Zum Inhalt

Das Kreuz und der Zeitgeist

1. Korinther 1,18-2513.07.2025
Serie•Teil 4 / 131.Korintherbrief mit André Töws
Das Kreuz spaltet: Für manche ist es Torheit, für andere rettende Kraft. Warum stößt das Zeichen Jesu bis heute viele ab – und was macht es für Gläubige so kraftvoll? Drei Themen zeigen, warum das Kreuz nicht zum Zeitgeist passt: seine polarisierende Wirkung, Gottes göttliche Bestimmung und die unzeitgemäße Botschaft.

Ein Zeichen, das sich nicht verdrängen lässt

Der Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz ist mit 368 Metern das größte Bauwerk Deutschlands. Er wurde am 3. Oktober 1969 fertiggestellt und diente eigentlich als nationales Symbol der DDR. Von hier aus sollte atheistische Propaganda ausgestrahlt werden, kommunistisches Gedankengut und so weiter.
Aber schon bald nach der Errichtung dieses Turms konnte man ein sehr interessantes Phänomen beobachten, und das ist tatsächlich bis heute der Fall. Bei direkter Sonneneinstrahlung entsteht auf dem Turmkegel ein Lichtkreuz als Reflexion. Es gibt Quellen, die vermuten lassen, dass man sich so sehr an diesem Kreuz gestört hat, dass man alles geprüft hat, um es auf dieser Glaskugel irgendwie zu beseitigen.
Der damalige US-Präsident Ronald Reagan greift das in seiner berühmten Rede vor dem Brandenburger Tor auf. Reagan sagt, sie errichteten ein säkulares Bauwerk, den Fernsehturm am Alexanderplatz. Praktisch von Anfang an arbeiteten die Behörden daran, die aus ihrer Sicht große Schwachstelle des Turmes zu korrigieren und die Glaskugeln mit Farbe und Chemikalien aller Art zu behandeln. Und dennoch: Wenn heute die Sonne auf jene Glaskugel fällt, die über ganz Berlin thront, dann zeichnet das Licht das Zeichen des Kreuzes.
Auch wenn historisch jetzt nicht ganz gesichert ist, welche Maßnahmen man tatsächlich so alles ergriffen hat, lassen doch einige Berichte darauf schließen, gerade aus den DDR-Annalen, dass dieser Fernsehturm ein absoluter Dorn im Auge war, immer dann, wenn die Sonne ein Kreuz auf der Glaskugel reflektiert hat. Das Kreuz hat es eben in sich. Das Kreuz passt nicht zur kommunistischen Ideologie. Das Kreuz passt nicht in eine Gesellschaft, die Gott ausklammern will. Kurz gesagt: Es passt nicht zum Zeitgeist.
Und das ist mein Predigtthema heute Morgen: das Kreuz und der Zeitgeist, das Kreuz und der Zeitgeist. Wir machen weiter im ersten Korintherbrief. Der Predigttext heute kommt aus Kapitel 1, die Verse 18 bis 25, und ich will den Text einmal am Stück vorlesen. Da schreibt Paulus an die Christen in Korinth:
Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die wir gerettet werden, ist es Gottes Kraft. Denn es steht geschrieben: Ich werde die Weisheit der Weisen vernichten, und den Verstand der Verständigen werde ich verwerfen. Wo ist ein Weiser? Wo ein Schriftgelehrter? Wo ein Wortstreiter dieses Zeitalters? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zu Torheit gemacht? Denn weil in der Weisheit Gottes die Welt durch die Weisheit Gott nicht erkannte, hat es Gott wohlgefallen, durch die Torheit der Predigt die Glaubenden zu retten. Und weil denn die Juden Zeichen fordern und die Griechen Weisheit suchen, predigen wir Christus als gekreuzigt, den Juden einen Anstoß und den Nationen eine Torheit, den Berufenen selbst aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Denn das Törichte Gottes ist weiser als die Menschen, und das Schwache Gottes ist stärker als die Menschen.
Ein Text, der es absolut in sich hat. Und bevor wir gleich Vers für Vers durch diesen Text gehen, möchte ich ihn zunächst einmal in den größeren Kontext einbetten. Das ist total wichtig, um die absolute Aussage dieses Textes und die Stoßkraft auch wirklich freizusetzen.
Meine letzte Predigt trug den Titel: „Ein Hype, der die Gemeinde spaltet“. Nachdem Paulus im ersten Korintherbrief sehr positiv und zuversichtlich beginnt und den Gläubigen noch einmal vor Augen hat, wie reich sie beschenkt sind durch die Gnade Gottes, muss er ab Kapitel 1, Vers 10 ein Problem ansprechen. Es gibt Spaltung in der Gemeinde, und das ist das offensichtliche Problem. Aber dieses Problem ist nur das sichtbare Symptom.
Wenn wir auf eine Ebene tiefer gehen, auf die Verhaltensebene, dann können wir feststellen, welches Verhalten der Korinther zu diesem Problem führt. Die Spaltung ist das Ergebnis einer gewissen Verhaltensweise. Leiter werden gehypt, und dadurch kommt es in Korinth zu Lagerbildung, und das führt eben zur Spaltung.
Aber wir können jetzt noch eine Ebene tiefer gehen, auf die Gesinnungsebene. Schaut mal, unser Verhalten hat immer Ursprung in unserem Herzen. Unser Verhalten nach außen hängt immer mit Denkweisen, mit Werten, mit Wünschen zusammen, die wir in uns drin tragen. Sie sind nicht sichtbar, führen aber immer wieder zu diesem Verhalten. Und es wäre viel zu wenig, wenn Paulus jetzt einfach mal sagen würde: Liebe Korinther, spaltet euch nicht. Da würde er nur das Symptom bekämpfen. Er muss eine Ebene tiefer gehen und auf die Gesinnungsebene gehen.
Die Denkweise der Korinther, die eben zu all diesen anderen Problemen führt, ist weltliche Weisheit. Es geht ihnen so sehr um weltliche Weisheit, es geht ihnen um weltliche Werte. Mit anderen Worten: Die Korinther haben den Wunsch, von der Welt akzeptiert zu sein. Ja, sie wollen Jesus folgen, aber ihr Denken entspricht total dem Wesen dieser Welt.
Ich kann mir vorstellen: Wenn die Gemeinde in Korinth heute noch so bestehen würde, das wäre wahrscheinlich eine Gemeinde, die auf ihrem Gemeindehaus eine Regenbogenfahne hissen würde. Sie wollen nicht anecken in der Welt, sie wollen weltliche Kriterien übernehmen. Und Paulus packt das Problem an der Wurzel und liefert drei Antworten. Die drei Antworten auf das Kernproblem werden meine nächsten drei Predigten. Aber ich will euch schon mal einen Überblick geben, damit wir den Gedankengang haben.
Antwort Nummer eins: Paulus sagt, das Kreuz entspricht nicht den Kriterien dieser Welt. Argument Nummer zwei: Die Erwählung entspricht nicht den Kriterien dieser Welt. Und Antwort Nummer drei: Die Predigt des Paulus entspricht nicht den Kriterien dieser Welt.
In meiner heutigen Predigt geht es nur um diese erste Antwort, ab Vers 18 bis 25: Das Kreuz passt nicht zu den Kriterien dieser Welt.
Übrigens ist es immer das Beste, wenn man einem Problem das Kreuz gegenüberstellt, und zwar auch im ganz persönlichen Leben. Ich weiß nicht, durch welche Situation du vielleicht gerade gehst, was deine Probleme sind, aber ich möchte dich einladen, deine Probleme immer im Licht des Kreuzes zu bewerten. In welchem Zusammenhang stehen deine Ängste und deine Depression zum Kreuz? In welchem Zusammenhang steht deine Sucht zum Kreuz? In welchem Zusammenhang steht deine Einsamkeit, unter der du leidest, zum Kreuz? In welchem Zusammenhang stehen deine Eheprobleme zum Kreuz?
Paulus sieht eine Gemeinde voller Probleme vor sich, und er bietet ihnen zuerst das Kreuz. Er sagt: Schaut auf das Kreuz. Paulus packt die Probleme an der Wurzel an, und zunächst einmal geht es um die polarisierende Wirkung des Kreuzes.
Meine Predigt hat drei Punkte. Der erste Punkt lautet: die polarisierende Wirkung des Kreuzes. Ich lese noch einmal Vers 18:
Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die wir gerettet werden, ist es Gottes Kraft.
Das Wort vom Kreuz ist mit dem Evangelium gleichzusetzen, denn im Zentrum des Evangeliums, ihr Lieben, steht ein Kreuz. Ohne Kreuz gibt es kein Evangelium. Und Paulus spricht hier von zwei Menschengruppen und stellt sie als zwei gegensätzliche Pole einander gegenüber. Auf der einen Seite sind die, die verloren gehen, auf der anderen Seite sind die, die gerettet werden. Und da gibt es keine Gruppe dazwischen. Die Menschheit teilt sich in diese zwei Menschengruppen. Es gibt keine dritte Gruppe, und anhand dieser beiden Gruppen kann man sehen, wie sie zum Kreuz stehen.
Die eine Gruppe betrachtet das Kreuz als Torheit, als Dummheit, und Paulus sagt, das sind die, die verloren gehen. Aber dann gibt es die andere Gruppe, die im Kreuz Gottes Kraft sehen und an ihrem Leben erlebt haben. Das ist die Gruppe, die gerettet wird. Paulus möchte hier deutlich machen, dass das Kreuz die Gesellschaft in diese zwei Gruppen spaltet. Das Kreuz hat eine polarisierende Wirkung auf Menschen.
Paulus spricht hier aus Erfahrung. Paulus schreibt den ersten Korintherbrief aus Ephesus. Das ist in Apostelgeschichte 19, da beginnt sein Dienst in Ephesus. Und vorher war er bereits in Athen, Apostelgeschichte 17. Da geht er auf den Areopag, da versammeln sich die Philosophen, die Weisen, die Denker, und er predigt ihnen das Evangelium. Er wird verspottet von den einen, aber es gibt auch in Athen einige, die sich zu diesem Kreuz bekennen und glauben.
Dann ist er danach in Apostelgeschichte 18 in Korinth und gründet eben diese Gemeinde in Korinth. Und da heißt es in Apostelgeschichte 18: Viele Korinther nahmen das Wort vom Kreuz an und ließen sich taufen, aber andere führten Paulus sogar vor den Richterstuhl. Das Kreuz hat immer diese beiden Reaktionen. Es spaltet, es polarisiert. Für einige ist das Kreuz Gotteskraft, für andere ist das Kreuz Dummheit und Ärgernis.
Worin besteht eigentlich die Dummheit, die Torheit des Kreuzes? Um diese Frage zu beantworten, möchte ich euch mal kurz mit hineinnehmen in den geschichtlichen Hintergrund der damaligen Zeit. Die Kreuzigung war keine Erfindung der Römer, das denken wir manchmal, aber die Kreuzigung gab es schon viele Jahrhunderte vor den Römern. In der Perserzeit ist sie zum ersten Mal bezeugt, die Griechen haben dann die Praxis übernommen. Es gibt historische Quellen, die darlegen, dass Alexander der Große nach einer Belagerung in Tyrus zweitausend Menschen auf einmal gekreuzigt hat. Die Römer haben dann diese Praxis von den Griechen übernommen, und der Historiker Josephus, der zur Zeit des Neuen Testaments gelebt hat, bezeugt ebenfalls, er berichtet von Kreuzigungen zur Zeit Jesu.
Jetzt müssen wir auch wissen: Wer wurde eigentlich von den Römern gekreuzigt? Es waren vor allen Dingen drei Personengruppen: aufsässige Sklaven, die niedrigsten und schlimmsten Verbrecher und besiegte Feinde des römischen Imperiums. Das sind die drei Personengruppen. Die Römer haben ihre Opfer ganz bewusst öffentlich gekreuzigt als Abschreckungsmaßnahme. Und dementsprechend ist das die Sichtweise der Römer auf das Kreuz. Es ist etwas Abscheuliches. Der, der da hängt, ist ein Verbrecher, ein Besiegter, ein Loser.
Der römische Redner und Philosoph Cicero hat einmal gesagt, schon das Wort Kreuz sollte nicht nur vom Körper eines römischen Bürgers ferngehalten werden, sondern auch aus seinen Gedanken, seinen Augen und seinen Ohren. Es war eine Verletzung der guten Sitte. So ähnlich, wie wenn du heute mit ganz, ganz vornehmen Menschen in einem Fünfsterne-Restaurant sitzt und der vor dir fängt einfach an, brutal zu schmatzen. Es ist peinlich, es ist widerlich, es ist eine Verletzung der guten Sitte. Und genauso hat sich der Römer förmlich geekelt, wenn von einem Kreuz gesprochen wurde.
Aber nicht nur das: Es war nicht nur eine Verletzung der guten Sitte, es war auch ein Widerspruch des rationalen Denkens. Das Kreuz hat ein zentrales Element, und das ist die Exklusivität. Das ist ein zentrales Element des Evangeliums. Es gibt nur einen Heilsweg, und dieser Heilsweg besteht im Glauben an einen Wanderprediger aus Judäa, der von der römischen Armee gekreuzigt wurde. Das war für den Römer ein Widerspruch des rationalen Denkens. Wieso soll ich all mein Leben einem Wanderprediger anvertrauen, den wir Römer gekreuzigt haben? Ein Widerspruch des rationalen Denkens – genau darin besteht die Torheit des Kreuzes für einen Römer.
Paulus sagt aber auch, dass das Kreuz ein Ärgernis, ein Anstoß, Skandalon im Griechischen, ein Skandal für den Juden ist. Warum? Bei dem Juden war es nicht nur eine rein zwischenmenschliche Verachtung, sondern eine Verachtung aus religiösen Gründen. Denn derjenige, der am Kreuz hängt, ist von Gott verflucht. Das steht sogar im jüdischen Gesetz, 5. Mose 21. Da heißt es in Vers 22 und 23:
Und wenn bei einem Mann eine Sünde geschieht, auf die das Todesurteil steht, und er wird getötet, und du hängst ihn an ein Holz, dann darf seine Leiche nicht über Nacht an dem Holz bleiben, sondern du sollst ihn unbedingt am selben Tag begraben; denn ein Aufgehängter ist ein Fluch Gottes.
Verstehen wir jetzt, warum es für den Juden, für den jüdischen Zuhörer des Evangeliums, ein Ärgernis ist, an einen Messias zu glauben, der wie ein Verfluchter von Gott gestorben ist? Das ist ein Ärgernis.
Und, ihr Lieben, das ist der historische Hintergrund unseres Textes. Deswegen sagt Paulus: Es gibt Menschen, die mit dem Kreuz nichts anfangen können. Es ist entweder Dummheit oder es ist Torheit, es ist ein Ärgernis. Übrigens ist das bis heute so, oder? Bis heute gibt es Menschen, die sich an diesem Kreuz stoßen. Da wurde vor einigen Jahren ja in der Politik, wir haben es mitbekommen, debattiert, sollte nicht auch in Deutschland das Kreuz aus öffentlichen Gebäuden entfernt werden. Erst in der letzten Woche gab es ein Urteil in einer Schule in Bayern. Da haben Schüler geklagt gegen das Kreuz im Klassenraum mit dem Argument, wir waren ohne zumutbare Ausweichmöglichkeit mit dem Kruzifix konfrontiert. Wir konnten nicht ausweichen, deswegen muss das Kreuz da weg.
Menschen stoßen sich bis heute an dem Kreuz. Meine Frage ist: Wie stehst du zum Kreuz? Stößt du dich auch an dem Kreuz? Vielleicht nicht an dem Kreuz als Symbol, aber an dem Anspruch, denn das Kreuz erhebt Anspruch auf dein ganzes Leben. Das Kreuz sagt dir: Du bist ein Sünder, du bist verloren. Aber an diesem Kreuz starb Jesus für dich, und wenn du dein ganzes Vertrauen auf diesen Jesus setzt, wirst du gerettet, aber nur durch Jesus, durch keine guten Werke, durch keine andere Religion. Ihr Lieben, das ist die Botschaft des Kreuzes. Und sie spaltet, sie polarisiert die Menschen in zwei Gruppen.
Aber auf der anderen Seite stehen eben auch die, zu der Paulus sich selber und die Korinther zählt, die die rettende Kraft Gottes am Kreuz in ihrem Leben selber erlebt haben. Hier heißt es: uns aber, die wir gerettet werden, ist es Gottes Kraft. Wir haben gemerkt, wie das Kreuz uns völlig verändert hat, wie das Kreuz aus uns neue Menschen gemacht hat, wie das Kreuz uns befreit hat von Süchten, von Ketten, von Ängsten. Diese Kraft des Kreuzes haben wir erlebt, und, ihr Lieben, eben das ist auch die Dynamik des Kreuzes, wie es in Römer 1,16 heißt:
Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; es ist doch Gottes Kraft zum Heil jedem Glaubenden, sowohl dem Juden zuerst als auch dem Griechen.
Aber es sind eben diese beiden Lager. Paulus möchte hier deutlich machen, dass das Kreuz polarisiert. Am Kreuz scheiden sich die Geister, im wahrsten Sinne des Wortes. Diejenigen, die den Geist Gottes in sich haben, werden vom Kreuz förmlich angezogen. So wie wir es in einem Lied singen: Dieses altrauer Kreuz, von der Welt so verhöhnt, zieht mich wunderbar mächtiglich an. Das ist die Wirkung des Kreuzes für diejenigen, die den Geist Gottes haben. Aber diejenigen, die dem Geist dieser Welt angehören, dem Zeitgeist, für sie ist das Kreuz etwas Abstoßendes.
Jetzt stellen wir uns die Frage: Warum bringt Paulus diese Wahrheit den Korinthern in ihrer Notsituation, dass das Kreuz eine polarisierende Wirkung hat? Weil die Korinther versuchen zu vereinen, was man nicht vereinen kann. Sie wollen für Jesus leben, aber sie wollen auch die Welt. Und beides funktioniert nicht.
Schaut mal, es gibt bis heute Dinge, die sich ganz einfach nicht vereinbaren lassen, auch in unserem Alltag. Wasser und Öl passen nicht zusammen, richtig? Feuer und Wasser passen nicht zusammen, Säure und Kalk passen nicht zusammen, funktioniert nicht. Ruhe und Lärm passen nicht zusammen, Licht und Finsternis passen nicht zusammen, Wahrheit und Lüge passen nicht zusammen. Genauso wenig passen das Kreuz und das Wesen dieser Welt zusammen.
Meine Frage an dich heute ist: Versuchst du gerade in deinem Leben beides zu vereinen? Versuchst du irgendwie, einen auf Christ zu machen, aber im Herzen bist du eigentlich ein Freund dieser Welt? Das funktioniert nicht. Weißt du wieso? Weil das, was dich als Christ im Kern ausmacht, was Teil deiner Identität ist, nun mal ein Kreuz ist, und dieses Kreuz wird von der Welt gehasst. Das heißt, wenn du wirklich bei der Welt punkten willst, wie die Korinther es wollten, wenn du wirklich als Christ auch von der Welt angenommen werden willst, musst du das Kreuz aus deinem Leben verbannen, denn die Welt stört sich eben genau an diesem Kreuz. Aber wenn du das Kreuz wegtust aus deinem Leben, entleerst du deinen christlichen Glauben.
Ihr Lieben, es gibt kein Christsein ohne Kreuz, gibt es nicht. Du kannst nicht das Kreuz mitnehmen auf dem breiten Weg, der breite Weg will das Kreuz nicht. Und deswegen möchte ich dich heute wirklich noch einmal vor eine Entscheidung stellen: Willst du wirklich mit Jesus leben? Wenn du Christ bist, wenn du mal die Kraft des Kreuzes in deinem Leben erlebt hast, hast du diese Kraft wieder aus den Augen verloren? Hast du vergessen, was das Kreuz mit dir gemacht hat, dass es aus dir einen vollkommen neuen Menschen gemacht hat, dass es dir Freude geschenkt hat? Dass du dich doch an diesen Moment erinnern kannst, wo die Last der Sünde plötzlich weg war, das hat das Kreuz in deinem Leben getan.
Und ich möchte dich ermutigen, heute als Christ wieder neu zum Kreuz zu gehen, und ebenso wie es in dem Lied heißt: Dieses altrauer Kreuz zieht mich wunderbar mächtiglich an. Und ich möchte den schmalen Weg gehen, ich möchte konsequent leben, ich möchte, dass mein Herz erfüllt ist von diesem Kreuz, an dem Jesus für mich starb, und für ihn möchte ich leben.
Vielleicht ist es heute dran in deinem Leben, dass du mal wieder ganz klar Farbe bekennst. Denn du kannst nicht beides haben, du kannst nicht Christ sein, leben und die Welt lieben. Funktioniert nicht. Das Kreuz polarisiert. Du musst dich entscheiden, wo du stehst.

Gottes Urteil und Gottes Rettung

Warum polarisiert das Kreuz eigentlich so sehr? In den nächsten Versen wird deutlich, welche Rolle Gott dabei einnimmt. Damit kommen wir zum zweiten Punkt: die göttliche Bestimmung des Kreuzes.
Ich lese ab Vers 19:
Denn es steht geschrieben: Ich werde die Weisheit der Weisen vernichten, und den Verstand der Verständigen werde ich verwerfen. Wo ist ein Weiser, wo ist ein Schriftgelehrter, wo ist ein Wortstreiter dieses Zeitalters? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zu Torheit gemacht? Denn weil in der Weisheit Gottes die Welt durch die Weisheit Gott nicht erkannte, hat es Gott wohlgefallen, durch die Torheit der Predigt die Glaubenden zu retten.
Gott ist der Handelnde in diesen Versen, das müssen wir verstehen. Hier überlässt er nichts dem Zufall. Er bestimmt, er legt fest, er legt die Rahmenbedingungen fest. Und Gott verfolgt mit dem Kreuz eine zweifache Bestimmung. Wir denken meistens nur an die eine Bestimmung: Rettung für die Glaubenden. Und das stimmt, das ist eine wesentliche Bestimmung des Kreuzes. Aber Paulus nennt hier noch eine zweite Bestimmung: Gericht für die weise Elite.
In Vers 19 findet sich dazu der Schriftbeweis, in Vers 20 der Erfahrungsbeweis. Wir kommen zunächst einmal zum Schriftbeweis.
Vers 19: Denn es steht geschrieben: Ich werde die Weisheit der Weisen vernichten, und den Verstand der Verständigen werde ich verwerfen.
Schaut mal, Paulus zitiert hier einen Vers aus Jesaja 29,14. Und hier geht es im Kontext darum, dass das Volk Gottes mit seinem Herzen sich weit von Gott entfernt hat. Gott ist so geduldig, und er spricht, und er sendet Propheten, und er will die Menschen zur Umkehr bewegen. So ist Gott. Gott will nicht den Tod des Sünders. Er predigt durch den Propheten, sie wollen nichts hören, und jetzt sagt Gott: Jetzt kommt der Punkt, wo ich euch die Möglichkeit entziehe, überhaupt etwas von mir zu verstehen.
Das ist eigentlich die schlimmste Form des göttlichen Gerichts, wenn Gott sich nicht mehr offenbart, wenn Gott auf lautlos stellt. Und genau das ist passiert. Und Paulus sieht beim Kreuz interessanterweise jetzt eine Entsprechung. Wisst ihr wieso? Mit dem Kreuz ist Gott eben nicht auf die Menschen eingegangen, die so sehr auf weltliche Weisheit gebaut haben. Ja, vielmehr noch: Gott hat sich durch die Torheit des Kreuzes den stolzen und selbstgefälligen Menschen förmlich entzogen.
Und das zeigt dann auch der Erfahrungsbeweis in Vers 20:
Wo ist ein Weiser, wo ein Schriftgelehrter, wo ein Wortstreiter dieses Zeitalters? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zu Torheit gemacht?
Hier wird nach drei Personen gefragt: Wo ist der Weise? Wo ist der Schriftgelehrte? Wo ist der Wortstreiter? Die erste Frage ist eigentlich so die Überschrift: weise Menschen. Und darunter fallen die folgenden beiden Kategorien. Die Schriftgelehrten, das war die intellektuelle Elite der Juden, und die Wortstreiter, das sind hier die Philosophen, das ist die intellektuelle Elite der Griechen.
Und Paulus fragt: Wo sind sie? Das ist eine triumphierende Frage. Ja, wo sind sie denn? Wo sind sie denn? Sie sind im Hinblick auf die Heilsbotschaft des Kreuzes alle völlig inkompetent.
Es gibt ja heutzutage viele Situationen, die uns und auch sehr gelehrte Menschen an die Grenzen ihrer eigenen Weisheit bringen, oder? Politiker in Krisensituationen: Wir bekommen es mit, ihnen fehlt Weisheit. Lehrer in schwierigen Klassen stehen manchmal da und wissen nicht mehr weiter, wie sie mit dieser Klasse umgehen sollen. Obwohl sie Pädagogik studiert haben, kommen sie an die Grenzen ihrer Weisheit. Eltern in Erziehungsfragen. Ärzte, Mediziner, zehn Jahre studiert, und dann gibt es eine dermaßen große Komplikation bei der OP, dass sie an die Grenzen ihrer eigenen Weisheit kommen.
Studierte, intelligente Menschen kommen immer wieder auch in Situationen, in denen sie mit ihrer Weisheit völlig am Ende sind. Aber wisst ihr was? In keinem Fall steht menschliche Weisheit so hilflos da wie vor dem Kreuz. In keinem Fall steht menschliche Weisheit so hilflos da wie vor dem Kreuz, weil Gott die Weisheit dieser Welt zu Torheit gemacht hat. Das heißt: Mit dem Kreuz hat Gott die Weisen dieser Welt nicht einfach nur hilflos, sondern regelrecht dumm dastehen lassen.
Wie treffend sind die Worte aus Römer 1: Weil sie sich selbst für weise hielten, sind sie zu Narren geworden. Viele von uns kennen vielleicht die Aussage: Gott widersteht den Hochmütigen. Nirgendwo wird dieser Widerstand Gottes deutlicher als am Kreuz. Da widersteht er all der menschlichen Weisheit. Durch das Kreuz widersteht Gott der menschlichen Vernunft und menschlichen Vorstellungen von Vernunft. Durch das Kreuz widersteht Gott der humanistischen, menschzentrierten Philosophie. Das Kreuz durchkreuzt jede Form der weltlichen Weisheit. Es ist Gottes Gericht für die Elite.
Aber Gott sei Dank hat das Kreuz auch noch eine andere Bestimmung. Es ist eben nicht nur Gericht. Das Kreuz ist bestimmt zur Rettung für die Glaubenden.
Vers 21:
Denn weil in der Weisheit Gottes die Welt durch die Weisheit Gott nicht erkannte, hat es Gott wohlgefallen, durch die Torheit der Predigt die Glaubenden zu retten.
Ihr Lieben, Gott hat sich nicht auf die Kategorien dieser Welt eingelassen. Er wählt die schlichte Predigt. Da ist nichts Großes dran, keine Schnörkel. Die schlichte Predigt von diesem kraftvollen Evangelium. Gott sagt: Das ist mein Mittel, um die Glaubenden zu retten. Es ist die einfache Botschaft, dass Jesus, der Sohn Gottes, stellvertretend für unsere Sünden am Kreuz stirbt.
Er, der einzige Mensch, der völlig sündlos gelebt hat, der alle Gebote gehalten hat, wird von Schriftgelehrten angeklagt, von Judas verraten, von Pontius Pilatus verurteilt. Er wird hingerichtet vor den Toren Jerusalems, circa 33 nach Christus, an einem alten römischen Holzkreuz. In sich selbst schuldlos, das perfekte Opferlamm, nimmt er unsere Schuld auf sich und bezahlt als Verfluchter Gottes. Nicht weil er selbst gegen Gott, seinen Vater, gesündigt hat, sondern weil er unsere Sünden auf sich nahm.
Das ist die Botschaft des Evangeliums. Aus römischer Sicht stirbt er am Kreuz wie ein Besiegter, in Wahrheit erringt er den größten Sieg über die Sünde.
Und meine Frage an dich heute Morgen ist: Glaubst du das? Glaubst du das? Hast du auf diese schlichte Botschaft, die wir hier Sonntag für Sonntag verkündigen, ohne großes Tamtam, hast du auf diese Botschaft dein Vertrauen gesetzt? Das ist meine Frage an dich heute. Glaubst du dem?
Weißt du, wenn du dich darüber stellst und sagst, es ist mir zu einfach, es greift meinen Stolz an, dann ist das Evangelium nichts für dich. Aber dann gilt dir auch ehrlicherweise die Konsequenz: Dann gehst du verloren.
Aber wenn du diese Botschaft vom Kreuz annimmst, wenn du dem zustimmst, was das Evangelium sagt, und du sagst: Ja, ich bin wirklich ein Sünder, ja, ich bin ein Rebell, ja, ich habe den Zorn Gottes eigentlich verdient, aber ich glaube daran, dass Jesus für mich gestorben ist, dass er alles vollbracht hat, und auf diesen Jesus alleine vertraue ich, nicht auf mich, allein auf Jesus, dann rettet dich Gott.
Und ich möchte dich am Ende der Predigt dazu einladen, diesen Schritt heute zu gehen, indem du nachher, wenn wir ein Lied singen, hier nach vorne kommst zum Kreuz und dein Vertrauen auf Jesus setzt, der dich retten will.
Paulus hat die göttliche Bestimmung des Kreuzes verstanden, und das hat Auswirkungen auf seinen Dienst. Und damit kommen wir zum dritten und letzten Punkt: die unzeitgemäße Verkündigung des Kreuzes.

Eine Botschaft gegen den Geschmack der Menge

Leser, ab Vers:
Und weil denn Juden Zeichen fordern und Griechen Weisheit suchen, predigen wir Christus als gekreuzigt, für Juden einen Anstoß und für Nationen eine Torheit, den Berufenen selbst aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Denn das Törichte Gottes ist weiser als die Menschen, und das Schwache Gottes ist stärker als die Menschen.
Paulus spricht hier zunächst von seinen Zuhörern und ihren Erwartungen. Das ist interessant. Paulus wusste genau, was die Menge wollte. In der Menge sitzen Juden, und in der Menge sitzen Griechen. Und er sagt in Vers 22: Und weil denn die Juden Zeichen fordern und die Griechen Weisheit suchen.
Juden fordern Zeichen. Das war schon zu Jesu Lebzeiten so. Da kamen immer wieder die Juden zu ihm und sagten: Gib uns ein Zeichen. Und wisst ihr was? Paulus hätte ihnen ein Zeichen geben können. Paulus hat Kranke geheilt, das lesen wir in der Apostelgeschichte. Er hätte Zeichen geben können. Macht er es? Dann ist er auch die griechische Elite, und er weiß genau, was die Griechen wollen. Die Griechen fragen nach Weisheit, und wisst ihr was? Paulus hätte ihnen auch das geben können. Wir sehen es auf dem Areopag, da schüttelt Paulus mal so ein paar Philosophenzitate aus dem Ärmel. Im Titusbrief zitiert er die Dichter der Griechen. Paulus hätte die griechische Weisheit auftischen können, aber er macht es nicht. Er will nicht bei den Zuhörern punkten, er will einfach gemäß seiner eigenen Überzeugung handeln.
Er hätte den Griechen Weisheit geben können, aber in Vers 22 heißt es: Und weil denn die Juden Zeichen fordern und die Griechen Weisheit suchen, predigen wir Christus als gekreuzigt, für Juden einen Anstoß und für Nationen, also Heiden, eine Torheit.
Das ist interessant, oder? Paulus gibt seinen Zuhörern nicht nur nicht, was sie wollen. Er gibt ihnen bewusst das, was sie nicht wollen. Paulus entscheidet sich bewusst für eine unzeitgemäße Verkündigung. Er predigt einfach den gekreuzigten Christus. Warum? Weil er genau weiß, dass nur in diesem Jesus das Heil ist. Weil in dieser schlichten Botschaft des Evangeliums die rettende Kraft liegt.
Da heißt es ab Vers 24 und 25: Den Berufenen selbst aber, Juden wie Griechen, predigen wir Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Denn das törichte Gottes ist weiser als die Menschen, und das Schwache Gottes ist stärker als die Menschen.
Paulus ging es nie um den Beifall der Menschen. Ihm ging es darum, dass er diese Botschaft, die sein eigenes Leben verändert hat auf einer Straße nach Damaskus, seinen Zuhörern predigt. Gott ist nicht töricht und schwach, das muss man dazu sagen. Aber Paulus sagt: Selbst das, was von den verlorenen Menschen von Gott als töricht oder schwach bezeichnet wird, ist immer noch weiser und stärker als die Menschen. Und deswegen vertraut Paulus dieser schlichten Botschaft des Evangeliums, auch wenn sie überhaupt nicht dem Zeitgeist entspricht.
Gott hat mir vor etwa 15 Jahren als junger Prediger eine ganz, ganz wichtige Lektion erteilt. Ich war noch auf der Bibelschule am Bibelseminar Bonn. Da bekam ich eine Anfrage, in einer anderen Gemeinde zu predigen, in einer Nachbargemeinde. Und ich mache das bis heute eigentlich so: Wenn mich eine andere Gemeinde anfragt, dann schicke ich schon mal dem Pastor eine Liste von fertigen Predigten, weil ich es zeitlich nicht schaffe, etwas Neues vorzubereiten. Aber er darf als Pastor dann aussuchen, was gepredigt werden soll in seiner Gemeinde.
Und dieser Pastor hat sich eine bestimmte Predigt ausgesucht, unter dem ganzen Pool. Das war eine herausfordernde Predigt. Danach schreibt er mir: Ach, Andre, übrigens, bei uns im Gottesdienst werden einige führende Politiker sein. Da ist eine CDU-Abgeordnete, ich glaube, die sitzt jetzt auch aktuell in Berlin, und noch so ein paar andere Vertreter. Ich will einfach nur, dass du das weißt.
In dem Moment gucke ich auf die Predigt, die er sich ausgesucht hat, und ich habe jetzt das im Kopf, dass die Weisen dieser Welt mit im Gottesdienst sitzen. Ich muss zu meiner Schande sagen, ich habe die Predigt nochmal geöffnet bei mir am Laptop und habe jetzt mit diesem Hintergedanken gedacht: Okay, da werden Leute sitzen, denen ist das ein Dorn im Auge, was ich da sagen werde. Und ich habe angefangen, so ein paar Sachen umzuändern. Ja, jetzt nicht dramatisch, aber so ein bisschen. Man kann das ja auch noch so sagen.
Dann hatte ich da aber nicht so den Frieden darüber, und meine Frau gibt mir immer das ehrlichste Feedback. Also wir Prediger sind immer am meisten dankbar für unsere Frauen, weil sie sagen, wenn es auch total daneben ist. Und ich habe das meiner Frau gesagt, ich habe sie da so mit reingenommen. Ich so: Schatz, kann man das nicht auch so sagen? Meine Frau ist schwarz-weiß: Nein, auf keinen Fall. Hör auf, die Botschaft zu verbessern. Predige einfach das Wort. Und ich dachte: Oh ja, stimmt.
Da war ich wieder klar im Kopf, bin an dem Sonntagmorgen in diese Gemeinde hingefahren, und dann kamen sie alle. Ich saß in der ersten Reihe, und sie haben sich alle direkt in die Reihe hinter mir gesetzt, also ganz nah dran. Da war dann auch ein muslimischer Vertreter irgendeines Immigrationsrates im Rhein-Sieg-Kreis. Alle saßen sie da, und ich bin auf die Kanzel gegangen. Und der Herr hat Gnade gegeben. Ich habe wirklich gesagt, dass Jesus der einzige Weg ist und so weiter.
Eins kann ich euch sagen: Der Pastor war am Schwitzen während meiner Predigt. Aber er ist selber schuld, er hat die Predigt ausgesucht. Und ich habe gepredigt, und ich kann euch sagen, am liebsten wollte ich Amen sagen, meine Predigt nehmen und rausgehen. Dann wäre es nicht zur Konfrontation gekommen.
Direkt nach dem Abschluss des Gottesdienstes kam der Moslem auf mich zu. Der Vertreter des Immigrationsrates. Und ich sagte so: Jetzt knallt’s, jetzt knallt’s. Der schaut mich an, sagt: Herr Tövs, vielen Dank für Ihre Predigt, das hat mich sehr angesprochen.
An diesem Tag hat Gott mir deutlich gemacht: Andre, sei bereit, die Torheit zu predigen. Denn das, was eine verlorene Welt braucht, ist ein unverwässertes Evangelium. Die Welt muss es hören, dass es eben nur in Jesus wirkliche Rettung gibt. In Apostelgeschichte 4,12 heißt es: Und in keinem anderen ist das Heil, denn auch kein anderer Name unter dem Himmel ist dem Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden müssen.
Ich möchte dich heute ermutigen, als Christ, auch wenn du nicht auf der Kanzel stehst und verkündigst. Ich möchte dich ermutigen, immer zum unverfälschten Evangelium zu stehen, zum ganzen Evangelium, nicht zu verwässern. Denn die Kraft liegt gerade darin, wenn wir das Evangelium so, wie es in der Bibel steht, freisetzen. Wir müssen es nicht verteidigen. Wir müssen es einfach nur freisetzen. Und das Evangelium entfacht seine Kraft in den Herzen der Menschen, die Gott retten möchte.
Und das ist deine Aufgabe als Christ, und das ist unsere Aufgabe als Prediger. Und ich möchte heute auch im Namen der Pastoren euch versprechen: Wir werden mit Gottes Hilfe von dieser Kanzel immer das unverfälschte Evangelium predigen. Gott helfe uns dabei, aber das ist unser Ziel. Hier muss immer das reine Wort Gottes gepredigt werden.
Ich möchte abschließend noch einmal auf den Berliner Fernsehturm zu sprechen kommen. Bisher hält sich eine Erzählung, dass eine Person nach all diesen gescheiterten Versuchen seitens der DDR-Politiker irgendwie zu dem Ergebnis gekommen ist: Egal, was sie unternehmen, sie werden das Kreuz nicht los. Egal, was sie unternehmen, sie werden das Kreuz nicht los.
Mein lieber Freund, wenn du heute hier im Gottesdienst warst und diese Predigt hörst, du kannst gleich nach Hause gehen und die Botschaft vergessen, aber ich möchte dir eins sagen: Du wirst das Kreuz nicht los. Und ich möchte dich bitten, ich möchte dich wirklich bitten: Setz heute dein ganzes Vertrauen auf Jesus Christus.
Johannes kann schon mal nach vorne kommen, wir werden jetzt ein Lied gemeinsam stehend singen. Das Kreuz ruft dir heute zu: Komm und glaube! Du darfst das tun, indem du gleich symbolisch hier nach vorne kommst. Wenn du beten möchtest, kannst du auf mich zugehen, ich werde hier auch am Kreuz warten. Und dann kannst du zum ersten Mal in deinem Leben dein ganzes Vertrauen auf diesen Jesus setzen und die rettende Kraft des Kreuzes in deinem Leben erfahren.
Ich möchte aber auch eine zweite Personengruppe nach vorne bitten, und das sind die Christen, die die Welt liebgewonnen haben. Und vielleicht hat dir Gott heute sehr, sehr deutlich gemacht: Du kannst so nicht weiterleben. Du kannst nicht den breiten Weg und das Kreuz zusammen haben, es passt nicht zusammen. Mach wieder einen radikalen Neuanfang, folge Jesus nach. Und wenn Gott dir das heute deutlich gemacht hat, dann kannst du auch nach vorne kommen und das öffentlich sichtbar machen.
Lass uns gemeinsam aufstehen.