
Unsere Identität in Christus - das Fundament eines Christenlebens
1. Korinther 15,8-1028.02.2015
Serie•Teil 2 / 3Die Identität des Christen 2015
Generierte Mitschrift
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Einführung in das Thema der Identität
Jetzt kommt zeitlich und inhaltlich der wichtigste Vortrag, glaube ich: der zweite. Unsere Identität in Christus, das Fundament eines Christenlebens.
Ihr dürft gerne weiter essen und auch trinken, ihr, die es noch nicht ganz geschafft habt in der Pause. Wir freuen uns über so gute Versorgung hier in Sindelfingen. Ja, schön, aber jetzt sind die meisten wieder da, und ich darf mit einer ganz kurzen Wiederholung starten, von eben, oder besser gesagt: mit einer Zusammenfassung.
Wir befassen uns mit der Frage: Wer bin ich? Wir wollen eine wahrheitsgemäße Antwort geben auf die Frage, wenn uns jemand wirklich einmal so fragt: Wer bist du? Natürlich sagen wir dann unsere Namen, natürlich sagen wir unseren Beruf, unseren Familienstand. Klar, wir müssen nicht immer gleich antworten: Ich bin einer, der eine Identität in Christus hat. Da wird der andere höchstens ein Fragezeichen kriegen, wenn du so sprichst.
Wir haben vorhin vom Sündenfall herkommend zuerst festgestellt, dass wir alle unsere Identität verloren haben, wir als Menschen, als Menschheitsgeschlecht. Ich könnte euch also ansprechen, das wäre aber nicht sehr charmant: liebe Loser. Denn wir haben alle verloren. Wir haben alle unsere Identität zunächst verloren. Aber ich hoffe, dass ihr alle schon wieder Winner seid und eure Identität in Christus gefunden habt.
Die Soziologen schauen den Menschen nur von außen an: seine körperlichen Faktoren und die Dinge, die er ebenso angibt, wenn er gefragt wird. Aber das alles ist zu wenig. Identität in Christus ist das Entscheidende.
Unsere Identität in Christus, das war die letzte Folie vorhin im ersten Vortrag: Durch die Wiedergeburt wird Christus unser Leben, und damit wird uns eine neue, eine perfekte Identität geschenkt. Ich sagte, diese neue Identität müssen wir uns im Glauben zu eigen machen. In Christus kann jedes Identitätsproblem seine Lösung finden. Er bringt uns nämlich alles zurück, was Adam uns geraubt hat. Und da möchte ich gerne fortfahren.
Diese Folie zeigt uns eine schöne Gegenüberstellung. Mir hat dies sehr, sehr gut gefallen, nämlich: Hier sehen wir, was Adam uns geraubt hat, und hier, was Christus uns gebracht hat.
Schaut, der erste Adam, der im Garten Eden, der kehrte sich ab vom Vater. Der letzte Adam, so wird der Herr Jesus im ersten Korintherbrief genannt, der wandte sich hin zum Vater, auch in einem Garten, aber im Garten Gethsemane. Adam war nackt und schämte sich, Eva auch. Christus war nackt und trug unsere Scham. Wir stellen ihn aus ästhetischen Gründen mit einem Lendentuch dar, das müssen wir auch. Aber wir wissen aus der Geschichte: Alle Gekreuzigten waren bis zur letzten Schande und Ehrlosigkeit erniedrigt, sie hingen nackt am Kreuz. Christus war nackt und trug unsere Scham.
Der erste Adam sündigte und brachte uns Dornen. Christus blieb ohne Sünde und trug eine Dornenkrone. Das ist nicht zufällig. Dornen sind das Symbol für den Fluch, den die Sünde gebracht hat, der Fluch der Sünde. Dornen nicht nur auf dem Ackerboden. Er trug die Dornenkrone.
Adam sündigte an einem Holz, Christus trug unsere Sünden auf das Holz, oder am Holz, sagt der erste Petrusbrief. Adam stellte sich an die Stelle Gottes, Christus wurde unser Stellvertreter vor Gott. Adam starb als ein Sünder, der Herr Jesus starb für die Sünder. Er brachte uns alles zurück, was Adam uns geraubt hat.
Wir wissen heute, dass wir in Christus mehr haben und mehr sind, als Adam vor dem Sündenfall war und hatte. Wir haben mehr. Adam war nicht ein Glied am Leib Jesu Christi. Adam war dem Herzen Gottes nicht so nahe wie wir alle, die wir von Neuem geboren sind und in Christus sind. Das können wir vom Neuen Testament her so sagen.
Mir hat es sehr gefallen, was Mark Driscoll hier in einem Buch so gegenübergestellt hat.
So, ich persönlich glaube, dass wir von niemandem so viel zum Thema Identität lernen können wie von Paulus. Er hatte selbst eine starke Identität in Christus, und er kommunizierte das Thema oft in seinen Briefen.
Wisst ihr, dass Paulus Briefe an sieben Gemeinden geschrieben hat? Er hat auch noch an Einzelpersonen geschrieben, Timotheus, Titus, Philemon. Aber insgesamt schreibt Paulus an sieben Gemeinden. Und es ist sehr interessant, wenn man mal die Botschaft anschaut von den Paulusbriefen an die Gemeinden:
Römerbrief: der größte, wichtigste Brief, der je geschrieben wurde. Rechtfertigung in Christus. Wie wird ein verlorener Mensch, einer, der in Adam ist, gerecht vor einem heiligen Gott? Botschaft des Römerbriefs.
Korintherbriefe: Heiligung in Christus. Wie wird dieser Mensch umgestaltet von einem egoistischen und bösen Sünder zu einem Menschen, der Gott wohlgefällig lebt und für andere zum Segen ist? Heiligung in Christus.
Galaterbrief: Freiheit in Christus, vom Gesetz, vom Tod.
Epheserbrief: Einheit in Christus.
Philipperbrief: Freude in Christus, der große Freudenbrief. Freude in allen Umständen.
Kolosserbrief: Vollkommenheit in Christus.
Und da fehlt nur noch eine Gemeinde, die Thessalonicherbriefe. An die schreibt er gleich zwei Briefe: Verherrlichung in Christus.
Glaubt ihr, dass das zufällig ist, dass Paulus an sieben Gemeinden schreibt? Und wir finden hier die ganze Botschaft des In-Christus-Seins in diesen Briefen, die er an die Gemeinden geschrieben hat. Er ist der Apostel der Identität. Wir schätzen deswegen die anderen Briefe auch, an Titus oder Philemon, wunderbare Briefe, oder Timotheus. Aber hier haben wir die Briefe an die Gemeinden mit dieser Botschaft.
Wir können nicht alle sieben Briefe anschauen oder alle dreizehn Paulusbriefe, die wir im Neuen Testament haben. Wir können drei heute Nachmittag herausgreifen, nur drei.
Erstens: Identität im ersten Korintherbrief. Und da schauen wir zunächst die Stelle an, die uns zeigt, wie Paulus selbst seine neue Identität in Christus fand. Wenn ihr eure Bibel greifbar habt, dürft ihr gerne 1. Korinther 15 aufschlagen. Das ist ja das große Auferstehungskapitel der Bibel, 1. Korinther 15.
Ich habe es vorhin dem Sami schon gesagt, als er kam: Ihr hattet letztes Jahr einen Gottesdienst hier zusammen mit der türkischen Gemeinde, und da hat der Bruder, der Pastor der türkischen Gemeinde, über 1. Korinther 15 gepredigt. Eine ganz großartige Predigt. Ich habe sie mehrmals gehört im Auto unterwegs. Ich muss sie gleich mehrmals anhören. Ganz hervorragende Botschaft, sehr gute Beispiele, brauche ich jetzt nicht wiedergeben, aber habe ich mir sogar herausgeschrieben aus dieser Predigt. Sagt es ihm bitte, grüßt ihn herzlich.
Gut, 1. Korinther 15,8-10. Paulus nennt die ganzen Zeugen der Auferstehung Jesu, und dann sagt er, oder Vers 9: Denn ich bin der geringste der Apostel, der ich nicht würdig bin, ein Apostel genannt zu werden, warum? Weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.
Mein Lieblingsvers in der Bibel. Du darfst einen anderen haben oder auch den, ist egal, wir lieben die ganze Bibel, aber das ist mein Leib- und Magenvers: Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade mir gegenüber ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle, nicht aber ich, sondern die Gnade Gottes, die mit mir war.
Was sind das für zentnerschwere Aussagen? Schaut, Paulus hatte auch eine Vergangenheit. Er hatte vorher eine andere Identität. Er war ein Pharisäer, ein eifriger Verfolger der Gemeinde, der sie sogar bis ins Ausland, bis nach Damaskus verfolgt hat. Und dort wurde er Zeuge des auferstandenen Christus. Der begegnete ihm, und dieses Ereignis vor Damaskus veränderte seine Identität. Er blieb zwar im selben Körper, aber er bekam eine völlig neue Identität. Die Gnade definierte ihn neu.
Er kann jetzt hier schreiben: Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Er meint: was ich jetzt bin. Er war nicht mehr der rebellische Christenverfolger, an dessen Händen einmal Blut geklebt hatte. Er war ja auch Zeuge bei der Steinigung des Stephanus gewesen und hatte da die Oberaufsicht, juristisch. Er war nicht mehr dieser jüdische Eiferer, der gesetzliche Feuergeist. Saulus von Tarsus war Christ geworden, ein Kind des lebendigen Gottes, ein wahrer Jünger Jesu.
Und ich weiß, es gibt wohl kaum eine Bekehrung in den letzten zweitausend Jahren, die so krass ist, so ein krasser Unterschied: von einem Christenverfolger zu einem glühenden Missionar. Und Paulus selber schreibt im Timotheusbrief, dass das passiert ist, damit er ein Vorbild sein könnte. Gott will damit sagen: Wenn ich so einen Menschen umgedreht habe und einen neuen aus ihm gemacht habe, dann kann ich das mit jedem anderen auch. Wenn Gott hundert Kilo heben kann, dann kann er auch siebzig Kilo heben und dreißig Kilo oder was immer. Bei Paulus hat Gott hundert Kilo gehoben, im Bild gesprochen. Er hat einen Christenverfolger, einen Mann, der alle Christen für Sektierer gehalten hat, die nur wert sind, vom Erdboden vertilgt zu werden, so einen hat er zu einem glühenden Missionar gemacht, und das ist eben zum Vorbild geschehen, für uns alle.
Paulus sagt: Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Welche Vorstellung verbinden wir mit dem Wort Gnade? Ist das für uns so etwas Liturgisches, so etwas Pietistisches? So etwas undefinierbar Frömmlerisches? Was bedeutet Gnade für uns?
Ich würde sagen, es ist das Hauptwort der Bibel. Wenn man die ganze Botschaft der Bibel mit einem Wort zusammenfassen wollte, dann gäbe es kein geeigneteres als Gnade. Gnade bedeutet, etwas ohne Verdienst und Würdigkeit geschenkt bekommen zu haben. Man hatte das Gegenteil verdient, nämlich Zorn, Verdammnis, Hölle, und bekommt geschenkt Vergebung der Sünden, der Schuld, Friede mit Gott, Leben, ewiges Leben, eine Kind-Vater-Beziehung zu Gott, kurz: eine neue Identität. Und dann in und aus diesen Geschenken zu leben, aus der neuen Identität zu leben.
Das ist nicht etwas, was man abhakt und sagt: Okay, ich bin Christ. Sondern es ist einem geschenkt, um darin zu leben. Christen leben in der Gnade. Das ist, wir können nicht anders. Wir leben nicht mehr im Gesetz, wir leben nicht mehr in der Sünde, die Bibel sagt, wir leben in der Gnade.
Jemand hat mal so gesagt, das war Ernst Krupka, der Schwiegersohn von Ernst Modersohn, hat gesagt: Ein Vogel lebt in der Luft, dafür ist er geschaffen, er fliegt, er lebt in der Luft. Ein Fisch lebt im Wasser, darum hat er Kiemen, ja, und Christen leben in der Gnade. Das ist unser Lebenselixier. Wir leben in der Gnade. Das ist der Raum, in dem wir leben, in dem wir uns aufhalten. Wir sind in Gnaden bei Gott. Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und jetzt leben wir in der Gnade.
Das ist so wie die Luft, die wir atmen. Wir sind in der Gnade, da halten wir uns auf, da gehören wir hin, da hat uns Gott hingesetzt, in die Gnade. Unsere geistliche Geographie ist die Gnade. Wir leben in und aus der Gnade.
Das heißt, wenn wir morgens aufwachen, wie ich heute Morgen vor sechs: Danke, Herr, dass ich aufwachen darf, dass ich aufstehen darf, dass ich das Bett verlassen kann. Danke, dass ich heute für dich unterwegs sein darf, dass ich heute nach Sindelfingen fahren darf. Aber auch wenn ich heute zu Hause gewesen wäre und am Schreibtisch gearbeitet hätte: Danke, dass ich heute für Menschen ein Segen sein darf, vielleicht ohne dass ich es merke, durch ein Telefonat, durch eine Begegnung, durch einen Gruß, den ich schreibe, durch eine E-Mail. Ich darf heute mit und für dich leben.
Wir leben in und aus der Gnade, und abends legen wir uns schlafen und danken Gott für die Gnade, für alles, was gelungen ist, bitten um Vergebung für das, was nicht gelungen ist, das keinen Schaden anrichtet, und so befehlen wir uns Gott an. Tag und Nacht, ob wir wachen oder schlafen, wir sind in der Gnade, ganz praktisch.
Die Gnade als neue Lebenswirklichkeit
Warum schreibt Paulus diese Sätze gerade den Korinthern, die wir eben gelesen haben: Von Gottes Gnade bin ich, was ich bin? Warum hat er das nicht den Thessalonichern geschrieben oder den Kolossern? Ich glaube, das macht schon Sinn, warum wir das hier im Korintherbrief finden.
Die Korinther hatten auch eine Vergangenheit, andere heidnische Gemeinden auch. Aber schaut mal: Die Korinther hatten eine besondere Vergangenheit. Wisst ihr nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Irrt euch nicht: weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Lustknaben, weder Knabenschänder noch Diebe, weder Habsüchtige noch Trunkenbolde, weder Lästerer noch Räuber werden das Reich Gottes ererben. Das ist ein ganz schöner Lasterkatalog, nennt man das.
Und dann kommt der Satz: Und solche sind manche von euch gewesen. Aus dem Holz seid ihr geschnitzt, da kommt ihr her. Das war die Vergangenheit der Korinther, das war ihre alte Identität.
Ihr wisst vielleicht, es gab ein Sprichwort, eine sprichwörtliche Redewendung: Wenn man ein besonders liederliches Leben beschreiben wollte, hat man gesagt, der oder die lebt korinthisch. Dann wusste jeder, was gemeint ist. Alle wussten, was es heißt, korinthisch zu leben. Das war Hamburg-St. Pauli, das war Reeperbahn, das war unterstes Milieu, Strandgut der Gesellschaft, angeschwemmt in Hafenstetten, da seht ihr es ja. Das war wirklich unterste Schublade, moralische Schublade.
Der oder die lebt korinthisch. Das sind manche von euch gewesen. Und jetzt kommt das große Aber: Aber ihr seid abgewaschen, bei der Wiedergeburt, denken wir dran. Ihr seid geheiligt, das heißt für Gott ausgesondert worden. Ihr seid gerechtfertigt. Gerechtfertigt verstehen manche heute nicht ganz exakt, das heißt: von Gott für gerecht erklärt worden. Das meint Rechtfertigung. Gott erklärt einen Menschen für gerecht. Egal, wie der früher gelebt hat, er wird für gerecht erklärt durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes.
Jetzt habe ich eine Frage an Mutige unter euch. Keiner muss strecken, aber jeder darf. Wer von euch glaubt, dass er in den Augen Gottes genauso gerecht und angenommen ist wie Billy Graham, der große amerikanische Prediger des letzten Jahrhunderts, der auch Fehler gemacht hat und leider ökumenisch war, ich weiß schon, ja? Aber wer von euch glaubt, dass er genauso gerecht und angenommen ist in Gottes Augen wie Billy Graham? Darf ich das mal sehen? Och, guckt dir das an, da gehen viele Arme hoch.
Aber wer von euch glaubt denn, ich kann das noch ein bisschen steigern, dass er in Gottes Augen genauso gerecht und angenommen ist wie der Apostel Paulus? Gibt es das? Wo bin ich hier hingeraten? Da melden sich Leute, die stellen sich auf eine Stufe mit dem Apostel Paulus. Ich kann es nicht fassen.
Ich kann es aber noch ein bisschen toppen. Wer von euch glaubt denn, dass er genauso gerecht und angenommen ist in Gottes Augen wie der Herr Jesus Christus selbst? Da gehen nicht mehr so viele Arme hoch. Gut, gut, gut, danke, danke, danke, danke, danke. Für alle Mutigen, die sich da beteiligt haben: Ich weiß schon, dass hier ein Unterschied ist, von den Zweien zu ... ist schon klar, wir klären das noch auf. Aber wie kann sich da jemand melden? Wer hält sich in Gottes Augen für genauso gerecht und angenommen wie Jesus Christus?
Ich muss euch eine nette Geschichte erzählen, nämlich die von Napoleon, dem französischen Kaiser, der eigenartigerweise mit seinen Truppen neunmal durch die kleine hessische Stadt Hünfeld geritten ist, Chickenfield, die Stadt, in der ich mit meiner Familie lebe. Ich weiß nicht, was er da verloren gehabt hat, aber egal.
Napoleon ist mal in Frankreich im Hochsommer eine Truppenparade abgeritten. Und die Soldaten standen da, und für alle, die nie beim Militär waren, glücklicherweise und nie sein werden: Wenn man in einer Formation angetreten ist, steht man in Grundstellung, und dann darf man sich nicht bewegen. Und wenn es ein Erdbeben gäbe, man darf sich nicht bewegen. So standen die Soldaten da, Tausende von Soldaten.
Plötzlich kommt eine Biene oder Wespe, irgendetwas fliegt da vor den Nüstern des Pferdes herum. Das Pferd scheut, steigt auf die Hinterläufe, macht da so einen Tanz. Napoleon wäre beinahe auf seinen Allerwertesten gefallen vor den ganzen Soldaten. Das wäre eine Blamage gewesen. Und das wäre passiert, wenn nicht ein einfacher Grenadier, unterster Dienstgrad, der da stand, rausgesprungen wäre, das hätte er nicht gedurft, das Pferd am Zügel gegriffen hätte und es runtergerissen hätte.
Napoleon war ja nicht doof, der hat sofort gemerkt, dass er diesem einfachen Mann etwas verdankt, und hat sich großzügig erwiesen. Er hat vom Pferd herunter laut, öffentlich, vor allem gesagt: Merci, Captain, danke, Hauptmann! Und hat ihn in diesem Augenblick vom Grenadier zum Hauptmann befördert. Bei der Bundeswehr liegen da zwölf Dienstgrade dazwischen, ja, ein Riesensprung auf der Karriereleiter.
Aber jetzt kommt das Tollste an der Geschichte: Der da hat den Kaiser sofort beim Wort genommen. Er war ja gerade befördert worden und ist gleich auf die andere Seite rübergegangen, wo die Offiziere standen, nicht mehr in die Lücke, wo er eben noch gestanden hatte. Tja, der hat den Kaiser beim Wort genommen und ist rüber und hat sich dahingestellt. Der wurde von dem Tag an mit Herr Hauptmann angeredet, er bekam Hauptmannsgehalt. Er war Hauptmann geworden, juristisch, de jure.
Natürlich musste er noch viele Jahre lernen, wie ein Hauptmann zu leben. Der wusste noch nicht, wie man eine Kompanie befehligt. Vielleicht wusste er nicht mal, wie man mit Messer und Gabel im Offizierskasino isst, ja, kann sein. Aber er war Hauptmann geworden, er wurde mit Herr Hauptmann angeredet. Auch wenn er im Moment noch eine Grenadieruniform anhatte, war er Hauptmann geworden, und das hat er begriffen.
Was für ein beherzter Bursche! Wer von uns hätte das gemacht? Wer wäre gleich auf die andere Seite gegangen? Wir wären wahrscheinlich alle schön brav stehen geblieben. Und dieser Mann hat das gemacht. Das ist historisch, das könnt ihr nachlesen, das ist wirklich passiert. Und ihr wisst, warum ich diese Geschichte erzähle.
Erst einmal im Blick auf unsere Identität: Rechtfertigung und Heiligung auseinanderhalten. Meine Erfahrungen in der Seelsorge zeigen, dass das überhaupt nicht selbstverständlich ist. Es kommt vor, dass Leute, die schon Jahrzehnte in irgendwelchen christlichen Kreisen sitzen, hier Probleme haben und das nicht auseinanderhalten.
Die Rechtfertigung, das heißt, wie man von Gott für gerecht erklärt wird, geschieht in einem Augenblick. In einem Nu, atomos, griechisch: unteilbar. In einem unteilbaren Augenblick, in der kleinsten Zeiteinheit, in einem Wimpernschlag, sagen wir bildlich gesprochen. Während die Heiligung ein lebenslanger Prozess ist.
Schaut: Er wurde Hauptmann in einem Augenblick durch den Spruch des Kaisers, musste jetzt aber noch Jahre oder sogar Jahrzehnte lernen, wie ein Hauptmann zu leben. Und genau so ist es mit dem Christen. Man wird Christ im Augenblick der Wiedergeburt. Man merkt das in dem Moment nicht immer: Jetzt gerade bin ich wiedergeboren worden. Man merkt das oft erst im Rückblick. Ah, da bin ich über die Linie gegangen. Jetzt weiß ich, das muss da gewesen sein. Es ist alles ganz anders geworden in meinem Leben.
Und bei Leuten aus christlichem Elternhaus kann dieser Prozess auch Jahre dauern, bis man wirklich weiß: Ich bin jetzt ein Christ, ich weiß, mein Name steht im Buch des Lebens. Das kann da manchmal ein richtig langer Kampf sein, bis man durchgedrungen ist zu dieser Gewissheit. Aber Heiligung setzt danach an, und das ist ein lebenslanger Prozess. Und er endet erst, wenn sich der Sargdeckel über uns schließt, vorher nicht. Es sei denn, wir würden die Entrückung der Gemeinde miterleben. Sonst schließt sich der Sargdeckel über uns, und dann sind wir deckungsgleich, konkurrent mit Christus. Dann sind wir wirklich vollkommen heilig und gerecht, auch was die Lebenspraxis angeht. Der Stellung nach schon jetzt durch unsere Rechtfertigung.
Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, sagt Paulus. Dieses Bekenntnis ist sehr befreiend. Das ist Gottes Fürsorge für die Vergangenheit. Das heißt: Auch du kannst jetzt sagen, weil du auch eine Bekehrung und Wiedergeburt erlebt hast, kannst du sagen: Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Meine Vergangenheit, was immer war, ob ich in allen Sünden gelebt habe, in aller Gottlosigkeit, wirklich ganz fern, ob ich Atheist war, ob ich im Rotlichtgewerbe gelebt habe, ganz egal, was gewesen ist: Ich bin ein neuer Mensch in Christus. Das ist Gottes Fürsorge für die Vergangenheit. Paulus hatte eine neue Identität, und du hast sie auch.
Und die Gnade Gottes ist die größte identitätsschaffende Kraft, die es gibt. Das ist Gottes Fürsorge für Gegenwart und Zukunft. Paulus sagt: Ich bin, was ich bin, durch Gottes Gnade. Das ist Gegenwart, und das gilt auch für die Zukunft. Ich habe eine neue Identität. Was immer unsere Vergangenheit war, wir können uns daran erinnern, natürlich. Wir wissen manche Dinge noch ganz genau, die wir getan haben. Aber die Vergangenheit darf keine prägende, keine lebensgestaltende Kraft mehr haben, jetzt in meiner Gegenwart. Das ist vorbei. Die Vergangenheit braucht mich heute nicht mehr prägen. Ich kann mich daran erinnern, aber ich weiß, sie ist abgekoppelt wie ein Eisenbahnwaggon. Christus hat dafür alles bezahlt, und ich lebe jetzt in der Identität eines Kindes Gottes und in der Gegenwart der Gnade.
Meine Vergangenheit hat keine bestimmende Kraft mehr über mein Leben heute, auch nicht, wenn ich früher mal Uhren kaufen musste oder irgendetwas. Das braucht mich nicht mehr prägen, grundsätzlich. Man muss diesem Bruder noch helfen, ich kann es aber nicht, ich bin zu weit weg von ihm.
Die Frage ist: Kennst du diese Kraft, lebst du darin? Kannst du wie Paulus sagen: Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin? Dann bist du ein ganz reicher Mensch. Dann brauchst du dich mit keinem Vergleich zu scheuen. Dann kannst du dich mit Dieter Zetsche auf eine Stufe stellen, und du stehst noch höher als er. Ja, ich kenne ihn ja nicht, vielleicht ist er ja auch in Christus, aber ich würde es ihm wünschen.
Da brauchst du keinen Vergleich zu scheuen. Du kannst sagen: Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.
Die neue Stellung im zweiten Korintherbrief
Zweitens: Identität im Zweiten Korintherbrief. Und da brauchen wir nur ein paar Kapitel weiterzublättern, wir machen es uns heute sehr einfach. 2. Korinther 5, das ist die zweite große Identitätsaussage der Bibel, die wir alle kennen, über die ihr vielleicht auch schon Predigten gehört habt, aber nicht unbedingt zum Thema Identität. Muss ja auch nicht sein, da sind noch andere Aspekte drin.
2. Korinther 5,17:
Daher: Wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.
Was für eine Aussage, nur mal der Vers 17 zunächst. Wenn jemand in Christus ist, diese Worte werden uns noch sehr beschäftigen jetzt hier in dieser Stunde: in Christus. Ganz wichtig!
Zunächst müssen wir auf ein seelsorgerlich mahnendes Wort des weisen Bruders William MacDonald hören, den ich sehr geschätzt habe, persönlich kennenlernen durfte, bei ihm zu Hause war, in seinem Apartment in San Leandro bei San Francisco. Dieser Vers ist ein Lieblingsvers derer, schreibt er im Kommentar zum Neuen Testament, die erst kürzlich wiedergeboren wurden, und er wird oftmals in persönlichen Zeugnissen zitiert. Stimmt.
Als ich zum Glauben gekommen war, vor fünfunddreißig Jahren, im zarten Alter von zweiundzwanzig Jahren, war ich zum Glauben gekommen, und dann habe ich kurze Zeit später eine Spruchkarte gefunden, Dean Lang. Ich sehe sie noch heute vor mir, sehr schön gestaltet, und da stand genau dieser Vers drauf: Ist jemand in Christus, ist er eine neue Kreatur. Und der hat mir so gefallen, diese Karte, dass ich mir davon vierzig Stück gekauft habe und an alle meine alten Freunde und Bundeswehrkameraden und weiß ich wem, Verwandten geschickt habe, um ihnen zu sagen: „Ich habe ein neues Leben begonnen, ich bin jetzt in Christus.“ Und sogar meinen Parteiaustritt aus einer Partei mit einem C vorne dran habe ich mit dieser schönen Spruchkarte erklärt. Gut, das nur nebenbei.
Auf jeden Fall wird dieser Vers oft zitiert, zu Recht. Habt ihr vielleicht auch schon gemacht, ganz zu Recht. Aber jetzt hört, was MacDonald sagt: Wenn der Vers jedoch auf diese Weise zitiert wird, entsteht manchmal ein falscher Eindruck. Die Zuhörer können aufgrund dessen zu der Ansicht neigen, dass die alten Gewohnheiten, bösen Gedanken und begierigen Blicke eines Menschen, wenn er errettet wird, für immer Vergangenheit sind und im Leben dieses Menschen buchstäblich alles neu wird. Das stimmt aber nicht. Siehe, ich mache alles neu. Da steht in Offenbarung 21: Siehe, ich mache alles neu. Habt ihr vorhin die Übersetzung registriert, die ich verwendet habe, Elberfelder: Neues ist geworden. Da steht nicht: alles neu geworden. Ich weiß, da gibt es verschiedene Übersetzungen, und es gibt auch Übersetzungen, ich glaube auch die Neue Schlachter übersetzt „alles neu“. Das verzeihen wir den Leuten, aber das steht nicht da. Das kann ja gar nicht sein, dass durch die Wiedergeburt alles neu ist. Wir sind ja noch hier. Ist denn unser gefallener sündiger Leib neu geworden? Das würde bedeuten, wir würden nicht mehr krank werden. Das kann ja gar nicht sein, es stimmt einfach nicht. Entscheidend: Neues ist geworden.
Ich werde es gleich auf einer Folie entfalten, was alles neu geworden ist. Sehr viel ist neu geworden, aber nicht alles. Das stimmt nicht. Hier, MacDonald sagt, wir wissen, dass das so nicht stimmt. Der Vers beschreibt nicht das praktische Verhalten eines Gläubigen, sondern vielmehr seine neue Stellung. Er ist jetzt in Christus und nicht mehr in Adam, wie er vorher war. Adam hat uns alles geraubt. Aber Christus hat uns alles zurückgebracht. Und: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung.
Die neue Geburt versetzt uns in einen neuen Stand der Gerechtigkeit. Denkt an den Grenadier: Er war jetzt in einen neuen Stand versetzt worden. Er war jetzt Offizier, ein Hauptmann, der eine Kompanie befehligen konnte. Ein neuer Stand, aber nicht in einen neuen Zustand. Er hatte sogar noch die alte Uniform an, zunächst. Die hat er dann sicher bald gegen eine Hauptmannsuniform gekriegt, ja, aber zunächst hat er mal noch die alte an. Unsere Stellung entspricht dem, was wir in Christus sind, das ist das Neue. Wir sind jetzt in Christus, vorher waren wir das nicht. Wir waren in Adam, mit all dem, was da dranhängt, aber jetzt sind wir in Christus. Und das werden wir gleich entfalten, was das bedeutet.
Paulus schreibt: Neues ist geworden. Ganz entscheidend: Neues ist geworden. Und ich zähle mal auf: Eine neue Geburt fand statt, damit begann es. Durch das Bad der Wiedergeburt, abgewaschen, ein neuer Mensch, eine neue Identität. Er ist wie neu geboren, deswegen gebraucht die Bibel ja den Begriff neue Geburt, Wiedergeburt, Geburt von oben. Jetzt hat ein neuer Herr die Herrschaft übernommen, ein neuer Herr regiert. Jeder, der sich bekehrt, erkennt doch Christus grundsätzlich als neuen Herrn für sein Leben an. Das heißt noch nicht, dass er gleich ihn in allen Lebensbereichen sofort Herr sein lassen kann, aber grundsätzlich erkennt er ihn als neuen Herrn an.
Ein neues Herz wurde eingepflanzt, nämlich ein fleischernes, und das steinerne weggenommen. Ihr kennt das Bild aus dem Propheten Hesekiel. Ich habe einen Freund, einen Jugendfreund, gleich alt wie ich, wir haben die tollsten Jugendstreiche gemacht zusammen, und er hat vor im Juli sind es drei Jahre eine neue Lunge bekommen. Er hat buchstäblich auf dem letzten Loch gepfiffen und kam in die Klinik nach Hannover, und alle wussten, er wird nur noch vier Wochen leben können mit der alten Lunge. Er hat wirklich keine Luft mehr gekriegt, war nichts mehr zu machen. Und neben ihm lag jemand, der hat schon neun Monate auf eine neue Lunge gewartet. Neun Monate! Die muss passen, da ist so ein Verteilungszentrum in Holland, und da muss sie dir herkommen, die muss passen. Und stellt euch vor, am nächsten Tag kam seine Lunge aus Holland. Der andere wartet neun Monate, seine Lunge kam am nächsten Tag, ist transplantiert worden. Wie immer ihr zur Organtransplantation steht, interessiert mich überhaupt nicht, mein Freund ist... Er hat eine neue Lunge bekommen, und ich war im Urlaub und habe ihm eine Karte geschrieben und habe geschrieben: Mein lieber Sonso, ich freue mich, dass du eine neue Lunge hast, aber ich werde weiter beten, bis du auch ein neues Herz bekommen hast.
Ich kann so mit ihm sprechen, er weiß genau, was ich meine. Wir haben schon oft darüber geredet, er weiß ganz genau, was ich meine. Leider ist das bis zur Stunde scheinbar noch nicht passiert, jedenfalls nicht, als ich mich im Dezember zum letzten Mal mit ihm getroffen habe. Ein neues Herz brauchen wir, nicht die Pumpe, sondern eben eine völlig neue Identität. Christus kommt in unser Leben, und das muss ich erklären: Das steinerne Herz. Stein ist anorganisch. Keine Nerven. Du kannst so draufhauen mit dem Hammer, er zerspringt in tausend Teile, es tut ihm aber nicht weh, er hat keine Nerven. Aber wehe, du triffst deinen Daumen, ja, dann wirst du den Unterschied merken. Da sind Nerven drin, das geht blitzschnell ins Gehirn, und du wirst den Schmerz fühlen und so weiter. Und ein fleischernes Herz empfindet etwas für die Liebe Jesu, für die Liebe Gottes. Es liebt seinen Herrn, der es so teuer erkauft hat am Kreuz.
Eine neue Schöpfung fand statt, eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen, diesen Alten gibt es nicht mehr. Der war in Adam, der ist gestorben, der ist nicht mehr existent. Und wenn der Post kriegt, dann muss man die zurücksenden und sagen: Den gibt es nicht mehr. Ich habe mal in einer Wohnung gewohnt, da war vorher jemand gestorben. Zwei Jahre lang hat die Frau noch Post gekriegt, die war schon längst beerdigt, zwei Jahre. Da kam immer noch Post, weil es war in meinem Briefkasten, ich habe es dann immer ihrem Sohn weitergegeben. Da war eine Frau gestorben mit 58 Jahren, zwei Jahre lang kriegte die immer noch Post. Da staunt ihr, wo unsere Adressen überall gespeichert sind, was da noch alles kommt, das habe ich da hautnah miterlebt. Also den Alten gibt es nicht mehr.
Neue Schöpfung, ein neues Denken zog ein, eine neue Weltanschauung. Christen beurteilen die ganze Welt, die ganze Gesellschaft, alles, das ganze Leben neu. Neues Denken, neue Weltanschauung. Eine neue Liebe wurde entzündet, nämlich zu dem Erlöser. Christen sind Menschen, die können sagen: Ich liebe Jesus Christus, ich liebe ihn mehr als meine Frau, in meinem Fall jetzt, oder als dein Mann, du als Schwester. Ich liebe ihn mehr als meine Kinder, als meine besten Freunde, ich liebe ihn über alles. Eine neue Liebe wurde entzündet.
Ein neues Verlangen ist da, dem Herrn zu gefallen, dem Herrn, den man nicht sieht. Ich hatte letztes Jahr zum ersten Mal in meinem Leben eine Steuerprüfung. Da kam ein Mensch vom Finanzamt und hat unsere Steuern von einem Verein überprüft und saß da. Und dann habe ich ihm gesagt: Wissen Sie, ich glaube an Gott. Und ich möchte vor diesem Gott, den ich nicht sehen kann, und vor Menschen ein gutes Gewissen haben. Ich könnte andauernd Geld in meine eigene Tasche reinstecken, ich hätte dauernd Gelegenheiten, Geld in meine Tasche zu stecken, und ich mache es nicht, nicht weil ich Angst vor ihnen habe, sondern ich fürchte Gott. Da saß der da, da hat er solche Augen gekriegt. Habe ich gesagt: Ich bin ein offizieller Mitarbeiter des Finanzamtes in Fulda. Ich erkläre allen Leuten, dass sie pünktlich ihre Steuern bezahlen sollen und so. Da kriegte der immer größere Augen, ja, dass er mir nicht am Schluss das Du angeboten hat, war alles. So was hat er wahrscheinlich noch nicht gehört gehabt. Aber so ist es. Wir haben das Verlangen, unserem Herrn zu gefallen, ihm.
Denn wir sehen nicht: Eine neue Gemeinschaft oder Familie wurde gestiftet. Wir nennen Gott unseren Vater, wir alle sind Familienangehörige. Einige von euch stehen mir näher als meine leiblichen Geschwister, die noch nicht im Herrn sind. Stellt euch mal das vor: Einige von euch, die ich schon viele Jahre kenne, sind mir näher als meine leiblichen Geschwister. Ich habe eine Schwester und einen Bruder, die noch nicht beim Herrn sind.
Eine neue Kraft des Heiligen Geistes ist vorhanden. Die ist vorhanden. Wir wünschen uns oft, dass die noch stärker in unserem Leben wirken könnte, aber grundsätzlich ist die vorhanden. Das ist nämlich die Kraft zum Gehorsam, dass wir Dinge tun können, Gott zuliebe, wo uns kein Mensch zwingen kann. Ja, aber der Heilige Geist gibt uns die Kraft, das zu tun, zum Beispiel ehrlich zu sein.
Eine neue Freiheit ist da. Nichts zum Sündigen, sondern einfach Freiheit. Ich bin nicht mehr unter alten Zwängen von früher, Menschen zu gefallen und all diese Dinge. Und schließlich ein neues Leben. Schaut mal, wenn da steht: Neues ist geworden, das ist so ein Tausende-Euro-Scheine, die gibt es gar nicht, 500-Euro-Scheine, ja, aber das sind mal die kleinen Münzen, das sind mal fünf- und zehn-Euro-Scheine, mit denen man was anfangen kann, das alles bedeutet: Neues ist geworden, weil Christus in unserem Leben ist.
2. Korinther 5,21, nochmal zurück:
Denn er, Gott, hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht.
Das ist jetzt der zweite Vers hier in dem Abschnitt, wie die anderen dazwischen haben wir jetzt mal großzügig übersprungen, Vers 21. Hier wird nämlich gesagt, wie wir zu unserer neuen Identität gekommen sind. Eben haben wir gesehen: Ist jemand in Christus, eine neue Schöpfung. Aber damit das geschehen konnte, war das hier die Voraussetzung. Gott hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht. Das ist eine Aussage. Christus wurde für uns zur Sünde gemacht. Das heißt, Gott hat nicht nur ein paar Sünden auf ihn gelegt, er hat nicht nur ihm gesagt: Du musst jetzt die Sünden tragen, er hat ihn zur Sünde gemacht.
Luther konnte an der Stelle sagen, das wird jetzt vielleicht nicht jedem schmecken, aber bitte nehmt das wohlwollend auf: Luther sagte, als Christus am Kreuz hing, war er der größte Mörder, Ehebrecher und Heiligtumsschänder, der je gelebt hat. So hat er sich ausgedrückt. Nicht weil Christus diese Dinge getan hatte, nein, wir haben sie getan. Aber Gott hat unsere Sünden auf ihn gelegt und ihn mit unseren Sünden identifiziert. Er hat ihn zur Sünde gemacht. Er wurde zur Sünde, steht da, damit wir in ihm Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt. Er hat eine neue Identität angenommen, er wurde Sünde. Damit wir eine neue Identität bekommen könnten, nämlich Gerechtigkeit, das steht hier gegenüber. Er wurde zur Sünde, damit wir Gerechtigkeit werden könnten. Luther hat das den fröhlichen Tausch genannt, den fröhlichen Tausch. Schöne Formulierung, das ist wirklich ein fröhlicher Tausch, aber für unseren Herrn war das überhaupt nicht fröhlich. Damit wir eine neue Identität finden konnten, gab er seine Identität als sündloser Sohn Gottes auf und wurde zur Sünde für uns.
Ich weiß, darüber gibt es unterschiedliche Auslegungen, aber ich bleibe dabei: Er wurde zur Sünde für uns. Paulus hätte das anders ausdrücken können, er hat es aber so ausgedrückt. Er wurde zur Sünde, und weil er Sünde in Person war, weil alle unsere Sünden, was käme da schon zusammen, nur von uns, auf ihm lagen, in ihm waren, musste sich Gott, der Heilige, abwenden von ihm, und er ist abgestürzt ins Bodenlose, nämlich mit dem Aufschrei: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Das war Gottverlassenheit, das war Hölle in gewissem Sinne, da war Gott völlig von ihm getrennt. Da ist er hingegangen, damit wir nicht dahin müssen, damit wir nicht für immer in Trennung von Gott sein müssten, damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm. Er sagt nicht, damit wir von Gottes Gerechtigkeit hören könnten, an sie glauben könnten, wir würden Gerechtigkeit, das ist Identität. Immer wenn die Bibel etwas sagt, was wir sind, das ist immer Identität. Wir sind jetzt Gerechtigkeit in ihm. Was für eine Aussage, ja, wir waren vorher Sünde und jetzt sind wir Gerechtigkeit geworden.
Einige unter uns freuen sich, dass ich auch mal aus einem Dokument der Reformation etwas weitergebe, nämlich dem Heidelberger Katechismus. Der ist ja so aufgebaut, wie Katechismen oft aufgebaut sind, mit Fragen. Ihr müsst wissen, im sechzehnten Jahrhundert konnten noch längst nicht alle Leute lesen, es waren viele Analphabeten, und die haben das auswendig gelernt. Ja, da war immer die Frage und dann die Antwort. Und Frage sechzig des Heidelberger Katechismus heißt: Wie bist du gerecht vor Gott? Wenn du vor Gott stehst und er fragt dich: Warum soll ich dich in meinen Himmel hineinlassen? Was antwortest du ihm dann? Jetzt achtet mal auf die Antwort. Ich frage euch, ob man das noch besser ausdrücken kann, als es die Verfasser des Heidelberger Katechismus damals getan haben: allein durch den wahren Glauben an Jesus Christus. Jetzt schreiben sie: Zwar klagt mich mein Gewissen an, dass ich gegen alle Gebote Gottes schwer gesündigt und keines je gehalten habe und noch immer zu allem Bösen geneigt bin. Genau so ist es, liebe Geschwister, ganz genau so ist es.
Dann fährt er fort: Gott aber schenkt mir ganz ohne meinen Verdienst aus lauter Gnade die vollkommene Genugtuung, Gerechtigkeit und Heiligkeit Christi. Genugtuung heißt, er hat genug getan, als er ausgerufen hat: Es ist vollbracht. Gerechtigkeit: Ich wurde seine Sünde, er wurde meine Sünde, ich wurde seine Gerechtigkeit, so. Und Heiligkeit Christi: Er rechnet sie mir an, als hätte ich nie selber eine Sünde begangen noch gehabt. Sie reden nicht nur von den Tatsünden, die wir begangen haben, sondern gehabt, unsere Identität, wir waren Sünder, unser Sein noch gehabt. Und selbst den ganzen Gehorsam vollbracht, den Christus für mich geleistet hat, wenn ich allein diese Wohltat mit gläubigem Herzen annehme.
Ich sage noch mal: Kann man das noch besser ausdrücken in so wenigen Sätzen? Das ist so auf den Punkt gebracht, ich habe das noch nicht besser formuliert gefunden. Immer wenn ich ein gutes Zitat finde, wo Leute etwas besser gesagt haben, als ich es jemals sagen könnte, dann zitiere ich lieber die anderen. Dann zitiere ich, und das tue ich hier. Das ist Frage sechzig aus dem Heidelberger Katechismus. Weltklasse, unübertroffen gut, wie sie das erklärt haben.
So, und wenn wir uns jetzt erinnern an die Frage von vorhin: Wer von euch ist in Gottes Augen genauso gerecht und angenommen wie Billy Graham oder Ulrich Parzany oder Wilhelm Busch oder irgendjemand? Ja, natürlich. Hat denn Billy Graham eine andere Gerechtigkeit im Glauben erfasst als wir? Er hat doch dieselbe Gerechtigkeit Jesu Christi im Glauben ergriffen, dieselbe! Es gibt keine zwei, es ist dieselbe, es ist nicht die gleiche, es ist dieselbe! Der Apostel Paulus vor Damaskus hat dieselbe Gerechtigkeit Christi, die unser Herr am Kreuz erworben und verschenkt hat, wie seine Kleider, die verschenkt wurden, dieselbe Gerechtigkeit gekriegt wie wir. Die hat für ihn ausgereicht, und die reicht auch für uns aus.
Und jetzt kommt der Unterschied: Der Herr Jesus musste nicht begnadigt werden, der hatte nicht gesündigt, er hat diese Gerechtigkeit erworben durch sein sündloses, vollkommenes Leben. Wenn man sie vergleicht: Wir haben doch jetzt seine Gerechtigkeit geschenkt bekommen, deswegen sind wir in Gottes Augen genauso gerecht wie sein eigener Sohn, wie der Herr Jesus Christus. Wir haben seine Gerechtigkeit geschenkt bekommen. Das ist unsere neue Identität, das muss man verstanden haben. Ich bin gerecht, ich bin angenommen, und da fehlt nichts, Gott wird mich nie mehr loslassen.
Wir haben die beiden Korintherbriefe angeschaut, natürlich nur ganz punktuell, das ist mir klar. Aber weil es eben so wertvolle, wichtige Aussagen im ersten und zweiten Brief waren, machen wir jetzt einen Sprung in den Galaterbrief, und da müssen wir ein bisschen länger stehen bleiben.
Zunächst ein paar einleitende Sätze zum Galaterbrief: Gesetzliche Juden waren in die jungen galatischen Gemeinden eingedrungen. Diese gesetzlichen Juden, die nennt man auch Judaisierer. Es waren Juden, die zum Glauben gekommen waren an Jesus, die aber noch ganz stark im Gesetz verhaftet waren, für die das Gesetz noch eine ganz große Rolle gespielt hat, zu große Rolle. Und die waren da eingedrungen in die Gemeinden und haben gesagt: Hey, ihr Galater, eure Identität steht in Frage, ihr seid noch nicht gut genug, ihr braucht noch ein bisschen mehr jüdische Identität, um gute Christen zu werden. Mit anderen Worten: Ihr glaubt an Jesus, okay, wunderbar, prima, macht das weiter, aber ihr solltet trotzdem noch erst mal beschnitten werden, die Männer, den Sabbat halten, ganz wichtig, wisst ihr das, von den 613 Geboten im Alten Testament, die Juden zu halten hatten, sich mehr als hundert auf das Sabbatgebot beziehen, stimmt! Ganz hoch bis heute bei Juden, die immer noch versuchen, das alttestamentliche Gesetz zu halten: Sabbat, ganz hoch. Den Sabbat halten, die Speisegebote aus 3. Mose 11 und den jüdischen Festkalender und und und. Also die haben so einige in ihren Augen sehr wichtige Stücke aus dem alttestamentlichen Gesetz herausgegriffen und haben gesagt, das muss aber sein, das müsst ihr halten. Sonst seid ihr keine wirklichen guten Christen, sonst gefällt ihr Gott nicht. Das war die Botschaft dieser Judaisierer, dieser gesetzlichen Juden.
Und Paulus, der wird ganz scharf im Galaterbrief. In keinem Brief wird Paulus so scharf wie hier und nennt diesen Ansatz mal gleich ganz unschmeichelhaft ihre Lehre. Und sagt, wenn ein Engel vom Himmel käme, der so ein vermischtes Evangelium bringen würde, mit Gnade und Gesetz vermischt, Evangelium und Werke usw., der sei verflucht, der sei anathema, griechisch: verflucht. Paulus war da ganz scharf und ganz deutlich.
So, und jetzt ist die große Frage: Wenn wir den Galaterbrief geschrieben hätten, um den Leuten zu helfen, wie hätten wir jetzt den Brief weitergeführt? Wahrscheinlich hätten wir fünf, sechs Kapitel lang die ganzen schlechten Eigenschaften dieser Irrlehre aufgezählt und hätten denen ein ganz schlechtes Licht gestellt, dass die Galater gemerkt hätten: Nee, denen dürfen wir doch nicht folgen. Wahrscheinlich hätten wir so einen Weg gewählt. Paulus nicht, der macht was ganz anderes. Der malt ihnen Christus ganz neu vor die Augen. Er hat gemerkt, die Diagnose gestellt: Die Galater haben Christus und die Gnade zu wenig verstanden, noch nicht wirklich voll verstanden, sonst würden sie nicht liebäugeln mit diesem gesetzlichen, vermischten Evangelium in Anführungsstrichen, was die Judaisierer da gebracht haben.
Und so finden wir eine Christusoffenbarung im Galaterbrief. Ich glaube persönlich, dass wir in jedem der 66 Bücher der Bibel eine Christusoffenbarung haben. Ich habe sie aber noch nicht in allen 66 Büchern erkannt, zumindest nicht so wie im Galaterbrief. Da meine ich, ein Stück davon erkannt zu haben, und das möchte ich euch gerne hier zeigen.
Es beginnt damit, dass Paulus den Galatern sagt, Kapitel 1, 15 und 16, wie er Christus kennenlernte. Das ist eine ganz kurze Bekehrungsgeschichte, ein Zeugnis von Paulus im Galaterbrief. Wir finden insgesamt viermal sein Bekehrungszeugnis in der Bibel, und hier ist es das kürzeste. Da schreibt Galater 1,15: Als es aber dem, der mich von meiner Mutterleibe an ausgewählt und durch seine Gnade berufen hat, gefiel, seinen Sohn in mir zu offenbaren, in mir, das habe ich mir dick unterstrichen, in mir zu offenbaren, damit ich ihn unter den Nationen verkündigte.
Gott offenbart seinen Sohn in einem Menschen, das ist Wiedergeburt, das muss geschehen. Da begegnet man nicht nur frommen Menschen oder einer frommen Gruppe. Da begegnet man dem Sohn Gottes, dem Auferstandenen, und wird von Christus ergriffen, nicht nur ein bisschen berührt oder ein bisschen gestreift, sondern man wird von Christus ergriffen. Er kann uns auf den Boden werfen, wenn es sein muss, wie Paulus, er kann uns umkrempeln, das kann auch durch Kämpfe gehen, das kann ganz schön hart sein, bis ein Mensch durchgedrungen ist zum Licht. Und so war es auch bei Paulus, das hat drei Tage gedauert. Da saß er da in Damaskus in der Wohnung, im Keller bei Ananias oder wo das war, bis es ihm wie Schuppen von den Augen fiel. Und dann hatte Gott seinen Sohn in ihm offenbart, und Paulus hatte begriffen, wer dieser Sohn ist und was er für ihn getan hat. Und dann war die Frage: Herr, was willst du, dass ich tun soll? Das hat er schon vorher gefragt, aber dann war klar, dass er jetzt für ihn leben wollte und sein Apostel, sein Missionar sein würde.
So, und wenn Gott seinen Sohn in einem Menschen offenbart hat, dann kann dieser Sohn auch in einem Menschen leben. Paulus schreibt in Galater 2,20: Nicht mehr lebe ich, ich bin mit Christus gekreuzigt, sondern Christus lebt in mir. Er hat jetzt die Herrschaft übernommen, jetzt lebt dieser Christus in mir. Das ist nicht mystisch, das ist nicht irgendwie komisch, das ist ganz real. Er lebt in mir, er ist auch in mein Leben gekommen, durch den Heiligen Geist, er regiert mich, er ist Wirklichkeit in meinem Leben, ich rechne mit ihm, ich lebe mit ihm genauso wie mit meinem Ehepartner oder Kindern zusammen, ich lebe mit ihm. In diesem Fall ein Unterschied: Er ist Gott und er regiert mein Leben. Christus lebt in mir.
Und dann fährt er fort, Galater 4,19: Wenn Christus in ein Menschenleben gekommen ist, in einem Menschen lebt, dann will er doch auch Gestalt gewinnen. Dann sollen doch auch andere sehen, dass Christus in diesem Menschen lebt. Er soll Gestalt gewinnen, und da gebraucht Paulus ein sehr vielsagendes Bild. Er schreibt: Meine Kinder, um die ich abermals Geburtswehen erleide, bis Christus in euch Gestalt gewonnen hat. Interessante Formulierung: Geburtswehen. So wie damals, als er dahin kam und ihnen das Evangelium predigte und gerungen hat um sie, dass sie es annehmen und wiedergeboren werden. Da hat er ja Geburtswehen, und jetzt schreibt er abermals Geburtswehen. Es ist wie noch mal, dass er noch mal darauf wartet, dass da etwas geschieht. Nicht, dass sie noch mal wiedergeboren werden, sie waren wiedergeboren, aber jetzt wartete er darauf, dass Christus in ihnen Gestalt gewinnt, dass er auch zu sehen ist.
An alle Eltern unter uns ein ganz kurzer Einschub: Unsere Kinder habt ihr vorhin gesehen auf der Folie, und sie haben sich durch Gottes Güte schon sehr früh bekehrt, unser Sohn mit sechs und die Tochter mit sieben bei einer Evangelisation mit Yoshi Frühstück. Ja, und sie haben erfreulicherweise ohne unser Zutun, das ist nicht unser Verdienst, immer daran festgehalten. Wir mussten nicht einen einzigen Sonntag sagen: So, jetzt müsst ihr aber mit in die Gemeinde oder so. Das war für sie selbstverständlich, sie gehen mit, das ist uns eine große Freude. Aber als unser Sohn so vierzehn war, das ist jetzt schon zwölf Jahre her, da war er vierzehn und da hat er durch seine Klassenkameraden Ballerspiele kennengelernt. Ego-Shooter, da geht man so und schießt auf alles, was sich bewegt, ja. Und er, so ein bisschen introvertierter Mensch, er ist darauf abgefahren wie Fliegen auf den Fliegenfänger. Und auf einmal haben sie Ballerspiele gespielt und haben sie LAN-Partys gemacht, acht Computer miteinander vernetzt und gegenseitig geballert die ganze Nacht durch. Zum Glück ging das damals noch nicht übers Internet, ging noch nicht. Aber wenigstens solche LAN-Partys. Und wir als Eltern, wir haben stundenlang mit ihm geredet und gesagt: Warum macht ihr das und guck mal die Zeit, ihr vertrödelt die Zeit, und das ist doch nicht gut, wenn ihr immer Gewalt ausübt, da immer Leute abschießt und so. Du kannst dir als Eltern den Mund fusselig reden, es nützte nichts.
Unsere Tochter, die hat nie Ballerspiele gespielt, kein einziges Mal. Aber auf einmal wurde diese Staffel wichtig, und jene Staffel wurde wichtig, und Deutschland sucht den Superdepp wurde wichtig, ja. Was alles. Und wir haben in dieser Zeit, als sie 14, 15, 16 waren, haben wir um beide gebangt. Sie gingen immer mit, sie haben das nicht abgelehnt, sie gingen immer mit in die Gemeinde, sie haben jeden Tag gebetet und vielleicht auch ihre Bibel gelesen, aber trotzdem waren ihnen diese Dinge wichtig. Dann lasen meine Frau und ich den Galaterbrief in der Zeit. Dann kamen wir hier an die Stelle, da wurde uns klar, wir müssen für sie beten, dass Christus Gestalt gewinnt. Dass er ihnen wichtig wird und groß wird. Und da haben wir wirklich ganz neu begonnen, dafür zu beten, dass der Herr in ihnen Gestalt gewinnt und sie ergreift und seine Lebensziele ihnen wichtig macht und so weiter.
Es hat eine Weile gedauert, da ging unser Sohn auf eine Freizeit nach Spanien mit Impact, mit der Impact-Arbeit, wer die kennt, hier aus Tübingen, Kevin Mattia. Da hielt in Spanien auf der Freizeit irgendeiner einen Vortrag über Computerspiele, unser Sohn kam zurück, hat die ganzen Spiele in die Tonne reingehauen, und wir konnten als Eltern nur dastehen und Gott danken und die Ehre geben. Heute warnt er andere Jugendliche vor den Computerspielen, ja, vor den Ballerspielen, und manche Erwachsene müssen auch noch gewarnt werden. Also: Wir sind sehr dankbar, und er brennt inzwischen für den Herrn und möchte Seelen gewinnen, und das tut er auch. Gott gebraucht ihn schon, um Kommilitonen zu gewinnen, für den Herrn durfte schon mehrere zu Christus führen. Christus hat Gestalt gewonnen in ihm. Ich sage nicht, dass er schon über dem Berg ist, da kann immer noch einiges schiefgehen im Leben, ja, trotzdem, wir sind sehr dankbar. Die Tochter genauso. Der Herr ist groß geworden in ihr, und sie versucht andere Studenten zu gewinnen und arbeitet missionarisch an ihrer Uni in Marburg und so weiter. Wir freuen uns sehr als Eltern. Wir können Gott nur danken, er hat Gebet erhört, Christus hat Gestalt gewonnen in ihnen.
Und vielleicht sind hier auch einige Eltern, die noch so für das eine oder andere Kind beten. Und manchmal sind auch Ehepartner hier, da beten manche Männer so für ihre Frau, dass Christus mehr Gestalt gewinnen möchte, oder Frauen beten für ihren Mann, dass Christus mehr Gestalt gewinnen möchte. Wenn man den ganzen Tag Aktienkurse studiert, von morgens bis abends, da ist auch nicht viel Gestalt Christi zu sehen, oder wenn es nur um Sport geht oder nur um Hollywood, nur um Unterhaltung oder was immer, was unser Leben erfüllen kann. Christus soll in uns allen Gestalt gewinnen, darum geht es ganz real. Seine Ziele: Er kam, um Menschen zu gewinnen für das Reich Gottes, um Menschen für den Himmel zu gewinnen. Und wenn er in uns Gestalt gewinnt, dann haben wir dieselben Ziele wie er. Dann wollen wir auch dafür leben, für seine Gemeinde. Er kam, um für seine Gemeinde sein Leben zu geben, und wenn wir Christus in uns Gestalt gewinnen lassen, dann werden auch diese Ziele in unserem Leben sehr wichtig werden.
Da geht es nicht nur darum, dass wir charakterlich verändert werden. Das auch, das brauchen wir auch dringend. Ihr zum Beispiel, ihr kennt mich ja kaum, die wenigsten von euch würden auf die Idee kommen, dass ich der ungeduldigste Mensch von euch allen bin, die hier im Raum sind. Da bin ich absolut von überzeugt. Ich bin ungeduldig. Das kriegt er ja nicht mit, das merkt er ja nicht. Aber meine Familie muss darunter manchmal leiden. Bis zum heutigen Tag kennen alle Eltern hier: Am Sonntagmorgen sollen alle bis zu einer bestimmten Zeit fertig sein. Und einmal habe ich mich vergaloppiert, habe ich gesagt: Um halb zehn fährt da draußen ein Auto ab. Und als ich das gesagt habe, war mir schon ein bisschen unwohl. Aber dann um viertel nach neun niemand zu sehen, alle noch im Bad oder irgendwo, um fünf vor halb zehn keiner da. Ich habe mich ins Auto gesetzt und dachte: Ach du Liebezeit, nur noch fünf Minuten. Es war halb zehn, keiner da. Ich hatte gesagt, um halb zehn fährt da ein Auto ab, also musste ich abfahren. Aber als ich abgefahren bin, habe ich schon gemerkt, das geht gar nicht, das ist total falsch. Ich bin wieder zurückgekommen, habe mich entschuldigt, ja, für meine Ungeduld. Tja, ich hatte mich selber in diese Bredouille gebracht, in diese Sackgasse, meine Ungeduld hat mich geritten.
Und so seht ihr, auch meine Mitarbeiter bei KfG und so weiter, die wissen das alle, ich muss dauernd mit Terminen arbeiten. Zum Beispiel am Montag ist Abgabetermin für die nächste KfG-Zeitschrift, und da muss ich immer hinter vielen Leuten her sein, dann brauche ich das vorher, den Artikel und diese Anzeige und dies. Und immer bin ich der, der den Leuten Druck machen muss, terminlich. Es geht leider nicht anders, aber es ist auch ein bisschen meine Art, es sind nicht nur die Umstände, ich mache den Leuten dann terminlichen Druck und will, dass sie pünktlich liefern. Christus will Gestalt gewinnen in uns, auch in mir, dass ich diese fleischliche Ungeduld ablegen kann und dass ich geduldig bin mit meiner Frau, mit meinen Kindern, mit meinen Mitarbeitern und dergleichen mehr, dass Christus Gestalt gewinnen kann in mir.
Und das ist Galater 5,22, das habe ich jetzt noch nicht erwähnt. Da sieht man, wie Christus Gestalt gewonnen hat. Da sieht man nämlich die Frucht des Geistes in einem Menschen, nicht in Perfektion, dass der jetzt nie mehr lieblos ist und nie mehr ungeduldig oder so, aber man merkt, da ist Charakterveränderung geschehen, man sieht Christus an ihm. Man sieht Christus nicht durch den Heiligenschein, man sieht einen veränderten Charakter, das gehört auch dazu. Aber auch die veränderten Lebensziele: Ein Mensch lebt nicht mehr sich selbst, sondern er lebt wirklich für Christus und sein Reich. Da sieht man: Christus hat Gestalt gewonnen, die Frucht des Geistes ist sichtbar. Deswegen nenne ich das die Christusoffenbarung im Galaterbrief. Und ich sage noch einmal: Ich habe da nur an der Oberfläche gekratzt. Vielleicht hat jemand noch etwas entdeckt im Galaterbrief oder hat die Christusoffenbarung in anderen Briefen entdeckt, das wäre großartig.
Paulus verwendet hier im Griechischen immer wieder einen Begriff, die unter uns die Griechisch kennen, die wissen das: Synchristo. Synchristo heißt zusammengewachsen mit Christus. Syn heißt immer zusammen, Symphonie: Viele Instrumente spielen zusammen. Synergie: Kräfte wirken zusammen. Ja, Syn heißt immer zusammen. Und hier: Wir sind Synchristo mit Christus verwachsen. Ich bin als Gläubiger mit Christus gekreuzigt, das heißt, als Christus damals am Kreuz starb in Jerusalem auf dem Hügel Golgatha, da war ich dabei. Da bin ich mit ihm gekreuzigt worden, es war so, als wäre ich in ihm drin oder mit ihm verwachsen, als hing ich dort auch am Kreuz. Da bin ich mitgekreuzigt worden, ich bin mit Christus gestorben, ich bin mit ihm begraben worden, ich lag mit ihm im Grab diese Tage, und ich bin mit ihm auferstanden am Ostermorgen, am Auferstehungsmorgen, und ich bin mit Christus in den Himmel versetzt worden, sagt Epheser 2,6 und Kolosser 1. Ich bin versetzt worden, denkt an den Grenadier, der zum Hauptmann geworden ist. „Ich bin versetzt worden“, das geschah in einem Augenblick. Vorher war ich im Reich der Finsternis, ich bin ins Reich des Lichts versetzt worden, sagt der Kolosserbrief, in den Himmel versetzt worden, ich bin mit Christus in den Himmel versetzt worden, sagt Paulus wortwörtlich in Epheser 2, Vers 6. Ich bin immer mit ihm zusammen, ich gehöre jetzt mit ihm, ich bin mit ihm verwachsen, ich bin überall da, wo er ist, da bin ich. Ich bin in Christus. Das ist meine neue Identität.
Diese beiden Worte darf ich mal fragen: Was meint ihr? Wie oft kommen diese Worte „in Christus“ im Neuen Testament vor? Was schätzt ihr? Jetzt nicht ganz übertrieben schätzen, aber mal ehrlich schätzen. 50 Mal? 70? Wer bietet mehr? Genau 216 Mal kommt das vor. Wir werden es gleich sehen. Ich bin in Christus, gerecht gemacht. Er hat mir die Gerechtigkeit Christi zugerechnet, Heidelberger Katechismus Frage sechzig. Ich bin angenommen.
Ich bin angenommen, das muss ich kurz noch erwähnen. Wir hatten einen Bibelkreis in Mannheim, da waren unterschiedliche Teilnehmer, also so einen gemischten Kreis hatten wir nie vorher und nie nachher. Da waren Evangelische, Katholische, Konfessionslose und ein Moslem, alle zusammen in einem Bibelkreis, wo wir das Johannesevangelium durchgenommen haben. Da war eine Katholikin dabei, die hieß Uschi, und die hatte das Evangelium schon ganz genau verstanden. Ich habe nämlich einmal gehört, wie sie es einer anderen Frau erklärt hat, wie man sich bekehrt, aber sie selber hatte das noch nicht vollzogen, aber sie hatte es schon ganz genau begriffen. Und dann kommt Werner Gitt und hält da ein paar Vorträge in Mannheim, ich hatte ihn eingeladen, hält ein paar Vorträge in der Stadthalle, und da bekehren sich 50 Menschen, darunter alleine fünf aus unserem Bibelkreis, wirklich bekehrt, auch die Uschi, ein Arztehepaar, ein anderes Ehepaar, und die Uschi bekehren sich. Wir haben vor Freude geweint, das war sonntags im Dezember 1999, drei Wochen vor dem Millenniumswechsel. Wir haben vor Freude mit ihnen geweint.
Und dann Mittwoch darauf, erster Bibelkreis, wieder nach dieser Evangelisation mit Werner Gitt, wir haben Bibelarbeit und anschließend Gebetsgemeinschaft. Auf einmal betet Uschi. Zum ersten Mal hat sie laut gebetet, bis dahin nie. Und sie betet, und ihr Gebet kann ich euch wortwörtlich wiedergeben, da hat sie gebetet: Herr Jesus, ich danke dir, dass bei dir gilt: angenommen heißt angenommen. Amen. Mehr hat sie nicht gesagt, und mein Herz hat gejubelt, mein Herz hat gejubelt, ich habe gemerkt, Uschi hat es begriffen, die hat es wirklich begriffen: Ich bin von Gott angenommen. Dafür hat sie gedankt. Ich danke dir, dass bei dir gilt: angenommen heißt angenommen. Amen.
Die hätte nie gedacht, dass ich dieses Gebet an hundert Orten wieder zitiere. Ich war erst vor kurzem bei ihr zum Kaffeetrinken, inzwischen ist sie getauft und gehört zur Gemeinde in Mannheim. Angenommen. Vollkommen gerecht gemacht, also vollkommen gemacht. Der Herr hat uns nach dem Hebräerbrief mit einem Opfer für immer vollkommen gemacht, da fehlt nichts, vollkommen, perfekt, das ist unsere Stellung in Christus, und wir sind unantastbar und unanklagbar auch für den Teufel, der kann uns nicht mehr anklagen, also nicht mehr wirksam. Er kann es aber, das prallt alles ab, weil uns die Gerechtigkeit Christi, die Gerechtigkeit, die er erworben hat, geschenkt ist. Und wir sind passend für den Himmel, das heißt, das muss jeder von uns verstanden haben, wenn wir auch im nächsten Augenblick tot umfallen würden. Weil ein Herzschlag, ein Gehirnschlag oder wie man sonst noch so schnell sterben kann, weiß ich nicht, wenn wir plötzlich tot wären oder durch einen Unfall, es würde nichts fehlen. Wir sind passend für den Himmel. Da müssen wir nicht an uns herunterschauen und sagen: Oh, diese Ungeduld und manchmal diese komischen Eigenschaften, die ich noch habe, und hier fehlt es noch und da fehlt es noch. Ja, da fehlt es leider noch, aber ich bin in Christus passend für den Himmel. In ihm, da fehlt gar nichts mehr.
Schaut mal, wie William MacDonald das wunderbar beschreibt, ich kann nur staunen, in seinem Kommentar zum Neuen Testament, den ich sehr schätze: Wenn Gott jemanden rettet, dann gibt er dieser Person sofort die Eignung für den Himmel, sofort. Diese Eignung ist nämlich Christus selbst, wer denn sonst? Sie ist durch nichts zu verbessern, nicht einmal ein langes Leben des gehorsamen Gehorsams und des Dienstes hier auf Erden lässt jemanden geeigneter für den Himmel sein, als er am Tag seiner Bekehrung war. Und wenn du dein Leben als Märtyrer in den Tod geben würdest, würde dich nicht geeigneter machen. Die Eignung ist Christus, die kannst du nicht verbessern. Sein Anspruch auf die Herrlichkeit gründet sich allein in Jesu Blut, passend für den Himmel, jeder von uns.
Wisst ihr, wie viele Gespräche ich geführt habe mit Gläubigen, die schon alt waren, und in russlanddeutschen Gemeinden, wo ich oft bin, immer wieder da sitzt so ein Mütterchen, 86 Jahre alt, und sagt doch: Bruder, Bruder, es fehlt noch überall, ob es mir reicht, ob ich den Himmel erreiche. Sie verstehen es nicht, es hat ihnen auch niemand gesagt. Diese Lehre ist in russlanddeutschen Gemeinden fast überhaupt nicht verbreitet. Sie reden darüber nicht, dass sie in Christus sind und dass da nichts mehr fehlt, dass sie passend für den Himmel sind. Das gibt es auch in hiesigen Gemeinden, nicht russlanddeutschen Gemeinden. Auch da habe ich das weit verbreitet gefunden. Im Pietismus, denn ich will das Nest nicht beschmutzen, aus dem komme ich ja, aber da ist diese Lehre auch nicht bekannt oder ganz wenig bekannt und nicht verbreitet.
Und jetzt komme ich auf den Punkt: Entweder ein Mensch ist in Adam oder er ist in Christus. Es gibt keine andere Möglichkeit von 7,3 Milliarden Menschen. Entweder, es gibt nur zwei Gruppen, ich meine nicht alt und jung, arm und reich, sondern entweder sie sind in Adam oder sie sind in Christus. Auch hier im Raum, hier gibt es hoffentlich nur eine Gruppe, nämlich nur Menschen, die in Christus sind. Aber ich weiß es nicht genau, es könnte sein, dass jemand noch in Adam ist. Ich hoffe nicht, denn gleich wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden. Ihr seht die beiden Gruppen, Adam und Christus werden hier als Repräsentanten gesehen, Adam für die gefallene Menschheit, Christus für die erlöste Menschheit, Repräsentanten. Und es gibt nur diese beiden Möglichkeiten. Wir sind alle in Adam geboren worden, alle, aber durch die Wiedergeburt in Christus hineinversetzt worden. Und jetzt sind wir in Christus. Und da kann man nicht hin und her, dauernd wieder in Adam und wieder in Christus, das geht nicht. Wenn ich einmal in Christus bin, bin ich in Christus und bleibe es auch. Und auch wenn ich versage, ändert das daran nichts. Ich bleibe in Christus. Ich kann nicht meine Wiedergeburt verlieren und noch mal wiedergeboren werden, das sagt der Hebräerbrief mit aller Deutlichkeit, das geht gar nicht. Das würde heißen, den Sohn Gottes noch mal kreuzigen.
Es gibt also nur zwei Gruppen von Menschen auf dieser Erde, solche, die noch in Adam sind oder solche, die schon in Christus sind, nur diese beiden, kein Millimeter dazwischen, ganz klar. In Christus: Jetzt kommt die Zahl. Diesen Ausdruck verwendet Paulus 216 Mal. Er ist der Apostel der Identität. Außerhalb von den Paulusbriefen kommt es noch eine Handvoll Mal vor bei Petrus und Johannes, aber bei Paulus 216 Mal, allein 97 Mal „in Christus“. Ich habe es nicht nachgezählt, aber so habe ich es gelesen in einem schlauen Buch, und ich nehme an, dass es so stimmt. Und dann kommt noch, das ist ja das Gleiche, „im Herrn“, meint auch „in Christus“, „in ihm“ oder „in welchem“. Das meint alles zusammen 216 Mal diesen Ausdruck „in Christus“. Und ich hoffe, dass wir das alle wirklich so nachvollziehen können.
Aber uns hilft es manchmal, wenn wir etwas auch veranschaulichen. Das kennen vielleicht manche von euch schon, und wenn nicht, dann lernt es jetzt kennen: Hier ist eine schöne Wasserschüssel und ein trockener Schwamm. Und wenn ich jetzt hier rein tauche, dann muss ich erst mal die ganze Luft daraus drücken. Ihr seht die Bläschen oder hört es kluckern, da ist noch Luft drin. Und wenn ich die Luft einigermaßen rausgedrückt habe, so wie jetzt, dann ist hier der Schwamm im Wasser, und das Wasser ist im Schwamm. Ist es irgendwie komisch, ist es mystisch? Das ist ganz physikalisch erklärbar, ja? Ganz normal. Und es geht einfach um die Veranschaulichung: Hier sind zwei Dinge so miteinander verwoben, der eine ist im anderen und das andere im einen. Hier sind zwei zusammengewachsen, der Schwamm ist im Wasser und das Wasser ist im Schwamm. Christus ist in mir und ich bin in Christus. Es wird sechsmal so oft im Neuen Testament gesagt, dass wir in Christus sind. Das ist entscheidend. Wir sind in Christus, das will Paulus betonen. Der Schwamm ist im Wasser, wir sind in Christus. Das ist unsere neue Stellung, unsere neue Identität.
So, und dann gibt es noch ein Beispiel, das spricht jetzt wahrscheinlich mehr die Frauen an, nämlich das Beispiel mit der Matroschka-Puppe. Hier haben wir eine, und ihr wisst, wie das funktioniert, da ist eine zweite drin. Und noch sechs weitere, aber das erspart ihr mir jetzt, die letzte ist so groß. Ihr seht: Christus in uns und wir in ihm. Es soll nur diese eine Wahrheit veranschaulichen, es geht nicht um Puppen und so weiter, nur diese Wahrheit, wie es hier jetzt steht: Wir sind in Christus und Christus ist in uns.
Ich darf noch einen letzten Gedankengang ausziehen: Christen sind in Christus und mit Christus eins, so sieht uns Gott. Und was jetzt hier auf dieser Folie steht, das ist wirklich für mich ganz gewaltig, das ist sehr schön. Christen haben den gleichen Namen wie Christus. Wir nennen uns Christen und werden Christen genannt. Und das war natürlich früher eine Spottbezeichnung in Apostelgeschichte 11, als sie zum ersten Mal Christen genannt wurden. Aber warum wurden die Menschen in Antiochien Christen genannt, die Jünger? Weil die Leute Christus an ihnen gesehen haben. Und bitte verzeiht mir, ich möchte niemanden auf die Füße treten, aber sie wurden nicht Baptisten genannt und nicht Methodisten und nicht Mennoniten und nicht Lutheraner und Calvinisten und was soll ich noch alles aufzählen. Sie wurden Christen genannt. Ich finde es schade, wenn sich Christen nach Menschen nennen. Ich möchte nicht nach Menschen genannt werden. Christen, Christus, darum geht es. Wir haben den gleichen Namen wie er.
Christen haben das gleiche Geschick wie Christus: gleicher Tod, gleiche Auferstehung, gleiche Erhöhung, haben wir eben gesehen, mit in den Himmel versetzt worden. Wir sind mit ihm zusammengewachsen, völlig eins. Christen haben das gleiche Leben wie Christus. Paulus sagt: Wenn Christus unser Leben offenbar wird, da bezieht er die Kolosser mit ein. Christus war unser Leben, oder im Philipperbrief sagt er: Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn.
Christen haben den gleichen Geist wie Christus, in Galater 4,6 ist vom Geist Christi die Rede. Es ist der Geist des Vaters, es ist der Heilige Geist, es sind immer nur verschiedene Bezeichnungen für denselben Geist, die dritte Person der Dreieinheit Gottes. Diesen Geist haben wir empfangen. Christen haben die gleiche Natur wie Christus. Wir haben Anteil bekommen, schreibt Petrus, an der göttlichen Natur, nicht wie die Mormonen glauben, dass wir uns langsam hochgearbeitet haben oder so, sondern Christus ist in unser Leben gekommen, und deswegen haben wir Anteil an der göttlichen Natur, weil er in uns ist und wir in ihm, in diesem Sinne.
Und Christen haben die gleiche Herrlichkeit wie Christus, sagt er selbst im Hohepriesterlichen Gebet, Johannes 17. Und die schönste Aussage für uns, weil sie wirklich eigentlich nicht zu fassen ist, habe ich rot hervorgehoben: Christen werden von Gott mit derselben Liebe geliebt wie Christus. Und damit, Jens, schlägt schon nach, aber da steht es: damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast, betet unser Herr, und sie geliebt hast, wie du mich geliebt hast. Die Welt soll erkennen, dass Gott der Vater uns, die Jünger, mit derselben Liebe liebt wie seinen Sohn. Das müsste uns alle von den Stühlen reißen, so gewaltig ist das. Wir sind mit derselben Liebe geliebt, wie Gott seinen eigenen Sohn, den Herrn Jesus, geliebt hat. Das steht da, das betet er. Er betet es für die Jünger damals, und wir sind die Jünger heute. Das betrifft uns, es geht um die Jünger.
Der Ausdruck in Christus bedeutet mehr Annahme, Nähe und Sicherheit, als ein menschlicher Geist verstehen kann. Könnt ihr euch erinnern, im ersten Vortrag vorhin haben wir gesehen, Adam und Eva haben ihre Bedeutung und ihre Sicherheit verloren im Sündenfall. Und Christus bringt alles zurück, was Adam geraubt hat. In Christus sein, das ist Bedeutung wert, wir haben keinen Selbstwert, wir haben einen Christuswert, wir sind in ihm. Und es bedeutet auch Annahme, Sicherheit, in ihm sein. Gott wird uns nie mehr loslassen, wir sind in seinem geliebten Sohn, sagt wiederum William MacDonald.
Christen haben vor Gott die gleiche Stellung wie Christus, das ist unsere neue Identität. Wir haben absolut die gleiche Stellung wie Christus. Tja, was soll man da noch sagen, wie will man das noch toppen? Ja, was Schöneres hat uns die Bibel nicht zu sagen. Wir sind in einer neuen Identität, wir sind in Christus, jeder von uns, jeder, der den Herrn Jesus kennt.
Der Glaube als Schlüssel zum Ergreifen der Verheißung
Letzter Gedankengang, also die letzte Etappe meine ich noch. Wir sind gleich fertig, denn auch uns sagt der Schreiber des Hebräerbriefs, vielleicht auch der Apostel Paulus, vielleicht auch nicht, das ist egal: Auch uns ist eine gute Botschaft verkündigt worden, wie auch jenen.
„Aber das gehörte Wort nützte jenen nicht“, sagt der Schreiber, „weil es bei denen, die es hörten, sich nicht mit dem Glauben verband.“ Hier geht es um Israeliten, die aus der Wüste aus Ägypten kamen und in der Wüste umgekommen sind. Sie hatten auch die Verheißung, ins verheißene Land zu kommen, aber es hat sich bei ihnen nicht mit Glauben verbunden. Und so sind sie in der Wüste verschollen, begraben worden, zunichte geworden. Es geht nicht ums ewige Leben. Sie haben einfach das verheißene Land nicht erreicht. Es hat sich nicht mit Glauben verbunden.
Interessante Formulierung: Es muss sich mit Glauben verbinden. Man muss es im Glauben ergreifen. Die Aussagen der Schrift müssen sich mit unserem Glauben verbinden. Wir müssen sie im Glauben nehmen.
Neues Leben, neue Identität. Anderson beschreibt in seinem Buch, das ich euch vorhin gezeigt habe, „Neues Leben, neue Identität“, eine lange Aufzählung und nennt alle Stellen im Neuen Testament, die mit Identität zu tun haben. Da macht er eine lange Liste. Und ich erspare euch das jetzt. Ich kann nicht die ganze Liste bringen, ich bringe nur einen Auszug aus dieser langen Liste. Das sind eigentlich vier Folien, ich verkürze das zu einer.
Schaut mal: Immer wenn die Bibel etwas sagt, was wir in Christus sind, ist das eine Identitätsaussage. Jesus sagt zu seinen Jüngern, dass sie Kinder Gottes sind. Ja, wir sind Kinder Gottes. Identität. Weil wir Kinder sind, sind wir auch Erben. Kinder sind automatisch Erben. Das ist unsere Identität. Wir erben den Himmel.
Wir sind heilig und gerecht vor Gott. Das ist unsere Identität. Wir sind es. Wir sind Bürger des Himmels. Unser erster Wohnsitz ist nicht in Sindelfingen, sondern im Himmel. Und hier ist der zweite Wohnsitz. Ich bin ein Auserwählter Gottes, heilig und geliebt. Ich bin ein Kind des Lichts, nicht mehr der Finsternis. Ich bin versetzt worden in das Reich des Lichts. Ich bin Teilhaber der himmlischen Berufung, sagt Hebräer 3,1. Ich bin für den Himmel berufen. Ich bin ein Kind Gottes und werde Christus gleich sein, wenn er wiederkommt. Ich bin von Gott geboren, und Satan kann mich nicht antasten. Und dann schließt er die lange Liste mit dem schönen Satz: Ich bin nicht der Große, ich bin, das ist Gott. Doch durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Wie Paulus. Ja, sehr schön.
Da fehlen jetzt viele Aussagen. Er geht vom Matthäusevangelium aus, er fängt an: Ich bin Salz und ich bin Licht, weil der Herr das zu seinen Jüngern gesagt hat, bis zum ersten Johannesbrief. Da ist die letzte Aussage. Er macht eine lange Liste. Und diese ganzen Aussagen, die gehören uns, die gehören jedem von uns.
Wer das bisher nicht gesehen hat, wem das gar nicht bewusst war, der kann heute Abend, wenn er will, zuhause sich hinknien oder hinsetzen oder stehen, wie immer, und jede dieser biblischen Aussagen nehmen und Gott im Gebet dafür danken. Wie beweist man, dass man ein Geschenk angenommen hat? Wie beweist man das? Wenn morgen jemand zu Besuch kommt und euch einen schönen Blumenstrauß oder eine Tafel Schokolade oder Pralinen bringt, dann sagt man Danke. Durch Danken beweist man, dass man das Geschenk angenommen hat. Wenn man sagt: Nein, kann ich doch nicht annehmen, nee, nee, nee, dann gehört es einem nicht. Aber wenn man dankt, genauso verhält es sich mit geistlichen Gaben.
Geh auf deine Knie und danke Gott im Glauben für jede dieser Wahrheiten. Zum Beispiel: Herr, ich danke dir, dass ich dein Kind bin. Identität. Ich bin es. Nicht: Ich will es langsam werden. Ich bin es! Ich danke dir, dass ich in deinen Augen heilig und gerecht bin. So siehst du mich schon. Du siehst mich in Christus. „Ich preise dich, dass ich ein Kind des Lichts bin“, usw. usw.
Durch dankbare Annahme im Glauben werden geistliche Aussagen in unserem Leben erfahrbare Realität. Dann fällt der Groschen, dann begreife ich das. Ich kann nicht nur immer bitten für etwas, ich muss danken, dass ich es jetzt im Glauben empfangen habe. Im Glauben! Es muss sich mit Glauben verbinden. Und indem ich dafür danke, beweise ich: Ich habe es angenommen. Und dann kann ich darin leben. So geht das.
Das ist keine Autosuggestion. Das hat damit nichts zu tun. Die Bibel, ich sage noch einmal: Alle geistlichen Wahrheiten kommen auf diesem Wege in unser Leben. Habt ihr das irgendwie anders angenommen, das ewige Leben, das Geschenk der Vergebung der Sünden, dass Christus in unser Leben gekommen ist? Ist da ein Engel gekommen, der euch auf die Schulter geklopft hat? Bei mir nicht. Ich konnte das nur im Glauben nehmen. Und seitdem lebe ich darin, in dieser Wirklichkeit, in der Wirklichkeit und Geborgenheit des Glaubens. So geht es. Es muss sich mit Glauben verbinden.
Heute Abend um 19 Uhr, nachdem wir jetzt eine schöne Abendimbisspause gehabt haben werden, werden wir mit Teil 3 weitermachen. Dann überlegen wir, welche seelsorgerlichen und praktischen Auswirkungen das hat, wenn wir eine Identität in Christus gefunden haben. Das wird sich doch auswirken, das muss sich auswirken, ganz sicher. Und da werden wir vier Punkte sehen, wie sich das auswirken kann. Da sehen wir das Wort Ende.
Ihr wisst: Nach dem Vortrag kommt noch einmal der Hinweis auf gute Bücher. Identität von Andersen habt ihr schon gesehen, meins auch. Ach so, das habe ich noch nicht erwähnt. Jens schmunzelt schon. In dem Buch von mir durfte ich einen Anhang reinhängen von Arnold Fruchtenbaum. Ihr kennt Arnold Fruchtenbaum, oder die meisten von euch haben den Namen schon gehört. Und es ist wirklich so: Der Anhang ist das Beste in diesem Buch, der ist mit Abstand das Beste. Da bringt er 33 Aspekte unserer Identität in Christus, 33 Aspekte hat er da aufgezählt. Und ich durfte das hinten in das Buch tun, und das allein wäre wert, das Buch zu lesen. Der Anhang ist wirklich das Beste in dem ganzen Buch.
So, dann Hans-Peter Reuer. Wie ihr alle wisst, ist er nicht mehr am Leben. Am 17. August 2013 ist er abgestürzt. Ich wollte ihn an dem Tag besuchen, ich war nur dreißig Kilometer entfernt in Österreich, aber am Abend hörte ich schon, dass er nicht mehr lebt. Du musst sterben, bevor du lebst, damit du lebst, bevor du stirbst. Ich habe alle Bücher von ihm gelesen, aber dieses hier mit größtem Gewinn. Das ragt für mich heraus. Das ist wirklich wertvoll, dieses Buch. Das war für mich eine geistliche Vitaminspritze. Aus dem Buch habe ich wirklich gelernt für mein Leben, und es hat mich geistlich so erfrischt. Ich konnte nur staunen, mit welchen guten Beispielen und Bildern er das Evangelium erklärt. Man merkt, dass er kein Theologe ist, darf ich mal so ungeschützt sagen. Er redet viel praktischer, als das viele Theologen leider tun. Nicht alle, aber viele. Das Leben ist zu kurz, um die Hauptsache zu verpassen. Bob George.
Zu dem Buch muss ich euch etwas sagen. Das erschien 1997 im Hänssler Verlag, gar nicht weit weg von hier. Ein Jahr später, 1998, haben wir es schon gelesen, meine Frau und ich, und wir fanden es so wertvoll, dass wir unserer damaligen Gemeinde in Mannheim verordnet haben: Alle mussten das Buch lesen. Nein, die mussten nicht, aber wir haben es ihnen so schmackhaft gemacht, dass es alle gelesen haben, soweit ich weiß. Und kein einziger hat sich bei mir beschwert. Im Gegenteil, wir haben sogar einen extra Abend gemacht, wo wir nur zusammengetragen haben, was wir aus diesem Buch gelernt haben.
Wenn ihr wissen wollt, ob das Buch gut ist, dann fragt ihr den Peter Zeeb. Er hat es auch mit großem Gewinn gelesen, wir haben uns vorhin darüber ausgetauscht. Ja, und es ist wirklich herausragend. Es gehört zu den zehn besten Büchern, die ich kenne. Das ist Bob George. Er ist inzwischen 82 Jahre alt. Seine Frau, die lange in Göppingen gelebt hat, hier in Württemberg, das ist seine Tochter. Und der Sohn, und das ist der Schwiegersohn. Das Bild haben Sie mir geschickt, ich stehe mit Ihnen in Verbindung. Ich wollte Bob George gerne noch einmal hier nach Deutschland einladen, aber er kann nicht mehr kommen. Er ist inzwischen alt und krank, es geht nicht mehr. Sein Buch ist da, ja: Das Leben ist zu kurz, um die Hauptsache zu verpassen. Wirklich eine Wucht, das Buch.
Fruchtenbaum, weil ich ihn erwähnt habe: Das Leben des Messias. Manche haben Probleme mit dem Thema Sünde gegen den Heiligen Geist. Das ist ein Grund, warum ich dieses Buch so schätze. Das hat er so fantastisch dargelegt, warum wir damit nichts zu tun haben mit dieser Sünde gegen den Heiligen Geist, sondern die Generation der Juden damals, die den Messias unter sich hatten, seine Wunder gesehen haben und ihn trotzdem abgelehnt haben, die hat die Sünde gegen den Heiligen Geist begangen, nicht wir. Das zeigt er alles. Ich habe durch wenige Bücher so viel gelernt für das Verständnis des Neuen Testaments wie durch dieses Buch.
Das ist mein Freund Gerhard Stamm, der ist Missionar in Neuguinea. Er reitet normalerweise auf Krokodilen, aber hier war er krank. Da kommt ein Rundbrief von ihm, und ich traue meinen Augen nicht: Da war auf dem Rundbrief dieses Bild. Was hat er denn da für ein Buch? Das ist bis nach Neuguinea geraten, irgendjemand hat ihm das da geschenkt. Ja, das hat mich wirklich gefreut.
Leider habe ich nicht zu allen biblischen Büchern Bücher von Fruchtenbaum. Aber vorhin haben wir den Galaterbrief kurz angeschaut. Da gibt es ein neues Buch: Allein durch den Glauben. Der Galaterbrief, das mosaische Gesetz und die Bedingung unserer Errettung. Fruchtenbaum, relativ neu, gibt es erst seit ein paar Monaten. Und dann haben wir vorhin die Botschaft gehört: In Christus.
Letztes Buch, das ich euch zeigen darf: Christus in uns, Fritz Binde, mein Lieblingsautor, den ihr schon kennt, durch den meine Großeltern zum Glauben kamen, 1905. Dieses Buch ist 1921 erschienen. Er hatte es schon geschrieben, aber er hat das Erscheinen des Buchs nicht mehr erlebt. Er hat den Druck nicht mehr erlebt, wie es dann erschien, und damals einmal erschien und dann 90 Jahre von der Bildfläche verschwunden. Es war verschollen, keiner wusste, wer die Rechte hat und alles. Dann habe ich in der Schweiz die Urenkelin von Fritz Binde kennengelernt, und die hat mir geholfen, dieses Buch noch einmal zu bringen. Es ist erst zum zweiten Mal erschienen, nach 1921. Es ist genau so wertvoll wie die anderen Bücher von Binde.
Christus in uns: Hier im ersten Kapitel schreibt er über die Liebe Gottes. Ich habe noch nie etwas so Gutes über die Liebe Gottes gelesen wie in diesem Buch Christus in uns von Fritz Binde.
So, ich bin durch. Wir sind wieder fantastisch in der Zeit. Ich habe mit Jens ausgemacht, dass ich jetzt am Abschluss dieses Vortrags beten werde. Das will ich auch gleich tun.
Noch eine Frage zu dem, was jetzt gesagt wurde in diesem zweiten Vortrag. Ich meine jetzt eine ganz dringende, nicht eine, die ihr euch an den Haaren herbeizieht, sondern: Habe ich etwas Dummes gesagt, das ihr richtigstellen wollt, oder etwas nicht gesagt, was ihr gerne wissen wollt? Ansonsten haben wir jetzt auch in der Pause Gelegenheit. Dann kommt ihr einfach „bei mich bei“, wie die Hessen sagen. Kommt ihr einfach zu mir, und dann können wir das auch privat klären.
Gut, dann stehen wir bitte auf und danken.
Herr Jesus Christus, wir wollen dir so von Herzen danken für diese wunderbaren Wahrheiten, die wir uns heute Nachmittag neu in Erinnerung rufen durften. Herr, es ist so gewaltig, dass wir, die wir dich alle so enttäuscht haben, die wir so fern von dir waren, dass wir jetzt in dir sein dürfen und damit auch in Gott, unserem Vater, ganz nahegebracht sind, dass wir Zugang haben bis zu seinem Vaterherzen, dass wir nicht im Vorhof stehen müssen wie die Israeliten damals. Wir haben wirklich Nähe, wir sind nahe geworden.
Und, Herr, wir wollen diese Wahrheiten nicht nur theoretisch irgendwie fassen und abhaken. Das soll unser Leben wirklich prägen. Das soll uns Freude und Friede und Geborgenheit und Mut geben, Perspektive. Das soll uns auch helfen, unseren Auftrag auszuführen. Herr, wir danken dir für die Identität in dir und bitten dich, dass wir das noch fröhlicher und noch ernster zugleich ausleben können, jeder von uns in seinem persönlichen Alltag.
Wenn hier heute jemand ist, der noch nicht in dir, in Christus, ist, der noch in Adam ist, lass ihn verstehen, Herr, was er zu tun hat, dass er diesen Identitätswechsel erlebt, dass er ihn erfährt und auch dich preisen kann, in Ewigkeit in dir zu sein, so wie wir es eben bei den Illustrationen gesehen haben.
Danke noch einmal für alle, die hier sind, Herr, ich möchte dir für jeden Einzelnen danken. Und danke für die Gemeinschaft, die wir jetzt auch haben dürfen, auch in der Zeit der Pause. Wir bitten dich, segne uns weiterhin, auch durch die Gespräche. Amen.
