Serie•Teil 2 / 6Christliche Ethik
Generierte Mitschrift
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Menschliche Grundmuster und die goldene Regel
Wir haben als Menschen verschiedene Reflexe. Wir haben Verhaltensweisen, auf die wir bauen können, sowie Verhaltensregeln und Verstöße, die es in unserem Leben gibt. Das merkt man schon ganz genau als kleines Kind.
Wenn ein Kind zuerst auf einem Stuhl sitzt, sagt es dem Nächsten: Das ist mein Stuhl, ich habe ihn zuerst gesehen. Man kann auch versuchen, die Probe zu machen, ob diese Vorrangregeln in der Gesellschaft ebenfalls gelten. Man geht einfach in den Supermarkt, und wenn an der Kasse eine ganze Reihe Leute steht, geht man einfach nach vorn und durch. Dann merkt man schon an den Reaktionen, dass es ein Prinzip gibt, das in der Gesellschaft gilt. Es gibt eine gewisse Ethik darin, dass einer nach dem anderen kommt.
Es gibt verschiedene solche Dinge, die eigentlich im Wesen des Menschen drin sind. Wir merken und wissen schon, was den anderen stört und was nicht. Darum hat Jesus die ethische Grundlage eigentlich auf das Prinzip gelegt, das in Matthäus 7,12 steht: Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut auch ihr ihnen ebenso. Denn dies ist das Gesetz und die Propheten.
Die Überlegung ist also: Alles das, was man will, dass der andere uns tut, das sollen wir auch tun. Da ist also schon etwas im Wesen drin, das die Basisregel jeglicher Ethik ist. Das ist interessant, denn dieses Basisprinzip kann in einer Kultur ganz umgeschmissen werden. Es ist interessant zu studieren, wie die verschiedenen Kulturen Prinzipien haben, die ganz anders laufen.
Temperamente, Kultur und Gemeinde
Auch in unserer Kultur gibt es verschiedene Charaktere und Temperamente von Menschen, die aufgrund der Prinzipien unserer Kultur unterdrückt werden. Wenn ich zum Beispiel Besuche in psychiatrischen Kliniken mache, dann treffe ich immer wieder Menschen, die richtige Superartisten sind, die sehr langsam und praktisch überlegen, zum Teil auch sehr langsam handeln. In unserer Gesellschaft können sie kaum leben. Denn dort ist alles auf Geschwindigkeit und Logik ausgerichtet. In unserer Gesellschaft muss man ein Sanguiniker oder Choleriker sein, damit man so richtig durchkommt. Dann wird man PDG, also Präsident, Direktor, General, also Leiter.
Aber es gibt verschiedene Temperamente. Und in diesen Spitälern, in denen ich dann Menschen treffe, wären manche bestimmt ganz gute Gurus oder Meditationsleiter in indischen religiösen Situationen, wo man acht Stunden dasitzt und meditiert. Ich kann das nicht. Wenn ich zwei Minuten sitze, sehe ich schon meine Agenda, mein Planning. Im Unterbewusstsein weiß ich schon, was ich zu tun habe.
Jede Kultur stellt praktisch verschiedene Temperamente in den Vordergrund und drückt andere Temperamente nieder. Das ist auch für uns auf ethischer Ebene wichtig zu wissen, eher moralisch. Denn die Gemeinde ist der Ort, und das ist die Schwierigkeit der Gemeinde Jesu, wo eigentlich jedes Temperament seinen Wert finden sollte.
Das erfordert natürlich eine ganz andere Überlegung. Denn man hat vielleicht die Gefahr: Als Sanguiniker hat man die Gefahr zu sagen, wenn einer zu langsam ist, dann muss man ihm mit der Peitsche ein wenig helfen, damit er zur Sache kommt. Und je mehr man das versucht, desto länger dauert es. Das ist normal, das gehört zu seinem Wesen, das ist eine normale Reaktion. Physikalische Reaktionen: Druck gibt immer Gegendruck, das ist physikalisch so.
Aber wir müssen dann in einer Gemeinde überlegen, dass wir den Unterschied machen: Achtung, ist das jetzt wirklich ethisch, die biblische Ethik, die ich da lebe, oder ist das einfach mein Charaktertyp und mein Temperament, das da durchbrennt und die Sache so auslebt.
Gaben, Freude und der Dienst aneinander
Und wenn ich darüber nachdenke, werdet ihr merken, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, den Menschen in der Gemeinde ein Gleichgewicht zu schenken, das sie in Gott und im Gemeindeleben finden können.
Wir haben in der Gemeinde in den Vogesen, dort, wo die Freunde des Zimmermanns sind, einen Bruder. In dieser Gemeinde ist ein Maler, der als Künstler und als Artist sehr begabt ist. Nur besteht sein Beruf als Maler immer im Tapezieren. Da muss man nicht unbedingt ein Großkünstler sein. Das ist natürlich für sein Wesen und für seinen Beruf eigentlich eine Not, denn es entspricht etwas, was er als Maler ist, aber eben nicht dem, was er als Maler sein möchte.
Als wir einen neuen Gemeindesaal gebaut haben, haben mir die Ältesten gemeinsam gesagt: Du, alle diese Wände gehören dir. Ja, sie gehören dir. Danach kamen manchmal Leute hinein und sagten: Oh, sie gehören ihm. Er hat wunderbare Sachen gemacht, andere Bilder wiederum, bei denen man eine Erklärung braucht, um zu wissen, was es ist, aber auch verschiedene Bilder, bei denen man sofort sieht, was es ist.
Für uns war es jedoch wichtig in der Gemeinde, dass dieser Bruder, der so viele Jahre in seinem Beruf unterdrückt wird, in dem seine Gaben zermalmt werden, etwas im Gemeindeleben erleben kann, was ihm eigentlich all die Jahre nicht gegeben worden ist. Das ist nur ein Beispiel. Aber das gehört auch zu dem, was Ethik ist. Denn in der Ethik muss etwas da sein, was im Leben, im Ziel, in dem, wofür wir für Christus leben, sichtbar wird. In dem, was wir sind, soll es ein Verhalten geben, in dem auch Freude enthalten ist.
Denn unser Wesen, das wir haben, wollte Gott so. Und wenn wir dieses Wesen haben, das diese Gaben brauchen kann, dann können wir auch mit Freude in verschiedenen Situationen leben. Wir wollen auf Verschiedenes verzichten wegen unserer Beziehung mit Gott, aber wir bekommen auch neue Freuden.
Ich hoffe, dass für dich das Christenleben nicht nur ein Verzichten ist, denn das ist schlimm. Ich glaube nämlich, es ist nicht nur Verzichten. Es ist sehr viel Freude im christlichen Leben.
Das Leben Jesu als Vorbild der Ethik
Die Freude, auch oft das zu tun, wobei du merkst, dass du frei von dir selbst bist und weiter etwas tun kannst. Wo du lernst, wie in der Apostelgeschichte steht, was wir Jünger gesagt haben, was scheinbar Jesus, also nicht scheinbar, was der Text sagt: Jesus hat es gesagt. Es gibt mir Freude zu geben, mehr als zu bekommen. Das ist eine Realität, das ist eine Realität.
Grund der Ethik, die Überlegung: Was möchte ich gerne, dass die anderen mir tun? Da kann ich überlegen, was ich den anderen tun kann. Das ist die Basis von dem, was Jesus als die Ethik hingestellt hat. Und das hat er ausgelebt, hast du gemerkt. Wenn Not da war, Menschen kamen mit Krankheit, mit Besessenheit und so weiter, hat er sich selber nicht überlegt, wie könnte mir jetzt das gut gehen und so. Da hat er andere gesehen.
Als er den Jüngern gesagt hat: Kommt mal ein wenig auf die Seite, wir gehen miteinander ruhen, hast du gemerkt im Text: Sie waren kaum auf der Seite, da hatte er wieder Liebe zum Volk, das da war mit der Not. Und hat wieder angefangen zu arbeiten. Ich kann mir vorstellen, dass die Jünger gesagt haben: Mensch, also das Ruhen, das ist uns wieder so durchgegangen, durchgebrannt.
Eigentlich war die Beschäftigung für die anderen die grösste Freude im Dienst. Das ist sein Prinzip der Ethik.
Das innere Gewissen und die drei Dimensionen der Moral
Wir wissen, dass wir in unserem Inneren verschiedene Elemente haben, die von Geburt an da sind. Im Alten Testament steht, dass wir schon in unserem Gewissen das Ewigkeitsdenken in uns tragen. Das steht im Ekklesiast, also im Prediger. Ja, Kapitel vier, glaube ich, Vers zehn oder so, irgendwo dort.
Das ist schon in uns, und daran haben wir ja den Beweis: Jede Ideologie, jeder Glaube macht etwas Besonderes mit dem Tod der Menschen. Das ist interessant. Manchmal, wenn ich so von Haus zu Haus gehe und mir die guten Franzosen sagen, nach dem Tod gibt es gar nichts mehr, dann sage ich: Okay, dann hoffe ich, dass sie konsequent sind und keine Beerdigungsorganisation machen und so. Aber einfach: Dann ist ja nichts mehr. Nicht. Dann warum, wenn man eine Katze hat, dann ist nichts mehr, fertig, Schluss, okay? Warum macht man dann so eine Geschichte? Man kann Geld sparen und so, ja, okay.
Ja, man muss immer bis ans Ende gehen mit dem Gedankengang, sonst bleibt es Theorie. Also, das ist drin im Menschen: Gedanken an die Ewigkeit.
Dann ist noch etwas anderes in uns drin, nämlich ein Abwägen von Gut und Böse. Das zeigt uns der Römerbrief, weißt du, Kapitel zwei, Römerbrief: Als die, die nichts vom Evangelium gehört haben und so, werden dann von Jesus gerichtet, wie sie in ihrem Gedankengang zum Bösen und zum Guten gestanden sind. Okay, ich weiß nicht, wie er das macht, das ist die Sache von Gott. Er wird das gut machen, ganz genau, das wird ganz richtig sein, kein Problem.
Aber das heißt, dass wir schon in uns etwas haben, auch wenn wir das Gesetz noch nicht kennen. Wir haben in uns etwas, das uns eine Orientierung gibt.
Die Ethik hat drei verschiedene, kann man sagen, Bestandteile. Der erste Bestandteil ist die Beziehung zwischen den Menschen. Zwischen den Menschen. Da scheint mir das Schöne zu sein. Als Christ weißt du ja, dass du nichts Größeres hast auf dieser Welt, kann man so sagen, glaube ich, außer Jesus natürlich, das ist der Größte, aber nichts Größeres hast du auf dieser Welt als die Beziehung zu den Menschen.
Ich sage oft der Ursula, ich freue mich auf meine Pensionierung. Ich weiß zwar nicht, ob sie einmal kommt, aber wenn sie je kommt, dann möchte ich alle Arbeit abgeben und nur noch mit Menschen zu tun haben. Es ist nicht das Leichteste, das weiß ich schon, denn ich bin auch nicht leicht, dann weiß ich, dass es so ist. Aber mir scheint das so, so, so die Priorität.
Beziehung, Verwalterschaft und Leben in der Welt
Wir sind geschaffen, im Ebenbild Gottes Beziehung zu haben, mit ihm und untereinander. Eigentlich gibt es nichts Wichtigeres als diese Beziehung. In der Beziehung mit Menschen können wir ihnen etwas geben, das ihnen einfach eine Freude, eine Hilfe und ein Beistand auf dem Weg ist, auf dem sie gerade sind. Wenn wir das mit der Hilfe Gottes hinbringen, dann ist das super. Größer gibt es eigentlich gar nichts.
Eine Zeit lang hatte ich in meinem Dienst nicht genügend Geld. Das gibt es aber, das ist ja kein Problem. Da war ich in einer neuen Ortschaft im Gemeindebau und habe in einem Supermarkt als Handlanger gearbeitet. Gott hat ja Humor, das wisst ihr schon, hoffentlich. Ich war dort im Supermarkt verantwortlich für alle Weine. Ich finde, 250 Sorten Wein, das ist super. Ich habe sie nicht alle probiert, das kann ich doch sagen.
Aber das war die Zeit, in der ich im Supermarkt als Handlanger gearbeitet habe. Das Wichtigste waren die Menschen, die Arbeitskollegen. Das hat so Freude gemacht. Nach der Arbeit wieder einladen, Kaffee trinken in der Cafeteria. Und da hat der Herr in dieser Stadt dann angefangen, die Gemeinde zu bauen – im Supermarkt, bei Kaffee und so weiter mit den Kollegen.
Warum eigentlich? Sobald wir merken, dass das Wichtigste, was es auf der Welt gibt, die Beziehung mit Menschen ist, können wir uns in etwas hineindenken und uns darauf einstellen. Wir überlegen dann: Was macht mir eigentlich Freude? Was kann ich dem anderen bringen? Was wird ihm in dieser Situation helfen? Was braucht er, wo ich ihm eine Hilfe sein kann?
Also: Die drei Bestandteile der moralischen Beziehung zwischen den Menschen. Dann das Zweite ist die innere Grundlage eines jeden Menschen. Das heißt: Wenn du Beziehungen mit anderen hast und in jeder Beziehung mit anderen Menschen versuchst, andere zu verstehen, dann bringt dir das einen Reichtum in deinem Wesen.
Ich muss sagen, das ist auch das Super am Teamwork, wenn man als Team arbeitet. Da hast du immer wieder Leute, mit denen du zusammen bist, die ein, zwei oder drei Jahre aus einer anderen Kultur kommen, ein anderes Temperament haben, eine andere Sicht von der Gemeinde, einen anderen Typ, gell. Und da kannst du nur zusammenarbeiten auf dem Prinzip der Vergebung.
Aber jeder, den ich hatte – letztens habe ich durchgezählt – wir hatten bis heute mehr als 40 junge Menschen mit uns im Dienst, die alle jetzt Missionare sind. Das macht Freude, in verschiedenen Kontinenten. Aber ich musste jedem sagen, und das ist ehrlich: Jeder hat mir geholfen und etwas in mein Leben hineingebracht, um den Menschen besser zu verstehen.
Also eigentlich: Ethik, das moralische Leben, da, wo man versucht, mit Christus zu leben und zu sehen, wie man anderen auf der ethischen Basis helfen kann, bringt Reichtum in unser Leben hinein. Das ist etwas, das man vielleicht noch besser verstehen muss in der Gemeinde, im Gemeindeleben.
Zuhören, Offenheit und gegenseitige Hilfe
Bei uns in Frankreich haben wir im Moment Not. Wir haben immer mehr den Stil in den Gemeinden von Zuhörern. Und das wird langsam schwierig, weil die Christen sehr brav sind. Kein Problem, sie sind sehr liebe Leute, aber keiner weiss, was der andere innerlich lebt.
So wenig sehe ich in der Gemeinde, in der ich jetzt bin, so wenig Möglichkeit, spezifisch dem anderen zu helfen. Der Mann weiss nicht, man hat sich nicht geöffnet dazu, zu wissen, wo man füreinander wirklich beten kann und wo man beistehen und helfen kann.
Also: Die Beziehung der Menschen, die Grundlage in jedem Menschen, jede Beziehung auf ethische Weise, also da, wo du lebst, mit Christus und die Moral der Bibel auslebst, gibt es ein Echo auf den Nächsten. Und was der Nächste dann versteht und auslebt, geht wieder ein Echo auf dein Leben zurück, das dies vertieft.
Und der dritte Bestandteil der Ethik ist die Beziehung zwischen Menschen und Gott, natürlich ganz wichtig. Aber diese Beziehung braucht etwas, das wir nötig haben in unseren Kulturen, wo wir es noch materiell leicht haben. Ich würde nicht sagen, obwohl wir immer mehr Not haben, aber doch noch leicht, ist, dass es uns ganz klar ist, dass wir auf dieser Welt von dem, was wir haben, nicht Besitzer sind, sondern Verwalter.
Du weisst ja wie ich, dass deine Hauptwohnung im Himmel ist. Das ist deine Maison principal. Et la maison secondaire, also dein Ferienhaus, ist auf Erden. Weisst du das schon? Es ist wichtig zu wissen, im Fall, dass du hochgehst, dass du nicht weisst, du musst noch mal bauen. Der Herr hat schon bereitet da oben. Aber doch bist du zu Hause, das ist ganz wichtig.
Mir wird es nie wohl sein auf Erden, und ich bin doch ein glücklicher Mensch, aber nie, denn auf Erden bin ich wie ein Vogel im Wasser oder wie ein Fisch in der Luft. Nicht in meinem Element. Verstehst du? Das kann ich, ich bin hier nicht im Element. Denn ich soll nach Johannes 17 in der Welt leben, ohne von der Welt zu sein. Bin nicht in meinem Element.
Und darum suche ich nicht, hier in meinem Element zu sein, und möchte Verwalter sein von dem, was Gott mir zur Verfügung stellt, als Material, aber auch als das, was er zur Verfügung stellt als Gaben, geistliche Gaben und die Gaben, die natürlichen Gaben, die er gegeben hat.
Das scheint mir eine Grundlage, um richtig zu leben als Christ in der Zeit, also als Christ in dieser Welt. Einfach zu wissen: Hier bin ich nicht zuhause, ich bin hier Voyageur et étranger, Fremdling und Reisender in dieser Welt. Das muss mir klar sein.
Abgrenzung von der Welt und Verantwortung für das eigene Volk
Das macht auch dieser Gedankengang. Er verbindet dann auch diese Gedanken, die ich am Anfang gesagt habe: Du brauchst dann nicht zu leben, wie die Gesellschaft lebt, obwohl du genau weißt, dass du nicht einfach rausgehen kannst.
Wir haben es immer wieder versucht, wie die Mönche mit dem Mönchtum und so. Jetzt machen wir die Mauern, die Welt ist draußen, und jetzt können wir heilig sein. Super, ja. Das ist die Illusion vom Menschen, der gut wäre von Natur aus, der sich abkapseln kann und dann, wenn er alleine ist, gut wird. Aber das wissen wir genau: Wenn wir alleine sind, dann sind wir so faul wie miteinander. Also ist das auch nicht die gute Orientierung.
Aber das zu verstehen, okay, jetzt kann ich nicht aus der Welt gehen, das ist das Schwierige. Und so ist es. In allem kann man nicht als Christ der Heilige spielen in der Gesellschaft, wo man ist. Man muss mit Jesus leben, aber ganz bewusst, um Vergebung bittend, dem Herrn für meine Sünde und die Sünde von meinem Volk.
Ich bin in der Krankenkasse in Frankreich obligatorisch. Gar nicht gut anders machen, gell. Aber die Krankenkasse bezahlt in Frankreich alle Abtreibungen. Ich bin nicht dafür, gell, aber ich bin auch drin, ja. Und wenn ich heute früh um fünf mit dem Most genommen habe, also Diesel für mein Auto, dann helfe ich jedes Mal, wenn ich Most nehme für mein Auto, Moscheenbauer in Frankreich. Ich bin nicht hundertprozentig dafür. Aber mit dem Fahrrad so weit gehen ist auch ein Problem.
Also in all dem, wo ich in der Gesellschaft bin, weiß ich ganz genau, dass ich in der Gesellschaft, wo ich bin, auch in einer Sünde der Gesellschaft bin. Darum kann ich die Sachen nicht einfach auch ethisch so leicht trennen. Ich habe in dieser Gesellschaft zu leben, aber ich muss meine Stellung dazu nehmen. Und da, wo ich nicht rausgehen kann und in der Sünde eigentlich mitmache, da habe ich auch die Sünde zu bekennen von meinem Volk. Und dem Herrn sagen: Schau mal, Herr, Frankreich ist so. Herr, schau mal, 200 Abtreibungen im Jahr. Herr, du siehst, jeden Tag werden 800 Babys getötet, und das siehst du von oben und hast noch Geduld.
Dann sage ich ihm oft: Wenn du jetzt gerecht wärst, Herr, dann solltest du mich sofort töten und ganz Frankreich auch. Ich kann nicht weggehen. Die Propheten müssen mitgehen. Im Alten Testament können sie nicht sagen: Das ist das Volk, das sündigt, ich bin jetzt in meiner Hütte. Nein, nein, dabei. Und darum glaube ich auch, wenn wir von Ethik sprechen, haben wir einen ersten Auftrag als Gemeinde: Es ist eigentlich auch Buße zu tun für unser Volk. Denn wir können nicht sagen: Das sind sie, und wir sind da. Sondern wir haben eine große Last.
Und ich habe es ja gesehen in der Schrift, ob es Nehemia war oder der Prophet Daniel: Die haben sich immer Buße getan für die Sünde vom Volk und waren nicht unbedingt in derselben Sünde drin.
Vorbeugende Erziehung und praktische Lebenshilfe
Die christliche Moral, was ist sie eigentlich für uns Gläubige? Ich weiß nicht, wie er auch platt ist, das wäre der fünfte Punkt, durchschnitts eins fünf, christliche Moral. Habt ihr etwas so? Gibt es das? Okay.
Was ist sie eigentlich? Ist es eine vorbeugende Unterweisung? Das heißt: Wenn wir in den Gemeinden, scheint mir, ganz wichtig zu sein, dass wir schon in der Kinderarbeit und in der Jugendarbeit ganz klaren ethischen Unterricht von der Schrift her geben. Oft lässt man zuerst die ganzen Gedanken der Unmoral dieser Welt durch die Schule hineingehen und macht nachher nur Korrekturarbeit. Ich glaube, es ist falsch, wenn man nur kurativ macht und nicht präventiv, wenn man nicht vorbeugend arbeitet. Ich glaube, die Lehre, also das Unterrichten von Ethik, soll vorbeugend sein.
In Frankreich zum Beispiel ist es klar, dass mit unseren Schulen, mit unserem Schulsystem in Frankreich, ein junger Mensch vor allem etwas im Kopf hat. Nicht immer sehr viel, aber durch all die Theorien eben etwas im Kopf. Da habe ich sofort gemerkt, in der Gemeindegründungsarbeit: Jetzt müssen wir vorbeugen. Denn in Frankreich, als wir vor 30 Jahren mit der Gemeindearbeit angefangen haben, haben wir gemerkt, dass der manuelle Beruf, also der Arbeiter, praktisch so angeschaut wird. Also gerade das Gegenteil von der Kultur in der Zeit Jesu. In der Zeit Jesu, wenn ein praktischer, manueller Arbeiter durchging, sind die Leute aufgestanden, denn es war jemand Wichtiges, der praktische Arbeit getan hat.
Bei uns in Frankreich muss man vor allem viele Examina machen, obwohl es am Ende nichts mehr gibt, aber einfach viele Examina. Da haben wir in der Gemeinde gemerkt: Okay, jetzt müssen wir mit den Kindern anfangen, Bastelarbeit mit Ziel zu machen. Da haben die Mädchen, die Frauen gelernt, wie man mit wenig Geld kocht und auch gesund isst. Da haben die kleinen Mädchen mit sechs, sieben, acht Jahren oft gekocht für unsere älteste Stunde. Wir haben gegessen, und die kleinen Siebenjährigen haben uns das Essen gebracht, das sie gekocht haben.
Und mit den Burschen haben wir Velo, also Fahrrad, repariert, Bremsen gewechselt, Lampen im Haus, verstopfte Abflüsse, Beton gemacht. Und da hatte ich einen Motor von einem 2CV in der Garage auf ein Ding aufgeschraubt, und da habe ich Pannen gemacht. Sie mussten die Pannen reparieren und so. In der Sicht, dass, wenn die Gesellschaft so macht, diese Männer für morgen selber mit ihrer Hand etwas tun können, überleben, Gartenarbeit usw.
Einfach zu schauen: Was fehlt dieser Gesellschaft, wo wir sind, und was können wir da reinbringen? Also vorbeugend. Das Vorbeugende der Ethik ist eben zu zeigen: In diesem Moment konnten wir auch den Kindern lernen und zeigen, wie man Freude haben kann, wenn man mit den Händen etwas tun kann und wenn man am Ende sagen kann: Das habe ich gemacht, jetzt bin ich bis zum Ende gekommen.
Diese Freude, ein Ziel zu haben, es zu erreichen, da weißt du schon, da schuldet man jemanden, der dann in seinem Leben ein Ziel erreichen kann und schon weiß: Es gibt Freude, wenn das Ziel erreicht ist.
Zielorientierung, Begleitung und Vergebung
Und so haben wir beim Unterrichten mit den Jungs, zusammen mit Werkstätten, natürlich auch Unterrichtsstunden gehabt über das, was Rauschgift bringt, was Alkohol bringt, über die sexuelle Freiheit, darüber, warum Gott will, dass wir vor dem Bund, vor der Ehe, keinen sexuellen Verkehr haben, über Treue und darüber, warum das für das ganze Leben so wichtig ist, etc.
Und dann kannst du das alles schon vorbeugend einbringen. Oft, wenn man nur kurativ ist, wenn man nur in die Probleme hineinspricht, dann gibt es immer die Reaktion von Konfrontation. Wenn du vorbeugend bist, dann kannst du zeigen, wohin ein Leben mit einem gewissen Ziel führt. Also kannst du sie auf lange Sicht orientieren.
Nämlich, interessant ist, dass man versuchen muss, wenn ich Kinderarbeit mache, die Kinder einmal zu fragen: Wie stellst du dir dein Leben in 15 Jahren vor? Mal überlegen. Das ist ganz interessant. Und dann sagen dir Kinder etwas wie: Ich würde das und das und das wollen. Und dann kannst du ihnen sagen: Siehst du, das ist ganz interessant, das willst du sein, so und so. Ich zeige dir jetzt, wie man da hinkommt.
Und da sagen sich manchmal die Kinder ganz spontan, auch dort in Bonn in der Gemeinde, als sie sich gefragt haben: Ich möchte gerne eine schöne Familie haben. Okay, dann zeigst du den Weg. Jetzt musst du lernen, eine Disziplin in deinem sexuellen Leben zu haben. Warum? Denn du willst dieses Ziel erreichen. Jetzt musst du lernen, gehorsam zu sein gegenüber deinen Eltern. Denn wenn du nicht gehorsam bist, kannst du nie von einem anderen Gehorsam verlangen. Autorität wirst du nur haben, wenn du dich selbst unter eine Autorität stellst.
Dann kannst du ihnen so Verschiedenes auf lange Sicht zeigen. Und dann wissen sie, warum sie auf etwas verzichten, denn sie haben sich ein Ziel gesetzt, und sie möchten dieses Ziel erreichen. Natürlich musst du sie dann begleiten. Denn wenn sie das Ziel setzen, dann weißt du im Voraus, dass sie nicht die Kraft haben, es allein zu erreichen.
Und dann hin und wieder auf die Schulter schlagen. Auch letzte Woche hat Ursula einem Mädchen, einem Zehnjährigen, auf die Schulter geschlagen. Sie sagte: Du, jetzt mit einem Ziel, wo bist du dran? Da hat sie gesagt: Oh, es geht nicht. Ich war wieder ungehorsam, total daneben zu Hause. Und da hat Ursula gesagt: Ja, schau, jetzt beten wir miteinander. Diesen Kampf, hat Ursula gesagt, diesen Kampf kenne ich auch. Weißt du, wir wollen das Gute. Jetzt beten wir. Da kannst du es versuchen, und es wird helfen.
Zielsetzung, aber nicht enttäuscht sein oder andere enttäuschen, wenn unterwegs Sünde da ist, Not da ist, Schwierigkeiten da sind. Wir sind da, um zu helfen, um wieder aufzustellen, aufzustellen auf die Vergebung, und dann wieder los.
Heiligkeit, Identität und die Zehn Gebote
Die Ethik, die christliche Ethik, ist auch eine zu Gott führende Pädagogik. Das heisst: Alles, was ich gesagt habe, alles, was in der Ethik, in den Zehn Geboten, enthalten ist – ich komme dann noch darauf zurück, was in den Zehn Geboten steht –, ist nicht dazu da, uns zu belasten, sondern um uns zu sagen: Wenn du das lebst, dann hast du eigentlich dieses tiefe Glück, das du schon lange gesucht hast.
Also: Es ist ein Weg, der zu etwas Positivem führt. Man kann das so sagen; es steht nicht direkt in der Bibel, würde ich sagen, weil ich es nicht gefunden habe. Aber ich glaube, das Wichtige in diesem Sinn ist, dass man einem Jungen in dem, was du da sagst, zeigen kann: Je mehr man in die physische Nähe kommt, desto schwieriger wird es, zu warten, wenn man sich liebt.
Der Junge muss wissen, warum. Man kann nicht einfach sagen: Jetzt ist entschieden, kein Küssen vor der Ehe, fertig. Okay, also kein Küssen, fertig, Schluss. Na ja, aber man muss wissen, dass es schwierig sein wird zu warten, wenn man sich in der Beziehung physisch weiter vorwärtsbewegt.
Ich glaube, wir müssen, der junge Mensch muss unbedingt verstehen, warum diese Dinge da sind. Und die Erklärung muss so sein, dass sie auch eine menschliche Logik hat. Es kann nicht einfach ein Prinzip sein; es muss eine menschliche Logik haben. Der junge Mensch muss verstehen: Was ich dir jetzt sage, ist einfach, weil ich dich liebe. Das ist eine Bewahrung auf dem Weg, nicht ein Gebot auf dem Weg, sondern eine Bewahrung.
Sonst kommen wir wieder in so ein Prinzip hinein, wo dann automatisch der alte Mensch, auch wenn er jung ist, der natürliche Mensch, automatisch das Gegenteil macht. Das ist der Automatismus des natürlichen Menschen. Um zu beweisen, dass man das Ding auch auf der Seite lassen kann, sagt man: Ich mache es anders.
Es ist eine Pädagogik. Pädagogik ist ja eine Hilfe, praktisch eine Hilfe zu einem Ziel. Für uns ist die Ethik der Bibel eine Hilfe, um an das Ziel zu kommen, wo ich immer mehr verliebt bin in Jesus.
Von wo kommt diese Liebe her? Das weisst du, du hast ja auch das Neue Testament gelesen. Wie wächst die Liebe zu Jesus? Die Liebe zu Jesus wächst, je mehr er uns vergibt. Hast du gemerkt, im Evangelium, als Jesus von dieser Frau sagt, die kam? Sie liebt mich so, denn ich habe ihr viel vergeben.
Das heisst jetzt nicht, dass wir viel sündigen sollen, damit uns viel vergeben wird, gell. Das sagt dann Paulus wieder klar. Aber es stimmt: Wenn wir noch mehr erkennen, wer wir sind, brauchen wir noch mehr Gnade Gottes für unser Leben. Und je mehr wir das erkennen, desto mehr sind wir verliebt in den, der uns immer wieder vergibt.
Die christliche Ethik ist auch die ideale Grundlage für menschliche Beziehungen, der beste Weg zum Zusammenleben. Das ist wahr. Das haben wir ja heute Morgen gehört in Kolosser 3, als wir es vorher gehört haben, dass wir einander vergeben sollen, wenn einer etwas gegen den anderen hat. Vergeben.
Ich weiss, ihr habt wahrscheinlich auch gemerkt im zweiten Korintherbrief, dass, als Paulus sagt, dass er die Pläne des Teufels kennt, 2. Korinther 2, da sagt er zuerst eben, bevor er das sagt: Da haben Leute in Korinth gegen Paulus gesündigt. Sie haben bei den Ältesten um Vergebung gebeten. Und Paulus könnte man ja nicht leicht erreichen; der hatte kein Mail und kein Fax und keine feste Adresse. Seine Adresse war immer verschwommen, er war wieder an einem anderen Ort.
Und dann haben diese Ältesten wahrscheinlich zu diesen Leuten, die Vergebung gesucht hatten, gesagt: Ja, aber ich muss das noch mit Paulus klären. Und Paulus hat geschrieben: Wenn ihr vergeben habt, habe ich vergeben, denn ich kenne die Pläne des Teufels, sagt er da.
Eine der Pläne des Teufels ist immer, in der Gemeinde die Vergebung ganz kompliziert zu machen. Hast du schon gemerkt, dass man sich sagt: Ja, war er wirklich ehrlich da, als er um Vergebung gebeten hat? Und ich vergebe ihm dann schon, wenn er sich wirklich ändert. Verstehst du? Du musst zuerst sehen, ob er sich wirklich geändert hat. Und, und, und.
Ich finde, das Schöne als Christ ist, dass du vergeben kannst, bevor der andere gemerkt hat, dass er gegen dich gesündigt hat. Stell dir mal vor, das ist ein Sport. Wie du das schnell machst: Da bist du dran, der andere hat dir richtig weh gemacht, und du hast vergeben, bevor er es gemerkt hat. Und du brauchst ihm nicht einmal zu sagen, dass er dir weh gemacht hat. Du hast vergeben.
Und plötzlich geschieht es so, das kann ich auch aus Erfahrung sagen: Plötzlich, Jahre später, kommt er zu dir und sagt: Du, ich muss dir noch etwas sagen. Da war ich ja schrecklich mit dir. Vergib mir. Man muss ehrlich sagen: Du, Moment mal, ich weiss nicht mehr genau, wovon du redest. Könntest du mir das sagen?
Das ist vergeben. Vergeben – das ist das Prinzip der Gnade des Neuen Testaments. Stell dir mal vor, dass wir diese Freiheit haben, zu vergeben, bevor die anderen um Vergebung bitten, bevor sie sogar merken, dass sie uns weh gemacht haben. Das ist eigentlich der Weg der Heilung unseres persönlichen Lebens.
Vergebung, Kampf und die innere Freiheit
Viele Christen sind krank, weil sie nicht vergeben können. Das macht Mühe, Bitterkeit und Reaktion.
Wenn du die Freude hast, Gemeindegründer zu sein – das ist ein grosser Titel, der nichts heisst, einfach Zeuge Jesu zu sein –, dann wirst du merken, wie es im Neuen Testament steht. Ich habe in verschiedenen Gemeinden, wo ich die Freude hatte, diese Rolle zu haben, erlebt, dass mich Brüder, die ich zum Glauben geführt hatte, später schlecht gemacht haben. Sie hatten einfach eine Welle von Eifersucht. Aber das hatte ich auch; das kenne ich auch in meinem Herzen. Sie sind nicht schlechter als ich, sie sind alle besser als ich.
Als sie das hatten, haben sie versucht, Daniel fertigzumachen. Sein Ding sei nichts, und das sei fertig, und so weiter. Und dann merkt Daniel plötzlich innerlich all meine fleischlichen Reaktionen. Wenn ich mir sage: Der Kerl, den habe ich zum Glauben geführt, und jetzt ist der stinkfrech da in meiner Zeit noch einmal. Ich war ja im Militärdienst Fallschirmspringer und so, gell. Jetzt habe ich nur noch den Fallschirm, und der ist fertig.
Ich habe oft der Gemeinde gesagt: Zum Glück hat der Schöpfer nie hier einen Fernsehschirm gemacht, wo man die Gedanken sieht. Sonst müsste ich oft mit einer Kappe gehen, so dass man diese negativen Gedanken nicht sieht. So ein Kampf!
Und dann die Freude wieder zu finden, in der Gegenwart Gottes zu wissen: Ja, Mann, zur Ethik gehört diese grosse Freude, die du nicht verlieren darfst. Du kannst vergeben, du kannst lieben. Das ist unerhört.
Ich weiss nur von einem Bruder, der ziemlich viel gegen mich hatte und so. Der Herr hat mir einfach zu diesem Bruder geschenkt, dass die Liebe geblieben ist. Das kann man nicht mehr machen, aber der Herr hat es einfach geschenkt. Und einmal, als er so gegen mich war, habe ich ihn umarmt und gesagt: Du, etwas kannst du mir nicht wegnehmen, ich liebe dich. Du kannst machen, was du willst, du bringst es nicht weg.
Das gehört, finde ich, zu dieser Freiheit, die wir brauchen, wenn wir auch in der Ethik anderen Brüdern und Schwestern in ihrem Leben sagen müssen: Das geht nicht, schau mal, da bist du auf Glatteis, da bist du am Abgleiten in eine Sünde, hör da auf!
Diese Spannung meint jetzt Janich, dass ich immer so Liebe habe zu denen, die gegen mich sind. Das ist nicht wahr, nicht im Fall. Ich bin oft vor dem Vers: Du sollst deine Feinde lieben, auf den Knien. Ich kenne alle meine Reaktionen, wenigstens die, die ich bis jetzt kenne. Die sind schlimm.
Ja, nur letzten Samstag bin ich von einem Geschäft zum anderen gegangen in Bonn, morgen um neun Uhr, wenn die Geschäfte sich öffnen, mit dem Evangelium, um in jedem Geschäft dem Personal das Evangelium zu geben. Da hat es verschiedene Reaktionen gegeben, gell? Und ich habe wieder gemerkt, wie meine Liebe nicht gleich ist zu allen Leuten. Pah, es macht Mühe, wenn man es immer wieder entdeckt.
Und dann kommst du nach Hause und sagst: Herr, wieso kann ich noch so plötzlich so hart sein, so reagieren.
Heiligung als Folge der Gnade
Was wir wissen müssen, ist, dass es nicht zur Heiligung führt, wenn wir ethisch, also von moralischer Seite her, klar nach Gottes Wort leben wollen.
Heiligung ist eigentlich unsere Ehrfurcht vor Gott. Er ist heilig. Und weil er heilig ist, hat er gesagt, dass wir auch heilig sind, weil wir Jesus angenommen haben. Petrus sagt in seinem Brief: Weil ihr heilig seid, lebt wie Heilige. Das ist das Prinzip.
Heilige sind Menschen, die eigentlich ein anderes Wesen haben, das wir durch die Wiedergeburt bekommen haben. Als Wiedergeborene werden wir nicht dadurch heilig, dass wir christliche Moral ausüben, sondern weil wir heilig sind, wollen wir so leben wie Heilige. Das ist ein Unterschied.
Ich versuche also nicht, in meinem Leben als korrekter Christ moralisch korrekt zu sein. Ich versuche nicht, dadurch besser vor Gott zu werden, sondern weil ich aus Gnade und aus Liebe zu meinem Gott gerettet worden bin, will ich so leben.
Mein Leben, dein Leben in der christlichen Ethik, dieses Leben gibt uns nicht mehr Wert. Denn wir haben schon den vollen Wert, heilig zu sein durch das Blut Jesu. Der Vater im Himmel schaut uns schon als Gereinigte durch das Blut Jesu an. Das ist so ein Wunder, dass man es eigentlich gar nicht ganz fassen kann, dass der Vater uns schon so sieht. Und weil der Vater uns so sieht, wollen wir auch so sein.
Also: Wir werden durch unsere Moral in diesem Leben nicht besser, sondern wir sprechen eigentlich nur das aus, was wir in Gott wirklich sind. Das nur, um zu sagen, dass wir nicht meinen, es gebe auch solche Tendenzen. Sogar im evangelischen Lager gibt es solche Tendenzen, wo man meint, man müsse immer mehr in der Heiligkeit vorwärtsgehen, um Gott eigentlich gefallen zu können. Aber dieses Prinzip ist eigentlich nicht im Neuen Testament.
Dort steht vielmehr, dass wir total heilig sind, und weil wir es sind, wollen wir es aus Liebe auch ausleben.
Die Gebote als Wegweiser für das Leben
Ich komme zu der Ethik der Zehn Gebote. Wie viel Zeit ist denn noch da? Ich habe noch ein bisschen Zeit. Elf Uhr fünfzehn bis zwölf Uhr dreißig, okay.
Die Zehn Gebote, die müssen wir doch schnell durchnehmen, denn sie sind zu wichtig.
Erstes Gebot: Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus dem Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt hat. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.
Also: Er hat uns aus dem Ägyptenland geführt, und jetzt ist das erste Gebot so wichtig: kein anderer Gott neben Gott. Da muss natürlich jeder von uns überlegen, ob das so klar ist, worauf wir eigentlich am meisten unser Vertrauen setzen. Das, worauf wir am meisten unser Vertrauen setzen, wird Gott.
In 1. Johannes 5,1-5, das ich auch auswendig lernen müsste, wie meine drei Brüder und Schwestern: Jeder, der glaubt, dass Jesus der Christus ist, ist aus Gott geboren. Und wer den liebt, der ihn geboren hat, der liebt auch den, der aus ihm geboren ist. Daran erkennen wir, dass wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote befolgen. Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten. Und seine Gebote sind nicht schwer. Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt. Und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist es, der die Welt überwindet, wenn nicht der, welcher glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist?
Warum sind die Gebote denn nicht schwer? Da kann man sich fragen. Das war meine Frage, als ich wieder zum Glauben kam. Und ich bin froh, dass mir der Vater das erklärt hat in dieser Zeit, als ich zurückkam, als er mir gezeigt hat: Es ist so leicht, die Gebote zu halten, wie es leicht ist, auf der Autobahn zu fahren, wenn man die richtige Sicht und Richtung hat. Dann braucht man die Leitplanken nicht, denn man schaut in die Richtung, in die man fährt. Und wenn man Jesus kennt, dann schaut man in die Blickrichtung von dem, was Jesus will, also von dem, was Liebe ist zu Gott und Liebe zum Nächsten, so wie er die Gebote zusammengefasst hat.
Und wenn man in diese Richtung fährt, dann sind die anderen Gebote nicht schwer, denn man kommt nicht an die Leitplanken. Aber es gibt Situationen, in denen man diesen Blick verliert wegen der Sünde. Und dann kommt man ins Schleudern. Dann ist man dankbar, dass Leitplanken da sind. Wenn man im geistlichen Leben ins Schleudern kommt, dann sind die Leitplanken da in unserem Gewissen, in den Geboten, die uns sagen: Halt, nein, nein, nicht Ehebrechen, nein, nein, halt, nicht stehlen, nicht falsch Zeugnis reden. Nein, diese Leitplanken.
Ihr habt verschiedene Bibelstellen, glaube ich, auf eurem Zettel, wahrscheinlich bei jedem Gebot, oder? Habe ich das hingemacht, glaube ich, gell?
Bilder, Götzen und die Weite der Verantwortung
Zweites Gebot
Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht, denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen.
Das ist wieder dieser Gedanke, der wichtig ist: Du lebst nicht nur für deine Generation. Das soll uns auf der ethischen Seite Mut machen. Wenn zum Beispiel ein, ich sage immer wieder auf die Frage der Partnerwahl, das sage ich oft den Burschen. Ich habe verschiedene so junge Burschen bei mir, die zu mir kommen, um zu beten, die Bibel lesen, sich austauschen und so. Dann sage ich ihnen: Wenn du eine geistliche Frau willst später, dann musst du zuerst einmal geistlich sein, sonst zieht sie das nicht an.
Jetzt musst du mal ran und in deinem Leben wissen, was du jetzt einübst an geistlichem Leben. Alles das, was du jetzt übst, wenn dir Gott eine Frau gibt und dann später vielleicht Kinder, dann wird dieses Kapital ganz wichtig für die Generation nachher. Also schon jetzt bist du voll dran im Einüben von Haltungen, die ganz wichtig sein werden für Kinder und Grosskinder. Und ich glaube, diese Sicht dürfen wir nicht vergessen: eine Weitsicht im Leben. Zu wissen, was ich heute einübe, ist absolut wichtig für später.
Und das Einüben, wenn ich es mit meinem Charakter zu tun habe, wenn ich jetzt auf ethischer Seite gerade lebe, auf sexueller Seite gerade lebe, mit dem Willen einfach durch und meine Struktur habe, meinen Plan, Zeitplan und so weiter, dass ich Ordnung habe in meinem Leben, das spielt auf die nächsten Generationen. Wir haben so eine Familie, die da zum Glauben gekommen ist, das ist super, mit fünf Kindern. Aber da haben wir unerhört Arbeit. Das sind Leute, er und sie, die schon das zweite oder dritte Mal verheiratet sind, ich weiss nicht mehr genau. Kinder sind von ich weiss nicht wie viel Vater, also ziemlich kompliziert. Ich muss da eine Zeichnung machen, damit ich da rauskomme mit dem Baum da mit dem Stamm.
Aber die kommen so aus zerrüttetem Hintergrund, dass sie praktisch jetzt, Jesus hat neues Leben geschenkt, aber jetzt müssen sie alles anlernen. Da ist Ursula jede Woche bei dieser Frau, und die lernt jetzt, wie man die Wohnung putzen kann, wie man die Wäsche aufräumen kann, wie man Schränke einordnet, wie man Wäsche bügelt und so weiter, wie man die Bibel liest, wie man miteinander betet, alles ganz Praktische. Die Leute haben jetzt, glaube ich, 23.000 Euro Schulden, so etwas. Und jetzt muss man das aufarbeiten, aber nicht aufarbeiten, indem man Geld hinlegt, das nützt nichts, das geht wieder raus. Sondern dass man ihnen hilft: Wie geht man um mit Geld? Wie kann man das jetzt aufarbeiten? Und und und.
Das ist Gemeindegründungsarbeit, wo du auch den Leuten hilfst, denn das ganze Leben muss eine neue Richtung haben, mit einer Ethik, wo Ordnung hineinkommt. Denn du willst das Gute für die nächsten Generationen. Ich sehe diese Kinder an, der Sechzehnjährige: Wenn der Vater etwas sagt, das ist die Antwort, braucht nichts zu übersetzen, er hat es verstanden. Ist zwar französisch, jetzt muss der Kerl lernen, dass man mit dem Vater sprechen kann, dass der Vater kein Ochse ist. Da muss ich die Jungs mitnehmen, dann nehme ich diesen Jungen mit, verstehst du. Da lernt er bei mir Gehorsam, das gefällt ihm nicht immer. Aber da kommt er zu mir, und dann musste ich verschiedene, nicht Möbel, ich kann keine Möbel machen, aber so Bretter einfach, damit sie zu Hause aufräumen können. Aber habe ich nicht gemacht, hat er mit mir gemacht, der Junge. Und wenn er nicht mitmacht, dann wird er geschüttelt. Aber jetzt muss er es lernen.
Stell dir vor, im Gebot steht da geschrieben: Da gibt es etwas, was Segen gibt auf tausend Generationen, und etwas, was Unsegen gibt auf mehrere Generationen. Und jetzt im Gemeindebau bist du immer wieder konfrontiert mit der Realität. Da müssen wir aufbauen, nicht nur auf der Seite der biblischen Lehre, von der Dogmatik, sondern das ganz praktische Leben am Boden, das ganz praktische Leben mithelfen.
Das wird wahrscheinlich in der kommenden Zeit, ich bin nicht Prophet, aber wahrscheinlich in der kommenden Zeit, wird das immer mehr Arbeit sein für die Christen. Denn wir werden immer mehr Leute haben, die keinen Hintergrund haben als Familie, die aus ganz zerrütteten Situationen kommen, die gar nicht wissen, wie man noch irgendwie ein Leben organisieren kann und wo wir mithelfen können. Aber es ist auch schön, denn man sieht schon: Die sind jetzt ein Jahr bekehrt, aber letztens haben sie sich wieder getroffen und gesagt, es ist super, was ihr da alles schon gelernt habt. Man sieht, wie die Sachen kommen, Ordnung kommt, die Erziehung hat schon geändert, alles kommt langsam ins Rollen.
Glaube, Götzen und Gottes Versorgung
Der Blaise Pascal, den kennt ihr wahrscheinlich, der französische Philosoph und Mathematiker, hat in seinen Gedanken gesagt: Wenn der Geist des Menschen, also der Geist des Menschen, ich versuche es zu übersetzen, der Geist des Menschen glaubt ganz natürlich. Und wenn er nicht das Richtige glauben kann, dann nimmt er sich immer andere Götter.
Also ist der Mensch eigentlich so geschaffen, dass sein Geist zum Glauben gemacht ist. Zum Glauben an Gott. Und darum versteht man auch das zweite Gebot gut: Warum soll man kein Bildnis machen und so weiter? Denn solange Bildnisse da sind oder andere Götter da sind, heißt das, dass man noch nicht verstanden hat, wie fest uns der wahre Gott liebt.
Und das kann auch bei Christen wahr sein. Es gibt Christen, die den Materialismus als Götzen haben, muss man offen sagen, wenn man manche Bibelstellen im Neuen Testament nimmt, wo steht, dass die Kupidität, also die Liebe zum Geld, als Sünde angesehen wird, wie alle anderen Sünden auch.
Wir machen oft noch Unterschiede. Wir sagen oft: Die Katholiken haben verschiedene Sünden, aber bei uns ist das auch verschieden. Ehebruch wird anders als Sünde eingeordnet als Materialismus. Das eine ist doch nicht dasselbe. Und plötzlich merkt man gar nicht, dass Geldliebe auch Sünde ist.
Und da müssen Sie darauf aufpassen. Sobald andere Götzen da sind, heißt das einfach: Das müssen wir für unser Leben wissen. Der wahre Gott, an dem hängen wir noch nicht genügend, weil wir vielleicht noch nicht entdeckt haben, wie fest er uns lieb hat und wie er für alles in unserem Leben sorgt.
Klar, es gibt einen Glauben an Gott, der zuerst ein Wissen ist, und das ist richtig. Aber dieser Glaube an Gott bewirkt, dass du immer mehr Gott liebst. Er muss auch durch Erfahrungen hindurchgehen, wo du merkst: Effektiv, Gott lässt uns nicht fallen. Effektiv gibt er genügend.
Ich denke an ein Jahr, in dem wir fast nichts hatten. Da stand ich im Gemüsegarten und habe gebetet. Ich habe gesagt: Herr, es ist ein schlechtes Jahr. Ich glaube, du kannst das Gemüse wachsen machen, so richtig viel, damit wir genügend haben. Wir hatten in diesem Jahr ein Team mit zwölf Leuten, und wir brauchten wirklich genug zum Essen.
Und am Ende, im Oktober, als wir alles hereingeholt hatten, sind Nachbarn gekommen und haben gesagt: Was habt ihr denn für Mist reingemacht? Bei uns ist das pfff. Da habe ich gesagt: Der Mist ist Gebet. Er hat mich angeschaut, und ich habe ihm erklärt, dass wir über das, was wir haben, hinaus glauben, dass Gott so lieb ist und uns so liebt, dass er auch das Gemüse noch wachsen macht.
Solche Erfahrungen sind kostbar, denn sie helfen dir einfach zu glauben, dass Gott Gott ist. Und ich meine, das haben wir ja mehr nötig als die Völker, die in materieller Not sind und wo Menschen glauben. Die sehen fast täglich Wunder, da sie noch überleben. Und wir haben so vieles, wofür wir vielleicht nicht einmal mehr Danke sagen dem Herrn. Ich finde das normal, das ist ganz normal, alles.
Und sobald man materiell mehr in der Not ist, glaube ich, hilft uns das, ein anderes Bild von Gott zu haben, eines, das lebendiger ist, das wahrer wird. Darum verstehe ich gut, wenn Paolo sagt, dass er sich nicht so sehr auf die Frage konzentriert hat. Er hat gelernt, mit viel zu leben, und hat gelernt, mit fast nichts zu leben. Was ist schwerer?
Der Name Gottes, Wahrheit und verantwortliches Reden
Ich weiss nur, dass ich in einer Gemeinde war, in Deutschland, als Russland doch ziemlich schwierig dran war mit der Grenze und so. Da kam ich in eine Gemeinde von Russdeutschen und war mit den Ältesten zusammen, und da haben wir miteinander auf den Knien gebetet.
Sie haben mich eingeladen, für ein Wochenende, vor Jahren, etwa zwanzig Jahren. Und da fing plötzlich ein ganz alter Bruder während des Betens an zu weinen. Beim Rausgehen nachher, nach der Gebetstunde mit den Ältesten, habe ich ihm auf die Schulter geklopft und gesagt: Entschuldigung, Bruder, kann ich mit dir beten? Hast du eine Last, eine Not, die ich mit dir teilen kann, nur einen Moment, damit wir sie miteinander tragen?
Da sagte mir dieser alte Bruder: Die Verfolgung haben wir gut durcherlebt, aber der Materialismus macht uns kaputt. Das war für mich sehr markierend, weisst du, so richtig. Also passen wir auf, dass wir keine anderen Götter haben, gell.
Drittes Gebot: Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen, denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht. Klar, da wissen wir: verschiedene Texte, nicht schwören, nicht lästern, da sind wir natürlich total einverstanden. Wichtig ist einfach, dass wir auch in unserem Leben einüben, die Realität ernst zu nehmen, dass wir den Namen Gottes nicht missbrauchen.
In dem Sinne, dass man manchmal sehr schnell sagt: Gott hat mir gesagt, oder Jesus hat mir gesagt, gell. Und dann merkt man plötzlich, dass man den Namen Gottes missbraucht. Ich muss immer wieder meinen Mitarbeitern lernen, dass man immer sagen kann: Ich denke. Wenn sie lernen, zu predigen, sage ich immer: Wenn du Gottes Wort vor der Gemeinde liest, dann kannst du sagen: Gott hat gesagt. Dann liest du die Bibel. Und alles, was du predigst, darfst du sagen: Ich denke. Denn du bist ein denkender Mensch. Du brauchst nie zu sagen: Gott hat mir gesagt. Du kannst immer sagen: Ich denke.
Ich meine, es hat seinen Wert. Ich weiss nur, dass es für mich gerade schwere Stunden gegeben hat. Denn nach der Bekehrung habe ich einen ganz tollen Prediger gekannt, also wirklich supergläubig. Er hat mir Mut gemacht, gell. Aber oft hat er in seinen Predigten gesagt: Gott hat mir gesagt. Und das hat mich in eine ganz grosse Not gebracht, also nicht übertreibend, aber in eine Not. Denn wenn ich zu Hause war, habe ich manchmal gebetet: Herr, wieso sprichst du nicht mit mir? Was stimmt nicht in meinem Leben? Denn mit dem hat Gott geredet, und mit mir hat er nicht geredet. Was stimmt da nicht, Herr? Sag mir, wo ist Sünde? Etwas stimmt nicht, dass du nie mit mir redest.
Dann habe ich einmal ein Rendezvous mit diesem Diener verlangt. Als er mir erklärt hat, wie das geht, war ich beruhigt. Er hat auch gesagt: Ich denke, ich lese die Bibel. Da habe ich Ruhe. Wenn ich das überlege, dann sehe ich diesen Gedanken, und dann passt es zusammen mit Gottes Wort, und da, da, da, okay, gut, ja.
Aber das hat mir geholfen, später auch aufzupassen, dass wir nicht etwas Mystisches aus Realitäten machen, wo wir auch überlegende Menschen sind, denkende Menschen. Das hat ja Gott gewollt, dass wir denkende Menschen seien. Das ist ja ganz gut.
Also seinen Namen nicht missbrauchen wird auch ganz wichtig sein in unserem Kontakt mit den Ungläubigen, dass sie solche Sätze nicht bekommen, die sie nicht verstehen können. Ja, sicher, auf alle Fälle, auf alle Fälle, ja, danke. Habt ihr Sali gehört? Sag es nochmal lauter, bitte, damit Sali es mitbekommen hat.
Also die Umkehr, man soll nicht missbrauchen, kann man auch als Aufforderung verstehen, dass man ihn gebrauchen soll, auch in der richtigen Art und Weise. Ja, wie du gesagt hast, segnen oder so, wo man den Namen Gottes braucht zum Segnen. Siehe Jakobus 5 zum Beispiel, wenn es um Krankengebet geht und so weiter, wo wir segnen und ihn auf alle Fälle gebrauchen, auch um ihn zu loben und so weiter, auf alle Fälle.
Ruhe, Sabbat und geistliche Stille
Viertes Gebot: Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligst. Sechs Tage sollst du arbeiten. Ich habe gemeint, es steht 35 Stunden. Nein, nein, sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tag ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt.
Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht, das Meer und alles, was darin ist, und ruhte am siebten Tage. Darum segnete der Herr den Sabbattag und heiligte ihn.
Der Napoleon hat versucht, die zehn Wochentage einzuführen. Es hat nicht lange geklappt. Er hat es zwar gemacht, aber die Menschen sind sehr schnell viel zu müde geworden. Und er hat sich sehr geäußert, dass der Herr sich nicht so geäußert hat, dass er sich nicht so geäußert hat, dass er sich so geäußert hat, dass er sich so geäußert hat, dass er sich so geäußert hat, dass er sich so geäußert hat, dass er sich so geäußert hat, dass er sich so geäußert, dass er sich so geäußert, dass er sich so geäußert, dass ... Und es konnte absolut nicht mehr Arbeit hineinbringen. Das ist auch interessant.
Also, wir sind geschaffen, um sechs Tage zu arbeiten und einen Tag auszuruhen. Und zwar ist interessant: Im Alten Testament ist es Arbeit bis zum Ruhetag. Im Neuen Testament merkst du plötzlich, in der Apostelgeschichte ist der erste Tag der Woche, also der Sonntag, der Tag, an dem sie zum Brotbrechen zusammenkamen. Im Neuen Bund gehst du vom Ausruhen an die Arbeit. Also es ist nicht mehr die Arbeit, die dich führt bis zum Ausruhen, sondern vom Ausruhen aus gehst du in eine Arbeit hinein.
Mir scheint es ganz, ganz wichtig, dass wir nicht übersehen, dass wir wirklich Zeit brauchen, mit Gott zu sein. Ich muss damit immer wieder kämpfen. Man hat so schnell aus dem Ruhetag einen Tag gemacht, an dem man dann besser Ski fahren, Fahrrad fahren und Bergklettern kann und so weiter, und alle anderen Prioritäten hinsetzt. Wo eigentlich die große Not heute ist, und das glaube ich, die große Not ist heute, dass viele Christen keine Stille haben, wirkliche Stille mit Gott allein.
Und ich möchte euch Mut machen. Ich weiß, was es für ein Kampf ist in meinem persönlichen Leben, darum kann ich das sagen. Aber ich lobe den Herrn dafür, dass er mir durch die Jahre immer wieder geholfen hat, richtige Stille mit ihm zu haben, wo ich allein sein kann mit ihm. Ich muss immer wieder Tage nehmen, also jedes Mal einen Tag, wo ich Ursula sage: Du, ich bin in dem und dem Wald, nämlich mit meinem Rucksack, meiner Bibel. Nichts anderes. Und dann gehe ich marschieren und rede laut. Das ist temperamentserregend. Ich rede laut mit der Françoise d’Assise, mit den Vögeln. Ich rede laut und rede mit Gott über das, was mich beschäftigt, und bleibe in der Stille.
Beim Gehen lese ich laut die Bibel, beim Marschieren, und bin so dankbar, dass solche Tage mich immer wieder neu Gott größer zeigen, für mich, und wo ich alles abladen kann. Es hat so viele Sorgen. Ich glaube, das ist wahr für jeden von uns. Wir haben Sorgen, die uns plötzlich nehmen und die uns Kraft wegnehmen, wo wir versuchen, sie abzulegen, aber sie springen immer wieder rein in die Gedanken. Und wir legen ab, und sie kommen schon wieder rein.
Und für die Sorgen braucht man oft mehr Zeit in der Stille, wo man wieder selber überzeugt sein kann, von Gottes Wort her, dass der Herr darüber wacht, dass er darüber ist. Es macht mir oft so gut, ihm wieder sagen zu können: Ja, Herr, ich glaube, du verlierst nie die Kontrolle. Du hast nie die Kontrolle verloren über Frankreich, über Europa, über die ganze Welt. Du hast die Kontrolle nicht verloren über Israel, nicht verloren über Iran, nicht verloren über die Waffen in der Welt. Auch nichts, zum Glück, über unseren Clemenceau, der wieder zurückkommt von Indien. Das ist eine andere Sache. Unser, wie heißt dieses Boot da, wo die Flugzeuge tragen, na also, das kann nur bei uns passieren, aber macht nichts. Aber er hat die Kontrolle nicht verloren über die Weltgeschichte.
Der Herr schaut nicht die Weltgeschichte an, er macht Geschichte. Das ist ein großer Unterschied. Er macht Geschichte, die zum Ziel kommt, wo er zurückkommt. Das ist so gut zu wissen. Aber um diese Dimensionen immer wieder da zu haben, ist es klar: Gott hat uns gezeigt durch sein Wort, wir brauchen den Ruhetag. Wir brauchen ihn, um wirklich auftanken zu können in der Gemeinschaft mit ihm.
Lasst euch das nicht stehlen. Wie ihr diesen Tag organisiert, das ist nicht mein Problem. Ich weiß ja auch, dass Jesus ganz klar gezeigt hat, dass es jetzt nicht einfach dieser Tag ist, an dem man nichts mehr machen soll. Er hat ja auch gesagt, am Sabbat kann er auch Gutes tun. Niemand darf ihn abklemmen, wenn er Gutes tun will. Er hat Gutes getan am Sabbat, auch wenn die Pharisäer immer da waren, um ihn anzuklagen.
Aber ich habe da auch gemerkt im Leben Jesu: Obwohl er Gottes Sohn ist und Gott ist, weiß man nicht, wie viele Nächte er auf dem Berg war, um zu beten. Man weiß von etlichen Nächten, das weiß man, da, wo es in der Schrift steht. Die anderen weiß man nicht.
Bleibende Prioritäten und die Freude am Wort Gottes
Also gibt es, ich würde einfach sagen: Bleib daran. Ich möchte dir Mut machen, bleib an dieser Priorität dran. Denn diese Priorität bewirkt auch, dass wir immer wieder neu die ganze Ethik, unsere ganze Haltung, vom Heiligen Geist durch Gottes Wort kontrollieren lassen.
Ich weiss nicht, wie viel Zeit du im Jahr nimmst, um die Bibel zu lesen. Ich möchte dir wirklich Mut machen. Und ich sage noch, vielleicht ganz persönlich: Ich bin so dankbar für all die Jahre des Bibellesens. Wahrscheinlich geht es dir auch so. Aber ich finde die Bibel immer interessanter, je länger es geht. Darum lohnt es sich vielleicht, noch lange zu leben.
Es ist immer interessanter in dem Sinn, dass Zusammenhänge, die man vorher nie gesehen hat, plötzlich Licht werden. Plötzlich prägen sich die Dinge einfach in deinem Gedächtnis ein, wo der Heilige Geist es gebraucht hat. Und du bekommst immer mehr Freiheit wegen der Zierheit von Gottes Wort. Immer mehr Freiheit auch in Gesprächen mit Menschen, die dagegen sind oder so, weil Gott das gebraucht hat, was du gelesen hast und was du in deine Festplatte hineingemacht hast, ins Gewissen.
Okay, ich glaube, es ist um halb, wo ich aufhören muss, oder? Ja, dann ist es ja richtig, oder? Genau. Danke fürs Mitmachen.
Am Anfang vom Nachmittag kann man vielleicht in der ersten Stunde nachher, wenn verschiedene Fragen da sind, direkt in Fragen und Fragenbeantwortung gehen. Denn die Vertrauensstunden sind meistens ein bisschen schwierig. Sonst schlafe ich dann da vorne ein, das ist nicht interessant.
Okay, bis nachher.

