I. Die Freude an Macht und Erfolg (17)
II. DER GEBER VON MACHT UND ERFOLG (18-19)
III. DAS ZEITLOSE GLÜCK (20)
DIE ZWEIUNDSIEBZIG JÜNGER KEHRTEN VOLLER FREUDE ZURÜCK. HERR", SAGEN
SIE, SOGAR DIE DÄMONEN MÜSSEN UNS GEHORCHEN, WENN WIR UNS AUF DEINEN
NAMEN BERUFEN!" LUKAS 10, 17.
Da sagte Jesus zu ihnen: Ich sah den Satan wie ein Blitz vom Himmel
fallen." Lukas 10, 18.
Es ist wahr, ich habe euch Vollmacht gegeben, auf Schlangen und
Skorpione zu treten und die ganze Macht des Feindes zu überwinden, und
nichts wird euch schaden können." Lukas 10, 19.
Doch nicht darüber sollt ihr euch freuen, dass euch die Geister
gehorchen. Freut euch vielmehr, dass eure Namen im Himmel
aufgeschrieben sind." Lukas 10, 20.
Einleitende Gedanken
Wieder starten wir in ein neues Jahr. Der Jahreswechsel wird von vielen
guten Wünschen begleitet. Wir wünschen uns ein gutes neues Jahr. Oder:
ein gesegnetes und ein erfolgreiches Jahr.
Vor allem wünscht man sich und den anderen eine gute Gesundheit. Gesundheit
ist in den Augen vieler Menschen das höchste Gut schlechthin. Hauptsache,
man ist gesund. Natürlich ist es wunderbar, wenn wir gesund bleiben. Wie
wertvoll das ist, merken wir dann, wenn wir ernsthaft erkranken.
Aber auch Gesundheit und all die guten Wünsche sind eben lediglich gute
Wünsche, niemand hat es wirklich in der Hand. Unser Leben kann sich
schnell verändern. Denken wir nur an die Menschen, die vom Deckeneinsturz
der Eishalle in Bad Reichenau betroffen sind. Sie nutzten den 2. Januar,
um etwas Sport zu treiben und Spass zu haben. Leider endete dieses
Vergnügen in unerträglichem Leid.
Es ist wichtig, bei allen Erwartungen und Hoffnungen, die wir für dieses
Jahr haben, zu bedenken, was wirklich zählt. Was auch dann noch zählt,
wenn unsere Erwartungen nicht eintreffen und unsere Hoffnungen sich nicht
erfüllen. Was zählt, wenn uns ein Schicksalschlag trifft, wie jene
Menschen in Bad Reichenau. Was zählt lernt uns Jesus in der Begegnung mit
den 72 Jüngern, die er ausgesandt hatte. Das werden wir jetzt genauer
betrachten.
Die Freude an Macht und Erfolg (17)
Jesus schickte die 72 Jünger in Zweiergruppen als Vorboten in die Orte,
wohin er nachher selber gehen wollte (Lukas 10, 1). Jesus sandte die
Jünger nicht gerade mit verheissungsvollen Aussichten weg:
Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe." Lukas 10, 3.
Ich weiss nicht, was die Jünger dachten, als sie das hörten. Wie Schafe
werden sie in eine Wolfsherde geschickt – keine ermutigende Perspektive
für die Schafe. Aber sie gingen, denn eine wichtige Aufgabe hatten sie zu
erfüllen:
Heilt die Kranken und verkündet den Bewohnern der Stadt: Das Reich
Gottes ist zu euch gekommen." Lukas 10, 9.
Nun, was diese Jünger dann erlebten war einfach jenseits ihrer
Vorstellungskraft. Sie waren nicht nur fähig Kranke zu heilen, was an
sich schon eine spannende Sache ist. Sie realisierten, dass die finsteren
Mächte ihnen gehorchen mussten, wenn sie im Namen von Jesus ihnen Befehle
erteilten. Ganz beigeistert und voller Freude kehrten sie zu Jesus
zurück.
Herr", sagten sie, sogar die Dämonen müssen uns gehorchen, wenn wir
uns auf deinen Namen berufen!" Lukas 10, 17.
Sie besassen unvorstellbare Kräfte. Vorher lebten sie ein normales Leben,
eben so normal und durchschnittlich wie alle. Doch plötzlich verfügten
sie über erstaunliche Fähigkeiten und Kräfte.
Wenn das die Auswirkungen des Glaubens sind, dann ist Glaube eine ganz
interessante und spannende Angelegenheit.
Wer von uns wäre nicht hocherfreut zurückgekehrt? Sie hatten Macht und
Erfolg. Das fasziniert uns Menschen ungemein. Wer will schon keinen
Erfolg haben? Auch Christen lieben es, wenn sich Erfolg einstellt. Lieber
sind wir an einem Ort, wo alles wächst und gedeiht. Das gibt uns das
Gefühl, etwas bewirken zu können. Wir bekommen den Eindruck,
bedeutungsvoll zu sein, weil wir sichtbaren und messbaren Erfolg
aufweisen können.
Mit grossem Erfolg und viel Macht, scheint es eindeutig zu sein, dass
solche Menschen auf der richtigen Seite stehen. Wunder und Macht über
Dämonen sind für viele Christen das unverkennbare Zeichen eines Menschen,
der ein echtes geistliches Leben führt und mit Gott in besonderer
Verbindung steht. Ist das so?
Jesus sieht das ein bisschen anders. Er sagte einmal im Blick auf das
Gericht:
Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr! Haben wir nicht in
deinem Namen prophetisch geredet, in deinem Namen Dämonen ausgetrieben
und in deinem Namen viele Wunder getan." Matthäus 7, 22.
Und dann folgt die erschütternde Antwort:
Dann werde ich zu ihnen sagen. Ich habe euch nie gekannt. Geht weg von
mir, ihr mit eurem gesetzlosen Treiben!" Matthäus 7, 23.
Erfolg beflügelt, weil er uns selbst und andere Menschen beeindruckt und
uns vor Menschen bedeutungsvoll macht.
Bibelstellen zum Nachschlagen: Matthäus 7, 22-23; Lukas 10, 3-9;
Apostelgeschichte 8, 7
Der Geber von Macht und Erfolg (18-19)
Jesus nimmt diese Begeisterung und Freude der Jünger gelassen entgegen. Er
bestärkt die Jünger und sagt:
Ich sah den Satan wie ein Blitz vom Himmel fallen." Lukas 10, 18.
Mit anderen Worten: Der Satan hatte seine Macht verloren, er hatte keine
Chance gegen euer Wirken. Ihr wart ihm völlig überlegen. Und dann stellte
Jesus eines richtig, nämlich, weshalb sie diese Macht und diesen Erfolg
hatten. Für uns ist das auch eine ganz wichtige Klarstellung von Jesus,
denn wir neigen gerne dazu, wenn uns etwas gelingt, zu meinen, es sei
deshalb gelungen, weil wir so gut seien, weil wir irgendetwas dazu getan
hätten. Sicher, die Jünger waren gehorsam, aber das war's dann schon.
Jesus sagte ihnen: Es stimmt der Satan hatte für diese Zeit seinen
Einfluss und seine Macht verloren, denn
Ich habe euch Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten
und die ganze Macht des Feindes zu überwinden, und nichts wird euch
schaden können." Lukas 10, 19.
Jesus hatte ihnen diese Macht verliehen. Sie erlebten all das Faszinierende
einzig und allein, weil Jesus ihnen diese Macht für diesen Auftrag,
nämlich die Menschen auf sein Kommen vorzubereiten, gegeben hatte. Das
gilt bis heute. Jesus verleiht Macht und er macht echten Erfolg möglich.
Er sagte seinen Jüngern, bevor er zu seinem Vater zurückkehrte:
Mir ist alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben." Matthäus 28,
18.
Dann erteilte er ihnen den, menschliche betrachtet, unmöglichen Auftrag,
allen Völkern das Evangelium zu verkünden. Doch er fügte hinzu:
Seid gewiss: Ich bin jeden Tag bei euch, bis zum Ende der Welt."
Matthäus 28, 20.
Jesus, dem alle Macht gegeben ist, er ist mit uns bis heute, besondern
dann, wenn wir seinen Auftrag ausführen. Die Macht von Jesus kann man bis
heute erleben. Nicht immer und zu jeder Zeit, aber es gibt Momente, in
denen Gott seine Macht in besonderer Weise offenbart. Er offenbart sie
nicht zur Unterhaltung der Christen, damit ihr Leben interessanter und
abwechslungsreicher wird, sondern er offenbart seine Macht, damit
Menschen auf ihn aufmerksam werden.
Gott tut Wunder bis heute. Er befähigt Menschen grossartiges, sichterbares
und messbares für sein Reich zu leisten. Doch Erfolg ist das in den Augen
Gottes nicht. Gott misst den Erfolg anders, als wir Menschen. Wenn ich
bei Gott Erfolg haben möchte, dann muss ich einfach treu sein. Treu, egal
ob ich damit sichtbaren und messbaren Erfolg haben werde. Jesus sagte der
Gemeinde in Philadelphia:
Ich weiss, wie du lebst und was du tust: Du hast nur wenig Kraft, aber
du hast dich nach meinem Wort gerichtet und dich unerschrocken zu
meinem Namen bekannt. Darum habe ich eine Tür vor dir geöffnet, die
niemand zuschliessen kann. Offenbarung 3, 8.
Bibelstellen zum Nachschlagen: Psalm 91, 13; Matthäus 28, 18-20;
Apostelgeschichte 28, 4-6, Kolosser 2, 15
Das zeitlose Glück (20)
Und jetzt sagt Jesus ihnen das Wichtigste.
Doch nicht darüber sollt ihr euch freuen, dass euch die Geister
gehorchen. Freut euch vielmehr, dass eure Namen im Himmel
aufgeschrieben sind." Lukas 10, 20.
Warum sollen sie sich nicht über diesen Erfolg und die Macht freuen, die
sie hatten? Ist Jesus ein Spielverderber? Mag er ihnen diese Freude nicht
gönnen?
Natürlich gönnt Jesus seinen Jüngern die Freude, aber sie sollen sich über
das Richtige freuen. Denn das Glück, das sie über dem empfinden, was sie
eben erlebten ist zeitlich. Das Glück und die Freude, die Jesus für sie
wünscht ist zeitlos. Sie bekamen diese Fähigkeiten für diesen einen
Auftrag. Jesus möchte aber, dass sie sich Freuen können, unabhängig, was
sie gerade tun. Unabhängig von Erfolgen oder Misserfolgen.
Die Aufgabe, die sie für Jesus erfüllen mussten, hätte nämlich ganz anders
ausgehen können. Es hätte sein können, dass sie wie Paulus in
Gefängnissen gelandet wären oder dass man sie wie Stephanus gesteinigt
hätte.
An was hätten sie sich dann gefreut? Was wäre für sie das Ermutigende
gewesen? Nichts! Ausser sie hätten das getan, was Jesus ihnen jetzt
sagte:
Freut euch vielmehr, dass eure Namen im Himmel aufgeschrieben sind."
Lukas 10, 20.
Das ist es, was zählt, dass unsere Namen im Himmel aufgeschrieben sind.
Jesus fordert die Jünger auf, sich nicht an dem zu freuen, was sie
aufgrund seiner Vollmacht getan und erlebt hatten. Sie sollen sich
darüber freuen, dass sie bei Gott hochangesehen sind, nämlich, dass ihre
Namen im Himmel aufgeschrieben sind.
Im Himmel oder im Buch des Lebens aufgeschrieben sein ist gleichbedeutend,
wie gerettet. erlöst und gerecht, in Gottes Augen zu sein. Die Bibel
verwendet diesen Ausdruck als Synonym für Meschen, die Kinder Gottes
sind. So schrieb Paulus den Philippern:
Die beiden Frauen, Evodia und Syntyche, haben Seite an Seite mit mir
für die Sache des Evangeliums gekämpft – sie und Klemens und meine
übrigen Mitarbeiter, deren Namen im Buch des Lebens stehen. Philipper
4, 3.
Er hätte auch sagen können, die Jesus lieben, oder: die Busse getan haben
usw. Die Namen die im Himmel aufgeschrieben sind, hat Gott selber
notiert. Wer im Buch des Lebens oder im Himmel aufgeschrieben ist, der
ist Gott bekannt, denn er selbst schreibt die Namen auf. In Jesaja heisst
es:
Die Überlebenden von Jerusalem, alle, die dann noch auf dem Zionsberg
übrig sind, werden Gottes heiliges Volk genannt werden; Gott selbst hat
ihre Namen aufgeschrieben und sie zum Leben bestimMatthäus (Jesaja 4,
3)
Alle, die von Gott aufgeschrieben worden sind, gehören zusammen. Im
Hebräerbrief wird von den Leuten gesagt, die die Gemeinde besuchen:
Ihr seid zu der Gemeinde von Gottes Erstgeborenen gekommen, deren Namen
im Himmel aufgeschrieben sind. Hebräer 12, 23.
Du bist heute Morgen zu Menschen gekommen, deren Namen im Himmel
aufgeschrieben sind. Du triffst Dich heute Morgen mit Menschen, deren
Namen im Himmel aufgeschrieben sind. Das ist die Versammlung der
Menschen, deren Namen im Himmel aufgeschrieben sind!
Aber, wie kann ich wissen, ob mein Namen im Himmel aufgeschrieben ist? Wie
kann ich wissen, ob Gott meinen Namen in das Buch des Lebens
eingeschrieben hat?
Ich kann das wissen, wenn ich Busse getan habe, wenn ich meine Sünden
bekannt und Jesus in mein Leben einladen habe. Deshalb steht einen Vers
weiter im Hebräer:
Ihr seid zu dem Vermittler des neuen Bundes gekommen, zu Jesus, und
seid mit seinem Blut besprengt worden. Hebräer 12, 24.
Weisst Du, ob Dein Name im Himmel aufgeschrieben ist? Wenn Du das nicht
weisst, dann kannst Du heute Morgen Dein Leben Jesus anvertauen und Du
wirst das Volkshaus im Wissen verlassen, dass Dein Name im Himmel
aufgeschrieben ist.
Bibelstellen zum Nachschlagen: Psalm 69, 29; Jesaja 4, 3; Jeremia 17,
13; Daniel 12, 1; Philipper 4, 3; Hebräer 12, 23-24
Schlussgedanke
Einem Freund erzählte ich freitags am Telefon, dass ich heute über Freude
sprechen würde. Er meinte dann, ja bestimmt darüber, dass man sich mit
dem anderen freuen sollte. Nein", sagte ich, ich spreche über die
Freude die zeitlos ist." Ach ja", meinte er, darüber sprecht ihr
Prediger ja immer."
Er ist auch Christ, aber diese Antwort zeigte mir, dass wir wohl etwas
wissen, aber wir wollen es nicht so wirklich wahrnehmen. Man weiss das ja
eigentlich und es scheint langweilig darüber zu sprechen und zuzuhören,
weil man eh schon weiss auf was das rausläuft.
Die Freunden, die uns die Welt anbietet sind eben greifbarer, bewegen
unsere Gefühle schneller. Diese Freunden sind im Moment spannender. Für
das andere, das zeitlose, haben wir dann Zeit, wenn wir nichts mehr
finden können, was uns bewegt.
Jesus würde uns das heute genauso so sagen. Freut Euch nicht über diesen
und jenen Erfolg. Freut euch nicht über den neuen Computer, als ob er das
Leben bedeuten würde. Freut Euch darüber, dass Ihr gerettet seid, dass
Eure Namen im Himmel aufgeschrieben sind. Diese Freude und dieses Glück
ist zeitlos. Es ist unabhängig von den äusseren Umständen.
Für das neue Jahre wünsche ich uns, dass wir uns in jeder Lebenslage, ob
wir erfolgreich sind oder Misserfolge verkraften müssen. Ob wir gesund
bleiben oder krank werden. Ob wir fröhlich oder traurig sind. Ich wünsche
uns, dass wir lernen uns immer wieder daran zu freuen, dass unsere Namen
im Himmel aufgeschrieben sind.
Weisst Du, wann Du Dich das letzte Mal darüber gefreut hast?
Wenn wir nicht lernen in guten Tagen, also wenn es uns gut geht, uns an dem
zu freuen, was wirklich zählt, dann werden wir uns vermutlich schwer tun,
wenn wir uns erst dann an unserer Rettung freuen, wenn es uns schlecht
geht. Vergessen wir es nie, wir leben auf einen wunderbaren Tag hin.
Jesus sagte seiner Gemeinde in Sardes:
Jedem, der siegreich aus dem Kampf hervorgeht, wird ein weisses
Festgewand angelegt werden. Und ich werde seinen Namen nicht aus dem
Buch des Lebens streichen, sondern mich vor meinem Vater und seinen
Engeln zu ihm bekennen. Offenbarung 3, 5.
Bibelstellen zum Nachschlagen: Daniel 12, 1; Römer 16, 20
Amen
-----------------------
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X

