Liebe Freunde,
die zwölf Jünger von Jesus – seine engsten Freunde – waren bestimmt
Menschen, die allerhand gewöhnt waren, aber was zu viel ist, ist zu viel.
Es hat ja irgendwo jeder Mensch seine Grenze, und das waren ja auch bloß
Menschen. Der Tod von Jesus hatte sie schon hart genug getroffen, aber dass
zum Schluss auch noch seine Leiche verschwunden war, das war zu viel. Die
Jünger waren ratlos.
Wie gesagt, sie waren bestimmt allerhand gewöhnt, das waren keine zart
besaiteten Spinner, sie waren von Beruf zum Teil Fischer, das heißt Leute,
die mit harter Knochenarbeit ihren Lebensunterhalt verdienen mussten. Das
waren ganz normale Menschen. Und das waren sie auch in den drei Jahren
geblieben, in denen sie mit Jesus zusammen gelebt haben. Sie reagierten auf
alles, was Jesus tat, ganz normal und so, wie ihr und ich auch reagieren
würden.
Als Jesus ihnen sagte, dass Er bald sterben muss, da wehrten sie ab. Sie
sagten: Nur das nicht!" Als Er verhaftet wurde, da hauten sie ab. Nur
nicht erwischen lassen. Als Er gekreuzigt wurde, da waren sie auch
verschwunden bis auf einen. Und als Er begraben wurde, da war überhaupt
keiner mehr von ihnen dabei. Sie waren feige, verlogen, treulos und traurig
und zum Schluss hatten sie nur noch Angst. Angst und sonst weiter gar
nichts.
Die Jünger am Grab: Jesus weg – Mörder noch da!
Warum Jesus gestorben war, das konnten sie nicht begreifen. Dass Er
auferstanden war, das konnten sie nicht glauben. Das einzige was sie
wussten war: Jesus ist gestorben und sein Grab ist leer. Das hatten einige
von ihnen nachgeprüft. Der Petrus, der immer alles übertreiben musste, der
ist sogar in das Grab hineingestiegen aber rausgekommen ist dabei auch nur
die Erkenntnis: Das Grab ist leer. Jesus ist verschwunden. Ob nun gestohlen
und wie die einen sagten, oder auferstanden wie die anderen erzählt haben,
eines ist so unwahrscheinlich und so unglaublich wie das andere -
Jedenfalls war Jesus nicht mehr da.
Aber die, die Ihn umgebracht hatten, die waren noch da. Die dürfte man ja
nicht unterschätzen. Denen war jedes Mittel recht, einen Gegner
auszuschalten. Die arbeiteten mit bezahlten Spitzeln, mit falschen,
bestochenen Zeugen, mit brutalen Methoden, Folter und Todesstrafe für
ideologische Gegner. Man nagelt so einen bei lebendigem Leibe ans Kreuz und
lässt ihn hängen, bis er krepiert, und wenn er bis Feierabend nicht
abgekratzt ist, da bricht man ihm einfach die Knochen.
In einem Staat, der so etwas drauf hat, da ist kein Bürger seines Lebens
sicher. Wo die Gefangenen gefoltert werden haben die Bürger Angst. Und so
kommt es, dass sie Jünger - harmlose, unbescholtene Bürger - Angst haben,
denn sie wissen, dass die Folterknechte, die Jesus fertig gemacht haben,
noch im Dienst sind. Die Behörden, die Ihn bespitzeln ließen, die sind noch
im Amt. Die Richter, die Ihn verurteilt haben, sind noch an der Macht.
Pünktlich zum Feierabend, am letzten Freitag, hatten Sie die Akte über Ihn
geschlossen, konnten alle aus den Uniformen schlüpfen und sich drei Tage
über ein langes Wochenende ihren Frauen, ihren Familien und ihren
Vergnügungen hingeben. Aber jetzt ist das Wochenende vorbei, am ersten
neuen Tag der Woche geht's mit neuen frischen Kräften ans Werk: Schluss
mit der Jesus Bewegung! Letzte Woche haben wir den Rädelsführer erwischt,
diese Woche machen wir den Rest fertig."
Der letzte Rest der Jesus-Bewegung.
Es handelt sich ja wirklich nur noch um einen schäbigen Rest. Einer der
Jünger, Judas, der Spitzel, der Ihn verraten hatte, hatte inzwischen
Selbstmord gemacht. Ein anderer, Thomas, der Zweifler, hatte sich
abgesetzt. Was übrig war vom harten Kern der Jesus-Bewegung, das waren noch
ganze zehn Männer. Das heißt, es waren eben keine ganzen Männer mehr. Das
waren bloß noch Kreaturen, die hinter verschlossenen Türen vor Angst
zitterten. Denn sie konnten sich an zehn Fingern abzählen, dass sie als die
Freunde von Jesus die Nächsten wären, die verhaftet werden. Nach dem Motto:
Türen zu, Fenster dicht. Da haben sie sich in einer Dachkammer eines
Hinterhauses auf dem Trockenboden versteckt und warten auf ihre Verhaftung.
Johannes 20, 19: Am Abend aber desselben ersten Tages der Woche waren die
Jünger versammelt und die Türen verschlossen aus Furcht.
So fing also die erste Sonntagsversammlung der Christen an: Hinter
verschlossenen Türen. Und so ist es im Großen und Ganzen in der Kirche bis
heute ja auch geblieben.
Aus Angst, vor denen da draußen eins auf den Hut zu bekommen, haben sich
die Christen die fromme Mütze übergezogen und sich in das Innere der Kirche
zurückgezogen, in die Innerlichkeit. Und das ist ja auch alles menschlich
verständlich. Das Bedürfnis nach abgeschlossenen Türen und nach Sicherheit
ist ein sehr menschliches Bedürfnis und Angst ist ein sehr menschlicher
Zustand. Deswegen gibt es ja auch gegen diesen Zustand, die Angst, kein
menschliches Mittel. Angst geht nur dort weg, wo Jesus selbst hinkommt.
Das Unglaubliche geschieht – und bringt den Glauben zurück.
Am Abend aber desselben ersten Tages der Woche, als die Jünger versammelt
und die Türen verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und
trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch!
Keiner von uns hat genügend Fantasie, um sich die verdutzten Gesichter der
Jünger vorzustellen. Versucht wenigstens einmal, euch ein bisschen in die
Situation hinein zu versetzen. Einer, der vor drei Tagen gestorben ist,
tritt wieder ins Zimmer, dazu noch durch verschlossene Türen. Einer, dessen
Todesanzeige schwarz umrändert in der Zeitung gestanden hat, der steht auf
einmal mitten zwischen seinen Freunden. Einer, dessen Name im Totenregister
auf dem Rathaus eingetragen wurde tritt ein in den Kreis seiner Freunde.
Die Jünger müssen gedacht haben, sie sehen ein Gespenst. Sie trauen ihren
Augen nicht. Aber da hören sie mit ihren Ohren die Worte: Friede sei mit
euch! Da fangen sie an, Ihn zu erkennen. Denn das war sein Gruß. So hatte
Jesus sie immer angeredet. Shalom aleichem[1] – Friede sei mit euch. Als Er
ihnen das gesagt hatte, zeigte Er ihnen die Hände und seine Seite. Ihr
wisst, an den Händen hatten sie Ihn ans Kreuz genagelt. Da waren Löcher von
den Nägeln drin. An der Seite hatte Er eine Wunde, da hatten sie mit einer
Lanze rein gestochen und da war Wasser und Blut raus geflossen.
Diese Wunden zeigt Jesus ihnen vor, das ist sein Ausweis. Der Beweis seiner
Identität, damit beweist er, dass Er der Gekreuzigte ist und dass Er durch
verschlossene Türen geht, das beweist, dass Er der Auferstandene ist. Er
hat den Tod hinter sich und deswegen gelten für Ihn die materiellen Gesetze
dieser Welt nicht mehr.
Freunde, wer durch den Tod gegangen ist, der geht auch durch verschlossene
Türen. Es gibt für Jesus keine undurchdringlichen Hindernisse. Wenn du dich
verschließt gegen die Liebe Gottes – Jesus kommt zu dir. Wenn du dich
einigelst in deinen Vorurteilen – Jesus überwindet dich. Wenn du dich
abdichtest mit deinen Argumenten – Jesus dringt vor bis in dein Herz. Ihn
hindern keine Naturgesetze und keine Menschengesetze und keine Mauern und
keine Sicherheitsschlösser und keine stahlgepanzerten Türen.
Wenn sie dich einsperren in eine Gefängniszelle, dann hat Jesus zu dir
Zutritt. Tag und Nacht, immer und ohne Passierschein, durch alle Türen und
Wände hindurch. Er kann dir seine segnenden Hände auflegen und deiner
verängstigten Seele Frieden geben. Und wenn sie dich hinein legen in dein
Grab – Jesus wird es öffnen und dir die Hände entgegenstrecken zum ewigen
Leben. In das Leben, wo nur noch Freude ist. Vers 20: Und da wurden die
Jünger froh, als sie den Herrn sahen.
Die Auferstehung war real – wenn Christus kommt, wird alles gut!
Man hört heute in der Kirche sehr oft die Meinung, das Wort Auferstehung
bedeutet so viel wie die Idee, die Sache Gottes geht weiter. Also Leute,
was hier ins Zimmer tritt, das ist keine Idee, das ist kein Gedanke, das
ist keine Sache, sondern das ist eine Person. Und diese Person des
Auferstandenen verändert die Situation: die Angst geht weg. Deshalb heißt
es ja auch in dem Lied, was wir eben zusammen gesungen haben: Wer jetzt an
den auferstandenen glaubt, fürchtet sich nicht."
Die Veränderung geht los in dem Moment, wo Jesus das Wort ausspricht:
Friede sei mit euch! Er hätte ja auch sagen können: Schande sei mit euch!
Die Jünger hatten Ihn feige verlassen, treulos verleugnet, ungläubig
Abgeschrieben – sie hatten ja gar nicht mehr mit Ihm gerechnet. Jetzt, bei
der ersten Begegnung, hätte Jesus ja mit ihnen abrechnen können. Er hätte
ja das Recht gehabt, ihnen ihre Untreue vorzuhalten. Aber das tut Er nicht.
Er sagt nicht: "Ihr Versager!"
Sondern Er sagt: Friede sei mit euch! Und das heißt so viel wie: Es ist
alles gut. Wenn Christus kommt, dann wird alles gut.
Nun will aber auf Jesus nicht nur Frieden für seine Jünger, sondern Er will
auch Frieden für die ganze Welt. Und deswegen sagt Er als zweites zu den
Jüngern: Jetzt schicke Ich euch, so wie mich der Vater geschickt hat, so
schicke Ich euch jetzt in diese Welt. Da sprach Er ein zweites Mal zu
ihnen: Friede sei mit euch. Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende
Ich euch. Das ist natürlich einfacher, wenn die Christen ruhig hocken
bleiben und wenn sie sich nicht unter die Atheisten mischen und einer
friedlosen Welt den Frieden Gottes hinbringen.
Aber Jesus hat ja nie gesagt, dass wir es einfach haben sollen. Sondern Er
hat einfach gesagt, wir sollen in die Welt hingehen und ihr seinen Frieden
bringen. Es ist nirgends verheißen, dass das glattgehen würde. Schließlich
ist der Auferstandene, der seine Jünger hier in die Welt schickt, der
gleiche, den die Welt gekreuzigt hat. Und daran erinnert Er seine Jünger
bei der Aussendung, indem Er ihnen seine durchbohrten Hände vorzeigt.
Ein gefühlsmäßiges Christentum, was sich die Hände nicht schmutzig machen
will, was sich um das Leiden herumdrücken will, das leidet an geistiger
Schwindsucht. Ein solches Christentum wird verschwinden. Auf dem liegt
keine Verheißung. Sondern die Verheißung liegt auf denen, die bereit sind,
mit Jesus für sein Reich zu leiden. Selig sind die Friedensmacher, denn sie
werden Gottes Kinder heißen.
Vom wahren Frieden.
Vom Frieden reden heute alle. Aber alle verstehen unter Frieden etwas
anderes. Auf alle Fälle gibt es verschiedene Meinungen über den Weg zum
Frieden. Und wir wären dem gemeinsamen Ziel schon näher, wenn nicht Leute,
die für den Frieden sind, dauernd von anderen Leuten, die auch für den
Frieden sind, behaupten würden, dass sie nicht für den Frieden sind.
Zum Beispiel wird den Pazifisten oft vorgeworfen, dass sie den Frieden
nicht fördern, sondern gefährden. Das Wort Pazifismus kommt aus dem
Lateinischen und heißt auf gut Deutsch: Frieden Schaffung". Man mag im
Einzelnen unter Pazifismus verstehen was man will, auf alle Fälle ist der
Pazifismus ein Teil der Friedensbewegung und muss als solcher anerkannt
werden. Und es geht nicht länger so, dass das Wort Pazifismus ein
Schimpfwort ist und es geht nicht, dass diejenigen, die für Friedfertigkeit
eintreten, beschuldigt werden, sie würden den Frieden gefährden.
Wenn mit Pazifismus die prinzipielle Ablehnung von Gewalt und Armee gemeint
ist, dann bin ich kein Pazifist. Die Bibel sagt, im Römerbrief, dass der
Staat dazu da ist, dass er die Gewalt ausüben soll, nämlich die Guten
belohnen und die Bösen bestrafen[2]. Und deswegen hat meiner Meinung nach
jeder Staat das Recht auf eine Armee und eine Polizei für Ordnungs- und
Verteidigungszwecke. Alles andere halte ich für Schwärmerei. Aber meiner
Meinung nach hat kein Staat das Recht, auf andere Menschen Atombomben zu
werfen. Das halte ich für Barbarei.
Theos Erlebnisse im Dresdner Bombenhagel.
Das ist meine Überzeugung seit über 30 Jahren, seit dem Tag, als ich als
Kind den Angriff auf Dresden mit erlebt habe. Und von dieser Überzeugung,
da lasse ich mich durch nichts abbringen. Die Todesangst, die ich damals
als Junge ausgestanden habe, ist stärker als alle politischen Argumente.
Ihr könnt euch das ja alles nicht mehr vorstellen. Das fällt ja unsereinem
schon schwer, sich das vorzustellen, wie das damals gewesen ist. Aber ich
habe noch schon manche Erinnerungen an diesen Tag, die ich wahrscheinlich
nie vergessen werde. Ich weiß das noch ganz genau, wie wir nachts im Keller
gelegen haben, die ganze Familie. 13. Februar, ein harter Winter, eiskalt.
Wir auf den Fliesen, auf dem Fußboden. Wie wir uns ausgestreckt haben und
der Fußboden wankte und schwankte unter uns und wie wir schrien und
stundenlang zu Gott gebetet haben. Das war ja nicht nur diese Nacht,
sondern da kam ja ein Angriff nach dem anderen in den nächsten Tagen. Und
das war sogar noch schlimmer, denn tagsüber konnten wir sehen, wie die
angeflogen kamen. Die deutsche Flak und Luftabwehr, das war ja schon längst
alles in Asche. Die waren ja machtlos gegen diese Flieger. Die kamen im
Geschwader schön geordnet am Himmel angeflogen.
Das war ein Ton, das kann ich überhaupt nicht beschreiben, das war ein ganz
tiefes Brummen, ein unheimlich satanisch tiefes Brummen. Das zog immer
näher, das hörte man schon lange lange vorher. Unausweichlich, man wusste,
jetzt geht das wieder los. Also was ich damals erlebt habe, als Kind das
gönne ich niemanden, dass er es erlebt.
Christen und Pazifismus. Die Sache mit dem Aufnäher "Schwerter zu Pflugscharen".
Deswegen kann ich seit dem letzten Krieg gar keinen Unterschied mehr sehen
zwischen sogenannten konventionellen und atomaren Waffen. Das sind doch
alles Massenvernichtungswaffen. In Dresden waren es 30.000 Menschen auf
einen Schlag, die umgekommen sind durch sogenannte konventionelle Waffen.
Und in Bezug auf Massenvernichtungswaffen, da bin ich allerdings Pazifist.
Ich bin gegen diese Waffen aus Prinzip. Ganz egal, wie sie und ihre
Besitzer heißen und gegen wen sie stationiert sind. Die bloße Existenz
dieser Waffen ist eine Lästerung Gottes. Weil Gott, den Menschen als seinen
Partner geschaffen hat, und nicht dazu, dass man ihn wie Insekten mit
Massenvernichtungsmitteln umbringt.
Es sind immer mehr Christen, die das begreifen. Aber es sind immer noch
nicht genug, die das auch laut sagen. Viele Christen benehmen sich heute
immer noch genauso wie die zehn Jünger, die verängstigt hinter
verschlossenen Türen sitzen und sich nicht raus trauen an das Licht der
Öffentlichkeit. Sie haben Angst, sich draußen zu zeigen, weil sie fürchten,
dass sie da in Schwierigkeiten kommen.
Es geht uns heute genauso wie den zehn jungen Männern damals. Natürlich ist
das für uns angenehmer, wenn wir uns hinter der Kirchenmauer versammeln und
jeder hier sein eigenes Süppchen kocht und um sein eigenes Seelenheil sich
kümmert. Statt dass wir das Salz in der Weltsuppe sind.
Natürlich gibt es Schwierigkeiten, ihr wisst ja alle, welche
Schwierigkeiten wir hatten wegen des Aufnähers "Schwerter zu Pflugscharen".
Ich wollte euch aus dem Grund zuerst einmal informieren, was zu diesem
Thema im Amtsblatt unserer sächsischen Landeskirche gestanden hat. Es folgt
jetzt eine etwas amtliche Verlautbarung. Da steht drin: Die Regierung hat
das Symbol 'Schwerter zu Pflugscharen' legalisiert durch die Erteilung von
Druckgenehmigungen für Plakate und Lesezeichen. Es ist daher als Zeichen
unserer eigenständigen Friedensbemühungen als Symbol staatlich anerkannt.
Selbstverständlich wird niemand von der Kirchenleitung aufgefordert, einen
bereits vorhandenen Aufnäher zu entfernen. Die Träger von Aufnähern können
im Gegenteil bei eventuellen Schwierigkeiten um die Hilfe ihrer
Kirchenleitung nachsuchen. Das wollte ich als erstes zu eurer Information
sagen (tosender Beifall). Zweitens möchte ich euch bitten, auch wenn ihr
negative Erfahrungen macht, Freunde, lasst euch nicht entmutigen und
resigniert nicht. Es geht ja nicht darum, ob jemand erlaubt oder nicht
erlaubt, einen Aufnäher zu tragen. Von dem Aufnäher hängt der Friede
sowieso nicht ab. Sondern es geht darum, dass Jesus euch beauftragt, seinen
Frieden in die Welt zu tragen.
Das einzige Stück Welt, was wir normalerweise betreten können, das ist
unsere DDR (tosender Beifall). Ich war gerade in einer Aufführung unseres
Karl-Marx-Städter Theaters und dort habe ich gelernt, dass die DDR so groß
ist, dass man sie in 250 m Höhe noch gut sehen kann.
Wir müssen den Frieden von Christus in den Lebensbereich hineintragen, in
dem wir leben. In unser Land, in unsere Familien, in unsere Umgebung. Ich
sage: den Frieden von Jesus. Ich habe ja vorher schon bemerkt, dass alle
möglichen Leute alles Mögliche unterschiedlich verstehen.
Jesu Definition von Frieden. Die Wurzel des Friedens.
Jesus hat genau definiert, was Er unter Frieden versteht. Und das hat Er
damals seinen Jüngern gesagt. Das lese ich jetzt vor, Vers 21: Da sprach
Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch. Gleichwie mich der Vater
gesendet hat, so sende Ich euch. Und als Er das gesagt hatte, blies Er sie
an und spricht zu ihnen: Nehmt den Heiligen Geist. Welchen ihr die Sünden
erlasst, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie nicht erlasst, denen
sind sie erhalten. Das heißt mit anderen Worten: Bei Jesus ist der Inhalt
des Friedens die Vergebung der Sünden.
Alles reden über den Frieden, wenn es auch noch so ehrlich gemeint ist,
bleibt oberflächlich, wenn nicht die Wurzel des Friedens genannt wird, und
das ist die Sünde. Freunde, die Sünde ist der Klassenfeind Nummer eins. Die
Sünde, das ist der Staatsfeind Nummer eins. Das ist das, was die
Gesellschaft kaputt macht. Wir haben als Kirche dieser Welt keine Lösung
politischer Probleme anzubieten, das ist geht uns nichts an, das ist Sache
der Politiker. Aber wir haben als Kirche dieser Welt die Erlösung der
Probleme anzubieten. Die Loslösung von der Sünde. Das ist unser spezieller
Beitrag zum Frieden, den kein anderer Mensch geben kann. Denn kein anderer
versteht etwas davon, was Vergebung heißt, außer denjenigen, die dieses
gelernt haben. Wem ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen, wem ihr
sie nicht erlasst, dem sind sie erhalten.
Und so bitte ich euch jetzt an der Stelle von Jesus: lasst euch versöhnen
mit Gott. Lasst euch eure Sünden vergeben, dass ihr wirklich zu
Friedensmachern werden könnt.
Kostenlose Jeans und kostenlose Vergebung.
Wenn ich euch jetzt bitte im Namen von Herrn Levi, lasst euch bitte ein
paar Levis-Jeans schenken, dann würdet ihr vorne eine Schlange bilden und
hinten die, die würden eine Angst kriegen, dass sie nichts abkriegen. So
wie im Konsum, wenn Wein verkauft wird und man denkt, man kriegt nichts
mehr ab von der Flasche.
Für ein paar Levis, die ein Jahr halten, da würdet ihr aufstehen. Für den
Frieden Gottes, der ewig hält, da steht keiner auf. Wenn ich euch im Namen
von Jesus die Vergebung anbiete, da steht keiner Schlange. Und auch unsere
Mitarbeiter, die mit dem gelben Punkt, die bereit sind, mit euch zu reden,
mit euch zu beten, Schuld zu vergeben, die werden nach diesem Gottesdienst
genau so arbeitslos herumstehen wie nach allen anderen Gottesdiensten auch.
Weil ihr sie nicht ansprecht. Weil ihr das Angebot überhaupt nicht in
Anspruch nehmt. Der Friede von Jesus ist eben nicht so populär, und das
liegt daran, dass er eben nicht so billig zu haben ist wie eine geschenkte
Levis-Jeans. Dieser Frieden hat Jesus sein Leben gekostet und dich kostet
er deine Überwindung.
Es kostet eine unheimliche Überwindung, zu sagen: Jesus, ich gebe es zu,
dass ich mit meiner Sturheit und mit meiner Rechthaberei, meiner
Streitsucht in meiner Umgebung Unfrieden gebracht habe. Ich bitte dich,
verzeih es mir."
Sag das mal ganz konkret, mit allen Einzelheiten in der Beichte. Sag das
mal in der Gegenwart Gottes und eines Menschen, der dir dann die Vergebung
Gottes zusprechen kann. Das ist schwer. Das ist vielleicht überhaupt das
schwerste, was es im Menschenleben gibt. Aber anders gibt es keinen Frieden
für dein Leben, billiger geht es nicht! Wenn du nicht bereit bist, deine
Sünde vor Gott zu bekennen, dann sind dir deine Sünden behalten, dann
stirbst du in deinen Sünden, dann bist du verloren, auf ewig. Wie viel Mist
hast du in deinem Leben schon gebaut, du bist doch eigentlich schon lange
gar nicht mehr zu retten!
Und dann kommt Jesus heute Abend zu dir und bietet dir seine Retterhand an.
Na dann greif doch zu! Er streckt dir die Versöhnungshand hin.
Lasst euch versöhnen mit Gott. Er streckt dir deine seine Friedenshand
entgegen. Lass die Zweifel und Bedenken, lass dir Frieden schenken. Die
Hand, die dir Jesus entgegen streckst, ist die gleiche, die Er damals
seinen Jüngern entgegen gestreckt hat – es ist eine durchbohrte Hand. Da
sind Löcher drin und Wunden. An dem Loch in dieser Hand bist du schuld,
genauso wie ich und jeder andere Mensch.
Denn wegen unserer Schuld, wegen deiner Schuld ist Jesus ans Kreuz genagelt
worden; mit seinen eigenen Händen hat Er deine Schuld aus der Welt
geschafft – um dir Frieden zu schaffen. Ganz egal wer du bist und was für
Sünden du hast. Du kannst diesen Frieden haben, du kannst ihn heute Abend
haben, wenn du Jesus dein Leben gibst. Jesus wartet auf dich, Er streckt
dir seine durchbohrten Hände entgegen: Shalom aleichem – Friede sei mit
euch.
_
[1] ָׁשלוֹםֲעֵליֶכם
[2]Römer 13, 1 ff.

