Jesus liebt die Verlorenen
Lukas 19,41-4810.10.2021
Serie•Teil 2 / 11Die letzte Woche des Herrn Jesus
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Einleitung und Hinführung zur Frage nach Jesu Liebe
Ich möchte an den Anfang dieser Predigt eine vielleicht etwas provokante Frage stellen: Ist Jesus wirklich der liebe Herr Jesus? So wird er ja manchmal bezeichnet. Manchmal beten wir auch so: lieber Herr Jesus. Aber trifft das eigentlich zu?
Ich meine, Jesus konnte ja auch ganz schön konfrontativ sein, ganz schön böse werden, bedrohlich. Andererseits wissen wir, dass Jesus eine Person des dreieinen Gottes ist, und die Bibel sagt uns: Gott ist die Liebe. Also wie ist das nun? Liebt Jesus vielleicht nur die, die an ihn glauben, die ihn verehren, oder liebt er auch die Verlorenen?
Unser heutiger Predigtext, Lukas 19,41-48, gibt uns einen wunderbaren Blick auf Jesus und auf seine besondere Liebe für die Verlorenen. Es ist meine Hoffnung, wenn wir uns diesem Text jetzt zuwenden, dass das Hören dieses Wortes uns hilft, die Liebe Jesu klarer zu erkennen. Die Liebe, die er für uns hatte, als wir noch seine Feinde waren, als wir noch verloren waren, so dass wir immer mehr vergewissert sind seiner Liebe für uns, die wir heute, wenn wir an ihn glauben, seine Kinder sind.
Und meine Hoffnung ist, dass dieser Text uns hilft, mehr zu sehen, wie Jesus ist, so dass wir als Menschen, die ihm nachfolgen, immer mehr so werden können, wie er ist. Denn wir wissen aus der Bibel, dass wir im Schauen auf Christus verwandelt werden hinein in sein Ebenbild. Und möge das so sein heute Abend.
Ich lese uns aus Lukas 19,41-48. Hört auf Gottes heiliges und irrtumsloses Wort:
Und als er, Jesus, nahe hinzu kam, sah er die Stadt und weinte über sie und sprach: Wenn doch auch du erkenntest zu dieser Zeit, was zum Frieden dient! Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird eine Zeit über dich kommen, da werden deine Feinde um dich einen Wall aufwerfen, dich belagern und von allen Seiten bedrängen und werden dich dem Erdboden gleich machen samt deinen Kindern in dir und keinen Stein auf dem anderen lassen in dir, weil du die Zeit nicht erkannt hast, in der du heimgesucht worden bist.
Und er ging in den Tempel und fing an, die Händler auszutreiben, und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus sein; ihr aber habt es zur Räuberhöhle gemacht. Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die hohen Priester und Schriftgelehrten und die Angesehensten des Volkes trachteten danach, dass sie ihn umbrächten, und fanden nicht, wie sie es machen sollten, denn das ganze Volk hing ihm an und hörte ihn.
Das ist unser Predigtext für heute Abend. Und ich denke, wir sehen hier vier Aspekte der Liebe Jesu für die Verlorenen. Wir sehen hier konkret in den ersten beiden Versen — es sind mal zwei Verse pro Punkt heute Abend, ganz einfache Struktur — in den Versen 41 und 42, dass Jesus über die Verlorenen weint, Ausdruck seiner Liebe: Er weint über sie.
Dann sehen wir in den Versen 43 und 44, dass Jesus die Verlorenen warnt. In den Versen 45 und 46 sehen wir, dass Jesus die Verlorenen mit ihren Sünden konfrontiert. Und schliesslich sehen wir in den Versen 47 und 48, dass Jesus die Verlorenen lehrt und ihnen das Evangelium predigt.
Diese vier Aspekte möchte ich mit uns genau betrachten: vier Aspekte der Liebe Jesu für die Verlorenen.
Jesu Tränen über die geistliche Blindheit
Also in den Versen 41 und 42 sehen wir, dass Jesus über die Verlorenen weint. Ich lese uns das noch einmal:
Und als er nahe hinzukam, sah er die Stadt und weinte über sie und sprach: Wenn du doch erkenntest zu dieser Zeit, was zum Frieden dient! Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen.
Wir haben letzte Woche schon darüber nachgedacht: Jesus ist schon lange unterwegs. Lukas hat nun schon zehn Kapitel lang beschrieben, wie Jesus auf dem Weg nach Jerusalem ist, von Galiläa aus. Nach drei Jahren des öffentlichen Dienstes geht er nur nach Jerusalem, um dort zu sterben. Er hat seinen Jüngern das angekündigt. Er geht diesen Weg im Wissen darum, was vor ihm liegt: seine Kreuzigung und seine Auferstehung.
Nun ist er also fast am Ziel. Wir haben letzte Woche gesehen, wie er den Ölberg hinabgeht, und jetzt steht er quasi in dieser Talsohle direkt vor der Stadt Jerusalem, die sich vor ihm erhebt. Es war eine imposante Stadt, eine Stadt mit großen Tempeln, mit dem großen Tempel, mit dem großen Königspalast und mit anderen Prachtbauten. Ein faszinierender Anblick.
Und ich glaube, wir können uns gut vorstellen, wie viele der Pilger, die damals mit ihm unterwegs waren, vor dieser Stadt in Staunen gerieten. Die Pilger waren auf dem Weg, weil eines der großen jüdischen Feste unmittelbar bevorstand: das Passafest. Dazu war auch Jesus auf dem Weg. Zu solchen Festen zogen Tausende und Abertausende Menschen hin zur Stadt Jerusalem, dieser besonderen Stadt, in der der Tempel war, der Ort der Begegnung zwischen Gott und Menschen. Oft waren sie lange unterwegs, so wie Jesus aus Galiläa auf einer weiten Reise.
Und nun endlich, kurz vor der Stadt, können sie diese Stadt sehen. Vielleicht kennt ihr das, wenn man auf dem Weg zu einem schönen Ort ist. Ich bin diesen Sommer in Urlaub gefahren, an einen norditalienischen See. Dann fuhr man irgendwann über so eine Bergklippe, und dann sah man den See vor sich. Die Sonne spiegelte sich im Wasser, und es war so: Ah! Ja, und das ist die Haltung der Menschen dort. Sie sind voller Freude, voller Begeisterung nach dieser langen, beschwerlichen Reise. Nun sind sie da. Es wird jubiliert, es werden Psalmen gesungen.
Und inmitten dieser fröhlichen, begeisterten Schar steht Jesus und weint. Er weint laut. Das Wort, das hier steht, bedeutet genau das: ein lautes, klagendes Weinen. Irgendetwas bei Jesus ist anders als bei allen anderen. Die Menschen sehen alle diese Stadt und sind begeistert, aber Jesus sieht diese Stadt mit anderen Augen. Denn er sieht nicht nur auf das, was klar vor Augen steht, sondern er sieht den geistlichen Zustand dieser Stadt. Er sieht die geistliche Blindheit, die Verlorenheit der Menschen. Er erkennt, dass diese Stadt, die eigentlich ein Ort der Anbetung sein sollte, sich so weit von Gott entfernt hat. Und das macht ihn tief betroffen.
Weinend ruft er aus: Wenn doch auch du erkenntest zu dieser Zeit, was zum Frieden dient! Ja, hier kommt der menschgewordene Gott, Jesus, der Friedefürst, und er kommt, um Frieden zu machen. Das ist doch der Grund, das ist doch die Mission, warum er unterwegs ist: Frieden zu machen zwischen dem heiligen Gott und sündigen Menschen, indem er die Sünde der Menschen auf sich nehmen würde und für die Sünde der Welt am Kreuz sterben würde. Dazu ist Jesus Mensch geworden, das hat er angekündigt. Er ist gekommen, um sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.
Hier kommt der Retter, hier kommt der, der Frieden bringt, aber die Menschen erkennen ihn nicht. Wir haben das ganz am Ende unseres Predigttextes von letzter Woche gesehen, wie in Vers 39 die Pharisäer zu ihm gesagt hatten, nachdem die Jünger ihm mit Worten aus einem Psalm zujubelten, dass er seine Jünger zurechtweisen sollte. Ihm sollte nicht zugejubelt werden, das gefiel ihnen gar nicht. Und jetzt zeigt sich: Die Menschen erkennen ihn nicht. Sie sind so blind! Sie erkennen nicht das, was zum Frieden dient. Anstatt sich zu freuen und zu jubilieren, dass ihr Retter naht, ist diese Stadt so weit weg von ihm.
Er greift diesen gleichen Gedanken noch einmal auf in Vers 44. In Vers 42 sagt er: Wenn doch auch du erkenntest zu dieser Zeit, was zum Frieden dient! Und in Vers 44 greift er das noch einmal auf und sagt, dass sie die Zeit nicht erkannt haben, in der sie heimgesucht wurden. Heimgesucht klingt für uns immer nach etwas Negativem, aber hier müssen wir verstehen: Jesus kommt in seine Heimat, er kommt zu ihnen, und die Menschen verkennen diese Zeit. Sie verkennen ihn.
Warnung vor dem kommenden Gericht
Vielleicht hilft uns ein Bild, um uns noch klarer zu machen, was in Jesus hier los gewesen sein muss.
Ihr kennt vielleicht Geschichten von euren Grosseltern, die teilweise noch im Zweiten Weltkrieg gekämpft haben. Grossväter, die lange weg von zu Hause waren, schlimme Schlachten geschlagen haben und dann oft in Kriegsgefangenschaft waren und erst nach vielen Jahren wieder zu ihren Familien konnten. Über viele Jahre waren sie getrennt von ihren Frauen und von ihren Kindern. Oft hatten sie vielleicht noch ein kleines Foto irgendwo in ihrem Gepäck, das sie immer wieder anschauten. Und da war diese Sehnsucht, diese Sehnsucht, doch endlich die Frau und die Kinder, die inzwischen gross geworden waren, wiederzusehen.
Ich kenne solche Geschichten von meiner Oma. Wie dann Männer zurückkamen aus dem Krieg und aus der Ferne die Frau und die Kinder sehen, die schon so gross sind. Voller Begeisterung laufen sie auf sie zu und freuen sich, endlich wieder nach Hause zu kommen, endlich wieder da zu sein, wo die Menschen sind, nach denen man sich so gesehnt hat. Und in dem Moment, wo der Vater kommt, verstecken sich die Kinder: Wer ist dieser Mann? Und in manchen Fällen kommt nach vielen Jahren aus dem Haus auf einmal ein anderer Mann, den die Frau inzwischen geheiratet hat, weil sie ihren Mann für tot hielt.
Könnt ihr euch vorstellen, wie das gewesen sein muss für viele Männer, die nach so viel Leiden aus dem Krieg zurückkamen, in ihr Eigentum, in ihre Heimat? Wie viel schlimmer muss es für Jesus gewesen sein?
Johannes schreibt im Johannesprolog am Anfang seines Evangeliums in Kapitel 1, Vers 10: Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn gemacht, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf.
Und hier sollte uns klar werden: Das war also nicht nur ein Problem in Jerusalem. Diese Stadt stand ganz besonders für die Gegenwart Gottes. Es war in besonderer Weise der Ort der Begegnung zwischen Gott und Mensch. Aber letztendlich gilt das für die ganze Welt, und das gilt auch für uns hier und heute. Jesus kam in sein Eigentum, aber die Menschen lehnen ihn ab, sie nehmen ihn nicht auf, sie erkennen ihn nicht.
Das liegt nicht daran, dass man ihn nicht erkennen könnte, sondern daran, dass wir ihn nicht erkennen wollen. Das ist die Härte der Herzen der Menschen, die dazu führt, dass sie Jesus ablehnen.
Vielleicht kennst du das auch, dass du Menschen, die du liebst, etwas von Jesus sagen willst, dass du dir wünschst, dass sie den Herrn Jesus erkennen, dass sie sich ihm im Glauben zuwenden. Vielleicht in der Schule, in der Uni, bei der Arbeit, in der Nachbarschaft, im Freundeskreis, dass du von Jesus erzählst. Und Menschen, anstatt dankbar zu sein dafür, dass du ihnen vom Retter sagst, verspotten dich: Was hast du denn geraucht? Was hast du noch alles?
Okay, also meinetwegen, wenn das dir irgendwie weiterhilft.
Ich weiss nicht, wie es dir geht, wenn du so etwas erlebst. Man kann sich vorstellen, viele von uns haben das erlebt. Da kann in uns ein gewisser Frust entstehen, nicht? Mensch, was ist denn mit dir los? Warum kapieren die das nicht?
Aber bei Jesus sehen wir keinen Frust. Bei ihm sehen wir Liebe. Liebe für diese Verlorenen, ein Leiden darunter, dass die Menschen ihn nicht erkennen. Und sie verkennen vollkommen, mit welcher Absicht er kommt. Sie wollen, dass er schweigt, sie wollen am besten, dass er weggeht.
Dabei ist er wie so ein Vater, der aus dem Krieg zurückkommt und die Absicht hat, nun endlich für seine Frau, für seine Kinder zu sorgen. So kommt Jesus. Er will für die Seinen sorgen, er will ihnen das geben, was sie brauchen, er will sein Leben für sie geben. Er will den Menschen Gutes tun. Weil er die Verlorenen liebt, kommt er zu ihnen. Deswegen ist er bereit, diesen schweren Weg zu gehen, diesen Weg zum Kreuz. Deswegen ist er bereit, sich aufzuopfern, damit die Sünden der Menschen von ihnen genommen werden können.
Jesus will sie auf sich nehmen und für sie die gerechte Strafe zahlen, wenn sie nur zu ihm kommen und ihm ihre Sünden bringen, sich ihm nur zuwenden. Aber das tun die Menschen nicht. So ist er tief betrübt über die geistliche Blindheit der Menschen.
Aber vielleicht sieht er noch mehr als nur den geistlichen Zustand dieser Stadt. Vielleicht sieht er auch prophetisch. Ich habe den Eindruck, er sieht auch prophetisch, was mit dieser Stadt geschehen wird. Dieser Unglaube, dieses Jesus-nicht-Annehmen, ihn Ablehnen, wird Konsequenzen haben. Auch das treibt ihm sicher Tränen in die Augen.
Wir lesen in Vers 43 und 44, dass die Stadt Jerusalem aufgrund ihrer Ablehnung von Jesus zerstört werden wird.
Lukas 19,43-44: Denn es wird eine Zeit über dich kommen, da werden deine Feinde um dich einen Wall aufwerfen, dich belagern und von allen Seiten bedrängen und werden dich dem Erdboden gleich machen samt deinen Kindern in dir und keinen Stein auf dem anderen lassen in dir, weil du die Zeit nicht erkannt hast, in der du heimgesucht worden bist.
Was Jesus hier ankündigt, würde vierzig Jahre später geschehen. Wir befinden uns hier so ungefähr im Jahr 30 nach Christi Geburt. Im Jahr 70 kam das römische Heer und belagerte die Stadt und zerstörte Jerusalem. Es war ein grausames Gemetzel. Die Prachtbauten wurden alle zerstört, inklusive dem Tempel, und die Menschen in der Stadt wurden fast alle brutal getötet, niedergemetzelt. Es war ein so grausamer Feldzug der Römer, dass selbst manche der römischen Soldaten später darüber Dinge aufgeschrieben haben, fast entschuldigend und verzweifelt, dass sie bei so etwas beteiligt waren.
Der Anlass für diese brutale Zerstörung Jerusalems war damals, dass sich Jerusalem und die Juden letztendlich gegen die römische Besatzungsmacht aufgelehnt hatten. Es gab eine Rebellion gegen den Caesar, gegen den Kaiser. Und das wurde von den Römern beantwortet mit dieser brutalen Zerstörung der Stadt Jerusalem.
Aber Jesus kündigt hier an, dass das geschehen wird, und er macht deutlich, dass das nur der äussere Anlass war. Der eigentliche Grund für die Zerstörung Jerusalems ist ein anderer. Dann ist das, was Jesus hier sagt, Vers 44, am Ende von Vers 44, das würde geschehen, weil Jerusalem die Zeit nicht erkannt hat, in der sie heimgesucht worden ist.
Das heisst, der eigentliche Grund für die Zerstörung Jerusalems ist nicht die Rebellion der Juden gegen die Römer, sondern die Rebellion der Menschen gegen Gott. Und der jüdische Aufstand und das römische Heer, das dann einzieht, das sind nur Umstände, die Gott gebraucht, um sein gerechtes Gericht zu bringen. Letztendlich ist das römische Heer nur ein Werkzeug in Gottes Hand, um sein Gericht zu bringen, sein verdientes Gericht. Sein verdientes Gericht für Menschen, die den heiligen Gott ablehnen, die sich gegen den Mensch gewordenen Gott, Jesus Christus, stellen.
Nun könnte man sagen, diese Ankündigung ist jetzt nicht unbedingt ein Ausdruck von grosser Liebe. Oder doch? Nun doch, ja, natürlich. Denn Jesus kündigt das an, er warnt ja vor dem kommenden Gericht. Und eine Warnung hat immer die Funktion, dass Menschen noch reagieren können. Und tatsächlich ist genau das, was hier passieren sollte.
Als das römische Heer dann auf die Stadt zuzog, flohen die Menschen, die ausserhalb der Stadt waren, alle hinter die Stadtmauern in der Hoffnung, dass sie dort irgendwie geschützt werden könnten vor dem heranrückenden römischen Heer. Nur die Christen erinnerten sich an Jesu Worte. Hier aus diesem Abschnitt und dann nochmal zwei Kapitel später in seiner Endzeitrede kündigte er nochmal die Zerstörung Jerusalems an. Und die Christen setzten ihr Vertrauen auf Jesus, sie glaubten seinen Worten, sie nahmen seine Warnung ernst und wussten, diese Stadt wird nicht verschont werden. So flohen sie aus der Stadt heraus in die Berge.
Es ist historisch verbürgt, dass viele Christen die Zerstörung Jerusalems überlebten, weil sie auf Gottes Wort vertraut hatten. Es ist Ausdruck von Gottes grosser Liebe zu warnen. Manchmal wird gesagt, Menschen mit der Hölle zu drohen, mit Gericht zu drohen, das geht gar nicht, wir wollen ja nun niemanden in den Himmel verschrecken. Aber das ist falsch. Es ist gut und richtig, Menschen vor dem kommenden Gericht zu warnen. Es ist Ausdruck herzlicher Liebe, eine Warnung auszusprechen. Wenn jemand sich in Gefahr begibt, einfach zu schweigen, ist nicht liebevoll. Es braucht die Warnung.
Und uns muss klar sein, dass die Warnung, die Jesus hier ausspricht, und das Gericht über Jerusalem nur ein Vorschatten ist, nur ein vorzeitiges Gericht Gottes, das auf ein viel grösseres noch kommendes hinweist. Wenn wir zu Lukas 21 kommen, werden wir sehen, dass er in seiner Endzeitrede die Ankündigung der Zerstörung Jerusalems mit Worten über das Endgericht Gottes verbindet. Das eine ist wirklich nur ein blasser Abglanz des Schlimmeren, was noch kommen wird.
Und so müssen wir verstehen, dass diese warnenden Worte auch für uns heute noch eine Bedeutung haben. Das, was in Jerusalem geschehen ist, so schlimm, so schrecklich, so grausam es war, ist nichts im Vergleich zu dem, was geschehen wird, wenn Gott wiederkommen wird, wenn Jesus wiederkommen wird, zu richten die Lebenden und die Toten, so wie wir das gerade im Apostolikum bekannt haben. Er wird wiederkommen.
Wenn wir diese Warnung noch nicht gehört haben, dann hoffe ich, dass du sie heute hörst, dass du zu ihm fliehst. Dass du anfängst, seinen Worten zu vertrauen, denn wer auf ihn hört, wer ihm vertraut, wird bei ihm Rettung finden.
Und wenn du diese Rettung selbst erlebt hast, dann hoffe ich, dass du, getrieben von der Liebe Jesu, auch zu jemandem wirst, der bereit ist, andere zu warnen vor dem kommenden Gericht. Das ist nicht lieblos, das ist Liebe. Jesus hat diese Liebe für die Verlorenen, deshalb warnt er sie.
Konfrontation mit Sünde und Missbrauch des Heiligen
Ja, mehr noch: Er konfrontiert sie ganz direkt mit ihren Sünden. Das sehen wir ab Vers 45. Da heißt es dann: Und er ging in den Tempel und fing an, die Händler auszutreiben, und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus sein, ihr aber habt es zur Räuberhöhle gemacht.
Herr Jesus spricht hier vom Tempel und zitiert den Propheten Jesaja und sagt: Mein Haus soll ein Bethaus sein. Tatsächlich, als Jesus in den Tempel kommt, kommt er quasi nach Hause. Lukas berichtet in Kapitel 2 davon, wie Jesus als Kind einst im Tempel war. Sein einziger Bericht über die Kindheit Jesu: Maria und Josef waren mit Jesus unterwegs, waren zu einem der großen jüdischen Feste in Jerusalem. Sicherlich haben sie diesen Weg jedes Jahr gemacht. Und dann waren sie auf dem Heimweg zurück nach Nazaret.
Plötzlich merken sie: Jesus ist nicht da. Und sie schauen sich um in der ganzen Reisegesellschaft, in den vielen Menschen, die dort auf der Rückreise sind, von ihrer Pilgerreise, und Jesus ist nicht zu finden. Und irgendwann gehen sie zurück, gehen nach Jerusalem, suchen ihn und finden ihn im Tempel. Und was sagt Jesus zu seiner Mutter? Ja, wusstest du nicht, dass ich im Hause meines Vaters sein würde?
Der Tempel ist das Haus seines Vaters. Er ist zu Hause. Und er kommt hier in den Tempel, und dieser Tempel soll ein Ort der Anbetung sein. Gott hatte tatsächlich diesen Tempel bauen lassen. Er hatte genaue Anordnungen gegeben, wie dieser Tempel gebaut werden sollte, als ein Ort, in dem Gott gesagt hat: Hier will ich Gemeinschaft haben mit den Menschen, hier will ich Anbetung empfangen, hier will ich den Menschen nahekommen.
Dazu hat er ein komplexes Opfersystem gegeben, damit die Menschen hören sollten und Opfer bringen sollten und damit anerkennen sollten: Sie haben Schuld und können nicht einfach so als Sünder zu Gott kommen. Sie brauchen Vergebung ihrer Schuld, brauchen stellvertretende Opfer, die für ihre Schuld sterben mussten. Und so sollten Menschen sich Gott nahen und ihn dann anbeten.
Doch was war geschehen? Nun, da waren Menschen im Tempel, die kamen irgendwann auf die Idee: Mensch, damit lässt sich Geld machen. Wenn die Pilger eine weite Reise haben und da irgendwelche Opfertiere mitbringen müssen, da können wir denen doch einen kleinen Service anbieten. Die können die Tiere gleich hier kaufen, direkt im Tempelvorhof. Und dann kommen die Pilger und kriegen das gesagt: Ja, hier am Tempel könnt ihr ein Tier kaufen, müsst ihr nicht extra mitbringen.
War ja ganz schön beschwerlich, oft viele hundert Kilometer, die hier marschiert sind. Wer will da schon ein Tier mitbringen, den ganzen Weg, es füttern und sicherstellen, dass das Tier auch wohlbehalten ankommt? Denn es musste ein unbeflecktes, ein reines, ein gesundes Tier sein, um es da zu bringen. Es war viel einfacher, das vor Ort zu kaufen.
So, dann kommt man vor Ort hin und stellt fest: Dieses Tier kostet einen Wahnsinnspreis. Wir kennen das, wo Käufer ein Bedürfnis haben und keine Alternativen, da gehen die Preise in die Höhe. Hast du im Flugzeug schon mal ein Snickers gekauft? Fünf Euro, bitte. Was? Kostet im Laden 80 Cent. Ja, so ist es. Und so war das hier.
Die kommen in den Tempel, und Wucherpreise, das ist Diebstahl, das ist eine Räuberhöhle. Und es war nicht nur, dass die Tiere teuer verkauft wurden. Dann kam man hin und sagte: Ich möchte jetzt dieses Tier kaufen. Ja, kostet eine Trillion. Boah, okay, die Währung nehmen wir hier nicht. Aber mein Bruder nebenan, der kann Geld wechseln. Und dann gehst du zum Bruder, und der sagt: Ja, Wechselkurs heute ganz besonders schlecht, tut mir schrecklich leid. Braucht fünf Trillion, kriegst du eine für. So, und das war das System. So hat das alles funktioniert.
Das heißt, der Tempel war ein Ort der riesigen Abzocke. Es war eine Räuberhöhle. Hier sollte Anbetung sein. Hier sollte es nicht um Geschäftemacherei gehen. Die Menschen sind alle Sünder, sie kommen alle als Bittsteller zu Gott. Und Jesus kommt in sein Eigentum und er sieht: Was habt ihr mit diesem Haus gemacht? Das sollte ein Bethaus sein, ihr habt es zu einer Räuberhöhle gemacht.
So greift er diese Worte aus Jeremia 7,11 auf, wo deutlich wird, dass Gott schon immer gesehen hat, was in seinem Haus geschehen ist. In Jeremia 7,11, wir haben das gehört, der letzte Vers der Textlesung: Haltet ihr denn dies Haus, das nach meinem Namen genannt ist, für eine Räuberhöhle? Siehe, ich sehe es wohl, spricht der Herr.
Und hier sieht es nun Gottes ewiger Sohn Jesus Christus. Er sieht diesen sinnentleerten Gottesdienst, und er klagt das an. Das bewegt ihn. Hier treibt ihn sicher zuerst seine Liebe zu seinem Vater. Sicher auch seine Liebe zu den Verlorenen. Er sieht, wie verloren sie sind, wie sie überhaupt nicht verstehen, was sie dort tun. Anstatt Gott die Ehre zu geben, stopfen sie sich ihre Taschen voll.
Und deswegen vertreibt er sie nicht einfach. Er konfrontiert sie mit ihren Sünden. Was tut ihr hier? Ihr habt dieses Haus zu einer Räuberhöhle gemacht, dabei sollte es ein Haus der Anbetung sein. Auch das ist Ausdruck der Liebe: mit Sünden zu konfrontieren, durch Gottes heiliges Wort Menschen aufzuzeigen, dass sie Sünden haben, und ihnen dann zu zeigen, wie es wirklich sein sollte, was wirklich Gott gefällt, sie zur Umkehr zu rufen, ist Ausdruck großer Liebe.
Jesus belässt die Menschen nicht in ihrer Verlorenheit. Er hätte das hier einfach weiterlaufen lassen können und sagen können: Okay, Gott, dann reißt die Bude ab. Brauchen wir nicht, diese Anbetung brauchen wir nicht, dann mach einfach Schluss damit. Aber Jesus konfrontiert das. Ausdruck seiner Retterliebe.
Die Gesellschaft heute will uns sagen: Nein, nein, das ist kein Ausdruck der Liebe. Der Weg der Liebe ist der Weg der Toleranz. Alle stehen lassen, jeder soll das so machen, wie er es für richtig hält. Und wenn du sagst, es gibt einen richtigen und einen falschen Weg, dann bist du besserwisserisch und intolerant, und das ist gefährlich. Du bist gefährlich. Angeblich ist das lieblos.
Aber glaub nicht unserer Gesellschaft, das ist die größte Lüge. Das absolute Primat von Toleranz über allem ist lieblos. Weil es Gott gibt und weil es richtig und weil es falsch gibt, weil es Dinge gibt, die Gott gefallen, und Dinge, die Gott richten wird. Es ist Ausdruck der Liebe, wenn wir Menschen konfrontieren mit ihren Irrwegen.
Wenn jemand vor einer Straßenbahn läuft, vielleicht schöne Kopfhörer auf, hört irgendeine Musik und läuft vor die Straßenbahn, und du schreist erst: Pass auf, du wirst totgefahren! und ihn dann noch zurückreißt, dann kann er bloß sagen: Blöckst du mich hier an, wie intolerant von dir? Du meinst wohl, alles besser zu wissen. So gehen wir manchmal auch um mit Konfrontation. Und vielleicht gehen wir auch selber damit um, wenn wir konfrontiert werden: Wer bist du denn, dass du meinst, zu wissen, was Gott tun wird? Wer bist du denn, mir sagen zu wollen, was richtig und was falsch ist? Wer bist du denn? Kennst du das?
Und Jesus ist der Sohn Gottes, und an seiner großen Liebe für die Verlorenen scheut er es nicht, sie zu konfrontieren mit ihren Sünden und sie zur Umkehr zu rufen.
Lehre, Evangelium und die Entscheidung der Hörer
Und dann sehen wir schliesslich in den Versen 47 und 48, dass Jesus den Tempel zu seiner Predigtstation macht und den Verlorenen so nun den Weg zur Rettung zeigt.
Vers 47: Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohen Priester und Schriftgelehrten und die Angesehensten des Volkes trachteten danach, dass sie ihn umbrächten, und fanden nicht, wie sie es machen sollten; denn das ganze Volk hing ihm an und hörte ihn.
Also, Jesus lehrt hier die Verlorenen, und er weist ihnen den Weg zu einem Leben, das Gott gefällt. Er verkündet ihnen den Weg zur Rettung. Das steckt hier nicht direkt drin, aber wenn wir einfach einen Vers weiterlesen, Kapitel 20, Vers 1, heisst es: „Es begab sich eines Tages, als er das Volk lehrte im Tempel und predigte das Evangelium.“
Das ist das, was Jesus tat. Das heisst, er hat allgemein die Wege Gottes gelehrt, aber er hat das Evangelium gepredigt. Evangelium, ein griechisches Wort, heisst gute Nachricht, frohe Botschaft. Er hat den Menschen eine frohe Botschaft verkündigt, nämlich dass er gekommen ist, um sein Leben zu geben für jeden, der sich ihm im Glauben zuwendet. Er hat verkündigt, dass er den Tod überwinden wird, dass er am dritten Tag auferstehen wird.
Wir haben letzte Woche im Abendgottesdienst Abendmahl gefeiert und genau das bedacht, dass Jesus schon vor seiner Kreuzigung gesagt hat: Dieses Brot ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Jesus hat das angekündigt. Er hat Evangelium gepredigt, bevor er es dann ausgeführt hat.
Und so sehen wir seine grosse Liebe für die Verlorenen. Es beginnt alles damit, dass sein Herz zerreisst, dass die Menschen auf falschen Wegen unterwegs sind, dass sie ihn verkennen. Aber Jesus weint nicht nur für die Verlorenen, er wird aktiv. In seiner grossen Liebe warnt er sie, er konfrontiert sie mit ihren Sünden, und dann weist er ihnen den Weg zur Rettung. Er predigt ihnen das Evangelium.
Wir sehen hier schliesslich, dass es zwei sehr unterschiedliche Reaktionen auf das gibt, was Jesus lehrt. Viele strömen herbei, heisst es hier, um Jesus zu hören. Sie hängen förmlich an seinen Lippen. Für sie ist es eine frohe Botschaft, dass Jesus gekommen ist. Andere verachten Jesus. Sie verachten die Liebe, die sich ihnen hier offenbart, in Jesu Worten und in seinen Werken. Sie erkennen ihn nicht als den, den Gott gesandt hat, um Verlorene zu retten. Sie wollen seine Warnungen nicht hören, sie wollen nicht mit ihren Sünden konfrontiert werden, sie wollen nicht belehrt werden, sie wollen nicht erkennen, dass Jesus der Retter ist, den wir alle doch so dringend brauchen.
Wie ist das mit dir? Weisst du, dass Jesus der Retter ist, den du dringend brauchst? Eines Tages werden wir alle erscheinen müssen vor dem Richterstuhl Gottes. Und dann wird von Gott, von dem Gott, der alles sieht und alles weiss, jede Tat, jedes Wort, ja selbst jeder Gedanke gerichtet werden. Wirst du im Gericht des heiligen, des vollkommen gerecht richtenden Gottes bestehen können? Wirst du makellos, frei von Schuld sein? Keiner von uns wird in diesem Gericht bestehen können. Aber dieses Gericht wird kommen.
Deswegen konfrontiert uns Gottes Wort mit unseren Sünden, so dass wir erkennen: Wir brauchen einen Retter. Und dann verkündigt uns Gottes Wort, dass dieser Retter gekommen ist, dass Jesus gekommen ist, um unsere Schuld auf sich zu nehmen, so dass wir vor Gott bestehen können. Er ist gekommen, nicht nur um das Leben zu leben, das wir hätten leben sollen, voller Liebe, voller perfekter Liebe, im perfekten Gehorsam gegenüber Gottes perfekten Gesetzen. Er ist auch gekommen, um dann, nachdem er das Leben gelebt hat, das wir hätten leben sollen, den Tod zu sterben, den wir alle verdient hätten. Denn die Bibel sagt: Der gerechte Lohn der Sünde ist der Tod. Und wir alle haben Sünde. Der Tod ist der ewige Tod.
Jesus nahm diesen Tod auf sich, er gab sein Leben. Deswegen ist er auf dem Weg hinein in die Stadt Jerusalem. Einige Tage später wurde er dort verhaftet und gefoltert und dann am Kreuz von Golgatha getötet. Aber als der mächtige Sohn des ewigen Gottes hat er den Tod und die Sünde überwunden. Er ist der lebendige Herr, und er wird wiederkommen.
Vertraue dich ihm an, wenn du das noch nicht wirklich getan hast. Vertraue dich ihm an. Hör auf seine Worte. Lauf nicht wie die Menschen damals in die Stadt Jerusalem, hinter irgendwelche Stadtmauern, und denkst, da bist du in Sicherheit. Da ist keine Sicherheit. Die einzige Sicherheit, die einzige Rettung findest du, indem du auf seine Worte hörst, ihm vertraust, dich ihm anvertraust und ihm nachfolgst als dem Herrn deines Lebens.
Wenn du Fragen dazu hast, was es bedeutet, wirklich den christlichen Glauben zu leben, wenn du mehr wissen willst über Jesus, dann möchte ich dich noch einmal einladen: am 2. November, Dienstagabend, fünf Dienstagabende, die fünf Dienstage im November, Christian entdecken. Wir wollen darüber reden: Wer ist Jesus? Wozu ist er gekommen, und wozu ruft er uns? Ich würde mich freuen, wenn du dabei bist und diesen Fragen weiter nachgehst.
Und ich weiss, die meisten von uns haben diese Fragen für sich geklärt. Aber ich hoffe, du sitzt hier heute nicht und sagst: Das ist heute mal eine evangelistische Predigt für die anderen. Die Predigt ist für dich. Wir Christen nennen uns Christen, weil wir Christus nachfolgen. Wir erkennen in Christus den Perfekten, der so gelebt hat, wie wir leben sollten. Und wahre Christen haben die Sehnsucht, immer mehr so zu sein wie er. Deswegen nennen wir uns nach ihm.
Und wenn du so sein willst wie Christus, dann schau auf ihn und lass dich verändern hinein in sein Ebenbild. Und dann sieh seine Liebe für die Verlorenen und mach sie dir zu eigen. Bitte Gott, dein Herz mit dieser Liebe zu füllen, einer Liebe, die wirklich weinen kann über die Verlorenheit in dieser Welt.
Ich befürchte, dass wir das oft verlernt haben: wirklich zu weinen über die Verlorenheit dieser Welt, zu weinen ganz konkret über einzelne Menschen, die du kennst und die auf falschen Wegen unterwegs sind und die dem Gericht entgegenlaufen, die blind sind. Es ist gut und richtig, darüber zu weinen, so wie Jesus es einst tat. Und es ist gut und richtig, damit nicht einfach stehen zu bleiben, sondern aktiv zu werden, zu tun, was Jesus tat: zu den Menschen zu gehen, sie in aller Liebe und Sanftmut zu warnen, zu warnen vor den falschen Wegen, sie zu konfrontieren mit ihrer Sünde. Das ist eine liebevolle Sache. Und sie zur Umkehr zu rufen.
Die Menschen um uns herum brauchen das. Und wir brauchen das. Ich möchte uns Mut machen, anzufangen mit dieser Liebe hier schon in unserem Miteinander. Ich hoffe, dass diese Gemeinde so erfüllt ist von der Liebe Gottes, dass wir hier anfangen können, da, wo wir Menschen sehen, die auf Abwege geraten, und das geschieht in unser aller Leben immer wieder, dass wir in Sanftmut und Liebe miteinander reden können, einander ermahnen können, einander den Weg weisen können.
Das wünsche ich mir, dass wir nicht einfach schweigen oder übereinander reden und lästern, sondern miteinander reden und der Liebe Gottes Ausdruck verleihen, auch indem wir einander zurechthelfen. Und dann lasst uns rausgehen und die Menschen, die Jesus noch gar nicht kennen, zu Jesus rufen, dass sie ihn mehr erkennen, dass sie uns warnen, ihn den Weg weisen. Dazu hat der Herr uns hier in dieser Welt, damit wir Zeugen sind. Zeugen seiner Liebe für die Verlorenen.
Ich bete mit uns.
Himmlischer Vater, wir wollen dir danken, dass du ein Gott bist auf Rettungsmission. Du hast uns nicht uns selbst überlassen, als wir uns von dir abgewandt hatten. Nein, du bist uns nachgegangen, du bist zu uns gekommen in Jesus Christus. Du hast uns gewarnt, du hast uns konfrontiert, und du hast uns den Weg gewiesen hin zur Rettung.
Danke, dass die allermeisten hier in diesem Raum heute schon sagen können: Wir waren verloren, aber du hast uns gefunden. Und Herr, ich bete für die unter uns, die das vielleicht noch nicht wirklich sagen können, dass du ihnen heute die Augen ihrer Herzen auftust, auf dass sie deine Retterliebe erkennen und sich dir zuwenden.
Ich bete für uns, dass unsere Herzen immer mehr erfüllt werden von deiner Liebe, dass wir ganz gewiss sind deiner Liebe für uns. Wenn du uns doch schon geliebt hast, als wir noch verloren, als wir noch deine Feinde waren, um wie viel mehr wird deine Liebe für uns gelten, da wo wir nun deine Kinder sind. Danke, dass wir uns von dir so geliebt wissen dürfen.
Und so mach uns nun auch zu Boten deiner Liebe in dieser Welt. Das bitten wir durch Jesus Christus, unseren Retter und Herrn. Amen.
