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Die Heilung zweier Blinder – Teil 3

Jesu Leben und Lehre, Teil 661/697
08.01.2026
SERIE - Teil 661 / 697Jesu Leben und Lehre

Einführung in die Heilungsgeschichte bei Jericho

Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 661: Die Heilung zweier Blinder, Teil drei
 Lukas 18,35-43

Es geschah aber, als er sich Jericho näherte, dass ein Blinder bettelnd am Weg saß.

Als er eine Volksmenge vorbeiziehen hörte, erkundigte er sich, was das sei. Sie verkündeten ihm, dass Jesus der Nazurea vorübergehe.

Er rief und sprach: „Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner!“

Die Vorangehenden bedrohten ihn, damit er schweigen sollte. Er aber schrie umso mehr: „Sohn Davids, erbarme dich meiner!“

Jesus blieb stehen und befahl, ihn zu sich bringen zu lassen.

Als er sich näherte, fragte Jesus ihn: „Was willst du, dass ich dir tun soll?“

Er antwortete: „Herr, dass ich sehend werde.“

Jesus sprach zu ihm: „Sei sehend! Dein Glaube hat dich geheilt.“

Sogleich wurde er sehend, folgte Jesus nach und verherrlichte Gott.

Das ganze Volk, das dies sah, gab Gott Lob.

Symbolik der Heilungen im Neuen Testament

Wenn im Neuen Testament von Heilungen die Rede ist, müssen wir verstehen, dass Krankenheilungen ein Sinnbild für eine viel wichtigere Heilung sind. Jeder Mensch braucht eine Rettung – nicht von Keimen, sondern von den Folgen der eigenen Sünde.

Am Umgang mit Kranken zeigt Jesus deutlich, dass er gekommen ist, um alle Menschen von ihrer Verlorenheit zu retten. Deshalb geht es im Kern einer Heilung, wie auch hier, um den Glauben dessen, der geheilt wird.

Ergänzende Perspektive aus Matthäus

Oder schauen wir noch etwas genauer hin, indem wir Matthäus hinzunehmen: Matthäus 20,29-34.

Als sie von Jericho auszogen, folgte ihm eine große Volksmenge. Und siehe, zwei Blinde saßen am Weg. Als sie hörten, dass Jesus vorbeiging, schrien sie und sprachen: „Erbarme dich unser, Herr, Sohn Davids!“

Die Volksmenge aber bedrohte sie, damit sie schweigen sollten. Doch sie schrien noch lauter und sprachen: „Erbarme dich unser, Herr, Sohn Davids!“

Jesus blieb stehen, rief sie und fragte: „Was wollt ihr, dass ich euch tun soll?“

Sie antworteten ihm: „Herr, dass unsere Augen geöffnet werden.“

Jesus aber, innerlich bewegt, berührte ihre Augen. Sogleich wurden sie wieder sehend, und sie folgten ihm nach.

Merkt ihr, Matthäus erwähnt nichts vom Glauben der beiden Blinden. Dafür weist er uns auf Jesus hin: Jesus, innerlich bewegt, berührt ihre Augen.

Seht ihr? Hier trifft der Glaube des Menschen auf die Betroffenheit Gottes. Der Mensch will gerettet werden, und Gott will retten.

Es braucht immer beides, damit ein Mensch seiner eigenen Verlorenheit entkommen kann: Zum einen den Wunsch, gerettet zu werden, und zum anderen einen Gott, der diesen Wunsch erfüllt.

Der Glaube von Bartimäus im Fokus

Schauen wir uns nun den Glauben von Bartimäus etwas genauer an.

 Markus 10,46-47: „Und sie kommen nach Jericho. Und als er und seine Jünger und eine große Volksmenge aus Jericho hinausgingen, saß der Sohn des Timaeus, Bartimäus, ein blinder Bettler am Weg. Und als er hörte, dass es Jesus, der Nazarener, sei, fing er an zu schreien und zu sagen: ‚Sohn Davids, Jesus, erbarme dich meiner!‘“

Wie wird Bartimäus gläubig?

Darauf wissen wir keine genaue Antwort. Wir kennen seine Vorgeschichte nicht. Vielleicht hat ihm jemand von Jesus erzählt, von den vielen Blinden, die andernorts geheilt wurden. In ihm ist ein Vertrauen gewachsen, dass dieser Jesus aus Nazareth die Kraft hat, auch ihn, den Blinden aus Jericho, sehend zu machen. So fängt Glaube an. Gott ja oft so: Man sieht, was Gott im Leben anderer macht.

Der Glaube ist also bei Bartimäus vorhanden. Aber der Glaube hat noch keine Möglichkeit, sich zu entfalten. Diese Möglichkeit kommt erst, als er davon hört, dass Jesus ganz in der Nähe vorüberzieht.

Wir müssen das gut verstehen: Erst kommt der Glaube. Und dann erwächst hier im richtigen Moment aus dem Glauben die Chance auf Heilung.

Der entscheidende Glaubensschritt zur Rettung

Wie wird man gerettet? Die Antwort ist einfach: Man muss Jesus darum bitten. Es ist wirklich so simpel.

Die Rettung eines Menschen hängt von seiner Einstellung zu Jesus ab. Wer ist er für mich? Was erwarte ich von ihm? Was traue ich diesem Jesus zu? Die Rettung eines Menschen hängt davon ab, dass er auf der Grundlage dieses Glaubens einen Glaubensschritt tut und an die Barmherzigkeit Jesu appelliert.

In Markus 10,47 heißt es: „Und als er hörte, dass es Jesus der Nazarener sei, fing er an zu schreien und zu sagen: Sohn Davids, Jesus, erbarme dich meiner!“ Für Bartimäus war dieser Schritt erst möglich, als Jesus an ihm vorbeiging. Er musste tatsächlich auf Jesus warten.

Heute, nach Pfingsten, ist dieser Schritt für jeden Menschen jederzeit möglich. Paulus fasst dieses Prinzip mit alttestamentlichen Zitaten in Römer 10,11-13 so zusammen: „Denn die Schrift sagt: Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zu Schanden werden. Denn es ist kein Unterschied zwischen Jude und Grieche, denn er ist Herr über alle und reich für alle, die ihn anrufen. Denn jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.“

Ob Bartimäus damals oder wir heute – die Rettung ist für jeden möglich.

Wesentliche Voraussetzungen für Rettung

Eine Sache bleibt gleich: Die Rettung eines Menschen beginnt mit seinem Glauben und dem Schritt, den er auf Jesus zugeht.

Was diesen Schritt betrifft, gibt es keine festgelegte Form. Er muss lediglich von der Bitte um Errettung geprägt sein und auf Glauben basieren. Es braucht eine Form von Vertrauen in Jesus.

Das bedeutet, ich muss etwas davon verstanden haben, wer Jesus ist, was er für mich getan hat und inwiefern Kreuz und Auferstehung für mich relevant sind. Mein Glaube benötigt diesen substanziellen Inhalt.

Ein wohliges Gefühl, das sich beispielsweise beim Singen eines Worship-Songs in E-Moll einstellt, ist noch kein Glaube und auch keine Grundlage für ein Bekehrungsgebet.

Die Bedeutung der Anrede „Sohn Davids“

Wie tief Bartimeus Jesus versteht, zeigt sich an seiner Anrede in Markus 10, Vers 47: „Und als er hörte, dass es Jesus, der Nazarener, sei, fing er an zu schreien und zu sagen: ‚Sohn Davids, Jesus, erbarme dich meiner, Sohn Davids!‘“

Wenn Bartimäus Jesus „Sohn Davids“ nennt, erkennt er ihn als Messias an. Denn der Messias soll ein Nachfahre, also ein Sohn Davids sein. Dies hatte Gott seinem Vorfahren, dem König David, verheißen.

In einem Text aus der Mitte des ersten Jahrhunderts vor Christus lesen wir deshalb folgerichtig den Wunsch in Psalm Salomos 17,21: „Siehe, Herr, und richte ihnen ihren König auf, den Sohn Davids, zu der Zeit, die du, Gott, bestimmt hast, als König zu herrschen über Israel, deinen Knecht.“

Bartimäus sieht in Jesus, dem Nazarener, mehr als einen Wanderprediger und Heiler. Er sieht in ihm den verheißenden König. Dieses Wissen um Jesus, dass er der Messias und der von Gott verheißene König für Israel sein soll, ist der Inhalt seines Glaubens.

Auf dieser Grundlage tut er den ersten Schritt im Glauben und fängt an zu schreien: „Sohn Davids, Jesus, erbarme dich meiner!“

Zusammenfassung: Der Weg zur Rettung

Wie wird ein Mensch gerettet?

Ich sehe mich als hilfsbedürftigen Blinden. Ich verstehe, wer Jesus ist, dass er der König ist. In mir entsteht die Überzeugung, dass dieser Jesus mich aus meiner Verlorenheit retten kann.

Auf der Grundlage dieses Glaubens wende ich mich an Jesus und bitte ihn: „Herr, rette mich. Herr, ich möchte mein altes blindes Leben hinter mir lassen und dir mit ganzem Herzen nachfolgen.“

So geschieht Rettung.

Praktische Anregung und Abschluss

Was könntest du jetzt tun? Erstelle eine Gebetsliste mit Menschen aus deinem Umfeld, von denen du dir wünschst, dass sie sich in diesem Jahr zu Jesus bekehren.

Das war's für heute. Falls du diese Menschen noch nicht kennst, schau dir einmal die Seite crossload.org an. Dort findest du eine Fülle interessanter Predigten und Studienhilfen.

Der Herr segne dich, schenke dir seine Gnade und lasse dich in seinem Frieden leben. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

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