Serie•Teil 3 / 25Hebräerbrief
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Einführung in das Thema und die Leitfrage
Also, Bibelwoche Hebräerbrief, Vortrag Nummer drei, Hebräer 1, die Verse 5 bis 14. Jetzt geht es also richtig hinein in den Brief.
Überschrift: Die Überlegenheit des Sohnes im Blick auf Engel.
Wenn ihr euch erinnert: Im letzten Vers, den wir am Sonntag miteinander gelesen haben, hieß es in Vers 4: Und er ist umso viel erhabener geworden als die Engel. Da wird das Thema der kommenden Verse schon angerissen. Und jetzt entfaltet sich dieses Thema in den nächsten Versen bis hinunter zu Vers 14.
Was kommt auf uns zu? Insgesamt eine ganze Batterie an Zitaten. Am Anfang dreimal zwei Zitate aus dem Alten Testament. Das erste Paar betont die Überlegenheit des Sohnes im Blick auf seine Beziehung zum Vater. Das zweite Paar Zitate betont wieder die Überlegenheit des Sohnes, aber jetzt dadurch, dass die Unterlegenheit der Engel beschrieben wird. Und dann kommt ein drittes Paar Zitate. Da wird die Überlegenheit des Sohnes beschrieben, indem seine göttliche und unveränderliche Natur beschrieben wird. Dreimal zwei Zitate, die inhaltlich noch ein bisschen zusammengehören. Und dann gibt es einen Höhepunkt am Ende in Vers 13. Das ist dann Psalm 110, wo noch einmal richtig das ganze Thema zu Ende geführt wird.
Bevor wir uns die Verse anschauen, die Frage: Warum ist das Thema wichtig? Ich meine, für uns ist es wichtig, weil es im Hebräerbrief steht. Aber warum könnte das wichtig sein für die Hebräer? Die ganz naheliegende Antwort ist: Die Engel sind cool. Engel sind Gottesboten. Sie tauchen irgendwie überall auf, wo es brenzlig oder interessant wird. Sie verkünden die Geburt des Messias, sie sind dabei beim Untergang von Sodom und Gomorra, am Berg Sinai vermitteln sie dem Mose das Gesetz. Der Engel, den ich am coolsten finde, das ist der, der in Offenbarung 14 beschrieben wird. Da herrscht der Antichrist, und er predigt einfach mal das ewige Evangelium.
Engel sind Gottes Armee. Sie beten vor Gottes Thron an, und sie wirken einfach auf ihre englische Weise da. Sie wirken einfach geheimnisvoll und majestätisch. Und deshalb besteht bei Engeln immer so die Gefahr, dass wir ihnen zu viel Aufmerksamkeit zukommen lassen, dass wir ihnen in unserem Denken einen Status geben, der ihnen eigentlich nicht zukommt.
Und wer mir da nicht glaubt, der mag einfach mal in die Esoterikszene schauen, so einen ganz normalen esoterischen Buchladen betreten und sich da mal das Thema Engel anschauen. Das ist der Hammer! Wer nicht an Gott glaubt, glaubt wenigstens an Engel. Engel sind immer irgendwo so im Religiösen mit dabei.
Und deswegen ist es ganz wichtig, dass wir verstehen, welche Funktion beziehungsweise welchen Status Engel haben. Und deswegen springen wir ans Ende unseres Textes in Vers 14 und nehmen den letzten Vers als ersten.
Was Engel sind und wozu sie dienen
Hebräer 1,14 fasst gut zusammen, was wir über Engel wissen müssen, also wer Engel sind. Hebräer 1,14: Sind sie nicht alle dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die das Heil erben sollen?
Die Frage wird gestellt, und es wird erwartet, dass man sagt: Ja, das ist es. Das ist es. Was für eine schöne Definition: dienstbare Geister, ausgesandt zum Heil um derer willen, die das Heil erben sollen. Ja, das ist es. Das musst du über Engel wissen.
Wenn du sagst: Ich möchte gerne ein paar Verse über Engel lernen, dann fangen wir damit an. Das ist gut. Engel sind dazu da, den Gläubigen zu dienen. Ich gehe jetzt mal nicht ins Detail. Wenn ihr mehr wissen wollt, gibt es dazu eine Predigt auf Frogwords. Kurz gesagt: Engel wachen über uns, sie warnen, trösten und retten uns. Sie bewahren uns in Gefahren. Und wir können von Engeln lernen, wie man Gott mit Ehrfurcht anbetet. Das sind Engel.
Die Bibel behandelt das Thema Engel ganz nüchtern. Wenn jemand einem Engel begegnet, dann ist es klar: Wenn die Leute mitkriegen, dass das ein Engel ist, dann muss der Engel oft als Erstes sagen: Fürchte dich nicht. Das hat schon etwas Besonderes. Und trotzdem geht die Bibel mit Engeln nüchtern und sachlich um. Sie sind nicht unbedingt immer so seltsam und bizarr. Ich gebe zu, es gibt ein paar Engelbeschreibungen, die fallen ein bisschen aus dem Normalen. Aber die Bibel will eigentlich betonen, dass Engel ein ganz normaler Teil der Schöpfung sind. Eben wie es hier im Text heißt: Sie sind dienstbare Geister, die von Gott losgeschickt werden, um denen zu dienen, die gerettet werden. Also uns. Das ist ihr Job.
Und weil das ihr Job ist und nicht mehr, deswegen ist es so wichtig, dass wir von Engeln nie zu hoch denken. Natürlich ist es total faszinierend, wie sie mühelos zwischen den Dimensionen hin und her wandern. Sie sind Teil der unsichtbaren Welt und können dann auch plötzlich Teil der sichtbaren Welt werden. Das ist schon spannend. Das können wir nicht. Und trotzdem, obwohl sie das können, dürfen wir sie nicht für göttlich halten. Wir dürfen auf keinen Fall anfangen, sie anzubeten.
Ich hoffe, ihr erinnert euch an die Offenbarung des Johannes, an diesen Engel, der so eine Art Guide ist und ihn da durchführt. Irgendwann ist Johannes so fasziniert von diesem Engel und von dem, was er da sieht, dass er vor ihm auf die Knie fällt und ihn anbeten will. Und was sagt der Engel? „Nein, bloß nicht. Du kannst Gott anbeten, Jesus anbeten, aber mich nicht.“ Wir dürfen Engel nicht anbeten. Wir dürfen ihnen auch keine andere Form der Wertschätzung zukommen lassen. Es ist eher andersherum.
Es gibt eine Stelle, die man wahrscheinlich nicht so im Blick hat, aber 1. Korinther 6,3 heißt es, wir werden Engel richten. Also nicht: Wir sollen die Engel anbeten. Wir beten nur Jesus an. Sondern wir werden Engel einmal für ihren Dienst richten. Ich weiß nicht genau, wie das aussieht. Ich denke mir so: Ich schaue mir mein Leben an, schaue mir an, was mein Schutzengel so geleistet hat, und dann wollen wir sehen, was er dafür kriegt. Ja, ich denke, es geht eher in Richtung Dämonen und Verurteilen und ewiges Gericht, aber vielleicht ist das andere auch wahr.
Das ist zum Thema Engel. Wir müssen aufpassen, den Engeln den Status zu geben, der ihnen gebührt. Hier in der Gemeinde oder zumindest bei den Briefempfängern scheint es da eine Verwirrung zu geben. Es scheint nicht ganz klar zu sein: Wie sollen wir mit Engeln umgehen? Wie ist das Verhältnis zwischen Engeln auf der einen Seite und Jesus auf der anderen Seite?
Die besondere Sohnschaft Jesu im Vergleich zu den Engeln
Jetzt standen wir bei Hebräer 1,5 und bei einer Frage, die uns später im Text noch einmal beschäftigen wird: Zu welchem der Engel hat er jemals gesagt?
Wenn ihr jetzt genau hinschaut, seht ihr die Anführungs- und Schlusszeichen. Jetzt fangen die Zitate an. Denn zu welchem der Engel hat er jemals gesagt: Mein Sohn bist du, ich habe dich heute gezeugt? Und wiederum: Ich werde ihm Vater, und er wird mir Sohn sein?
Frage: Zu welchem der Engel hat er das jemals gesagt?
Antwort: Zu keinem.
Diese beiden Zitate, das erste aus Psalm 2,7, das zweite aus 2. Samuel 7,14, betonen ein und dasselbe. Sie betonen die besondere Beziehung, die Gott, der Vater, zum Sohn, Gott dem Sohn, hat: Mein Sohn bist du, ich werde ihm Vater, und er wird mir Sohn sein.
Jetzt könnte einer einwenden und sagen: Ja, aber Jürgen, ist es nicht so, im Alten Testament werden doch kollektiv die Engel auch Söhne Gottes genannt?
Stimmt! Aber obwohl das so ist, wird nie ein einziger Engel als Sohn Gottes bezeichnet. Und schon gar nicht so herausgestellt, wie das hier in Psalm 2,7 der Vater mit dem Sohn tut: Mein Sohn bist du, ich habe dich heute gezeugt.
Es würde Spaß machen, mit euch Psalm 2 zu studieren. Es würde nur zu lange dauern, das ist das Problem. Dieses gezeugt: Da geht es nicht um Sexualität. Psalm 2 ist ein Lied, das man für die Krönung eines Königs verwendet. Es ist Teil einer Krönungsliturgie. Und es geht beim Zeugen eben nicht um Sexualität, sondern um die Einsetzung eines Königs.
Wenn man Psalm 2 liest, haben schon die Christen von Anfang an gedacht: Boah, was hier beschrieben wird, das ist doch eigentlich die Krönung des Herrn Jesus zum ewigen König. Also in Jerusalem krönt Gott Jesus, den Sohn, zum ewigen König. Er tut das durch Kreuz und Auferstehung. Die Auferstehung ist der Beleg Gottes dafür, dass hier der ewige König seine Herrschaft angetreten hat. Und in der Sprache der Antike, beziehungsweise in der Sprache einer Königskrönung, ist das die Zeugung: Mein Sohn bist du, ich habe dich heute gezeugt.
Und so wird zum Ausdruck gebracht, wie eng die Beziehung ist zwischen dem Gott im Himmel und diesem König, und jetzt im Blick auf Jesus diese besondere Nähe zwischen Gott, dem Vater, und dem ewigen König, der durch seinen Tod und seine Auferstehung seine Herrschaft angetreten hat.
Sondern wenn ihr jetzt denkt: Boah, ist das kompliziert, Hebräerbrief, was soll ich sagen? Nehmt euch ein bisschen Zeit für Psalm 2, ja, einfach ein bisschen länger darüber nachdenken. Eine gute Elberfelder rausgeholt, die Querverweise mal durchgeschaut, und dann werdet ihr feststellen: Hui hui, in dem Psalm steckt ja unheimlich viel drin.
Wenn du mal nicht genau weißt, worüber du meditieren sollst in deiner persönlichen stillen Zeit, wenn du sagst, ich brauche ein paar Ideen für die Anbetung, fang mit Psalm 2 an. Bis zum letzten Vers ist der Psalm einfach rappeldicke voll mit guten Jesusillustrationen und Jesusbezügen, irre. Probier das aus.
Ich kann das jetzt nur anreißen, aber man könnte hier an dieser Stelle problemlos noch viel tiefer gehen. Und da müsst ihr dann ein bisschen Spaß entwickeln, und bei Psalm 2 lohnt sich das. Nicht bei jedem Zitat im Hebräerbrief ist das so lohnenswert, aber Psalm 2 möchte ich euch echt ans Herz legen.
Das, was mit Psalm 2 beschrieben wird, dieser Krönungspsalm, der auf Jesus hin ausgelegt wird, das Gleiche gilt für das zweite Zitat, 2. Samuel 7,14. Da geht es auch um den ewigen König. Genau genommen verheißt Gott David in 2. Samuel 7 einen ewigen Thron, also ewige Herrschaft.
Wenn man das jetzt im engeren Umfeld liest, so rund um 2. Samuel 7,14 herum, dann merkt man: Zuerst einmal ist Salomo damit gemeint. Also die erste Erfüllung dieses Versprechens, dass der Thron und die Dynastie eines David ewig ist, die erste Erfüllung ist Salomo. Aber schon David und dann noch mehr später die Propheten, die haben gesehen: Diese Verheißung, die geht weit über Salomo und die anderen Könige hinaus. Die geht bis ans Ende, wo ein zukünftiger idealer König aus dem Hause Davids, der Messias, auf den Thron Davids sich setzt und der Thron dann im wahrsten Sinne des Wortes ewig ist.
Auch hier, wo es also wieder um Jesus geht, diese Formulierung: Ich werde ihm Vater und er wird mir Sohn sein.
Die beiden Zitate nennen Jesus Sohn. Und jetzt, warum dieser Begriff? Und ich weiß nicht, ob ich das jetzt gut rüberbringen kann: Der Begriff Sohn zeigt, wie eng Jesus mit dem Vater verbunden ist, viel enger als jeder Engel. Vater, Sohn, das ist ein Bild, das wir verstehen, und darum geht es.
Wir können in letzter Konsequenz die Dreieinigkeit, also das wirkliche Verhältnis zwischen Gott dem Vater und Gott dem Wort – ich könnte auch sagen Gott dem Sohn, aber ich finde Gott das Wort an der Stelle stärker – wir können das wirkliche Verhältnis, diese unglaublich enge Verbundenheit der beiden, dieses Identischsein, dieses Vertrautsein miteinander, was innerhalb der Dreieinigkeit besteht, nicht wirklich greifen. Aber was wir tun können: Wir können uns das Verhältnis eines Vaters zu seinem Sohn vorstellen und merken: Boah, das bildet etwas davon ab. Das ist ein Bild für Verbindlichkeit, für Identität, für Vertrautheit.
Und das ist das, was der Hebräerbrief will. Er möchte uns deutlich machen: Es gibt da eine Nähe zwischen Gott dem Vater und Gott dem Sohn, die geht weit über das hinaus, was es an Nähe gibt zwischen dem Vater und den Engeln. Oder anders ausgedrückt: In puncto Gottes Beziehung spielt Jesus in einer eigenen Liga, da kommt keiner ran.
Darum geht es immer, wenn dieser Sohn-Begriff so ganz markant irgendwo reingeworfen wird. Und deswegen Johannes 5, wenn ihr das nochmal nachlesen wollt heute Abend, wo Jesus dann sagt, dass er der Sohn ist und dass Gott sein Vater ist, die Leute gehen in die Luft. Wie kannst du das sagen? Wie kannst du Gott deinen Vater nennen? Du machst dich ja Gott gleich.
Und Jesus sagt dann nicht: Oh, das wollte ich nicht, Entschuldigung, habe ich mich ein bisschen verrannt, habe ich etwas gesagt, was ich gar nicht sagen wollte. Sondern er legt noch und noch eine Schippe oben drauf, bis die am liebsten ihn steinigen würden. Der Sohn und der Vater sind wirklich eins.
Und hier im Hebräerbrief bringen die ersten beiden Zitate genau diesen Punkt: Er ist den Engeln überlegen, weil seine Beziehung zum Vater eine so viel tiefere ist als jede andere, die sie haben.
Die Engel als Diener und die Herrschaft des kommenden Königs
Zweites Paar Zitate
Jetzt geht es nicht um die Nähe der Beziehung zum Vater, sondern um die Unterlegenheit der Engel. Also: Ich kann ja entweder sagen, ich bin dichter am Vater dran als du, oder du bist weiter weg. Man kann ja in beide Richtungen schauen.
Hebräer 1,6:
Wenn er aber den Erstgeborenen wieder in den Erdkreis einführt, spricht er: Und alle Engel Gottes sollen ihn anbeten.
Hm, das Zitat „Und alle Engel Gottes sollen ihn anbeten“ ist nicht so leicht im Alten Testament zu finden. Man kann sich streiten, ob es Psalm 97,7 oder 5. Mose 32,43 nach einer besonderen griechischen Übersetzung ist; das lasse ich hier mal außen vor. Wenn ihr in dieser Richtung persönlich Fragen habt: Traut euch bitte, mir eine E-Mail zu schicken. Da gibt es noch manches Detail in der Auslegung des Hebräerbriefes, das ich hier jetzt in einem öffentlichen Vortrag so ein bisschen unter den Tisch fallen lasse, weil es sonst einfach zu speziell wird. Wenn dich das interessiert, schick mir eine E-Mail.
Überhaupt: Morgen ist der zweite Vortrag Fragestunde. Ihr könnt morgen also wieder eure Fragen loswerden, oder ihr solltet eure Fragen loswerden, weil sonst wird die zweite Stunde relativ kurz, sehe ich schon Philipp schmunzeln, also nicht nur Philipp, bitte. Also denkt dran: Morgen ist Fragestunde, bereitet euch ein Stück weit vor.
So, jetzt aber zurück.
Wenn er aber den Erstgeborenen ... Der Begriff Erstgeborener wird hier auf Jesus bezogen, klar, der Erstgeborene ist Jesus. Und dieses Wort „der Erstgeborene“ ist ein Titel, und zwar ein Titel, der Vorrang und Ehre zum Ausdruck bringt. Ja, jemand steht vorne dran. Ein Erstgeborener ist nicht nur einer, der zuerst geboren wird, das kann er auch noch sein. Aber ein Erstgeborener ist zuerst einmal jemand, der herrscht.
Im Psalm 89,28 sieht man das ganz schön. Da heißt es nämlich:
So will auch ich ihn, hier spricht wieder Gott der Vater über den Messias, zum Erstgeborenen machen.
Seht ihr das? Sein Erstgeborener ist nicht einfach einer, der nur zuerst geboren wird, sondern hier kann man dazu gemacht werden. Es ist eine Vorrangstellung, die durch den Begriff zum Ausdruck kommt. Und dann wird das noch einmal erklärt, typisch hebräischer Parallelismus: erste Zeile, zweite Zeile ergänzen sich.
So will auch ich ihn zum Erstgeborenen machen.
Was ist der Erstgeborene? Zum Höchsten unter den Königen der Erde.
So ist Jesus als ewiger König der von Gott eingesetzte Erstgeborene, der höchste König. Und so zieht sich jetzt der Begriff Erstgeborener als Titel durch die ganze Bibel. Immer ist Jesus die Nummer eins. Er ist der König, und zwar der König, der kommen wird, der seine Herrschaft auf der Erde antreten wird.
Und auf diesen Moment bezieht sich jetzt dieses Zitat:
Wenn er aber den Erstgeborenen wieder in den Erdkreis einführt.
Das heißt: Wenn es so weit ist, dass der Erstgeborene, dass Jesus als der höchste aller Könige wieder in den Erdkreis eintritt, wenn Jesus wiederkommt, dann erfüllt sich unser Zitat:
Und alle Engel Gottes sollen ihn anbeten.
Also geht es immer noch um die Erhabenheit Jesu. Frage: Woran erkenne ich seine Überlegenheit? Antwort: Daran, dass die Engel ihn anbeten, wenn er seine Herrschaft antritt. Anbetung ist immer ein klares Zeichen dafür, dass der Sohn über den Engeln steht. Sonst würden sie ihn nie und nimmer anbeten.
Und dann kommt Hebräer 1,7:
Und von den Engeln zwar spricht er: Der seine Engel zu Winden macht und seine Diener zu einer Feuerflamme.
Engel wie ein Wind, seine Diener sind wieder die Engel, ja, wie eine Feuerflamme. Es geht um die flüchtige Natur der Engel als Diener Gottes. Sie sind nur wie so ein Wind, wie ein loderndes Feuer. Und das ist der Vergleichspunkt: die Vergänglichkeit der Engel im Vergleich zu dem, was gleichkommen wird, nämlich die Unveränderlichkeit des Herrn Jesus.
Die Schriftzitate und die bleibende Herrlichkeit des Sohnes
An dieser Stelle erlaube ich mir doch noch ein Wort zu dem Thema Zitate. Bei manchen Zitaten, und die hier sind jetzt wirklich ein bisschen grob, rauft man sich als Prediger die Haare. Ich zeige euch das mal hier.
Hebräerbrief: „Der seine Engel zu Winden macht und seine Diener zu einer Feuerflamme.“
Darfst du mir dazu mal genau, ihr habt das im Ohr, jetzt lesen wir mal Psalm 104, Vers 4. Ich lese noch mal Hebräer 1, Vers 7: „Der seine Engel zu Winden macht und seine Diener zu einer Feuerflamme.“ Habt ihr im Ohr? Jetzt kommt Psalm 104, Vers 4, wo das zitiert sein soll: „Der Winde zu seinen Boten macht und Feuer und Lohe zu seinen Dienern.“
Ich weiß jetzt nicht, ob ihr den Unterschied festgestellt habt, aber ich lese noch mal beide vor: „Der seine Engel zu Winden macht und seine Diener zu einer Feuerflamme“ und dann: „Der Winde zu seinem Boten macht und Feuer und Lohe zu seinen Dienern.“ Entschuldigung, das ist etwas ganz anderes. Seht ihr den Unterschied? Einmal werden die Engel zu Winden und zu einer Feuerflamme gemacht, und dann ist es genau umgekehrt: Winde sind Boten und Feuer wird zu Dienern. Schön, oder? Willkommen im Club der etwas vertrackteren Bibelfragen!
Also, hier wird einfach mal das Objekt vertauscht, upscht! Und die Antwort lautet: LXX. LXX ist die Abkürzung für Septuaginta, eine sehr frühe, weit verbreitete, aber nur bedingt genaue Übersetzung des Alten Testaments ins Griechische, aus der der Autor des Hebräerbriefes zitiert.
Tja, jetzt lesen wir nicht die Septuaginta, sondern den sogenannten masoretischen Text, wenn wir unser Altes Testament lesen, und schon denken wir: Wo hat er das bloß her? Nur die Leute, an die der Hebräerbrief geht, die haben tatsächlich diese etwas mäßige Übersetzung des Alten Testaments, eben die Septuaginta, gelesen. Und deshalb zitiert er nach der Bibel, die sie kennen.
Und jetzt würden wir sofort, wir sind ja modern, wir sind ja auch exakt, sagen: Aber das ist doch nicht genau! Um dann im nächsten Moment meistens an Weihnachten dasselbe zu tun. Wisst ihr, was man an Weihnachten macht? Man führt mit seinen Kindern für seine ungläubigen Freunde ein Krippenspiel auf mit Ochs und Esel und den heiligen drei Königen. Und das, obwohl wir ganz genau wissen, dass es in der Bibel keinen Ochsen gibt und keinen Esel. Und dass die heiligen drei Könige weder heilig noch drei noch Könige waren und auch Maria und Josef nicht im Stall besucht haben, sondern viel später, als sie schon ein Haus hatten.
Wir wissen das alle. Aber wenn ich meine ungläubigen Freunde mit ihrer Erwartungshaltung abholen will, dann gerne heilige drei Könige, Ochs und Esel so viel du willst. Ich habe null Problem damit. Ich würde, wenn jemand sagt: „Ich lese nur Hoffnung für alle“, sagen: Es ist eine sehr freie Übersetzung an vielen Stellen der Bibel. Wenn du sagst, du liest nur Hoffnung für alle, dann ziehe ich mir aus deiner Bibel die Zitate, die ich brauche, um dir zu zeigen, was du lernen musst. Ihr habt ja kein Problem damit.
Und genau das macht hier der Schreiber des Hebräerbriefes. Und er tut das, und das ist dann im Gegensatz zu mir auch noch inspiriert durch den Heiligen Geist. Und deswegen kann er sich so etwas erlauben. Und wir stehen erst mal da und sagen: Was ist hier?
Wenn ihr da mehr Fragen habt, weil man kann noch einen Tick tiefer einsteigen, traut euch, diese Fragen zu stellen, und nicht morgen. Das ist keine Frage für einen Frageabend, sondern das ist mal eine Frage für eine E-Mail, und ich kann euch dann sagen, wie weit ich an der oder jener Stelle bin. Und vielleicht kommen wir dann gemeinsam ein Stück weiter.
Ich würde gerne zurückkommen zu meinem Vergleichspunkt: die Vergänglichkeit der Engel im Vergleich zur Unveränderlichkeit des Herrn Jesus. Engel, sie sind flüchtig, wie so ein Wind, wie so ein loderndes Feuer, einmal hoch, und dann fällt das wieder in sich zusammen.
Und jetzt kommt ein Vers, wo man, wenn man von der Gottheit Jesu überzeugt ist, ein, zwei Verse wissen sollte, wo das in der Bibel steht. Der beste Vers ist wahrscheinlich 1. Johannes 5,20. Der zweitbeste Vers vielleicht ist es der drittbeste Vers. Wahrscheinlich ist Johannes 1 auch noch sehr gut, aber dann kommt wahrscheinlich schon Hebräer 1,8.
Die ewige Herrschaft und Gerechtigkeit des Messias
Hier heißt es, die Engel sind das, von dem Sohn aber. Und jetzt wird der Sohn direkt angesprochen:
Dein Thron, o Gott, ist von Ewigkeit zu Ewigkeit, und das Zepter der Aufrichtigkeit ist Zepter deines Reiches. Du hast Gerechtigkeit geliebt und Gesetzlosigkeit gehasst; darum hat dich Gott, dein Gott, gesalbt mit Freudenöl vor deinen Gefährten.
Die Engel sind flüchtige Wesen, und dieser Text sagt: Der Sohn herrscht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Wie gesagt, einer der besten Verse. Von dem Sohn wird gesagt: Dein Thron, o Gott, ist in alle Ewigkeit. Jesus ist tatsächlich Gott.
Und dann dieses schöne Bild: Ihr wisst, was ein Zepter ist. Also, erfahrene Mitarbeiter müssten wissen, was ein Zepter ist. Meist ist es so ein Stab aus Metall, wertvollem Metall, reich verziert mit Edelsteinen. Und wer das Zepter hat, der zeigt damit: Ich regiere. Das heißt, so ein Zepter symbolisiert Autorität, Herrschaft. Das Zepter steht für die Herrschaft eines Königs. Das Zepter der Aufrichtigkeit ist ein Bild für die gerechte Herrschaft des Messias. Er herrscht aufrichtig oder mit Aufrichtigkeit.
Der Messias, in dem Fall Jesus, ist der Inbegriff für Gerechtigkeit und Wahrheit. Wo der Herr Jesus regiert, dort haben Unrecht, Gemeinheit und Gewalt keine Chance. Einfach deshalb, weil Jesus Gerechtigkeit liebt und Gesetzlosigkeit hasst. Schön, oder? Das mal so zu lesen, dass Jesus Gerechtigkeit liebt und Gesetzlosigkeit hasst. Und der Vater, der das mitbekommt, der freut sich unbändig über den Sohn. Deswegen ist es auch so komisch, wenn wir uns nicht über Jesus freuen können.
Ja, im Himmel sieht Gott der Vater, wie der Sohn seine Herrschaft antritt, die Salbung mit Freudenöl. Wir machen das heute nicht mehr. Also, wenn ich mich über jemanden freue, dann hole ich nicht eine große Flasche Öl raus und schütte sie über ihn. Das wäre eher ein Ausdruck von Missfallen oder ich weiß nicht was. Aber in der damaligen Zeit ist diese Salbung mit Freudenöl ein zutiefst emotionales Bild für die Freude Gottes an der gerechten Herrschaft seines Sohnes. Die Gerechtigkeit des Messias begeistert Gott, und mich begeistert es zu sehen, wo diese Gerechtigkeit anfängt.
Es gibt diese Stelle in Matthäus 3,15. Da wird Jesus getauft, und er geht zu der Taufe. Johannes sagt dann: „Nee, dich taufe ich nicht. Also, wenn andersherum, du könntest mich taufen, aber ich dich, das funktioniert nicht.“ Und was sagt Jesus dann? Er sagt dann sinngemäß: „Hey, lass es jetzt mal so sein, damit alle Gerechtigkeit erfüllt würde.“ Also Gerechtigkeit. Ein gerechtes Leben, eine gerechte Herrschaft beginnt schon damit, dass der Messias sich vollständig mit den Menschen identifiziert, mit der Schwachheit des Menschen, bis hinein in den Moment der Taufe, die er eigentlich nicht nötig hat.
Und der Vater sieht das, und immer mal wieder hört man dann aus dem Himmel eine Stimme: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe. Also, das ist so, als wenn es dem Vater nicht mehr auf dem Thron hält und er jetzt auch noch mal etwas sagen muss. Das ist ganz untypisch für Gott, dass er jetzt auch noch einmal rein ... wahrscheinlich sind die Leute ihm zu wenig begeistert.
Und jetzt versteht ihr, wenn wir manchmal so Gottesdienste feiern, wo wir so ganz still dasitzen und sagen: Aha, Jesus, sieben Fakten über Jesus. Versteht ihr? Und ich denke mir: Na hoffentlich reißt nicht gleich der Himmel auf und Gott sagt, was er davon hält. Er ist begeistert, es hält ihn nicht. Und wir können so ganz nüchtern, sachlich, unromantisch, leidenschaftslos die Fakten über Jesus zusammentragen, in unser iPad oder in unser kleines Büchlein schreiben und es dann wegstecken. Nein! Das ist genau das, was der Hebräerbrief nicht will. Er möchte, dass wir verstehen, mit wem wir es zu tun haben, und dass uns diese Begeisterung ein Stück packt. Und wenn Gott sich freut über seinen Messias, dann soll es uns Spaß machen, Freude bereiten, über Jesus nachzudenken. Mehr als das nächste Werbevideo von Audi oder von BMW anzuschauen. Mehr als shoppen zu gehen. Mehr als vom Urlaub zu träumen oder von was weiß ich. Dass wir Jesus anschauen und sagen: Boah, ich möchte es lernen, mich zu freuen an dem, woran Gott sich freut.
Und wenn ich das im Moment nicht hinkriege, weil das noch zu abstrakt ist, weil ich noch nicht genug darüber nachgedacht habe, weil ich mir vielleicht gar nicht genug Zeit nehme, um in der Stille und in der Ruhe vor Gott diesen Moment abzupassen, den meine Seele braucht, um Jesus zu begegnen, hey, vielleicht ist das ein Anfang zu sagen: Ich brauche mehr Zeit mit Gott, ich brauche diese innigen Momente der Stille. Ich muss Dinge aus meinem Leben rausschmeißen, weil ich begreifen will, worüber der Vater so begeistert ist.
Es kann nicht sein, dass der Vater im Himmel jubelt und tobt, und wir auf der Erde nehmen sachlich-kühl zur Kenntnis, dass Jesus halt so ist. Da stimmt irgendwas nicht. Und ich verstehe jeden, der sagt: Jürgen, das ist ganz weit weg für mich. Okay, dann lass uns gemeinsam auf den Weg machen, und lass uns dafür sorgen, dass es Monate und Jahre werden, in denen wir Jesus mehr verstehen, in denen er unser ganzes Wesen, auch unsere Emotionalität, noch mehr packt.
Die Vergänglichkeit der Schöpfung und die Ewigkeit des Sohnes
Und dann kommt noch ein Zitat, wieder aus der Septuaginta, aus dieser alten griechischen Übersetzung, die etwa zweihundert vor Christus entstanden ist. Diesmal ist es Psalm 102, Verse 26-28, und der Schwerpunkt des Vergleiches liegt immer noch auf der Ewigkeit des Herrn Jesus.
Auf der einen Seite steht die Schöpfung, Himmel und Erde, inklusive des Himmels mit den Engeln. Diese Schöpfung wird veralten, sie wird entsorgt werden, sie wird verwandelt werden. Aber Jesus bleibt immer derselbe.
Hebräer 1,10-12: Und du, Herr, hast im Anfang die Erde gegründet, er ist der Schöpfer, und die Himmel sind Werke deiner Hände. Sie werden untergehen, du aber bleibst, und sie alle werden veralten wie ein Gewand. Und wie ein Mantel wirst du sie zusammenrollen, wie ein Gewand, und sie werden verwandelt werden. Du aber bist derselbe, und deine Jahre werden nicht aufhören.
Der Herr Jesus hat die Erde gegründet, und jetzt heißt es hier, die Himmel sind Werke deiner Hände. Die Himmel, Plural, weil es eben nicht nur um den Himmel geht, nicht nur um das Universum, sondern es geht um die unsichtbare Welt. Der Herr Jesus hat die sichtbare und die unsichtbare Welt geschaffen, die Welt, auf der wir leben, und den Bereich, in dem die Engel leben.
Aber diese Schöpfung, in der wir hier leben, hat ein Verfallsdatum. Sie hat einen bestimmten Zweck, und irgendwann ist sie, im Text heißt es Gewand, ja, wie so ein alter Mantel abgetragen. Sie hat ihren Zweck erfüllt, und dann wird sie durch eine neue Schöpfung ersetzt.
Und deswegen: Ihr habt schon diese sieben Punkte. Jesus ist der Erschöpfer und der Erhalter der Erde, Schöpfer und Erhalter. Jetzt ergänzen wir noch zwei Punkte: Jesus ist als der Schöpfer der Erde, als der Erhalter der Erde auch der Entsorger und der Verwandler der Schöpfung. Das macht er alles.
Die Himmel als Wohnort der Engel, inklusive der Engel, werden mit entsorgt. Engel sind nicht ewig, Jesus schon. Deswegen heißt es hier: Du aber bist oder du aber bleibst derselbe, und deine Jahre werden nicht aufhören.
Das ist Jesus. Er alleine, Gott alleine, besitzt Unsterblichkeit. Die Unveränderlichkeit und die Ewigkeit des Sohnes auf der einen Seite sind viel besser als die Veränderlichkeit und die Zeitlichkeit aller Schöpfung, Engel eingeschlossen.
Und deshalb, weil diese Welt vergehen wird, macht es so viel Sinn, dass wir uns nicht an sie hängen. Versteht ihr, was für ein Unsinn, sich an diese Welt zu hängen und zu denken: Ich müsste noch das mitnehmen und jenes sehen, mir dieses Trullala kaufen und mich dafür interessieren. Warum? Häng dich an Jesus. Und damit gehörst du jetzt schon, heute schon, zur Ewigkeit. Das ist alles, was zählt.
Ja, aber die Welt ist so schön. Ha, diese Welt ist nichts. Sie ist ein billiges Nichts im Vergleich zu der Welt, die kommt. Das Leben, das du heute führst, ist nichts im Vergleich zu dem Leben, was auf dich wartet. Häng dich an Jesus, und du gehörst zur Ewigkeit.
Der abschließende Höhepunkt mit dem Thron zur Rechten Gottes
Und jetzt kommen wir zum Höhepunkt. Also, jetzt haben wir den Sohn in seiner Ausnahmebeziehung zum Vater. Wir haben uns die Engel angeschaut, dass sie den Sohn anbeten müssen, dass sie vergänglich sind, und wir haben den Sohn dagegen gesetzt in seiner Herrschaftsgewalt, in seiner Ewigkeit, in seiner Unendlichkeit. Wie er die Schöpfung nimmt und einfach beiseite wischt und sagt: Und jetzt mache ich es neu.
Und jetzt endet dieser Gedankengang in Vers 13. Und damit man weiß, es geht zu einem Ende, wird die Frage vom Anfang noch einmal wiederholt, wie so eine Klammer. Am Anfang hieß es: Zu welchem der Engel aber hat er jemals gesagt? Und jetzt heißt es wieder: Zu welchem der Engel aber hat er jemals gesagt? Und die Antwort lautet wieder: Na, zu keinem. Was hat er gesagt? Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße. Zu welchem der Engel aber hat er jemals gesagt: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße?
Es ist total spannend: Selbst ein Gabriel darf nur vor Gott stehen. Lukas 1,19. Der trifft im Tempel den alten Zacharias auf Gabriel, und Gabriel sagt: Ich bin der Engel, der vor Gott steht. Das ist was! Kein Engel wurde nach der Bibel je aufgefordert, sich vor Gott zu setzen. Absolut keiner durfte sich zur Rechten der Majestät setzen. Das durfte genau einer. Und ich mache es jetzt mal ein bisschen gewichtiger: Das durfte nur der himmlische Priesterkönig aus der Priesterordnung des Melchisedek, Jesus.
Dieser Psalm 110, wir werden ihn noch öfter betrachten im Hebräerbrief, betont diesen Aspekt, dass ein anderer König nach der Ordnung des Melchisedek, ein Priesterkönig, kommen würde. Und diese neue Ordnung, dieses neue Opfer, das dann mit Jesus gebracht wird, das erlaubt ihm, zu sterben, aufzuerstehen, in den Himmel aufzufahren und sich zur Rechten der Majestät zu setzen.
Dieses Psalm 110, Vers 1, hier, dieses Zitat ist der Höhepunkt. Mit ihm wird die gesamte Argumentation der zurückliegenden Verse von der absoluten Überlegenheit des Sohnes in meinen Augen auf die Spitze getrieben und abgeschlossen. Wir wissen seit Kapitel 1, Vers 3, dass Jesus zur Rechten der Majestät sitzt. Nun wird die Sache noch einmal unterstrichen, weil es in diesem Text nicht nur heißt: Setze dich zu meiner Rechten. Das wäre schon gewaltig. Und dann kommt dieser Satz: Bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße.
Er darf sich nicht nur setzen, sondern er darf darauf vertrauen, dass Gott der Vater seine Feinde besiegen und ihm die Herrschaft sichern wird. Während auf der einen Seite Engel selbst Diener sind, wird hier dem Sohn gedient. Der Vater selber kümmert sich um die Feinde des Sohnes. Wer den Sohn zum Feind hat, der hat den Vater zum Feind. Wer sich mit dem Sohn anlegt, der legt sich mit dem Vater an. Und deshalb, wenn es um Erhabenheit und Macht geht, kommt niemand an den Sohn heran. Er ist wahrhaftig die absolute Nummer eins im Universum. Niemand, nicht einmal die mächtigsten Seraphim, Jesaja 6, die vor dem Thron Gottes stehen und heilig, heilig, heilig rufen, nicht einmal diese unglaublich mächtigen Wesen können unserem Herrn Jesus das Wasser reichen. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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