Einleitung
Endlich befinden wir uns im lang erwarteten Jahr 2000. Ich kann mich
erinnern, dass ich als junger Bursche ausrechnete, wie alt ich im Jahr
2000 sein werde und wie meine Lebensumstände sich dann zeigen. Ob ich
überhaupt noch lebe und wie sich die Welt wohl sein wird. Nun sind wir so
weit.
Für uns ändert sich eigentlich nichts. Ausser, dass wir nun wieder, wie
jedes Jahr, eine neue Jahresziffer schreiben müssen. Doch bleibt unsere
Lebensumstände gleich. Oder wie das kürzlich in einer Sendung gesagt
wurde: das Jahrtausend ändert sich, aber der Mensch nicht. Durch diesen
Wechsel ändert sich weder die Welt noch der Mensch. Unsere Nöte und
Freuden begleiten uns weiter.
Vielleicht hat sich auch jemand Vorsätze genommen, was er im neuen Jahr
besser machen will. Das ist gar keine schlechte Sache. Heute morgen
wollen wir uns am Beispiel von Petrus herausfordern lassen vertrauensvoll
und dynamisch in das neue Jahr zu gehen. Es ist die bekannte Begebenheit,
dort wo Petrus auf dem Wasser läuft.
Text lesen: Mt. 14, 22-33
I. Oasen suchen (22-23)
Jesus wollte sich zurückziehen, als er vom Tod des Johannes des Täufers
hörte.
Er fuhr mit einem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. Aber
die Leute liessen das nicht zu. Während Jesus über den See fuhr, nahmen
sie den Landweg um den See Genezareth und als Jesus aus dem Boot stieg,
stand eine grosse Volksmenge da (Mt.14,13).
Aus Mitleid nahm sich Jesus dieser Menschen an und heilte die Kranken,
die sie mitbrachten (Mt.14,14). Dann verpflegte er die grosse
Menschenmenge:
Die aber gegessen hatten, waren etwa fünftausend Mann, ohne Frauen und
Kinder. Mt.14,21.
Es waren mit Frauen und Kindern sicherlich an die 10'000 Menschen, die
Jesus mit fünf Broten und zwei Fischen voll sättigte.
Nun beobachten wir eine ganz eigenartige Situation. Jesus zwingt seine
Jünger in das Boot zu steigen, um ohne ihn an das andere Ufer zu fahren.
Er will endlich einmal alleine sein. So verabschiedet er die und dann
endlich konnte er ganz allein auf den Berg steigen, um mit seinem Vater
zu reden.
Jesus brauchte diese Zeit, um sich zu sammeln und Kräfte zu tanken. Er
musste das, was auf ihn eindrang verarbeiten und mit seinem Vater
ungestört besprechen, denn niemand konnte ihn so gut verstehen wie sein
Vater. Mit niemandem konnte er seine Ängste offen sagen, die er im Blick
auf sein Ende hatte, denn der Tod des Johannes wird Jesus besonders
beschäftigt haben, weil er selber wusste, dass er einen schrecklichen Tod
erleiden muss.
Ich kann mir vorstellen, dass Jesus in diesen Stunden einen ähnlichen
Kampf durchgestanden hat, wie im Garten Gethsemane (auch Lk.12,49-50).
Jesus brauchte einige Stunden in der Stille, um mit seinem Vater
alleine zu sein. Und wieder neu gestärkt seinen Leidensweg weiterzugehen.
Anwendung
Wenn Jesus, der der Sohn Gottes war, sich Zeit genommen hat, um mit
seinem Vater zu sprechen, wieviel mehr brauchen wir solche Zeiten, um mit
Gott zu sprechen!
Wir erleben oft einen hektischen Alltag. Vieles will uns ablenken und
in Beschlag nehmen. Aber es tut Not, dass wir uns losreissen, um mit Gott
zu sprechen. Damit wir auf dem Weg des Glaubens bleiben.
Jesus sagte nicht ohne Grund seinen Jüngern im Garten Getsemane:
Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallt! Der Geist ist
willig; aber das Fleisch ist schwach. Mt.26.41.
Schaffen wir uns doch Zufluchtsorte, um Gott zu sprechen, um unsere
Herzen auszuschütten.
II. Dunkelheit aushalten (24-26)
Die Jünger schickten sich in die Weisung ihres Herrn. Sie machten sich
auf ans andere Ufer.
Bereits weit im See draussen, kam ein Sturm auf, und die Jünger trieben
mit dem Schiff auf dem See in den Wellen.
Stunden müssen sie in diesem Sturm getrieben haben. Denn Jesus begegnet
ihnen erst zur 4 Nachtwache, das ist zwischen drei und sechs Uhr morgens.
Was müssen diese Jünger eine Angst ausgestanden haben. Warum lässt sie
ihr Herr nur so auf dem See treiben?
Anwendung
Schon viele Menschen vor und nach den Jüngern, die im Auftrag Gottes
standen, mussten solche Täler durchschreiten. In er Bibel finden wir
einige Beispiel, auf zwei möchte ich hinweisen:
Z.B. Mose, David,
Jesus liess seine Jünger in dieser Not. Es ist die Situation in die sie
kommen werden, wenn Jesus nicht mehr sichtbar auf der Erde sein wird.
Die Jünger werden noch viele Stürme durchzustehen haben. So sagte Jesus
ihnen:
In der Welt seid ihr Bedrängt; Joh.16,33b.
Also, in der Welt seid ihr Stürmen ausgesetzt.
Dieses Schiff im Sturm zeigt uns deutlich, dass im Leben derer, die
Jesus folgen Stürme nicht ausbleiben.
Not, Angst und Unruhe gehen an ihnen nicht vorüber.
Wir müssen wissen, dass der Glaubende teilnimmt an den Ängsten und
Todesnöten dieser Welt.
Sicherlich kann Gott in solchen Nöten helfend eingreifen oder kann uns
davor verschonen, daraus dürfen wir aber nie einen Anspruch auf ein
leidenslosen Verlauf unseres Lebens stellen.
Christen leiden genauso unter äusseren Nöten, sie leiden unter
Angstzuständen, die durch Naturkatastrophen, durch Kriege oder durch
Verfolgungen ausgelöst werden.
III. Jesus kommt nicht zu spät (27-32)
Das Schiff treibt auf dem See, es ist längst nicht mehr steuerbar. Auf
einmal sahen die Jünger eine Gestalt auf dem See umhergehen.
Sie sind darüber zutiefst erschrocken. Sie dachten überhaupt nicht
daran, dass es Jesus sein könnte. Nein, sie meinten es sei ein Gespenst
und sie schrien auf vor Angst.
Sie sahen ihr Ende kommen. Im Volk erzählte man sich nämlich von
Erscheinungen in der Nacht auf dem See Genetsaret. Ein Engel des
Verderbens, würde da die Seeleute in die tiefe ziehen.
Die Jünger waren zutiefst schockiert und erschrocken. Sie waren
physisch und psychisch völlig am Ende.
Wie wunderbar reagiert doch unser Herr. Er steht nicht genüsslich da
und erfreut sich am Leiden, an der Not seiner Jünger. Er lässt sie nicht
in ihrer Todesangst zappeln.
Sogleich redet Jesus mit ihnen und sprach: Seid getrost ich bin's;
fürchtet euch nicht! Mt.14,27.
Jesus gibt sich seinen Jüngern zu erkennen. Er kann ihre Angst
verstehen. In keiner Weise macht er sich über sie lustig.
Wie muss es den Jüngern leicht geworden sein um ihr Herz. Ihr Herr ist
es, kein Gespenst.
Anwendung
Gott lässt seine Kinder nicht im Stich. Er hilft zur rechten Zeit. Wir
brauchen aber solche Sturmzeiten, damit wir unser ganzes Vertrauen und
unsere ganze Hoffnung in den einen wahren Gott setzen.
Würden wir solche Zeiten nicht durchleben, wir würden nicht wachsen und
reifen.
IV. Jesus lässt uns nicht untergehen
Auf dein Wort
Jedoch sind sie noch nicht ganz sicher ob es wirklich Jesus ist, denn
Petrus sagt:
Herr, bist du es, so befiehl mir, zu dir zu kommen auf dem Wasser.
Es ist einfach herrlich, dieser Petrus. Er geht immer aufs Ganze. Wenn
er seinem Herrn begegnen kann, dann kennt er nichts.
Er war der erste, der Jünger der gleich zum Grab gelaufen ist.
Petrus war der Jünger, der, als er Jesus am Ufer sah, ins Wasser
sprang, um schneller bei seinem Herrn zu sein.
Da spricht der Jünger, den Jesus lieb hatte, zu Petrus: Es ist der
Herr! Als Simon Petrus hörte, daß es der Herr war, gürtete er sich das
Obergewand um, denn er war nackt, und warf sich ins Wasser. / Die
andern Jünger aber kamen mit dem Boot... Joh.21,7-8a.
Und es war Petrus, der dem Malchus ein Ohr abgeschlagen hatte, weil er
seinen Herrn verteidigen wollte.
Und auch hier. Petrus will so schnell als möglich zu seinem Herrn. Egal
was für ein Hindernis zwischen ihnen stand. Er weiss, wenn Jesus mir sagt
ich soll zu ihm kommen, dann gibt es kein unüberwindbares Hindernis, dann
wird mich sogar das Wasser tragen.
Anwendung
Ich wünschte mir viele solche Petrus Typen, die voller Eifer sich für
Jesus einsetzen.
Petrus war keineswegs perfekt. Er war wirklich ein Draufgänger und
machte dabei auch Fehler.
Wir brauchen aber solche Christen, die einfach einmal loseilen. Die
voll und ganz auf das Wort Gottes setzen und mit dem Risiko, dass sie
einen Fehler machen handeln.
Warner und Zuschauer gibt es genug. Die elf anderen Jünger blieben im
Boot und hätte Petrus auf sie gehört wäre er schon gar nicht aus dem Boot
gestiegen.
Petrus sah in diesem Moment nur noch den Herrn. Er kümmerte sich nicht
um seinen Ruf und was die anderen wohl denken könnten, wenn er aus dem
Boot steigt. Er sah einfach seinen Herrn, ihm wollte er entgegengehen.
Wir dürfen dankbar sein, wenn uns Gott solche Geschwister schenkt, die
sicherlich nicht immer die einfachsten sein werden, aber sie helfen uns
Glaubensschritte zu tun.
Freuen wir uns über diese positiven Draufgänger, die aufgrund von
Gottes Wort handeln, wenn wir vielleicht schon am verzagen sind. Lernen
wir von diesen Draufgängern, lassen wir uns anstecken, für Jesus zu
eifern.
Zweifel ablegen!
Jesus sagt nun Petrus: Komm her!
Und Petrus, wie es nicht anders zu erwarten war, steigt aus dem Boot
und läuft auf dem Wasser Jesus entgegen. Die Jünger sahen bestimmt
gespannt und zum Teil auch ungläubig dem Geschehen vor ihren Augen zu.
Der Sturm hatte sich aber noch nicht gelegt, und als Petrus den starken
Wind sah, erschrak er und er begann zu sinken.
Und sinkend schrie er: Herr rette mich!
Anwendung
Nun sah auch Petrus die Gefahr, die wir vielleicht schon von Anfang an
gesehen hätten.
Wir hätten Petrus vielleicht geraten geh nicht, du wirst in diesem
Sturm nicht auf dem Wasser gehen können.
Das überlegte Petrus schon gar nicht. Er sah seinen Herrn und weiter
nichts.
Nun kommt, was wir tatsächlich erwartet hatten. Petrus sinkt. Er hat
auf den Wind gesehen. Und wieder ist sein Blick auf Jesus gerichtet. Er
schreit: Herr rette mich!
Jesus lässt uns nicht untergehen
Sofort streckt Jesus ihm die Hand entgegen und zieht ihn aus dem
Wasser.
Jesus beginnt nicht den Ertrinkenden zu belehren, sondern er greift ein
und zieht ihn heraus.
Erst als Petrus gerettet war, belehrt ihn Jesus, indem er sagt:
Du Kleingläubiger, warum hast zu gezweifelt?
Anwendung
Wir würden vielleicht dem Petrus sagen: Siehst du, hättest du mich
gefragt, ich hätte dir gleich sagen können, dass das unvernünftig ist und
schiefgehen wird.
Jesus tadelt aber nicht den Eifer des Petrus. Er sagt ihm: Du hättest
ohne weiteres zu mir kommen können, wenn du nicht gezweifelt hättest.
Der Zweifel ist ein grosses Hindernis in unserem Glauben. Unser Leben
lang werden wir an diesem Punkt arbeiten müssen.
Aber wir müssen uns auch bewusst sein: Wer mit Jesus nichts wagt, der
kommt auch nicht in grosse Versuchung zu zweifeln. Vertrauen übt man in
der Praxis und nicht in der Theorie!
Petrus wirft er nun seinen Kleinglauben vor. Er hat gezweifelt, anstatt
wirklich zu glauben.
Schon der Prediger ist zu lesen:
Wer auf den Wind achtet, der sät nicht, und wer auf die Wolken sieht,
der erntet nicht. Pred.11,4.
Wie Petrus schauen wir zu oft in den Wind, in die Stürme und wir gehen
unter. Wir bringen keine Frucht.
Wir gehen wagen vielleicht ein Stück weit vorzuprellen, und in einemmal
verzagen wir, weil sich der erwünschte Erfolg nicht einstellt. Wir gehen
unter.
Jakobus zeigt, wie vernichtet ein zweifelndes Herz ist. Er schreibt:
Wenn aber jemand von euch nicht weiss, was er in einem bestimmten tun
muss, soll er Gott um Weisheit bitten, und Gott wird sie ihm geben.
Denn er gibt sie allen gerne und hält niemand seine Unwissenheit vor. /
Er muss Gott aber in festem Vertrauen bitten und darf nicht zweifeln.
Wer zweifelt, gleicht den Meereswogen, die vom Wind gepeitscht und hin
und her getrieben werden. / Solch ein Mensch kann nicht erwarten, dass
er vom Herrn etwas empfängt; / denn er ist in sich gespalten und
unbeständig in allem, was er unternimmt. Jak.1,5-8.
Zweifel macht unbeständig und verhindert, dass wir die Realität Gottes
nicht erfahren.
V. Mit Jesus in die Zukunft (33)
Jesus steigt nun ins Boot und der Sturm legt sich. Die Jünger fallen
vor Jesus nieder und beten ihn an:
Du bist wahrhaftig Gottes Sohn! Mt.14,33b.
Evangelisation
Hast Du diese Tatsache bereits erkannt in deinem Leben?
Jesus ist der wahre Sohn Gottes, der Retter nach dem sich die ganze
Welt sehnt und ihn doch ablehnt.
Jesus kann Dein Leben retten, denn ohne bist Du verloren, Du kannst vor
Gott nicht bestehen. Du lebt ohne Jesus in Auflehnung gegen Gott. Dein
Ende ist die Verdammnis.
Gott möchte aber, dass du gerettet wirst, wie Jesus die Jünger vor dem
Tod gerettet hatte.
Im Johannesevangelium lesen wir:
Wer an den Sohn (an Jesus) glaubt, der hat das ewige Leben. Wer aber
dem Sohn nicht gehorsam ist, der wird das Leben nicht sehen, sondern
der Zorn Gottes bleibt über ihm. Joh.3,36.
Gott möchte seinen Zorn von dir abwenden, das kann er nur, wenn du
seinen Sohn anerkennst, wenn Du glaubst, dass er für deine Sünden
gestorben ist. Paulus erklärt es den Römern so:
Denn wenn du mit deinem bekennst, daß Jesus der Herr ist, und in deinem
Herzen glaubst, daß ihn Gott von den toten auferweckt hat, so wirst du
gerettet. / Denn wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und
wenn man mit dem Munde bekennt, so wird man gerettet. Rö.10,9-10.
Gerne zeige ich, wie wir zu Jesus kommen können.
Schluss
Wenn wir nun in das neue Jahr hineingehen, dann ist der beste Vorsatz,
den wir uns nehmen können. Unser ganzes Leben voll und ganz auf unseren
Herrn auszurichten. Ihm zu vertrauen und im Vertrauen auf ihn Dinge
wagen, die wir menschliche gesehen nicht für möglich halten.
Gott ist treu, und er segnet alle, die mit seiner Kraft und Macht
rechnen. Machen wir es dem Petrus gleich. Eifern wir für unseren Herrn
von ganzem Herzen.
Lassen wir uns von den Stürmen nicht unterkriegen und wenn wir drohen
unterzugehen, schreien wir mit ganzer Kraft: Herr hilf! Amen.

