Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 279: Das Wort wird gefressen.
Die Herausforderung des Glaubens in schwierigen Zeiten
Ich hoffe, ich habe durch die letzten Episoden niemanden verschreckt. Für viele Christen ist ein Gott, der nicht bis zum Äußersten alles tut, um Menschen zu gewinnen – trotz aller Vorkenntnis, die er hat – nicht lieb genug.
Mir war es jedoch wichtig, dass wir in dieser Frage nüchtern bleiben. Das gilt umso mehr, da uns der Apostel Paulus sogar noch weitergehend warnt. Paulus spricht davon, dass es eine Zeit geben wird, in der viele ihren Glauben verlieren werden. Dann wird ein Mensch der Gesetzlosigkeit auftreten, der sich als Gott ausgibt.
Diese Person wird der Herr Jesus bei seiner Wiederkunft vernichten. Doch zuvor wird dieser Diener Satans viele durch Zeichen, Wunder, Lügen und Betrügereien verführen. Welche Menschen kann er verführen? Es sind diejenigen, denen es an Liebe zur Wahrheit fehlt.
Das ist eine ganz spannende Formulierung: Liebe zur Wahrheit. Wie geht Gott mit diesen Menschen um, die sich nicht oder nicht genug für die Wahrheit interessieren? Zuerst wollen sie sich nicht retten lassen. Dann lesen wir in 2. Thessalonicher 2,11-12:
„Und deshalb sendet ihnen Gott eine wirksame Kraft des Irrtums, damit sie der Lüge glauben. Damit alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht geglaubt, sondern Wohlgefallen gefunden haben an der Ungerechtigkeit.“
Gott sendet ihnen also eine wirksame Kraft des Irrtums, damit sie der Lüge glauben – damit alle gerichtet werden.
Ich weiß nicht, ob wir das so auf dem Schirm haben, aber Gott ist ein Gott, der sich von Menschen nicht auf der Nase herumtanzen lässt. Und...
Das Sämannsgleichnis als Spiegel unserer Reaktion auf das Wort Gottes
Damit sind wir direkt bei unserem Sämannsgleichnis und bei der Frage, wem ich glaube: der Lüge oder der Wahrheit. Und wenn ich die Wahrheit höre, wie gehe ich dann damit um?
Matthäus 13,3: „Und er redete vieles in Gleichnissen zu ihnen und sprach: Siehe, der Sämann ging hinaus zu säen. Und indem er säte, fiel einiges an den Weg, und die Vögel kamen und fraßen es auf.“
Ein Sämann sät aus, und wir schauen uns an, was mit den Körnern passiert, die er aussät.
Lukas 8,5: „Der Sämann ging hinaus, seinen Samen zu säen, und indem er säte, fiel einiges an den Weg, und es wurde zertreten, und die Vögel des Himmels fraßen es auf.“
Worum geht es hier? Das ist ja auch, was die Jünger wissen wollen. Die Erklärung ist gar nicht so schwer.
Matthäus 13,19: „So oft jemand das Wort vom Reich hört und nicht versteht, kommt der Böse und reißt weg, was in sein Herz gesät war. Dieser ist es, bei dem an den Weg gesät ist.“
Markus 4,15: „Die an dem Weg aber sind die, bei denen das Wort gesät wird. Und wenn sie es hören, sogleich kommt der Satan und nimmt das Wort weg, das in sie hineingesät worden ist.“
Lukas 8,11-12: „Dies aber ist die Bedeutung des Gleichnisses: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber an dem Weg sind, die hören; dann kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihren Herzen weg, damit sie nicht glauben und nicht gerettet werden.“
Die geistliche Dimension des Hörens und Verstehens
Der Same ist das Wort Gottes. Im Sämannsgleichnis geht es also darum, wie ein Mensch auf das Wort Gottes reagiert, das er hört. In diesem Fall wird gezeigt, was passiert, wenn jemand das Wort Gottes hört, es aber nicht versteht.
Und das, was dann geschieht, ist folgendes: Der Teufel kommt und sorgt dafür, dass das Gehörte verschwindet. Er reißt weg, was ins Herz gesät wurde. Wir müssen genau verstehen, was hier gemeint ist. Es wird deutlich, dass es eine böse geistliche Macht gibt, die aktiv damit beschäftigt ist, das Wort Gottes von den Herzen der Menschen wegzunehmen, die es hören, aber nicht verstehen.
Dabei sprechen wir zunächst von ungläubigen Menschen. Lukas erklärt, warum der Teufel das tut: „damit sie nicht glauben und gerettet werden“. Von Anfang an dreht sich beim Thema Errettung alles um das Wort Gottes und darum, ob man es versteht.
Deshalb ist es wichtig, dass wir immer dann, wenn wir das Evangelium predigen, so sprechen, dass man uns leicht verstehen kann. Was für das Evangelium gilt, gilt auch für alle anderen geistlichen Zusammenhänge.
Noch einmal Matthäus 13,19: „So oft jemand das Wort vom Reich hört und nicht versteht, kommt der Böse und reißt weg, was in sein Herz gesät war.“
Das Wort Gottes als geistliches Kriegsgebiet
Immer dann, wenn wir uns mit dem Wort Gottes beschäftigen – ganz gleich auf welche Weise – betreten wir ein Kriegsgebiet. Es spielt keine Rolle, ob wir beim Grillen darüber sprechen, in der Bibel lesen oder uns eine Predigt anhören. Immer wenn wir uns mit dem Wort Gottes beschäftigen, gibt es jemanden, der es uns wieder wegnehmen will.
Der Teufel weiß genau, warum er das tut. Er kennt das Potenzial, das im Wort Gottes steckt. Jesus drückt das an anderer Stelle so aus: Johannes 8,31-32: „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch freimachen.“
Im Wort Gottes steckt die Kraft, dass wir die Wahrheit erkennen. Es hilft uns, Sünde, Dummheit, falsche Prioritäten und verborgene Motive zu entlarven. Gleichzeitig zeigt es uns, wie man ein kluges und gerechtes Leben führt, das Gott ehrt und Gottes Reich baut.
Am Anfang steht das Wort. Wenn wir im Wort bleiben, dann erkennen wir die Wahrheit. Das ist es, was der Teufel weiß. Deshalb greift er genau in dem Moment an, wenn wir das Wort Gottes hören.
Wir sollten das gut verstehen: Mit dem Wort Gottes kommt der Konflikt um das Wort. In dem Moment, in dem wir das Wort Gottes hören, ist jemand da, der es uns wegnehmen will. Aber er kann das nur, wenn wir es nicht verstehen.
Verstehen und Bewahren als Schlüssel zum Glauben
Wie wir beim letzten Ackerfeld sehen werden, geht es beim Verstehen nicht nur um ein intellektuelles Erfassen, sondern auch darum, das Gehörte zu bewahren. Mit anderen Worten: Es geht darum, neue geistliche Informationen in Beziehung zu dem zu setzen, was ich schon weiß. Wenn es sich um neue Informationen handelt, muss ich dafür sorgen, dass ich das Gehörte nicht gleich wieder vergesse.
Was bedeutet das praktisch? Ich kann hier nur aus meiner eigenen Erfahrung sprechen. Ich sorge aktiv dafür, dass geistliche Wahrheiten, die mich zum Beispiel in einer Predigt ansprechen, nicht verloren gehen. Das tue ich, indem ich zu der geistlichen Wahrheit, über die ich nachdenken möchte, einen Bibelvers auswendig lerne. Sicherlich gibt es noch viele andere Methoden. Aber für mich hat sich diese bewährt.
Lerne ich etwas Neues aus dem Wort Gottes, das ich mir merken und umsetzen will, lerne ich dazu einen Bibelvers auswendig. Dabei mache ich folgende Erfahrung: Ich sitze zum Beispiel in einer Predigt, werde von einem geistlichen Gedanken angesprochen, zücke mein Handy und übertrage den Bibelvers in meine Bibelverslern-App. Zwei, drei Wochen später fange ich vielleicht mit dem Auswendiglernen an. Schon dann kann ich mich kaum noch an den Gedanken erinnern, den mir der Heilige Geist damals, vielleicht zwei, drei Wochen zuvor, in der Predigt so enorm wichtig gemacht hat.
Verrückt, oder? Wie schnell man vom Wort Gottes angesprochen wird, und wie schnell der Teufel zupackt, um diese Begeisterung im Keim zu ersticken, indem er das Wort wieder wegnimmt. Der Teufel hat Angst vor der Wahrheit, und ich möchte die Wahrheit nicht verpassen.
Praktische Schritte im Umgang mit dem Wort Gottes
Was könntest du jetzt tun? Du könntest dich fragen, ob du in der Lage bist, das Evangelium in ganz einfachen Worten zu erklären.
Das war's für heute. Wenn du noch keine Bibelverslern-App hast, probiere doch mal eine aus. Den Link findest du im Skript.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
