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Der Rat von Kaiphas – Teil 2

Jesu Leben und Lehre, Teil 610/697
31.08.2025Johannes 11,49-54
SERIE - Teil 610 / 697Jesu Leben und Lehre

Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 609: Der Rat von Kaiphas, Teil 2

Gott benutzt den Hohenpriester Kaiphas als Propheten. In Johannes 11,49-52 spricht Kaiphas als Hoherpriester und sagt voraus, dass Jesus für das Volk sterben wird – nicht nur für das Volk, sondern auch, um die zerstreuten Kinder Gottes zu sammeln.

Einführung in die Rolle Kaifas als Werkzeug Gottes

Einer von ihnen aber war Kaiphas, der in jenem Jahr hoher Priester war. Er sprach zu ihnen: „Ihr wisst nichts und überlegt auch nicht, dass es euch nützlich ist, dass ein Mensch für das Volk stirbt und nicht die ganze Nation umkommt.“

Dies sagte er jedoch nicht aus eigenem Antrieb. Da er in jenem Jahr hoher Priester war, wusste er, dass Jesus für die Nation sterben sollte. Und nicht nur für die Nation allein, sondern auch, damit er die zerstreuten Kinder Gottes in eins versammelte.

Um es deutlich zu machen: Gott benutzt hier das levitische Amt, nicht die Integrität des Amtsinhabers. Die Motivation von Kaiphas ist böse und falsch.

Vielleicht erinnert ihr euch an einen anderen, vergleichbaren Fall: Bileam. Auch er wurde in seiner Rolle als Beschwörer von Gott verwendet – und zwar, um das Volk Israel zu segnen. Er wurde gebraucht, obwohl er es eigentlich nur auf das Geld abgesehen hatte.

Ganz ähnlich betont Johannes hier explizit, dass Kaiphas nicht aus sich selbst wusste, sondern dass er es sagte. Es handelt sich also um eine unbewusste Inspiration.

Kaiphas will damit sagen: Wenn wir diesen Jesus umbringen, retten wir die jüdische Nation vor dem Untergang. Aber Johannes blickt hinter die Worte und weiß, was Gott eigentlich durch Kaiphas sagt, nämlich dass ein Mann, Jesus, sterben wird, um allen Menschen Rettung zu bringen.

Die alttestamentliche Dimension des Opfers

Schauen wir uns noch einmal Vers 52 an: „Und nicht für die Nation allein, sondern dass er auch die zerstreuten Kinder Gottes ineins versammelte.“

Die Idee hier ist zutiefst alttestamentlich. Natürlich war es klar, dass Gott nie nur ein Volk im Blick hatte. Deshalb klingt es auch so, wenn der Vater zum Sohn spricht, wie in Jesaja 42,6: „Ich, der Herr, habe dich in Gerechtigkeit gerufen, ergreife dich bei der Hand, behüte dich und mache dich zum Bund des Volkes, zum Licht der Nationen.“

Man merkt, dass Jesus zum Bund mit dem Volk Israel wird. Doch dieser Bund hat eine größere Strahlkraft. Der Messias wird auch zum Licht der Nationen, um ihnen den Weg in diesen Bund mit Gott zu weisen.

Die Bedeutung der "zerstreuten Kinder Gottes"

Mich fasziniert dabei der Begriff „zerstreute Kinder Gottes“. Johannes hatte uns bereits erklärt, was es braucht, um ein Kind Gottes zu werden. In Johannes 1, die Verse 11-13, heißt es:

„Er kam in das Seine, und die Seinen nahmen ihn nicht an. So viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben; die nicht aus dem Blut, auch nicht aus dem Willen des Fleisches, auch nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.“

Hier wird beschrieben, wie Gott als Mensch in das Seine kam. Er besuchte sein Volk. Doch er stieß weitgehend auf Ablehnung; die Seinen nahmen ihn nicht an. Aber halt, es gibt Ausnahmen. So viele ihn aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden.

Und was sind das für Leute, diese Kinder Gottes? Es sind die, die an seinen Namen glauben. Und es sind auch die, an die Gott glaubt. Denn nicht nur vertrauen sie Gott, sondern auch Gott reagiert auf ihren Glauben und schenkt ihnen ein neues, ewiges Leben. Er bewirkt, dass sie von Neuem geboren werden.

Kinder Gottes sind also gläubige, wiedergeborene Menschen. Dabei geht es nicht um die Herkunft, nicht um Selbstkasteiung oder gute Werke und auch nicht um das, was andere Menschen für mich tun können. Es geht allein um meinen Glauben und Gottes Reaktion darauf.

Ich lebe im Vertrauen auf Gott, und Gott schenkt mir seinen Heiligen Geist und einen völligen Neuanfang.

Die universelle Reichweite des Heilsangebots

Und jetzt wird es spannend. Dieses Angebot gilt nicht nur für die Nation Israel, sondern auch für alle anderen Kinder Gottes, die über die Welt verstreut sind.

Hier wiederholt Gott durch seinen Propheten und Hohenpriester das, was Jesus an anderer Stelle so formuliert: „Ich habe andere Schafe, die nicht aus diesem Hof sind. Auch diese muss ich bringen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde, ein Hirte sein.“

Ein Hirte, eine Herde – aber zwei Einzugsgebiete: einmal das Volk Israel und zum anderen die Heiden. Das ist es, was wir verstehen müssen.

Die souveräne Verwendung von Kaifas in Gottes Heilsgeschichte

Warum benutzt Gott Kaifers als Propheten? Weil Gott souverän ist. Er schreibt Heilsgeschichte durch Sünder und verwendet Feindschaft für seine Pläne.

Gott lässt hier die größte Wahrheit über das Heil ausgerechnet durch den Mann verkünden, der wesentlich für das Unheil verantwortlich ist, das über Israel als Nation kommen wird. Das ist die souveräne Ironie Gottes.

Wie albern ist es, wenn Menschen meinen, sie könnten diesen Gott aufhalten oder sich seiner Kontrolle entziehen. Wenn Gott will, dreht er den Spieß einfach um und baut seine Feinde – ohne dass diese es mitbekommen – in seine Heilsgeschichte mit ein.

Die zunehmende Gefahr für Jesus und sein Rückzug

Wie geht es jetzt weiter? Kaifers Ratschlag fällt auf fruchtbaren Boden.

 Johannes 11,53: Von jenem Tag an ratschlagten sie nun, um ihn zu töten.

Es wird jetzt für Jesus richtig gefährlich.

 Johannes 11,54: Jesus ging nun nicht mehr öffentlich unter den Juden umher, sondern ging von dort weg in die Gegend nahe bei der Wüste, in eine Stadt mit Namen Ephraim. Dort verweilte er mit den Jüngern.

Jesus verschwindet aus der näheren Umgebung von Jerusalem und zieht sich nach Norden in die Stadt Ephraim zurück. Damit ist der kurze Abstecher nach Betanien vorbei.

Und wo der Abschnitt mit latenter Feindschaft begann – die Jünger erinnern Jesus ja daran, dass man ihn vor nicht allzu langer Zeit in Jerusalem steinigen wollte – da wird aus der Idee, Jesus zu steinigen, jetzt am Ende ein kaltblütiges Mordkomplott.

Die symbolische Bedeutung von Kaifas’ Amt am Versöhnungstag

Ein letzter, vielleicht etwas ungewöhnlicher Blick auf Kaiphas. Er ist der Hohepriester.

Es ist seine Aufgabe, am großen Versöhnungstag mit dem Blut eines Ziegenbocks ins Allerheiligste zu gehen, um die Sünde des Volkes zu sühnen. Gleichzeitig soll er auf einen anderen Ziegenbock die Sünde des Volkes legen und ihn im wahrsten Sinne des Wortes in die Wüste schicken.

Am großen Versöhnungstag wird Sünde gesühnt und entfernt. Die Symbolik ist einfach. So geschieht es jedes Jahr. Doch dieses Jahr wird es besonders sein.

Dieses Jahr sterben nicht nur zwei Ziegenböcke, sondern der Messias selbst wird die Symbolik der beiden Ziegenböcke bereits am Passahfest durch sein Sterben erfüllen.

Und nun der Clou: Wer sucht eigentlich das Opfer aus? Wer bestimmt, wer sterben soll? Genau! Der Mann, der für das Opfern zuständig ist – der Hohepriester. Und das ist Kaiphas.

Abschluss und Ausblick

Was könntest du jetzt tun?

Lies Levitikus 16, um dich mit den Ereignissen am Großen Versöhnungstag vertraut zu machen.

Das war's für heute. Wenn du meine Homepage noch nicht kennst, schau dich ein wenig auf www.frogwords.de um.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

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