Generierte Mitschrift
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Ein persönlicher Weg zur Frage nach der Rolle von Frauen
Schönen Nachmittag. Ich hoffe, ihr seid alle wach. Ich bin im Moment ein bisschen schläfrig und versuche, mich selbst für euch wach zu machen.
Dieses Seminar heißt „Frau in der Gemeinde: to do or not to do“, und ich werde das Seminar so gestalten, dass es eine Mischung aus meiner persönlichen Erfahrung und biblischen Prinzipien ist. Ich werde mich auch dadurch ein wenig vorstellen. Deshalb gibt es am Anfang keine separate Vorstellung von mir, denn dieses Seminar ist aus meinem Leben geboren, als Frau.
Ich bin in Gemeinde und Gemeindegründung aufgewachsen. Mein Vater ist Theologe und Pastor und war auch Gemeindegründer, und meine beiden Großväter waren ebenfalls Pastoren. Ich war Missionarskind in Frankreich, wo meine Eltern 18 Jahre lang gelebt und gedient haben. Es war eine gute Erfahrung für mich als Kind, und auch als Teenager durfte ich in der Gemeindegründung mit dabei sein. Ich wurde ernst genommen von meinen Eltern und von den anderen Erwachsenen in diesem Gemeindegründungsteam. Ich durfte auch die Kinderarbeit mit organisieren und koordinieren. Ich durfte bei den Treffen dabei sein, und es war selbstverständlich, dass ich sogar als heranwachsende Frau im Reich Gottes mitarbeiten durfte.
Danach, nach dieser Zeit in Frankreich, in der ich aufgewachsen war, ging ich studieren. Ich ging auf eine sehr liberale Frauenuni in Amerika, und dort lernte ich radikales feministisches Denken kennen. In diesen Kreisen durfte man Woman nicht W-O-M-A-N schreiben, man musste es W-O-M-Y-N schreiben, weil im Wort Woman Man war, und das durfte man nicht sagen oder so schreiben. Also so radikal war es.
Da musste ich mir auch ernsthaft Gedanken über das Thema Frau machen. Meine Prägung war eher konservativ und komplementär, und diese komischen Ideen, die ich hatte, passten ja gar nicht in diesen Kontext. Sie waren irgendwie veraltet, und ich dachte mir: Irgendwann bin ich verrückt, wenn ich glaube, was ich glaube. Waren diese Ideen nicht völlig unterdrückend für Frauen?
Aber anhand der Schrift musste ich feststellen, dass die Idee des Patriarchats, also der Herrschaft oder der Autorität des Vaters, das Hauptproblem war, das die Feministen mit dem christlichen Glauben hatten. Gott ist Vater, und er hat sich sogar als Vater offenbart. Wenn man diese Wahrheit verleumdet, dass Gott Vater ist, kann man Jesus nicht als Sohn kennen. Dann kann man das Evangelium auch nicht verstehen, weil Johannes 3,16 uns doch sagt, dass Gott der Vater seinen Sohn gegeben hat, damit wir die Errettung von unserer Sünde haben. Das ist die zentrale Botschaft des christlichen Glaubens. Und deshalb lehnen radikale Feministen den christlichen Glauben komplett ab. Die meisten sehen das ein und sagen: Das ist lächerlich, und lehnen das ab.
Aber es ist für evangelikale Feministen viel problematischer, denn die feministische Weltanschauung ist sehr schwer mit der biblischen Weltanschauung zu vereinbaren, es sei denn, dass man bereit ist, die Autorität der Schrift in Frage zu stellen. So waren meine Gedanken, als ich eine ganz junge Frau in meinen Zwanzigern war.
Danach war ich auf einer sehr konservativen theologischen Hochschule wieder ganz anders. Ich kam dort an und musste sehr oft die Frage beantworten: Was machst du eigentlich hier? Es waren vielleicht neunzig Prozent Männer auf der Schule. Die fanden es schon sehr beruhigend, dass ich keine Pastorin werden wollte, aber sie hatten schon Fragen an mich: Was machst du da, was suchst du hier? Und die Idee, dass ich einfach Gottes Wort besser kennenlernen wollte, war schon interessant, aber ich war da irgendwie fehl am Platz.
Ich versuchte, da mitzureden, weil es in meiner Familie ganz normal war, dass wir alle über Theologie redeten, auch wir Frauen und Kinder. Das war kein Versuch von mir, mich zu beweisen oder mich in dieser theologischen Männerwelt zu beweisen, gar nicht. Das war einfach so natürlich, dass wir über Theologie und über Gott geredet haben. Meine Eltern lebten eine komplementäre Ehe aus, und das werde ich noch ein bisschen erklären. Meine Mutter war im Gemeindegründungs-Kernteam sehr aktiv und hat dort mitgearbeitet. Das war für mich das Allernatürlichste der Welt, dass meine Mama da mitgearbeitet hat.
Seit 2001 wohne ich mit meinem Mann David und unseren fünf Kindern in Berlin, wo wir Gemeindegründungen machen. Wir haben eine Gemeinde in Kooperation mit dem Mülheimer Verband gegründet, die Paulusgemeinde in Pankow. Auch da habe ich mich oft gefragt: Wie soll ich mich am besten als Frau einbringen? In liberalen theologischen Kreisen fragt man sich diese Frage gar nicht mehr. Dort ist es selbstverständlich, dass Frauen alles machen können. Und vielleicht hat man in sehr konservativen Kreisen Angst, diese Frage überhaupt zu stellen, weil man ein bisschen Angst vor diesem Dammbruchargument hat: Wenn einer Frau dies oder das erlaubt wird, dann werden wir völlig in die liberale Theologie abrutschen.
Also ist es eine komplizierte Frage, aber eine, die wir uns unbedingt stellen müssen. Diese Frage lautet: Wie kann sich eine Frau in ihre Gemeinde einbringen? Gibt es in der Schrift Hinweise darauf, wie sie es tun kann? Und wir wollen uns darüber Gedanken machen, wie Gott sich die Zusammenarbeit von Mann und Frau in der Gemeinde vorstellt. Ich möchte eigentlich nicht in eine Liste verfallen von all dem, was Frauen können und nicht können, obwohl wir ein bisschen darauf kommen werden, sondern vielmehr darüber nachdenken, welche Prinzipien wir in der Schrift finden, die uns dabei helfen, zu verstehen, wie sich eine Frau einbringen kann. Denn jeder Kontext ist anders, jede Kultur ist anders, und nur die Grundprinzipien, die aus der Schrift kommen, helfen uns weiter, nicht einfache Gesetzlichkeiten, die völlig unübertragbar sind.
Ich habe ein Handout, und Rebecca, meine liebe Assistentin, wird es uns herumgehen lassen. Ich möchte, dass ihr auch aktiv mitmacht. Ich möchte am Ende gern eine Zeit haben, in der wir gemeinsames Brainstorming machen. Wenn ihr Fragen habt, schreibt sie auf, Kommentare auch. Aber vor allem macht euch Gedanken: Wie kann sich eine Frau kreativ in ihre Gemeinde einbringen? Schreibt das auf dieses Kärtchen, und danach werden wir dazu kommen. Hoffentlich können wir natürlich nicht alle Kärtchen lesen, aber so viel wie möglich in dieser Antwortzeit.
Ich möchte euch am Anfang ein paar Sätze beziehungsweise Fragen geben, denen wir in unserem Dienst in Berlin begegnet sind. Das sind echte Situationen, echte Sätze, die wir gehört haben. Wir waren dabei, unsere ersten Gottesdienste in der Gemeindegründung zu planen, und eine der Leiter sagte auf einmal: Meine Frau könnte predigen. Oder dies habe ich auch gehört: Ich werde nicht zum Gemeindeseminar kommen, weil da eine Frau lehrt. Oder: Darf ich als Frau einen Hauskreis leiten? Oder sogar: Ihr seid frauenfeindlich.
Diese Fragen zeigen, dass die Antwort auf die Frage, was das Engagement einer Frau in ihrer Gemeinde sein soll, für bibeltreue Christen nicht so selbstverständlich ist. Und diese Frage müssen wir unbedingt sorgfältig beantworten, und wir müssen die Prinzipien auf die Spur kommen, die uns dabei helfen können. Und es ist keine leichte Aufgabe in einer Zeit, die die Gleichberechtigung der Frau als ihr Mantra immer wieder proklamiert.
Ich möchte behaupten, dass, wie wir unsere Beziehungen als Mann und Frau in der Gemeinde ausleben, viel wichtiger ist, als wir manchmal denken. Denn wir sagen dadurch etwas über Gott selbst aus. Warum? Weil wir in seinem Ebenbild geschaffen sind. Das ist ein wichtiger Aspekt des Wesens Gottes selbst, und dieser Aspekt spiegelt sich in unseren Beziehungen wider, nämlich darin, wie unsere Gemeinschaft als Mann und Frau aussieht.
Deshalb möchte ich dieses Seminar so strukturieren: Erstens werden wir uns die ursprüngliche himmlische Gemeinschaft anschauen, zweitens die erste menschliche Gemeinschaft, drittens die Gemeinschaft der Braut Christi, nämlich der Gemeinde, und viertens, wie Frauen in diese Gemeinschaft hineinpassen und welche Prinzipien ihnen dabei wichtig und hilfreich sein könnten.
Aber ich möchte auch nicht, dass diese Zeit nur ein trockener Vortrag ist. Also denkt bitte an eure Fragen, denkt mit, denn ich glaube, wir müssen in dieser Zeit kreativ zusammendenken, wie und was Frauen in der Gemeinde machen.
So, jetzt geht es los: die ursprüngliche Gemeinschaft. Und ich rede hier von der Gemeinschaft Gottes mit sich selbst, von der Dreieinigkeit. Es ist die himmlische Gemeinschaft, die in der Schrift als die Dreieinigkeit bezeichnet wird. Es ist eine Gemeinschaft, die in Ewigkeit existiert. Vor Erschaffung der Welt leben Vater, Sohn und Heiliger Geist in Ewigkeit in perfekter Liebe, perfekter Wertschätzung, Kenntnis, Annahme, Freude, Frieden usw.
Und man würde denken, dass so eine Gemeinschaft gar keine Struktur braucht, denn sie ist ja perfekt. Dennoch sehen wir in dieser Beziehung eine klare Struktur. Die Struktur der Dreieinigkeit ist interessant. Trotz kompletter Wesensgleichheit gibt es in der Dreieinigkeit funktionelle Unterschiede zwischen den drei Personen der Dreieinigkeit.
Im Westminster Bekenntnis lesen wir: In der Einheit der Gottheit sind drei Personen von einem Wesen, einer Macht und Ewigkeit: Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der Heilige Geist. Der Vater ist von niemandem weder gezeugt noch ausgehend, der Sohn ist in Ewigkeit vom Vater gezeugt, der Heilige Geist geht in Ewigkeit vom Vater und vom Sohn aus. Gott der Vater ist der Schöpfer aller Dinge, Gott Sohn unterwirft sich dem Willen des Vaters, um seinen Plan der Errettung durchzuführen, und der Heilige Geist unterwirft sich Gott dem Vater und dem Sohn, um das Werk Jesu zu erhöhen und Gott alle Ehre zu geben. Sie funktionieren in perfekter Harmonie, und es kann nicht anders sein, denn sie sind perfekt.
Aber Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist wollen interessanterweise nicht alleine unter sich bleiben, sondern sie fassen einen himmlischen Beschluss. Und Habithi hat das interessanterweise in seinem Vortrag eben erwähnt, dass Gott zu sich spricht. Es ist wie ein Schöpfungsmandat an sich selbst, und er sagt: Lasst uns die Menschen machen. Lasst uns die Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich. Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, über die Vögel usw. Es ist Gottes Schöpfungsmandat an sich selbst.
Gott schuf die Menschen in seinem Ebenbild, als Mann und Frau schuf er sie. Und hier sehen wir ein Bild von der ersten irdischen Gemeinschaft, nach der himmlischen geschaffen: diese Ehe ist sozusagen eine Mini-Gemeinde. Und Gottes Plan für diese erste ursprüngliche perfekte Gemeinde beginnt im Garten mit Adam und Eva. Mann und Frau leben in perfekter Harmonie und ergänzen sich in ihrer Unterschiedlichkeit, so wie Vater, Sohn und Heiliger Geist sich in ihrer Unterschiedlichkeit ergänzen, und sie sollten dadurch Gott widerspiegeln in seinem Wesen.
Der Mann ist in Gottes Ebenbild geschaffen, aber ebenso die Frau. Das heißt, sie sind unterschiedlich und führen uns verschiedene Aspekte von Gottes Wesen vor Augen. Gott ist weder Mann noch Frau, das können wir jetzt nicht so sagen, aber all unsere Eigenschaften, die weiblichen und die männlichen, stammen von Gott, sie kommen von ihm. Und es steht, dass die erste Frau eine Ezer Kenegdo ist, im Hebräischen. Ein bisschen dichter, okay, schwer. Okay, dann muss ich meinen Text hier auch rein machen.
Also eine Hilfe, passend für Adam. Ezer ist Hilfe, und Hilfe ist eigentlich gar kein negatives Wort. Gott selbst beschreibt sich manchmal in der Schrift als unsere Hilfe. Und Kenegdo ist das Wort für passend, dazugehörig, entsprechend, auf Augenhöhe. All diese Begriffe werden da einbezogen. Es sind wie zwei Puzzleteile, die aneinanderstehen und zusammenkommen und genau zueinander passen.
Und Mann und Frau spiegeln in ihrer Vielfalt und Einheit die Dreieinigkeit wider. Vater, Sohn und Heiliger Geist sind wirklich in ihrer Substanz und ihrem göttlichen Wesen genau gleich, aber in ihren Funktionen unterschiedlich. Und das sehen wir auch bei Mann und Frau. Beide sind vor Gott verantwortlich, beide haben Anteil an ihrer Mission, und das werden wir gleich sehen, beide haben eine Beziehung zu ihm. Also ist eine alleinstehende Frau genauso im Ebenbild Gottes geschaffen. Sie braucht keinen Mann, um eine direkte Beziehung zu Gott zu haben.
In den USA gibt es so eine Bewegung, eine patriarchale Bewegung, die sagt, dass eine Frau nur durch ihren Mann als ihren Priester eine Beziehung zu Gott haben kann, und das hat katastrophale Konsequenzen für Frauen. Aber wie sieht die Struktur dieser Gemeinschaft aus zwischen Mann und Frau? Das wollen wir uns gleich ansehen.
Und das Bild der Perfektion ist eines der Gemeinschaft, und diese perfekte Gemeinschaft ist Gott selbst, haben wir schon gesehen. Und Gott hat uns auch für Gemeinschaft geschaffen. Er hat uns eingeladen, Teil seiner Gemeinschaft zu sein, Teil der Gemeinschaft mit der Dreieinigkeit. Ist das nicht Wahnsinn, dieser Gedanke? Und Gemeinschaft ist Einheit trotz Unterschiedlichkeit. Und das macht Gemeinschaft so schön. Wenn alle gleich wären, worin würde die Schönheit bestehen?
Schon vor dem Sündenfall sehen wir eine Struktur in dieser Beziehung: Der Mann wird als Haupt gesehen. Interessanterweise ist er derjenige, der nach dem Sündenfall für beide zur Rechenschaft gezogen wird, obwohl Eva als Erste gesündigt hat. Und damit wird gesagt, dass Adam die Schlange hätte vertreiben müssen, hatte er aber nicht. Er hätte eigentlich ein geistlicher Schutz für seine Frau sein sollen, war er aber nicht. Und es gibt Ausleger, die sagen, es kann auch wohl sein, dass Adam daneben stand, als die Schlange kam und Eva angesprochen hat, und er hat nichts gemacht. Wir wissen es nicht, das ist reine Spekulation, aber es hätte auch so sein können.
Er ist auch derjenige, der die Schöpfung benennt, auch Eva, und das ist im Alten Testament ganz klar ein Zeichen für Autorität. Der Namensgeber ist immer derjenige, so wie Gott spricht und damit Autorität über das hat, worüber er spricht, genauso der Mensch. Adam wird als Erster geschaffen, und Paulus nennt diese Reihenfolge der Schöpfung als Grund für Adams geistliche Leiterschaft in 1. Timotheus 2,13-14.
Und wir sehen, dass hier Adams Sünde eigentlich eine der Passivität war. Er schützte Eva nicht vor der Lüge der Schlange, und Paulus korrigiert dies, indem er dem Mann die aktive Rolle des geistlichen Schutzes zuschreibt. Adam hatte auch eine repräsentative Rolle für die ganze Menschheit, und Paulus greift dies im Römerbrief wieder auf, denn Adam ist leider der Repräsentant einer sündhaften Menschheit. Jesus aber, der zweite Adam, ist ein Repräsentant der neuen Menschheit, der neugeborenen Menschheit.
Und die Frau unterstützt durch ihre Rolle als Hilfe für Adam ihn im gemeinsamen Mandat, das sie von Gott bekommen haben. Paulus schreibt, dass die Frau für den Mann geschaffen ist, in 1. Korinther 11. Ich lese es ganz kurz vor: Der Mann stammt nicht von der Frau, sondern die Frau vom Mann. Der Mann wurde auch nicht für die Frau geschaffen, sondern die Frau für den Mann. Und da sieht man diese Rolle als Hilfe, die der Frau zugeschrieben ist.
Und diese Struktur, die schon vor dem Sündenfall vorhanden war, war schön, und sie war gut. Und das müssen wir uns einfach einen Moment Zeit nehmen, um uns das zu vergegenwärtigen: Das war gut so. Ja, und Adam und Eva erfreuen sich aneinander, ihre Beziehung war klar, sie war durchsichtig, sie war verletzbar, sie war nackt und ohne Scham.
Und egalitäre Bibelexegeten behaupten, dass die Struktur oder manchmal nennt man die Hierarchie erst als Konsequenz des Sündenfalls in die Welt gekommen ist. Aber ich behaupte, und ich glaube, die Schrift behauptet auch, dass diese Struktur sogar vor dem Sündenfall vorhanden war und dass sie gut war, weil sie die Beziehung Gottes mit sich selbst widerspiegelt, und sie war schon gut. Die Dreieinigkeit ist eigentlich das Muster, das Muster für unsere Beziehung, und wir werden auch später sehen: das Muster für die Gemeinde und die Beziehungen, die in der Gemeinde stattfinden.
Dem Menschen wird eine Aufgabe von Gott gegeben. Ihre Gemeinschaft soll einem gemeinsamen Ziel dienen, nämlich dem Ziel für Gottes Schöpfung, und ich nenne es das Schöpfungsmandat. Ich weiß nicht, ob ich das erfunden habe oder nicht, ob Theologen davon reden oder nicht, ich nenne es einfach so: das Schöpfungsmandat. Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über alle Tiere, die auf dem Land sich regen.
Und das Mandat ist an beide gerichtet, nicht nur an Adam. Sie sollen Mini-Ebenbilder Gottes schaffen. So wie Gott ein Bild von sich selbst in Adam und Eva geschaffen hat, sollen Adam und Eva nun Bilder von sich selbst schaffen, Mini-Ebenbilder Gottes schaffen, und das erfordert meistens den Einsatz von beiden. Auch diese Kinder sollen ausgehen und die Herrschaft Gottes in der Welt austragen, indem sie sich um die Schöpfung kümmern, sie unter die Herrschaft Gottes bringen, sie zügeln und verwalten.
Aber dann kam leider der Sündenfall, der Zerbruch. Die perfekte Gemeinschaft, diese Struktur und sogar das Mandat sind verdreht. Die Beziehung von Mensch zu Gott ist zerstört, die Beziehung von Mann zur Frau ist verzerrt, und die Beziehung von Menschen zur Schöpfung ist zerbrochen. Scheinbar gibt es auch im Fluch schon ansatzweise Hinweise darauf, wo die Hauptunterschiede zwischen Mann und Frau liegen. Der Mann wird im Bereich seiner Arbeit schmerzhafte Konsequenzen tragen, die Frau aber im Kindergebären. Diese beiden Bereiche, Arbeiten und Kindergebären, waren die Hauptteile des Schöpfungsmandates: Seid fruchtbar, vermehrt euch, also Kinder bekommen; bevölkert die Erde und unterwerft sie euch, herrscht sie. Das war das Arbeiten, damit man Ordnung aus dem Chaos hervorbringt. Und jeder kann weiter daran teilnehmen, aber es wird mit Schmerz verbunden sein.
Auch die harmonische Beziehung zwischen den Geschlechtern wird nicht mehr so einfach sein. Zur Frau sprach er: Viel Mühe bereite ich dir, so oft du schwanger wirst, unter Schmerzen gebierst du Kinder. Du hast Verlangen nach deinem Mann, er aber wird über dich herrschen. Und da sieht man, wie die schöne Struktur auf den Kopf gestellt ist. Zu Adam sprach er: Weil du auf deine Frau gehört und von dem Baum gegessen hast, von dem zu essen ich dir verboten hatte, so ist verflucht der Ackerboden deinetwegen. Unter Mühe sollst du von ihm essen alle Tage deines Lebens. 1. Mose 3,16-17.
Aber die wunderbare Aussage des Evangeliums kommt genau in diesem zerbrochenen Kontext: Der Same der Frau wird die Schlange überwinden. Gott sagt: Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. Es ist das Versprechen des kommenden Retters, und ich überspringe ganz viel Heilsgeschichte, die Geschichte des Volkes Israels und wie sie Gott ständig verlassen, wie Gott ständig treu zu ihnen war und ständig seine Gnade ihnen angeboten hat.
Und ich komme zum Anfang des Neuen Testamentes: Der Heilige Geist überschattet Maria, und sie wird schwanger, wie bei der ersten Schöpfung. Der Heilige Geist schafft Leben. Jesus kommt als Baby, wird aber durch eine Frau geboren. Die Frau ist im Heilsplan Gottes unentbehrlich. Sogar der Sohn Gottes unterwirft sich seinem eigenen Schöpfungsmandat, er wird Mensch. Und Paulus sagt: Doch im Herrn gibt es weder die Frau ohne den Mann, noch den Mann ohne die Frau. Denn wie die Frau vom Mann stammt, so kommt der Mann durch die Frau zur Welt, alles aber stammt von Gott.
Durch ihn bricht das Reich Gottes ein. Durch seinen Tod am Kreuz tötet Jesus die Feindschaft selbst, also die Feindschaft zwischen Menschen und Satan, auch die zwischen Mann und Frau, und sein Reich bricht in noch weiteren Ausmaßen ein. Und Jesus beauftragt seine Gemeinde mit einem neuen Mandat, dem Mandat der neuen Schöpfung. Und willkommen wieder zu Frau, ich verspreche es, aber es ist wichtig, das alles zu verstehen.
Wir wollen uns nun die zweite irdische Gemeinschaft anschauen, nämlich die Gemeinde, die Braut Christi, und sie hat auch einen Auftrag zu erfüllen: ein Neuschöpfungsmandat. Und wir nennen das den Missionsbefehl. Ich lese ihn ganz kurz vor: Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben. Seht ihr die Parallele zur ersten Schöpfung, Himmel und Erde? Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern. Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss, ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.
Das ist das neue Mandat für die neue Schöpfung. Der Missionsbefehl geht in die ganze Erde. Und das ist jetzt nicht nur ein Befehl von leiblicher Reproduktion, leiblichen Kindern, sondern das hat damit zu tun, geistliche Nachkommen für Gott zu gewinnen. Der Auftrag der Gemeinde ist noch größer, noch allumfassender als das erste Mandat. Der neue Bund wird den Nationen geöffnet, nicht nur dem Volk Israel. Und es kann in diesem Kontext nicht sein, dass der neue Bund für Frauen noch schlechter wird.
Und was ist das Wesen dieser Gemeinde, dieser Gemeinschaft? Die Gemeinde besteht nun aus noch mehr Vielfalt als davor. Sie spiegelt Gott auf noch breiterer Basis wider. Es ist die Schönheit der Vielfalt, die durch Gottes Geist ermöglicht wird. Vor Gott gibt es weder Juden noch Griechen, Sklaven noch Freie, Mann noch Frau. Heiden sind nun auch Miterben des Segens. Paulus schreibt, dass nämlich die Heiden Miterben sind, zu demselben Leib gehören und an derselben Verheißung in Christus teilhaben durch das Evangelium.
Die Verheißung in Joel wird erfüllt, denn der Heilige Geist kommt. Und da steht: Danach aber wird es geschehen, dass ich meinen Geist ausgieße über alles Fleisch. Eure Söhne und Töchter werden Propheten sein, eure alten Männer werden Träume haben und eure jungen Männer Visionen. Auch über Knechte und Mägde werde ich meinen Geist ausgießen in jenen Tagen. Der Heilige Geist, der die Schöpfungskraft am Anfang war, ist die Kraft, die sich hinter der neuen Schöpfung verbirgt. Das Kommen des Heiligen Geistes macht alle Menschen zu neuen Kreaturen und zu Zeugen des Evangeliums.
Nicht nur das: Mann und Frau sind auch Miterben. Ebenso sollt ihr Männer im Umgang mit euren Frauen rücksichtsvoll sein, denn sie sind der schwächere Teil, ehrt sie, denn auch sie sind Erben der Gnade des Lebens. Und das war wirklich radikal, muss man sagen, denn in der antiken Welt konnten Frauen nicht erben. Und hier wird gesagt, dass Frauen auch Erben der Gnade sind.
Aber wie sieht die Struktur dieser Gemeinschaft aus? Ich möchte behaupten, dass die Struktur in dieser Gemeinschaft parallel zur Ehe ist. Das heißt, diese Komplementarität, diese Struktur, ist auch in der Gemeinde zu finden. Wir sind ein Leib mit verschiedenen Gliedern, also unterschiedlich. Die Ältesten der Gemeinde sind die Hirten, die Unterhäupter unter Jesus, und es gibt Anweisungen im Neuen Testament, wer Ältester sein soll. Ich werde es nicht lesen, weil das ein bisschen lang ist. Ein paar Sachen möchte ich herauspicken: Es muss ein Mann ohne Tadel sein, Mann einer Frau, also da muss man sagen, es ist ziemlich klar, dass es ein Mann, ein männliches Wesen, ist, fähig zu lehren, nüchtern, ein guter Familienvater usw. Diese Liste findet ihr in 1. Timotheus 3,1-7. Es gibt auch andere Verse, die dies beschreiben. Anscheinend ist diese Funktion mindestens für Männer reserviert.
Warum? Ich meine, dass die Gemeinde dem Muster der ursprünglichen Mini-Gemeinde, nämlich der Ehe, folgt. Der Mann ist das Haupt in der Ehe, und die Ältesten sind unter Christus die eingesetzten Häupter der Gemeinde. Ich lese in Apostelgeschichte 20: Gebt Acht auf euch und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist zu Bischöfen bestellt hat, damit ihr als Hirten für die Kirche Gottes sorgt, die er sich durch das Blut seines eigenen Sohnes erworben hat.
Also ist diese Berufung, Hirte zu sein, eine ganz wichtige, die den Männern in der Gemeinde oder bestimmten Männern der Gemeinde gegeben wird. Der Auftrag der Gemeinde aber, dieser Missionsbefehl, ist weiterhin allen gegeben. Wir arbeiten alle an diesem riesigen göttlichen Projekt, und wir brauchen alle Mann und Frau an Deck. Und es ist ein Vorrecht, mit Gott mitarbeiten zu dürfen. Und in dem neuen Bund, in dieser Gemeinde, haben wir Männer und Frauen, die gemeinsam diesen Auftrag erfüllen sollen. Sie sind Miterben und Mitarbeiter Gottes.
Und eines Tages wird dieser Auftrag erfüllt sein, und unsere Gemeinschaft miteinander und mit Gott wird wieder perfekt sein. Wir bewegen uns gemeinsam Richtung Himmel, und ich möchte nur ganz kurz einen kleinen Einblick geben, wie diese Gemeinschaft aussehen wird, die perfekte himmlische Gemeinschaft. Diese Zeit wird mit dem Hochzeitsmahl des Lammes feierlich eingeweiht, wo Menschen aus jedem Land, jeder Sprache, zusammen am selben Tisch sitzen werden. Und wir sehen darin, dass das Beziehungsmuster der Dreieinigkeit, der Ehe und der Gemeinde auch in der Ewigkeit fortgeführt wird. Gottes Muster werden nie ganz aufgehoben. Sie werden zwar erfüllt und mit Bedeutung gefüllt, aber sie bleiben. Es ist die Vollendung dieser Beziehung.
Dann wird erst die Ehe als menschliche Beziehung oder als Bild wegfallen, aber die geistliche Realität, die dahinter steht, wird für uns noch echter. Wir werden die Ehe als Bild nicht mehr brauchen, die himmlische Gemeinschaft umfasst die ganze erlöste Menschheit. Und die Schöpfung wird auch wiederhergestellt werden. Das Bild der Offenbarung ist das einer Gartenstadt, sagt Tim Keller. Also die Stadt, das ursprüngliche Paradies, wird weit übertroffen sein. Die Stadt zeigt, dass unsere Arbeit als Menschen vollendet sein wird, sie wird aufgebaut sein. Es ist nicht die Wiederherstellung des Paradieses, nein, es ist viel mehr. Das ursprüngliche Schöpfungsmandat wird erfüllt sein, und wir werden eine Ewigkeit haben, um den neuen Himmel und die neue Erde zu genießen. Wir werden sie ohne Mühe, ohne Schmerz, ohne Trauer genießen, denn Gott wird alles Böse verbannen, alles Gebrochene geheilt haben, alle Sünde für immer weggewaschen haben, alle Tränen für immer abgewischt haben.
Was diese biblischen Muster für die Gegenwart bedeuten
Aber was heißt das für hier und jetzt? Ich möchte konkreter werden. Ist es nicht viel zu abstrakt? Was heißt es konkret für Frauen im 21. Jahrhundert in einer deutschen Gemeinde? Wie können sich Frauen einbringen? Und ich möchte eine Rolle beschreiben, die eine unterstützende und helfende Rolle ist.
Wie wir gesehen haben, hat Gott schon mehrere Muster vorgegeben, wie Ehe und Gemeinde am besten funktionieren, alles nach dem Muster der Dreieinigkeit. Die Ehe, die nach dem Muster der Dreieinigkeit geschaffen ist, ist für mich ein sehr gutes Bild dafür, auf welche Art Frauen sich ähnlich in eine Gemeinde einbringen und mit unterstützen können. So wie Eva Adam im ursprünglichen Schöpfungsmandat unterstützen sollte, können Frauen den Ältesten helfen, ihre Aufgabe als Haupt unter Jesus durchzuführen und zu erfüllen.
Und welche ist die Aufgabe der Gemeinde? Wir haben schon das Neuschöpfungsmandat gesehen, also diesen Missionsbefehl. Er ist der ganzen Gemeinde gegeben. Natürlich kann nicht jeder Christ an jedem Teil dieses Auftrags teilhaben, aber jeder ist damit beauftragt. Die Gemeinde als Ganzes ist damit beauftragt. Und aus Gottes Perspektive waren Frauen schon immer unentbehrliche Protagonistinnen im Heilsplan Gottes, nicht nur im ursprünglichen Schöpfungsmandat, sondern auch im Neuen Bund. Frauen spielen eine wichtige Rolle im neuen Mandat für die Wiederherstellung der Schöpfung durch das Evangelium. Und das gibt mir Bedeutung und Freude an meiner Berufung. Das ist nicht etwas, was second class ist. Nein, das gehört im Kern dazu, was Gott mit seinem Evangelium auf dieser Erde machen möchte.
Und was heißt es noch konkreter, werdet ihr fragen. Ich möchte mir die verschiedenen Elemente des Missionsmandats anschauen, und dann werden wir ein bisschen sehen, was es für uns heißt. Also: Darum geht es zu allen Völkern, das ist der erste Teil, das ist Mission. Das umfasst Auslandsmissionen, natürlich geht in alle Welt, aber auch Inlandsmissionen, Evangelisation, Zeugnis abgeben. Das bedeutet, Nichtchristen von Jesus zu erzählen, und diese Aufgabe ist allen Christen gegeben. Darum geht hin zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern, tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, lehrt sie alles zu befolgen, was ich euch geboten habe, und seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.
Frauen waren ganz klar im Neuen Testament in diesem Bereich sehr aktiv. Die Samariterin ist zum Beispiel vielleicht eines der ersten Bilder, die wir als Missionarinnen haben: Die Samariterin, die Jesus am Brunnen anspricht, wird von Jesus verwandelt, und sie geht sofort zurück in ihr Dorf und erzählt allen von diesem Jesus, der ihr alles gesagt hat, was sie jemals getan hat. Sie bezeugt von Jesus. Und die Frauen sind die Ersten, die die Auferstehung bezeugen, Maria als Erste. Und das ist auch wahnsinnig, weil damals in der griechischen Welt und in der jüdischen Welt Frauen im Gericht nicht Zeugnis abgeben konnten. Das Zeugnis einer Frau war unglaubwürdig, und Jesus gibt den Frauen das Privileg, das allergrößte historische Ereignis zu bezeugen, nämlich die Auferstehung.
Also man sieht Frauen in der Evangelisation tätig, man sieht sie in der Gemeindegründung tätig, Römer 16,3, Philipper 4,2-3. Dann haben wir auch Jüngerschaft: Macht alle Menschen zu meinen Jüngern. Und die Frage ist: Wie hat Jesus Menschen zu Jüngern gemacht? Wir können auch gerne antworten. Habt ihr Ideen, was hat er gemacht? Ja, das Wort. Und? Mitgenommen, okay, es wird praktischer? Vorgelebt? Ja, also ich würde es auch so bezeichnen: Wort und Tat. Er hat sein Wort verkündet, hat aber auch geheilt, geholfen, unterstützt, also was wir vielleicht als Diakonie beschreiben würden. Also Menschen mit Wort, aber auch mit Tat, mit Hilfen. Er hat das Himmelreich gepredigt, und er hat auch die physischen Bedürfnisse der Leute befriedigt. Und so sollen wir auch Jünger machen, und das sind auch wir Frauen, genau das.
Ich lese in 1. Petrus 4: Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat. Wer redet, der rede mit den Worten, die Gott ihm gibt. Wer dient, der diene aus der Kraft, die Gott verleiht. Da sehen wir: Es gibt zwei Arten von Begabungen, Begabungen des Redens, von Worten, aber auch des Dienens, des Tuns. Und wo wir begabt sind, da sollten wir uns auch einbringen. Paulus hat in der Apostelgeschichte immer zwei Arten von Leitern angesetzt: Älteste und Diakone. Das ist wie ein Spiegel, genau das, was Jesus getan hat: Wort und Tat. Sie haben diesen Dienst übernommen.
Frauen waren in beiden Bereichen immer tätig, im Neuen Testament, im Bereich Wort. Und wir reden immer noch von Jüngerschaft. Wir haben zum Beispiel Priscilla und Aquila, die mit Paulus Jüngerschaft gemacht haben. Sie haben ihn zur Seite genommen und ihm noch mehr erklärt, wer er war, was er getan hat. Und Frauen haben auch auf jeden Fall jüngere Frauen gelehrt. In der Tat haben die Frauen mit der Witwenausteilung ganz praktisch geholfen, das sieht man im Neuen Testament, in der Apostelgeschichte. Frauen waren immer mit diakonischer Hilfe engagiert, so sehr, dass es bis zum vierten Jahrhundert eine Beschreibung von Diakoninnen in der Kirchengeschichte gab. Und es gibt verschiedene Auffassungen, was das genau hieß, ob das wirklich ordinierte Diakoninnen waren, das ist sehr umstritten, aber sie haben auf jeden Fall in diesem Bereich gewirkt, geholfen. Genau, das ist sehr unbestritten.
Also Frauen haben Jüngerschaft auf sehr unterschiedlichen Ebenen gemacht. Apostelgeschichte 18, Titus 2, 2. Timotheus 1.
Dann kommt Sakramente: Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Ich rede zuerst von Lehre, es ist kein Sakrament, aber das gehört irgendwie dazu. Der offizielle Lehrteil scheint allgemein den Ältesten überlassen zu werden, weil das zu den Qualifikationen der Ältesten gehört, fähig zu lehren zu sein. Es muss ein Mann sein, der sich an das wahre Wort der Lehre hält, dann kann er mit der gesunden Lehre Gemeindemaßnahmen und Gegner widerlegen. Titus 1,9. Oder 1. Timotheus 3,2: Deshalb soll der Bischof ein Mann ohne Tadel sein, der nur einmal verheiratet, nüchtern, besonnen, von würdiger Haltung, gastfreundlich, fähig zu lehren ist. Also dieser offizielle Lehrteil gehört den Ältesten. Aber explizit werden Frauen auf jeden Fall aufgefordert, Frauen und Kinder zu lehren. Ebenso seien die älteren Frauen würdevoll in ihrem Verhalten, nicht verleumderisch und nicht trunksüchtig. Sie müssen fähig sein, das Gute zu lehren, damit sie die jüngeren Frauen dazu anhalten können, ihre Männer und Kinder zu lieben.
Also es gibt schon informelle Situationen in der Schrift, wo es ganz klar ist, dass Frauen gelehrt haben, zum Beispiel im Fall von Priscilla und Aquila. Er begann offen in der Synagoge zu sprechen. Priscilla und Aquila hörten ihn, nahmen ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes noch genauer dar.
Dann haben wir die Taufe. Ich würde da sagen: In der Taufe haben wir nicht nur Verkündigung, sondern auch eine gewisse sakramentale Autorität. Und wir sehen in der Schrift keine Frau predigen und keine Frau taufen, interessanterweise. Also ich habe kein Beispiel dafür gefunden, dass eine Frau jemanden getauft hat. In Ephesus legten die Ältesten die Hände auf, das war auch immer ein Zeichen von Segen, was nur die Ältesten gemacht haben. Und man sieht auch, dass die Apostel und die Überseher in der Apostelgeschichte die Menschen waren, die getauft haben. Aber das heißt nicht, dass die Frauen im Gemeindeleben unsichtbar waren. Im Gegenteil.
Und jetzt reden wir ein bisschen vom öffentlichen Gemeindeleben. Und ich möchte ein bisschen vom Alten Testament, aber dann auch in das Neue Testament hinein, sehen, was alles Frauen gemacht haben. Also wir haben im Alten Testament Prophetinnen, Anbetungsleiterinnen, 2. Mose 38, 8. Samuel 2, 22, Liedschreiberinnen und Vorführerinnen. Miriam hat ein Lied geschrieben, das wurde sogar in die Schrift aufgenommen. Marias Lied genauso im Neuen Testament. Wir haben eine Richterin, sie ist aber keine Priesterin. Das bestätigt, dass dieser Lehrteil irgendwie schon im Alten Testament nur für die Priester gedacht war. Aber wir hatten Richterinnen, die Weisheit gegeben haben.
Im Neuen Testament haben wir zusätzlich Frauen, die öffentlich beten, 1. Korinther 11,5. Und interessanterweise: Im Alten Testament waren die Männer und Frauen getrennt in der Versammlung, sie kamen nicht zusammen. Im Neuen Testament sind sie zusammen, und die Frauen beten laut. Also ist es schon ein Stück weit weitergegangen. Wir haben Frauen, die prophezeien, Lukas 2,36, Apostelgeschichte 16, Apostelgeschichte 21, Hannah, die im Tempel dient, Maria habe ich schon erwähnt. Aber was nicht vorkommt, sind Priesterinnen im Alten Testament, Hirtinnen oder Überseherinnen im Neuen Testament.
Aber ich denke, wir müssen also das Lehrverbot und Schweigeverbot von Paulus im Kontext der ganzen Schrift sehen. Wir können dieses Lehrverbot nicht völlig ignorieren, wie viele liberale Theologen es machen. Es muss mindestens für einen Kontext gültig sein, sonst hätte er es nicht geschrieben. Paulus war ganz klar, dass mindestens ein Kontext dabei gedacht war. Und ich verstehe es wirklich im Kontext der öffentlichen, autoritativen Auslegung der Schrift als Lehre für die ganze Gemeinde, was heute der Predigt am nächsten kommt. Diese Lehrbegabung, kombiniert mit Autorität, wird als Aufgabe der Ältesten beschrieben.
Aber wir wollen noch praktischer werden. Was ist unsere Einstellung als Frauen? Ich glaube, unsere Einstellung muss stimmen. Wir kommen nicht als Eroberinnen. Das habe ich nicht oft, aber ein paarmal erlebt, dass eine Frau kommt und sagt: Aber ich, aber ich, und sich nach vorne drängelt. Und es ist schwierig, weil man manchmal in zwei Welten lebt: die Welt der Arbeit, wo Frauen nach vorne geschubst werden und sagen: Mach mal, mach mal, oder eine sehr konservative Gemeinde, wo man nicht weiß: Darf ich überhaupt etwas sagen? Und man ist da ein bisschen zwiegespalten. Aber ich glaube, die Einstellung muss stimmen. Wir kommen nicht als Eroberinnen, sondern als Dienerinnen. Vor allem in dieser feministisch geprägten Gesellschaft. Eine fordernde Haltung bringt nicht weiter.
Und ich glaube an dieses Prinzip, dass, wenn wir in kleinen Dingen treu sind, Gott uns mehr anvertrauen wird. Wir sollen eine Bereitschaft haben, zu unterstützen. Und wenn jemand zu mir kommt und sagt: Ich weiß nicht, wie ich mich einbringen sollte, dann sage ich: Hast du gefragt? Hast du deine Ältesten gefragt, was sie brauchen, wie du sie unterstützen kannst, was für Unterstützung sie haben wollen? Die Ältesten wollen die Unterstützung ihrer Frauen haben. Und eigentlich ist das jetzt kein Vortrag für Älteste, aber wenn ich informell mit Ältesten sitzen würde, würde ich denen sagen: Eigentlich ist das die Verantwortung der Ältesten der Gemeinde, der Hirten der Gemeinde, die ihre Schafe so gut kennen sollten, dass sie die Begabungen ihrer Frauen, aber auch ihrer Männer so gut kennen, dass sie diese Begabungen der Frauen sehen, ermutigen und zum Einsatz bringen.
Und wenn einer Frau nachgegangen wird, muss sie sich nicht nach vorne drängen. Wenn sie gefragt wird: Was sind deine Begabungen, was möchtest du machen?, dann wird sie nicht um Aufmerksamkeit betteln müssen. Die Ältesten sollen eine visionsfähige Gemeinde haben und entwickeln, wo die Begabungen von jedem, von jeder Frau, von jedem Mann zum Vorschein kommen.
Und ein letzter Gedanke, der für mich ein bisschen neu ist oder über den ich viel mehr lesen möchte, ist, dass wir ein himmlisches Beispiel haben, ein Vorbild für uns Frauen, nämlich den Heiligen Geist. Diese Idee fasziniert mich mehr und mehr, und ich würde so gern mehr Zeit darin investieren. Es wird hier nicht erläutert oder vielleicht falsch ausgelegt, weil das in der kirchlichen Geschichte von den gnostischen Texten ganz falsch interpretiert wurde. Sie haben gesagt: Es gibt Gottvater, Gottsohn und Gottheiligen Geist, und damit der Sohn irgendwie erzeugt wurde, musste der Heilige Geist doch eine Frau sein. Also das ist überhaupt nicht, was ich damit meine, sondern dass wir am Beispiel des Heiligen Geistes lernen können, was es heißt, eine Hilfe zu sein. Denn Sinclair Ferguson beschreibt den Heiligen Geist als den himmlischen Helfer. Er ist derjenige, der die Hilfe überhaupt ist, und wir werden als Frauen als Helferinnen bezeichnet. Also können wir gute Inspiration und Ideen daraus nehmen: Wie hilft der Heilige Geist, was macht er?
Wir sind im Ebenbild des dreieinigen Gottes geschaffen, und wir werden das Wesen des Heiligen Geistes auch widerspiegeln. Und deshalb finde ich das interessant. Väter können sich sehr gut Gottvater anschauen, um zu lernen: Wie kann ich ein guter Vater sein? Ehemänner können sich Jesus anschauen und sagen: Wie hat er die Gemeinde geliebt, wie hat er sich aufgeopfert für seine Gemeinde? Und das gibt ihnen Ideen, wie sie ihre Frau lieben können. Und ich möchte vorschlagen, dass wir uns die Rolle des Heiligen Geistes anschauen können, wie wir uns als Helferinnen engagieren können.
Was macht der Heilige Geist? Er bringt Ordnung aus dem Chaos, Sprüche 1. Das können wir zu Hause machen, aber auch in einer Gemeinde. Wenn Frauen nach Ordnung streben, nach Frieden streben, hilft das der ganzen Gemeinde. Der Heilige Geist bringt Trost, er bringt Ermutigung, er deckt Sünde auf, er bringt der Schöpfung physisches Leben, aber auch neues geistliches Leben. Wir können so zu geistlichen Hebammen sein und Menschen in ihrem Prozess, Christ zu werden, helfen. Er ist der Begleiter, er ist der Freund, er ist der Verteidiger und Fürsprecher der Schwachen. Er bringt einen Geist der Weisheit in Situationen hinein, er selbst ist die Weisheit. In Sprüche 3 lesen wir daher: hat die Erde mit Weisheit gegründet und mit Einsicht den Himmel befestigt. Sprüche 8. Die Weisheit wird personifiziert, und es ist keine Überraschung, das interessiert mich sehr: Die Weisheit ist personifiziert als Frau, und daran können wir uns wirklich gut richten.
Natürlich können wir nicht der Heilige Geist sein, das ist immer meine Versuchung in meiner Beziehung, ja, ich möchte es zu Recht gegen, das können wir nicht sein. Aber wir können in ähnlicher Weise wirken wie er. Wir können dienen. Der Heilige Geist will keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen, sondern will den Namen Jesu hoch erheben. Er will die Gemeinde in Einheit auferbauen, er will einzelne Gläubige ermutigen. Und das ist einfach etwas, worüber ihr nachdenken könnt. Ich habe in Vorbereitung für dieses Seminar eine Bibelstudie von Sinclair Ferguson über den Heiligen Geist gelesen, das sind kapitelweise Verse über den Heiligen Geist, und ich sagte: Wow, das muss ich unbedingt nachher machen und mir anschauen in Hinsicht auf meine Rolle als Frau, wie mir das weiterhelfen könnte.
So, das war es von mir. Und jetzt möchte ich gern, dass wir uns ein bisschen Zeit nehmen für Brainstorming, für Fragen, dass wir kreativ werden und uns gemeinsam überlegen: Wie können wir Frauen uns in unseren Gemeinden komplementär einbringen? Wie können wir dienen in einer Art und Weise, die Gott gefällt, die schriftgemäß ist? Und dafür brauche ich eure Hilfe, weil ich bin ja keine Expertin in diesem Thema. Wir brauchen einander. Und jetzt würde ich einfach sagen: Ruft laut, was für Ideen habt ihr, was hat bei euch schon gut geklappt, vielleicht habt ihr etwas Kreatives schon ausprobiert, teilt es einfach mit.
Die Frage, wie weit aktuell ist: Dürfen Frauen in der Jugendarbeit leiten oder Themen machen, weil die Jungs ab 18 Jahren Männer sind?
Okay, die Frage war: Können Frauen Jugendarbeit leiten, Themen geben, wenn die Jungs schon über 18 sind? Sind sie schon Männer? Ideen? Also ich bin nicht die Einzige, die hier Weisheit in diesem Thema hat. Was denkt ihr? Vielleicht kommt es auf den Kontext an. Ich finde, es ist immer eine Frage des Kontextes. Wenn ich einen 18-jährigen Jungen sehe, der so alt ist wie mein eigener Sohn, und ihn zur Seite nehme und ihm etwas über die Bibel erkläre oder Jüngerschaft mit ihm mache, denke ich, dass das das Gesündeste der Welt ist. Das ist das Allernormalste der Welt. Das macht man in einer Familie, und die Gemeinde ist Familie. Und es gibt einfach einen Kontext, wo das ganz normal ist, dass man sich austauscht, dass man über geistliche Dinge redet. Die Frage wäre: Ist das eine Predigt, was da gehalten wird? Man müsste die Situation vielleicht genauer sehen. Also wenn es halt offizieller Anlass ist, für den Jugendabend zum Beispiel, ist es nicht echt schwer. Aber es gibt ja eine gewisse, also in der Schrift auch so eine gewisse, also so Mutter sein, Vater sein von anderen Personen in der Gemeinde, was ganz natürlich sein sollte, ja, und ich weiß nicht. Also das ist eine gute Frage, und das müsste natürlich mit den Ältesten der Gemeinde besprochen werden, mit allen, die beteiligt sind. Und ich kann jetzt nicht sagen Ja oder Nein, das ist ja für jede Gemeinde. Sie müssen sich entscheiden, was Jüngerschaft ist, was eine Situation ist, wo ganz klar von vorne mit Autorität Gottes Wort gepredigt wird. Und gibt es da Unterschiede? Und ich würde sagen: Ja, es gibt ja schon Unterschiede.
Wir machen nichts. Ich war in Hannover und hatte ein Problem mit Drehmehr. Es hat mir gesagt, dass ich in diese Kirche kommen muss, um jemanden zu finden, der dann mit mir spricht. Ja, habt ihr alle gehört, was sie gesagt hat? Sie wollte Rat bekommen von Pastoren, also drei Pastoren, sie waren aber nicht da, und ein junger Mann hat gesagt: Ich kann dir helfen. Am Anfang meint sie, er sei zu jung, er kann mir nicht helfen, und dann haben sie sich zusammengesetzt und geredet, und er hat ihr tatsächlich sehr geholfen. Und sie meint, die geistliche Reife hat nicht unbedingt mit dem Alter zu tun, dass dieser ganz junge Mann ihr sehr viel geholfen hat. Das ist ein guter Punkt. Manchmal hat geistliche Reife ja gar nichts mit dem physischen Alter zu tun.
Sind wir eigentlich, also wenn jemand zum Beispiel den Hauskreis leitet, ist es auch nicht eine Art Autorität, wenn man die Bibel aufschlägt und das auch lehrt, zum Beispiel, oder wenn ich mit meiner nichtchristlichen Freundin zusammensitze und ...
Ich würde dazu sagen: Ja, Bibellehren hat allgemein nicht Autorität. Und ich würde sagen, in einem gewissen Sinn ja, weil Gottes Wort die Autorität ist. Nicht in dir liegt die Autorität, sondern in Gottes Wort liegt die Autorität. Aber ich komme immer wieder zu dieser Frage des Kontexts. Es ist klar, zum Beispiel von Priscilla und Aquila, dass sie sich zusammengesetzt haben mit Paulus und sicherlich aus der Schrift gemeinsam die Schrift angeschaut haben und Paulus da weitergeholfen haben. Das war der Kontext, also auch Jüngerschaft, wo sie zusammensaßen.
Was ist autoritative Lehre, fragst du eigentlich? Also ich persönlich verknüpfe das mit dem Amt der Ältestenschaft. Für mich persönlich, ich glaube, andere interpretieren das vielleicht anders, aber für mich muss ich irgendwo diesen Kontext klar machen, wo dies passiert, und bei uns, also typischerweise in unseren deutschen Gemeinden, amerikanischen Gemeinden, wo die autoritative Lehre verkündigt wird, das ist meistens im Gottesdienst in der Predigt. Also vielleicht ist das von Kultur zu Kultur auch unterschiedlich, dass das Format in anderen Kulturen nicht dasselbe ist. Da muss man sich wieder fragen: Okay, wie wird das gesehen von anders, was ist die offizielle Lehre der Gemeinde, wer vertritt die, und so.
Bei uns hat man auch die Frage, weil unsere Hauskreise auch so strukturiert waren, dass man eigentlich mehr ein Gesprächsleiter war im Hauskreis. Also man hatte nicht unbedingt eine halbe Stunde als Lehrteil, wo einer davor stand und gepredigt hat, sondern man ist der Reihe nach umgegangen und hat ein Thema, also jeder hatte ein Buch und hat dieselben Fragen vorbereitet, und so war das eher so ein Gespräch, wie sagt man, facilitaten, so ein Gespräch leiten oder ermöglichen. Und das sehe ich auch ein bisschen anders als da vorne stehen und sagen: Das sagt Gottes Wort, zack, zack, zack, zack, zack. Sondern wir überlegen uns gemeinsam, und das gab es schon immer und das wird es immer geben: Wir sitzen zusammen und überlegen uns gemeinsam, was Gottes Wort sagt. Natürlich sind wir alle daran beteiligt, das ist nicht Männersache. Gott möchte, dass wir uns mit Wahrheit auseinandersetzen und darüber reden und uns auferbauen und gegenseitig auferbauen.
Andere Ideen? Werden ihr kreativ, also Frauendienste, die irgendwie ganz gut ankommen, ja.
Ja, also ich muss jetzt so beim Zuhören daran denken, dass wir auch eine ganz wichtige Aufgabe darin haben, unsere Männer in der Weise zu unterstützen, dass wir ihnen nicht vorankreschen, dass wir ihnen Raum und Zeit einfach geben, auch ankommen zu können, weil wir als Frauen oft eher so Initiativen haben, vielleicht schon noch eine Idee haben und ein bisschen einlegen, wo es hingeht, weiß ich nicht. Vielleicht ist es nur du. Dass ihn nicht vorwegzunehmen. Ja, ja.
Aber saßt ihr manchmal nicht in Frauenversammlungen, wo ihr dachtet: Ach Mensch, ich möchte gar nicht hier sein? Hattet ihr das schon mal? Also ich persönlich habe manche Frauenveranstaltungen, Frauendienste, schrecklich gefunden. Wieso ist das so? Manchmal denken wir, wir Frauen können uns nicht mit Theologie beschäftigen oder diese Ideen besprechen, es muss immer etwas wie Basteln sein oder so etwas. Aber es ist manchmal so, und ich glaube, da können wir auch Dinge ändern, dass unsere Frauen wirklich geistlich reif werden.
Wir hatten ganz viele Frauen mit Kleinkindern, und ich glaube, das ist auch eine super Phase, wo man über geistliche Dinge reden kann. Aber ich habe auch gesehen, wie Frauen, die keine Kinder hatten zum Beispiel, oder ältere Frauen, deren Kinder schon aus dem Haus waren, oder ledige Frauen, die voll gearbeitet haben, in diesen Frauendienst gar nicht reinkamen. Ja, die wurden ja gar nicht angesprochen, weil es sich manchmal so sehr nur um die Kindererziehung drehte, dass man da einige Frauen verloren hat. Und das ist etwas, wo wir uns als Gemeinde Gedanken machen: Wie können wir alle Frauen mit einbeziehen, was können wir für alle anbieten, nicht nur Kaffee trinken und über Windelwechseln reden, aber wie kann man Bedürfnisse aller Frauen gerecht werden und das in einer Zeit anbieten, wo auch zum Beispiel Frauen, die arbeiten, noch kommen können?
Was fremd ist, aber das sind wenigstens da, wo wir sind, da kommen alle christlichen Frauen aus überhaupt allen Kirchen und Gemeinden zusammen und hören einen Vortrag, dass das Leben irgendwie ist, meistens eine hohe Beziehung zum Evangelium. Und da haben wir entschieden, dass wir mit den Frauen in unserer Gemeinde zusammenkommen wollten, und das am Samstagvormittag, wo auch die Frauen arbeiten kommen können, wo die Frauen mit Kindern meistens die Männer zu Rassen bringen. Und dann bringen wir eher theologische Themen oder zum Beispiel was sagt die Liebe über Frauen, aber ich habe nur oder weniger den festen Teil hier gemacht an all diesen Sachen. Schön! Das hat wirklich etwas gemacht. Die Frauen freuen sich über die Gemeinschaft miteinander, denn sonst kommen die Frauen bei uns nie alle zusammen und auch über die Jungen. Das ist gut, wenn man irgendein Event haben kann, wo wirklich alle angesprochen sind.
Wir hatten neulich aus unserer Missionsgesellschaft eine Freizeit. Wir hatten uns überlegt, wen können wir als Rednerin einladen, und hatten eine ausgesucht, und sie hat uns schon ihre Unterlagen geschickt, damit wir ein bisschen sehen, was sie da bringt, und haben festgestellt, dass das meiste, worüber sie geredet hat, mit Kinderkriegen zu tun hatte und was vielleicht für eine Mehrheit der Frauen in einer Gemeinde super ist und stimmt. Wir hätten aber festgestellt, dass ein Drittel von unseren Frauen in Europa, außer unserer Missionsgesellschaft, ledig waren, alleinstehend waren, und haben gesagt: Okay, es ist oft so, dass Frauen, die alleinstehend sind, sich völlig außen vor fühlen, weil natürlich eine der Hauptbotschaften für uns Frauen ist, wie wir unsere Männer unterstützen und lieben können, aber nicht nur. Im Missionsbefehl ist diese geistliche Mutterschaft, also dieses Jüngermachen, geistliche Jüngermachen, für eine ledige Frau genauso wichtig wie Kinderkriegen für eine Frau, die Kinder bekommen kann oder nie verheiratet ist, und dass diese beiden Elemente miteinander verknüpft oder immer wieder beide Elemente angesprochen werden, damit die Frauen, die in einem anderen Lebensstadium sind, auch geistlich wachsen können. Das ist auch wichtig, ja.
Findet auch samstags vormittags statt, wo eben die meisten Frauen auch können, und es wird auch kurz angeboten, dass Kinder betreut werden, also dass auch Mütter kommen können mit ihren Kindern, was mir sehr gut gefällt und was mir auch sehr hilft. Es geht zum einen darum, dass wir wirklich auch betrachten, wie Gottes Wort die Rolle der Frau überhaupt sieht und dass wir auch wirklich, dass das jetzt nicht nur ein Kaffeetrinken, ein netter Lunch oder so ist, sondern dass wir wirklich auch zugerüstet werden für unser Alltagsleben, nicht einmal zu Hause, aber auch in der Gemeinde, dass wir selber durch das, womit wir zugerüstet werden, auch wieder anderen Schwestern helfen können. Ja, das ist super. Also sowas ist ganz toll.
Also ein paar Ideen, die ich als Brainstorming für mich alleine gemacht habe, was für euch vielleicht interessant wäre: Ich glaube, es ist manchmal gut, wenn wir eine selbständige Frauenarbeit gründen. Es gibt Gemeinden, die eine schon haben, eine vielleicht noch nicht. Und dass man als Frauen zum Beispiel zu den Ältesten geht und sagt: Wir Frauen möchten euch in diesem Missionsbefehl unterstützen. Wo braucht ihr Hilfe, was können wir tun? Das ist ein guter Anfang. Da kann man anfangen, einfach zu fragen: Was braucht ihr?
Da haben wir die Hauptteile des Missionsbefehls schon gesehen: Mission, Evangelisation, Jüngerschaft, Lehre. Welche Dienste in einer Gemeinde brauchen starke Frauen? Das wäre eine Frage, die man stellen könnte. Seelsorge, das ist ein Riesenbedarf, und das ist wirklich eines der Bedürfnisse in Gemeinden, die die Ältesten nicht alleine abdecken können. Das geht nicht. Vor allem in einer Riesengemeinde wie dieser zum Beispiel müssen alle daran beteiligt werden, und sich zum Beispiel für Seelsorge ausbilden lassen und da wirklich aktiv werden. Kreative evangelistische Formen ausdenken, und das kann alles möglich sein. Das kann über Kunst laufen, das kann über Sport laufen, das kann über den Beruf laufen, also da sind die Möglichkeiten unbegrenzt.
Gebetsdienste: Da können Frauen sehr mächtig unterstützen als Gruppen oder als Kleingruppen, als Zweierschaften. Und mit der modernen Technik kann man natürlich Webseiten machen oder Blogs oder Schreiben, musikalische Dienste, natürlich Kinderarbeit, das ist immer ein großer Teil, diakonische Dienste in der Umgebung der Gemeinde unterstützen, dass wir Teil am Wort und Tat haben, am Wirken des Reiches Gottes in dieser Welt, dass man in der Nachbarschaft guckt: Okay, vielleicht gibt es schon Dinge, die gemacht werden in unserer Nachbarschaft, und da können wir als Frauen einspringen und helfen. Finanzen, Bereich Finanzen. Also wir haben ein paar Frauen, die finanziell sehr begabt sind, die sind dafür ausgerüstet, und für unsere Missionsgesellschaft machen die den ganzen Finanzbereich. Das ist eine super Unterstützung, also für Leute wie ich, die da keine Ahnung haben.
Kunst, da kann man über Kunst sehr viel machen. Wir hatten in unserer Gemeinde immer Kunstausstellungen, wir haben die Räume der Gemeinde frei zur Verfügung gestellt, umsonst für lokale Künstler, damit sie einfach ihre Kunst aufhängen, und dann hat man Leute eingeladen, so eine Vernissage gemacht. Und das können Frauen sehr gut organisieren oder haben vielleicht Kontakte oder machen selbst Kunst. Da kann man sehr gut ins Gespräch kommen mit Leuten.
Wie spät haben wir eigentlich? Oh, es ist Zeit. Also eine Idee, die ich hatte: Wenn ihr nichts dagegen habt und ihr mir eure Zettel geben würdet mit Ideen und Fragen, würde ich sie, ihr müsst nicht, ich weiß, es sieht ja ganz abgeschreckt aus, ihr müsst nicht. Wenn ihr wollt, würde ich gerne diese Zettel einsammeln und digital in ein Format bringen, also aufschreiben. Und wenn ihr diese Liste zugeschickt bekommen wollt, dann schreibt doch euren Namen und E-Mail-Adresse. Ich tue das alles zusammen in einem Dokument, und dann können wir sehen, wie kreativ wir alle geworden sind, und vielleicht kriegt ihr ein paar Ideen für eure Frauen in eurer Gemeinde.
Ich habe auch ein paar Bücher hier vorne liegen, die meisten sind auf Englisch, leider bei meiner Bibliothek. Englisch ist eins auf Deutsch, aber Bücher, die ganz gut sind über dieses Thema. Ihr könnt euch die Titel aufschreiben, wenn ihr wollt. Vielen Dank, ich hoffe, dass es hilfreich war, und Gottes Segen.
