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Die Berufung der Apostel – Teil 3

Jesu Leben und Lehre, Teil 168/697
05.09.2022Markus 3,16-19
SERIE - Teil 168 / 697Jesu Leben und Lehre

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter ist, Weg, Wahrheit und Leben.

Episode 167

Einführung in die Berufung der Apostel

Die Berufung der Apostel, Teil 3.

Wir betrachten gerade die Berufung der Apostel und haben dabei festgestellt, dass ein Apostel jemand ist, der viel Zeit mit Jesus verbringt und ausgesandt wird, um zu predigen. Diese beiden Aspekte sind besonders interessant, wenn man sich fragt, woran man eigentlich einen potenziellen Gemeindeleiter erkennt.

Die Antwort ist recht simpel: Es handelt sich um Männer, die von sich aus viel Zeit mit Gott verbringen, gerne beten, ihre Bibel studieren und sich über das Gelesene austauschen. Wie wir unsere Zeit verwenden, spiegelt unsere Prioritäten wider.

Wer für sich eine Berufung zum Leitungsdienst wahrnimmt, weiß auch, dass so etwas nicht funktioniert, wenn man nicht viel Zeit alleine mit dem Herrn Jesus verbringt und sich nicht intensiv mit dem Wort Gottes auseinandersetzt.

Die Berufung und Vollmacht der Apostel

Aber schauen wir weiter, was wir noch über die Apostel lernen können. Markus Kapitel 3, Verse 13 bis 15: Und er stieg auf den Berg und rief zu sich, wen er wollte, und sie kamen zu ihm. Er berief zwölf, damit sie bei ihm waren und damit er sie aussandte, zu predigen und Vollmacht zu haben, die Dämonen auszutreiben.

Die Apostel erhalten also Vollmacht über Dämonen. Diese Vollmacht finden wir auch bei anderen Jüngern. Wenn wir das Neue Testament im Hinblick auf das Thema Wunder betrachten, stellen wir fest, dass Exorzismen und Heilungen sehr häufig von Aposteln durchgeführt werden.

Ich denke, dass jeder Christ in der Kraft des Heiligen Geistes Zeichen und Wunder erleben kann. Wir dürfen Hände auflegen, um Kranke zu heilen, und wir dürfen bösen Geistern mit Vollmacht begegnen. Doch wahrscheinlich sollten wir nicht glauben, dass wir diese Dinge in derselben Vollmacht tun wie die Apostel, die Jesus berufen hat.

Wir sind keine Apostel und haben nicht ihren Auftrag – und damit auch nicht ihre Vollmacht. Das ist übrigens nicht schlimm. Wir müssen ja nicht etwas sein, wozu uns Gott nicht gemacht hat. Wir dürfen an der Stelle, an die Gott uns hinsetzt, mit den Möglichkeiten, die wir vorfinden, treu Zeugen für den Herrn Jesus sein. Mehr müssen wir nicht tun.

Mir scheint, dass in der Apostelgeschichte nicht alle Christen Wunder in der Weise taten, wie es durch die Hand der Apostel geschah. Letztlich konnte man einen echten Apostel ja genau daran erkennen, dass er Wunder tat. So jedenfalls argumentiert Paulus im Blick auf seine Person, wenn er seinen Kritikern antwortet. Zweiter Korinther Kapitel 12, Vers 12: Die Zeichen des Apostels sind ja unter euch vollbracht worden, in allem Ausharren, in Zeichen und Wundern und Machttaten.

Ein Apostel ist also jemand, der Wunder tut.

Die Zusammensetzung der Apostelgruppe

Schauen wir uns nun an, wer Apostel geworden ist. In Markus 3,16-19 heißt es: „Und er berief die Zwölf und gab dem Simon den Beinamen Petrus, Jakobus, dem Sohn des Zebedäus, und Johannes, dem Bruder des Jakobus, und gab ihnen den Beinamen Boanerges, das heißt Söhne des Donners. Weiter nennt er Andreas, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Jakobus, den Sohn des Alphäus, Thaddäus, Simon den Kananaäer und Judas Iskariot, der ihn auch überlieferte.“

Eine ähnliche Liste finden wir auch in Matthäus 10, Lukas 6 und Apostelgeschichte 1. Die Reihenfolge der Namen kann dabei leicht variieren, doch die grobe Struktur bleibt stets gleich. Am Anfang stehen immer Simon Petrus, sein Bruder Andreas sowie die Brüder Jakobus und Johannes.

Der Vater von Jakobus und Johannes ist Zebedäus. Die beiden erhalten von Jesus den Spitznamen „Donnersöhne“. Auch wenn nicht ganz klar ist, was genau damit gemeint ist, fällt doch auf, dass ihr Charakter sehr poltrig und fordernd wirkt. Heute würden wir sie vielleicht als wenig diplomatisch oder aufbrausend beschreiben. Der Spitzname „Donnersöhne“ passt daher gut.

Petrus, Andreas, Jakobus und Johannes bilden in allen Listen die erste Vierergruppe. Die nächste Vierergruppe beginnt immer mit Philippus.

Die zweite und dritte Vierergruppe der Apostel

Vorsicht, das ist nicht der Philippus, der uns in der Apostelgeschichte begegnet und als Märtyrer stirbt. Der Märtyrer ist ein Philippus, der Diakon war, nicht Philippus der Apostel.

So besteht die zweite Vierergruppe aus Philippus, Bartholomäus, Matthäus und Thomas. Zwei Anmerkungen: Von Matthäus wissen wir, dass er ein Zöllner war und aus Kapernaum stammt. Der Name Thomas leitet sich aus dem Aramäischen „Ta'am“ ab, was „gepaart“ oder „Zwilling“ bedeutet. Deshalb bekommt Thomas auch diesen Spitznamen, „Zwilling“.

Die letzte Vierergruppe beginnt immer mit Jakobus, dem Sohn des Alphäus, und endet mit Judas Iskariot. Dazwischen stehen, wenn wir Markus 3 lesen, Thaddäus und Simon der Kanaanea. Der Zusatz „Kanaanea“ leitet sich wahrscheinlich von dem hebräischen Wort „kana“ für „eifern“ ab.

Bei Lukas steht deshalb an dieser Stelle „Simon, genannt Eiferer“, und Thaddäus wird dann, bei Lukas, „Judas des Jakobus“, entweder Sohn oder Bruder, genannt. Wenn es zwei Judasse in der Gruppe der Apostel gab, also Judas des Jakobus und Judas Iskariot, dann kann man sich gut vorstellen, dass einer einen anderen Namen bekam. So ergibt sich wahrscheinlich, dass der Apostel Judas auch Thaddäus heißt.

Vielleicht noch einmal kurz zu Simon, dem Eiferer: So nannte man die Anhänger einer Partei, die bereit war, Gewalt und Terror zu verwenden, um ihre politischen, antirömischen Ansichten durchzusetzen. Am Ende stoßen wir immer auf Judas Iskariot.

Der Name „Iskariot“ kann sich entweder auf seine Herkunft beziehen, übersetzt „Mann aus Kariot“, oder der Name identifiziert ihn als Sikarier, übersetzt „Dolchträger“ oder „Meuchelmörder“. Das waren extreme Nationalisten, die auch Attentate verübten.

Wir haben es also bei den zwölf Aposteln mit drei Gruppen aus je vier Männern zu tun. An der Spitze der drei Gruppen stehen Petrus, Philippus und Jakobus. Innerhalb der drei Gruppen kann die Reihenfolge der Namen variieren.

Unterschiedlichkeit und Einheit im Apostelteam

Ich weiß, dass die heutige Episode vielleicht nicht besonders spannend ist – es geht eben um Namen.

Am Ende möchte ich jedoch mit einer Idee schließen, die mich immer wieder fasziniert. Die Gruppe der Apostel ist nämlich nicht homogen. Hier trifft der Römerfreund auf den Römerfeind, der Donnersohn auf den Zweifler.

Und doch sind sie als Team miteinander berufen, die Welt zu verändern. Können wir uns vorstellen, was passieren würde, wenn wir das wirklich glauben würden?

Ich meine, wenn wir daran glauben würden, dass meine Vergangenheit keine Rolle spielt, solange ich Teil eines geistlichen Teams werde, zu dem Gott mich berufen hat, um sein Evangelium zu predigen. Das ist ein bewusstes Ja zu Gemeinschaft, Berufung und letztlich zu Gemeinde.

Was für ein Potenzial könnte so ein Ja in meinem Leben freisetzen?

Was könntest du jetzt tun? Vielleicht noch ein wenig über die Unterschiedlichkeit der Apostel nachdenken.

Schlusswort und Segenswunsch

Das war's für heute? Mein Tipp: Lerne unbedingt, nach Epheser 5,20, jederzeit für alles zu danken.

Das ist sehr wichtig, um in chaotischen Zeiten zu überleben.

Der Herr segne dich, lasse dich seine Gnade erfahren und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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