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Auf dem Weg zur Vollendung

Philipper 3,17-2125.10.2026
1. Ahme hingegebenen Christen nach 2. Hüte dich vor falschen Vorbildern 3. Lebe als Bürger des Himmels 4. Freue dich auf deine Vollendung

Ein ungewöhnliches Ziel und die Frage nach echter Hingabe

Drian Johnson ist ein amerikanischer und sehr wohlhabender Unternehmer, der in jungen Jahren eines seiner Unternehmen für 800 Millionen Euro oder Dollar verkauft hat. Nachdem er diese Menge an Geld verdient hatte, hat er sich irgendwann einmal ein Ziel gesetzt in seinem Leben, das, wenn ich euch das jetzt sage, wahrscheinlich ein bisschen lächerlich klingt. Er hat sich das Ziel gesetzt, zu verhindern, dass sein Körper älter wird.
Also hat er sich vorgenommen, seinen Alterungsprozess, den Alterungsprozess seines Körpers, komplett zu stoppen, zum Stillstand zu bringen, im Optimalfall vielleicht sogar umzukehren, sodass er quasi von seinem Körper her immer jünger wird, bis er irgendwann wieder den Körper eines Achtzehnjährigen hat. Das ist sein Ziel.
Und im Januar dieses Jahres hat er das Ziel ausgegeben, dass er bis zum Jahr 2039 quasi die biologische Unsterblichkeit erreicht hat. Man muss dazu sagen, dass er auch schon knapp fünfzig ist. Das heißt, so viel Zeit hat er auch nicht mehr. Und er gibt aber auch selber zu, dass er dieses Ziel möglicherweise gar nicht erreichen wird.
Und trotzdem ist es interessant zu sehen, dass er sich diesem Ziel, das er sich gesetzt hat, wirklich mit seinem ganzen Leben unterordnet. Das heißt, er investiert jährlich ein paar Millionen in medizinisches Personal und in verschiedenste Medikamente, die er ausprobiert. Seine ganze Ernährung wird streng kontrolliert. Er hat ein exaktes Ernährungsprogramm, in dem genau abgestimmt ist, wie viele Kalorien er täglich zu sich nimmt. Sein Schlaf, sein Sport, alles ist perfekt abgestimmt. Sein ganzer Körper, sein Blut, alles wird regelmäßig kontrolliert und untersucht. Und er testet verschiedenste Medikamente aus, um diesen Alterungsprozess zu stoppen und irgendwann einmal sagen zu können, er ist zwar von der Zahl her ein Jahr älter geworden, aber sein Körper ist nicht ein Jahr älter geworden.
Das ist nur sein Ziel: alles auf dieses Ziel ausgerichtet, den Alterungsprozess seines Körpers zu stoppen, also in gewisser Hinsicht ewiges Leben hier auf dieser Erde zu erreichen. Das ist sein Ziel.
Und ja, das wirkt lächerlich. Und trotzdem ist es bemerkenswert zu sehen, mit welcher Zielstrebigkeit er vorangeht, mit welcher Konsequenz er sein ganzes Leben auf dieses Ziel ausrichtet. Und das, obwohl er selber weiß oder nicht weiß, ob er dieses Ziel überhaupt erreicht. Wir müssen, wenn wir ehrlich sind, eigentlich sagen: ziemlich sicher nicht.
Aber welches Ziel wäre für dich so wertvoll, dass du sagen würdest, dass du bereit wärst, dein ganzes Leben diesem Ziel unterzuordnen und darauf auszurichten?
Das bringt uns zum heutigen Text, und damit schließen wir auch heute das dritte Kapitel des Philipperbriefes ab. Und wir schließen auch den Gedanken ab, den Paulus hier in Kapitel drei verfolgt hat, den wir uns schon vor ein paar Wochen angeschaut haben.
Paulus schreibt in diesem Kapitel, dass er sein ganzes Leben einem einzigen Ziel untergeordnet hat und sich darauf ausrichtet, und zwar so zu sein wie Jesus, Jesus immer ähnlicher zu werden. Und auch Paulus weiß, dass er dieses Ziel niemals in seinem Leben erreichen wird. Er wird dieses Ziel niemals durch seine eigene Anstrengung erreichen. Paulus weiß, dass er diese Vollkommenheit in diesem Leben niemals erreichen wird. Er wird niemals den Punkt erreichen, an dem er so vollkommen, so vollendet ist wie Jesus.
Und trotzdem jagt er diesem Ziel mit aller Kraft nach. Aber der Unterschied ist: Drian Johnson weiß nicht, ob er das Ziel jemals erreichen wird. Paulus hingegen kann mit absoluter Sicherheit sagen: Er wird das Ziel erreichen. Nur nicht, weil er stark genug ist, nicht weil er diszipliniert genug ist, sondern weil Jesus selbst ihn eines Tages vollenden wird.
Deswegen habe ich den Text für die Predigt heute mit den Worten überschrieben: Auf dem Weg zur Vollendung.
Auf dem Weg zur Vollendung möchte ich euch bitten, mitzulesen: Philipper 3,17. Dort schreibt Paulus die folgenden Worte. Er schreibt den Philippern: Werdet meine Nachahmer, ihr Brüder, und seht auf diejenigen, die so wandeln, wie ihr uns zum Vorbild habt. Denn viele wandeln, wie ich euch oft gesagt habe und jetzt auch weinend sage, als Feinde des Kreuzes des Christus. Ihr Ende ist das Verderben, ihr Gott ist der Bauch, sie rühmen sich ihrer Schande, sie sind irdisch gesinnt. Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus erwarten als den Retter, der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird, sodass er gleichförmig wird seinem Leib der Herrlichkeit, vermöge der Kraft, durch die er sich selbst auch alles unterwerfen kann.

Ein Bild für den Weg des Glaubens

Ich denke, die meisten von euch kennen das Buch Die Pilgerreise. Vielleicht auch die Kinderversion von diesem Buch, die mir schon mehrfach empfohlen wurde. Und irgendwie hat mich dieser Text und dieser ganze Abschnitt an dieses Buch erinnert, an diese Reise von diesem Mann namens Christian, der in seinem Leben unterwegs ist.
Deswegen habe ich versucht, bevor wir jetzt in den Text einsteigen, das, was Paulus den Philippern mitgibt, in so eine Geschichte zu packen, in so ein Bild zu packen, das uns hilft, das zu verstehen und das uns hilft, uns vielleicht auch weiter daran zu erinnern.
Nun, Paulus beschreibt in diesen Versen eine anstrengende, das Leben lang andauernde Wanderung. Eine Wanderung in ein entferntes, nie zu erreichen scheinendes, aber wunderschönes Land. Und er macht den Philippern klar: Diese Wanderung ist anstrengend. Auf diesem Weg, den ihr geht, da sind viele Gefahren. Ihr geht an steilen Abhängen entlang, der Weg ist steinig, er ist steil, er ist manchmal rutschig, und ihr werdet hinfallen, ihr werdet euch verletzen.
Aber wenn ihr auf diesem Weg lauft, dann, und das ist das Erste, was er ihnen mitgibt, schaut auf die Wanderer, die zielstrebig vorangehen. Schaut auf sie und beobachtet die, die das Ziel nie aus den Augen verlieren. Die, wenn sie ausrutschen, nicht stundenlang zurückblicken auf den Stein, auf dem sie ausgerutscht sind und der sie zu Fall gebracht hat. Oder die zurückblicken auf die lange Strecke und sich denken: Boah, ich bin echt weit gekommen. Nein, Paulus sagt den Philippern: Achtet auf die und nehmt sie euch zum Vorbild, die in dieser Wanderung zielstrebig vorangehen.
Warum? Weil auf diesem Weg, den ihr geht, da wird es unfassbar viele Wanderer geben, die euch aufhalten wollen, die euch vielleicht ganz vom Weg abbringen wollen. Und er warnt sie vor einer Gruppe von Wanderern, die ihnen auf diesem Lebensweg in dieses Land begegnen werden. Und er sagt ihnen: Hey, nehmt euch vor diesen Wanderern in Acht. Nehmt euch vor denen in Acht, die jede angenehme Raststätte ansteuern, statt ihren Weg weiterzugehen. Die an jeder Hütte, an der sie vorbeilaufen, erst einmal einkehren. Die euch genau sagen können: Dort vorne rechts in der Hütte gibt es die besten Germknödel, und da hinten links gibt es den besten Kaiserschmarrn ohne Rosinen. Aber sie haben keine Ahnung, wohin sie eigentlich unterwegs sind.
Nehmt euch in Acht vor diesen Wanderern. Nehmt euch in Acht vor denen, die keine Karte brauchen, weil sie sowieso eine Abkürzung kennen. Und sie kommen immer weiter und weiter vom Weg weg, und dann erzählen sie euch aber voller Stolz, dass sie einen viel besseren Weg gefunden haben. Der ist breiter, der ist angenehmer zum Laufen, und das Schönste ist: Er geht bergab. Ja, können wir einfach laufen lassen. Und sie erzählen euch stolz, was sie alles Tolles erlebt, was sie alles Schönes gesehen haben.
Nehmt euch in Acht vor diesen Wanderern. Nehmt euch in Acht vor denen, die unterwegs einen schönen, angenehmen Ort entdecken und dann lassen sie sich da erst einmal nieder, vergessen das eigentliche Ziel, die sich am Wegrand ein schönes Häuschen bauen und dir dann einreden möchten: Hey, komm, bleib da. Bleib doch da, ruh dich aus, es ist doch super schön hier. Übrigens, das Grundstück nebenan ist auch noch frei, super günstig zu haben. Lass dich doch hier nieder. Und Paulus sagt: Nehmt euch vor diesen Menschen in Acht!
Weil sie vergessen haben, dass der Berg, auf dem sie sich so schön eingerichtet haben, eigentlich ein aktiver Vulkan ist, der jederzeit ausbrechen wird. Und bedenkt, das ist das Dritte, was er ihnen mitgibt: Bedenkt, dass das Ziel, auf das ihr hier zulauft, eure Heimat ist. Das ist das, wo ihr eigentlich hingehört. Also lasst euch nicht abbringen von dem Weg.
Und bedenkt auch, und das ist das Vierte, was er ihnen mitgibt: So sehr ihr euch auf dieser Wanderung auch anstrengt, ihr werdet dieses Ziel, dieses Land, niemals aus eigener Kraft erreichen. Aber der König dieses Landes, der König eurer Heimat, er wird selber kommen und euch holen. Und er wird euch nicht nur abholen, nein, er wird diesen von der Wanderung geschundenen Körper neu machen. Er wird all die Verletzungen, die du dir vielleicht bei den Stürzen zugezogen hast, dir nehmen. Er wird die alte, dreckige Wanderkleidung, die alten Schuhe, durch schöne Kleidung ersetzen.
Er wird nicht nur eure Verletzungen heilen, er wird nicht nur euren erschöpften Körper wieder zu Kräften bringen, nein, er wird euch vollkommen verwandeln. Eure Schwachheit wird der Kraft weichen, eure Vergänglichkeit der Unvergänglichkeit, weil ihr endlich zu Hause angekommen seid. Und auch wenn ihr mit aller Kraft auf dieses Ziel zuwandert und auch wenn ihr einen Schritt vor den anderen setzt und langsam vorankommt: Diese Vollendung erreichen wir nicht durch unsere Kraft, nicht durch die Kraft unserer Füße, sondern durch die Macht unseres Retters.
Deswegen noch einmal der Titel: Auf dem Weg zur Vollendung. Und Paulus beschreibt uns, wie wir diesen Weg gehen sollen. Und Paulus erklärt den Philippern diese anstrengende Wanderung, die vor ihnen liegt, und er sagt denen, die mit ihm laufen: Erstens, ahmt hingegebenen Christen nach. Zweitens, hütet euch vor falschen Vorbildern. Drittens, lebt als Bürger des Himmels. Viertens, freut euch auf eure Vollendung. Das sind die vier Punkte, die wir uns anschauen möchten.
Also: Ahmt hingegebene Christen nach. Paulus schreibt: Werdet meine Nachahmer, ihr Brüder, und seht auf diejenigen, die so wandeln, wie ihr uns zum Vorbild habt. Und das sind beide Worte, also wandelt und seht hin oder seht auf, das sind beides Befehle, das ist beides im Imperativ geschrieben. Und es klingt erst einmal, wenn wir das so lesen, es klingt schon extrem arrogant, als würde sich Paulus hier hinstellen und sagen: Hey Leute, schaut mich an. Ich bin der vollendete Mensch, ich bin perfekt, schaut mich an, dieses Kunstwerk, und dann macht es genauso und kopiert es.
Es klingt arrogant. Ich meine, wer von euch würde sich hinstellen und sagen: Hey, werdet wie ich? Wer würde das sagen? Gut, vielleicht denken wir es uns manchmal: Ach, wenn doch alle wie ich wären. Aber wer würde das so sagen?
Nun, Paulus sagt nicht: Werdet wie ich. Paulus schreibt nicht hier in seinem Stolz. Er wendet sich an seine Brüder und Schwestern, und Paulus spricht sie nicht von oben herab an. Er betrachtet sich selbst als einer von ihnen, als einen Bruder, der sich auf demselben Weg hin zum selben Ziel befindet. Und wie so ein Bergführer sagt er ihnen: Hey, ahmt mir nach, schaut, wie ich es mache. Und nicht nur ihm, sondern auch all den anderen Vorbildern mit demselben Lebenswandel.
Und damit sind sicherlich Timotheus und Epaphroditus gemeint, von denen wir schon gehört haben. Aber Paulus lässt es bewusst offen und spricht nicht nur von diesen dreien. Er lässt es offen, wen er meint, weil es auch darüber hinaus in Philippi damals und auch bei uns heute nachahmenswerte Vorbilder gibt. Und was sagt er ihnen? Schaut hin, beobachtet genau, wie sie es machen. Wie man so einem Bergführer dabei zusieht und beobachtet, wie genau macht er jetzt den Knoten, damit er auch wirklich sicher ist und hält.
An die Korinther schreibt Paulus: Seid meine Nachahmer, gleich wie ich auch des Christus. Also folgt mir, wie ich Jesus folge. Aber worin genau sollen wir Paulus nachahmen? Was schreibt er in den Versen vorher? In Vers 8 schreibt Paulus, dass Jesus ihm wertvoller ist als alles andere. In Vers 10 sagt er, dass er Jesus erkennen möchte, dass er mehr und mehr die Schönheit seines Charakters verstehen möchte, dass er in dieser Beziehung zu Jesus wächst. Aber er sagt auch in Vers 12: Er gibt zu, er ist nicht vollendet. Er ist nicht dort, er ist nicht christusähnlich, aber er lässt sich davon nicht abhalten, weder durch seine bisherigen Erfolge noch durch seine bisherigen Misserfolge, sondern er jagt entschlossen diesem Ziel nach.
Er stellt sich nicht auf ein Podest, als wäre er so das abgeschlossene, vollendete Meisterwerk, sondern er sagt: Hey, folgt meinem Beispiel in derselben entschlossenen Ausrichtung auf Jesus Christus hin. Und wir missverstehen Paulus, wenn wir der Ansicht sind, dass unser Leben erst dann ein vorbildliches Leben ist, wenn alles vollkommen perfekt und in Ordnung ist.
Nun, das, was Paulus hier beschreibt, ist im Grunde genommen das Prinzip, das wir Jüngerschaft nennen, zu der Jesus jeden einzelnen Gläubigen auffordert. Das sehen wir zum Beispiel bei den Thessalonichern. Da schreibt Paulus etwas Ähnliches. Er sagt: Ihr seid unsere und des Herrn Nachahmer geworden. Also sie haben Paulus beobachtet, indem sie ihm nachgeahmt haben, waren sie Nachahmer von Jesus, indem ihr das Wort unter viel Bedrängnis aufgenommen habt mit der Freude des Heiligen Geistes, und jetzt kommt es: so dass ihr Vorbilder geworden seid für alle Gläubigen in Mazedonien und Achaia.
Sie sehen im Leben von Paulus, wie er Jesus nachfolgt, sie ahmen ihm nach, wie er Jesus nachahmt, und werden dadurch wiederum für die Nächsten, die nach ihnen diese Wanderung gehen, zu Vorbildern. Also wir lernen, wie man mit Versuchung, wie man mit Leid, wie man mit Schuld, wie man mit Sünde umgeht, das lernen wir nicht, indem wir einfach nur einen Text lesen, wo genau erklärt wird, wie wir damit umgehen sollen. Wir lernen es, indem wir es im Leben anderer Gläubiger sehen.
Nun, ich glaube, die wenigsten von uns, mich selbst mit eingeschlossen, würden sich hier vorne hinstellen und sagen: Leute, ich bin das Vorbild, ich bin euer aller Vorbild, folgt mir nach. Aber vielleicht hilft uns diese Frage, mehr zu Jesus hinzuwachsen, diese Frage: Was hält dich davon ab, dich selbst als Vorbild für andere zu sehen?
Also, bei welchen Dingen in deinem Leben würdest du sagen: Boah, mach das lieber nicht so wie ich. Und vielleicht ist genau das ein guter Indikator für dich, um zu sehen, woran Gott noch an dir arbeiten möchte, um dir zu zeigen, was in deinem Leben noch nicht in Ordnung ist, wo du noch mehr dich auf dieses Ziel ausrichten musst, Jesus ähnlicher zu werden. Und gleichzeitig ist die Aufforderung in diesem Text eben nicht die: Seid nachahmenswerte Vorbilder. Das ist nicht die Aufforderung. Die Aufforderung ist: Nimm die als Vorbild, ahme denen nach, die ihr Leben auf dieses Ziel hin ausgerichtet haben, auf dieses Ziel der heiligen Vollkommenheit, wie Jesus vollkommen ist. Und wenn wir das tun, dann werden wir, wie die Thessalonicher, dadurch auch zunehmend für andere zu nachahmenswerten Vorbildern.
Also: Ahmt hingegebene Christen nach. Aber warum? Warum ist das so wichtig? Warum ist Paulus so ernst in dieser Ermahnung? Weil es unfassbar viele Menschen gibt, die uns von diesem Ziel abbringen wollen, die uns von dem Weg in unser Heimatland wegführen, aufhalten wollen.
Damit kommen wir zum zweiten Punkt: Hütet euch vor falschen Vorbildern. Wir sehen in Vers 18 und 19, und Paulus beginnt dort mit einem Denn, also einer Begründung. Das ist der Grund, warum wir uns ausrichten sollen auf diese nachahmenswerten Vorbilder. Warum? Weil viele wandeln, schreibt er.
Also hingegebenen Christen nachzufolgen und ihnen nachzueifern, von ihnen zu lernen, ist deswegen so wichtig, weil es so viele Menschen gibt, die wir auf keinen Fall nachahmen sollten, vor denen wir uns in Acht nehmen müssen. Aber achte auch darauf, wie Paulus über diese Menschen schreibt. Er schreibt nicht abfällig über sie. Ganz im Gegenteil: Er betont, dass er es schon so oft gesagt hat, und ich glaube, darauf bezieht er sich nicht auf den Brief, sondern darauf, dass er es schon bei ihnen vor Ort immer wieder betont hat, ihnen mehrfach mitgegeben hat. Aber das Entscheidende ist: Er sagt es weinend. Es hat ihn das Herz zerrissen, wenn er an diese Menschen gedacht hat. Der Brief war getränkt in seinen Tränen, weil er wusste, wohin diese Menschen unterwegs sind.
Nun, er nennt sie Feinde des Kreuzes. Warum? Was könnte er damit meinen? Er spezifiziert nicht genauer, wer damit gemeint ist. Aber wir können daran sehen, dass sie mit ihrem Leben oder mit ihrer Lehre dem widersprachen, wofür Jesus am Kreuz gestorben ist. Nun, am wahrscheinlichsten ist es, dass Paulus eine der beiden Gruppen meint, ich glaube, es ist eher die zweite: die einen, die meinen, sie können sich durch gute Werke die Errettung erarbeiten. Sie können sich das ewige Leben durch ihre Anstrengungen erarbeiten, und damit leugnen sie, dass Jesu Opfer am Kreuz alleine rettet.
Oder, und ich denke, das ist das Wahrscheinlichste: die anderen meinten, sie gehören zu Jesus. Aber ihr Leben zeigte, dass sie nie von dieser Herrschaft der Sünde befreit wurden. Es war immer noch das alte Leben, und Paulus schreibt: Ihr Ende ist das Verderben.
Ich habe vorhin das Bild von diesem Vulkan gebraucht, der ausbricht. Und da ist es so, dass sich unter der Erdoberfläche über 1000 Grad heißes Magma ansammelt, und der Druck unter diesem Berg steigt immer mehr und mehr an, auch wenn der Berg vielleicht von außen noch sehr schön aussieht und man gar nicht so wirklich erkennen kann, dass ein Vulkan ausbricht. Aber der Druck steigt immer mehr und mehr an, bis er irgendwann aufbricht und glühende Lava aus diesem Vulkan hervorbricht.
Und das ist das, was diese Menschen erwartet, nur dass es nicht um Lava geht, sondern um Gottes gerechten Zorn. Also wenn Paulus hier von ihrem Verderben spricht, dann meint er die Hölle, dann meint er Gottes endgültiges Gericht. Und der Gedanke daran, das zerreißt ihm das Herz, dass das das Ende dieser Menschen ist, und deswegen bricht er in Tränen aus.
Also, was macht es mit dir, wenn du dieses Ende der Menschen um dich herum bedenkst, die nicht zu Jesus gehören? Lässt es dich kalt oder bricht es dir das Herz?
Er schreibt weiter: Ihr Gott ist ihr Bauch. Und das heißt nicht, dass sie einfach super gerne gegessen haben und dass sie nur von einem Essen zum nächsten gedacht haben, sondern ich denke, es ist eine Metapher, die Paulus hier gebraucht, um deutlich zu machen, dass ihr Leben bestimmt wurde von körperlichen Begierden. Und damit sind Wünsche gemeint, die so stark werden, dass sie unser Leben irgendwann bestimmen, dass sie bestimmen, was wir tun, selbst wenn Gott etwas anderes sagt.
Und ja, es kann sich auf Essen beziehen, auf Völlerei, auf Maßlosigkeit, es kann sich aber auch auf jegliche Unzucht, sexuelle Unmoral bedeuten. Ihr Gott ist ihr Bauch beschreibt allgemein gesprochen ein Leben, das allein dazu dient, meinen eigenen Bedürfnissen zu dienen. Darum dreht sich das Leben, das ist der Gott, der mein Leben bestimmt: die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse, egal welcher Art.
In Römer 16,18 stellt Paulus diesen Kontrast dar. Er sagt: Denn solche dienen nicht dem Herrn Jesus Christus, sondern ihrem eigenen Bauch. Das ist das Kernproblem. Das Kernproblem sind nicht die Wünsche und Bedürfnisse an sich, das Kernproblem ist es, wenn diese Wünsche das Leben bestimmen und sie zu einem Gott werden.
Er schreibt weiter: Sie rühmen sich ihrer Schande. Also sie waren stolz darauf, wofür sie sich eigentlich hätten schämen sollen. Darin sehen wir, wie verdorben der Mensch eigentlich ist, dass er stolz auf das ist, was Gott verabscheut, wofür er sich eigentlich schämen müsste. Und deswegen brauchen wir diese nachahmenswerten Vorbilder.
Er schreibt weiter: Sie sind irdisch gesinnt. Also sie denken nur an das Leben hier auf dieser Erde, und sie vergessen Gott und die Ewigkeit. Sie waren darauf bedacht, sich hier schön einzurichten, das Leben zu genießen. Das ganze Denken war auf diese Erde ausgerichtet. Also: Wie kann ich mir hier alles schön machen? Welche Köstlichkeit dieser Welt kann ich noch probieren, welche Sehenswürdigkeit, welche Länder kann ich bereisen? Was steht noch alles auf meiner Bucketlist? Und es ist grundsätzlich erst einmal nichts daran auszusetzen, aber ihre Gedanken und ihr ganzes Leben drehte sich nur um diese Dinge.
William MacDonald schreibt über diese Menschen: Ewiges oder Himmlisches konnte sie nicht bei ihrem Wühlen im Dreck dieser Welt stören. Sie handelten, als ob die Ewigkeit, als ob sie ewig auf dieser Erde leben könnten.
Und warum sind gerade diese Menschen für die Philipper so gefährlich? Nun, ich glaube nicht, dass Paulus hier allgemein von allen Menschen redet, die nicht zu Jesus gehören. Ich glaube, er hat eine spezielle Gruppe von Menschen im Sinn, die in Verbindung mit der Gemeinde standen. Und ich glaube, Paulus spricht hier von denselben Menschen, von denen Jesus auch in Matthäus 7 warnt. Dort sagt er: Viele werden an jenem Tag zu mir kommen, und sie werden sagen: Herr, Herr, mir wird nicht das und das und das und das für dich getan. Und was wird Jesus ihnen antworten? Ich habe euch nie gekannt, weicht von mir, ihr Gesetzlosen.
Also auch Jesus sagt, dass es viele sein werden. Und auch Jesus spricht davon, dass diese vielen der Meinung waren, dass sie eigentlich zu ihm gehört haben. Und doch wird es dieses böse Erwachen geben, und es wird viele geben, viele, die vielleicht regelmäßig in die Gemeinde gegangen sind, die ihr Leben lang keinen Sonntagsgottesdienst verpasst haben und die sich am Ende stolz vor Jesus stellen und sagen: Hey, schau, was ich für dich geleistet habe, schau, wie viel ich gelaufen bin, wie weit ich gekommen bin. Und Jesus wird sagen: Ich kenne euch nicht.
Also, was wird deine Leistung in der Ewigkeit wert sein? Paulus drückt es in Vers 8 aus. Er sagt, er hat das alles für Dreck geachtet. Das ist eigentlich ein hartes Wort, weil er eigentlich das Wort für Kot nimmt. Was ist unsere Leistung in der Ewigkeit wert?
Nun, der entscheidende Unterschied zwischen einem echten Nachfolger Jesu und diesen Feinden des Kreuzes ist nicht, dass der eine niemals sündigt und der andere schon. Der Unterschied liegt in dieser grundsätzlichen Ausrichtung ihres Lebens. Sieh, der echte Christ möchte Jesus immer ähnlicher werden, er möchte ihn besser kennenlernen, ihn lieben, ihm nachfolgen. Und natürlich wird er fallen. Und vielleicht musst du auch gerade an die letzte Woche zurückdenken, an dein eigenes Versagen. Dann bekenne deine Sünde, dann tue Buße, dann kehr um, steh wieder auf, nimm deine Wanderstöcke in die Hand, richte deinen Blick wieder auf Jesus aus und geh weiter.
Wenn die Feinde des Kreuzes nur auf diese Erde ausgerichtet sind, gehört der echte Christ zu einer ganz anderen Heimat. Das bringt uns zum dritten Punkt: Lebe als Bürger des Himmels. Und das Wort Bürgerrecht, das beschreibt eine Zugehörigkeit zu einem Staat oder einem Gemeinwesen. Es beschreibt, wo jemand hingehört, wessen Bürger er ist. Und das Wort wird nur hier im Neuen Testament verwendet. Und wichtig ist: Dieses Wort ist nicht in der Zukunftsform beschrieben. Es beschreibt unseren gegenwärtigen Zustand. Wir sind Bürger des Himmels, nicht: Wir werden vielleicht irgendwann Bürger des Himmels sein, wenn unser Weg auch gut genug war. Wir sind es.
Und dieses Wort, es war vielsagend für die Philipper, weil sie eine römische Kolonie waren. Also sie haben, auch wenn sie tausend Kilometer von Rom waren, dazugehört, sie waren römische Bürger, das wäre ihre eigentliche Heimat. Und vielleicht zeigt euch der Ort Ramstein etwas. Ramstein ist in Deutschland, und dort befindet sich der größte außerhalb der USA befindliche Luftwaffenstützpunkt.
Nun, die amerikanischen Soldaten, die dort stationiert sind, die leben in Deutschland, sie arbeiten in Deutschland, sie haben teilweise ihre Familien hier in Deutschland, aber sie bleiben amerikanische Staatsbürger, sie sind Amerikaner. Ihr Oberbefehlshaber ist in den USA. Und wenn der zeitlich begrenzte Aufenthalt auf dieser Basis beendet ist, wenn ihr Auftrag, wenn ihre Arbeit erledigt ist, dann werden sie zurück in ihre Heimat gehen.
Und ganz ähnlich können wir das auf uns übertragen: Wir leben auf der Erde, wir arbeiten auf der Erde, aber unser Bürgerrecht ist im Himmel, unser Oberbefehlshaber ist dort, und nach seinem Willen wollen wir jetzt schon leben, auch wenn wir fern von unserer eigentlichen Heimat sind. Und als Bürger des Himmels erwarten wir sein Kommen.
In Hebräer 9 heißt es, dass der Christus zum zweiten Mal denen erscheinen wird, die auf ihn warten, nicht wegen der Sünde, sondern zum Heil. Nun, die Feinde des Kreuzes, sie waren auf das Hier und Jetzt ausgerichtet, aber der Bürger des Himmels richtet sein Leben zunehmend auf Jesus, auf die Ewigkeit aus. Er erwartet den Herrn Jesus Christus als den Retter, vom Himmel herabkommend.
Diese Erwartungshaltung wird Auswirkungen auf dein Leben haben. Der Gläubige wartet nicht passiv, er wartet nicht gleichgültig auf dieses Wiederkommen Jesu, er erwartet sehnsüchtig seinen Erlöser. Dieses hoffnungsvolle, sehnsüchtige Warten hat Einfluss auf die Entscheidungen, die du triffst. Es hat Einfluss darauf, in welche Aktivitäten du dich investierst, es hat einen wesentlichen Einfluss, wie wir es auch bereits letzte Woche gehört haben, auf unsere Heiligung, auf diesen Prozess, dass Gott uns verändert und wir Jesus in unserem Denken, in unserem Handeln immer ähnlicher werden.
In 1. Johannes 3,3 heißt es: Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, auf sein Wiederkommen, reinigt sich gleich, wie er rein ist. Titus 2 lesen wir: Die Gnade Gottes erzieht uns dazu, die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden abzuweisen und besonnen, gerecht und mit Ehrfurcht vor Gott in der heutigen Welt zu leben. So warten wir auf die beglückende Erfüllung unserer Hoffnung, auf das sichtbar werdende Herrlichkeit unseres großen Gottes und Retters Jesus Christus.
Also das Streben nach einem heiligen Leben, das kennt keine Rente. Es ist das stetige Streben danach, Jesus ähnlicher zu werden, das nur in zwei Fällen endet: mit unserem Tod oder mit dem Wiederkommen Jesu. Aber egal, wie unsere Wanderung als Bürger des Himmels auf dieser Erde aussehen wird, egal, wie viele Täler wir durchqueren, egal, welches Leid wir durchmachen, egal, wie erfolgreich unser Streben nach Christusähnlichkeit ausfällt, wir werden in unserem Leben niemals diesen Zustand erreichen, dass wir so sind wie Jesus. Und doch werden wir das Ziel sicher erreichen, aber nicht, weil wir selbst Christusähnlichkeit erreichen.
Wir warten sehnsüchtig auf sein Kommen, damit er, Vers 21, unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird, so dass er gleichförmig wird seinem Leib der Herrlichkeit. Also Jesu zweites Kommen, das beendet dieses mühsame Streben des Gläubigen nach einem heiligen, vollkommenen Leben. Und dann wird er diesen ärmlichen Körper so verwandeln, dass der Körper seiner Herrlichkeit gleicht, dass er dem Körper seiner Herrlichkeit gleicht.
In 1. Johannes 3,2 heißt es: Geliebte, wir sind jetzt Kinder Gottes, wir sind jetzt schon Kinder Gottes, und noch ist nicht sichtbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber, dass wir ihm gleichgestaltet sein werden. Jesus wird unseren Körper umwandeln und ihn für den Himmel tauglich machen. Ein neuer Körper wird dem verherrlichten Körper Jesu gleichen, den er mit der Auferstehung erhalten hat, und wie er werden wir mit unserem neuen Leib wiedererkennbar sein. Wir werden essen, trinken, reden, laufen, aber ohne körperliche Anstrengung in unserem jetzigen Körper.
Nun, das heißt, wir werden meines Erachtens keine völlig anderen Personen sein, man wird uns wiedererkennen können, wir werden nicht als Geister durch den Himmel schweben, wir werden einen wirklichen verherrlichten Körper haben. Und doch werden wir in unserem Wesen nicht völlig anders sein, aber natürlich ohne Sünde, ohne körperliche Leiden, ohne die Schwachheit. Das, was wir in unserem jetzigen Leben anstreben, das, was unser Ziel ist, so zu sein wie Jesus, wird Jesus selbst am Ende bewirken und uns vollenden. Das ist die Hoffnung, die wir haben, das ist es, was uns erwartet, und das ist eine Ermutigung für jeden, der auf sein Leben blickt und sieht, wie oft er an Sünde gefallen ist, der vielleicht müde geworden ist in diesem Kampf gegen seine Sünde, der ein Tal nach dem anderen durchlebt, der geplagt ist von dem Gedanken, dass er so weit entfernt zu sein scheint von seinem Ziel, so zu sein wie Jesus, der vielleicht auch einfach geplagt ist von diesem gebrechlichen Körper, der dessen Körper einfach nicht mehr mitmacht, der dessen Körper ihm ständig Probleme bereitet.
Nun, Jesus wird uns vollkommen erretten. Wir sind allein aus Gnade errettet, das ist unser Zustand. Also wir sind vor Gott jetzt gerechtgesprochen, wir sind gerettet, wir sind geheiligt, gereinigt in Jesus Christus. Und doch leben wir noch als Außenposten des Himmels in dieser Welt, die sich gegen Gott auflehnt, mit einem Körper, der voller Schwachheit ist und der uns immer wieder zur Sünde verleiten wird. Und deswegen ist es notwendig, dass Jesus unsere Rettung vervollständigt, und das wird er tun, er wird unsere Errettung vollenden.
Also, wir befinden uns auf dem Weg zu unserer Vollendung, zu der Vollendung unserer Errettung, und Paulus gibt uns ein paar Punkte mit, die wir auf dieser Wanderung beachten müssen. Wir sollten die richtigen Wanderer nachahmen, die zielgerichtet auf dieses Ziel zulaufen, mit allen Konsequenzen ihr ganzes Leben darauf ausrichten. Wir dürfen uns nicht durch falsche Vorbilder vom Weg abbringen lassen. Wir können in voller Hoffnung weitergehen, weil unser Retter selbst unsere Vollendung bewirken wird.
Nun, Brian Johnson erhofft darauf, dass er irgendwann den Körper, den er jetzt hat, in Ewigkeit erhalten kann. Und wie viel größer ist die Hoffnung, dass Jesus diesen Körper in seiner göttlichen Kraft verwandeln wird, unsere Rettung vollständig machen wird. Also bleibt uns nichts anderes zu sagen, als was Paulus an die Korinther schreibt: Maranatha, der Herr komme bald! Amen.