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Israel heute - eine Erfüllung biblischer Prophetie?

Ist Israels Rückkehr ins Land nur Politik – oder ein Zeichen, dass Gott Geschichte schreibt? Der Kern der Frage: Was ist schon erfüllt, und was steht noch aus?

Einführung und persönlicher Rahmen

Einen wunderschönen guten Morgen!
Ich weiß nicht, ob du die Jahreslosung für heute gelesen hast. Dort heißt es: Gott spricht: Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken.
Ich glaube, Gott ist jemand, der über der Geschichte steht. Und das ist ein interessanter Vers, denn er steht in Hesekiel 34, und damit wird uns heute auch beschäftigen.
Ich darf mich ganz kurz vorstellen: Ich heiße Henrik Mohn. Ich bin verheiratet, Vater von drei Töchtern und Lehrer an einer christlichen Bekenntnisschule hier in Ländle. Meine geistliche Heimat ist die christliche Versammlung in Holzgerlingen, das ist eine freie Brüdergemeinde, und seit 2022 darf ich im Malachi-Kreis dienen.
Ich habe euch mal meine Familie digital mitgebracht. Und bei uns ist jetzt der Feiermonat vorbei. Gott hat Humor: Alle vier Jahre im Oktober haben wir eine Tochter geschenkt bekommen. Von daher sind wir jetzt durch. Gestern war der letzte Geburtstag. Meine erste Tochter ist nämlich am Reformationstag geboren. Das ist richtig genial.
Gut, so viel zu mir. Ich möchte gerne mit euch heute dieses Thema anschauen: Israel im Fokus der Heilsgeschichte. Dazu möchte ich eine kleine Zeitreise mit euch machen.

Ein Blick zurück auf Geschichte und Gottes Handeln

Wenn wir die Geschichte kennen, wissen wir, dass der Zweite Weltkrieg losging und im Verlauf dieser Zeit auch deutsche Städte bombardiert wurden. So auch Velbert, das nahe bei Bochum liegt. Und wenn solche Bombardements stattfanden, dann haben sich die Menschen in Schutzbunkern versteckt.
In einem dieser Bunker saß auch mein Urgroßvater. Er hatte Hitlers Worte über das tausendjährige Reich gehört. Doch als bibeltreuer Christ saß er dort und sagte: Nein, das kann nicht sein.
Warum konnte mein Uropa das sagen? Warum war das so? Weil Gottes Wort einen ganz anderen Blick auf die Geschichte gibt. Und genau das wollen wir uns in den nächsten Minuten ein wenig anschauen.
Die Leitfrage für das erste Referat lautet: Ist Israel heute eine Erfüllung biblischer Prophetie? Und wenn wir ehrlich sind, dann ist es doch so: Wir haben die Rückkehr des jüdischen Volkes ins Land. Wir haben die Wiedergründung des Staates Israel 1948. Und wir haben die tagtäglichen Ereignisse, die wir aus den Nachrichten verfolgen. Das wirft doch große Fragen auf.
Ich möchte mit euch in den kommenden Minuten einmal schauen: Was meinen denn verschiedene Sichtweisen zu Israel heute? Was genau heißt eigentlich biblische Prophetie? Können wir sagen, dass das heutige Israel eigentlich eine Erfüllung biblischer Prophetie ist? Und zum Schluss möchte ich noch ein paar praktische Impulse für dein Hier und Heute mitgeben.
Eine kleine Orgelinfo: Bitte schreibt die Folien nicht ab, die kannst du dir downloaden. Du sollst zuhören, du sollst dein Herz öffnen und das aufschreiben, was dir heute der Heilige Geist sagt, und nicht abschreiben. Das könnt ihr alles downloaden.
Okay, wir wollen jetzt nachdenken, wir wollen prüfen, wir wollen staunen.

Israels Stellung im grossen biblischen Zusammenhang

Ich glaube, dass jedem Bibelleser relativ klar wird: Israel ist von Bedeutung. Wir haben zwei Kapitel in der Bibel, die über die Schöpfung reden, und dann haben wir 929 Kapitel im Alten Testament, in denen eigentlich das Erwählen Israels im Fokus steht und dann die dazugehörige Geschichte.
Die Evangelien richten dann den Fokus auf Israel und den Messias, der aus ihm hervorkommt. Die Apostelgeschichte zeigt, wie das Heil aus den Juden sich durch seine Gemeinde zu den Nationen entwickelt. Die neutestamentlichen Briefe, an die sich die Gemeinde richtet, sind aus Juden und Nationen zusammengesetzt, und die Offenbarung führt uns schlussendlich wieder zurück zu Israel, das am Ende der Tage wiederhergestellt wird.
Allein dieser Überblick zeigt schon: Wow, die Rolle Israels im Plan Gottes ist beeindruckend. Aber was meinen wir, wenn wir heute von Israel sprechen?
Man kann das politisch betrachten. Dann merken wir in den Nachrichten, dass mit Israel häufig der heutige Nationalstaat im Nahen Osten gemeint ist. Man kann es theologisch betrachten und dem messianisch-jüdischen Theologen Arnold Fruchtenbaum folgen, der sagt, dass Israel theologisch die Nachkommen Abrahams, Isaaks und Jakobs sind. Wenn man die Bibel liest, findet man synonyme Begriffe wie „die Juden“, „das jüdische Volk“, „die Israeliten“ oder „die Hebräer“. Man kann den Begriff natürlich auch religiös verstehen, sodass einfach die Religion des Judentums gemeint ist. Das sind heutzutage gängige Definitionen für Israel.
Wir aber wollen hineinschauen: Was sagt die Bibel?
Zuerst einmal ist Israel ein irdisches Volk. Es hat einen Namen. Es besteht aus zwölf konkreten Stämmen. Es hat ein definiertes Territorium, und hier ist schon interessant: Israel hat bis heute das Land nie in seiner Vollständigkeit besessen. Außerdem ist Israel eine geistliche Gemeinschaft. Und wenn wir jetzt genau hinsehen, dann merken wir, dass Gott, und Thomas hat es uns ja gelesen, dieses Volk als sein irdisches Volk erwählt hat. Und er schreibt mit diesem Volk Heilsgeschichte.
Wenn wir nämlich die biblischen Befunde anschauen, dann merken wir: Das sind Verheißungen in den Prophetenbüchern, im Alten Testament und im Neuen Testament, die von einem zukünftigen Israel sprechen. Und in diesem zukünftigen Israel wird einmal ein Messias herrschen und von Jerusalem aus die Welt regieren.
Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber für mich ist offensichtlich, dass diese Verheißung bis heute nicht stattgefunden hat.

Unterschiedliche Deutungswege und ihre Folgen

Und wenn wir das alles bedenken, dann müssen wir uns doch als Christen fragen: Wie gehen wir mit diesen Texten um, die wir in Gottes Wort finden? Und genau hier gibt es unterschiedliche Herangehensweisen.
Jeff Kinley, ein Bibellehrer, hat dazu Folgendes gesagt: So wie Sie auf einer Straße gehen, die zu einem bestimmten Ziel führt, wird Ihre Hermeneutik, also die biblische Interpretationsmethode, Sie zu einem bestimmten allgemeinen Verständnis der Bibel führen. Mit anderen Worten: Wie Sie beginnen, bestimmt, wo Sie enden.
Nehmen wir dieses Bild bitte im Hinterkopf und speichern es unter dem Begriff hermeneutische Straße ab. Kinley sagt: Wie du beginnst, bestimmt, wo du endest. Und das Ganze kann man in verschiedenen Lehrsystemen sehen.
Die Bedeutung von Israel hängt nämlich stark davon ab, welches Lehrsystem ich verfolge. Wie schaue ich auf Israel und die Gemeinde? Wenn wir Vertreter der Substitutions- oder Ersatztheologie anschauen, dann lehren diese, dass die neutestamentliche Gemeinde Israel ersetzt hat. Die Verheißungen, die im Alten Testament sind, sind heutzutage bildlich zu deuten und nicht wörtlich. Diese Denkweise finden wir natürlich in einer weicheren Form und in zahlreichen Schattierungen in den heutigen Großkirchen oder auch in der liberalen Theologie.
Zweitens: Anhänger der Bundestheologie sagen, die Gemeinde ist die Fortsetzung von Israel. Auch hier nimmt man die alttestamentlichen Texte größtenteils vergeistlicht. Wir haben noch Platz links oder rechts, es ist noch genug Platz. Das ist die Standardlehre. Wenn du in eine reformierte Gemeinde gehst, dann wirst du nach diesem System belehrt.
Sowohl die Ersatztheologie als auch die Bundestheologie arbeiten da ganz stark mit einer bildlichen Auslegung oder auch einer Allegorisierung. Wenn man einen Bibeltext allegorisch auslegt, dann sucht man immer noch so eine versteckte, verborgene Bedeutung, statt eigentlich das zu nehmen, wie es erst einmal dasteht.
Und wenn man allegorisch etwas auslegt, dann kann man zum Beispiel den Begriff Kanaan nehmen. Kanaan ist ein geografisches Land, das Gott Israel versprochen hat. Das wäre eine wörtliche Bedeutung. Wenn ich jetzt allegorisch auslege, dann sage ich: Moment, Kanaan, das steht für den Himmel, der uns zugesagt ist, oder für geistliches Leben. Ich entdecke etwas, was tiefer dahinter steckt.
Und die Schwierigkeit ist: Wenn ich so an Bibeltexte herangehe, dann kann man sich, wenn man es übertreibt, alles Mögliche hineinlegen. Das ist die Schwierigkeit, weil ich vom Kerngedanken des Textes weggehe und nach einer tieferen Bedeutung suche.
Und deswegen möchten wir als Malachi Kreis euch ermutigen: Guckt, was der Text eigentlich sagt. Und das ist unsere hermeneutische Straße, das ist unsere Auslegungsmethode, mit der wir im dritten Bereich wären, nämlich dem sogenannten Dispensationalismus.
Wer das vertritt, der unterscheidet erst einmal, dass es ein alttestamentliches Israel gibt und eine neutestamentliche Gemeinde. Die Verheißungen an Israel werden wörtlich verstanden, und sie sind teilweise heute noch ausstehend. Viele bibeltreue Gemeinden, sei es im baptistischen, im freikirchlichen oder im brüdergemeindlichen Kontext, folgen dieser hermeneutischen Straße.
Ganz interessant ist, falls ihr den schon mal gehört habt: Der evangelikale Theologe Charles Feinberg, er ist selbst jüdischer Herkunft, hat nachgewiesen, dass in den ersten drei Jahrhunderten oder in der frühen Christenheit die Gemeinde grundsätzlich prämilianistisch war, das heißt, sie hat eigentlich einen dispensationalen Weg verfolgt.
Warum ist das so? Na ja, die einfachste Erklärung ist: Wenn wir die Bibel wörtlich verstehen, dann kommen wir zu ganz guten Antworten. Allerdings gab es in der Kirche dann ab dem vierten Jahrhundert Probleme in der Auslegungsmethode, und man hat irgendwann angefangen: Okay, wir wollen stärker geistlich, wir müssen in tieferen Sinnen etwas entdecken. Und das wird uns nachher der Martin Maier noch weiter erklären, also schon mal so ein kleiner Cliffhanger. Da geht es dann richtig in die Tiefe.
Uns ist einfach wichtig: Es gibt einen hermeneutischen Auslegungsansatz, und mit dem können wir entscheiden, wie wir Israel heute verstehen. Substitutionstheologie sagt, die Gemeinde ersetzt Israel. Die Bundestheologie sagt, die Gemeinde ist die Fortführung von Israel. Und der Dispensationalismus sagt, die Gemeinde hat Israel nicht ersetzt.
Wir im Malachi Kreis folgen genau diesem Auslegungsansatz. Wir verstehen den Text buchstäblich und nicht allegorisch. Das, was im Alten Testament über Israel steht, nehmen wir wortwörtlich. Und deswegen haben wir für uns auch gesagt: Die Gemeinde ist wirklich die Gemeinde, und Israel ist wirklich Israel.
Das sind die unterschiedlichen Sichtweisen, um euch ein bisschen heranzuführen: Wie ist jetzt diese Sichtweise im Hinblick auf unseren zweiten Punkt, biblische Prophetie?

Prophetie als Schlüssel zum Verständnis von Gottes Plan

Wenn wir die Bibel lesen, merken wir schnell: Okay, Prophetie scheint irgendwie bedeutsam zu sein. Circa 28 Prozent der ganzen Bibel bestehen aus Prophetie. In diesem Zusammenhang ist es spannend, dass 31 Verse in der Bibel mindestens 8 prophetische Aussagen beinhalten. Jeder dreißigste Vers in der Bibel enthält eine prophetische Aussage. Von diesen 8 prophetischen Versen sind aktuell 6 erfüllt. Es stehen also noch zweitausendunddreissig Verse aus, und diese Verse sagen Gewaltiges über die Gegenwart und über die Zukunft Israels aus.
Wir können Prophetie nicht einfach beiseiteschieben oder irgendwie vergeistlichen. Aber was ist jetzt biblische Prophetie? Jeff Kinley und Todd Henson haben das wie folgt definiert: Die biblische Prophetie ist Gottes im Voraus geoffenbarter Plan. Oder anders gesagt: In fast jedem Buch der Bibel zeigt Gott durch seine Propheten, was er tun wird.
Früher hat er Träume und Visionen benutzt, heute haben wir aber die vollständige Offenbarung. Wir brauchen keine Mittelsmänner mehr, denn Hebräer 1,1 sagt: „Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten“ – ich persönlich würde sagen, das ist das Alte Testament – „hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn.“ Das ist alles, was wir im Neuen Testament über Jesus Christus finden, den er gesetzt hat zum Erben aller Dinge, durch den er auch die Welten gemacht hat.
Stadelmann und Schwarz formulieren das wie folgt: Eine zusätzliche Offenbarungsgestalt ist nicht zu erwarten. Deshalb verkündet die christliche Gemeinde das Wort von Christus, erwartet sein Wiederkommen am Ende der Gemeindezeit und fügt seiner Offenbarung nichts hinzu.
Wir beziehen unsere Informationen allein aus Gottes Wort. Wir hören nicht auf neue Propheten oder neue Botschaften. Wir hören ebenso wenig auf neue Visionen, die zusätzlich dazugekommen sind, weil Gott heute Nacht zu mir gesprochen hat und ich euch das jetzt mitteilen muss. Wir glauben auch nicht an irgendein menschliches System, das den Bibeltext überschreibt. Für uns zählt schlicht und einfach das, was in der Heiligen Schrift steht.
Ich hoffe, ihr merkt: Das Thema Prophetie ist sehr wichtig bei der Auslegung. Wenn wir uns an Gottes Wort halten, bekommen wir Orientierung und Hilfe. Gott will uns nämlich nicht in Unwissenheit über die Zukunft lassen, denn ohne Kenntnis von Gottes Plänen entstehen Angst und Unsicherheit. Und davon haben wir doch wahrlich momentan echt genug. Denn Unwissenheit macht uns anfällig dafür, dass wir für Irrlehren, für Spekulationen, für Sensationsmache oder gar Verschwörungstheorien offen sind.
Ich möchte nur an das viral gegangene Rapture-Talk erinnern, vom südafrikanischen Pastor Joshua Malakele, der die Entrückung für den 23. oder 24. September 2025 vorhergesagt hat. Ihr sitzt alle noch da, war wohl falsche Prophetie. Das Ding ging über TikTok viral, über YouTube, und es hat in der amerikanischen Christenheit für Spaltungen gesorgt.
Wenn wir aber das prophetische Wort anschauen, dann bekommen wir Gewissheit und Vertrauen. Gott wird erfüllen, was er verheissen hat. Anstatt irgendwelchen YouTube-Videos, anstatt irgendwelchen TikTok-Reels und ich möchte es ganz bewusst uns Christen sagen: anstatt frommen Telegram-Kanälen zu folgen. Telegram macht unter Christen ganz viel kaputt, weil wir alle da drin hocken und diese Sensationsnachrichten haben. Gehen wir bitte an das Wort Gottes, denn 2. Petrus 1,19 sagt: „Und so besitzen wir das prophetische Wort umso fester; auf das zu achten, ist wohltuender als auf eine Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen.“
Das Licht der Prophetie schenkt uns in diesem ganzen Chaos, das wir haben, Orientierung. Das Ganze haben wir gebraucht, damit wir sehen: Prophetische Texte sind sehr relevant, wenn wir nämlich jetzt an die Frage rangehen, wie ist es mit der Vergangenheit? Wie ist es mit der Gegenwart und wie ist es mit der Zukunft von Israel? Wir gehen jetzt zum dritten Aspekt, zu der Erfüllung biblischer Texte.

Zeitliche Ordnung und die Wiederherstellung Israels

Ihr seht hinten Bücher von Eberhard Platte. Der wird euch ganz sicherlich bekannt sein.
Eberhard Platte erzählte einmal eine Begebenheit, die sein Vater ihm berichtet hatte: Stell dir vor, du besuchst einen Nachbarn. Auf dem Tisch liegt ein handgeschriebener Brief. Neugierig liest du hinein. Darin steht, wie sehr der Absender dich liebt und dass er dich in sein Erbe einsetzen will. Begeistert beziehst du das auf dich. Doch dann entdeckst du auf dem Umschlag, dass der Brief gar nicht an dich adressiert war.
So ergeht es vielen Christen, wenn sie die Bibel lesen. Sie übersehen, an wen was zu welcher Zeit adressiert wurde.
 2. Petrus 3,5-7 zeigt uns, dass Gott mindestens drei verschiedene Zeitalter kennt. Dort heißt es von der damaligen Welt, dass sie durch Schöpfung bis zur Sintflut bestand. Dann gibt es die jetzigen Himmel und die jetzige Erde, also gewissermaßen von der Sintflut bis zur Wiederkunft Jesu. Das scheint unsere Zeit zu sein. Und dann spricht der Text von dem zukünftigen Tag des Gerichts. Also haben wir noch eine zukünftige Zeit, in der Gericht sein wird.
Wir sehen: Die Bibel unterscheidet ganz klar gewisse Zeitabschnitte. Warum ist das so wichtig? Na ja, von Ebert haben wir gehört: Es entsteht sonst Eintopflehre. Wir versuchen dann nicht mehr, Unterschiede zu wahren, sondern vermischen irgendwie alles.
Interessant ist, dass die Bibel uns noch weitere Informationen gibt. In Apostelgeschichte 15,16-17 lesen wir zum Beispiel von der Hütte Davids. Das ist eindeutig ein Begriff für Israel. Wir lesen von allen übrigen Menschen, das sind die Nationen oder die Heiden. Und dann lesen wir davon, dass aus den Nationen ein Volk für seinen Namen genommen wird. Hier klingt eindeutig die neutestamentliche Gemeinde an.
Es ist doch beachtenswert, dass in Apostelgeschichte 15 Amos 9,11-12 zitiert wird. Und Amos 9 sagt eindeutig aus, dass Gott Israel wiederherstellen wird. Wolfgang Nestvogel hat hierzu geschrieben: Vielmehr zeigt Jakobus mit diesem Zitat, dass Gottes Zukunftspläne für Israel keinen Nachteil für die Heiden bedeuten. Wenn Gott sein Volk in der Zukunft endgültig ins Land einpflanzen wird, dann werden auch die Heiden einen Segen davon haben.
Amir Zafati, ein messianischer Jude, hat vielleicht auch schon einiges gelesen oder gehört. Auf Instagram ist er ja sehr aktiv. Er hat herausgefunden, dass die etwa 80 Stellen im Neuen Testament, in denen der Begriff Israel benutzt wird, immer das ethnisch-jüdische Volk meinen. Es wird nie vergeistlicht benutzt. Und deswegen schlussfolgert er daraus: Die Juden bleiben als Volk Gottes physisch ausgewählt, die Heiden nicht. Doch in geistlicher Hinsicht haben beide die gleiche Möglichkeit, auf genau die gleiche Weise von Unerretteten zu Geretteten zu werden.
Und das haben wir im zweiten Lied gesungen: In Christus ist mein ganzer Halt. Das gilt heute. Und deswegen ist für mich vom Schriftbefund her eigentlich klar: Die Gemeinde hat Israel nicht ersetzt.
Jetzt fragen Kritiker: Ja, warum hat die Gemeinde Israel nicht ersetzt? Die Antwort lautet: durch die prophetischen Texte. Wenn Gott bisher alle Prophetien wortwörtlich erfüllt hat, dann muss es in seinem Wesen liegen. Wenn er wahr ist, wenn er nicht lügen kann, wenn er absolutes Licht ist, dann müssen sich auch seine ausstehenden Verheißungen noch erfüllen.
Und wenn wir historisch diese hermeneutische Straße gehen, also mit diesem Auslegungsansatz die Bibel einfach so nehmen, wie sie wortwörtlich zu verstehen ist, dann kommen wir einfach dazu, dass Israel ein Existenzrecht hat.
Jetzt gibt es natürlich Leute, die sagen: Ja, halt, aber die Gemeinde gab es doch noch gar nicht im Alten Testament. Na ja, die Antwort ist relativ einfach: Stimmt, sie gab es noch nicht. Aus dem Neuen Testament wissen wir, dass die neutestamentliche Gemeinde erst an Pfingsten ins Leben gerufen wurde. Aber in der Ewigkeit war sie vom Vater schon geplant.
Der Grund dafür ist, dass Gott eine fortschreitende Offenbarung schenkt. Gottes Wahrheit geht fortschreitend voran. Liebe Eltern, ich glaube, dass ihr Sexualpädagogik auch nicht im Alter von einem Jahr unterrichtet. Ihr macht das fortschreitend. So holt ihr doch die Kinder ab und führt sie zu einer Erkenntnis. Gott geht genauso mit uns um, mit seinem Wort. Er zeigt uns die Dinge fortschreitend.
Spannend ist, dass wir auch mal kritische Stimmen aus dem amillennialistischen Lager hören. Da gibt es den Theologen Oswald Ellis. Er schreibt: Wenn wir die alttestamentlichen Weissagungen wörtlich auslegen, müssen wir zugeben, dass sie in diesem Zeitalter weder in Erfüllung gegangen sind noch in Erfüllung gehen können.
Noch spannender finde ich Floyd Hamilton. Er ist ein entschiedener Gegner dieser wörtlichen Auslegung. Er schreibt: Eine buchstäbliche Auslegung alttestamentlicher Weissagung gibt uns genau das Bild einer irdischen Messiasherrschaft, an das der Prämillennialist glaubt. Mit dieser Art Messiasherrschaft rechneten die Juden zur Zeit Christi, und zwar aufgrund einer buchstäblichen Auslegung des Alten Testaments.
Ist das nicht spannend? Das sind Kritiker! Wenn wir die alttestamentlichen prophetischen Texte wörtlich nehmen, dann müssen wir sagen: Die Existenz Israels ist heute kein Zufall, sondern ein Teil von Gottes Heilsgeschichte.
Und Kritiker bestätigen, wenn wir diese hermeneutische Straße, also die historisch-grammatische Auslegungsmethode wählen, was unser Malachi-Kreis tut, dann erkennen wir, dass Israel noch eine Zukunft unter der Herrschaft des Messias hat.

Prophetische Linien von Anfang bis Ende

Dieser ganze Weg, den ich euch mitgeben möchte, war nötig, damit wir jetzt einmal ein wenig in Gottes Wort schauen. Denn Prophetien sind spannend. In 1. Mose 2,17 haben wir die erste, in Offenbarung 22 die letzte. Und dazwischen haben wir zahlreiche prophetische Aussagen.
Das Hauptthema ist immer das erste Kommen, das mit Israel zu tun hat. Und bereits in 1. Mose 3,15 sagt Gott ja zum Samen der Frau: Niemand anders als Jesus Christus wird der Schlange eines Tages den Kopf zertreten. Ab da bis ans Ende der Offenbarung sind die grossen prophetischen Linien immer mit dem ersten oder zweiten Kommen Jesu verbunden.
Es gibt über dreihundert Prophezeiungen über Jesu erstes Kommen und sein Kreuz. Und auf jede Prophezeiung über das erste Kommen des Herrn Jesus gibt es acht über das zweite in Macht und Herrlichkeit. Insgesamt enthält das Alte Testament rund 1800 Hinweise auf die Wiederkunft Jesu.
Prophetie ist keine Nebensache, die wir irgendwie beiseite stellen können, sondern sie ist eine absolute Richtschnur. Sie ist das Rückgrat der Bibel. Jede wichtige Person, jede theologische Linie, jedes zentrale Thema der Bibel hat mit Prophetie zu tun.
Philipp Ottenburg, Prediger beim Mitternachtsruf, hat zu Recht gefragt: Wo auf Erden gibt es völlige Gewissheit? Die Gewissheiten, die wir hatten, schwinden. Dinge, die uns selbstverständlich und unumstösslich erschienen, sind heute unsicher. Das wühlt uns auf. Aber was in der Welt ist wirklich gewiss? Es ist das prophetische Wort.

Endzeit, Israel und die praktische Bedeutung für heute

Mit Blick auf diese Fragestellung sehen wir, dass alle wichtigen Texte der Endzeitprophetie, Hesekiel 38, Daniel 9, Matthäus 24, Markus 13, Lukas 21 und sämtliche Kapitel der Offenbarung, die Existenz eines nationalen Israels voraussetzen. Und so ein kleiner Fun Fact: Mit der Ausnahme des Propheten Jona hat jeder alttestamentliche Prophet vorausgesagt, dass Israel in der Endzeit wieder eine Nation sein wird.
Weil die Erfüllung aller Endzeitprophezeiungen von der Existenz der Nation Israel abhängt, sprechen wir auch oft davon, dass Israel sozusagen die Uhr der Endzeitprophetie ist.
Ich möchte euch dazu eine kleine Anekdote erzählen. Ende letzten Jahres habe ich mir die Frage gestellt: Wie kann ich mit meiner Familie tiefer in Gottes Wort graben? Dann schenkte Gott mir einen Geistesblitz: Hey, lies die Jahresbibel!
Okay, habe ich gemacht. Ich habe für meine Frau, für meine älteste Tochter und mich eine Jahresbibel gekauft, und so lesen wir jetzt. Jeden Tag liest jeder sein Pensum, und wir kommen ins Gespräch. Immer wieder: Hey, wie hast du den Vers gelesen, wie hast du das verstanden oder sonst was.
Und ich merke: Wenn ich die ganze Bibel lese, dann sehe ich die großen prophetischen Linien. Und natürlich gibt es unterschiedliche Bibelauslegungen, auch in Bezug auf Israel heute. Aber wenn ich diesen historisch-grammatischen Weg gehe, diese hermeneutische Straße der wörtlichen Auslegung, dann merke ich, dass der Staat Israel in Teilerfüllung heute schon biblische Prophetie ist.
Ich merke, dass die Wiederherstellung des jüdischen Volkes im verheißenen Land genau das ist, was ich während meiner Jahresbibellese wahrnehme. Wenn ich die Bibel so lese, sie einfach ehrlich verstehe und schlicht als das nehme, was sie ist, Gottes Wort, und nicht anfange, Dinge hineinzulesen, zu vergeistlichen oder nach einem tieferen Sinn zu suchen, dann bekomme ich gute Antworten.
Ich möchte mit euch das an zwei Texten auf die Probe stellen. Ich bitte dich mal, dass du deine Bibel in Hesekiel 34 aufschlägst. Hesekiel 34, und da schauen wir uns mal Vers 5 und 6 an. Dort heißt es: Und so wurden sie zerstreut, weil sie ohne Hirten waren. Und sie wurden allen Tieren des Feldes zum Fraß und wurden zerstreut. Meine Schafe irren umher auf allen Bergen und auf jedem hohen Hügel, und über das ganze Land hin sind meine Schafe zerstreut worden, und da ist niemand, der nach ihnen fragt, und niemand, der sie sucht.
Das ist ein Vers aus einer ganzen Reihe an Versen, die doch etwas aufzeigt: Israel wird zerstreut werden. Ich möchte dir eine Challenge mitgeben, eine Aufgabe. Lies 2026 deine Bibel von vorne bis hinten durch und markiere bitte jeden Vers, der etwas über Israel und seine Zukunft aussagt, und ich garantiere dir: Du wirst staunen.
Wenn wir Hesekiel 34 weiterlesen, in Vers 11 bis 19, dürft ihr das zuhause machen, dann sehen wir, dass Gott selbst als Hirte für sein Volk eintritt. Manche Ausleger sagen jetzt: Okay, das ist die Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft. Aber der zurückgekehrte Überrest erlebte niemals die Fülle der Segnungen, die in diesem Kapitel beschrieben sind. Das passt nicht, die Aussage kann so nicht stimmen.
Dann gibt es andere, die deuten diese Stelle auf die neutestamentliche Gemeinde. Aber auch das überzeugt nicht, denn die alttestamentlichen Propheten wussten nichts von der Gemeinde. Wir lesen also hier etwas in den Text hinein. Was viel besser passt, ist, dass Gott sich fortschreitend offenbart. Hesekiel kündigt hier an, was sich bis heute noch nicht vollständig erfüllt hat. Erst wenn die Gemeinde vollendet ist und der Herr sie zu sich genommen hat, dann wird Gott sich Israel in Gnade zuwenden.
Und diesen roten Faden kann man weiterverfolgen, wenn man in Kapitel 36 geht. Da beginnen die großen prophetischen Äußerungen Hesekiels über die künftige Wiederherstellung und Segnung Israels. Und in Hesekiel 36, Vers 24, liest man: Und ich werde euch aus den Nationen holen und euch sammeln aus allen Ländern und euch in euer Land bringen.
Interessant: aus allen Nationen sammeln und euch in euer Land bringen. Wörtlich gelesen kann man, glaube ich, sehr gut verorten, wann das angefangen hat und wie das passiert ist. Wenn man jetzt in Kapitel 37 weiterliest, dann erfährt man mehr über die künftige, sowohl nationale als auch geistliche Erneuerung.
In Hesekiel 37 erfahren wir: Es gibt Knochen, es gibt Fleisch, das meint die nationale Wiederherstellung, und dann erfahren wir, es gibt auch einen Atem oder einen Geist, das ist das Geistliche. Und genau in diesem Spannungsfeld leben wir heute. Wir sehen, dass Israel national wiederhergestellt ist, aber es hat geistlich noch keine Erneuerung stattgefunden.
In Hesekiel 37, Vers 21 bis 22, lesen wir: Siehe, ich will die Kinder Israels aus den Heidenvölkern holen, zu denen sie gezogen sind, und will sie von allen Seiten sammeln und in ihr Land bringen, und ich will ein einziges Volk aus ihnen machen im Land auf den Bergen Israels.
Damit diese Prophetie erfüllt werden konnte, brauchte es einen Nationalstaat Israel. 1948 mit der Staatsgründung hat sich das erfüllt. Wenn wir der hermeneutischen Straße der wörtlichen Auslegung folgen, dann sehen wir, dass das heutige Israel eine Teil- oder Vorerfüllung der Sammlung ist. Die geistliche Erneuerung steht allerdings noch aus.
Norbert Lieth, Bibellehrer beim Mitternachtsruf, hat das treffend formuliert: Die geistliche Wiederherstellung Israels folgt der physischen Wiederherstellung im Land. Und die können wir heute sehen. Wer mit offenen Augen die Geschichte sieht, der muss doch bitte erkennen, wie Gott mit Israel Geschichte schreibt.
Wie tiefgreifend dieses Jahr auf unsere Ausgangsfrage ist, ob Israel heute eine Erfüllung biblischer Prophetie ist, das hat auch Michael Fleck herausgearbeitet. Ihr könnt die PowerPoint-Folie nachher herunterladen, sie steht auch auf der Malachi-Seite. Ich brauche euch diese sieben Gründe jetzt nicht vorlesen, die könnt ihr da holen. Und wen es weiter interessiert: Michael Schwab hat ein großes Buch geschrieben, Hat Israel die Gemeinde ersetzt?, und in seinem Anhang sind diese sieben Punkte auf fünfunddreißig Seiten erläutert, mit Bibelstellen, mit allem.
Ich möchte euch einfach zeigen: Dieses Jahr ist wirklich fett gedruckt. Das heutige Israel ist kein bloßes geopolitisches Zufallsereignis, sondern ein Baustein in Gottes Heilsgeschichte. Es ist prophetische Erfüllung.
Allerdings müssen wir nüchtern sagen: Die Buße und der Glaube, die stehen noch aus. Sie werden erst am Ende der Trübsalszeit, unmittelbar vor der Wiederkunft Jesu in Macht und Herrlichkeit, stattfinden. Was wir heute sehen, ist die Sammlung; die Erneuerung kommt noch.
Das heißt: Gott benutzt die aktuelle Politikgeschichte als Mittel seiner Vorsehung. Und die Richtung, die wir durch die Gründung des Staates Israels erkennen, und die Rückkehr der Juden in ihr Land entspricht genau der Linie, wenn wir Prophetie wörtlich lesen. Gott schreibt Geschichte mit Israel.
Aber es gibt Aussagen, die so noch nicht erfüllt sind. Ich möchte euch nur zwei Bibelstellen weitergeben, die ich während meiner Lesung in der Jahresbibel einfach gefunden habe, wo ich immer wieder sage: Das muss wohl noch kommen.
 1. Mose 49,10: Nicht weicht das Zepter von Juda noch der Herrscherstab zwischen seinen Füßen weg, bis dass der Schilo kommt, dem gehört der Gehorsam der Völker.
Hier wird ein Herrscher verheißt, der über Israel regieren soll. Das hat nicht stattgefunden. Der Schilo ist nämlich ein Titel für den Messias, und der soll dann Gehorsam bringen. Auch das haben wir noch nicht. Das ist eine alttestamentliche Prophetie, relativ am Anfang, die noch aussteht.
Dann, jetzt kürzlich erst gelesen, Hosea 2,1-3: Doch die Zahl der Söhne Israels wird wie Sand am Meer werden, den man nicht messen und nicht zählen kann. Und es wird geschehen, an der Stelle, an der zu ihnen gesagt wurde: Ihr seid nicht mein Volk, wird zu ihnen gesagt werden: Söhne des lebendigen Gottes. Und die Söhne Juda und die Söhne Israel werden sich miteinander versammeln und sich ein gemeinsames Oberhaupt geben aus dem Land, das heraufzieht.
Wenn ich das lese und mit meiner hermeneutischen Straße der wörtlichen Auslegung komme, muss ich sagen: Die Zahl der Söhne Gottes, das ist ein Begriff, der schon an die Bundesverheißung an Abraham erinnert, und diese war bedingungslos. Ein gemeinsames Haupt, das hebräische Wort ist Rosch Echad, heißt ein Haupt und weist auf eine königliche Figur hin. In der messianischen Erwartung Israels wird dieser eine König der verheißene Messias sein, und der ist Jesus Christus.
Und aus dem Land heraufziehen, das beschreibt doch einfach die Sammlung. Israel war zerstreut, und die Sammlung hat stattgefunden. Und all das hier Beschriebene ist teilweise noch ausstehend, ist noch nicht erfüllt. Und deswegen können diese Stellen auch nicht von der neutestamentlichen Gemeinde sprechen, weil Israel noch klare Verheißungen hat, die ausstehen.
Vieles davon hat sich auch nicht während der Rückkehr aus Babylon erfüllt, wenn wir in die Kirchengeschichte hineinschauen. Vielmehr merken wir: Das tausendjährige Reich ist eine sehr sinnvolle Sache, wenn wir die Bibel wörtlich lesen.
Was definitiv ist: Mit der ersten Alija in der Neuzeit, so von 1882 bis 1903, hat die Rückführung der Juden begonnen. Gott hat sein Volk begonnen, aus der Diaspora zu sammeln. Damit die Völker von Gott lernen können, braucht es das physische und das geistliche Zentrum in Jerusalem. Denn der Messias wird aus Israel kommen und in Jerusalem regieren, und deswegen brauchen wir ein physisches Israel.
Diese ganzen Hinweise machen für mich eigentlich nur eines deutlich: Das heutige Israel ist kein zufälliges Ereignis, sondern eine prophetische Erfüllung.

Konsequenzen für Glauben, Hoffnung und Gebet

So komme ich zum vierten Aspekt: Was hat das jetzt für uns zu bedeuten? Ich möchte das bisherige ein wenig bündeln und dir Auswirkungen für dein persönliches Leben mitgeben.
Wir haben zuerst unterschiedliche theologische Standpunkte betrachtet. Ich hoffe, dass deutlich wird: Wenn wir mit der historisch-grammatischen Auslegungsmethode losgehen, dann erhalten wir eine sehr klare Israelogie, und zwar direkt aus Gottes Wort. Wichtig ist, dass wir die Nation Israel, das irdische Volk Gottes, und die neutestamentliche Gemeinde unterscheiden. Gott hat zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich mit den Menschen gehandelt.
Und wenn wir die Bibel schlicht wörtlich nehmen, dann erkennen wir: Der heutige Staat Israel ist tatsächlich ein Teil der Erfüllung der biblischen Prophetie. Danach haben wir gefragt: Okay, wie sind die Ereignisse um Israel einzuordnen? Ist es nur Geopolitik oder schreibt Gott hier Geschichte? Biblische Prophetie zeigt uns doch im Voraus, was Gottes Plan ist. Während menschliche Meinungen und Trends sich irren, ja, denkt nur an das Rapture Talk, wann die Entrückung sein soll, können wir bei Gottes Aussagen sicher sein: Sie kommen und treten verlässlich ein.
Doch dieses Wissen ist nicht nur etwas, das theologische Theorie ist, sondern es spricht ganz konkret in unseren Alltag. Wenn wir uns mit Prophetie beschäftigen, dann wird uns der Nebel vor der Zukunft genommen. Wir erkennen erst einmal, dass Gott in Kontrolle ist. Gott hat alles unter Kontrolle. Und das schenkt mir Vertrauen. Ich vertraue in seine Weisheit und erhalte Glaubensstärkung.
Jeff Kinley und Todd Hampson bringen es auf den Punkt: Wenn Gott auf seinem Thron sitzt und die Geschichte auf ihr festgelegtes Ende hinlenkt, können wir in dem Wissen ruhen, dass er nicht nur die Zukunft, sondern auch uns in seiner Hand hält. Die Stärke unseres Glaubens hängt also nicht davon ab, wie zuverlässig der ist, an den wir glauben. Und Gott, er ist souverän, er ist allmächtig, und das ermutigt mich in meinem Glauben.
Wenn ich mich mit der Prophetie beschäftige in Bezug auf Israel, dann macht mich das nicht furchtsam, sondern ich werde hoffnungsvoll, weil ich aus Gottes Wort erkennen darf, wie er souverän über allem steht. Und ich erkenne in der Prophetie, dass ich eigentlich zu Christus geführt werde. Er ist das Ziel aller Verheißungen. Je mehr ich mich mit Prophetie beschäftige, desto mehr wird meine Beziehung mit dem Herrn Jesus enger, besser.
Petrus hat uns daran erinnert, dass wir darauf achten sollen, denn das prophetische Wort gibt uns Gewissheit und Ruhe. Und deswegen ermutige ich dich: Lies bitte deine Bibel, jeden Tag. Pastor Olof Latze sagt immer: ein Kapitel Altes Testament, ein Kapitel Neues Testament. Das ist ein guter Tipp. Mach das. Und achte dann bitte darauf, wie Gott mit Israel, mit den Nationen und mit der Gemeinde handelt.
Mir ist aber auch wichtig, mit Blick auf die Situation im Nahen Osten: Wir dürfen eines nicht vergessen. Jeder Mensch ist ein Geschöpf Gottes, und jeder Mensch verdient Respekt und Würde. Und deswegen lasst uns für die christlichen Dienste, die in Israel sind, beten, dass das Evangelium verkündet wird, einerseits den Juden, andererseits den Arabern, und natürlich auch, dass Menschen zum lebendigen Glauben finden.
Und aus diesen Gründen konnte mein Uropa im Bunker sagen: Hitler erzählt Blödsinn. Eine Sache von dem, was er Blödsinn erzählt hat, er hat ganz viel erzählt. Was uns das heutige Israel zeigt, ist: Gott erfüllt sein Wort bis ins Detail. Heute sehen wir die nationale Sammlung, die Erneuerung steht geistlich noch aus, aber Gott bleibt treu. Er wird zu seinem Ziel kommen.
Darum lesen wir die Schrift wörtlich, hoffen, nüchtern und beten mit Liebe für Israel, für die Nationen und für die Gemeinde, bis unser Herr Jesus Christus wiederkommt, seit dem Segen unseres auferstandenen Herrn und Heilandes anbefohlen. In Jesu Namen, Amen.

Wissen. Lesen. Glauben.

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