Generierte Mitschrift
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Gebet und Hinführung zum Thema
Dann möchte ich gerne mit euch beten.
Herr, unsere Herzen sind offen, unsere Ohren sind offen. Herr, wir sitzen hier bereit, von dir zu hören, deine Wahrheit. Und das, was wir jetzt hören dürfen, Herr, ist wirklich eine schöne Wahrheit: was du getan hast in Jesus Christus, dass er unsere Identität ganz neu gemacht hat. Sei mit uns, Herr. Schenke uns Verstand für dein Wort durch deinen Heiligen Geist. Lass ihn unter uns sein und uns führen und leiten in die Wahrheit über unsere Identität in Christus. Amen.
Die Frau ist nach seinem Ebenbild geschaffen worden. Was durch den Sündenfall mit diesem Ebenbild geschehen ist, wie die Konsequenzen für die Welt aussehen und was Gott dann getan hat, um uns von diesem Zustand des Elends zu erlösen, darum geht es. Und Gott ist dabei, durch das Evangelium uns neu und auf vollkommene Weise wieder nach seinem Bild herzustellen.
Aber unsere Identität in Christus: Alles, was ich bis jetzt gesagt habe, gilt für alle Frauen, ob Christin oder nicht. Alle sind nach Gottes Ebenbild geschaffen worden, und jedes weibliche Baby, das geboren wird, wird auch nach Gottes Ebenbild geschaffen. Aber was wir jetzt aus Gottes Wort hören werden, ist, wie er uns in Christus, die wir in Christus sind, neu geschaffen hat. Das ist für uns wahr, für Frauen, die nicht in Christus sind, ist es nicht wahr oder noch nicht wahr.
Unsere Identität in Christus ist viel mehr als nur eine Wiederherstellung. Wir haben schon den Vers in 2. Korinther 5,17 vorgelesen. Ich lese ihn wieder vor:
Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden.
Und mit diesem Vers als Ausgangspunkt möchte ich mit euch einige herrliche Bestandteile unserer Identität als wiedergeborene Christinnen erforschen. Meine Hoffnung ist, dass wir dadurch Gottes Güte zu uns in Christus entdecken und zur Freude an ihm und zur Liebe zu ihm angespornt werden. So wird er auch in uns verherrlicht.
Der Unterschied zwischen Adam und Christus
Und dieser Vers beginnt mit einer Bedingung: Ist jemand in Christus?
Was bedeutet es genau, in Christus zu sein? In verschiedenen Briefen schreibt Paulus von zwei Zuständen der Menschen seit dem Sündenfall. Alle seit Adam sind in Adam. Das bedeutet, dass alle gefallene Sünder sind, wie wir in Römer 3,23 lesen. Alle sind unter der Herrschaft der Sünde im Reich der Finsternis, wie in Kolosser 1,13 steht. Alle sind geistlich tot, sagt Paulus in Epheser 2,1.
Das ist unser Zustand. So sind wir seit dem Sündenfall, und so bleiben wir, solange wir in Adam sind. Wir können selbst nichts dafür.
Gott aber – zwei kleine Worte, die unseren Zustand radikal ändern, wenn wir Jesus Christus als Herrn und Heiland annehmen. Ab diesem Moment, ohne Verzögerung, sind wir in Christus.
In Epheser 2,4-5 lesen wir: „Gott aber, der reich ist an Erbarmen, hat um seiner großen Liebe willen, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren durch die Übertretungen, mit dem Christus lebendig gemacht.“ In Christus sein bedeutet, mit Christus von Gott lebendig gemacht zu sein.
Und Kolosser 1,13 sagt: Er hat uns errettet aus der Herrschaft der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes. In Christus sein bedeutet, unter der Herrschaft Christi zu stehen.
In Römer 5,19 steht: „Denn gleich wie durch den Ungehorsam des einen Menschen, das heißt des Adams, die vielen zu Sündern gemacht worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des einen, das heißt des Christus, die vielen zu Gerechten gemacht.“ In Christus sein bedeutet, zu Gerechten gemacht zu sein.
Nach und nach, einen nach dem anderen, hat Gott einzelne Menschen, die er vor Grundlegung der Welt ausgewählt hat, wie in Epheser 1,4 steht, aus dem Zustand in Adam in den Zustand in Christus versetzt. Unsere Identität in Christus fängt damit an, dass wir solche sind, die Gott in Christus versetzt hat. Das Alte in Adam ist vergangen, alles ist in Christus neu geworden.
In Christus ist, wie Wilfried Bloch schreibt, der wichtigste Aspekt unserer neuen Identität.
Und nun muss ich eine sehr wichtige Frage stellen: Bist du in Christus? Kannst du voller Vertrauen auf Gottes Gnade sagen: Gott hat mich definitiv aus der Herrschaft der Finsternis in das Reich seines Sohnes versetzt. Ich war tot durch meine Übertretungen und bin jetzt von Gott lebendig gemacht. Ich bin nicht mehr in Adam, sondern in Christus. Jesus Christus ist mein Herr.
Wenn du das sagen kannst, dann betrifft dich alles, was wir jetzt aus Gottes Wort lernen werden. Wenn du das aber noch nicht sagen kannst, möchte ich dich ermutigen, gut zuzuhören, denn das alles könnte auch für dich wahr sein, wenn du dein Leben Jesus Christus als Herrn und Heiland übergeben würdest.
Ich denke aber, dass die meisten unter uns sich dazu bekennen können und tatsächlich in Christus sind.
Das neue Leben als Gnade und Kampf
2. Korinther 5,17 sagt uns daher, dass wir eine neue Schöpfung sind, dass das Alte vergangen ist und dass alles neu geworden ist. Ich möchte ein paar der vielen Aspekte dieses Neuseins ganz genau betrachten: Was genau ist vergangen, und was genau ist neu? Wir sprechen hier von Wiederherstellung.
Aber die wiederhergestellte Identität ist nicht mit der ursprünglichen Identität identisch. Die Tatsache ist: Unsere neue Identität in Christus ist viel schöner, viel reicher und verherrlicht Gott noch mehr. Worin besteht diese Identität, und was bedeutet das für unser Leben? Wer bin ich, wer bist du in Christus?
Ich werde heute von vier Hauptbestandteilen dieser neuen Identität sprechen. Es gibt noch viel mehr, aber heute nehme ich vier.
Erstens: In Christus bist du eine durch Gnade errettete Sünderin. In Epheser 2,8-10 steht: Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit niemand sich rühme. Denn wir sind seine Schöpfung, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.
Deine Errettung ist ein Geschenk Gottes. Du hast sie nicht verdient. Sie kommt nicht als Belohnung für deine guten Werke. Aber Gott hat dich gerettet, damit du gute Werke tust. Er hat schon ein Werk in dir angefangen. Er ist dabei, dich mehr und mehr zu befähigen, gute Werke zu tun. Denk nur daran: Wer hat die meisten guten Werke getan? Ich hoffe, dass du gleich an Jesus Christus denkst.
Und Gott ist dabei, dich wieder nach seinem Bild zu formen, seinem Sohn immer ähnlicher. Das ist sein Ziel mit dir, der Grund, warum er dich gerettet hat, wie wir in Römer 8,29 lesen: Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.
Dieses Werk ist nun ein Teil der Wiederherstellung unserer Gottesähnlichkeit, die beim Sündenfall beschädigt wurde. In Epheser 4 drückt Paulus es so aus, in Vers 24: Ihr habt den neuen Menschen angezogen, der Gott entsprechend geschaffen ist in wahrhafter Gerechtigkeit und Heiligkeit.
Die neue Schöpfung, die du in Christus bist, trägt die Eigenschaften Gottes. In dir ist Gott dabei, sein Ebenbild, das im Garten Eden durch die Sünde verzerrt wurde, wiederherzustellen. Darin kannst du dich freuen und dafür Gott dankbar sein.
Die bleibende Realität der Sünde und Gottes Hilfe
Aber wir sind, du bist nach wie vor Sünder. Das haben wir heute schon gehört. Dies ist auch Teil deiner Identität.
Johannes schreibt in seinem ersten Brief: Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Und er schreibt das an Christen. Das kann ich auch aus meiner Erfahrung bestätigen. Ich bin eine Sünderin. Ist das nicht auch deine Erfahrung?
Jeden Tag wirst du mit Versuchungen konfrontiert, weil du immer noch in diesem gefallenen Körper bist. Auch die Verwandlung des Geistes, des erneuerten Geistes, geschieht nicht auf einmal, sondern nach und nach. Und das bedeutet Kampf. Du bist in Christus aufgerufen, eine Kämpferin gegen die Sünde zu sein. Spürst du das? Oder kämpfst du doch nicht, sondern lässt einfach die Sünde dich immer wieder überwinden?
Vielleicht denkst du, du kannst nichts dafür. Oder vielleicht zweifelst du sogar an deiner Errettung, weil du dachtest, in Christus bräuchtest du nicht mehr gegen die Sünde zu kämpfen; sie würde einfach verschwinden. Johannes aber bringt uns Hilfe, die wir brauchen, wenn wir immer wieder sündigen. In Vers 9 seines ersten Briefes, Kapitel 1, schreibt er: Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.
Gott hat dich durch Gnade gerettet. Durch Gnade vergibt er dir immer wieder deine Sünde, wenn du sie bekennst und um Vergebung bittest. So sehen wir, dass ein Teil unserer Identität in Christus Abhängigkeit ist. Du bist von Gottes Gnade abhängig, die dir auch in deinem Kampf gegen die Sünde Mut und Kraft gibt.
Und dein Sieg in diesem Kampf ist schon gesichert. Das Werk, das Gott in dir schon begonnen hat, wird er auch vollenden. So steht es in seinem Wort in Philipper 1,6. In Christus hast du auch alles, was du dafür brauchst, wie Petrus in seinem zweiten Brief schreibt: Seine göttliche Kraft hat uns alles geschenkt, was zum Leben und zum Wandel in Gottesfurcht dient, durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Tugend, das heißt durch Christus.
Gott hat dir sein Wort gegeben, damit du ihn und auch seinen Willen erkennen und kennen kannst. In Psalm 119,11 beschreibt der Psalmist, wie dieses Teil der Waffenrüstung Gottes dir im Kampf gegen die Sünde helfen kann: Ich bewahre dein Wort in meinem Herzen, damit ich nicht gegen dich sündige.
Wenn Gottes Wort in deinem Herzen wohnt, wenn du weißt, wer du in Christus bist, wer Gott ist und was er für dich in Jesus Christus getan hat, und wenn du seine großen Verheißungen immer wieder vor Augen hältst, dann kannst du den Kampf gegen die innewohnende Sünde gewinnen.
Und wenn du in Christus bist, wohnt Gottes Heiliger Geist in dir und befähigt dich, den Kampf zu gewinnen. Er bewirkt in dir sowohl das Wollen als auch das Vollbringen nach seinem Wohlgefallen. Das steht in Philipper 2,13. Ich lese das wieder, denn das ist erstaunlich: Der Heilige Geist bewirkt in dir sowohl das Wollen als auch das Vollbringen.
Hast du schon bemerkt, dass dir manchmal auch der Wunsch fehlt, Gottes Willen zu tun? Du willst das einfach nicht. Auch dafür bist du von Gott abhängig, dass er diesen Wunsch in dir wirkt. Und das wird er tun. Wir brauchen nur zu bitten.
Schließlich hat dir Gott die Gemeinde gegeben, wo du mit deinen Geschwistern diesen guten Kampf kämpfen kannst. Wir werden später mehr darüber hören, was die Gemeinde mit deiner Identität zu tun hat.
So sehen wir, dass deine Identität in Christus beinhaltet, dass du eine durch Gnade errettete Sünderin bist.
Kindschaft, Annahme und väterliche Fürsorge
Zweitens: In Christus bist du ein mit Blut erlöstes Kind Gottes.
Es wird manchmal gesagt, dass alle Menschen Gottes Kinder sind. Die Bibel sagt aber etwas anderes. Sie macht klar, dass dies nur diejenigen betrifft, die in Christus sind. Obwohl es wahr ist, dass alle Menschen nach Gottes Bild geschaffen sind, ist es nicht wahr, dass alle die Beziehung zu Gott als sein Kind genießen.
In Johannes 1,12 steht: Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben. Und in Epheser 1 lernen wir, dass diese Kindschaft durch Adoption zustande gekommen ist. Er hat uns vorherbestimmt zur Sohnschaft für sich selbst durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens, in Epheser 1,5.
Überlege, was das bedeutet: Gott hat dich ganz persönlich ausgesucht. Er wollte dich als Kind haben, und er hat dafür seinen eingeborenen Sohn gegeben. Was für ein erstaunliches Privileg! Gott hat dich nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, losgekauft, sondern mit dem kostbaren Blut des Christus, als eines makellosen und unbefleckten Lammes. Das steht in 1. Petrus 1,18-19.
Das griechische Wort, das hier als „losgekauft“ übersetzt wird, hat die Bedeutung, etwas wieder dem rechtmäßigen Eigentümer zurückzugeben, indem das Lösegeld völlig bezahlt wird. Nimm dir einen Moment, um darüber nachzudenken. Das heilige, sündlose Blut des Sohnes Gottes wurde vergossen, um dich von der Herrschaft der Sünde, des Teufels und des Todes loszukaufen und dich zu einem Kind Gottes zu machen. Gott ist dein rechtmäßiger Eigentümer.
Dass Gott dich als sein Kind adoptiert hat, bedeutet natürlich, dass er dein Vater ist. Vielleicht erweckt das Wort „Vater“ in dir eher negative Assoziationen, weil dein leiblicher Vater weit von perfekt war oder ist. Gott aber ist der perfekte Vater. Seine Liebe für dich ist vollkommen, seine Fürsorge tadellos. Er meint es nur und immer gut mit dir. Und weil er alle Weisheit und alle Macht besitzt, weiß er ganz genau, was das Beste für dich ist, und kann es bewirken.
Dein himmlischer Vater ist, wie wir schon letzten Sommer gesehen haben, allwissend, allmächtig und allgegenwärtig. Nichts kann dir passieren, das er nicht gebracht oder erlaubt hat, um dir Gutes zu tun. Von diesem Vater abhängig zu sein, sein Kind zu sein, ist das Beste, was dir je geschehen könnte.
Im Psalm 23 beschreibt David sein Leben mit Gott als Hirte. Ich denke, wir können Hirte auch als Vater verstehen, in seiner Liebe und Fürsorge. Und dieser Psalm endet mit der Aussage: Nur Güte und Gnade werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Haus des Herrn immerdar. Weil du Gottes Kind bist, weil er dich mit dem Blut seines Sohnes für sich losgekauft hat, werden seine Güte und Gnade dir dein Leben lang folgen.
Was bedeutet es weiter für dein Leben, dass du Gottes Kind bist, dass Gott dein Vater ist? In Epheser 6,1-4 beschreibt Paulus Gottes Willen für Eltern und Kinder: Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn; denn das ist recht. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, das ist das erste Gebot mit einer Verheißung, damit es dir gut geht und du lange lebst auf Erden. Und ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern zieht sie auf in der Zucht und Ermahnung des Herrn.
Aus diesen Versen lernen wir ein paar wichtige Dinge für unsere Beziehung zu Gott als sein Kind. Wir sollen ihm gehorchen. Es ist unsere Aufgabe als Kind Gottes, seinen Willen zu kennen und zu tun. Das bedeutet, dass wir sein Wort auch kennen müssen, denn dort offenbart er seinen Willen. Durch unseren Gehorsam ehren wir unseren Vater, wie in seinem Gebot steht. Wenn ich meinen himmlischen Vater verehre, wird es mir gut gehen; das verheißt Gott in seinem Wort.
Als guter Vater wird Gott seine Kinder nicht zum Zorn reizen. So schreibt Jakobus in seinem Brief, dass Gott niemand versucht, Jakobus 1,13. Er prüft seine Kinder schon, damit wir im Glauben stärker werden, aber er geht nie zu weit. Denn er weiß genau, was wir durchhalten können, und schenkt uns immer wieder die Kraft, durch die Prüfung durchzuhalten.
Wie Paulus an leibliche Väter schreibt, zieht uns unser himmlischer Vater auf in der Zucht und Ermahnung des Herrn. Das heißt, Gott, unser Vater, züchtigt seine Kinder. Das ist Teil seiner Vollkommenheit als Vater. In Hebräer 12,5 erinnert der Autor seine Leser daran, dass Gott zu ihnen als zu Söhnen spricht: „Mein Sohn, achte nicht gering die Züchtigung des Herrn und verzage nicht, wenn du von ihm zurechtgewiesen wirst.“ Der Autor bezeichnet dies als Trostwort. Er erklärt weiter in Vers 7: Wenn ihr Züchtigung erduldet, so behandelt euch Gott ja als Söhne; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt?
Wenn du einmal die Züchtigung des Herrn erlebst, dann vergiss nicht deine Identität als Kind Gottes. Die Züchtigung ist eine Bestätigung dieses Status und nicht das Gegenteil. Wer das weiß, kann diese Aussagen trotz ihrer äußerlichen Härte als Trostwort annehmen.
Im Psalm 103 finden wir noch eine tröstende Aussage, die wir diesmal gleich als solche erkennen können. Von diesem Psalm ist uns heute schon vorgelesen worden. In den Versen 13 und 14 schreibt David: Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über die, welche ihn fürchten. Denn er weiß, was für ein Gebilde wir sind; er denkt daran, dass wir Staub sind.
Und diesen Vers finde ich einfach wunderschön. Gott weiß, was für ein Gebilde ich bin. Er weiß, dass ich Staub bin. Er erwartet nichts allzu Großes von mir, es sei denn, er selbst bewirkt es in mir. Unser Vater kennt uns durch und durch, jedes einzelne seiner Kinder, und er handelt nach dieser Erkenntnis. Er sieht dich, kennt dich und geht mit dir dementsprechend barmherzig um.
So sehen wir, dass deine Identität in Christus beinhaltet, dass du ein mit Blut erlöstes Kind Gottes bist.
Gemeinschaft, Zugehörigkeit und Verantwortung
Drittens: In Christus bist du ein Glied des Leibes Christi.
Wir haben gerade gesagt, dass Gott jede von uns sehr persönlich kennt, dass er jede Einzelne aus der Welt herausgerufen hat, jede Einzelne errettet hat und jede als sein einzigartiges Kind behandelt. Und dennoch hatte Gott nie die Absicht, dass wir unser Leben in Christus als Einzelgänger leben. Gott hat jede von uns als Glied des Leibes Christi für die Gemeinschaft mit anderen Christen bestimmt, wie wir sie heute genießen. Und das geschieht in der Gemeinde.
In Christus ist ein wichtiger Bestandteil deiner Identität die Zugehörigkeit zur Gemeinde Christi. In der Bibel sehen wir diese Zugehörigkeit besonders im Kontext der Ortsgemeinde. Für mich ist das die evangelisch-freikirchliche Gemeinde Wendelstein, für die meisten von euch ist es die Gemeinde Christusbund Weilheim. Wie wir bei Eva gesehen haben, dass ein Teil ihrer Identität und ihrer Heimat der Garten Eden war, so ist für uns die Ortsgemeinde unsere Heimat hier auf Erden. Wir sind natürlich Bürgerinnen des Himmels, des Reiches Gottes, aber wir haben auch eine irdische Heimat, und diese Heimat ist die Gemeinde.
Das Leben eines Christen findet in der Ortsgemeinde statt. Hier wird das Evangelium verkündigt, hier wird getauft, hier bekommen wir gesunde Lehre. Geschwister in der Gemeinde beten füreinander, helfen einander, lieben einander. Und wenn du Christ bist, ist die Gemeinde deine Familie.
Dazu gehört auch Rechenschaft, besonders gegenüber der Gemeindeleitung, aber auch einander gegenüber. In der Gemeinde geschieht Seelsorge. Wir passen aufeinander auf, nicht nur körperlich, sondern auch geistlich. Dies sehen wir zum Beispiel in Hebräer 3,12-13: Habt acht, ihr Brüder, dass nicht in einem von euch ein böses, ungläubiges Herz sei, das im Begriff ist, von dem lebendigen Gott abzufallen! Ermahnt einander vielmehr jeden Tag, solange es heute heißt, damit nicht jemand unter euch verstockt wird durch den Betrug der Sünde!
Oder in Hebräer 10,25: Und lasst uns aufeinander Acht geben, damit wir uns gegenseitig anspornen zu Liebe und zu guten Werken, indem wir unsere eigene Versammlung nicht verlassen, wie es einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das umso mehr, als ihr den Tag herannahen seht.
Gottes Wort ist klar: Gemeinde ist keine Option, die man annehmen oder lassen darf, sondern Gemeinde ist Gottes Plan für seine Kinder, von denen du eins bist. In Christus sein bedeutet, Gemeinde zu brauchen und von der Gemeinde gebraucht zu werden. Deine geistliche Gabe oder deine Gaben sind auch Teil deiner Identität. Die Gemeinde braucht alle Gaben aller Mitglieder.
Siehst du dich als Glied des Leibes Christi? Wird das bei dir in der Ortsgemeinde gelebt, indem du dir von den Gaben anderer dienen lässt und du anderen mit deinen Gaben dienst? In der Gemeinde gedient zu werden und zu dienen, gehört zur Identität jedes Christen. Dieser Aspekt der christlichen Identität wird oft vernachlässigt. Aber eine Christin, die die Gemeinde ablehnt, nimmt damit einen wichtigen Teil ihrer Identität weg.
Erbe, Hoffnung und Bewahrung
Viertens: In Christus bist du eine Miterbin mit Christus.
Wir haben schon in Epheser 1 gesehen, dass Gott uns in Christus zur Sohnschaft vorherbestimmt hat. Das griechische Wort, das ins Deutsche als „Sohnschaft“ übersetzt wird, bedeutet „Adoption als Sohn“. Für deine Identität ist das besonders bedeutsam, denn dieses Wort „Sohnschaft“ beinhaltet mehr als das, was wir heutzutage mit dem Wort „Adoption“ meinen.
In den Zeiten, als die Bibel geschrieben wurde, wurden nur Jungen adoptiert. Und das von reichen Männern, die sonst keinen Erben hatten. Sie suchten einen Sohn, der ihren Besitz, ihre Geschäfte und ihr Vermögen erben sollte. Durch die Sohnschaft bekommt der Adoptierte alle Rechte eines erstgeborenen Sohnes.
Es ist eigentlich zu wenig zu sagen: Ich bin eine Tochter des Königs. Denn auch wenn du eine Frau bist, hast du in Christus alle Rechte des erstgeborenen Sohnes bekommen.
In Römer 8,14 drückt Paulus es so aus: Denn alle, die durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes. Die Fußnote zu diesem Vers in der Schlachter-2000-Übersetzung erklärt, dass hier die Sohnestellung vor Gott in Christus gemeint ist, an der alle Gläubigen unabhängig von ihrem leiblichen Geschlecht teilhaben.
Paulus schreibt weiter in Vers 17: Wenn wir aber Kinder sind, so sind wir auch Erben, nämlich Erben Gottes und Miterben des Christus.
Wir sind Miterben des Christus. Du bist Miterbin des Christus. Aber was genau werden wir erben? Das wollen wir wissen, denn das ist auch Teil unserer Identität. Wenn wir Miterben des Christus sind, bedeutet das, dass wir alles erben, was Christus auch erbt.
Als Allererstes erben wir das ewige Leben. In Titus 3 steht etwas unglaublich Schönes. Ich werde den ganzen Vers lesen: Als aber die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Retters, erschien, da hat er uns, nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hätten, sondern aufgrund seiner Barmherzigkeit, errettet durch das Bad der Wiedergeburt und durch die Erneuerung des Heiligen Geistes, den er reichlich über uns ausgegossen hat durch Jesus Christus, unseren Retter, damit wir, durch seine Gnade gerechtfertigt, der Hoffnung gemäß Erben des ewigen Lebens würden.
Die Kernaussage dieses Verses ist dies: Gott hat dich errettet, damit du Erbin des ewigen Lebens wirst.
In seinem hohenpriesterlichen Gebet in Johannes wird dieses Erbe genauer von Jesus beschrieben: Das aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. Johannes 17,3
In Christus hast du das große Privileg, den souveränen Gott zu erkennen und seinen Sohn Jesus Christus. Von diesem Teil deines Erbes darfst du schon jetzt profitieren. Das ewige Leben hat schon angefangen und wird nie aufhören. Auch nach dem Tod geht es weiter. Du wirst die Ewigkeit in der Gegenwart Gottes verbringen, wo Freuden in Fülle sind. Du wirst da sein, wo dein geliebter Retter ist, Jesus Christus, der dies für dich gebetet hat: Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast.
Auch das ist dein Erbteil.
Als sanftmütige Miterbin mit Christus wirst du das Land erben. Wie Jesus in der Bergpredigt gesagt hat: Matthäus 5,5. Christus wird über die neue Schöpfung herrschen, und du wirst mit ihm herrschen. So sollte es von Anfang an sein. Gott hatte schon Adam und Eva den Auftrag gegeben, über die Schöpfung zu herrschen. Nun wird es tatsächlich bei denen, die in Christus sind, geschehen. Wie das genau aussehen wird, wissen wir noch nicht. Das erfahren wir erst, wenn Jesus wiederkommt.
Schon Jahrhunderte vor Christus hat David auch von dem Erbe geschrieben, das jetzt auch deins in Christus ist, in Psalm 16: Der Herr ist mein Erbteil und das Teil meines Bechers; du sicherst mir mein Los. Die Messschnüre sind mir in einer lieblichen Gegend gefallen; ja, mir wurde ein schönes Erbe zuteil.
Das Erbe ist viel mehr als das, was ich hier beschrieben habe. Es ist wunderschön. David sieht auch, dass Gott selbst unser Erbteil ist. Wir erben Gott selbst, alles andere ist einfach zweitrangig.
Und wir können sicher sein, dass dieses Erbe nicht irgendwie verschwinden wird und dass wir es auch nicht irgendwie verfehlen werden. Petrus schreibt in 1. Petrus 1,3-5: Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns aufgrund seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das im Himmel aufbewahrt wird für uns, die wir in der Kraft Gottes bewahrt werden durch den Glauben, zu dem Heil, das bereit ist, geoffenbart zu werden in der letzten Zeit.
In diesen Versen sind zwei wichtige Aussagen über unser Erbe und eine wichtige Aussage über uns als Miterben Christi enthalten.
Erstens ist das Erbe unvergänglich, unbefleckt und unverwelklich. Es wird nicht verschwinden, es kann nicht beschädigt werden, und es wird nie an Wert verlieren.
Zweitens wird dieses Erbe im Himmel aufbewahrt. Weder Satan noch die Sünde noch der Tod kann daran kommen, um es von uns wegzunehmen. So ist dieses Erbe hundertprozentig sicher.
Und dass wir daran kommen werden, ist genauso sicher, denn es ist Gott, der uns durch den Glauben bewahrt. Unser Vater hält uns fest in seiner Hand.
Wie Jesus in Johannes 10,28-30, wo er von sich als dem guten Hirten spricht, sagt: Ich gebe meinen Schafen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht verloren gehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alle, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters reißen. Ich und der Vater sind eins.
Das haben wir in dem Lied „In Christus“ gesungen, und das kommt direkt aus Gottes Wort, diese Verheißung. Niemand kann uns aus der Hand unseres Vaters reißen. Keiner kann verhindern, dass du als Miterbin Christi an dein wunderschönes Erbe kommst. Dies ist ein sicherer Bestandteil deiner Identität in Christus.
Abschluss und Ermutigung zur Vertiefung
Es gibt so viel mehr, das über unsere Identität in Christus gesagt werden könnte. Wir könnten eigentlich zwei, drei oder vier Tage damit verbringen. Aber ich hoffe, dass ihr aus diesem Anfang schon einen Blick auf die Schönheit dieser Identität bekommen habt.
Und wenn ihr euch weiter mit Gottes Wort beschäftigt, und ich hoffe, ihr werdet das tun, werdet ihr eine ganze Liste von einzelnen Aspekten dieser Identität finden. Ich weiß nicht, hast du die Liste von Plock kopiert? Ja. Da ist eine ganze Liste aus dem Buch von Wilfried Bloch „Echte Identität“, und Sabrina hat das für euch kopiert. Ich ermutige euch, anhand dieser Liste Zeit in Gottes Wort zu verbringen und über diese Verse nachzudenken, auch vielleicht über die Verse, die ihr von meinen Vorträgen bekommen habt. So werdet ihr in eurer wahren Identität in Christus befestigt.
Und das nicht nur einmal lesen und nicht nur einmal darüber nachdenken, sondern immer wieder. Das wird euch bestimmt zum Lob und Dank unserem guten und großzügigen Herrn gegenüber bewegen. Ihm sei alle Ehre.
Lass mich beten.
Ja, Vater, du hast uns zu deiner Ehre geschaffen, und du hast uns zu seiner Ehre errettet. Und durch das Evangelium sieht man genau, was für ein Gott du bist: der Menschen wie wir, Frauen wie wir, weit von dir entfernt, Sünder, durch das Blut deines Sohnes gerettet hat. Du hast uns zu deinen Kindern gemacht und vergibst uns immer wieder. Du bist dabei, uns in das Ebenbild deines Sohnes umzugestalten, der genau dein Ebenbild ist.
Herr, danke, dass du das machst. Danke, dass du uns das in deinem Wort gesagt hast, damit wir es immer wieder lesen und uns daran erinnern können, Herr. Danke für diesen Tag, danke für diese Frauen, die sich deinem Wort unterordnen. Und ich bete, dass aus diesem Tag wirklich eine Sicherheit der Identität in Christus hervorgehen darf.
Und, Herr, wenn vielleicht eine Frau hier ist, die noch nicht in Christus ist, bitte ich dich, dass du sie ansprichst, Herr, dass du sie bewegst und dass sie Jesus Christus vielleicht noch heute annehmen darf. Das bete ich alles im Namen deines Sohnes. Amen.
