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Wie kann ich mir sicher sein, was richtig und falsch ist? (4/10)

Wie kann ich mir sicher sein, was richtig und falsch ist?, Teil 4/10
01.04.2026
SERIE - Teil 4 / 10Wie kann ich mir sicher sein, was richtig und falsch ist?
Was ist richtig – und wer entscheidet das? Ohne einen klaren Sinn für den Menschen bleibt Moral am Ende nur Meinung.

Zwei Wege, Moral zu verstehen

Wie kann ich mir sicher sein, was richtig und falsch ist?

Von Chris Morphew

Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt, Nachfolge praktisch

Dein geistlicher Impuls für den Tag

Mein Name ist Jürgen Fischer, und ich habe Urlaub. Deshalb diese exklusive Lesung.

Kapitel vier

Wie können wir herausfinden, was richtig und falsch ist?

Aus meiner Sicht gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten.

Option eins ist, dass richtig und falsch nur Konzepte sind, die der Mensch sich selbst ausgedacht hat. Sie mögen hilfreiche Ideale sein, die die Gesellschaft am Leben erhalten und uns manchmal davon abhalten, uns gegenseitig umzubringen. Doch letztlich bleiben sie Kategorien, die wir uns ausgedacht haben.

Richtig und falsch sind nicht real, so wie die Schwerkraft real ist. Sie sind keine unveränderlichen Fakten über das Universum, sondern sie sind Meinungen, über die wir uns manchmal einig sind. Das klingt für mich danach, dass wir uns alle sehr bemühen, an etwas zu glauben, das es gar nicht gibt.

Option zwei besagt, dass Richtig und Falsch auf einer anderen Ebene stehen als wir, dass sie eben doch unveränderliche Fakten des Universums darstellen, so wahr und real wie Biologie, Chemie und Physik.

Selbst wenn jeder Mensch auf der Welt der Meinung wäre, dass Sklaverei oder Mobbing oder Mord oder das Aussetzen von Neugeborenen auf der Straße richtig sei, wäre es immer noch falsch. Denn moralische Werte können nicht nach unserem Ermessen oder Willen festgelegt werden.

Doch wenn meine Vermutung, dass Option zwei die Wahrheit ist, zutrifft, wenn Richtig und Falsch nicht in uns ihren Ursprung haben, woher kommen sie dann?

Wenn wir nicht über Richtig und Falsch entscheiden können, wie können wir das dann herausfinden?

Die evolutionäre Erklärung und ihre Grenzen

Freunde von mir würden die Herkunft unserer tiefen Gewissheit über richtig und falsch in der fernen Vergangenheit suchen und beobachten, wie sich unsere Spezies entwickelt hat.

Falls du dich mit der Evolutionstheorie nicht so gut auskennst, kommt hier die Kurzfassung: In der Natur ist das Überleben der Griff zur Meisterschale. Je besser du an deine Umgebung angepasst bist, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass du lange genug überlebst, um deine DNA an die nächste Generation weiterzugeben. Das bedeutet, dass sich eine Art im Laufe der Zeit entwickelt und verändert. Dabei behält sie in der Regel Merkmale bei, die ihr das Überleben sichern, und verliert andere Merkmale, die es wahrscheinlicher machen, dass sie getötet oder gefressen wird.

In Bezug auf die Moral geht die Evolutionstheorie davon aus, dass diejenigen unserer Vorfahren, die zusammenarbeiteten, in der Regel länger und in grösserer Zahl überlebten als die, die das nicht taten. Dadurch wurde dieser instinktive Zusammenhalt über unzählige Generationen hinweg immer stärker. Als sie die Fähigkeit des Sprechens entwickelten, begannen unsere Vorfahren, komplexere Informationen und Geschichten auszutauschen, die das Überleben in der Gruppe sicherten. Nun bestimmte nicht mehr nur die DNA über die weitere Entwicklung unserer Spezies, es bestimmten die Gedanken und Ideen.

Spulen wir in die Gegenwart vor. Laut Evolutionstheorie haben wir auch heutzutage diese intensiven Gefühle hinsichtlich richtig und falsch. Doch die wahre Quelle dieser Gefühle sei unsere Evolutionsgeschichte. In den meisten Fällen seien die von uns als richtig empfundenen Überzeugungen und Verhaltensweisen diejenigen, die uns in der Vergangenheit das Überleben gesichert haben. Demgegenüber hätten die von uns als falsch empfundenen Überzeugungen und Verhaltensweisen dazu geführt, dass wir mit grösserer Wahrscheinlichkeit gestorben wären.

Ich gehe davon aus, dass die Leser dieses Buches unterschiedliche Ansichten darüber haben, ob man mit der Evolutionstheorie die Herkunft des Menschen erklären kann. Welche Überzeugung du auch vertrittst: Ich möchte dir im Folgenden erklären, warum ich diesen Erklärungsversuch beim Thema Moral nicht für hilfreich halte, wie manche Leute behaupten.

Zunächst ist festzuhalten, dass die Wissenschaft uns zwar sehr gut dabei hilft, zu verstehen, wie die Dinge sind, aber nichts darüber aussagt, wie die Dinge sein sollten. Wenn in der Natur ein Löwenrudel eine Antilopenherde angreift, rennen alle Antilopen schnell weg. Erwischt und gefressen werden in der Regel die Langsamsten und Schwächsten, also meistens die ganz Jungen oder die ganz Alten. Vielleicht findest du dieses Verhalten schrecklich, doch niemand würde verlangen, die Löwen zusammenzutreiben und ins Gefängnis zu werfen, weil sie Antilopen jagen. Ebenso würde niemand die schnelleren und stärkeren Antilopen verhaften, weil sie ihre Familie im Stich gelassen haben. Diese Tiere sind nicht böse, sie verhalten sich einfach wie Tiere.

Andererseits: Wenn ein starkes, mächtiges Land ein schwächeres, weniger mächtiges Land überfällt und versklavt, oder wenn eine fitte, starke, gesunde Mama oder ein gesunder Papa aus einem brennenden Gebäude rennt und die Oma und die Kinder zurücklässt, um die eigene Haut zu retten, dann haben die meisten damit ein Problem. Aus unserer Sicht sollten starke Nationen ihre Macht nicht dazu missbrauchen, schwache Nationen zu zerstören. Fitte und gesunde Eltern sollten alles in ihrer Macht Stehende tun, um den Schwächeren in der Familie zu helfen.

Aber warum? Wir machen stärkere Tiere nicht dafür verantwortlich, dass sie schwächere Tiere fressen beziehungsweise sie zurücklassen, um selbst nicht gefressen zu werden. Doch wenn man die Evolution zugrunde legt, sind wir dann nicht auch Tiere? Ist es daher nicht natürlich und normal, dass die Starken überleben und die Schwachen sterben? Ist das nicht die Art und Weise, wie das Leben funktioniert?

Vielleicht denkst du: Ja, aber die Tiere wissen es nicht besser, Menschen schon. Wir stehen in der Verantwortung, uns gegenseitig gut zu behandeln. Doch das bringt uns erneut zu denselben Fragen zurück: Wer darf bestimmen, was gut ist? Wer darf bestimmen, was besser ist? Wer darf bestimmen, wofür jemand anderes verantwortlich ist?

Versteh mich nicht falsch, ich stimme dir in deiner Schlussfolgerung zu, doch sie stammt nicht aus der Natur. Die Wissenschaft kann dabei helfen, unsere Gefühle zu erklären, aber sie kann sie nicht wahrmachen. Wenn es also wahr ist, dass wir gut miteinander umgehen sollen, dann hat diese Wahrheit einen anderen Ursprung.

Wozu der Mensch da ist

Vor einiger Zeit bat ich bei einem Winterferienlager meiner Kirche einige Jugendliche nach vorne zu einer zugegebenermassen etwas seltsamen Aktivität, die ich mir ausgedacht hatte. Ich nannte sie: „Ist das gut?“

In der Woche zuvor hatte ich einige geheimnisvolle Gegenstände bei Amazon bestellt. Ein kleines, zwiebelförmiges Objekt mit einem Loch in der Mitte, ein rundes, flaches Gummiteil, das so aussah, als könnte man es um den Hals knöpfen, und ein leicht bedrohlich aussehendes gelbes Gerät mit einer Reihe von stumpfen metallischen Klingen an einem Ende.

Ich gab jedem meiner Freiwilligen eines dieser Objekte und fragte: „Was denkst du, ist das ein gutes Gerät?“

Jedes Mal bekam ich die gleiche Antwort: „Woher soll ich das wissen? Ich weiss doch gar nicht, was das für ein Ding ist.“

Nachvollziehbar, oder? Bevor sie einschätzen konnten, ob eines dieser seltsamen Plastikteile gut oder schlecht ist, mussten sie erst einmal wissen, welchen Zweck es erfüllen sollte, wozu es gemacht wurde.

Sobald ich die Jugendlichen darüber aufgeklärt hatte, war der Rest leicht herauszufinden. Das bauchige Ding war ein winziger Trichter, mit dem man Flüssigkeiten von einer Flasche in eine andere umfüllen konnte, und wie sich herausstellte, war es ein ziemlich guter Trichter. Er erfüllte den Zweck, für den er geschaffen worden war.

Leider erwiesen sich das flache Gummiteil, ein Hut, der Sonne und Regen von den Augen eines Babys fernhalten sollte, und das furchterregende gelbe Teil, ein Bananenschneider, als nicht so gut. Als wir sie ausprobierten, erfüllten beide nicht den Zweck, für den sie gemacht worden waren.

Der Sinn dieses Spiels, wenn man es überhaupt so nennen kann, war folgender: Bevor man herausfinden kann, ob jemand ein guter oder ein böser Mensch ist, muss man zunächst wissen, wozu der Mensch da ist, worin unser Zweck liegt. Wir können nicht sagen, ob unsere Handlungen gut oder schlecht sind, wenn wir nicht wissen, wozu wir überhaupt da sind. Wir müssen zuerst wissen, wie ein menschliches Leben auszusehen hat, bevor wir beurteilen können, ob wir es erfüllen.

An dieser Stelle müssen wir, wie ich bereits sagte, meiner Meinung nach Gott ins Spiel bringen. Denn wenn die Evolution die vollständige Erklärung ist, wenn es keinen Gott gibt, der uns erschaffen hat, wenn wir alle nur zufällig hier sind, dann gibt es keinen Grund für die Existenz des Menschen. Dann erfüllen wir keinen Zweck ausser dem, den wir für uns selbst finden.

Das wiederum würde bedeuten, dass alles, was wir darüber sagen, was Menschen tun sollten und was nicht, letztlich nur eine Frage der Meinung ist.

Wenn es aber doch einen Gott gibt, und zwar den Gott, von dem die Bibel spricht, der die Menschen mit einer konkreten Absicht und zu einem bestimmten Zweck geschaffen hat, dann haben wir einen soliden Ausgangspunkt für die Frage nach richtig und falsch. Dann können wir einen guten Menschen von einem schlechten unterscheiden, indem wir fragen: Erfüllt er den Zweck, zu dem er erschaffen wurde?

Offenbar beweist keine dieser Überlegungen, dass es den Gott der Bibel oder irgendeinen anderen Gott wirklich gibt. Aber wir können uns für einen Moment vorstellen, dass es so ist. Wenn es einen Gott gibt, der uns helfen kann, zwischen richtig und falsch zu unterscheiden, welchen Unterschied würde das in unserem alltäglichen Leben machen?

Abschluss und Gebet

Das war's für heute. Bitte bete für evangelistische Verteileinsätze, die rund um Ostern stattfinden, dass Menschen berührt werden und verstehen, warum sie Jesus brauchen.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

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