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Kinder vor Pädokriminalität und Cybergrooming schützen

SerieTeil 2 / 2Gesegnete Eltern - Gesegnete Kinder
Kinder sind online und im Alltag oft näher an Tätern, als Eltern ahnen. Wer die Warnsignale kennt und offen über Grenzen spricht, kann sein Kind wirksam schützen.

Ein Einstieg zwischen Alltagsbild und ernster Realität

Das Thema heute mal hineinbegeben: das undenkbare Denken, wie wir mit Pädokriminalität und Cyber Grooming umgehen können. Sie finden auf dem Handout und auf der Rückseite einige Fachbegriffe. Die müssen Sie jetzt nicht mitschreiben, und ich habe Ihnen auch schon ein paar Hilfsseiten aufgeschrieben oder angegeben, falls Sie weitere Infos brauchen.
Zunächst einmal, glaube ich, kennen viele von uns diese Situation: Es ist ein wunderschöner, super sonniger Tag, und die Kids sind im Planschbecken. Diese malerische Szene, dieses freudige Kindergetose und die Kleinen – das ist doch der optimale Schnappschuss. Also, was macht man? Zack, Smartphone raus, Foto machen. Und unglücklicherweise sind Oma und Opa halt nicht um die nächste Ecke, sondern wohnen 600 Kilometer weit weg. Dann macht man eben eins: Man sendet dieses Foto einfach per WhatsApp weiter. Das ist eine total harmlose Situation.
Der Investigativjournalist Daniel Moosbrugger schreibt dazu: Wer als Eltern glaubt, ein Teilen von Kinderfotos über WhatsApp sei sicher, weil man ja die Kontakte kennt, liegt damit völlig falsch. Gerade die Personen, zu denen man Vertrauen hat, sind diejenigen, die überwiegend zu Tätern werden.
Ab hier wird der Vortrag sehr ernst, denn diese Aussage bringt uns zum Nachdenken. Ich möchte in den kommenden Minuten einiges mit Ihnen nachdenken. Ich stütze mich hauptsächlich auf die Ausarbeitung von Daniel Moosbrugger, das wird im Verlaufe des Vortrags dann auch deutlich werden. Er war unter anderem drei Jahre lang im Darknet unterwegs und hat dort recherchiert. Er hat das europaweit größte Forum für Pädokriminalität in Kooperation mit der Polizei stillgelegt, wirklich stillgelegt, nicht nur gelöscht, sondern stillgelegt.
Für uns sollen bei diesem Thema zwei Schwerpunkte gesetzt werden: einmal Pädokriminalität und das andere ist Cyber Grooming. Beides hat mit der heutigen Digitalisierung etwas zu tun. Und wenn Sie jetzt noch nicht mit den Begriffen klarkommen, keine Sorge, wir bauen das Stück für Stück auf.
Ich möchte erst einmal ein paar Begriffe nennen, damit wir überhaupt wissen, worum es eigentlich geht. Ich möchte uns danach ein Bewusstsein für die Situation schaffen, in der unsere Kinder aufwachsen. Anschließend möchte ich Sie für die möglichen Gefahren im Umfeld sensibilisieren, und abschließend möchte ich noch ein paar Bausteine benennen, um präventiv gegen Pädokriminalität und Cyber Grooming vorzugehen.
Denn wer mit offenen Augen durch die Zeit geht, der hat irgendwie festgestellt: Die Kindheit ist belastbarer, vielleicht noch schwerer geworden, als sie war. Oder vielleicht hat sie auch einfach nur andere Herausforderungen, denn irgendwo hat jede Kindheit ihre Höhen und ihre Tiefen. Oftmals ist es ja so, dass man bei so einem Thema irgendwie aktiv wegschaut. Man sagt sich: Oh, das stand wieder in der Zeitung, das war irgendwo. Und man denkt nicht, dass das vielleicht ganz nah eingeschlagen hat.
Meine persönliche Beobachtung ist, dass es auch gerade in christlichen Kreisen, die konservativ unterwegs sind, solche Themen tabuisiert werden. Das Wort Sex wird gar nicht angesprochen, es wird gar nicht darüber aufgeklärt, das wird dann schon irgendwann laufen. Aber in den sozialen Netzwerken gibt es keine Schutzräume. Wir als Eltern, wir als Großeltern, wir als Pädagogen müssen proaktiv sein und uns mit diesen Themen beschäftigen. Und deswegen möchte ich zunächst einmal ein paar Begriffe vorstellen.
Denn Grundlage für das Handeln, dass jeder Mensch wichtig ist und eine Würde hat, ist auch in seiner christlichen Weltanschauung in der Bibel grundgelegt. In 1. Mose 1,27 heißt es: Da schuf Gott den Menschen nach seinem Bild, er schuf ihn als ein Ebenbild, als Mann und Frau schuf er sie. Aus seiner christlichen Weltanschauung hat jeder Mensch eine Würde. Und deshalb sind Kinder und Jugendliche in ihrer unverwechselbaren Würde zu achten und auch zu schützen.
Wenn wir uns mit kriminellen Handlungen an Kindern und Jugendlichen auseinandersetzen, dann müssen wir sprachlich differenzieren. Das habe auch ich gelernt, als ich sein Buch gelesen habe und mich mit dem Thema beschäftigt habe. Hintergrund dafür ist, dass es eben verschiedene Schattierungen von sogenannter sexueller Gewalt gibt.
Der erste Begriff, sexualisierte Gewalt, wird von Miriam Günderoth, Referentin für Prävention sexualisierter Gewalt, wie folgt erklärt: Sexualisierte Gewalt umfasst jegliches Verhalten, das die sexuelle Selbstbestimmung und persönliche Integrität eines anderen Menschen beschneidet: sexuelle Belästigung im Alltag, sexistische Sprache und Bedrohungen, aufgedrängte Zärtlichkeiten und Berührungen, erzwungene sexuelle Handlungen, sexueller Missbrauch und Vergewaltigung.
Sie sehen, das ist ein sehr umfassender Begriff. Alles eigentlich, was ich gegen den Willen einer Person tue, mit einem sexuellen Kontext, ist nicht in Ordnung. Und das ist dieser Begriff. Hier zeigt sich nämlich: Wenn so etwas stattfindet, dann ist das Kindeswohl gefährdet.
Wenn man sozialwissenschaftlich herangeht, dann ist Kindeswohlgefährdung in drei Kategorien aufzuführen: einmal Vernachlässigung, körperliche, emotionale oder erzieherische Vernachlässigung; dann Misshandlung, psychisch oder physisch; und das dritte ist eben der sexuelle Missbrauch an, mit oder vor dem Kind. Das werden Sie sich bitte merken: an, mit oder vor dem Kind.
Sexualisierte Gewalt kann in allen Lebensbereichen von Kindern und Jugendlichen stattfinden. Aber traurigerweise kommt die Mehrheit oder der größte Teil der Taten im familiären Bereich vor. Und es ist selten ein einmaliges Ereignis, sondern etwas, was immer wiederkehrt.
Gerade bei sexuellen Übergriffen gegenüber Kindern gibt es weitere Begriffe, wenn man den sogenannten Täter anschaut. Wir müssen hier zwischen Pädophilen, Pädosexuellen und Pädokriminellen unterscheiden. Die Vorsilbe „pedo“ zeigt auf: Da geht es um das Kind, um eine Person, die das Kindesalter betrifft.
Ein Pädophiler ist jemand, der ein primäres sexuelles Interesse an Kindern vor dem Erreichen der Pubertät hat. Kommt man von der medizinischen Seite her, dann sprechen wir von Menschen, die wiederholt intensive sexuelle und erregende Fantasien mit einem Kind oder mehreren Kindern haben, die in der Regel höchstens dreizehn Jahre alt sind.
Zunehmend differenziert muss man aber auch bei den pädosexuellen Menschen. Sie leben ihre Pädophilieneigungen aus, und das ist wichtig: ohne dass Kinder involviert sind. Sie holen sich zum Beispiel Kinderfotos aus Werbeprospekten und unternehmen dann sexuelle Handlungen an sich selbst. Das ist erst einmal der Pädophile.
Von Pädosexuellen wiederum sind Pädokriminelle zu unterscheiden, und Sie merken hier bei den Begriffen: Die steigern sich. Pädokriminelle sind Menschen, die rechtliche und moralische Grenzen überschreiten, indem Kinder betroffen sind, sei es durch einen rein digitalen Missbrauch, dann spricht man vom sogenannten Hands off, oder realer Missbrauch, dann bin ich bei Hands on.
Wenn sexuelle Gewalt an Kindern verübt wird, egal in welcher Form, dann nutzen wir diesen Begriff: Pädokriminalität. Wenn wir diesen Begriff gebrauchen, dann dient dieser Begriff als Sammelbegriff für Handlungen an, mit oder vor Kindern, in denen Kinder sexuell missbraucht oder mit sexueller Gewalt konfrontiert werden. Und dabei spielt es auch keine Rolle mehr, ob der Täter eine pädophile Sexualpräferenz hat, also ob er einfach sexuelle Fantasien mit Kindern vor Erreichen der Pubertät hat. Das ist grundsätzlich verwerflich.
Erschreckend ist, dass Kindeswohlgefährdung und sexualisierte Gewalt so häufig vorkommen, dass man davon ausgehen kann, dass in jeder Jugendgruppe betroffene Kinder zu finden sind. Spätestens bei dem Satz habe ich gedacht: Wow, ich bin als Lehrer total involviert, ich bin Jugendleiter, ich bin Lehrer, das hat mich geflasht.
Für die gemeindliche Kinder- und Jugendarbeit oder das schulische Umfeld ist somit deutlich, dass man sich tief mit der Tatsache auseinandersetzen muss, dass sich in ihren Reihen sowohl Opfer als auch Täter befinden. Und Sie merken, das Thema wird immer irgendwie gruseliger, weil man das so gar nicht wahrhaben will. Das hat man alles so verdrängt, und man hat nie darüber nachgedacht.
Nach sexualisierter Gewalt und Pädokriminalität gibt es noch einen dritten Begriff, den wir heute hören: das sogenannte Cyber Grooming. Wenn Sie Klicksafe, eine EU-Initiative mit der Zielsetzung der Förderung von Online-Kompetenz bei Kindern und Jugendlichen, anschauen, dann wird der Begriff wie folgt definiert: Cyber Grooming bezeichnet die Anbahnung von sexueller Gewalt gegen Minderjährige im Internet.
Und ganz ehrlich: Wo sind unsere Kinder unterwegs? Weniger draußen, mehr im Internet. Grooming kommt aus dem Englischen und bedeutet striegeln und steht metaphorisch für das subtile Annähern von Tätern an Heranwachsende.
Ich möchte, um das Wort ein bisschen greifbarer zu machen, ein Beispiel aus dem Schulalltag einer Kollegin vorstellen. Sie heißt Silke Müller, sie ist Schulleiterin in Niedersachsen, und sie macht ganz stark – ich weiß nicht, ob sie Christin ist oder nicht – aber sie setzt sich ganz stark dafür ein, dass präventiv Jugendliche vorbereitet werden, um im Umgang mit dem Internet geschult zu werden.
Mithilfe von künstlicher Intelligenz ist es schon des Öfteren vorgekommen, dass man den Kopf eines Mitschülers aus einem Foto ausgeschnitten und dann mit KI-basierter Technologie auf ein Sexmodel gesetzt hat. Und dann hat man natürlich dieses Pornofilmchen mit dem Kopf dieses Schülers oder dieser Schülerin. Und das geht ja heute viral. Das schicken Sie irgendwo rein, zack, und das Ding ist in ein paar Sekunden wunderbar verteilt, in der ganzen Klassengruppe, auf allen möglichen Netzwerken.
Solch ein Video sieht mittlerweile täuschend echt aus. Ich denke, Sie kennen die netten, süßen Babys von Trump und Putin, wie sie dann irgendwelche Reden schwingen oder so, und Sie hocken da und denken: Mann, sehen die realistisch aus. Das geht genauso mit dem negativen Bereich, nicht als Komik oder Satire, sondern leider mit kriminellen Inhalten.
Und wenn jetzt jemand seinen Kopf auf so einem Video sieht, Sie können sich ausmalen, was das für das Kind bedeutet, seelisch und psychisch. Im Endeffekt bleibt eigentlich nur noch der Schulwechsel, und im Endeffekt können Eltern den Ort irgendwie verlassen, damit das Kind nochmal irgendwo Neustart hat, weil man es verbrannt hat. Und das Internet vergisst nichts. Wir dürfen nicht meinen, dass Bilder, die wir reinschicken, nicht irgendwo sind. Das Internet vergisst nichts.
In der Vorbereitung wurde ich zudem dafür sensibilisiert, nicht mehr den Begriff Kinderpornografie zu benutzen. Warum? Weil der Begriff Pornografie bedeutet, dass hier zwei Personen zumindest formal einvernehmlich Sex miteinander haben. Und bei aller Liebe: Sex mit einem Kind, dass ein Kind sagt: Ja, finde ich gut, machen wir, kriege ich dafür noch ein bisschen Geld oder welches Video drehen wir – ich glaube, Sie merken, da hört es auf. Das hat nichts mit Einvernehmlichkeit zu tun.
Und deswegen gefällt mir auch insgesamt der Begriff Pädokriminalität viel besser, weil da schon drinsteht: Kind und kriminell. Das ist viel schlimmer, weil Kinderpornografie, Pornografie ist heutzutage bei uns nicht negativ besetzt, das ist etwas Positives. Das passt nicht mehr. Heutzutage muss man sagen: Es ist leider etwas ganz, ganz Schreckliches.
Ich möchte das Ganze auch aus einer christlichen Perspektive ein Stück weit beleuchten, denn wer seine Bibel liest, der weiß, dass Sünden grundsätzlich nichts Neues sind und auch dass Sünden gegen Kinder nichts sind, was Christen nicht kennen. Die Bibel beschreibt Menschen, die sexuell übergriffig werden, in 1. Korinther 6,9-11:
Wisst ihr nicht, dass keiner, der Unrecht tut, das Reich Gottes erben wird? Irrt euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Lüstlinge und Knabenschänder, weder Diebe noch Betrüger, auch keine Trunkenbolde, keine Verleumder und Räuber werden das Reich Gottes erben.
Wir sind hier bei einer Sünde, die laut des Bibeltextes aus dem Himmelreich ausschließt. Jede Sünde kann vergeben werden. Jesus Christus ist für Sünde am Kreuz gestorben. Auch wer das erlebt hat oder wer sogar Täter ist, kann dieser Sünde vergeben werden. Aber grundsätzlich, wenn das nicht geklärt wird, ist das eine Sünde, wo ich sagen muss: Du hast dein Heil nicht oder du hattest es nie.
Gott verurteilt sexualisierte Gewalt an Kindern auf Schärfste. Offenbarung 21,8 heißt es: Aber die Feiglinge, die Treulosen und die, die sich mit abscheulichen Dingen abgeben, die sexuell und moralisch leben und alle, die okkulte Praktiken ausüben, die Mörder, die Götzendiener und alle Lügner, sie erwartet der See, der mit brennendem Schwefel gefüllt ist, das heißt der zweite Tod. So deutlich ist die Bibel hier: ewige Verdammnis für jemanden, der das nicht bereut hat.
Und wir leben in einem Land, wo man dankenswerterweise sagen muss, dass Sexualdelikte gegen Kinder noch geschützt sind, und zwar durch den Gesetzgeber. Hier muss man auch mal eine Lanze für unsere Gesetzgebung brechen, so kritisch wir vielleicht dem einen oder anderen gegenüberstehen. Es gibt genug Paragraphen im Strafgesetzbuch oder in gewissen Bereichen, wo solche Sachen definiert sind.
Und erst vor ein paar Wochen hatten wir die Polizei im Haus, und bei uns in der Schule findet das immer wieder in verschiedenen Klassenstufen statt, dass wir unterschiedliche Präventionsschulungen haben. Und im Bereich der Pädokriminalität ist die Beamtin sehr deutlich geworden. Sie sagte: Hier gibt es keine Grauzone, denn das Leid und die Anzahl an Übergriffen sind erschreckend hoch. Da gibt es nichts, was okay ist, da ist einfach nur alles schon schrecklich und nicht in Ordnung.
Nachdem wir nun sprachlich ein bisschen mehr die Thematik gesehen haben, wollen wir uns dem zweiten Aspekt zuwenden. Ich möchte ein Bewusstsein für das Thema, für das Undenkbare, schaffen. Ein Satz, der mich beim Lesen von Moosbruggers Buch einfach richtig umgehauen hat, war: Statistisch betrachtet sitzen in jeder Schulklasse ein bis zwei Kinder, die von sexuellem Missbrauch betroffen sind oder waren. Und das hat mich als Lehrer hellhörig gemacht. Das heißt, ich habe in meiner Klasse Kinder und Jugendliche, die davon schon mal betroffen sind.
Und wenn ich mit meinen Schülern darüber rede, dann kann ich das nur bestätigen: Ja, definitiv. Sexuelle Übergriffigkeit oder dass sich Erwachsene schon mal geschrieben haben: Schick mir doch ein Nacktfoto oder schick mir mal ein Foto deiner Brüste oder lass uns mal treffen – alles schon vorgekommen, egal ob in Klasse sieben, acht, neun oder zehn, da bin ich hauptsächlich eingesetzt. Wir werden nachher sehen, das geht noch viel weiter runter.
Das ist ein erschreckender Satz, und diese Information ruft in einem Wut, Ekel und Angst vielleicht auch hervor. Aber es ist real, obwohl seit 1872 Unzucht mit Kindern zum Straftatbestand in Deutschland gehört. Schon damals sind bereits der Besitz und die Verbreitung unsittlicher Schriften, Abbildungen oder Darstellungen strafbar gewesen. Also das ist nichts, was jetzt gerade aufgeploppt ist, sondern das gab es schon immer.
Und meinen wir nicht, dass diese Straftaten erst heute aktuell sind. Moosbrücker schreibt: Wir wissen, dass sexueller Kindesmissbrauch sofort fotografiert wurde, als die Technologie entwickelt war, also vor weit über hundert Jahren. Ich möchte ganz bewusst sagen: Technik ist nichts Böses, ein Smartphone ist nichts Böses, nur wie man sie einsetzt, das macht sie dann, je nachdem, gut oder schlecht.
So richtig los ging es aber erst in den Neunzehnhundertfünfzigern, Sechzigern. Der Grund dafür ist, dass die Kameras erschwinglich wurden und die Täter ihre Bilder jetzt auch selber entwickeln konnten, denn man musste die Fotos nicht mehr weggeben, sondern man hatte sein Labor und konnte sich sein Zeug selber holen.
Positiv gesehen ist dieses Thema sexualisierte Gewalt gegen Kinder seit wenigen Jahrzehnten wieder öffentlich in der größeren Masse zu diskutieren. Das war lange Zeit unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit, es kommt jetzt wieder hoch. Wichtig dabei zu betonen ist, dass sexualisierte Gewalt heute nicht mehr nur den physischen Missbrauch meint, bei dem Kinder zu sexuellen Handlungen gezwungen werden, sondern es geht auch um diesen digitalen Missbrauch.
Sexualisierte Gewalt im digitalen Zeitalter heißt nämlich: Kontaktaufnahme durch Chats in Online-Spielen, Diebstahl privater Fotos – erinnern Sie sich an unser Eingangsbeispiel WhatsApp. Sie glauben gar nicht, wie schnell man Ihr Foto wegklauen kann und im Darknet damit alles Mögliche machen kann. Von Social-Media-Plattformen. Und wenn Sie denken, Sie haben ein Kennwort vergessen, das ist ruckzuck gehackt, wenn jemand Ahnung hat, egal wie viele Punkte, Kommata, Groß- und Kleinschreibungen Sie drin haben. Außer Sie haben so ein ultralanges mit was weiß ich wie vielen Zeichen, dann wird es irgendwann sicher. Aber das ist alles ruckzuck gehackt, wenn Leute da sind, die wirklich Ahnung haben.
Festigung von Machtstrukturen, zum Beispiel mittels des Smartphones, gehören auch dazu, wenn ich grenzverletzendes Verhalten habe. Blickt man auf die Geschichte der Pädokriminalität, so zeigt sich, dass praktisch jede technische Innovation im Bereich der Medien und Kommunikation dazu genutzt wurde, um Kinder sexuell auszubeuten. Leider benutzt man die Technik oft falsch.
Christen in islamischen Ländern, wo sie nicht die Bibel lesen können, sind dankbar für dieses technische Gerät, weil sie irgendwo eine Bibel-App haben und die Schrift lesen können. Genial! Andererseits kann ich in zwei Klicks im Darknet oder sonst wo sein und mir die grauslichsten Sachen anschauen. Das ist leider das Spannungsfeld, in dem man lebt: das Positive wie das Negative.
Das World Wide Web ist die größte Diskussions- und Tauschplattform für solche Inhalte. Um die Anonymität des Internets vollständig zu nutzen, gibt es das sogenannte Darknet. Es ist ein versteckter Teil im Internet, unsichtbar für alle, die mit einem Standardbrowser unterwegs sind. Aber wenn man ein bisschen schlau ist und sich technisch ein bisschen auskennt, dann kann man sich einen Zugang schaffen und dann kann man in dieses Darknet hineingehen. Und dort können sie dann alles kriegen: von der tollsten Palme, vielleicht die sie irgendwo aus einem exklusiven Land haben wollen, hin über exotische Tiere bis hin zu Kindern, die sie gerne für sonstige Sachen haben möchten. Die Bandbreite ist: Alles ist da. Segen und Fluch sind wieder nah beieinander.
Das Internet ist nicht böse, aber man kann es unterschiedlich nutzen. Man muss leider sagen: Das Internet, von unserem Thema jetzt aus gesehen, ist für Pädokriminelle natürlich ein Riesengeschenk. Sie können da richtig loslegen.
Von welchem Ausmaß sprechen wir eigentlich? Interpol schätzt, dass bis zur Erfindung des Internets nur rund vier strafrechtlich relevante Bilder von sexuellem Kindesmissbrauch im Umlauf waren. 1998 wurde in den Niederlanden jedoch ein Tauschring für Missbrauchsdarstellungen aufgedeckt. Dort fand man zigtausend Aufnahmen, die meist noch physisch getauscht worden waren, also man musste sich eins zu eins treffen und hat die Bildchen dann ausgetauscht.
1999 flogen in den USA in der Firma Landslide inklusive Childporn auf. Die beschlagnahmte Kundendatenbank der Firma enthielt rund 250 Nutzer, wobei Landslide zunächst Geld mit Erwachsenenpornografie verdient hat. Auch hier werden Mechanismen genutzt, um Wege zu Schlimmerem zu kriegen. Operation Marcy im Jahr 2003 wurde gegen 26 Verdächtige ermittelt.
Moosbrugger schreibt: Schockieren kann nicht mehr, und das ist echt sehr, sehr hart. Schockieren kann nicht mehr, dass Kinder missbraucht und die Taten dokumentiert werden, das schockt nicht mehr. Schock wird nur über Masse und über Quantität ausgelöst. Es schockt nicht mehr, dass ein Kind missbraucht wird, sondern nur noch, dass es so viele sind, die es angucken.
Unicef legte 2009 weitere Schreckenszahlen vor. 2004 gab es rund 480 Websites mit illegalem Missbrauchsmaterial, verglichen zu rund 260 im Jahr 2001. Binnen drei Jahren explodiert das Ding. Folgt man den Angaben von Unicef, so wurden 2009 täglich etwa 200 bis dato unveröffentlichte Fotos im Internet in Umlauf gebracht. Täglich 200 Bilder, die es nicht gab, das heißt, 200 Mal wurde am Tag mindestens eine Straftat gegen ein Kind begangen.
In seiner Recherche konnte Moosbrücker weitere Zahlen liefern. Das ausgehobene Forum Rindex, das er stillgelegt hat, war von 2020 bis 2022 das Forum für Pädokriminalität in Europa schlechthin. Moosbrugger schreibt: Rindex hatte damals fast vier Millionen Registrierungen, bis November 2021 hatten alle seine Seiten zusammen rund 1,775 Milliarden Aufrufe. 1,557 Milliarden, acht Milliarden haben wir gerade als Menschen, nur mal als Vergleichszahl.
Schockierend kann nicht mehr, dass Kinder missbraucht werden, schockierend ist die Quantität und die Anzahl. Menschen haben die Entscheidung getroffen, eine bestimmte Seite auf Rindex anzuklicken, nicht auf Facebook oder nicht auf Instagram, sondern in einem Darknet-versteckten Raum, um sich sowas anzuschauen. Solche Ausmaße sind schockierend.
Ein kleiner Lichtblick: Seit einigen Jahren ist dieses Thema wieder mehr auf der Agenda, und man redet wieder darüber. Und deshalb ist so ein Abend wie heute zu begrüßen, weil Sie sind da und hören sich das an, und Sie gehen damit den ersten Schritt der Prävention. Sie informieren sich, Sie schweigen nicht, Sie gucken nicht weg, sondern Sie informieren sich.
Nachdem wir nun das Bewusstsein für das Undenkbare, glaube ich, ein bisschen vorhanden haben, möchte ich uns im dritten Teil dafür sensibilisieren, wie wir mit unseren Kindern umgehen. Das ist immer der schockierendste Teil. Der Titel des Seminars lautet ja: Das undenkbare Denken. Warum eigentlich? Auch wenn man es nicht wahrhaben will: Statistisch gesehen ist das Nahfeld eines Kindes und eines Jugendlichen das Bedrohlichste, und zwar mit großem Abstand, um Opfer sexualisierter Gewalt zu werden.
Was meine ich mit dem Begriff Nahfeld? Sexualisierte Gewalt gegen junge Menschen findet statt von Familienangehörigen, von Freunden der Familie, dem Verwandtschaftskreis, der Nachbarschaft, Bezugspersonen oder Autoritätspersonen, die in Vereinen, Kitas, Schulen oder Kirchen sind. Das ist das Nahfeld, und das ist das Erschreckende. Es geht nicht darum, dass irgendjemand aus Hamburg hier runter in die Pfalz fährt, sich ein Kind irgendwie aussucht, das in sein Auto packt und missbraucht. Die Fälle gibt es. Aber das ist, gesehen auf das Schrecken, wirklich nicht die Masse, das ist nicht das Schreckliche. Das Schreckliche ist, dass das Nahfeld die hohe Anzahl hat.
In einer Studie aus dem Jahr 2022 der UBSK, der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, kamen solche Zahlen zum Vorschein. Die UBSK schätzt für 2021 ein, dass etwa ein Viertel der Fälle von sexualisierter Gewalt im engsten Familienkreis stattfindet und die Hälfte der Fälle im sozialen Nahfeld, also im erweiterten Familien- und Bekanntenkreis, inklusive Vereinen und Nachbarschaft. Zusammen genommen geht die UBSK also bei drei von vier Fällen davon aus, dass die Täter aus dem Nahfeld kommen.
Deswegen ist es der erschreckendste Teil. Die Täter kommen halt eben – es sind halt Opa, Oma, Onkel, Tante, Papa, Mama, Geschwister. Diese Zahlen verdeutlichen umso mehr, in welcher Verantwortung wir als Eltern, Großeltern, aber auch als Pädagogen, als Gemeindemitglieder stehen. Für uns entscheidend ist der Schutz der Kinder, und man muss einen Kreislauf des Missbrauchs kennen. Dieser Kreislauf, das ist der Kreislauf, wie es analog abläuft, wenn ich ein Kind missbrauchen möchte. Der ist aber im Digitalen eins zu eins übertragbar. Es ist dieselbe Sache.
Denn was mir auch noch mal wichtig ist, dass Sie das einfach verstehen, dass Sie sehen, was da passiert. Denn wenn wir etwas wissen und etwas beobachten können, können wir es auch vielleicht klarer benennen, anstatt dass wir sagen: Ja gut, vielleicht war das jetzt nicht so schlimm. Sie werden das nachher noch weiter verstehen.
Moosbrugger sagt: Pädokriminelle stellen eine soziale Basis zum Betroffenen her. Freundschaft aufbauen, Beziehung aufbauen – wo klappt das? In der Familie, im Sportverein, in der Kita, auch vielleicht in der Jugendgruppe oder sonst wo, da habe ich automatisch die Bezugsperson. Dann beginnt es, das Umfeld zu manipulieren. Ich mache mich beliebt, die Eltern schätzen mich oder so, dass das Kind dann auch ein Stück weit immer mehr isoliert wird. Und dann plane ich meinen Übergriff.
Ein Übergriff ist nicht selten etwas Spontanes. Das ist auf lange Zeit gut geplant, dass man das vorbereitet hat, dass man in das Umfeld des Kindes eingedrungen ist, dass man Vertrauen gewonnen hat. Und dann, wenn ich abends mit dem Kind vielleicht auf der Couch sitze und einen Actionfilm gucke, sage ich: Dann können wir uns mal in den Arm nehmen, lass uns doch mal schmusen oder sowas. Das sind diese Übergriffe, und die sind lange geplant, die passieren nicht einfach so: Hach, heute machen wir das mal.
Und wenn dann natürlich so ein Akt geschehen ist, dann muss ich natürlich anschließend als Täter dem Opfer die Schuld geben: Du warst doch schuld, du hast mich doch dazu veranlasst. Täter-Opfer-Umkehr.
Vertrauen gewinnen und Beziehung aufbauen, vorsichtig austesten, langsames Verschieben von Grenzen ausnutzen, dass ich jetzt emotional und vertrauensvoll in einer Beziehung stehe, dann die Gelegenheit nutzen und am Ende Macht ausspielen. Ich möchte Ihnen das da etwas an einem fiktiven Beispiel vorstellen. Wir nennen den Fall mal Onkel Ben.
Erstens: Vertrauen gewinnen, Beziehung aufbauen. Ben ist 42 Jahre alt, er ist ehrenamtlich in einem Sportverein engagiert. Er zeigt sich als freundlicher, hilfsbereiter Trainer, dem Eltern vertrauen. Besonders widmet er sich den Kindern, die weniger Selbstbewusstsein haben oder zu Hause wenig Aufmerksamkeit bekommen. Erinnern Sie sich noch mal an gestern, letzter Teil im Vortrag: Selbstwert meines Kindes stärken. Sie merken, wie diese ganze Woche zusammenhängt.
Einen zehnjährigen Jungen, nennen wir ihn Lukas, der aus einer alleinerziehenden Familie stammt, wird für ihn ein sogenanntes besonderes Kind. Ben schenkt ihm Aufmerksamkeit, lobt ihn und bringt ihm nach dem Training kleine Geschenke mit, etwa einen Schokoriegel oder eine Fußballzeitschrift. Ich möchte hier nur in Klammern ergänzen: Wie wichtig sind wir Väter? Denn oftmals sind alleinerziehende Mütter da. Wenn die Väter nicht da sind, sind die Kinder viel leichter für solche Täter zu kriegen. Wir Väter haben eine absolut wichtige Rolle.
Dann kommt das vorsichtige Austesten und das Grenzenverschieben. Nach einigen Wochen lädt Ben Lukas gelegentlich auf einen Eisbecher ein und fährt ihn nach dem Training nach Hause. Die Mutter, die viel arbeitet, ist dankbar für die Unterstützung und erlaubt es bedenkenlos. Man kann das nachvollziehen, man kann nicht der Mutter jetzt die Schuld geben, sondern man versteht die Situation.
Nach und nach sucht Ben immer mehr Nähe zu Lukas, eine Hand auf der Schulter, ein freundlicher Klaps auf den Rücken. Er testet, wie Lukas darauf reagiert. Als dieser keine negativen Reaktionen zeigt, steigert er langsam spielerisch die körperliche Nähe.
Jetzt nutzt er im dritten Schritt die emotionale und vertrauensvolle Beziehung aus. Lukas sieht nämlich Ben mittlerweile als irgendwie Ersatzvater. Er fühlt sich verstanden, endlich jemand, der meine Aufmerksamkeit auch schätzt. Und Ben nutzt dieses Vertrauen aus und erzählt Lukas, dass er etwas Besonderes sei. Er macht ihm Komplimente über sein Aussehen und redet mit ihm über Themen, die ihm zu Hause vielleicht unangenehm werden. Ben sagt Lukas, dass er sich ihm anvertrauen kann und dass manche Dinge immer unter Freunden bleiben.
Wenn ich so ein Kind manipuliert habe, kommt jetzt natürlich die Gelegenheit, Konsequenzen auszunutzen. Eines Tages lädt Ben Lukas zu sich nach Hause ein. Die Mutter hält es für harmlos, schließlich kennt sie Ben schon eine Weile. Dort schauen Lukas und Ben einen Film, wobei Ben die Gelegenheit nutzt, um unbemerkt seine Nähe auszubauen. Er beginnt damit, Lukas zufällig zu berühren, was für ihn zur Normalität geworden ist, weil das gab es ja schon davor. Beim nächsten Mal fragt Ben Lukas, ob er sich bei ihm umziehen möchte, damit sie anschließend ins Schwimmbad gehen können. Er sorgt dafür, dass sich Lukas daran gewöhnt, dass Körperkontakt ganz normal ist.
Ja, es braucht etwas, das sind selten Attacke-Übergriffe, das ist vorbereitet. Und dann kommt die Ausübung von Macht und Drohung. Nachdem Ben und Lukas schließlich in eine übergriffige Situation gebracht haben, setzt er ihn psychisch unter Druck. Er sagt: Hey, das ist jetzt unser Geheimnis, weil niemand würde das verstehen, was zwischen ihnen abläuft. Er droht unterschwellig, dass Lukas’ Mutter sehr traurig wäre, wenn sie davon erfährt. Er behauptet, dass Lukas auch schuld wäre, weil er es ja zugelassen hat, und falls Lukas sich distanziert, erpresst Ben ihn emotional mit Sätzen wie: Ich dachte, wir wären Freunde, du bist der Einzige, dem ich vertraue.
Wir reden hier über kleine Kinder, die sind bei solchen Sätzen total abholbar und fallen darauf leider hinein oder werden unter den Druck gesetzt. Lukas fühlt sich schuldig in der Situation, die Hemmschwelle, jemandem davon zu erzählen, ist aber mittlerweile unendlich hoch. Diese Art eines Missbrauchszyklus gibt es leider in vielen, vielen Varianten in Vereinen, in Kirchen, in Schulen oder im familiären Umfeld.
Der Schlüssel zur Prävention ist, dass wir aufgeklärt sind und unser Umfeld einfach wachsam beachten. Schlussendlich ist sexualisierte Gewalt beabsichtigt, bewusst geplant und wird häufig lange vorbereitet. Und deshalb gilt dieser analoge Kreislauf genauso für die digitale Welt. Grund dafür ist, dass die Täter weiterhin aus dem nahen Umfeld der jungen Menschen sowohl analog als auch digital kommen. Das Täterprofil ist in beiden Fällen identisch.
Moosbrugger fand heraus, dass es verblüffend ist, wie scheinbar neue Formen der Pädokriminalität, beispielsweise das Anbahnen sexueller Kontakte in Online-Games, im Grundsatz diesem Muster, das seit Jahrzehnten bekannt ist, folgen. Daher wollen wir uns nun kurz auf Cyber Grooming den Blick werfen.
Kurze Erinnerung: Was war der Begriff? Cyber Grooming bezeichnet die Anbahnung von sexueller Gewalt gegen Minderjährige im Internet. Also, wir haben bereits festgestellt, dass es das Nahfeld ist, das für Kinder und Jugendliche gefährlich ist. Was analog gilt, gilt auch digital. Das Internet ist jetzt das Nahfeld.
Digitale Technologien wie das Smartphone spielen dabei eine entscheidende Rolle. Denn auch in der digitalen Welt gilt es, eine Machtbeziehung aufzubauen zwischen dem Täter und dem Opfer. Hier gibt es genau dasselbe Muster wie im analogen Fall: Ich brauche eine Vertrauensbeziehung.
Wie sowas aussieht, das beschreibt wieder Silke Müller in einem Buch. Sie sagt, eine Schülerin kam zu ihr in die Aussprache. Dort berichtet sie von ihrer Freundin Lisa, die aktuell mit Moritz über Snapchat und TikTok interagiert. Moritz hat Lisa relativ bald ein Video von sich geschickt. Auf dem Video ist ein ganz normaler Junge zu sehen, wie er eigentlich als Teenager oder Jugendlicher ausschaut.
Im Verlauf der Bekanntschaft hat Moritz dann irgendwann Lisa dazu gedrängt, ihm doch ein Foto von ihr in Unterwäsche zu schicken. Habe ich alles auch schon bei meinen Schülerinnen gehört. Das hat Lisa natürlich gemacht, weil sie ja Moritz, der jetzt im Nahfeld im Internet ist, auch vertraut. Es gibt eine Beziehung dazu, eine emotionale Beziehung, und sie hat es halt gemacht.
Moritz hat dann auch ein Video von sich zurückgeschickt. Allerdings, was sie auf dem Video zu sehen bekam, das war nicht der Körper eines Teenagers. Was Lisa und später ihre Freundin sahen, war ein erwachsener Mann. Dieser Mann hatte sich mit einem Teenagefilter – kann man übrigens im Play Store für jedes Smartphone erhalten – heruntergeladen und sich jünger gemacht. Also, Sie müssen nicht viel Geld ausgeben für irgendwelche dubiosen Botox-Spritzen, nehmen Sie einfach Ihr Smartphone, laden Sie sich eine App runter, binnen von zwei Minuten sind Sie wieder wie zwanzig.
Man muss nur verstehen: Ja, das ist nichts Negatives, aber man kann es halt falsch einsetzen. Deswegen bin ich persönlich auch ein Befürworter: Ein Smartphone gehört frühestens ab 14 Jahren in die Hände eines Kindes, und zwar mit Schutzsoftware. Aber dazu gerne im persönlichen Gespräch noch mehr. Denn das Smartphone ist der absolute Game Changer. Technik ist nicht per se böse, aber ihr Gebrauch ist ausschlaggebend.
Folgt man den Angaben des IT-Branchenverbandes, so nutzen Kinder zwischen sechs und neun Jahren regelmäßig ein Smartphone oder Tablet. Zehn- bis Zwölfjährige waren demnach im Schnitt rund eineinhalb Stunden pro Tag online. Das Internet wird dabei von den Heranwachsenden oftmals zum Spielen und Chatten genutzt, also nicht mehr zu etwas Bösem, sondern einfach: Hey, ein bisschen zocken, ein bisschen was labern mit jemandem, das sind ja nichts negative Sachen.
Und Pädokriminelle haben diese Räume schnell für sich entdeckt, denn dort können sie sich Kindern und Jugendlichen nähern. Das war, muss man sagen, weder Herstellern, Politikern noch Eltern so bewusst. Das geben Sie mittlerweile zu: Sie hätten nicht gedacht, dass das so krass schnell geht.
Die Online-Games bilden das Fundament, um eine soziale Basis zu schaffen. Moosbrücker erklärt: Wer Fälle von Cyber Grooming studiert, findet eine verblüffende Übereinstimmung mit dem Kreislauf des Missbrauchs, und die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind mit Cyber Grooming in Kontakt kommt, ist beachtlich.
Eine Studie der Landesanstalt für Medien 2021 aus Nordrhein-Westfalen weist nach: Jedes elfte acht- bis neunjährige Kind hat demzufolge angegeben, dass sich unbekannte Erwachsene schon einmal mit ihm live und in Farbe treffen wollten. Jedes elfte acht- bis neunjährige Kind – Sie verstehen auf einmal das undenkbare Denken, das sind ganz nahe Fälle. In dieser Gruppe der acht- bis Neunjährigen waren es bereits acht Prozent, die schon einmal aufgefordert wurden, sich vor der Webcam auszuziehen oder Nacktbilder von sich zu senden. Wir reden hier über Kinder, ich habe selber eine siebenjährige Tochter, also bei aller Liebe, ich kann das nicht nachvollziehen.
Bei zehn- bis zwölfjährigen Kindern haben bereits acht Prozent Nacktbilder von Erwachsenen erhalten. In der Altersgruppe der zehn- bis Zwölfjährigen war es jedes siebte Kind, und unter den dreizehn- bis fünfzehnjährigen sogar jedes vierte, mit dem sich Erwachsene treffen wollten. Die Kinder sind nicht mehr ab 13 weg, sie müssen von 0 bis 13 da sein für ihre Kinder und nicht ein Smartphone in die Hand eines Kindes geben. In der Altersspanne der 13- bis 15-Jährigen trafen die sogar 15 so. Sie sehen: Von 0 bis 15, da sind die sehr begehrt, das ist die heiße Phase.
Der Ort, an dem Kinder und Jugendliche mit Pädokriminellen in Berührung kommen, sind soziale Netzwerke. Und jetzt wird es sehr hart, wenn man das Jugendlichen sagt. 30 Prozent der Betroffenen nannten Instagram als Startort von Cyber Grooming. Das hat heute jeder. Instagram ist schon gar nicht mehr die krasseste App, TikTok ist mittlerweile deutlich besser und Snapchat ist das nächste bei Jugendlichen. Gefolgt von WhatsApp, 26, Snapchat 24, TikTok 20 und Facebook – das benutzen nur noch 50-plus-Leute – 17.
Und jetzt: Das ist einerseits da, wo sich Jugendliche ganz arg unterwegs sind. Dann Spiele: Es folgen die Spiele. Und jetzt denkt man, okay, so ein Pädokrimineller, der muss ja jetzt irgendwie vielleicht in so einem Erotikspiel oder sowas, da wird ja sowas noch irgendwie einen Link geben. Nein, FIFA 2022 und Minecraft – Minecraft ist dieses Ding, was hässlich verpixelt ist, das spielen auch alle Kinder. Das sind die Orte, wo die Pädokriminellen reinkommen. GTA 5 – gut, das ist ein Ballerspiel, wo man herumfährt. Aber auch da hat es eigentlich nichts mit Erotik zu tun.
Was ich nur zeigen will: Diese Spiele haben nichts, gar nichts mit irgendwelchen erotischen, pädokriminellen Sachen zu tun. Bei FIFA geht es um Fußball. Das ist ein Anti-Aggressionsspiel, wenn man da verliert, kann man ganz schön sauer werden. Also das Fußball und über die Online-Chats kann man jetzt Zugänge schaffen.
Aufnahmen aus Cyber Grooming gehören mittlerweile zu den größten Quellen für Missbrauchsdarstellungen. Das ist die größte Quelle. Und sie besitzen Zuwachsraten wie keine andere Kategorie. Und die Täter gehen genau wieder so vor: Zuerst wird die Basis zum Kind gelegt, dann werden die Grenzen ausgetestet, es wird Abhängigkeit geschaffen, und der Grund ist: Ich will eine Vertrauensbasis legen, damit ich dann den Missbrauch am Kind begehen kann, und dann kommt es wieder zur sexualisierten Gewalt.
Das Internet als Nahfeld ist dabei zu einem sozialen Raum geworden, der die Kontaktaufnahme vereinfacht. Moosbrücker schreibt: Überall dort, wo menschliche Kommunikation möglich ist, muss mit Cyber Grooming gerechnet werden. Deshalb gibt es, dass wir mit unseren Kindern im Gespräch sind.
Gott hat den Körper jedes einzelnen sehr gut gemacht. Allerdings ist der Intimbereich intim. Schon wir bringen unseren Kindern bei, es gibt Bereiche an deinem Körper, die sind privat. Und an deinen privaten Bereichen darf keiner irgendwas reinstecken, es sei denn ein Arzt, der mal einen medizinischen Eingriff machen muss. Ansonsten hat niemand irgendwas in dich reinzustecken, weder in Nase, Mund noch ins Pipi oder in den Po. Das sind Tabuzonen, auch für uns Eltern, da steckt keiner irgendwas rein, außer in einem medizinischen Notfall.
Dennoch können Fragen, Neugier oder auch Scham aufkommen, das kann bei Kindern passieren. Deswegen möchte ich auch gerade uns Christen sagen: Wir müssen frühzeitig mit unseren Kindern eine gute Aufklärungsarbeit haben, nicht dieses: Oh ja, pack mal deinen Schnäpper weg oder so. Gar nicht. Rede doch einfach von Penis und Vagina. Denn im Internet kommt das Gleiche: Schick mir doch mal ein Foto deiner Brüste. Und wenn ein Mädchen weiß: Brüste, das ist mein Privatbereich, der will hier etwas Privates, dann ist das ein Schutzmechanismus. Dann kann das Kind sagen: Nein. Aber wenn ich das immer nur gesagt und irgendwelchen niedlichen Begriffen dafür genannt habe, dann weiß das Kind das vielleicht nicht und schickt es.
Und gerade wir Christen müssen lernen, auch im Bereich Sexualität einfach über das Schönste, was Gott uns für eine Ehe geschenkt hat, einfach darüber zu reden. Das muss möglich sein, und wenn nicht, dann lade einen Referenten ein, dass ihr da fertig werdet. Oder es gibt zig gute Bücher auf diesem Büchertisch und woanders. Man kann so gute Bücher finden, um Kinder frühzeitig gesund vor Gott in der Verantwortung auch mit diesem Bereich umzugehen aufzuklären.
Lindsay und Justin Holmkamp berichten: Jede vierte Frau und jeder sechste Mann wird im Laufe des Lebens Opfer sexualisierter Gewalt. Tragischerweise sind viele dieser Opfer Kinder. Wir wünschen uns, dass Eltern, die ihre Kinder lieben und beschützen möchten, klüger und besser vorbereitet sind als diejenigen, die Kindern schaden wollen.
Ich habe das Buch auch dabei. Das heißt, alles an mir ist von Gott gemacht. Mit dem Buch machen Sie eine biblisch supergeniale Aufklärungsarbeit. Kostet Sie, was heißt das, 11,90 Euro? Sorry, an 12 Euro soll es nicht liegen. Und wenn es daran liegt, dann zahle ich Ihnen das. Aber damit kann ich anfangen, Aufklärungsarbeit zu machen. Wir sollten dringend als Eltern diese Chance nutzen.
Die Holmkamps: Lindsay ist Pfarrerin und Professorin und lehrt Theologie am Gordon-Conwell Theological Seminary, und Justin hat mit seiner Frau Lindsay mehrere Bücher geschrieben, darunter zwei, die für Missbrauchsüberlebende sind. Also sie sind voll in dem Thema drin. Lindsey ist Krisenzentrums-Managerin für sexuelle Übergriffe und arbeitet in einem Frauenhaus für häusliche Gewalt. Das sind Autoren, die wirklich Ahnung haben und die das sehr gut von Gottes Wort her und mit aller Deutlichkeit, aber mit der nötigen Feinfühligkeit machen, die uns helfen, sprachfähig zu werden.
Und so bleibt also zu fragen: Wie können wir unsere Kinder schützen? Wir kommen zum vierten Punkt: Welche Präventionsbausteine gibt es? Man mag sich ja fragen: Wieso soll mich dieses Thema eigentlich betreffen? Moosbrücker schreibt dazu: Es geht darum, Übergriffe für möglich zu halten und offen zu sein für Alarmsignale, die es in fast jedem Fall irgendwann gibt.
Mir ist es ganz wichtig zu sagen: Sie sollen jetzt hier nicht aus dem Raum rausgehen und ich skizziere einfach mal morgen, wenn Kinderstunde ist, im Gemeindegottesdienst, denken: Uh, was könnte da passieren, welche schlimmen Sachen könnten jetzt alle passieren. Dann hätten Sie nicht gut aufgepasst. Sondern es geht darum, sensibel zu sein. Es gibt Anzeichen, wofür Sie nachher auch ein paar kriegen, wo Sie einfach, wenn Sie sowas merken, dann seien Sie offen dafür, theoretisch mal das Undenkbare zu denken. Was könnte da passieren? Und dann begleitet man.
Es ist unbestreitbar, dass sexualisierte Gewalt traurigerweise zur Realität auch von Kirche und Diakonie gehört. Nachweislich wurden von 1946 bis 2020 offiziell 2200 Minderjährige sexuell missbraucht. Ich glaube, wir wissen alle, die Dunkelziffer wird viel höher sein. Unsägliches Leid ist hier gegen junge Menschen geschehen.
In einem Gespräch mit einem Seehausmitarbeiter – wir haben bei uns das Seehaus Leonberg, es ist eine christliche Einrichtung, die sich mit Straftätern auseinandersetzt, die ganz viel macht – wurde mir berichtet: Der Mitarbeiter war auch früher auf dem Missionsfeld, hat er gesagt, das Thema sexuelle Gewalt gegen Kinder ist ein ganz dunkles, aber leider Realität. Also das ist nichts, wo man jetzt denkt: Ja, das passiert definitiv nur in irgendwelchen komischen kirchlichen Kreisen oder sicherlich nur bei so ganz dubiosen Veranstaltungen. Nein, das ist ein Thema, was auch in unseren Kreisen Realität ist.
Und von Seiten der Regierung gibt es ja schon bereits viele Schutzkonzepte. Ich habe Ihnen auf dem Handout drei Quellen auch genannt, die als Anlaufstellen dienen. Da gibt es wirklich gute Sachen. Auch unsere Polizei hat sehr, sehr gute Hilfen.
Aber beim Thema Prävention stehen wir als Eltern, Ehrenamtliche und Pädagogen insbesondere in der Verantwortung, unsere Kinder, die uns anvertrauten Schutzbefohlenen, zu schützen. Mirjam Günderoth schreibt: Die Prävention vor sexualisierter Gewalt beginnt nicht erst mit der konkreten Maßnahme, sondern findet ihren Anfang in der Auseinandersetzung jedes Einzelnen mit der persönlichen Haltung. Und das machen Sie heute Abend. Sie gehen den ersten Schritt einer Prävention.
Das Ehepaar Holmkamp erinnert uns deshalb: Kinder müssen über ihren Intimbereich Bescheid wissen. Ich möchte Ihnen nachfolgend einige Ansätze vorstellen, mit denen Prävention beginnt.
Zunächst einmal muss das Undenkbare gedacht werden. Wir müssen insgesamt alle zusammen dafür sensibilisiert werden, dass niemand vor der Gefahr des pädokriminellen Übergriffs geschützt ist. Wenn man mit kriminellen Inhalten konfrontiert wird – und das ist ganz wichtig für Sie, der Sie erwachsen sind – Sie dürfen nie ein Video, das Ihnen ein Kind zeigt, wo solche Darstellungen da sind, auf Ihrem Smartphone spielen. Das macht meine Gerne und sagt: Krass, das war in der Schulgruppe, hey, schick mir das mal schnell, dass wir das safe haben, dass ich das als Beweis habe. Wenn Sie das machen, sind Sie strafrechtlich dran. Sie können zur Polizei gehen und sich gleich selber anzeigen, weil Sie offiziell kinderpornographisches, pädokriminelles Material auf Ihrem Smartphone haben und damit ein Täter sind. Obwohl Sie im besten Wissen das machen wollten: Finger weg, auf Ihrem Smartphone darf da gar nichts von sein. Nehmen Sie das Handy Ihres Schutzanbefohlenen, gehen Sie zur Polizei, legen das hin, da Video. Ab dann ist Polizei drin, dann sind Sie raus.
Ich hatte dann auch eine Polizistin gefragt: Ich denke, viele von Ihnen kennen dieses Foto, man sitzt zu Hause auf dem Wickeltisch und es gibt dieses klassische Foto, was die Eltern gemacht haben, zack, dieses typische Foto auf dem Wickeltisch. Und dann habe ich gesagt: Ja, liebe Beamtin, wenn ich das jetzt zu Hause in meinem Poesiealbum habe, das ist meine Kindheit, ist das jetzt auch schon ein Foto, was pädokriminell ist? Dann hat sie gesagt: Nein, nein, da müssen Sie sich keine Sorgen machen. Auf Fotos, die guckt man auch an, da müssen klare Handlungen erkennbar sein. Wenn da Eltern, was weiß ich, ein kleines nacktes Kind so auf dem Arm haben, das ist kein pädokriminelles Foto, da muss schon etwas passieren. Also von daher auch da ein bisschen sensibler werden, man muss jetzt nicht gleich denken: Hilfe.
Was ich Ihnen aber nicht empfehlen würde, ist: Ach cool, da guck mal, so hast du früher ausgesehen, und das auf ihr Smartphone tun. Dann wird das Thema dramatisch, weil dann haben Sie ein Kind, das nackt ist auf ihrem Foto, und fallen damit schon unter den Straftatbestand.
Was gibt es jetzt für Indikatoren? Täter setzen auf Geheimhaltung. Kinder teilen sich ja oft verbal oder nonverbal mit. Kommunikation ist so wichtig, und deswegen: Denken Sie das Undenkbare. Wenn Sie merken, da ist eine Verhaltensänderung: Warum reagiert mein Kind auf einmal anders? Seit ein paar Wochen irgendwie, was ist da passiert? Mein Kind reagiert, wenn ich es anfasse, zieht es zurück oder dreht sich weg. Da muss man hellhörig werden.
Alarmierend ist, dass Moosbrückers Recherche zu Tage geführt hat, und nehmen Sie das bitte mit: Im Schnitt muss sich ein Kind bei sexualisierter Gewalt sechsmal mitteilen, bis seine Erwachsenen, meist die Eltern, ihm glauben und eingreifen. Sechsmal, sechsmal muss ein Kind irgendwie reagieren, bis wir als Erwachsene endlich sagen: Ich habe schon was falsch gelaufen, müssen wir da mal drüber reden.
Und deswegen ist es wichtig, mit Ihren Kindern zu kommunizieren. Wie und wann, später noch ein paar Anregungen dazu. Denn natürlich: Täter nutzen die Geheimsache Sex für ihren Vorteil. Ich möchte dringend dafür appellieren, dass wir unsere Kinder frühzeitig altersangemessen aufklären. Nochmal: Experten raten, verniedlichende Begriffe wie Mumu oder Pipimann zu verzichten, von Beginn an offen darüber zu sprechen: Penis und Vagina.
Dazu gehört auch, dass Kinder natürlich altersangemessen frühzeitig davon erfahren, dass es so etwas wie sexualisierte Gewalt gibt. Meine Töchter wissen darüber Bescheid. Theoretisch hätten sie mit dabei sein können, aber ich wollte das heute Abend nicht. Nochmal: Alles an meinem Kind oder auch die Mirjam Bud, die wir draußen am Büchertisch haben, Gespräche, die du mit deinem Kind führen solltest – das sind Hilfsmittel. Es gibt mittlerweile gute Literatur, nutzen Sie sie doch bitte.
Und als Christen stehen wir meines Erachtens hier auch nicht gut da, weil wir aus unterschiedlichen Gründen dieses Thema scheuen. Wir müssen endlich sprachfähig werden, und zwar weil wir unsere Kinder schützen müssen. Sex ist Gottes geniale Gabe, gehört in die Ehe. Und wir Christen müssen diese Entartung dieser Gottesgabe nicht hinnehmen, sondern unseren Kindern die Schönheit von Sex aufzeigen, dass es im Schutzrahmen von Gott mega genial ist und nicht immer so tun, als ob Sex irgendwas Ekliges, was Schreckliches oder gar was Sündiges sei. Es gibt natürlich den Bereich außerhalb der Ehe, dann kann ich das als Sünde deklarieren.
Auch da Bücher, zum Beispiel von Josh und Dottie McDowell, gibt es bei CLV offen gesprochen, wie du mit deinem Kind reden sollst, oder Ute Bud, sie ist Kinderärztin und arbeitet auch beim Weißen Kreuz, Kreuz hat Respekt vor Leben herausgebracht oder Erklär mir mal, wo ich herkomme ist bei CV Dillenburg erschienen, das können Sie alles nutzen. Sie müssen eigentlich nur den christlichen Büchermarkt anschauen, Sie haben locker fünf Bücher, mit denen Sie super arbeiten können.
Dann: Täter nutzen die Unwissenheit des Kindes. Wir als Eltern und als Pädagogen oder als Ehrenamtliche sind aufgerufen, frühzeitig in der jeweils altersangemessenen Sprache Kinder dafür zu sensibilisieren, dass zum Beispiel Küssen, Streicheln und Berühren nicht okay sind. Kinder dürfen auch dazu ermutigt werden, in diesem Bereich Nein zu sagen, auch vielleicht gegen den Wunsch.
Ich nehme dieses Beispiel, das schockt dann immer alle: Aber wenn Opa und Oma kommen, und wenn das Kind das absolut nicht will, dann muss man aus dieser Sicht sagen: Okay, ich muss das vielleicht sein lassen. Und ich weiß, das tut im ersten Moment weh, aber theoretisch, wenn ein Kind das nicht möchte, wäre das ein Übergriff. Einfach, dass man da feinfühliger wird.
Mit der Digitalisierung gehört natürlich auch der Hinweis dazu, dass Fotos, Videos und Aufnahmen von nackten Körpern und Geschlechtsteilen nicht normal sind. Das dürfen wir unseren Kindern klar machen. Deswegen ermutige ich einfach, zusammen gewisse Sachen zu gucken und dann einfach mal darüber zu reflektieren: Hey, jetzt haben wir das gerade gesehen, ist es gut, ist es schlecht. In dem Buch Lügen, die Mädchen glauben, gibt es eine super Tabelle in einem Kapitel, wo man analysieren kann, was jetzt von der Bibel her gut ist anzugucken und was nicht. Und wenn Sie das durchgehen, können Sie relativ gut sagen: die Sachen gut, die Sachen nicht gut. Und das Kind hat gleich Hilfetools, mit denen es da rangehen kann.
Gerade wenn wir auch bei Smartphones sind, ich ermutige Sie, dass Sie Schutzsoftware auf das Smartphone Ihres Kindes drauf tun. Internetzeit, Medienzeit – ich habe immer noch Schüler in Klasse zehn, die fragen: Herr Mohn, kann ich ein Tablet haben, weil ich habe von meinen Eltern einen Sperrfilter drauf. Ich habe eine gewisse Zeit. Gerne, absolut. Ich schätze gerne das Handy im Unterricht, ich finde, da kann man vieles machen, aber wenn Kinder das wollen, sehr gut, ich finde das super, und das wird für mich auch etwas sein, wo ich mir etwas mitnehme.
Es gibt zum Beispiel – habe ich Ihnen auch, glaube ich, abgedruckt – Panda Family ist zwar kostenpflichtig, ist ganz gut, Usprock wäre ein Familyfilter, den man nutzen kann, oder sogar Google-Konto und anderes hat diese Bereiche, wo man was mitmachen kann.
Täter nutzen die Unfähigkeit des Neinsagens. Es gilt, dem Kind das Recht zuzusprechen, auch Nein sagen zu dürfen. Moosbrücker rät: Eltern tun gut daran, ihrem Kind kontinuierlich zu vermitteln, dass sein eigener Wille zählt. Also hier geht es mir bewusst um Übergriffe. Dass Ehrlichkeit belohnt wird und seine Fehler nicht automatisch zur Bestrafung führen. Wenn das Kind Opa und Oma anschwärzt, dann darf es dafür keine Strafe kriegen. Dann kann ich mit Opa und Oma sagen: Ihr macht da Sachen, die unserem Sohn nicht gefallen oder so, könnt ihr das bitte lassen, und meinem Kind dann nicht das geben: Oh, jetzt hast du die Oma eingeschwärzt, uh, schrecklich, man muss Oma und Opa doch gehorchen. Nein, aber das ist eine neue Denkweise, und einige werden nachher rausgehen, und das wird in ihnen rumoren.
Alma Ulmer betont, dass man Kindern und Jugendlichen ermutigen solle, ihren Gefühlen zu trauen, sich nicht auf Geheimnisse einzulassen, die sie nicht wollen, und dort deutlich Nein zu sagen, wenn ihre Grenzen überschrieben sind. Übrigens: Das Nein kennt man auch aus der Bibel in gewissen Fällen, 5. Mose 22,25-26 wäre da auch ein Beispiel.
Dann benutzen Täter das Schuldprinzip missbräuchlich. Egal in welchem Stadium des Missbrauchs, es ist der Schlüssel jedweder Prävention, dass Kinder sich einer Vertrauensperson öffnen. Wenn das jetzt im familiären Umfeld sein kann, kann es sein, dass mir das als Lehrer gesagt wird. Dann gilt es, darauf zu achten, das Kind von jedweder Schuld freizusprechen, wenn es jetzt auch seine Eltern anschwärzt. Dann nicht: Oh, jetzt hast du aber etwas Schlimmes gemacht, sondern bestärken darin, das ernst zu nehmen.
Vielleicht so als kleine Anregung: Lassen Sie doch eine Liste mal mit Ihrem Kind erstellen von Personen, zu denen das Kind Vertrauen hat. Und wenn jetzt zum Beispiel irgendwas passiert, dann könnten Sie ja sagen: Nimm doch mal deine Liste zu und sprich doch mal jemanden, zu dem du Vertrauen hast. Dann wissen Sie erstens, welche Personen es sind, und Sie haben noch mal so einen Schutzfilter aufgebaut.
Moosbrücker mahnt uns: Mit jeder Möglichkeit, bei der Kinder geschwiegen haben, steigt in ihren Augen ihre Mitschuld an den Taten. Das müssen wir uns bewusst sein.
Kinder für das Vorgehen von Tätern sensibilisieren. Ich möchte Sie ermutigen, die Kinder, die heranwachsen, dafür zu sensibilisieren, dass auffällig starke Interessen an den Sorgen des Kindes gezeigt werden können oder wenn vielfach gefragt wird – nicht nur die Sorgen, sondern dein Aussehen, dein Körperbau – dann ist das nicht in Ordnung. Die Alarmglocken des Kindes sollten dann schrillen, wenn eine Person das Thema in Richtung von Sexualität bringt. Wie geht es deinem ... Hat der schon seine Unterhose gewaschen oder sonst was? Ja, das sind keine Themen, die jemand Fremdes mit einem Kind besprechen darf.
Und unsere Kinder müssen dann aber sensibel sein und wissen: Oh oh, Grenzüberschreitung, am besten so wie Josef, raus aus der Tür, weg. Und ich hoffe, Sie sehen, wie wichtig es ist, dass wir auch sprachfähig werden über Sexualität. Und mir ist klar: Jedes Alter hat da unterschiedliche Möglichkeiten. Mit Kleinkindern eignet sich von Ute Bud: Erklär mir, wo komme ich her? Finde ich ganz gut. Um mit älteren Kindern zu sprechen, kann man von Veronika Schmidt Bücher wie Aufgeklärt nehmen, die sind fachlich sehr gut. Ich gehe nicht mit allem mit, was sie theologisch dort schreibt, aber rein mal um ein fachlich gutes Buch zu haben, mit Bildern, die auch sinnvoll sind, die zielgerichtet sind, hilft ein bisschen.
Und wenn das vielleicht für manche ein schweres Thema ist, weil man vielleicht aus einer Zeit kommt, in der man darüber gar nicht gesprochen hat, dann möchte ich Mut machen, vielleicht einfach mal Referenten einzuladen. Das Weiße Kreuz hat Fachleute, das evangelische Jugendwerk in Württemberg hat Fachleute für dieses Thema, man kann auch mal bei der Polizei anrufen und sagen: Können wir einen Infoabend machen, wo sie mal Eltern schulen? Das ist alles möglich.
Folgende Botschaften sollten wir unseren Kindern im Gespräch vermitteln: Dein Körper gehört dir. Berührung, die dem Kind nicht gefallen, also man kann auch zum Beispiel dem Kind zum Begriff beibringen: blöde Berührung. Das Kind muss ja nicht gleich irgendwie sagen, sondern es lernt gleich so: blöde Berührung. Dann Nein sagen, laut und deutlich. Traue deinem Gefühl. Es gibt – das hat mir sehr geholfen – über schlechte und gute Gefühle zu sprechen. Schlechte Gefühle sind nicht schön. Da passiert was. Gute Gefühle, die kannst du ja behalten, genauso mit hellen und dunklen Geheimnissen, das finde ich, sind anschauliche Beispiele. Helle Geheimnisse kannst du für dich behalten, dunkle Geheimnisse darfst du weitererzählen, und dann hast du nicht gepetzt. Das finde ich sehr gut, das hilft mir einfach auch sprachlich, mit meinen Kindern leichter zu reden.
Du darfst Nein sagen. Erwachsene dürfen dir keine Angst machen, weh zu tun oder sonst was. Dann ist es ein komisches Gefühl oder ein dunkles Gefühl, und dann darfst du Nein sagen und auch zu jemand kommen und das erzählen. Und du darfst dir Hilfe holen. Jesus hat seine Jünger immer im Team auseinandergesetzt. Die Musketiere waren gemeinsam stark. Manches ist schwer, und deswegen brauchen wir Hilfe, vielleicht auch als Familie, wo wir gerade durch so eine dunkle Zeit gehen. Und ich weiß, es ist schwer, wenn man die Hosen theoretisch im Bild gesprochen runterlassen muss und sagen muss: Ich brauche Hilfe. Aber holen Sie sich die. Das ist notwendig. Es braucht manchmal einfach Helfer.
Kinderschutz beginnt schon, wenn Sie sich informieren. Aufklärung ist eine der wirksamsten Formen, um Gewalt an den Schwächsten unserer Gesellschaft entgegenzutreten. Im Grunde gelten diese Präventionsmaßnahmen aus dieser analogen genauso in der digitalen Welt. Denn Cyber Grooming hat das Gleiche.
Ich möchte Sie einfach mal ermutigen: Welche Social-Media-Apps sind denn auf dem Handy Ihres Kindes installiert? Erinnern Sie sich an die Anekdote der Polizistin, die bei uns in der Schule war und mit ihrer Tochter darüber diskutiert hat, ob TikTok auf dem Handy ist und das dann gefunden hat. Das machen doch Polizisten nicht umsonst, weil sie wissen, wie schlecht es ist. Gucken Sie sich an, was Elon Musk, Jeff Bezos und sonst welche Apps erlauben, die ihren Kindern? Keine. Und warum? Weil sie wissen, wie schlimm es ist.
Keine KI, aber wir meinen immer, das sei nicht so schlimm, ein Jugendlicher kann doch eigenverantwortlich lernen, ich möchte dem Jugendlichen doch helfen. Alles nicht gut. Ich möchte ermutigen: feste Bildschirmzeiten, auch vielleicht als Eltern, dass dann abends das WLAN komplett gekillt ist und keine Datenflatrate oder sowas. Einfach bauen Sie natürliche Hürden ein. Oder Sie fahren hier einfach in die Hauptstraße, weil wenn man hier einbiegt, tschuck, ist das Netz sofort weg.
Ich finde, ein einfacherer Weg, um Kinder vor Pädokriminalität zu schützen, besteht einfach darin, Fotos und Videos nicht im Netz zu veröffentlichen. Nochmal: Moosbrücker empfiehlt, wir müssen das Undenkbare denken und damit rechnen, dass es mit plausibler Wahrscheinlichkeit eintreten könnte. So wird eine rationale Risikoabschätzung für dieses emotionale Thema möglich. Es muss nicht jedes Foto von Ihrem Kind, wie eingangs gezeigt, weitergeleitet werden. Muss man nicht machen. Und hier stehen wir Eltern wieder in der Verantwortung. Wie gehen wir mit den Medien um, wie nutzen wir sie, was machen wir damit?
Doch nicht nur säkulare Ratgeber, sondern Gottes Wort nimmt uns als Eltern auch in die Pflicht. In 5. Mose 6,6 lesen wir: Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen, und du sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt oder wenn du unterwegs bist, wenn du dich niederlegst oder aufstehst. Und im Neuen Testament kommt die Ergänzung: Epheser 6,4: Und ihr Väter reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern erzieht sie in der Zucht und Ermahnung des Herrn.
Sowohl im Alten als auch im Neuen Testament sind die Erwachsenen in der Pflicht. Wichtig zu betonen ist mir wirklich, dass diese Themen nicht an die Kinderstunde, an die Jungschar, an die Teenie- oder Jugendmitarbeiter oder an den Pfarrer oder den Pastor oder sonst wen ausgelagert werden. Das ist Elternaufgabe. Das ist nicht Aufgabe meiner Gemeinde, die kann das multiplizieren, oder die christliche Schule kann das erweitern, aber das ist nicht deren primäre Aufgabe, das ist meine Aufgabe.
Wir machen das zum Beispiel so: Ich gucke mit meinen Mädels auch gerne meinen Film, bin da gerne dabei. Ich habe auch für die PlayStation so etwas wie eine Art Mario Kart gekauft, um sie einfach daran zu nehmen. Ich möchte daran einfach auch Anteil haben und sie auch da prägen: Was ist gut und was ist schlecht? Einfach ein bisschen mit dabei sein. Dann versuchen wir durch Literatur einiges zu machen, dass wir Bücher lesen, die wertvoll sind, dass unsere Kinder da was haben. Wir versuchen, durch christliche Lieder ganz viel zu machen. Wenn sie dann Auto fahren und die Kleinste auf einmal dann auch „Jesus, ich liebe dich“ brüllt oder so, dann ist das einfach lustig. Aber wir versuchen ihnen da einfach Werte weiterzugeben.
Wer mit Kindern im Wort Gottes liest, forscht und darüber spricht, ist, glaube ich, sehr gut unterwegs. Dann baut nämlich Gottes Wort einen Schutzwall auf. Und dann kann, wenn die Kinder eine persönliche Beziehung auch früh mit Jesus Christus haben, dann kann der Heilige Geist noch viel besser wirken.
Einfach eines der wichtigsten Elemente ist: Sprechen Sie mit Ihrem Kind. Noch einmal dieser Satz: Im Schnitt muss sich ein Kind bei sexualisierter Gewalt sechsmal mitteilen, bis Erwachsene, meist die Eltern, ihm glauben und eingreifen. Das ist wirklich etwas, was hart ist, und ich möchte ermutigen, dass man Familienzeiten schafft. Orte, wo man miteinander einen Austausch hat. Und da weiß ich auch: Jede Familie hat ein anderes Setting. Aber in diesen Orten, wir erleben das durch die morgendliche Andacht, dass wir darüber, wenn wir Kinderbibel lesen, dann kann man so gut auch einfach Werte weitergeben oder auch etwas ansprechen. Oder Sie wissen das auch: Im Alter von gewissen Jahren kommen auch gewisse Themen, wo man dann einfach auch aufklären kann: Du, deine Scheide, die gehört jetzt dir, da gehört kein anderer dran, du musst hier jetzt nicht nackig herumlaufen, zieh dir bitte was an. Das kann man ganz nüchtern in den Alltag mit einbauen, da muss man sich nicht verkrampfen.
Zu der christlichen Wertevermittlung sollte aber auch Aufmerksamkeit und Wachsamkeit hinzukommen. Die Veränderungen im Bildungsplan zum Beispiel sind gerade in dem Bereich Sexualität erschreckend, denn es wird erleichtert, dass Personen, die vielleicht später auch etwas mit den Kindern vorhaben, vielleicht auf einmal in Räume kommen. Wenn Sie anschauen, wie die Queercommunity oder sonst was Zugang zu Bildungseinrichtungen bekommen, wo man nachdenkt, dass queere, trans Personen oder sonst was jetzt auf einmal so Sachen erzählen, da wird eine ganz andere Sexualpädagogik in Kindern gefördert. Irgendwie stehe ich in dem Widerspruch: Einerseits, und das ist sehr gut, dass unser Staat massivst gegen Kindesmissbrauch und alles vorgeht, und andererseits sind aber die Konzepte der Frühsexualisierung da. Für mich ist das ein Widerspruch, es passt beides nicht. Auf der einen Seite sollen die Kinder sich ganz früh irgendwie entfalten, wie sie wollen, und auf der anderen Seite darf aber nichts passieren. Also es beißt sich gerade meiner Ansicht nach.
Und deswegen möchte ich ermutigen: Seien Sie hinterwachsam. Wenn Sie Aufklärung bekommen – bei uns an der Schule gibt es ein Konzept, da werden die Schulleitung schickt eine E-Mail herum, da wird genau genannt, welche Leute mit welchen Inhalten. Es gibt einen Elternabend im Vorfeld, wo die Eltern genau aufgeklärt werden, die Eltern machen eigentlich das gleiche Programm noch einmal durch. Und meine Tochter kam begeistert zurück. Also erst kam meine Frau vom Elternabend und hat gesagt: Ich will auch da teilnehmen, ich habe so viel über den Körper erfahren, das war total spannend. Dann kam meine Tochter: Oh Papa, das war so cool, das Projekt, das hat so Spaß gemacht.
Seien Sie einfach informiert, und ich ermutige Sie auch einfach: Sie dürfen auch nachfragen im Reli-Unterricht oder im Biologieunterricht, wo so Themen vorkommen. Was machen Sie denn da? Können Sie mir das kurz erklären, wenn jemand eingeladen wird, was machen Sie? Sie haben als Eltern die Möglichkeit, nutzen Sie diese und seien Sie nicht so, dass Sie sagen: Ja, die machen das schon alles. Pädagogen können manchmal auch nichts dafür, Sie haben Sachen, die werden vorgeschrieben, aber Sie können agieren, und Sie werden merken, Sie treffen vielfach auf offene Ohren, wo einfach Hilfe auch möglich ist.
Fünf Tipps, die man, glaube ich, mitnehmen kann: Wichtig ist, schütze dein Kind durch Wissen. Wir müssen uns schlau machen. Schütze durch Offenheit. Sexualisierte Gewalt darf eben kein Tabuthema sein, sondern wir müssen einfach mit unseren Kindern auch darüber reden, dass es das gibt. Schütze durch Aufmerksamkeit, achte auf die Signale. Schütze durch Vertrauen. Manchmal müssen wir jungen Menschen vertrauen, auch wenn sie uns vielleicht Sachen erzählen, wo wir denken, das kann nie sein. Und schütze durch Handeln. Oftmals Hilfe holen und Anzeige erstatten ist ganz wichtig.
Und als Christ möchte ich auch sagen: Umbeete die junge Generation. Trefft euch als Großeltern und fangt an, auf eurer Gemeindeliste die Kinder zu umbeten. Einmal die Woche, ich sage es mal ganz lapidar: Ihr habt viel Zeit, in Anführungsstrichen, und ihr könnt diese Zeit wirklich dafür nutzen. Die älteren Geschwister, das ist das Gebetsrückgrat einer Gemeinde, dass sie für die Kinder beten.
Und jetzt ist das alles so schrecklich und alles so schlimm, aber ich glaube, dass wir als Christen eine ganz andere Perspektive noch haben. Ob wir als Christen oder als Menschen, die ohne Gott leben, wir sind alle nicht vor Gefahren gefeit, die uns umgeben. Und dennoch dürfen wir Menschen, die mit Jesus Christus unterwegs sind, unserem Vater im Himmel unsere Kinder anbefehlen, und wir dürfen bitten, dass er sie schützt. Und wir dürfen auch auf seine Verheißung bauen, die heißt: Fürchte dich nicht, ich bin mit dir, weiche nicht, denn ich bin dein Gott, ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die Rechte meiner Gerechtigkeit.
Als Christ weiß ich trotz dieser ganzen grauenhaften Sachen, die ich Ihnen skizziert habe, ich habe einen Vater im Himmel und ich habe einen auferstandenen Erlöser, dem ich mich anbefehlen darf und der mir hilft, egal was kommt, in allen Höhen und auch in allen Tiefen. Ich darf danke sagen für Aufmerksamkeit!

Wissen. Lesen. Glauben.

Bei lesendglauben.de begleite ich dich auf deinem Weg im Glauben. Meine Leidenschaft ist es, christliche Bücher vorzustellen, die ermutigen, herausfordern und im Alltag weiterhelfen. Mit viel Sorgfalt wähle ich Lektüre aus und teile ehrliche, fundierte Rezensionen, damit du dich im großen Angebot christlicher Literatur gut orientieren kannst.