Serie•Teil 3 / 111. Petrus
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Die erste große Bewegung: Gemeinde als lebendiger Tempel
Die letzte Aufforderung von Petrus, die fünfte, betrifft die Hoffnung auf Jesus mitten in Schwierigkeiten. 1. Petrus 2,5, und wir schauen uns jetzt die Verse 4 bis 10 an. Das ist jetzt der zweite Vortrag. Aber in 1. Petrus 2,5 kommt die Aufforderung: Lasst euch auch selbst als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, ein heiliges Priestertum, um geistliche Schlachtopfer darzubringen, Gott wohlgefällig durch Jesus Christus.
Frage: Wo kann man Gott anbeten?
Antwort: In einem Tempel.
Wo ist der Tempel Gottes, also wo muss ich hinfahren, um ihn anzubeten? In eine Kirche?
Nein. Heute hat Gott keine Bauwerke mehr, in denen er angebetet werden will, sondern sein Tempel besteht aus Steinen, die lebendig sind, nämlich aus Menschen.
Dieser Text ist in sich sehr, sehr dicht, weil er uns gleichzeitig als einen Tempel und als die Priesterschaft beschreibt, die in diesem Tempel dient. Das ist so ein Doppelbild, und das ist sehr, sehr schwer zu greifen. Das überfordert immer so ein bisschen den Kopf. Und trotzdem sagt Petrus das hier. Er sagt: Du bist ein Stein in einem Tempel. Du bist lebendig gemacht, aber nicht einfach so. Du bekommst einen Auftrag, und der Auftrag lautet: Du sollst als lebendiger Stein Teil von einem Haus, von einem Tempel werden. Lasst euch selbst als lebendige Steine aufbauen. Lasst das zu, dass Gott dich benutzt, wie man so als Maurer einen Stein nimmt, und dass er dich in eine Gemeinde hineinbaut.
Und die Gemeinde dann wieder ist der Tempel, nicht das Gebäude, in dem die Gemeinde sich trifft, sondern die Gemeinde selbst ist der Tempel, weil Gott in diesen Menschen wohnt, die zusammen Gemeinde bilden. Und jetzt ist wichtig: Es gibt die weltweite Gemeinde Gottes, zu der jeder Christ dazugehört. Aber praktisch erfährt man weltweite Gemeinde weniger auf eine abstrakte, sondern auf eine sehr reale Weise in den Gemeinden, die sich dann auch sonntags zum Gottesdienst treffen. Und deswegen geht es hier zuerst einmal Petrus um die Ortsgemeinde, es geht ihm um die EFG Oberkremer.
Und wenn hier steht: Lasst euch auch selbst als lebendige Steine aufbauen, als geistliches Haus, dann geht es darum, dass Petrus sagt: Ich möchte, dass du es zulässt, dass Gott dich nimmt und zu einem funktionierenden Bestandteil in der EFG Oberkremer macht. Jeder von uns ist so ein Stein, wie gesagt, kein toter, sondern ein lebendiger Stein. Und unser Leben kommt, wenn man so will, aus dem Prototypen. Es gibt einen Steinprototypen, den, der am Anfang war. Da heißt es in Vers 4: zu ihm kommend als zu einem lebendigen Stein. Da ist Jesus gemeint.
Jesus ist der lebendige Stein, der uns Leben gegeben hat, der uns gezeigt hat, was es heißt, mit Gott zu leben. Und weil Jesus der lebendige Stein ist, der Eckstein von Gemeinde, sagt er jetzt: Ich lade euch ein, auch lebendige Steine zu werden. An diesem Eckstein Jesus richtet sich der ganze Bau Gemeinde aus. Als Gemeinschaft sind wir sein Tempel. Und der Tempel entsteht dadurch, dass jeder Einzelne sich vornimmt, Teil der Gemeinschaft zu werden, und das zulässt.
Also der lebendige Stein, den Jesus im Blick hat, das ist nicht einfach ein Stein, der liegt halt rum, sondern Jesus möchte, dass wir verstehen: Wenn wir bekehrt sind, dann bekehren wir uns vom Ich zum Wir. Wir denken nicht mehr in der Ich-Kategorie, sondern in der Wir-Kategorie. Wir sind dazu berufen, in der Bekehrung Teil von etwas Größerem zu werden, nämlich von Gemeinde.
Ich weiß, dass das für moderne Menschen ein Riesenproblem ist, das zu denken. Man sagt uns ja von klein auf, dass wir so individualistisch und erfolgreich und abgegrenzt wie nur möglich sein sollen. Entfalte dich möglichst so, dass keiner dir im Wege steht. Und jetzt kommt der Gegengedanke aus der Bibel, und Gott sagt: Ich habe dich gemacht als jemand, der nur dann für mich richtig sein kann, wenn er Teil von etwas Größerem wird. Wenn du dich quasi einpassen lässt an eine Stelle in Gemeinde, wo du Grenzen erfährst, wo du andere Menschen berührst, wo du mit ihnen Begegnung hast, ob du willst oder nicht.
Und das ist ein schräger Gedanke. Wie gesagt, das ist für den modernen Menschen nicht leicht. Aber verdaut das mal. Wenn heute jemand sagt: Wo ist der Tempel Gottes?, lädt man ihn vielleicht zum Gottesdienst ein. Und wenn er in die Kirche kommt, dann ist die Kirche nicht der Tempel, sondern es sind die Menschen, die da Gott anbeten. Aber es sind nicht einfach die Menschen. Ihr seid nicht einfach dadurch Tempel Gottes, dass ihr am Sonntag Gottesdienst miteinander feiert. Ihr seid es erst dann, wenn jeder von euch seinen Platz in der Gemeinde gefunden hat.
Und am Sonntag in einem Gottesdienst zu erscheinen, heißt noch lange nicht, dass ich Teil dieser Gemeinde geworden bin. Es heißt noch nicht, dass ich willig Gott die Chance gebe, mich zu nehmen und in der Gemeinde mit meinen Gaben dahin zu setzen, wo er mich haben will. Es kann erst mal nur bedeuten: Ich gehe am Sonntag in den Gottesdienst. Und deswegen die Frage: Was bedeutet es, Teil einer Gemeinde zu werden? Und ich gebe euch einfach mal zehn simple Tipps, mit denen man anfangen kann.
Zehn Wege, wie Zugehörigkeit praktisch wird
Erster Tipp: Lies das, was in der Gemeinde herumgegeben wird. Also, wenn es Bekanntmachungen gibt, Einladungen oder E-Mails verteilt werden, lies das. Wenn am Sonntag vorne die Ansagen kommen, hör zu. Das ist der allererste Schritt.
Wenn du ein funktionierender Teil einer Gemeinde sein willst, musst du verstehen, wohin sich diese Gemeinde gerade bewegt. Das heißt ja nicht, dass du an allem dabei sein musst. Aber es heißt, dass du wissen musst, was es gibt.
Wenn du hier fünf Jahre in den Gottesdienst gehst und jemand fragt dich: Wer geht eigentlich zu diesem ABC Club? Und du sagst: ABC Club? Noch nie gehört. Verstehst du? Ich weiß nicht, ob es den noch gibt. Ja, gibt es noch. Dann machst du etwas falsch. Du musst vielleicht nicht wissen, wer den ABC Club leitet und wer gerade daran teilnimmt und so, aber einfach mal den Begriff gehört zu haben und ungefähr zu wissen, was das ist, das wäre schon gut. Erster Schritt.
Zweiter Schritt: Lerne die Namen. Das ist vielleicht erst einmal nur ein Akt der Höflichkeit, aber auch Liebe fängt mit Anstand an. Lerne die Namen der Leute, die zur Gemeinde gehören. Da wird es Grenzen geben, ja, eure Gemeinde ist riesig, ja, und irgendwo franzt das dann aus. Aber versucht doch mal, so viele wie möglich einfach zu kennen. Und wenn da jemand ist, frag einfach: Wie heißt du denn?
Dritter Punkt: Lerne die Leute hinter den Namen kennen, indem du Gastfreundschaft praktizierst. Warte nicht immer darauf, dass dich jemand einlädt, lad du mal ein. Und mach das regelmäßig. Es gibt ein Gebot dazu in der Bibel.
Vierter Punkt: Bete. Bete für so viele Geschwister, wie du schaffst. Wenn du Rentner bist, alle. Ja, logisch, Rentner sind zum Beten da, oder? Also jetzt mal von der Bibel her, einfach nur von der Bibel: Ihr müsst 1. Timotheus 5 nur lesen. Rentner sollen beten, das steht in der Bibel. Ihr habt Zeit, das ist eure Gabe. Ihr könnt vielleicht bei den Umzügen nicht mehr die Kartons schleppen, aber ihr könnt beten, dass sich keiner verletzt. Also natürlich, ja, ich gehe davon aus, dass ihr es tut. Also bete für so viele Geschwister, schnapp dir die Telefonliste, geh mal durch, schau: Wen kennst du, wen kennst du nicht? Und du wirst merken, es führt dich in die Gemeinde hinein.
Selbst wenn du sagst: Ich weiß ja gar nicht, was ich beten soll. Super, dann fang an, mit den Leuten darüber zu reden. Schreib ihnen eine E-Mail, sag: Was kann ich für dich beten? Ich würde ja gerne, aber ich kenne dich gar nicht so richtig.
Fünfter Punkt: Pack im Gemeindealltag dort an, wo Hilfe gebraucht wird. Für viele Aufgaben in der Gemeinde braucht man keine spezielle Gabe, die kann man einfach machen. Und wenn man merkt, da ist Not, da wird, was weiß ich, ein Kuchen gebraucht oder da muss man, was weiß ich, Unkraut jäten oder mal was sauber machen oder mal was umstellen, keine Ahnung, pack einfach mit an. Du wirst merken, dass diese Aktionen, zusammen mit anderen etwas zu machen, dich an Leute heranbringen. Das ist irre. Zusammen zu dienen bringt einem so viel, Leute kennenzulernen. Diene mal an der Stelle, wo du gar keinen kennst.
Also, wenn du die Jugend nicht kennst, mach mal bei so einer Woggele einfach mit, und du wirst plötzlich die Jugendlichen kennenlernen. Wenn du sagst, ich kann mit den ganz Kleinen nichts anfangen, bei Sola macht ja eh alle mit. Aber es gibt bestimmt irgendwelche Sachen. Also bring dich einfach ein, wo du sagst: Da kann ich. Und wenn es nur ein Fahrdienst ist, aber mach es einfach. Du wirst merken, dass du langsam in die Gemeinde hineinwächst.
Sechster Punkt: Bring dich mit deinen Gaben in der Gemeinde ein, arbeite mit. Finde deinen persönlichen Platz. Der muss nicht groß sein, aber er muss dich widerspiegeln. Was hat Gott dir aufs Herz gelegt? Womit kannst du die Gemeinde voranbringen? Denk das durch, frag Gott.
Siebter Punkt: Sei so oft wie möglich im Gottesdienst. Hör dir die Predigten nach, wenn du nicht da warst. Krieg mit, was geistlich gerade in der Gemeinde passiert, welche Themen gebracht werden, wo die Ältestenschaft bemüht ist, auch Themen zu lancieren, weil sie denken: Oh, die sind wichtig. Wo hat der Geist Gottes am Sonntag etwas gesagt? Verpass das nicht.
Achter Punkt: Besuche einen Hauskreis. Ich weiß, dass Hauskreise keine Allheilmittel sind, und man braucht vielleicht auch mal eine hauskreisfreie Zeit. Aber so ganz grundsätzlich ist so eine kleinere Truppe, mit der man regelmäßig betet, für die man da ist, denen man seine Sorgen erklären kann, gut. Ich glaube, für die meisten Christen ist das richtig gut.
Neunter Punkt, sorry, das ist mein bösester Punkt: Spende dein Geld großzügig an deine Gemeinde. Warum ist das so fies? Weil dein Herz dort sein wird, wo dein Schatz ist. Du kannst dich, wenn du sagst, ich möchte mich in Gemeinde verlieben, nicht nicht in Gemeinde verlieben, wenn du da großzügig spendest. Das geht irgendwie nicht. Also mach das. Dein Umgang mit Geld zeigt dir eigentlich schon fast von allein, ob du Teil einer Gemeinde bist oder nicht.
Zehnter Punkt: Wenn es eine Gemeindefreizeit gibt, fahr mit, oder bei Ausflügen. Nutz diese Zeiten, in denen man in geselliger Atmosphäre einfach mit anderen Leuten mal unterhalten kann. Wir fahren als Gemeinde einmal im Jahr für ein Wochenende. Das sind wirklich nur so zwei, also ein halber Tag, ein Tag und ein halber Tag weg. Und ich weiß jedes Mal, wir machen das jetzt seit fünf Jahren, glaube ich, und es ist einfach ein sehr überschaubares Freizeitheim ohne viele Attraktivitäten. Wir fahren immer an die gleiche Stelle. Aber Freitagabend da einfach in einer Runde zu sitzen und dann ein bisschen Rotwein zu trinken, ein bisschen zu schnabulieren, und jemand hat ein bisschen das und das dabei, und einfach zu quatschen, zu quatschen, bis es irgendwie ein Uhr ist, zwei Uhr ist, einfach dieses Mal quatschen. Und du kannst mit jedem, der da sitzt, dich einfach unterhalten. Das ist so schön. Nutz das. Nutz das, um hineinzuwachsen in die Gemeinde.
Wenn du den Slogan willst: Sei mittendrin statt nur am Rand.
Warnungen vor zwei typischen Irrwegen
Wie kann man das falsch machen? Weil Petrus sagt: Macht das, lasst euch auch selbst aufbauen, lasst das zu. Gott hat dich schon lebendig gemacht, und du liegst da irgendwo rum. Lass es zu, dass Gott dich packt und in eine Gemeinde hineinsteckt.
Was kann man falsch machen? Man kann nie in einer konkreten Gemeinde ankommen. Es gibt Leute, die sagen: Ich habe das nicht so mit Gemeinde. Und ich kann da immer nur ehrlich gesagt schmunzeln, weil: Wie kann das sein, dass ich als Christ nicht das liebe, was Gott liebt? Und Gott liebt Gemeinde. Er liebt tatsächlich jede einzelne Gemeinde. Wenn ihr mal Offenbarung lest, werdet ihr merken: Da kriegt jede Gemeinde ihren eigenen Brief mit ihren eigenen Problemen. Gott kennt jede Gemeinde. Gott liebt Gemeinde. Gott liebt die EFG Oberkrima, euch als Gemeinde. Nicht nur Gemeinde weltweit, sondern euch als Gemeinde.
Am Sonntagmorgen schaut Gott auf die Erde, und er sieht euch im Gottesdienst. Und er sagt: Das ist meine Gemeinde, meine Gemeinde in Oberkrima, meine EFG Oberkrima. Wie kann es da sein, dass ich sage: Ich liebe das nicht?
Zwei Fehler, die man machen kann, die ich immer wieder erlebe: Da gibt es den Zuschauer. Das ist der, der nie in der Gemeinde ankommt, der zwar zum Gottesdienst geht und sich auch die Rosinen aus dem Gemeindeprogramm herauspickt, aber sich eigentlich nie die Finger schmutzig macht und Teil der Gemeinde wird.
Ich weiss nicht, wo ihr steht. Aber wenn ihr diese Tendenz habt, dann mein Tipp von hier vorne: Werde Teil vom Kern! Geh aufs Ganze, mach dir doch mal die Finger schmutzig! Geh doch mal raus aus diesem Konsumentensessel, weisst du, so rein in die Mitkämpferloge, da, wo etwas passiert, da, wo man eine gescheuert kriegt, da, wo man erlebt, dass Gemeinde auch nur Menschen sind, da, wo es keinen Spass mehr macht, da, wo plötzlich Glauben gefordert wird, ja, ja, da, wo Schwierigkeiten real sind. Geh doch mal dahin, trau dich das einfach mal.
Das ist das eine: der Zuschauer, wo Petrus sagt: Ey, sei kein Zuschauer.
Das Zweite, was ich auch erlebe, sind die Gemeindehopper. Das erinnert mich an Hannes Wader. Ich weiss nicht, wer das Lied kennt: Heute hier, morgen dort, bin kaum da, muss ich fort. So diese Art, so Typen, die tauchen auch mal in deinem Gottesdienst auf. Die tauchen auf, weil irgendetwas gibt es in deiner Gemeinde, was ihnen an deiner Gemeinde gefällt. Das kann sein: In der einen Gemeinde gefällt ihnen die Atmosphäre, in der anderen Gemeinde ist es vielleicht der Lobpreis, dann gibt es in der dritten Gemeinde die tolle Predigt.
Wenn ihr jünger wärt, würde ich sagen: Da kann es auch den süssen Jungen am Bass geben, den man sich einfach anschaut. Ich gehe dahin, wo ich mich wohlfühle, was mein Zeitplan hergibt, worauf ich Bock habe. Aber ankommen in Gemeinde? Ey, nee, ich will mich nicht binden. Ich kann auch alleine Gott anbeten.
Und an der Stelle sage ich mal: falsch, also fast richtig. Natürlich kannst du alleine Gott anbeten, und ich rate dir, es ganz oft zu tun. Aber es gibt Dinge im Umgang mit Gott, die Gott sich wünscht, die kannst du nur in Gemeinschaft tun. Es gibt Opfer. Gottesdienst ist ein Opferdienst. Es gibt Opfer, die kann nur die Gemeinschaft bringen. Und genau genommen gibt es Opfer, die kann nur eine Gemeinschaft bringen, wo jeder einzelne sich hat hineinbauen lassen und die auch tatsächlich als Gemeinschaft funktioniert. Nicht als One-Man-Show, sondern als Team-Show, wo jeder mit seinen Gaben sich einbringt.
Die Berufung der Priesterschaft
Nochmal 1. Petrus 2,5: Lasst euch auch selbst als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, ein heiliges Priestertum, bitte! Das eine ist: Wir sind ein geistliches Haus, wir bilden den Tempel Gottes. Und gleichzeitig sind wir die, die in diesem Tempel Priester sind. Und hier geht es um Priestertum, ein heiliges Priestertum, um geistliche Schlachtopfer darzubringen, Gott wohlannehmbar durch Jesus Christus.
Ich hoffe, ihr seht, dass hier das Priestertum im Vordergrund steht, die Gemeinschaft der Priester. Das ist vielleicht ein komischer Gedanke: Gibt es im Neuen Bund Priester? Antwort: Ja. Man spricht nicht umsonst vom allgemeinen Priestertum. Im Neuen Bund gibt es Priester und Priesterinnen, und das seid ihr.
Im Alten Testament war es so: Es gab die Priester. Sie dienten in der Stiftshütte und im Tempel. Sie waren Gott ein Stückchen näher. Da ging man hin und benutzte sie, damit sie für einen Gott angebetet haben, damit sie für einen die Opfer gebracht haben. Da gab es eben die Priester, und es gab die Normalos. Das ist Altes Testament.
Und im Neuen Testament verwirklicht Gott einen Traum, den er auch schon im Alten Testament hatte, aber er hat ihn im Alten Testament noch nicht in letzter Konsequenz umgesetzt. Er sagt: Ich möchte ein Volk von Priestern haben. Ich möchte, dass jeder, der meinen Tempel bildet, gleichzeitig Teil der Priesterschaft ist. Ihr bildet miteinander ein heiliges Priestertum.
Wenn du ein eingebauter, lebendiger Stein bist, dann bist du auch dazu berufen, Teil eines Priestertums zu sein, das geistliche Schlachtopfer darbringt. Im Alten Testament haben die Priester Tieropfer gebracht. Damit haben wir überhaupt nichts zu tun, wir bringen keine Tieropfer. Aber als ein heiliges Priestertum, also als ein Priestertum, das ohne Sünde ist, bringen wir geistliche Schlachtopfer.
Gottesdienst: Wenn du am Sonntag hier ankommst, dann ist das eine Opferveranstaltung. Du bist hier als Priester und Priesterin. Auch heute Abend bist du nicht einfach nur als Zuhörer gekommen. Klar, die Veranstaltung ist sehr stark darauf ausgelegt, dass ich hier vorne etwas sage und ihr zuhört. Aber wenn ihr hier seid, dann kommt ihr nicht als Normalos, sondern ihr bildet ein Priestertum, ihr seid eine Priesterschaft.
Und Petrus sagt: Werde Teil dieser Gemeinschaft, die Tempel und Priesterschaft ist. Nimm deinen Platz in der Gemeinde ein, damit die Gemeinde als Ganzes Gott die Opfer bringen kann, die er haben will.
Frage: Was sind geistliche Schlachtopfer? Und einmal mehr wird Petrus gar nicht groß darauf eingehen, weil es schwer ist, ganz exakt zu sagen, was das ist. Im Alten Testament war es klar, da wurde ein Tier geopfert. Im Neuen Testament opfern wir was? Paulus würde sagen: unser ganzes Leben, unseren Leib, Römer 12,1-2, aber wesentlich Vers 1: unsere Leiber darzustellen als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer.
Und der Leib des Menschen steht hier für seine ganze Persönlichkeit, für sein gesamtes Leben mit seinen Möglichkeiten in dieser Welt. Ich bringe mein Leben ein in die Beziehung mit Gott, so wie der Herr Jesus sein Leben und seine Möglichkeiten eingebracht hat in die Beziehung mit mir. Ein Leben für ein Leben, wenn man das so will.
Und wie fühlt sich das am Sonntag an? Wie fühlt sich das an, wenn wir im Gottesdienst zusammen sind? Was sind das für Opfer, die ich mitbringen kann? Petrus sagt es nicht. Was Petrus sagt, ist, dass wir etwas mitbringen sollen, dass wir dazu berufen sind, zu opfern. Und ob das dann am Ende Dank ist, oder ob du ein Zeugnis gibst, ob das Flehen und Lobpreis ist, ob das ein anderer Beitrag zum Gottesdienst ist, ob das eine Predigt ist oder irgendetwas, womit du Gott in diesem Moment am Sonntag Freude machst, weil du dir vorgenommen hast, deine Gabe zu bringen.
Und das kann etwas ganz Kleines sein. Etwas, wo du sagst: Es ist doch keine Gabe. Du hast dir vielleicht vorher überlegt, wen kann ich heute ermutigen, und dann sind dir zwei, drei Namen gekommen, und du sagst: Das kann ich. Wenn du so ein Ermutiger bist, so ein Typ, der auf Leute zugehen kann, und du bringst diese Gabe mit, dann bring diese Gabe mit. Und jemand anders sagt vielleicht: Ich habe die Gabe des Spendens, und spendet. Und der Dritte backt Kuchen. Und der Vierte geht nach vorn und sagt: Ich habe hier aus der letzten Woche ein tolles Wort, damit möchte ich euch weitergeben.
Aber verlasst den Gedanken: Gemeinde, das ist das, wo ich der Normalo bin, und ich komme halt am Sonntag und singe die Lieder mit, und ansonsten schaue ich mal, was passiert. Und glücklicherweise gibt es dann ein Moderatorenteam, und es gibt einen Prediger, und die machen das schon. Und am Ende kann man auch mit den Ältesten noch beten. Und eigentlich habe ich damit nichts zu schaffen, eigentlich bin ich der Konsument. Wo dieses Denken gelebt wird, an dieser Stelle sind wir im Alten Testament. Dann habe ich unausgesprochen so eine neue Priesterschaft geschaffen, die irgendwo zwischen Gott und mir steht, und die müssen jetzt dafür sorgen, dass zwischen mir und Gott irgendwie alles in Ordnung ist. Die müssen mir geben, was ich brauche, und die werden auch Gott geben, was er braucht, und ich muss eigentlich nur kommen und da sein. Da schleicht sich schnell dieser Gedanke ein.
Aber hier steht etwas anderes. Hier steht, wir sind dazu berufen, etwas mitzubringen. Vielleicht denkst du: Ich kann das doch auch alles machen ohne die anderen. Warum muss ich das unbedingt im Gottesdienst machen? Und jetzt kommt der Text, denn Petrus sagt: Nein, das kannst du nicht. Du kannst zuhause in deinem stillen Kämmerchen beten, richtig, aber du kannst nicht Priestertum sein. Du kannst Priester sein, aber du kannst nicht als Priesterschaft und als Priestertum in Gemeinschaft schon vorwegnehmen auf der Erde, was wir in der Ewigkeit tun werden.
Denn wenn du in den Himmel schaust, ist dir das mal aufgefallen? Du liest Offenbarung und schaust: Wie findet denn Gottesdienst im Himmel statt? Hat da jeder so sein Häuschen und macht da so alleine seine stille Zeit? Oder klingt das eher nach Myriaden von Engeln? Und aus jeder Nation und aus jedem Volk und aus jeder Sprache stehen da zig Tausende und Tausende beieinander und singen mit lauter Stimme Gott. Das ist es.
Und am Sonntag bilden wir das, was die Ewigkeit einmal sein wird. Wir bilden das am Sonntag hier schon ab. Noch unvoll, unfertig, schwach, aber das ist das, was du alleine nicht kannst. Petrus sagt nicht: Mach ein bisschen intensiver deine stille Zeit. Er sagt: Werde Teil einer Priesterschaft, triff dich als Tempel, und dann bringt Gott die Opfer, die er haben möchte. Opfer, die natürlich wohlannehmbar sind durch Jesus Christus.
Wiederum geht es nicht darum, dass wir aus uns heraus irgendetwas produzieren. Das ist nie der Punkt. Aber das macht es nicht weniger notwendig, dass wir diese Opfer bringen. Und wenn du das tust, dann bringst du etwas zum Ausdruck, etwas ganz Schönes. Du sagst: Jesus ist das Juwel meines Lebens.
Denn an Jesus und an meinem Umgang mit ihm und wie ich über ihn denke, da scheiden sich wirklich die Geister. 1. Petrus 2,4: Zu ihm kommend, also zu einem lebendigen Stein, von Menschen zwar verworfen, bei Gott aber auserwählt, kostbar. An diesem Jesus scheiden sich die Geister. Die Menschen verwerfen ihn, sie sagen: Mit diesem Stein nicht. Und ihr müsst immer das Bild im Hinterkopf haben: Da wird ein Haus gebaut, da braucht man einen Eckstein, man braucht so einen ersten Fundamentstein, und der ist Jesus für das Haus Gemeinde. Aber die Menschen, die ihn gesehen haben, gemeint sind hier die Priester, die Schriftgelehrten, die wollten ihn nicht, die haben ihn verworfen.
Derselbe, den die Menschen nicht wollten und den sie an ein Kreuz genagelt haben, der ist Gott selber auserwählt, kostbar. Der ist das Juwel, der Augapfel Gottes. Vers 6: Denn es ist in der Schrift enthalten: Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein. Zion ist Jerusalem. Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein.
Das ist passiert am Kreuz, wo Jesus das Fundament gelegt hat mit seinem Sterben für die Gemeinde. Und wer an ihn glaubt, das seid ihr, wer an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden. Der Glaube gibt uns eine Hoffnung, die über den Tod hinausreicht.
Und jetzt kommt das in Vers 7: Euch nun, die ihr glaubt, bedeutet er die Kostbarkeit. Wenn du glaubst, dann ist Jesus das Juwel deines Lebens. Und dann möchtest du ihn ehren, dann möchtest du ihm die Opfer bringen, die er haben möchte. Dann möchtest du durch ihn dem Vater im Himmel die Opfer bringen, die er haben möchte. Dann möchtest du Teil dieser Gemeinschaft sein, die sich aufbaut auf dem Opfer, das er gebracht hat. Dann soll dieses Opfer in dieser Welt schon gesehen werden durch Gemeinde, durch den greifbaren, sichtbaren Tempel der Menschen, die sich am Sonntag treffen.
Jesus ist das Juwel im Leben eines Gläubigen, er ist sein Schatz. Ich glaube, es macht einen Jünger Jesu aus, dass Jesus ihm kostbarer ist als alles sonst in der Welt, mein eigenes Leben eingeschlossen.
Und wenn dir das fehlt, dann sind wir ein bisschen wie bei dem Vortrag vorhin mit dem Schmecken der Güte Gottes. Wenn es dir schwerfällt, über Jesus zu staunen, wenn es dir schwerfällt, ihn zu bewundern, ihn als eine Kostbarkeit in deinem Leben, als etwas ganz Außergewöhnliches zu sehen, dann nimm das aus diesem Vortrag mit und geh an der Stelle einen Schritt weiter. Fang an, im Gebet und im Nachdenken über den Herrn Jesus zu sagen: Herr, ich möchte das lernen, über dich zu staunen.
Und vielleicht musst du dann überlegen: Gibt es in meinem Herzen vielleicht ein anderes Juwel, eine andere Kostbarkeit? Hat da irgendetwas den Platz eingenommen, der für Jesus eigentlich reserviert ist? Oder fehlt mir die Zeit, um ihn zu genießen? Oder kenne ich ihn einfach noch nicht gut genug, um seinen Wert richtig beurteilen zu können? Fang an, darüber nachzudenken.
Jesus als Eckstein und die Entscheidung des Glaubens
Vers sieben weiter, und dann Vers acht: Für die einen Kostbarkeit, für die Ungläubigen aber gilt: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, dieser ist zum Eckstein geworden.
Und die Bauleute, das sind die Hohenpriester und die Schriftgelehrten. Ihr könnt das in Lukas 20 nachlesen. Sie waren tatsächlich von Gott eigentlich ausersehen, den neuen Bund zu bauen, zu verstehen, wer der Messias ist, ihn in die Gemeinschaft des Volkes Israel einzuführen, ihm den Weg zu ebnen. Aber das machen sie nicht. Statt den Eckstein zu erkennen, verwerfen sie ihn.
Und mehr noch: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, dieser ist zum Eckstein geworden, und ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses.
Die Begegnung mit Jesus hat diese Menschen zu einer Entscheidung gezwungen. Und das ist bis heute so. Wir können entweder glauben, oder wir werden uns an ihm, an diesem Jesus als Person, an ihm und an dem, was er gesagt hat, stoßen.
Und Jesus macht uns das ganz, ganz leicht. Es ist ja ein einziger Vers. Jemand, der sich hinstellt und sagt: Niemand kommt zum Vater als nur durch mich. Das reicht schon. Ich meine, wie absurd ist das denn? Stellt sich jemand hin und sagt: Wenn du Gott begegnen möchtest, gibt es genau einen Weg. Das bin ich. Wenn du mich nicht hasst, kommst du nicht zu Gott.
Man könnte auch darüber nachdenken, dass Jesus sagt: Ich und der Vater sind eins, und die Leute sehr klar verstehen, dass er von sich spricht und dass er sagt: Ich bin Gott. Und nicht wenige heben Steine auf und wollen ihn daraufhin umbringen. Jesus hat so viele Dinge getan, an denen man sich stoßen kann. Und wenn du nicht glaubst, dann wirst du dich stoßen. Es ist leicht, Jesus abzulehnen.
Und dann heißt es in Vers 8 weiter: Da sie nicht gehorsam sind, stoßen sie sich an dem Wort. Unglaube ist immer auch Ungehorsam, weil Gott nämlich sagt: Glaube an den Herrn Jesus. Das ist ein Gebot. Und wenn du sagst: Ich will da nicht dran glauben, dann wirst du dich stoßen an dem Wort, das Jesus geredet hat, an dem, was er über sich selber sagt.
Und das ist von Gott so gemacht, weil Gott sagt: Es gibt keinen Graubereich. Entweder glaubst du, dann glaubst du an Jesus, oder aber du stößt dich an dem, was er sagt. Und dann, wozu sie auch gesetzt worden sind, dann gilt das Prinzip, dass dein Unglaube, der sich zeigt im Ungehorsam gegen das Gebot: Glaube an den Herrn Jesus, dich tatsächlich in die Verlorenheit peitscht.
Menschen, die nicht glauben wollen, werden sich am Wort Gottes stoßen. Sie stoßen sich an dem, was Jesus sagt, und an dem, wie er gelebt hat. Und dann gehen sie dafür verloren.
Und jetzt überlegt mal, ihr, die ihr hier sitzt. Ich hoffe, dass ich das jetzt für jeden sagen kann, dass ich das für jeden sagen kann, dass ich das für jeden sagen kann, dass ich das für jeden sagen kann, dass ich das für jeden sagen kann, dass ich das für jeden sagen kann: Ihr habt verstanden, wer Jesus ist, und ihr glaubt an Jesus.
Und jetzt kommt Petrus und sagt: Und ich möchte, dass ihr nicht nur sagt, Jesus ist das Juwel meines Lebens, und ich glaube an diesen Jesus, sondern ich möchte, dass ihr versteht, wer ihr selber seid. Und deswegen die letzten beiden Verse.
Wer die Glaubenden sind und wozu sie berufen sind
Ihr aber seid, was macht das denn mit mir, wenn ich glaube? Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht. Wenn man von Geschlecht redet, meint man Menschen, die miteinander verwandt sind. Wir sind durch den Glauben Teil einer geistlichen Grossfamilie geworden, einer Familie, die Gott ganz besonders lieb und kostbar ist.
Ihr aber seid ein königliches Priestertum. Jeder von euch ist Priester beziehungsweise Priesterin. Ihr habt die Berufung, Gott anzubeten, Menschen in die Gegenwart Gottes zu bringen, man nennt das Fürbitte. Ihr seid dazu berufen, geistliche Schlachtopfer zu opfern. Ihr seid dazu berufen, wie die Priester im Alten Testament guten geistlichen Rat zu geben.
Als königliche Priester dienen wir dem König aller Könige. Wir sind tatsächlich Priester am Königshof. Wir arbeiten heute schon in der Residenz, in der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem.
Ihr aber seid eine heilige Nation, ein Volk zum Besitztum. Du gehörst, egal welche Staatsbürgerschaft du hast, zu Gottes heiliger Nation. Ein Volk, das davon geprägt ist, dass es Sünde hasst und Gerechtigkeit liebt. Ein Volk, das ganz Gott gehört. Ein Volk zum Besitztum. Mein Leben, unser Leben gehört Gott. Es gehört nicht mehr mir.
Und jetzt müssen wir wirklich hier an dieser Stelle sagen: Wir, es ist immer dieser Gedanke, der am Anfang da steht. Lass dich aufbauen, werde Teil dieses Teams, werde Teil des Tempels. Dieser Gedanke zieht sich ja durch. Wir sind auf der Erde, um Gottes Willen zu tun. Wir bauen sein Reich, nicht unser Reich. Es geht nicht mehr darum, noch angesehener oder wohlhabender oder einflussreicher zu werden. Es geht uns nicht mehr darum, in der Mitte der Gesellschaft anzukommen, alles zu haben, was die anderen haben. Es geht darum, Gott gegenüber, dem, dem wir gehören, ihm gegenüber loyal zu sein und das Land einzunehmen, das er uns gegeben hat.
Und dann heisst es hier: Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, eine heilige Nation, ein Volk zum Besitztum, damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat.
Wenn du die Frage stellst, was sind die Tugenden von jemandem, dann ist eine Tugend das, was jemand gut kann. Das ist eine Tugend, wenn jemandem irgendetwas gut ist. Dann sagt man, das sind seine Tugenden, darin, worin er brilliert, das, was ihn auszeichnet. Und jetzt überlegen wir uns: Worin ist Gott gut? Worin zeichnet er sich aus? Was schätzen wir an ihm? Und diese Dinge, die sollen wir nehmen.
Gott hat uns zusammengestellt mit einem Ziel. Einerseits ihm geistliche Schlachtopfer zu bringen, ihn anzubeten und ihm als Gemeinschaft zu begegnen, so wie wir das in alle Ewigkeit tun werden. Aber es gibt ein zweites Ziel. Und das zweite Ziel ist, das, was er in unserem Leben getan hat und tut, das, was ihn auszeichnet, zu beschreiben und in eine Welt hinein zu proklamieren, die diesen Gott nicht kennt.
Hört euch das an! Wir sind berufen, damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat, die ihr einst nicht ein Volk wart, jetzt aber Volk Gottes seid, die ihr nicht Barmherzigkeit empfangen hattet, jetzt aber Barmherzigkeit empfangen habt.
Wir wissen doch, wo wir herkommen. Wir wissen, wie Gott ist. Wir wissen, dass wir genau da standen, wo die anderen standen. Wir waren nicht Volk, und wir gingen in die Irre. Und wir hatten nicht Barmherzigkeit gefunden. Wir lebten in einer Welt, geprägt von Verlorenheit. Und Gott kommt da hinein und sagt: Ich möchte dich. Ich möchte dir meine Barmherzigkeit schenken, und ich möchte aus dir Teil eines grösseren Ganzen machen, Teil einer Gemeinde machen, die eine ewige Berufung hat.
Lass dich doch bitte darauf ein und werde jemand, der zu den Menschen geht und sagt: Ich habe es gefunden. Ich habe Barmherzigkeit gefunden. Ich habe meine Berufung gefunden. Ich habe einen Gott gefunden, der es gut mit mir meint, der mich erlöst und gerettet und hineingebracht hat in sein Reich. Ich muss nicht mehr in der Finsternis leben, ich darf ins Licht. Ich bin in sein wunderbares Licht hineingetreten, und ich bin das nicht alleine, sondern ich habe links und rechts von mir eine ganze Familie, ein ganzes Priestertum, ein ganzes Volk, das mit mir auf dem Weg ist.
Und deswegen beantwortet dieser Text auch die Frage: Wer bin ich, wenn ich das zulasse, dass Gott mich aufbaut zu einem heiligen Tempel? Wer bin ich? Und die Antwort lautet: Ich bin ein heiss geliebter Teil einer himmlischen Familie. Ich bin berufen, als Priester des grössten Königs zu dienen. Ich gehöre Gott, ich folge ihm loyal, wohin er mich führt, und ich bin ein Zeuge von dem, was er in meinem Leben getan hat. All das bin ich, und ich bin es nicht allein. Ich bin es als Teil eines grossartigen Teams: der Gemeinde.
Und wenn du in Schwierigkeiten kommst, dann tust du gut daran, das nicht zu vergessen. Und du tust heute, wenn du sagst, ich bin noch nicht so richtig drin in Gemeinde, gut daran, Teil dieses Teams zu werden, bevor die Schwierigkeiten kommen. Und wenn du mitten in den Schwierigkeiten bist, dann geniesse die Gemeinschaft, denn es gibt wahrscheinlich nichts Besseres, wenn du in Schwierigkeiten hineinkommst, als Geschwister, die an deiner Seite stehen und dir helfen.
Und das wünsche ich dir von ganzem Herzen. Amen.
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