Umgang mit geistlichem Stillstand im Ehepartner
Nächste Frage, die kam: Was ist, wenn ein Ehepartner nicht mehr geistlich wächst?
Nummer eins: Gebet. Wir haben bereits gesagt, dass Gebet sehr wichtig ist. Es gibt keinen Ersatz für Gebet. Du kannst Gebet nicht durch irgendetwas anderes ersetzen oder durch etwas anderes austauschen. Gebet ist buchstäblich unersetzbar.
Wenn du bemerkst, dass dein Ehepartner nicht mehr geistlich wächst, ist das erste, was du tun solltest, für ihn zu beten. Die Frage ist auch, woran du das erkennst. Es kann schon Hinweise geben. Bete einfach für deinen Ehepartner.
Nummer zwei: Überlege, ob es offensichtliche Sünde im Leben deines Ehepartners gibt. Das klingt vielleicht etwas komisch, aber wir hatten das Thema ja schon vorher angesprochen. Sünde kann ein Grund dafür sein, warum jemand nicht mehr geistlich wächst. Es heißt ja auch, dass Sünde uns von Gott trennt. Natürlich sind wir in Jesus reingewaschen, aber wir müssen trotzdem täglich um Sündenvergebung bitten, wie es im Vaterunser steht.
Jemand sehr Kluges und Weises hat mir mal gesagt: „Täglich Bibel lesen hält dich vom Sündigen ab.“ Das kann ich absolut bestätigen. Aber Sündigen hält dich auch vom täglichen Bibellesen ab. Das sollte nicht auf eine kranke, toxische oder gesetzliche Weise verstanden werden, sondern einfach als Beobachtung. Wenn die stille Zeit leidet, wenn da ein Knacks drin ist oder Sand im Getriebe, dann sollte man genauer hinschauen.
Dabei geht es nicht darum, den Partner mit Fragen wie „Wie sieht deine stille Zeit aus?“ zu konfrontieren, sondern eher erst mal bei sich selbst zu schauen. Vielleicht sollte man dem anderen auch erlauben, in das eigene Leben reinzusprechen. Darauf kommen wir gleich noch mal beim Thema stille Zeit zurück.
Es ist wichtig zu prüfen, wie es mit den geistlichen Routinen deines Ehepartners aussieht, besonders mit seinem privaten Gebetsleben. Oft kann viel von einer Person ausgehen, sodass der andere Partner nicht mehr geistlich wächst, weil die Initiative hauptsächlich von dem einen kommt.
Schau auch, ob du selbst den Wunsch hast, geistlich zu wachsen, und ermutige deinen Partner dazu. Das kann Bibelstudium allein sein oder der Austausch mit anderen Christen. Hat dein Ehepartner christliche Freunde, mit denen er sich austauschen kann?
Außerdem sollte man klären, ob es Fragen, Zweifel oder Verletzungen gibt, die nicht angesprochen werden. Solche Dinge beginnen oft klein, aber sie können eine Kettenreaktion auslösen. Sie graben sich immer tiefer ein und irgendwann entsteht eine größere ablehnende Haltung. Das führt dann dazu, dass der Partner nicht mehr geistlich wächst. Diese Fragen müssen offen angesprochen werden.
Wir haben schon einiges dazu gesprochen, auch wie man stille Zeit gestalten kann. Das ist unter diesem Video verlinkt. Auch wie du geistlich wachsen kannst, haben wir hier unten verlinkt.
Falls du ein eigenes Video zu Themen wie Dekonstruktion möchtest – ich sage es mal umgangssprachlich: Wie fallen Menschen vom christlichen Glauben ab? – das ist ein komplexes Thema und sehr spannend. Wenn du dazu ein Video wünschst, drücke die Glocke und schreibe einen Kommentar.
Falls du umgekehrt ein Video über Vergebung und Versöhnung möchtest, weil du das Thema offensichtliche Sünde angesprochen hast, wüsste ich auch schon, wen man für einen guten Gastbeitrag fragen könnte. Drücke die Glocke und schreib einen Kommentar, wenn du dir das wünschst.
Ich weiß sonst nicht, welche Themen du brauchst. Du musst mir das sagen, denn ich kann deine Gedanken nicht lesen.
Gemeinsame Gemeinde als geistliche Einheit
Dann Fragen zum Thema Glauben, also Nachfolge, Weltanschauung, Christsein und als Christ leben. Eine Frage war: Wie ist es, wenn der eine in eine Gemeinde gehen möchte und der andere in eine andere Gemeinde?
Ich denke, das muss man erst einmal grundlegend einordnen und sich vor Augen halten, wie wichtig es überhaupt ist, dass man in dieselbe Gemeinde geht. Dabei kann man ganz klar sagen: Es ist sehr wichtig, dass ihr in derselben Gemeinde seid. Ihr seid ja eins – mit Körper, Geist und Seele. Und wo passiert sehr viel in Geist und Seele? In der Gemeinde. Dort solltet ihr nicht getrennt sein.
Bei uns zum Beispiel war es so: Wir kommen aus unterschiedlichen Gemeinden, auch aus unterschiedlichen Traditionen, sage ich jetzt mal. Wir waren zwar ab und an in der Gemeinde des anderen zu Besuch, auch schon bevor wir uns kannten, aber trotzdem waren es unterschiedliche Gemeinden. Das ist ja nicht schlimm.
Während der Verlobungszeit haben wir dann schon überlegt: Wie machen wir das? Wir haben das Thema, natürlich auch im Gebet, lange bewegt, welche Gemeinde es sein soll. Für uns beide war von Anfang an klar, dass wir in die gleiche Gemeinde gehen. Dann stellte sich die Frage: Gehen wir beide in deine Gemeinde, in meine alte Gemeinde oder vielleicht in eine dritte oder vierte Gemeinde? Wir haben verschiedene Gemeinden angeschaut.
Ich habe lange eine Pro- und Kontra-Liste geführt. Am Ende des Tages war klar: Wir haben uns eine Deadline gesetzt, nach dem Motto: Bis zu dieser und jener Woche wollen wir die Entscheidung treffen. Wir haben verschiedene Punkte gesammelt und dann eine Entscheidung getroffen. Eine perfekte Gemeinde gibt es eh nicht, aber ich muss sagen: Es ist gut, gemeinsam in einer unperfekten Gemeinde zu sein. Bis jetzt haben wir es nicht bereut.
Die Deadline ist, glaube ich, sehr wichtig, damit sich solche Prozesse, in denen man sich nicht einigt, nicht ewig hinziehen. Das ist nicht gut. Als Daumenregel denke ich, ist es wichtiger, in derselben Gemeinde zu sein, als dass du in der Gemeinde bist, in der du unbedingt sein möchtest. Prioritäten setzen: Einheit und einen Ort der geistlichen Heimat zu haben, wo ihr beide dieselben Inputs bekommt, dasselbe geistliche Futter – das ist enorm wichtig.
Dahinter steckt noch eine Ergänzung: Wir haben hier schon darüber gesprochen, dass man seine Gemeinde auch wechseln kann. Du bist nicht mit deiner Gemeinde verheiratet. Wir beide sind verheiratet, aber nicht mit der Gemeinde. Das heißt, man kann die Gemeinde wechseln. Das ist keine Sünde. Es erinnert auch nichts an dein Heil oder deine Rettung oder so etwas.
Man muss nur aufpassen, dass das nicht zu Church-Hopping wird – also Gemeinden nicht so oft wechseln wie andere Leute ihre Socken. Deshalb als Daumenregel, das steht nicht in der Bibel, sondern ist ein Erfahrungswert: Mindestens zwei Jahre in der Gemeinde bleiben, auf die man sich festgelegt hat. In zwei Jahren kann viel passieren. Man kann sich engagieren, verschiedene Dinge machen und die Gemeinde aus unterschiedlichen Facetten kennenlernen.
Eine Gemeinde ist eine Gruppe von Leuten, die unglaublich vielschichtig ist. Sie hat ganz unterschiedliche Persönlichkeitstypen, Erfahrungen und Settings. Je nachdem, was gerade in der Gemeinde passiert, treten auch ganz andere Dinge zutage – sowohl im Positiven als auch im Negativen.
Deshalb finde ich es sehr wichtig, in der gleichen Gemeinde zu sein, aber das ist keine Entscheidung für Zeit und Ewigkeit. Wenn es wirklich gar nicht geht – das ist meine persönliche Meinung, die nicht in der Bibel steht –, dann überlegt man sich das nach zwei Jahren vielleicht nochmal anders. Nicht, dass wir das jetzt schon vor Augen hätten.
Hinter der Frage, wie man damit umgeht, wenn der eine in die eine Gemeinde möchte und der andere in die andere, steckt auch die Frage, wie man grundsätzlich in der Ehe mit Entscheidungen umgeht, bei denen beide unterschiedliche Meinungen haben und keine Einigkeit finden, aber trotzdem eine Entscheidung getroffen werden muss.
Vielleicht ahnst du es: Da geht es ein bisschen in die Richtung, wer ordnet sich wem unter und wer trifft dann die Entscheidung. Wenn du zu diesem Thema mehr Inhalte möchtest, drück gern die Glocke, damit du benachrichtigt wirst, wenn es dazu neue Beiträge gibt.
Christen leben und Glaubensfragen in der Ehe
Ja, und wie du am Namen dieses Kanals schon siehst, handelt es sich hier um einen christlichen Kanal. Wir machen Videos für Christen. Jesus sagt: „Folge mir nach.“ Wir Christen sind diese Nachfolger von Jesus.
Das heißt, wenn jemand das, was Jesus und das Neue Testament sagen, einfach ignoriert und meint, das könne ihm egal sein, weil es ein freies Land ist, dann ist diese Person einfach kein Christ.
Falls du kein Christ bist, kannst du dir gerne ein anderes Video anschauen. Wir haben auf diesem Kanal noch viele weitere Videos für dich, zum Beispiel dieses fantastische Video über die Weltreligion. Vielleicht interessiert dich das ja trotzdem. Du darfst also gerne hier bleiben. Das muss man natürlich dazu sagen.
Gebet als Lösung bei Konflikten
Gab es Momente, in denen bei euch Gebet einen Konflikt gelöst hat? Ja, definitiv, mehrmals. Ich nehme nur ein Beispiel.
Ich hatte einmal in meinem anderen Job – also nicht hier, sondern in meinem anderen Job – eine große Fehlentscheidung getroffen. Das war zwar nicht direkt meine Schuld, aber es fiel zu 100 Prozent in meinen Verantwortungsbereich. Ich wusste, dass dadurch ein Projekt, an dem ich mit einer anderen Person lange gearbeitet hatte, durch diese Fehleinschätzung massiv zurückgeworfen wurde.
Ich muss sagen, ich sage es, wie es ist: Ich war im Krisenmodus. Ich war völlig, völlig von der Rolle. Eigentlich war es noch schlimmer, denn durch diese Fehlentscheidung konnte man dann auch nicht mehr sehr viel machen. Ich hatte solche Gefühle von Versagen und Versagensängsten. Ich war ängstlich und sehr angespannt. Das ist natürlich auch voll in unsere Ehe reingeschwappt.
Im Hauskreis haben wir auch darüber geredet. Ich habe gesagt: „Oh, ich bin gerade voll im Krisenmodus, dies, das, jenes und so weiter.“ Das war eine Phase, in der du ganz, ganz viel für mich gebetet hast. Ja, daran kann ich mich sehr gut erinnern.
Ich wusste das immer natürlich nicht, aber du hast mir das später erzählt. In der Zeit, in der du so viel gebetet hast, bin ich dann auch langsam immer ruhiger geworden. Und dann war es fast von einer Stunde auf die andere so, dass meine ganze Anspannung und meine Versagensängste fast wie weg waren, sage ich mal.
Zwei Tage später oder so ungefähr ist dann plötzlich eine Lösung vom Himmel gefallen – völlig aus dem Nichts. So könnte man das Problem lösen. Also erst kam das Gebet, dann kam bei mir sozusagen das Verlassen des Krisenmodus, und dann kam aus dem Nichts, aus dem Blauen, sozusagen die Erkenntnis: „Ach, so könnte man quasi die Kuh doch noch vom Eis kriegen.“
Das war ein Durchbruch. Ja, total, wirklich. Ich würde sagen, fast alle Krisen, die bei uns irgendwie gelöst worden sind, da ist immer Gebet mit daran beteiligt. Mir würde jetzt gar nichts einfallen, wo ich sagen könnte: „Ja, da haben wir überhaupt nicht gebetet und es hat kein bisschen Teil daran gehabt.“
Das Gebet hat so, so, so viel Wirkung.
Freizeitgestaltung und persönliche Bedürfnisse in der Ehe
Thema Alltag: Kam die Frage auf, verbringt ihr eure Freizeit gemeinsam oder allein? Wer braucht mehr Zeit für sich? Das war ganz spannend, denn wir mussten einen gewissen Weg zurücklegen.
Ich kann mich noch gut erinnern, es war der erste oder zweite Monat, in dem wir verheiratet waren. Es war einfach ein Abend, an dem wir uns nicht verabredet hatten oder sonst irgendwas geplant war. Ich habe vor mich hingearbeitet – dies, das, jenes – und kam dann abends einfach so in die Küche. Du hattest netterweise richtig schön gekocht, alles schön hingestellt und so weiter. Ich dachte: „Oh Mensch, das ist ja lieb von dir.“ Da haben wir dann noch schön Abendbrot gegessen.
Dann fingst du an zu erzählen und erzählen und erzählen. Ich saß da so: okay. Dabei stellte sich heraus, was eigentlich wunderschön ist: Elisa ist ganz selbstverständlich davon ausgegangen, dass man natürlich jeden Abend gemeinsam Abendbrot isst. Ich dagegen, als hartgesottener Junggeselle und jahrelanger, knallharter Single, habe immer ab 18 Uhr bis 21 Uhr gearbeitet. Und plötzlich hatte ich das Gefühl: Was, jetzt ist jeden Abend Date Night? Ich dachte schon: Mist, ich muss mich arbeitslos melden, ich schaffe mein Pensum gar nicht.
Das war so eine lustige Anekdote, da mussten wir ein bisschen herausfinden, wie das bei uns läuft. Die Lösung, die wir gefunden haben, war zum einen: Reden. Also wirklich darüber reden, wie man geprägt ist, was man vielleicht nicht gewohnt ist, was die Erwartungen sind. Ich hatte keinen blassen Schimmer, dass du diese Erwartungen hattest – das war eine große Überraschung für mich. Und ich wusste nicht, dass es etwas ist, worüber man reden muss. Für mich war das selbstverständlich, weil jeder Abendbrot essen muss. Wenn man verheiratet ist, isst man zusammen Abendbrot – so war mein Gedanke.
Für mich war Abendessen immer so: naja, ich mache mir halt einen Salat, irgendwas Kleines dazu, habe den Laptop daneben und arbeite einfach weiter. Das war dann anders. Wie ungesund es ist, beim Arbeiten zu essen, dürft ihr gerne in den Kommentaren schreiben. Das war schon spannend.
Ebenfalls wichtig war für uns das Thema Kommunikation. Die zweite von drei wichtigen Erkenntnissen war: Wenn nicht vereinbart ist, dass wir die Zeit miteinander verbringen, verbringen wir sie automatisch erst einmal allein. Die automatische Voreinstellung ist also, dass man seine Freizeit alleine verbringt – außer man verbringt sie miteinander. Wir haben uns dann häufig miteinander verabredet und auch sehr viel Zeit gemeinsam verbracht. Aber erst einmal ist klar: Du darfst auch trotzdem Freizeit allein verbringen.
Unsere „Wunderwaffe“ dabei ist, dass wir den Persönlichkeitstyp des anderen kennen und so ein bisschen einschätzen können, wie der andere tickt. Das ist unheimlich wertvoll für uns, das zu wissen. Falls du mehr dazu wissen möchtest, drück gern die Glocke unter diesem Video oder schreib einen Kommentar, dass du dir das wünschst. Denn da steckt richtig, richtig viel dahinter – das ist sehr wertvoll für uns.
Medienkonsum in der Ehe
Kennt ihr den Medienkonsum des anderen? Was für Medienkonsum denn?
Ich glaube, da ticken wir beide ein bisschen anders als der Durchschnittsdeutsche. Vielleicht sind wir ein bisschen schräg. Deshalb mach damit, was du willst – wir antworten einfach ehrlich. Bei uns ist es so: Wir haben keinen Fernseher, hören kein Radio und besitzen nicht mal ein Radio. Wir lesen keine Zeitung, auch nicht online, schauen keine Nachrichten und sind sehr dankbar darüber. Vor allem über diesen fünften Punkt: Wir sind dankbar darüber.
Ist es nicht so, dass irgendjemand mal auf uns zugekommen ist, in der Gemeinde oder sonst irgendwo? Nein, das sind einfach Entscheidungen, die wir beide unabhängig voneinander für uns getroffen haben. Wir brauchen es einfach nicht. So hat sich das dann einfach ergeben, und wir haben uns aufeinander eingespielt.
Natürlich konsumieren wir trotzdem Medien. Soziale Medien gehören dazu, ebenso Serien oder Filme, die wir schauen, und so weiter. Wir kennen den Medienkonsum des anderen einfach dadurch, dass wir so eng miteinander leben. Das hat nichts mit Kontrolle zu tun. Markus, zeig mir jetzt, was du auf deinem Handy im Internet offen hast, und ich muss da regelmäßig durchscrollen? Dafür müsste ich mein Handy erst mal anschalten. Genau, das ist bei Markus sowieso so eine Sache – oder du bei mir andersrum.
Wir haben einfach keinerlei Geheimnisse voreinander. Das kommt ganz automatisch. Vielleicht nur um ein paar Beispiele zu nennen: Wir haben alle Passwörter des anderen. Es ist total okay, wenn ich etwas bei dir am Computer brauche oder du bei mir, dass wir einfach darauf zugreifen. Wir nehmen die Handys des anderen nicht auf eine komische Art und Weise. In der Ehe gehört ja alles uns beiden. Es ist ja nur der Computer, den ich nutze, und der, den du nutzt. Genau, da müssen wir auch gar nicht fragen oder haben keine Sorge, etwas vor dem anderen verstecken zu müssen.
Was ich auch total schön finde, ist das Thema Medienkonsum: Wir hören gerne Podcasts und teilweise die gleichen Podcasts. Das ist auch eine Empfehlung, die wir euch als Ehepaare oder Paare geben wollen – mal Sachen gemeinsam zu hören. Nicht zur selben Zeit, sondern jeder zu seiner Zeit, vielleicht im Fitnessstudio oder beim Einkaufen, und sich dann hinterher darüber auszutauschen.
Das gibt zum einen ein Gesprächsthema. Ich könnte mir vorstellen, dass es auch für Paare mit Kindern hilfreich ist, wenn sich die Themen nach der Arbeit sonst viel um die Kinder drehen. So habt ihr ein Thema, das unabhängig davon ist, vielleicht ein bisschen abstrakt oder auch konkret, aber einfach außerhalb eures Alltags.
Du weißt dadurch, was den anderen gerade beschäftigt. Das finde ich so schön: Wenn Markus beim Joggen oder so eine Stunde lang etwas hört, weiß ich einfach, worüber er nachdenkt und was ihn gerade beschäftigt. Ich bin emotional noch ein bisschen mehr an ihm dran.
Noch einen Hinweis möchte ich mitgeben: Interessiere dich dafür, was der andere hört und schaut. Es ist natürlich keine Regel, dass man sich das immer gegenseitig zeigen muss. Aber vielleicht habt ihr wirklich unterschiedliche Interessen und sagt, „Oh, das, was du hörst, interessiert mich nicht so sehr.“ Dennoch kann es helfen, sich zumindest dafür zu interessieren, mal nachzufragen und sich erklären zu lassen: Was ist es denn? Das schafft eine Basis und ermöglicht, ein bisschen in den Kopf und in das Herz des anderen hineinzuschauen.
Konfliktlösung und Streitkultur in der Ehe
Frage Nummer acht: Wie streitet ihr, und wie löst ihr das Ganze auf?
Wir streiten niemals über irgendetwas – das ist natürlich eine sehr weit gefasste Frage. Ich kann dir aber ein paar Daumenregeln mitgeben.
Zum einen sagen wir uns immer, dass wir auf derselben Seite stehen. Ganz kurz, bevor wir das noch ein bisschen durchgehen: Wir mussten das lernen. Und mit „wir“ meine ich mich – nein, schon gemeinsam. Wir stehen auf derselben Seite, kämpfen nicht gegeneinander, sondern miteinander.
Ich denke, das ist eine schnelle Tendenz, in die man hineingeraten kann, weil man über den anderen frustriert ist, zu denken: „Du bist dort, ich bin hier.“ Das ist ja auch häufig räumlich so. Mal ganz spannend, darauf zu achten, wie ihr euch im Raum positioniert, wenn ihr streitet. Es ist gar nicht so intuitiv, sich nebeneinander zu setzen, sondern man möchte oft getrennte Fronten bilden. Da aber bewusst einen Schritt zu gehen und zu sagen: „Am besten, bevor wir streiten, legen wir fest, wie wir uns verhalten wollen, wenn wir streiten.“ Und dann zu sagen: „Hey, lass uns daran erinnern, dass wir hier zwar einen Konflikt haben, aber trotzdem auf derselben Seite stehen.“
Genau, dann kommt der Gedanke mit dem gegenseitigen Ehren im Streit. Wettbewerb haben und einander ehren – das im Streit zu sagen, ist gar nicht so leicht. Wenn ich gewinnen möchte, indem ich dich ehre, müsste ich jetzt als Erste zurückstecken, als Erste aufgeben. Das ist nicht so leicht, aber es ist wirklich sehr wichtig und wertvoll.
Gebet ist einfach ein ganz großer Faktor. Das merken wir immer wieder. Manchmal kommt man an einen Punkt, an dem man nicht weiterkommt. Dann ist es hilfreich, erstmal etwas Abstand zu gewinnen und in einer ruhigeren Minute vielleicht nochmal darüber zu sprechen. Dabei wirklich ins Gebet zu gehen.
Wir haben schon auf vielfältige Art und Weise erlebt, dass wir im Gebet jeweils überführt wurden, wo wir vielleicht Anteil am Konflikt hatten und unsere sichere Meinung doch nicht die richtige war für den Moment. Zum anderen haben wir füreinander gebetet. Wenn wir dann wieder zusammenkamen, hat der andere gesagt: „Hey, mir ist aufgefallen, das war doch nicht so toll, und ich sehe deine Meinung.“ Gebet wirkt wirklich Wunder.
Es ist auch dieses Bild, Gott über die Beziehung zwischen den Ehepartnern zu schicken, wenn sie gerade verstopft ist – es oben herum zu schicken und zu sagen: „Herr, ich gebe es an dich ab. Wenn du möchtest, dass meine Meinung umgesetzt wird, kannst du es meinem Partner sagen. Ansonsten will ich mich selbst zurücknehmen.“
Versöhnung ist noch ein ganz wichtiger Punkt. Das versuchen wir eigentlich immer zu machen, bevor die Sonne untergeht. Selbst wenn wir uns in der Sache nicht einig geworden sind, sagen wir: „Unabhängig davon, dass wir einander lieben, einander ehren und uns unterordnen wollen, soll keine Nacht vergehen, ohne dass wir wieder eins geworden sind.“
Du merkst schon, der Schlüsselpunkt ist wirklich, viel zu kommunizieren. Eine Sache, die uns vielleicht ein bisschen leichter fällt – ich bin etwas introvertierter als Elisa –, ist, dass wir uns zum Ziel gemacht haben, viel miteinander zu reden. Wir verbringen die meiste Freizeit miteinander damit, wirklich viel zu kommunizieren.
Das heißt, wir werten Situationen aus, sprechen über Streitigkeiten und reden manchmal auch ein oder zwei Wochen später nochmal darüber, wie es dazu kam, was der Knackpunkt war und wie wir es aufgelöst haben. Wir versuchen viel zu reflektieren und zu analysieren.
Eine Geheimwaffe, die uns dabei sehr hilft, ist, dass wir den Persönlichkeitstyp des anderen kennen. Wir wissen, wie wir gegenseitig ticken. Das hilft mir, nicht ständig zu fragen: „Warum bist du nur so?“ Sondern ich verstehe, wie du Informationen aufnimmst und Entscheidungen triffst – ganz anders als ich.
Wir wissen, in welchen Situationen und Umgebungen sich der andere wohlfühlt und in welchen nicht. Dieses Verständnis hilft uns sehr. Darauf kommen wir später noch einmal zurück: den anderen auch mal ganz anders stehen zu lassen.
Gerade wenn Nähe da ist, tendiert man dazu – ich zumindest – zu sagen: „Na ja, du bist ja wie ich, es wird schon so gehen.“ Aber ich muss mir immer wieder sagen, weil sonst die Spannung steigt, dass du teilweise ganz anders bist als ich. Das hilft und befreit.
Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Ehe
Dann kam die Frage: Was habt ihr bis jetzt aus eurer Ehe gelernt, aus der Zeit, seit ihr verheiratet seid?
Na ja, ein paar Sachen. Ich fasse mich kurz und mache jetzt nur eine Auswahl, weil ein bisschen Privatsphäre, glaube ich, auch noch okay ist. Aber ein paar oberflächliche Dinge, zum Beispiel, dass wir einfach herausgefunden haben, welche Art von Urlaub wir miteinander mögen. Also, welche Orte wir mögen, welches Klima zum Beispiel. Mögen wir eher das Meer oder eher die Berge? Zu welchen Jahreszeiten gehen wir lieber in den Urlaub? Ist es uns lieber, während des Urlaubs sesshaft an einem Ort zu sein, oder machen wir lieber eine Rundreise? Möchten wir völlige Erholung oder vielleicht einen sogenannten Arbeitsurlaub, bei dem wir zum Beispiel für drei Wochen von einem anderen Ort aus arbeiten?
Das sind Dinge, bei denen wir miteinander herausgefunden haben: Hey, das passt zu uns beiden als Ehepaar. Das war eine coole Entdeckungsreise, sage ich mal. Verstehst du, was ich mit Entdeckungsreise meine?
Dann gibt es auch Dinge herauszufinden, die für einen selbst total selbstverständlich sind, wie zum Beispiel die Tagesrhythmen: Wann steht man auf, wann geht man schlafen? Oder Schlafgewohnheiten: Wer schläft wie im Bett, mit Decke, ohne Decke oder quer im Bett? Solche Dinge, über die man normalerweise gar nicht nachdenken würde, können für den anderen total anders sein. Nur mal als zufälliges Beispiel.
Jetzt mal ein bisschen tiefer, also weg vom Oberflächlichen. Ich denke, wir hatten insofern Glück, vielleicht war es auch ein Segen, dass wir ganz frühzeitig gesehen und immer mehr eingesehen haben, dass der andere auch mal ganz anders sein kann als man selbst. Und das wirklich einzusehen: Du bist in manchen Situationen so anders als ich, dass es keinen Sinn macht, in mir drin, ohne es bewusst zu reflektieren, die Erwartung zu haben, du sollst doch so sein wie ich. Weil ich bin natürlich normal. Deswegen sollten alle Menschen so denken, alle Männer, oder? Deswegen sollten alle Menschen so sein wie ich und du sowieso.
Das wirklich mal ganz früh einzusehen: Nein, mein Ehepartner ist in manchen Punkten komplett anders als ich. Das hilft mir auch, den anderen stehen zu lassen, ohne ihn ändern zu wollen, weil ich nicht mehr die Erwartung habe.
Was ganz oberflächlich ist, was wir auch schon auf diesem Weg in der Beziehung gelernt haben, aber in der Ehe spielt sich das alles nochmal hoch, ist das Thema introvertiert oder extrovertiert. Ich zum Beispiel bin introvertierter als Elisa. Und einfach dieses bewusste Wahrnehmen, das muss ich mir heute noch manchmal bewusst machen: Es kann Dinge geben, die in meinem eigenen Kopf sonnenklar sind, über die du keinen blassen Schimmer hast. Für mich stehen die mit großen Neonbuchstaben über dem Stator oder so, man kann sie nicht übersehen. Und Elisa hat keinen blassen Schimmer, dass ich diese Dinge überhaupt denke. Warum? Weil ich sie nicht ausspreche. Warum? Weil ich klug bin.
Das heißt, auch wirklich einzusehen: Derjenige, dem ich am nächsten stehe, ist auch derjenige, mit dem es unter Umständen die meisten Missverständnisse und Reibungen geben kann. Und das ist eine Sache, die ich am Anfang, als ich sie vor unserer Ehe in einem Ehe-Ratgeber gelesen habe, so ein bisschen übergangen habe. Jetzt weiß ich, welche Weisheit darin steckt: Derjenige, dem ich am nächsten stehe, den kann ich auch am meisten verletzen. Das ist eine ganz große Verantwortung, die man für seinen Ehepartner hat. Sich wirklich bewusst zu sein, welches Verletzungspotenzial ich für den anderen habe.
Eine grundlegende Sache, die wir zum Glück frühzeitig mitbekommen haben, ist das, was mein Papa, der Physiker war, das Gesetz der Entropie nennen würde. Ich drücke es mal ein bisschen einfacher aus: Dinge werden automatisch schlechter.
Stell dir mal folgendes Bild vor, das habe ich mal in einer guten Predigt gehört: Du hast zwei Luftmatratzen, die legst du direkt nebeneinander auf das Wasser. Was wird passieren? Mit genug Zeit werden sie automatisch voneinander wegtreiben.
Das heißt, Dinge werden automatisch schlechter. Das ist wie mit einem Haus: Ein Haus musst du immer renovieren. Beim Auto musst du immer etwas pflegen. Beim Computer musst du Updates machen. Inflation ist sowieso ein anderes Thema.
Das heißt, Dinge werden automatisch schlechter. Man muss also aktiv dagegen arbeiten, dass Dinge schlechter werden. Man muss aktiv dafür sorgen, dass man eine gute Ehe hat. Wenn ich nichts mache, wird die Ehe automatisch schlechter.
Das heißt, ich muss aktiv gegen dieses Gesetz der Entropie arbeiten, wie mit den Luftmatratzen. Wenn ich nicht dafür sorge, dass sie beieinander bleiben, werden sie automatisch voneinander wegdriften.
Bitte nicht verstehen als eine kranke, toxische Werkgerechtigkeit. Ich hoffe, wir verstehen uns hier untereinander. Es geht wirklich darum, sich einen Ruck zu geben, geistlich als Ehepaar weiterzuwachsen und weiter zusammenzuwachsen.
Man muss sich manchmal auch einen Ruck geben oder sich daran erinnern, für den anderen zu beten und wofür ich für den anderen beten soll.
Also sich morgens nach dem Bibellesen wirklich reinzufuchsen: Was steht für dich heute an diesem Tag an? Was ist für dich in dieser Woche dran? Was sind deine Prioritäten, deine Themen, Beziehungen, Sachen, die dich beschäftigen? Wofür kann ich ganz konkret für Elisabeth beten?
Eine Sache, die mich noch mal sehr beeindruckt hat, ist, dass im Laufe der Ehe bis jetzt zumindest – ich meine, hey, wir sind jetzt schon so lange verheiratet, da kann uns nichts mehr schocken – dass da auch wirklich, unabhängig von den Umständen, diese Dimension, diese Ebene der Freundschaft weiter wächst. Eine Freundschaft, die einfach trägt.
Stell dir mal vor: Ihr baut jetzt ein Haus. Wunderbar. Aber irgendwann, selbst wenn es 50 oder 60 Jahre sind, werdet ihr wahrscheinlich aus dem Haus wieder ausziehen. Ihr habt Kinder, ihr zieht die Kinder groß, wunderbar, ganz toll. Aber nach 20, 30 Jahren sind die Kinder hoffentlich auch wieder aus dem Haus. Oder ihr arbeitet gemeinsam an einem Projekt und so weiter und so fort. Irgendwann werdet ihr auch diesen Job nicht mehr haben.
Das heißt, Dinge können kommen und Dinge können auch gehen. Wie das Thema Körperlichkeit im Alter aussieht, ist vielleicht auch nochmal eine andere Frage. Aber was bleibt, ist das gemeinsame geistliche Wachstum und auch diese eine gemeinsame Freundschaft, die trägt.
Jetzt mal als kurze Frage an die Großeltern, an die Senioren, die das vielleicht sehen: Mich würde wahnsinnig interessieren, was ihr dazu denkt. Wenn ihr wollt, schreibt gerne einfach einen Kommentar, was eure Erfahrung ist. Was bleibt denn nach 30, 40, 50 Jahren bei einer gesunden Ehe? Was beobachtet ihr bei gesunden christlichen Ehepaaren?
Ich bin Markus, Gründer vom überkonfessionellen Bibelfit-Dienst, und das hier ist meine kluge Frau Elisa. Im Bibelfit-Dienst erstellen wir kostenfreie Infomaterialien für Gemeinden, Hauskreise und Bibelschulen. Wie immer kannst du alles aus diesem Video abschreiben, abfotografieren und kostenfrei nutzen.
Vor allem aber werden dir die Infomaterialien auf dieser Website helfen, die sich Tausende Menschen jeden Monat gratis mitnehmen. Das steht alles schon für dich bereit. Dafür kannst du den freiwilligen, monatlichen Unterstützern aus dem ganzen Land danken – Menschen wie du und ich.
Wer auch möchte, dass Videos wie dieses in unserem Land weiter ausgespielt und nicht verborgen werden, sollte jetzt auf die Glocke drücken, die unten rechts unter diesem Video ist. Vielen Dank an alle Unterstützer, ob mit Glocke, Geld oder Gebet. Es macht einen echten Unterschied, und dieses Video ist für dich.
Gemeinsame stille Zeit und geistliche Routinen
Nächste Frage: Habt ihr eine gemeinsame stille Zeit?
Wir probieren gerade verschiedene Formate und Routinen aus. Wir sind auf dem Weg, unterschiedliche Dinge einfach mal ein bisschen zu experimentieren.
Wir sind für Tipps dankbar. Wenn du gute Anregungen hast, schreibe sie gerne in die Kommentare. Darüber freuen wir uns sehr, denn ich glaube, da können wir noch einiges lernen.
Ein eigenes Video dazu, wie du stille Zeit machst, hast du den Leuten ja schon einmal von A bis Z erklärt. Das findest du auch hier unten verlinkt. Ich kann es wirklich empfehlen.
Umgang mit dem Thema Glaubensunterschiede in der Beziehung
Nächste Frage: Ist es richtig, die Beziehung zu beenden, weil der Partner Jesus ablehnt? Dazu kam auch die Frage: Ist eine Ehe mit einem Nichtchristen okay?
Ich bleibe zunächst bei der ersten Frage: Ist es richtig, die Beziehung zu beenden, weil der Partner Jesus ablehnt?
Zunächst würde ich fragen: Was heißt eigentlich „Partner“? Ist es die Person, mit der man sich trifft, also ein Kennenlernprozess? Ist man nur Freunde oder Freundinnen? Oder ist man vielleicht schon verlobt – wenn auch nur in Anführungsstrichen? Oder ist es der Ehepartner? Das macht aus christlicher Sicht einen großen Unterschied.
Dann würde ich auch genau fragen: Ist derjenige wirklich bekehrt? Wie lief die Bekehrung ab und wann war sie? Bekehrung kann auch ein Prozess sein, das war bei mir auch so. Es ist wichtig, wirklich einmal darüber zu sprechen.
Hier ist ein großer Unterschied, ob wir von jemandem sprechen, der sich schon einmal wirklich bekehrt hat, oder ob es diesen Prozess oder diese Entscheidung nie gegeben hat.
Deswegen: Achtung, wichtige Frage! Ich weiß, das klingt vielleicht ein bisschen provokativ, aber woher weißt du denn, dass dein Freund, deine Freundin, der Typ, mit dem du auf Dates gehst oder dein Verlobter, dass er wirklich Christ ist? Einfach nur zu sagen, er geht vielleicht in den Gottesdienst, reicht nicht aus. Viele Leute gehen in Gottesdienste, die keine Christen sind. Leider gibt es auch Christen, die nicht in den Gottesdienst gehen – das ist ein anderes Thema. Das muss also erst einmal nicht viel heißen.
Und wenn du sagst: „Er benimmt sich wie alle anderen in der Jugendgruppe“, woher weißt du, dass alle in der Jugendgruppe Christen sind? Ich will jetzt keine Verschwörungstheorien aufstellen, aber so etwas einfach vorauszusetzen, ist schwierig, sehr schwierig.
Deshalb würde ich wirklich offen darüber sprechen. Falls du einen Leitfaden suchst, wie du so ein Gespräch anfangen kannst und welche guten Fragen du stellen kannst, nimm dir den Beziehungsleitfaden. Er ist genau dafür gedacht, komplett gratis und der erste Link unter diesem Video.
Was die Ehe mit Nichtchristen angeht, was sagen wir dazu? Die Frage ist: Muss dein Partner Christ sein, wenn du dich verlobst, wenn du heiraten möchtest oder schon überhaupt, wenn du in eine Beziehung gehst? Das haben wir oben schon beantwortet: Nein, mach das nicht!
Wir haben dazu auch ein eigenes Video gemacht, in dem wir noch einmal mehr ins Detail gehen, warum dein Partner Christ sein sollte. Das haben wir ebenfalls unter diesem Video verlinkt.
Die Bibel sagt es auch so, zum Beispiel in 1. Korinther 7,39: Eine Frau, die verwitwet ist, darf wieder heiraten, aber ihr neuer Ehemann muss dem Herrn nachfolgen.
Oder in 2. Korinther 6,14 heißt es: Wir sollen nicht an einem Strang ziehen oder unter einem Joch mit einem Nichtchristen gehen. Und verheiratet zu sein, ist wohl das maximale „unter einem Joch gehen“, was man sich vorstellen kann.
Wenn du wirklich glaubst, dass nur wiedergeborene Christen in den Himmel kommen, was Jesus ja sagt, dann zerreißt es dir doch das Herz, wenn dein liebster Mensch nicht gerettet ist.
Auch Fragen der Alltagsführung oder der Kindererziehung sind wichtig: Woran orientieren sich eure Kinder? Was gebt ihr euren Kindern weiter? Wie lebt ihr euer Christsein im Alltag? Wie geht ihr damit um, sündige Verhaltensweisen abzulegen? Die ganze Frage der Vergebung – das sind ja nun mal christliche Einstellungen.
Es ist auch eine häufige Frage, die Frauen stellen: Muss mein Partner ein Christ sein? Studien zeigen, dass es für die Kinder und auch für die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich selbst bekehren und als aktive Jesusnachfolger leben, ungleich wichtiger ist, welche Rolle der Vater spielt und ob er ein aktives Christsein vorlebt.
Man kann jetzt spekulieren, warum das so ist, aber es ist einfach eindeutig: Es ist unglaublich wichtig, dass der Vater das Christsein den Kindern vorlebt, dass sie es bei ihm beobachten können und seinem Beispiel nacheifern.
Überlege dir auch einfach mal: An wem sollen die Kinder sich orientieren? Am christlichen Ehepartner oder am nichtchristlichen Ehepartner? Das ist eine wichtige Frage.
Wenn du deinen Kindern das bestmögliche Fundament mitgeben willst und ihnen die maximale Chance geben möchtest, dass sie auch gerettet werden, wenn sie später einmal Sünden begehen, dann frage dich: Warum willst du das Risiko eingehen?
Anders ist es natürlich, wenn ihr schon verheiratet seid und sich einer bekehrt. Da ist die Bibel ganz klar und sagt, dass der Christ die Ehe nicht verlassen soll.
Aber wenn sich der Nichtchrist trennen will, dann ist Scheidung oder Trennung in dem Fall biblisch okay.
Man muss also wirklich genau schauen, auf welche konkrete Situation sich die Frage bezieht.
Umgang mit schwerwiegender Sünde im Ehepartner
Dann das ganze Thema Konflikte. Eine Frage, die gestellt wurde, ist: Wie soll ich mit schwerwiegenderer, größerer Sünde im Leben meines Ehepartners umgehen? Zum Beispiel, wie soll ich mit Sucht umgehen?
Ich denke, hier muss man noch einmal unterscheiden: zwischen der Zeit vor der Ehe und der Zeit nach der Eheschließung. In beiden Fällen gilt eigentlich, dass man das Thema unbedingt bearbeiten und darüber sprechen sollte. Es ist wichtig, zu klären, welche konkreten Schritte notwendig sind und welche Auswirkungen das Ganze hat.
Dafür empfehlen wir dir unbedingt den Bibelfit Beziehungsleitfaden. Dort findest du die wichtigsten Fragen aufgeführt, die ihr als Paar in unterschiedlichen Phasen miteinander besprechen solltet – besonders vor der Hochzeit. Dieser Leitfaden hat schon Hunderten Paaren im ganzen Land geholfen, auch Ehepaaren, die schon seit Jahrzehnten verheiratet sind. Du kannst ihn gerne kostenlos herunterladen, einfach über den ersten Link unter diesem Video.
Nun zur Sünde selbst: Wir kennen auch Ehepaare, bei denen einer der Partner vor der Ehe sogar vorbestraft war, teilweise sogar im Gefängnis saß. In Deutschland ist es ja auch nicht ganz so leicht, in eine Justizvollzugsanstalt zu kommen; in der Regel muss schon etwas passiert sein.
Dass eine Ehe deswegen nicht funktionieren kann, heißt aber nicht, dass sich jemand nicht verändern kann oder dass keine Bekehrung, Buße und Umkehr möglich sind. Das ist absolut möglich. Du musst dir nur überlegen, ob das für dich in Ordnung ist, ob derjenige sich wirklich geändert hat und ob ihr das gemeinsam als eine Art „Hypothek“ in eurer Ehe mittragen könnt.
Jeder bringt Hypotheken aus seinem früheren Leben in die Ehe mit, das ist überhaupt keine Frage. Ihr müsst nur für euch klären, ob das für euch akzeptabel ist. Und das kann auch ein Nein sein. Überlegt euch also genau, inwieweit diese größere Sünde im Leben des anderen eure Ehe beeinflussen würde und ob du dir vorstellen kannst, damit zu leben.
Das gilt vor allem für die Zeit vor der Ehe. In der Ehe ist die Situation etwas anders. Dort gilt natürlich dasselbe: Wenn eine schwerwiegende Sünde auftritt, sollte man unbedingt Hilfe suchen. Das heißt, Seelsorge ist Pflicht. Therapie oder Ähnliches ist ganz klar notwendig. Das darf nicht einfach unter vier Augen und heimlich geregelt werden – das bringt nichts.
Es muss Licht auf das Problem kommen. Jesus sagt ja: „Die Wahrheit wird euch frei machen.“ Das ist wichtig, denn wenn etwas wie Schimmel im Dunkeln wächst, wird es nur schlimmer.
Ein ganz entscheidender Punkt, auch aus meiner Beratererfahrung, ist: Hat der Ehepartner, der die vermeintlich größere Sünde begangen hat – manchmal sind Sünden auch nicht so groß, wie man sie einschätzt, aber das ist ein anderes Thema – wirklich Einsicht? Hat er eine Sündenerkenntnis? Erkennt er für sich selbst, und nicht nur, weil du es hören willst, dass das falsch ist?
Wenn diese Einsicht fehlt, dann braucht es sehr, sehr viel Gebet. Sehr viel Gebet.
Ehearbeit und Kommunikation als Schlüssel
Dann kam die Frage: Arbeitet ihr an eurer Ehe – und wenn ja, wie? Eins haben wir schon angesprochen: Kommunikation. Ich glaube, sie ist wirklich die Geheimwaffe schlechthin, abgesehen vom natürlich geistlichen Füreinander-Beten und so weiter.
Da hat uns auch eine weise Seelsorgerin mal gesagt: Was nicht angesprochen wird, existiert nicht. Wenn du also nur denkst, mein Partner sollte dieses oder jenes machen oder glaubst, das weiß er doch, das ist doch ganz klar – nein, das ist es nicht. Es ist erst klar und man kann erst eine Erwartungshaltung haben, dass der andere darauf reagiert, wenn es kommuniziert wird. Das ist ganz, ganz wichtig. Das ist wirklich ein Schlüssel, glaube ich.
Ich will das wirklich noch mal unterstreichen. Das gilt ja auch – ich habe ja Jahre als Personalchef gearbeitet – auch für Teams. Du kannst nur Dinge voraussetzen, die du zwei- oder dreimal klar kommuniziert hast, gern auch freundlich in Form einer Bitte. Der Ton macht die Musik, das ist klar. Aber Sachen, die ihr nie miteinander besprochen habt, am besten mehrfach, kannst du nicht voraussetzen.
Leicht gesagt, schwer getan. Das gilt nicht nur für die Ehe, aber auch in der Ehe: Wenn ich möchte, dass bestimmte Dinge bei uns auf dem Schirm sind oder ich zumindest Elisa kommunizieren will, was mir wichtig ist, muss ich das aussprechen – mit Worten.
Ja, absolut. Oder schreiben. Manchmal fällt es Menschen schwer, Dinge spontan zu formulieren. Dann ist Schreiben eine gute Alternative – aber einfach auf irgendeine Art und Weise, die keine Telepathie voraussetzt.
Ja, das war ein leichter Prozess. Ist es manchmal auch noch, wie am Dienstag. Genau, da denke ich, ist Reflexion ganz wichtig. Du hast auch schon die Persönlichkeitstypen angesprochen, also wie wir ticken. Das hilft wirklich, an der Ehe zu arbeiten.
Wir stellen uns regelmäßig, ganz natürlich, Reflexionsfragen. Das kann man zum Hochzeitstag machen, zum Monatstag oder einfach so am Sabbat. Ich kenne auch Modelle, bei denen Ehepartner sich immer dieselben fünf Fragen am Ende der Woche stellen, um ihre Woche zu reflektieren – auch miteinander.
Zum Beispiel: Wo habe ich dich diese Woche vielleicht verletzt? Wo hast du dich besonders geliebt gefühlt? Was wünschst du dir in der nächsten Woche von mir? Ja, dann nehmen wir den anderen konstant mit hinein in das, was uns beschäftigt.
Niemand sollte mehr darüber wissen, was deinen Ehepartner gerade beschäftigt, als du. Ich glaube, es ist wichtig, dass wir uns das vor Augen rufen. Und das ist eine Herausforderung an dich – also an mich auch. Ich bin der Mensch auf dem gesamten Planeten, der am meisten darüber Bescheid wissen sollte, was Elisa beschäftigt. Niemand sonst sollte das mehr wissen als ich.
Und wie kann ich das wissen? Na ja, nochmal: nicht durch Telepathie, sondern indem ich frage. Das heißt natürlich wieder: Wir müssen Prioritäten setzen. Wie finden wir in unserem Alltag Zeit? Das klappt auch nicht immer bei uns, nur damit wir uns richtig verstehen.
Wie kann ich ein System entwickeln? Wie können wir Alltagsroutinen und Wochenabläufe schaffen, in denen ich dich bewusst fragen kann, was dich beschäftigt?
Das ist schön, dass du das sagst, weil das zeigt, dass jeder seine eigene Verantwortung hat. Ich hätte nämlich gesagt: Wenn mir wichtig ist, dass du weißt, wie es mir geht, dann ist es auch meine Verantwortung, dich da mit reinzunehmen.
Und ihr seht: Wir werden nicht perfekt, überhaupt nicht. Aber ich glaube, das ist genau die richtige Dynamik, dass der eine sagt, es ist meine Verantwortung zu fragen, und der andere auch sagt, es ist meine Verantwortung zu erzählen. Gedankenlesen geht nicht.
Man sollte sich vielleicht auch überlegen, wenn man der besten Freundin zum Beispiel alles erzählt, dann heißt das bei dem Ehepartner oft nur, was man im Alltag gemacht hat oder vielleicht über die Kinder. Aber auch das wirklich Tiefe, was dich beschäftigt, solltest du teilen.
Hab da Vertrauen, es ist dein Ehepartner, du darfst dich öffnen. Und hier ein Tipp: Es hängt sehr vom Persönlichkeitstyp ab, aber sei nicht oberflächlich. Erzähl nicht oberflächlich von dir, du darfst in die Tiefe gehen, es ist dein Ehepartner.
Stell vielleicht auch nicht oberflächliche Fragen. Manchen Leuten fällt es leichter, über tiefere Dinge zu sprechen, anderen über oberflächliche. Aber wenn du wirklich wissen willst, was deinen Ehepartner in der Tiefe beschäftigt, dann stell auch tiefe Fragen.
Ja, und dann gibt es die Herausforderung an den Zuhörenden: Manchmal möchte man vielleicht nichts mehr erzählen, wenn man schlechte Erfahrungen damit gemacht hat, wie es aufgenommen wurde.
Wenn dein Partner gerade erzählt, was ihn beschäftigt, dann ist deine einzige Aufgabe in dem Moment zuzuhören, vielleicht zu reagieren, aber nicht zu bewerten oder gleich zu sagen: Das verstehe ich auch vielleicht nicht.
Das kann alles hinterher sein. Überleg dir, welches Signal du sendest, wenn du so reagierst, dass der andere denkt: Oh, ich kann mich nicht mehr öffnen, da werde ich vielleicht verletzt oder das interessiert sie sowieso nicht.
In dem Moment geht es nur darum, das Herz erst einmal zu offenbaren. Was du dann damit machst, ist eine andere Sache. Es geht einfach darum, Anteil zu haben.
Eine gute Möglichkeit, das zu machen, sind regelmäßige Date Nights. Versucht wirklich, feste Zeiten zu haben, wann ihr nur zu zweit intensive Quality Time miteinander verbringt.
Es gibt verschiedene Modelle: einmal die Woche eine Date Night, manche sagen einmal im Monat ein Date-Wochenende, und ich glaube, einmal im Jahr ein Date-Urlaub oder so.
Das ist nicht immer leicht. Ich spreche mal den Elefanten im Raum an: Das bedeutet auch, dass andere Dinge darunter leiden.
Zum Beispiel war ich viele Jahre selbständig. Wenn man sagt, man nimmt sich mal einen Date-Tag oder einen Date-Abend, um Zeit mit der Ehefrau zu verbringen, dann heißt das für viele Selbständige, und ich weiß genau, wie es dir geht, Einbußen.
Das heißt natürlich auch, dass Einkommen wegfällt und so weiter. Und dann ist die Frage – nicht auf eine komische gesetzliche Weise –, ist es dir das wert?
Wenn ich sage, wir machen eine Date Night, dann ist das Zeit, in der man keine anderen Dinge machen kann – Freizeit, Arbeit, Familie, Gemeinde, was auch immer.
Ist es dir das wert? Das muss man sich vorher überlegen. Oder wirklich sagen: Hey, wir organisieren einen Babysitter. Natürlich kann das ins Geld gehen, und das geht nicht in jeder Situation. Da sind wir nicht naiv.
Es ist nur eine Frage: Wenn es möglich ist, wie viel ist es mir wert? Und diese Frage muss man sich wirklich mal stellen.
Sonst noch Möglichkeiten, an der Ehe zu arbeiten, sind ganz klassisch, aber sehr wertvoll: Eheratgeber gemeinsam lesen, regelmäßige Seelsorge- oder Coachingtermine. Vor allem natürlich, wenn es Dinge gibt, bei denen man merkt, dass man allein nicht weiterkommt.
Aber auch präventiv. Prävention ist immer besser als erst in der Krise zu stecken und sich da herausarbeiten zu müssen.
Dann gibt es auch spezielle Eheevents, Ehewochenenden oder Ehewochen. Die können wir euch wirklich ans Herz legen. Wir haben schon sehr gute Erfahrungen damit gemacht.
Das sind gemeinsame Aktivitäten miteinander. Ich finde, das ist auch eine Art, an der Ehe zu arbeiten: Erlebnisse und gemeinsame Erinnerungen schaffen, auf die man in schwierigen Phasen oder in Zeiten, in denen man nicht viel Zeit hat – zum Beispiel wenn die Kinder sehr fordernd sind – zurückgreifen kann.
Und dann natürlich wieder das Allerwichtigste: Gebet, geistlicher Austausch miteinander, einander anspornen, auch ein Mann und eine Frau nach Gottes Herzen zu werden und füreinander zu beten.
Dann wirklich nach dem Motto: Wenn du zum Beispiel zu mir sagst, hey, diesen Monat will ich in diesem und jenem Bereich geistlich wachsen, kannst du mir helfen? Wenn ich sehe, dass sie bestimmte Sachen vorhat oder Entscheidungen trifft, kann ich dann liebevoll daran erinnern: Passt das wirklich dazu, ein Mann oder eine Frau nach Gottes Herzen zu sein?
Das machst du auch manchmal bei mir, und da haben wir schon richtig positive Wachstumserfahrungen gemacht.
Ja, absolut. Dann das Thema Gewohnheiten. Gewohnheiten sind zusammen mit Persönlichkeitstypen der Schlüssel. Es ist super wichtig, dass ihr eine ähnliche Dynamik habt, denn das wird entscheidend sein.
Zum Beispiel machen wir einmal die Woche an einem bestimmten Wochentag eine Besprechung. Ich weiß, das klingt komisch – wie ein Meeting mit der Ehefrau oder dem Ehemann –, aber wir machen das wirklich.
Je nachdem dauert es eine halbe Stunde, eine Stunde oder anderthalb Stunden, wie lang auch immer. Dort besprechen wir alles, was in der Woche zu organisieren ist.
Das bedeutet, wir schreiben im Vorfeld am Computer Listen oder in einer App auf, welche organisatorischen Themen es gibt. Alle organisatorischen Themen der Woche – es gibt Ausnahmen, aber das ist der Anspruch – werden dort besprochen und entschieden.
Welchen Vorteil hat das? Erstens ist man fertig mit aller Organisation. Zweitens weiß man, dass genau dieser Raum für alle organisatorischen Themen da ist. Drittens zwingt es einen, unter der Woche über andere Dinge zu sprechen als Organisation.
Es gibt Ehepaare, bei denen das Abendessen nur noch darum geht, wer die Kinder abholt, was beim Einkaufen war und so weiter. Das ist eigentlich nichts anderes als ein Meeting. Das finde ich ganz schön traurig.
Wenn man alles Organisatorische an einem Tag bündelt, heißt das, dass sechs von sieben Tagen in der Woche Zeit bleibt, sich um wichtigere Dinge zu kümmern und den anderen als Menschen zu sehen – und nicht nur als persönliche Privatsekretärin, Businesspartner oder Organisationsmanager.
Das gehört alles dazu, aber es sollte nur ein Teil sein. Deswegen haben wir uns entschieden, diesen Teil einzuschränken.
Natürlich gibt es Phasen, in denen es anders sein muss. Zum Beispiel mit Kleinkindern kommen manchmal spontan Sachen unter der Woche auf, die nicht bis nächste Woche warten können.
Auch bei uns gibt es Ausnahmen. Aber es ist die Grundeinstellung, von der man ausgeht, und was man vermeiden möchte.
Wie Markus schon gesagt hat, soll nicht jedes Treffen eine Organisationsbesprechung sein, sodass man gar nicht mehr teilen kann, was einen beschäftigt: Sorgen, Freuden, Ängste und so weiter.
Eine Errungenschaft bei uns in der Ehe ist, dass wir uns vorgenommen haben, häufig miteinander zu Abend zu essen. Für dich war das immer selbstverständlich, für mich musste das erst wachsen.
Das ist etwas, wo wir wirklich sagen: Bei diesem Abendessen stellen wir uns Fragen wie: Was beschäftigt dich? Was war heute für dich wichtig? Wie war dein Tag? Wie denkst du, was in der Zukunft sein wird?
So können wir wirklich sagen, dass wir miteinander ankommen.
Ich weiß von anderen Ehepaaren, dass sie bewusst sagen: In dieser Zeit wird das Handy ausgeschaltet, das Telefon stumm gemacht, die Klingel abgestöpselt – einfach, um wirklich zu sagen: In dieser Zeit sind nur wir als Ehepaar da.
Wenn Kinder da sind, ist es nochmal etwas anderes, aber da ist sowieso immer alles anders.
Dann hast du schon Date-Abende, Date-Nachmittage angesprochen – je nach Job, Selbständigkeit, Ruhestand oder Situation gibt es auch Date-Vormittage.
Hauptsache, man weiß: Es gibt ein paar Stunden, die nur uns gehören.
Eine persönliche Sache, die ich lernen musste: Wenn man sagt, am Mittwoch ab 18 Uhr ist Date Night, dann sollte man nicht bis 17:59 Uhr noch telefonieren, ein Meeting haben oder arbeiten.
Von einer Minute auf die andere umzuschalten und zu sagen: Jetzt ist Ehezeit, das klappt den meisten nicht, mir jedenfalls nicht.
Deshalb habe ich mir vorgenommen, ab 17 Uhr nichts mehr zu arbeiten, nicht mehr für die Außenwelt verfügbar zu sein, keine Termine mehr anzunehmen. Telefon gibt es sowieso nicht.
So kann ich mich darauf einstellen, überlegen, über welche Sachen wir sprechen wollen, und mich wirklich mental auf unser Date vorbereiten.
Das ist mir wichtig geworden.
Ganz grundsätzlich ist präventive Eheberatung wichtig. Prävention ist besser als erst in der Krise zu stecken.
Eheratgeber lesen wir gemeinsam. Die wichtigsten Lektionen aus vielen Ehe-Ratgebern, zusammen mit Psychologen und Paartherapeuten, haben wir in unserem Beziehungsleitfaden Ehe-Podcast zusammengefasst.
Elisa hört manchmal christliche Ehe-Podcasts, um zu lernen, welche Fallstricke es gibt und was man Neues, auch Geistliches, lernen kann.
Wir sagen bewusst: Wir hören diesen und jenen Ehe-Podcast in bestimmten Abständen, um uns mit Inhalten zu füllen.
Das macht vielleicht den Unterschied aus zwischen einer langfristig gelingenden Ehe und einer, die viele Schwierigkeiten hat.
Die Frage ist: Habt ihr eine gemeinsame Vision? Wo wollt ihr als Ehepaar gemeinsam hin?
Zum Beispiel kann es bedeuten, dass ich Elisa immer wieder frage: Bevor du stirbst oder bevor Jesus dich holt, was sind Dinge, die du in diesem Leben noch machen möchtest?
Das können nicht nur selbstsüchtige Dinge sein, wie Bungee-Jumping oder mit dem Fahrrad über die Alpen fahren – das ist auch okay.
Es können auch Dinge sein wie: Ich will mich hier engagieren, ich möchte dieses Buch lesen, ich möchte diese Gebetserfahrung machen.
Also einfach zu fragen: Was sind Dinge, die du grundsätzlich in diesem Leben machen willst?
Das Stichwort dahinter lautet: Ziele. Langfristige Ziele haben – für sich selbst, die Ziele des Ehepartners kennen und gemeinsame Ziele als Paar haben.
Meine Mama hat das erst letzte Woche gesagt: „Markus, das Leben ist zu kurz für irgendwann.“
Das kann man natürlich als „Yolo“ interpretieren, aber man kann es auch für langfristige Ziele nehmen.
Wir wollen ein Ehepaar sein, das seine Vision und Ziele vor Augen hat und jede Woche ein Stück darauf hinarbeitet.
Das geht natürlich nur, wenn wir die Ziele haben, sie kennen und wirklich sagen: Wir wollen jede Woche ein Stück auf diese Ziele hinarbeiten.
Gerade die Großeltern hier können das wahrscheinlich besonders bestätigen.
Das ist so, so, so wichtig: diese gemeinsame Vision. Wo wollt ihr als Ehepaar hin? Welches Leben baut ihr für euch und andere auf? Und vor allem: Welches Vermächtnis wollt ihr hinterlassen, wenn eure aktiven Jahre vorbei sind – aus Gesundheits- oder Altersgründen, wenn ihr sterbt oder Jesus euch holt?
