hattest, eine Instagram-Community und so weiter und so fort.

Dein Weg fing eigentlich, wenn man das sagen darf, kleiner und viel, viel bescheidener an.

Man hätte wahrscheinlich gar nicht gedacht, wenn man den neun- oder zehnjährigen Chris getroffen hätte, dass es anderthalb Jahrzehnte später mal so aussehen würde.

Wie hat das alles angefangen?

Frühe Glaubenserfahrungen und Lebensstil

Ich bin in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen. Allerdings habe ich lange Zeit nur die Bibelstellen angenommen, die mir angenehm erschienen. So etwas wie: „Du bist gerettet, du bist geheilt, du bist gesegnet, Jesus liebt dich, dir ist alles vergeben.“ All das, was schön und gut war und mich weitergebracht hat, habe ich für mich angenommen und auch gelebt.

Alles andere, was die Bibel sagt, habe ich zwar gekannt, aber ehrlich gesagt einfach ignoriert. So habe ich lange Zeit gelebt. Ich habe nie daran gezweifelt, dass es Jesus gibt. Das war für mich immer klar: Es gibt Jesus, es gibt Gott. Das war nie ein Problem für mich.

Aber ich habe es nicht von Herzen gelebt. Es war eher so, dass ich mit einem Fuß bei Jesus stand und mit dem anderen voll in der Welt, wie man so sagt. Ich habe nie zu Jesus gesagt: „Ich gebe dir alles.“ Stattdessen wollte ich von beidem das Gute – vom Leben das Gute und von Jesus das Gute. Das kommt einem sicherlich bekannt vor.

Dann hat sich das irgendwann geändert. Wie gesagt, ich war immer gläubig. Nach der Schule, als ich angefangen habe zu arbeiten, geriet ich in einen Zustand, in dem ich dachte, ich müsse unbedingt viel Geld verdienen. Nicht, weil ich ein Multimilliardär werden wollte, sondern weil ich mir einfach ein gutes Leben aufbauen wollte. Ich wollte keine Geldsorgen haben und finanziell gut dastehen.

Dafür habe ich entsprechend gehandelt. Zum Beispiel hatte ich drei Jobs: Eine normale 40-Stunden-Woche, einen Nebenjob an einer Tankstelle und ich habe mich zusätzlich selbständig gemacht. Ich war also quasi die ganze Zeit am Arbeiten.

Nach einiger Zeit, als ich wieder bei der Tankstelle arbeitete, hatte ich dort eine Begegnung mit einem Menschen. Diese Begegnung führte schließlich dazu, dass ich eine Begegnung mit dem Heiligen Geist hatte. Diese Begegnung hat mein Leben komplett auf den Kopf gestellt.

Begegnung mit dem Heiligen Geist und erste Impulse für den Dienst

Ich erzähle es nur ganz kurz: Es war Schichtwechsel, und ein Kollege erzählte mir, dass vorher jemand an der Tankstelle war. Dort gab es schon einen Bereich, in dem Leute sich einen Computer mieten konnten, quasi wie in einem Internetcafé. Man konnte dort am Computer sitzen, und derjenige hatte einen USB-Stick eingesteckt, weil er ein YouTube-Video hochgeladen hat.

Ich musste dann schauen, wie lange das Video noch braucht, bis es fertig hochgeladen ist. Das habe ich gemacht und dabei gesehen, dass es nicht fertig werden würde, bevor wir schließen. Die Internetleitung war dort eine Katastrophe. Also rief ich ihn an und sagte: „Hey, hol mal deinen Stick ab, das wird heute leider nichts mehr.“

Als ich dann schaute, wie viel Prozent das Video schon hatte, sah ich, worum es ging. Es hatte irgendetwas mit Jesus zu tun. Das hat mich interessiert, und ich ging auf seinen Kanal. Dort sah ich, dass er lauter christliche Videos machte, im Grunde so wie du und ich auch – einfach über verschiedene Glaubensthemen und Glaubensfragen, was auch immer.

Ich fand das auf der einen Seite total toll. Auf der anderen Seite kam mir der zweite Gedanke: Eigentlich schade, denn technisch sahen die Videos für mich ziemlich schlecht aus. Sie sahen aus wie meine Videos.

„Nee, du machst gute Videos“, hast du gesagt. Ich meinte wirklich, es war sehr, ich sag mal, total egal gemacht. Heute würde ich das überhaupt nicht mehr so denken, aber damals dachte ich: Schön, aber eigentlich voll umsonst, weil es fast keiner sieht. So dachte ich damals.

Man muss dazu noch ganz kurz sagen: Chris, du bist ja ausgebildeter Mediendesigner, ist das richtig? Genau, ja. Das heißt, dein Blick ist natürlich noch mal ein ganz anderer, viel geschulter und viel schärfer.

Also ich habe mich ja nebenbei selbstständig gemacht mit Filmen. Ich habe Hochzeiten gefilmt, für kleine Firmen Filmchen gemacht und so. Deswegen hatte ich einen kritischen Blick gegenüber dem Video.

Und dann, als ich das gedacht habe, kam eine Stimme, die ich nicht akustisch gehört habe, so wie ich dich jetzt höre, sondern sie war für mich noch viel, viel deutlicher, als ich dich jetzt akustisch reden höre. Es war direkt in mein Herz hinein.

Diese Stimme sagte: „Aber weißt du, er macht etwas für mich.“

Das hat mich in diesem Moment so hart getroffen. Dieser Gedanke oder Satz veränderte meinen Blick. Von einer Sekunde zur anderen sah ich mich mit ganz anderen Augen. Ich dachte: Hey, du wärst imstande, tolle Videos zu machen. Ohne dass ich mich jetzt selber groß in den Himmel loben will, aber ich bin auf jeden Fall besser als die technisch gesehen. Denn das war damals mein Gedanke.

Dann sagte ich mir: Du könntest das alles machen. Du hast das Equipment zu Hause, hast alles, was du brauchst. Und du tust in deinem ganzen Leben nichts für Jesus. Du schaust nur, dass du Geld verdienst, dir einen Wohlstand aufbaust, einen irdischen Wohlstand.

Das hat mich so hart getroffen, dass dadurch viele Steine ins Rollen gebracht wurden. Bis heute. Es ist eine längere Geschichte, aber das ist die Kurzfassung davon.

Erste Schritte im Glaubensdienst und persönliche Herausforderungen

Krass! Womit hast du denn am Anfang angefangen? Hast du zuerst die ersten Videos aufgenommen oder dich erst mal mit Evangelisten unterhalten? Du warst ja zwischendurch, wenn ich es richtig verstanden habe, auch in Florida unterwegs mit Daniel Kollender. Was war das genau? Oder war es eher so, dass du einfach gehört hast: „Ach, jetzt probieren wir das mal aus“? Das ist natürlich eine rhetorische Frage, aber was kam denn wirklich als Erstes?

Als Erstes habe ich gemerkt, dass Gott sehr viel an mir arbeiten möchte – oder muss, wie auch immer. Das habe ich teilweise schnell angenommen und akzeptiert, aber es gab auch Bereiche, die ich nicht akzeptiert habe. Sicherlich gibt es noch heute Bereiche, die ich vielleicht noch nicht akzeptiere. Klar, wir wachsen alle weiter im Glauben. Manche Menschen denken vielleicht: „Oh, das ist ein YouTube-Kanal, der macht alles richtig, der ist holy number one.“ So ist es aber nicht.

Manche Dinge haben mich wirklich Überwindung gekostet. Es war eine große Herausforderung, ein Stück weit mich selbst aufzugeben. Du gibst auf, selbst über dich zu herrschen, und sagst: „Herr Jesus, komm du in mein Leben, ich möchte, dass du regierst.“ Das ist ein Prozess. In manchen Bereichen geht das schneller, in anderen langsamer. So war es auch bei mir. Das hat sich über eine ziemlich lange Zeit gezogen.

Ich habe viel erlebt – nicht, weil ich ein schlimmer Mensch war, sondern weil ich teilweise auch zu stur war. Irgendwann, als ich dachte: „Okay, jetzt reicht es“, passierte etwas Entscheidendes. Ab dem Moment, als ich meine Begegnung mit dem Heiligen Geist hatte – das kann man sich in einem Video anhören, wie das genau war – habe ich die Kraft Gottes zum ersten Mal physisch gespürt. Es war nicht nur so, dass ich eine komplett andere Liebe für Jesus empfand, sondern ich hatte plötzlich ein brennendes Herz, das ich von mir vorher nicht kannte.

Früher war ich ziemlich egoistisch. Ich kannte das nicht von mir, dass es mir wichtig war, ob andere Menschen glauben oder nicht. Ich dachte immer, ich bin sozusagen „safe“. Aber das hat sich komplett verändert. Deshalb war bei mir sehr schnell der Wunsch da – oder besser gesagt das Verlangen –, anderen von Jesus zu erzählen.

Am nächsten Tag nach meiner Begegnung bin ich zur Arbeit gegangen. Mit einem Kollegen, mit dem ich früher immer zum Rauchen gegangen bin – damals habe ich noch geraucht, aber an diesem Tag nicht mehr – bin ich runtergegangen und habe gesagt: „Hey, er hat mit mir geredet, bla bla bla.“ Ich weiß gar nicht mehr genau, was er gesagt hat, aber ich habe ihn gefragt: „Haben wir uns eigentlich schon mal über Jesus unterhalten? Haben wir uns schon mal über den Glauben unterhalten?“

Das kam einfach so aus mir heraus, weil ich so viel von Jesus in mir hatte, dass es raus musste. Ich bin quasi übergelaufen, ich konnte es gar nicht in mir behalten.

Weitere Entwicklung und internationale Erfahrungen

In wenigen Sekunden geht es weiter. Ich möchte gern allen danken, die schon die Glocke unter diesem Video gedrückt haben. So werden mehr Menschen christliche Inhalte angezeigt. Das ist anonym, in zwei Sekunden erledigt und hilft auch diesem Kanal. Vielen Dank!

Es gibt Dinge, die mir helfen, das, was ich gerade fühle, irgendwie in Ordnung zu bringen oder in eine Ordnung zu bringen. Das hat dazu geführt, dass ich nach Amerika, nach London und ja, auch nach Afrika gereist bin. Diese ganzen Reisen haben alle dazu beigetragen.

Natürlich habe ich auch in Deutschland viel gemacht. Ich war nicht nur im Ausland. Außerdem habe ich ein Praktikum bei einem Evangelisten aus Österreich gemacht. Ich wohne ja hier in München, und Österreich ist nicht mehr so weit entfernt. Auch dieses Praktikum hat mich im Glauben sehr gestärkt und geformt.

Irgendwann parallel dazu habe ich angefangen, so zu denken: „Hey, eigentlich hast du mal...“ Ich habe nämlich früher ein Wort von Gott bekommen, dass ich Menschen über YouTube erreichen werde.

Das Wort Gottes und der Start auf YouTube

Da müssen wir kurz innehalten, denn wenn du sagst, du hast ein Wort von Gott bekommen, wie sah das dann aus? In Farbe oder 3D?

Ich war bei einer Gemeinde auf einer ganz normalen Konferenz. Am Ende dieses Tages bin ich gegangen, und am selben Tag fand in einer anderen Stadt noch ein Gottesdienst statt, zu dem ich auch gehen wollte. Damals war ich mit meinen Großeltern dort.

Nachdem ich den ersten Gottesdienst verlassen hatte, kam eine Frau auf mich zu. Sie sagte, sie habe ein Wort für mich. Dieses Wort lautete, dass sie sieht, wie ich viele Menschen über YouTube erreichen werde.

Das war vor etwa zehn Jahren. Damals war YouTube noch nicht so bekannt wie heute, und es gab keine YouTuber, wie wir sie heute kennen. Ich kannte das damals kaum, und deshalb war das, was sie mir gesagt hat, für mich ziemlich merkwürdig.

Ich habe das Wort akzeptiert und gehört, aber ehrlich gesagt, habe ich nicht wirklich daran geglaubt. Am selben Tag bin ich, wie gesagt, noch in eine andere Gemeinde gefahren. Am Ende des Gottesdienstes dort kam wieder eine Frau auf mich zu – eine andere Frau als zuvor.

Sie sagte ebenfalls: „Gott hat mir etwas gezeigt, ich habe ein Wort für dich.“ Und sie sagte genau dasselbe wie die erste Frau. Das hat mich schon sehr berührt und irgendwie beeindruckt. Ich war damals etwa 15 Jahre alt und fand das schon ziemlich ungewöhnlich.

Ich habe dann gesagt: „Okay, Gott, wenn du das möchtest, soll es so sein.“ Das Gute war, dass die zweite Frau noch hinzufügte, ich solle mir keine Gedanken darüber machen, wie, wo, was oder wer. Gott werde es tun.

Das war für mich sehr beruhigend, denn ich wusste, dass ich erst einmal nichts unternehmen muss. Ich wusste ja auch gar nicht, wie ich anfangen sollte.

Zurück in die Gegenwart: Weil ich das Thema so auf dem Herzen hatte und nichts anderes sah, als mit den Leuten in meinem Umfeld zu reden und eben auf YouTube aktiv zu werden, dachte ich mir, ich mache das jetzt einfach.

Ich begann mit YouTube und lud erst zwei, drei, vier Videos hoch. Doch in dieser Phase merkte ich auch, dass Gott noch viel an mir arbeiten wollte. Deshalb stoppte ich nach den ersten Videos wieder, weil ich das Gefühl hatte, es sei noch nicht der richtige Zeitpunkt.

Ich hatte keinen inneren Frieden damit, weiterzumachen. Das kann ich gut nachvollziehen.

Gott arbeitete weiter an mir. Dann, irgendwann im ersten Lockdown, hatte ich plötzlich Zeit und nichts zu tun. Ich fragte Gott: „Was kann ich tun?“ Da hatte ich zum ersten Mal Frieden damit, weiterzumachen.

So begann ich quasi neu oder setzte fort, was ich angefangen hatte, und lud dann einigermaßen regelmäßig Videos hoch.

Themenwahl und Motivation für die Videoproduktion

Und worüber sprichst du denn so? Es ist ja eine große Palette an Themen. Anders gefragt: Woran merkst du, dass es an der Zeit ist, ein Video zu machen? Für jemanden, der das noch nie gemacht hat, ist der Aufwand kaum vorstellbar. Woran merkst du also, dass es so weit ist und du die nächsten zwei Monate kaum schlafen solltest, weil du stattdessen ein Video machen musst?

Grundsätzlich ist es ja so, dass YouTube und alle Social-Media-Plattformen ein System haben, das darauf ausgelegt ist, dass man regelmäßig Content produziert. Sonst wird man zwar nicht unbedingt bestraft, aber man wird auch nicht so stark gepusht. Ich persönlich bin kein Freund davon, mich strikt an solche Regeln zu halten, weil ich der Meinung bin, dass unser Gott größer ist als irgendein YouTube-Algorithmus. Die Menschen, die etwas sehen sollen, werden es auch sehen.

Wie weiß ich also, wann ich ein Video mache? Es gibt Tage oder Wochen, da produziere ich tatsächlich sehr regelmäßig, fast wöchentlich, ein Video. Aber es gibt auch Zeiten, wie zum Beispiel Ende letzten Jahres, da habe ich fast zwei Monate lang gar nichts gemacht. Zum einen, weil ich keine Zeit hatte, und zum anderen, weil es einfach okay war. Es war gerade etwas anderes dran.

Gott hat mich – beziehungsweise uns, meine Frau und mich – anderswo hingeführt. Wir sind umgezogen und haben Nachwuchs bekommen. Das bedeutete, dass ich noch mehr alleine machen musste. Es war einfach nicht die richtige Zeit, neben meiner eigenen Beziehung zu Gott auch noch Content zu produzieren.

Von Anfang an habe ich gesagt: Gott, egal was passiert, egal wie, wo oder wer – das ist dein Kanal, das ist dein Werk. Ich möchte gar nicht in die Situation kommen, in der ich sage, ich muss jetzt ein Video machen. Denn in dem Moment, in dem ich aus mir heraus sage, ich muss ein Video machen, kommt alles, was ich mache, nur von mir selbst.

Ich will den Menschen nichts erzählen, was nur von mir kommt. Ich will ihnen von Gott erzählen. Deshalb mache ich nur dann ein Video, wenn ich von Gott spüre, dass es jetzt an der Zeit ist oder dass es ein Thema gibt, das die Menschen interessiert.

Grundlegende Motivation und Umgang mit Herausforderungen

Ja, das ist deine Motivation dahinter, zu sagen, dass man sich nicht so sehr auf die Frage konzentrieren soll.

Du betonst immer wieder, dass es nicht darum geht, sich zu sehr auf die Frage zu fokussieren, sondern auf etwas anderes.

Naja, das ist deine Motivation für einzelne Beiträge. Aber was würdest du sagen, ist das, was dich grundsätzlich antreibt, so etwas zu machen?

Denn das ist ja ein unbeschreiblicher Aufwand. Es geht ja nicht nur darum, Beiträge zu erstellen. Du bist ja auch für deine Community da, gehst auf Kommentare ein und bekommst natürlich auch negatives Feedback – das kennen wir alle.

Was motiviert dich also grundsätzlich, das alles am Laufen zu halten und dich immer wieder dem auszusetzen – sowohl persönlich auf der Straße als auch digital?

Ich bin überzeugt davon, dass Jesus unser Retter ist. Ich bin mehr als dankbar dafür, was er für mich getan hat, und ich bin überzeugt, dass er das für jeden Menschen getan hat.

Ich bin davon überzeugt, dass die frohe Botschaft die beste Botschaft der Welt ist und dass diese Botschaft die ganze Welt hören soll.

Weil ich selbst so viel, so unendlich viel von Jesus, von Gott bekommen habe, sehe ich es als eine Art, etwas zurückzugeben.

Es ist nur ein Bruchteil dessen, was ich zurückgeben kann. Ich sehe das eher als eine Art, an Jesus zurückzugeben, an den Bau seines Reiches, an das, was er für uns getan hat.

Er hat für uns sein Leben gegeben. Was ist eine schlaflose Nacht gegen einen qualvollen Tod, den Jesus gestorben ist? Amen.

Darauf habe ich jetzt nicht mal eine kluge Antwort, definitiv. Da gibt es auch keine Antwort.

Am Ende des Tages ist alles andere hinfällig, weil du und ich – du ja noch mehr – es nicht einfach so machen.

Es geht nicht darum, dass wir Spaß daran haben, rauszugehen, oder Spaß daran haben, Widerständen zu begegnen oder mit Leuten zu diskutieren.

Da steckt wirklich ein Brennen dahinter.

Und dieses Brennen ist, wie du es immer wieder ganz klar sagst: Die Leute müssen die frohe Botschaft hören. Die Leute müssen gerettet werden. Jesus ist für dich und mich gestorben.

Das ist nicht einfach nur ein „Hey, ich will dich mal überzeugen, diese oder jene Partei zu wählen oder dieses oder jenes T-Shirt zu kaufen“.

Da geht es um ganz, ganz andere Dinge.

Das ist die Entscheidung des Lebens.

Alles andere ist im Vergleich zu dieser Entscheidung irrelevant.

Offizieller Dienst und rechtliche Grundlagen

Und wie ist es heutzutage? Du hast ja vor kurzem, also vor ein paar Wochen, weitere entscheidende Schritte eingeleitet. Kannst du für Laien wie mich ganz verständlich erklären, was du da eigentlich gemacht hast, warum und was die Leute davon haben?

Ich habe einfach gemerkt: Ich habe ja einfach ins Blaue hinein gestartet, mit dem YouTube-Kanal. Ich wusste, okay, Gott, du lässt mich übersprudeln, fang damit an, was du möchtest. Ich bin bereit, für dich überall hinzugehen, ich bin bereit, alles zu tun, was du daraus machst – das ist deine Sache. Deshalb hatte ich nie wirklich den Plan, ich mache das und das und das, ich mache einen großen Kanal. Ich habe einfach gemacht, was ich konnte, und irgendwie ging es in eine Richtung. Deswegen heißt es ja auch „Follow his call“, weil du buchstäblich einmal gefragt hast: „The call is first, then I follow.“

Genau, das ist tatsächlich der Grund. Ich habe das damals für mich so gesehen: Ich folge seinem Ruf. Keine Ahnung, wo es hingeht, aber mal schauen, wir werden sehen, wo es hingeht. Und es ist jetzt einfach so in diese Richtung gegangen, dass ich meinen eigenen Dienst offiziell gemacht habe. Also alles, was ich so mache – YouTube, die Encounter Tour, also die Evangelisationstour, und alles, was ich sonst so mache, auch Reisedienste –, ich bin ja immer wieder mal eingeladen in Gemeinden oder so, egal was: Das läuft jetzt quasi über diesen offiziellen Dienst. Das hat im Grunde gar nichts zuvor verändert, außer dass das Ganze jetzt auf einem rechtlich guten Fundament steht. Also dass alles Hand und Fuß hat, denn in Deutschland brauchst du so etwas. Du kannst nicht einfach irgendetwas machen, was du willst. Sobald Geld irgendwo eine Rolle spielt, will der Staat etwas sehen.

Na klar, und das ist etwas richtig, richtig Gutes. Ich möchte das noch einmal für Leute erklären, die vielleicht noch nicht ganz wissen, was das in Bezug auf Fabio und Ade bedeutet. Denn es bedeutet: Wenn jetzt jemand auf dem Herzen hat, dass er sagt, „Oh Mann, ich möchte Chris unterstützen, ich möchte seinen Dienst unterstützen“, das ist etwas Gutes, das ist vom Herrn gesegnet, sagen wir mal, ich möchte dir jetzt hundert Euro spenden oder so, dann heißt das, dass ich das steuerlich absetzen kann.

Das bedeutet ganz einfach gesprochen, dass man vom Finanzamt einen großen Teil zurückbekommt. Das sind bei den meisten Leuten etwa ein Viertel oder ein Drittel, es können auch vierzig Prozent sein – als einfaches Beispiel. Du sagst jetzt aus irgendwelchen Gründen: „Mensch, ich will jetzt 100 Euro an den Dienst von Chris spenden“, was eine richtig gute Sache ist. Dann bekommst du vom Staat dadurch 30 Euro zurück. Das heißt, eigentlich spendest du nur 70 Euro.

Und das ist natürlich eine richtig, richtig coole Sache. Du kannst es auch so sehen: Du spendest 70 Euro, und der Staat tut 30 Euro dazu. Wie auch immer du es drehst, dass es in Deutschland so etwas gibt, ist nicht selbstverständlich. Das gibt es in vielen anderen Ländern auf der Welt so nicht.

Stimmt. Stimmt.

Die Encounter Tour: Entstehung und Ablauf

Die Encounter Tour entstand im Grunde durch meinen Start auf YouTube. Ich habe einfach angefangen, weil ich es konnte, und als der Kanal dann ein bisschen größer wurde, gab es eine Sache, die mich zwar nicht störte, die ich aber ein wenig schade fand.

Ich weiß, dass hauptsächlich Christen meine Videos anschauen, weil Nicht-Christen sich in der Regel keine christlichen Videos ansehen. Das trifft zwar nicht immer zu – ich kenne sogar Menschen, die durch meine Videos zum Glauben gekommen sind. Das will ich nicht kleinreden. Aber mir ist auch bewusst, dass der Großteil der Zuschauer eben Christen sind, was völlig in Ordnung ist.

Mein Herz schlägt jedoch primär für die Verlorenen. Ich hatte den Wunsch, noch mehr für diejenigen zu tun, die Jesus nicht kennen und nicht zufällig auf meinen Kanal stoßen. So kam es, dass ich zusammen mit ein paar Jungs aus München beim Outreach war. Wir waren mitten in München, auf dem Stachus, falls das jemand kennt, und haben dort den Menschen von Jesus erzählt.

Ich habe davon auch auf Instagram gepostet. Daraufhin kamen Nachrichten von Menschen, die sagten: „Hey, voll cool, was ihr da macht! Kommt doch mal in unsere Stadt, kommt doch mal hierher oder dorthin.“ Weil es so viele solcher Nachrichten waren, habe ich zu den Jungs gesagt: „Warum machen wir das nicht einfach? Warum gehen wir nicht in verschiedene Städte?“

Wir haben dann überlegt, was man so machen könnte, haben gebetet und gesagt: „Okay, wir schauen mal, vielleicht machen wir das.“ Und dann ging alles ehrlich gesagt sehr schnell. Wir hatten alle Frieden damit, ich war mehr als Feuer und Flamme dafür.

So etwas Ähnliches hatte ich schon im Jahr zuvor auf dem Herzen, aber damals habe ich ganz klar von Gott gespürt: „Nein, es ist nicht die Zeit dafür.“ Ein Jahr später wurde der Gedanke dann konkreter, zumindest in Ansätzen, und ich hatte Frieden damit.

Kurz darauf sind wir dann auf Tour gegangen. Es war wirklich alles sehr spontan, wenn ich ehrlich bin. Die Planungszeit betrug vielleicht maximal zwei Monate – wobei man von Planung kaum sprechen kann. Wir haben einfach gesagt: „Hey, wir mieten uns ein Wohnmobil, reisen durchs Land und schauen, was passiert.“

Ablauf und Erfahrungen der Straßen-Evangelisation

Und wie läuft das ab? Wer noch nie bei einer Open-Air-Evangelisation dabei war, fragt sich vielleicht, wie das genau funktioniert. Du stellst dich auf einen sogenannten Stacho, es gibt eine kleine Absperrung mit einem Seil auf dem Boden. Jemand macht Musik, und dann nimmst du einfach das Mikrofon und fängst an zu sprechen. So kann man sich das ungefähr vorstellen.

Allerdings macht das jeder ein bisschen anders. Wir sind mehrere Leute, die predigen. Die Botschaften dauern nur etwa fünf Minuten. Es gibt keine halbstündigen Predigten, denn auf der Straße haben die Menschen oft nur etwa dreißig Sekunden Zeit, bevor sie weitergehen.

Wir haben einen Mix aus Worship, Tanz und Botschaft gestaltet. Das Gute daran ist: Wenn Leute auf der Straße jemanden tanzen sehen, bleiben sie meistens einfach so stehen. Das gilt auch, wenn es gar keine ausdrücklich christlichen Tänze sind. Ein Tanz bleibt ein Tanz, und das erkennt erst mal niemand, ob er christlich ist oder nicht.

Wenn die Leute stehen bleiben, ist der Tanz irgendwann zu Ende. Dann kommt einer von uns und verkündet das Evangelium. Wir sagen ganz einfach und banal: „Das Evangelium ist eigentlich nichts Kompliziertes. Wenn du kurz zwei Minuten Zeit hast, würde ich dir gern von der allerbesten Botschaft der Welt erzählen.“ Viele fragen dann: „Was ist denn die allerbeste Botschaft der Welt?“ Dann bleibe ich noch kurz stehen und erzähle in etwa fünf Minuten davon.

Man mag es kaum glauben, aber die Menschen sind oft offener für das Evangelium, als man denkt. Ich weiß, dass oft der eigene Verstand einen davon abhält, so etwas zu tun. Auch die Angst davor, was andere denken könnten, spielt eine große Rolle.

Aber wenn man ehrlich ist, ist es erstens sowieso egal, was irgendjemand in einer fremden Stadt von einem denkt. Die Leute sieht man wahrscheinlich nie wieder. Und zweitens, gerade in unserer heutigen Zeit, gehen so viele Menschen für verrückte Dinge auf die Straße. Sie machen sich keine Gedanken darüber, wie sie bei anderen ankommen. Sie sind laut, gehen raus und kämpfen für jeden möglichen Blödsinn.

Doch für die Botschaft, die den Menschen die Ewigkeit mit Gott schenkt, gehen vergleichsweise wenige auf die Straße – obwohl es gar nicht so wenige Christen gibt.

Ziel der Encounter Tour: Menschen erreichen und Christen ermutigen

Das ist beeindruckend, was Chris hier erzählt, oder? Mich persönlich steckt das sofort an, und ich frage mich: Erzähle ich genug Menschen von Jesus? Wahrscheinlich hast du dir diese Frage noch nie gestellt. Falls doch, kannst du dir hier gern die Tipps für deine Gespräche mit Nichtchristen mitnehmen.

In wenigen Minuten lernst du die Top zehn Tipps kennen, wie du häufige Fehler ganz einfach vermeiden kannst. Vor allem stärkt dir das den Rücken, sodass du mit Glauben, Zuversicht und – wie soll ich sagen – mit Liebe wissen kannst: Ja! Ja, du hast etwas zu sagen. Und ja, wir Christen haben tatsächlich die beste Botschaft der Welt geschenkt bekommen. Vor allem deine Leute in deinem Umfeld müssen diese Botschaft hören.

Nimm dir also die Gesprächstipps gern über den Link in der Videobeschreibung mit. Das ist komplett gratis, du hast also nur Vorteile davon.

Das finde ich einfach schade – und das war fast das zweite Ziel, also fast das zweite Hauptziel der Encounter Tour: andere Christen zu ermutigen, dasselbe zu tun. Nicht jeder muss gleich eine Tour machen, und man muss nicht sofort so sein wie wir. Aber du kannst in deinem Umfeld Licht sein. Du kannst bei dir auf der Arbeit, in deiner Schule oder egal wo du bist, Menschen erreichen.

Gott hat dich ja irgendwo hingestellt, und du kannst dort Menschen erreichen, die wir bei unserer Tour nie erreichen können. Oder die ich auf meinem YouTube-Kanal nicht erreiche – oder die du auf deinem nicht erreichst. Jeder Mensch hat eine andere Position im Leben und kann so sein Umfeld mit dem Geist Gottes berühren.

Und ja, das war die Tour in kurz und knapp.

Eindrücke von Begegnungen auf der Encounter Tour

Bevor wir zum letzten Thema übergehen, möchte ich noch ein Beispiel von den Begegnungen erzählen, die ich erlebt habe. Ihr wart ja, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, nicht sieben, sondern neun Städte in neun Tagen unterwegs, oder? Genau, neun Städte.

Eine Sache, die mir besonders im Gedächtnis geblieben ist, betrifft eine Frau in Berlin. Sie war keine Christin, hatte aber an diesem Tag das Gefühl, zum Alexanderplatz gehen zu müssen. Das war der Ort, an dem wir unsere Evangelisation durchgeführt haben. Sie hatte keinen konkreten Plan und ist ohne besonderen Grund dorthin gegangen.

Dort hat sie uns gesehen – wie wir Musik gemacht und von Gott erzählt haben. Das hat sie so berührt, dass sie noch auf der Straße ihr Leben Jesus gegeben hat. Im Nachhinein erzählte sie uns, dass sie einfach hierher gekommen war, ohne zu wissen warum. Sie hatte so etwas noch nie gehört.

Klar, in Deutschland hat eigentlich jeder schon von Jesus gehört und weiß, wer er ist. Aber die wenigsten wissen wirklich, wer Jesus eigentlich ist, was er für uns getan hat und warum Menschen von ihm sprechen. Es geht nicht nur um das, was man häufig in der Kirche hört oder auch nicht hört, sondern um den eigentlichen Grund für das Ganze. Das hat sie so bewegt, dass sie ihr Leben Jesus geschenkt hat.

Solche Begegnungen gab es viele. Zum Beispiel auch in Stuttgart. Da ist mir ein junger Mann eingefallen, der zufällig vorbeikam. Er war Christ, hatte aber erst vor kurzem sein Leben Jesus gegeben und keine Gemeinde, zu der er gehörte. Er war sozusagen allein im Glaubensleben unterwegs.

Gerade als er Äpfel in der Stadt kaufen wollte, kam er auf dem Rückweg an unserem Platz vorbei. Er blieb stehen, weil er frisch gläubig war und das, was er hörte, ihn ansprach. Wir konnten ihm eine Gemeinde empfehlen, da wir mit den Gemeinden vor Ort zusammengearbeitet haben.

Uns war wichtig, nicht einfach nur Menschen zu bekehren und dann wieder weiterzuziehen. Wir wollen, dass die Menschen auch ein geistliches Zuhause finden. Und solche Geschichten gab es viele.

Das war wirklich beeindruckend.

Ausblick auf kommende Projekte und Zusammenarbeit

Was ist denn jetzt als Nächstes dran für Chris Schuller? Was kommt dieses Jahr, was steht als Nächstes an? Das ist eine gute Frage. Ich wurde schon öfter gefragt: Was kommt als Nächstes? Wie planst du deine Videos? Wie und warum? Wer und was? Was gibt es noch?

Die Wahrheit ist, ich habe irgendwie keinen Plan. Ehrlich gesagt habe ich keinen wirklich festen Plan für die weitere Zukunft. Ich weiß natürlich ein paar Sachen, die in naher Zukunft anstehen, also was kommen wird.

Wir werden dieses Jahr wieder eine Tour machen. Außerdem wird es in unmittelbarer Zukunft, also schon im April, eine Evangelisationsschulung geben. Das ist ein Tagesseminar in Heidelberg. Das wird nicht von mir organisiert, ich bin dort nur eingeladen.

Außerdem gibt es ein Evangelisationscamp, das Firecamp heißt. Das ist im Grunde dasselbe, nur eine ganze Woche lang. Auch dieses Event wird von jemand anderem organisiert. Ich bin dort einfach mit dabei, als jemand, der den Menschen hilft, mehr in dieser Berufung zu wachsen. Das ist eine richtig tolle Sache, weil ich mir damals selbst so etwas hier in Deutschland gewünscht hätte. Deshalb freut es mich sehr, dass da mehr Bewegung reinkommt. Richtig cool, dass du das machst.

Wenn jetzt zum Beispiel ein Pastor zuhört und sich denkt: „Oh Mensch, da würde ich mich gern andocken, vielleicht mal schauen, ob meine Gemeinde und du irgendwie zusammenkommen können.“ Oder wenn ein Gemeindemitglied dich sieht und den Vorschlag machen möchte: „Können wir Chris irgendwie einladen?“ – wie kann man das denn machen? Wie organisiert man so etwas, wenn man sagt: „Mensch, wir würden gerne mit Chris zusammenarbeiten“?

Schreibt mir eine Mail, schreibt mir auf Instagram, schreibt mir irgendwo. Und liest du dann all die Nachrichten?

Ja, ich lese alle Nachrichten. Also, wenn es wirklich eine Anfrage ist, dann habe ich auf meiner Webseite ein Anfragenformular. Darüber sollte man die Anfrage stellen, und ich lese sie dann.

Alles klar und direkt, weil es gibt ja viele Leute, die antworten nicht auf so etwas oder lesen das nicht. Deswegen frage ich nochmal.

Ich lese alles. Ich kann leider nicht auf alle Nachrichten antworten, aber ich antworte auf alle Anfragen. Und ja, lesen tue ich eigentlich alles.

Schön.

Unterstützungsmöglichkeiten und Gebet

Und wenn man jetzt auf dem Herzen hat – vorletzte Frage –, dass man sagt, man möchte deinen Dienst unterstützen, all das, was du tust, wie kann man dich am besten unterstützen?

An erster Stelle kann jeder durch Gebet unterstützen. Gebet kostet nichts außer Zeit. Ich finde, Gebet ist etwas sehr Wichtiges. Wenn du also Gebetskapazität frei hast und das mit auf dem Herzen trägst, freue ich mich über jedes Gebet.

Natürlich kannst du auch durch Spenden helfen, dass mehr Menschen zu Jesus finden. Darum geht es letztlich. Das Ziel ist immer auf die Ernte ausgerichtet. Es ist ein eher evangelistisch geprägter Dienst. Ich habe es auf dem Herzen, Menschen mit dem Evangelium zu erreichen. Mir ist kein Weg zu weit, irgendetwas dafür zu tun.

Aber natürlich kostet alles Geld, das ist klar. Die Pflicht ist umsonst auf der Welt. Genau das sind die zwei Möglichkeiten, wie man vorerst unterstützen kann.

Who knows what will happen? Mal schauen, wo die Reise hingeht. Richtig cool.

Gebetsanliegen für die Gemeinschaft

Dann die letzte Frage an dieser Stelle: Was glaubst du grundsätzlich, wofür können wir als Community alle mehr beten? Was sollten wir vielleicht mehr auf dem Herzen haben, als wir es möglicherweise tun?

Ich glaube, was wir in Deutschland vor allem brauchen, ist mehr Begegnung mit Jesus. Menschen sollten wirklich erleben und erkennen, dass dieser Gott, dieser Jesus, nicht weit weg ist. Er ist nicht irgendwo da oben, sondern in dir. Er lebt in dir, ist da, und du kannst ihm begegnen. Du kannst ihn erleben. Er möchte dich verändern, damit du ein Licht sein kannst, das wiederum andere Menschen verändert.

Dieses Bewusstsein ist wichtig. Ich finde, das bedeutet in Deutschland viel. Wir sind ja irgendwie ein komisches Volk. Wir sind alle so unoffen. Wenn ich das zum Beispiel mit Amerika vergleiche, sind die Leute dort viel offener. Ich meine damit nicht unbedingt, dass sie christlicher sind, sondern dass sie von ihrer Mentalität her offener sind. Aber ich glaube auch, dass sie offener für Gott und den Heiligen Geist sind.

Jemand, der grundsätzlich offener ist, ist auch offener für Gott. Ich glaube, dass wir Deutschen unser Viereck verlassen müssen. Wir sollten sozusagen aus der Box herauskommen und einfach mehr Jesus in unser Leben lassen.

Wenn ich nur eine Sache beten dürfte, dann wäre es: Jesus, ich will mehr von dir.