Serie•Teil 16 / 37Matthäus-Evangelium
Generierte Mitschrift
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Ein persönlicher Einstieg in die Frage nach der ersten Liebe
Okay, ich werde euch heute einen ganz intimen Blick in meine Vergangenheit werfen lassen, und ich werde euch einfach mal sagen, was für Hobbys ich als Jugendlicher hatte.
Also bei mir war das so: Ich habe gerne Handball gespielt, ich habe gerne Krimis gelesen, ich habe auch ziemlich gern Musik gehört, ich bin schon mal auf das eine oder andere Rockkonzert gegangen. Und auch so Fantasy-Rollenspiele standen bei mir irre hoch im Kurs. Das war noch lange bevor die Dinge auf Deutsch übersetzt waren. Da haben wir sie vom Englischen rübergeholt und gespielt. Und das ging eine ganze Weile so, bis ich ungefähr siebzehn war.
Und im Jahre 1983 hat sich mein Leben komplett verändert. Ihr müsst euch vorstellen: Mit einem Mal waren ganz neue Interessen in meinem Leben da. Statt auf dem Bolzplatz bin ich zum Beispiel heimlich in den Tanzkurs gegangen. Oder ich habe mir ein Ballett angeschaut. Ich habe mich plötzlich für Operetten interessiert, und ich habe mir sogar ein Theaterabonnement gekauft. Und zu guter Letzt auch noch klassische Literatur, ja, das, womit sich sonst kein Jugendlicher beschäftigt, das war plötzlich da, und ich habe mich damit beschäftigt.
Und ihr könnt euch fragen: Was ist da mit ihm passiert? Was ist das für ein neuartiger Virus, der einen mit 17 treffen kann, und dann ist man halt so komisch krank und geht ins Theater? Aber das, was mir damals passiert ist, das schreibt Salomo im Hohen Lied: Du hast mir das Herz geraubt, meine Schwester, ich hatte mich verliebt.
Und wenn man sich verliebt, dann beginnt die Zeit der größten Verrücktheiten im Leben. Man ist gar nicht mehr so derselbe wie vorher. Ich erinnere mich noch oft daran, dass ich, weil Bärbel die Frau ist, in die ich mich damals verliebt habe, mit dem Fahrrad zu ihr gefahren bin. Schnee, Regen, Graupelschauer, das war völlig egal. Ich bin patschnass da angekommen, so konnte mich nichts ausbremsen, aber ich wollte einfach bei ihr sein. Einfach mein Herz, genau, mein Herz, das war einfach bei ihr.
Und da, wo mein Herz ist, da war mir dann auch total egal, was andere Leute über mich gedacht haben. Es war mir total egal, ob das logisch oder unlogisch ist, was ich mache. Mein Herz war von dem Gedanken in Beschlag genommen, sie zu gewinnen, und das hat einen Großteil meines Denkens und Handelns gefüllt.
Und heute Morgen möchte ich euch diese Frage stellen: Wem gehört dein Herz? Es geht mir jetzt nicht um einen Ehe- oder Freundschaftstest, sondern es geht mir um die Frage: Hängt dein Herz wirklich ungeteilt an Gott? Oder ist es vielleicht so, wie es passieren kann, dass wir mal mit großem Eifer angefangen haben, Gott nachzufolgen? Das war eine Zeit, in der wir große Pläne hatten, in der wir unbedingt Gott dienen wollten. Das war die Zeit, in der wir, ich spring mal in die Siebziger, jetzt so die Platten mit der Teufelsmusik wirklich in die Tonne getreten haben. Wir wollten nichts mehr damit zu tun haben. Wir haben unser Taschengeld gerne weggegeben für Gemeindeprojekte. Es war gar keine Frage, zum Beispiel in der Gebetsstunde aufzutauchen. Natürlich waren wir dabei. Und Sonntagmorgen Brot brechen um halb neun? Na, kein Thema. Selbst wenn wir bis um vier miteinander gequatscht haben, wir standen auf der Matte. Es war einfach logisch, überhaupt keine Frage.
Ja, wir waren frisch verliebt in Gott. Es gab überhaupt keine Diskussion an der Stelle. Wir haben alles gemacht, was man sich nur irgendwie vorstellen kann, um Gott zu gefallen. Und es gibt ein Lied, das haben wir damals vielleicht noch mit mehr Inbrunst gesungen als heute. Da heißt es: Nun gehören unsere Herzen ganz dem Mann von Golgatha, der in bittern Todesschmerzen das Geheimnis Gottes sah. Ja, wir danken deinen Schmerzen, ja, wir preisen deine Treu, ja, wir dienen dir von Herzen, ja, du machst einst alles neu.
Wir waren frisch verliebt, und wir konnten einfach nicht genug vom Herrn bekommen. Mehr in der Bibel lesen, mehr zusammensitzen und darüber austauschen, mehr beten, mehr Gemeinschaft haben mit den Geschwistern, das war so normal und so logisch, da musste uns keiner für begeistern.
Aber so wie es in vielen Ehen der Fall ist, dass man die Liebe nicht konserviert, wo es dann an Bemühung und Liebe fehlt, so kann es auch im geistlichen Leben dazu kommen, dass man diese erste Liebe verlässt, dass sich Gewohnheiten einschleichen, Nachlässigkeiten einschleichen, ja, dass anderes wieder wichtiger wird als Gott. Wichtiger als Gott und auch seine Ziele, die er mit unserem Leben hat.
Und genau um diesen Punkt soll es heute gehen: Wem gehört dein Herz? Wir können die Predigtnotizen rumgeben lassen und den Predigttext auflegen.
Ich werde euch nicht damit überraschen, dass wir in unserer Reihe über die Seligpreisungen weitermachen. Wir befinden uns inzwischen in Matthäus 5, Vers 8. Wir sind mitten in der Bergpredigt, und der Vers, den wir heute betrachten wollen, der lautet: Glückselig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.
Die acht Seligpreisungen, die am Anfang der Bergpredigt stehen, gehören inhaltlich zusammen. Ihr wisst: Gott beschreibt den Weg zum Glück. Wie funktioniert das, dass ein Mensch größtmögliches Glück hier auf der Erde findet? Wir haben schon gesehen, die Seligpreisungen beschreiben in den ersten vier, also Seligpreisungen eins bis vier, den Weg des Menschen zu Gott. Wie kommt ein Mensch zu Gott? Wir haben gesehen: Okay, es hängt damit zusammen, dass ich meine eigene Hilflosigkeit erkenne, es hängt damit zusammen, dass ich meine Sündhaftigkeit erkenne, es hängt damit zusammen, dass ich bereit bin, Gott zu gehorchen und auch innerlich einen Hunger nach Gerechtigkeit oder nach Gemeinschaft mit Gott habe. Das sind die ersten vier Seligpreisungen gewesen, der Weg zu Gott.
Und jetzt sind wir schon in der zweiten Hälfte, nämlich bei Seligpreisung Nummer sechs. Und in der zweiten Hälfte, von fünf bis acht, geht es um die Frage: Worauf kommt es im Leben mit Gott eigentlich an? Oder wie sieht dieses Leben mit Gott aus, wo sind da die Schwerpunkte, was ist das, was wirklich wichtig ist?
Und wir hatten uns beim letzten Mal den Bereich Barmherzigkeit und wie Barmherzigkeit unser Leben, unser Denken und unser Handeln prägen soll, angeschaut. Und heute geht es eben um diesen Teil hier: Glückselig die reinen Herzen sind, denn sie werden Gott schauen.
Und was ich tun will, ist: Ich will drei Dinge mit euch heute anschauen. Zum Ersten wollen wir uns die Verheißung anschauen, denn sie werden Gott schauen, was es damit auf sich hat. Dann werden wir uns die Frage stellen: Wie ist das eigentlich mit dem Herzen? Was ist denn das eigentlich? Wo ist denn da das Problem? Und drittens werden wir uns um das reine Herz noch ein bisschen kümmern, beziehungsweise wir werden überlegen: Wie kann es sein, dass ein Herz nicht rein ist? Und was müsste man dann tun, um es wieder sauber zu kriegen? Das werden unsere drei Bereiche sein.
Wir wollen mit dem ersten starten, und der erste Punkt lautet: Wer Gott sieht, ist am Ziel. Wer Gott sieht, mit seinen Augen sehen kann, der ist am Ziel.
Und ich dachte zurück an ein Zeugnis, was viele von uns gehört haben bei der letzten Taufe am See. Vielleicht erinnert ihr euch noch an Sandra. Sandra hat aus ihrem Leben erzählt, sie war ein Michael-Jackson-Fan. Aber nicht einer von der Sorte, die nur die CDs kaufen und Tag und Nacht die Musik dudeln lassen, sondern einer, der ihm hinterhergereist ist auf seiner Europatournee, von Station zu Station. Sie hat ihr Geld verpulvert, sie hat im Freien geschlafen, sie hat sich fast abgefroren dabei, aber sie hatte ein Ziel: Einmal in ihrem Leben wollte sie ihren Michael sehen, mit ihm sprechen, nur einen Satz.
Und deswegen hat sie sich mit ihm beschäftigt. Sie kannte seine Gewohnheiten, sie wusste, in welchem Hotel er absteigt, sie wusste, bei welchem Nebenausgang er wahrscheinlich rauskommt. Um ihn abzupassen, hat sie einfach alles getan. Sie war ein Fan, einmal ihren Michael sehen.
Und in der Bibel gibt es auch jemanden, den Mose. Und Mose ist auch nicht nur ein besonderer Mann, so dass ich mich sehr auf die Predigtreihe von Volker freue, was er alles aus seinem Leben herausarbeitet. Mose ist auch ein Fan, und zwar ein Fan von seinem Gott. Und in einer Unterhaltung, die er mit Gott hat, da rutscht ihm ein Satz heraus, und der heißt: Lass mich doch deine Herrlichkeit sehen.
Also Mose unterhält sich mit Gott, Gott ist in so einer Wolkensäule, und aus der Wolkensäule heraus spricht er mit Mose. Und Mose sagt: Du, ich würde dich einmal richtig sehen. Es ist ja schön, deine Stimme zu hören, schön, dass ich hier diese Wolkensäule habe, aber ich möchte dich gern mal sehen, ich möchte mal wissen, wie du aussiehst. Lass mich doch deine Herrlichkeit sehen.
Und Gott muss ihm dann antworten: Du kannst es nicht ertragen, mein Angesicht zu sehen, denn kein Mensch kann mich sehen und am Leben bleiben. Oder anders ausgedrückt: Tut mir leid, Mose, diesen Wunsch muss ich dir leider abschlagen.
Das Neue Testament lehrt, dass Gott in einem unzugänglichen Licht wohnt und dass ein sündhafter Mensch, der versuchen würde, in dieses Licht einzutreten, in dem Moment, wo er es probieren würde, sofort sterben müsste. Aber, und das ist auch die Lehre des Neuen Testaments, Gott wird es nicht dabei bewenden lassen, es bleibt nicht immer so. Drücken wir es anders aus: Gott ist mit uns noch gar nicht fertig.
Und ich möchte euch das mal zeigen am Beispiel eines kurzen Abschnitts aus dem ersten Johannesbrief, 1. Johannes 3. Dort merken wir etwas von der Hoffnung, die der Apostel Johannes hat, und was diese Hoffnung in seinem Leben bewirkt. Da heißt es, 1. Johannes 3,2. Wir lesen dann ein bisschen weiter, insofern wer mitschlagen will, mag das hier tun: 1. Johannes 3,2 Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes.
Das bedeutet: Jetzt haben wir einen Papa im Himmel. Das ist nämlich der Punkt. Wenn wir Kinder Gottes sind, dann haben wir einen Vater oder einen Papa im Himmel. Und wir sind Gott so nah, wie man es auf dieser Welt nur irgendwie sein kann. Eine engere Beziehung zu Gott, wie wir sie haben, gibt es nicht. Da fehlt auch nichts. Wir sind Kinder Gottes.
Zumindest gilt das jetzt für alle, die in ihrem Leben diesen Schritt auf Gott zu getan haben und gesagt haben: Herr Jesus, ich möchte dich in mein Leben aufnehmen, ich möchte ein Kind Gottes werden, ich möchte dieses Recht, mich Kind Gottes zu nennen, auch bekommen. Ja, nur zu denen spreche ich jetzt.
Aber, und jetzt lesen wir weiter, Johannes sagt: Jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Das heißt, es ist eine tolle Sache, Kinder Gottes zu sein, aber Gott ist mit uns noch nicht fertig. Das heißt, es fehlt noch etwas. Das, was wir jetzt erfahren an Leben mit Gott, das ist noch nicht das Ende aller Dinge.
Paulus würde in diesem Zusammenhang davon sprechen, dass unser Leib noch erlöst werden muss, also von der Erlösung des Leibes. Petrus würde davon sprechen, dass wir Teilhaber der göttlichen Natur werden, und Johannes sagt, was er weiß, nämlich: Wir wissen, dass wir ihm, das ist Gott, gleich sein werden.
Könnt ihr euch das ein klein bisschen vorstellen, was das heißt? Also ich weiß nicht, wie ihr über den Himmel gedacht habt. Aber Johannes sagt: Himmel, das ist der Ort, wo wir gottgleich sein werden. Er meint nicht, dass wir Götter sind, sondern von unserer Natur her, von der Reinheit unseres Wesens her.
Johannes wird jetzt einer sagen: Wo hast du das denn her? Und seine Begründung ist phänomenal. Seine Begründung lautet: Denn wir werden ihn sehen, wie er ist.
Wenn der Mensch, so wie er jetzt ist, nicht Gott sehen kann, ohne zu sterben, wir aber die Verheißung haben, habt ihr gelesen Matthäus 5,8, dass wir Gott schauen werden, dann bedeutet das, dass Gott unsere Natur dergestalt umwandeln muss, damit wir ihn sehen können, dass wir am Ende eine göttliche Natur haben. Das ist das, was Gott für uns vorbereitet hat.
Und wenn das hier steht, denn wir werden ihn sehen, wie er ist, es wird beschrieben zum Beispiel in Offenbarung 22. Habt ihr euch das schon mal vorgestellt, wie das geht? Könnt ihr euch diesen Moment einen kurzen Augenblick nur vor eurem geistigen Auge erstehen lassen? Du trittst ein in ein Licht. Du tauchst förmlich in ein unzugängliches, strahlend weißes Licht der Herrlichkeit und der Reinheit Gottes ein. Und du kannst diese Herrlichkeit Gottes ungefiltert erleben. Du bist auch so, dass du sie genießen kannst, bis so der letzte Bereich deiner Persönlichkeit erfüllt wird von der Größe und von der Gewaltigkeit und von der Schönheit und von der Reinheit Gottes. Ihn durch und durch erfahren und erleben, das ist das, was Himmel ausmacht.
Also wenn ihr denkt, Himmel ist dieses Ding, wo man halt auf der grünen Wiese liegt und dann die Hähnchen in den Mund reinplumpfen, nein, das ist nicht Himmel. Himmel hat etwas damit zu tun, dass wir bei Gott sind, mit Gott leben und ihn und seine Gegenwart so nah und intensiv und rein und fantastisch genial erfahren, wie es nur irgendwie geht. Das ist Himmel.
Und deswegen: Wenn die Bibel den Himmel beschreibt, dann redet sie auch nicht von gebratenen Tauben und Hähnchen, die durch die Gegend fliegen und nur darauf warten, bis sich mein Mund aufmacht, und von Rieseneisbergen, durch die man sich durchbuddeln kann, sondern sie sagt eigentlich nur zwei Dinge. Sie sagt erstens: Himmel ist da, wo Gott ist, weil Gott das Zentrale des Himmels ist. Und zweitens: Sie beschreibt einfach, wie der Himmel nicht ist. Weil wir können eh nicht verstehen, wie toll der Himmel ist, also beschreibt uns die Bibel, wie es nicht im Himmel sein wird, dass es da keine Schmerzen, keine Trauer, kein Leid, keine Not mehr geben wird.
Und ich denke mir: Aha, das, was anscheinend die Bibel mir vermitteln will, ist Folgendes: Himmel ist der Ort, wo diese ganzen Erfahrungen, die ich gerne loswerde, die ganzen Bedrückungen, die ganzen Nöte und Schwierigkeiten ein für allemal weg sind. Das ist Himmel, wo ich in der Ewigkeit bei Gott und mit Gott leben und ihn erfahren darf.
Macht es sich gut, darüber nachzudenken? Ich denke schon. Ich denke, wir sollten uns öfter mal Gedanken über unsere Zukunft machen, weil ich davon überzeugt bin: Wer über seine Zukunft nachdenkt, der lebt heute anders.
Ich will euch ein Beispiel geben. Katrin, meine Kleine, möchte einmal entweder Religionslehrerin werden oder ein Waisenhaus führen. Sie ist noch nicht ganz sicher, und das ändert sich auch ab und zu mal ein bisschen, aber das sind so ihre beiden Ziele im Moment: entweder Religionslehrerin oder sie möchte ein Waisenhaus leiten.
Ihr werdet es vielleicht nicht glauben, aber das ist für sie heute schon ein Ansporn, in der Schule halbwegs gute Noten zu schreiben. Warum? Sie weiß, sie muss das große Ding machen. Weiß sie, was das große Ding ist? Das große Ding ist Abitur. Sie weiß nicht, wie man Abitur schreibt, sie weiß nicht, was Abitur ist, sie weiß nur: Um da mal anzukommen bei Religionslehrerin oder Waisenhausleiten, muss sie Abitur, das große Ding, machen. Und deswegen strengt sie sich jetzt schon so ein bisschen an und versucht halt, sich da so weit es irgendwie geht vorzubereiten.
Und so ähnlich ist das bei uns auch, wenn wir wissen, wir werden einmal vor Gott stehen, ihn in seiner Herrlichkeit erleben dürfen. Ich hoffe, ihr träumt alle davon, Jesus gegenüberzustehen, ihm in die Augen zu schauen und zu sagen: Danke. Danke für all das, was du für mich getan hast. Danke, dass du die ganze Zeit mich durchgetragen hast durch dieses Leben. Mich motiviert allein dieser Moment, ihn das erste Mal zu sehen, ihm das erste Mal gegenüberzustehen. Unglaublich!
Und Johannes weiß etwas davon zu schreiben: Wenn wir diese Hoffnung haben, wenn wir diesen Blick haben auf die Zukunft, dann kann unsere Gegenwart nicht bleiben, wie sie ist. Dann, 1. Johannes 3,3: Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, also jeder, der die Hoffnung darauf hat, Gott einmal zu sehen, reinigt sich selbst, wie er rein ist.
Das ist eine Motivation für unser Leben, nicht zu bleiben, wie wir sind, eine Motivation dazu, Sünde nicht mehr zu tun. Wir werden dazu in Punkt drei noch ein bisschen mehr sagen.
Ich möchte jetzt Punkt zwei behandeln. Punkt zwei heißt: Herz-OP muss sein. Herz-OP muss sein.
Wenn die Bibel von Herz spricht, dann meint sie damit das innere Kontrollzentrum des Menschen, so ein bisschen wie die Leitstelle in einem Kernkraftwerk, da, wo die Befehle ausgehen. In unserer Persönlichkeit ist das Herz der Bereich, wo die Gedanken und die Gefühle herkommen. Und ihr wisst: Wenn das Herz von einer Sache gefangen ist, meine Einleitung sollte das so ein bisschen plastisch machen, wenn das Herz von einer Sache gefangen ist, dann gehen unsere Gedanken und unsere Gefühle absolut schnell auch in diese Richtung.
Und deswegen, wenn ich über Herz nachdenke, dann benutze ich gerne für mich den Begriff: mein Wollen. Es ist das, was ich eigentlich will. Und das, was ich eigentlich will, bestimmt, was ich denke und das, was ich fühle.
Noch einmal ein Beispiel aus der praktischen Elternschaft: Da setzt sich so ein Kind zum Beispiel den Wunsch in den Kopf, aber eigentlich ja ins Herz, es hätte gern einen Hund. Irgendwann kommen solche Wünsche, man hätte gern ein Haustier, und Hunde stehen relativ hoch im Kopf, hoch in der Gunst. Also wenn einmal das Herz meiner Tochter davon gefangen ist: Ich will einen Hund, dann fließen da Tränen, da wird versprochen: Ich werde mich mein Leben lang um diesen Hund kümmern und immer mit ihm rausgehen. Da werden alle möglichen logischen und unlogischen Vergleiche gezogen zu den Nachbarn, die auch einen Hund haben, natürlich nicht zu denen, die keinen haben, sondern nur zu denen, die einen haben. Da wird alles hervorgekramt, und obwohl ich weiß, in drei Wochen bin ich derjenige, der, wenn es draußen regnet, mit Fifi noch mal um die vier Ecken zieht, und alle Versprechen sind vergessen.
In dem Moment, in dem das Herz von dem Gedanken in Beschlag genommen ist: Ich möchte einen Hund, hey, es ist ein hartes Stück Arbeit, dagegen zu halten.
Also das Herz ist so dieses innere Stückchen Mensch, wo unsere Gedanken und Gefühle rauskommen, das, was ich wirklich will, das ist mein Herz. Und ihr könnt euch vorstellen: Bei Kindern mag das eine Sache sein. Wenn man im Blick auf sein Herz irrt und sich Dinge wünscht, die falsch sind, oder Dinge wünscht, die man einfach gar nicht überblickt von ihren Auswirkungen, für einen Erwachsenen kann das eine ziemlich gefährliche Sache werden, wenn er sein Herz an falsche Dinge hängt.
Und deswegen formuliert Salomo eine Warnung, die diese zentrale Bedeutung des Herzens den Menschen vor Augen malt. Er sagt: Mehr als alles, was man sonst bewahrt, behüte dein Herz, denn in ihm entspringt die Quelle des Lebens.
Also: Mehr als alles, was man bewahrt, behüte dein Herz. Menschen kaufen sich alle möglichen Dinge, um Sicherheit zu gewinnen. Wir wollen zum Beispiel unser Eigentum bewahren und kaufen dafür Schlösser zum Abschließen. Wir kümmern uns darum, wie ich mein Eigentum bewahren kann. Wir wollen uns vielleicht einen Lebensstandard bewahren, und Menschen kaufen sich Versicherungen dafür, damit, wenn mal etwas passiert, sie ihren Lebensstandard halten. Sie kümmern sich also darum, wie sie ihren Lebensstandard bewahren können.
Manche wollen ihre Kinder auf dem Schulweg besonders bewahren und geben ihnen ein Handy mit, damit sie auch immer erreichbar sind und wenn sie mal zu spät kommen, dass sie Kinder anrufen können. Manche Leute wollen ihre Gesundheit bewahren und treiben Sport, lesen Ernährungsmagazine und was weiß ich nicht alles. Das ist das, was der Mensch tut, um Dinge zu bewahren.
Und Salomo sagt jetzt: Okay, aber lass uns doch bitte mal ins Auge fassen, was es wirklich zu bewahren gilt. Mehr als alles, was man sonst bewahrt, behüte dein Herz. Schön für deine Schlösser, für deine Lebensversicherungen, für das Handy deiner Tochter und was weiß ich noch alles, alles nett und gut, aber zuallererst müssen wir eine Sache bewahren und behüten, und das ist unser Herz.
Also Herzenshygiene ist tatsächlich das Allerwichtigste. Und die Bibel macht es klar: Wenn unser Herz falsch gepolt ist, dann geht dein Leben schief. Und man findet in der Bibel zu dieser Regel auch tatsächlich keine Ausnahme. Wenn unser Herz nicht ungeteilt an Gott hängt, dann endet das Leben eines Menschen in einer Katastrophe.
Warum ist das so? Es liegt daran, dass sich seit dem Sündenfall durch die Bibel und damit durch die Menschheitsgeschichte ein Problem zieht, ein Problem mit dem Herzen. Das, was eigentlich in unserem Inneren drin sein sollte und was uns helfen sollte, als Menschen für Gott zu leben, das hat nämlich einen Defekt, das ist krank.
Jeremia fasst es im Blick auf seine Generation so zusammen: Trügerisch ist das Herz mehr als alles und unheilbar ist es. Das Herz, also das, was normalerweise aus mir herauskommt, ist tatsächlich trügerisch, es betrügt mich, es führt mich gar nicht in die richtige Richtung, es betrügt mich, und es ist unheilbar.
Platt gesagt bedeutet es, dass mit dem menschlichen Herzen etwas nicht stimmt und dass der Mensch ohne Gott sich anstrengen kann, wie er will, er wird diesen Defekt nicht irgendwie heilen können. Was wir eigentlich brauchen, ist eine Art Herztransplantation. Wenn ein Herz unheilbar krank ist, was macht man dann? Man sucht einen Spender und versucht, das, was krank ist, was nicht mehr lange schlagen wird, das versucht man auszutauschen.
Und das, was wir brauchen als Menschen, die ohne Gott leben, ist: Wir brauchen ein Herz, das empfindsam für Gott wird. Wenn man will, kann man das so ausdrücken: Der Mensch hat von Natur aus ein Herz aus Stein. Das heißt nicht, dass er nichts empfinden kann für andere Menschen, das heißt auch nicht, dass er nicht zu edlen und guten Taten fähig wäre. Es heißt Folgendes: Er hat ein Herz aus Stein im Hinblick auf Gott. Wann immer Gott kommt, ist da eine Unwilligkeit, auf ihn zu hören, eine Unwilligkeit, ihn zu suchen, eine Unwilligkeit, sich mit seinen Geboten und Gedanken zu beschäftigen.
Und das, was der Mensch braucht, ist ein empfindsames Herz für Gott, und das ist, was Gott im Alten Testament schon verheißen hat. Er hat gesagt: Ich werde mich um dieses Problem mit dem Herzen kümmern. Und deswegen lest er in Hesekiel 36 diese Zusage, die sich dann im Neuen Testament verwirklicht, und zwar im Leben jedes einzelnen Menschen, der zu Gott kommt. Da heißt es: Und ich werde euch ein neues Herz geben, nicht: Ich werde euer altes Herz irgendwie ummodeln oder so, sondern: Was ihr braucht, ist ein neues Herz. Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben, und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben.
Was bedeutet das? Es bedeutet: Bei der Bekehrung, das heißt, wenn ein Mensch zu Gott umkehrt, wenn er seine Sünden ihm nennt, wenn er Jesus in seinem Leben als Herrn und Retter aufnimmt, dann verändert Gott unsere Herzenseinstellung, er gibt uns ein neues Herz. Ein neues Wollen. Und diese neue Herzenseinstellung, die ist dann diese Bereitschaft, die in dem Leben von Gläubigen da ist, Gott nachzufolgen.
Also wenn jemand von ganzem Herzen zu Gott umkehrt und da ist ein Bruch mit dem alten Leben da, dann erlebt ihr doch oft, also mir geht es so, dann erleben wir doch oft Leute, die fluten einfach über vor Begeisterung, die können einfach überhaupt nicht verstehen, wie man nicht jeden Tag stille Zeit machen kann, in der Bibel lesen kann, jeden Gottesdienst da sein kann, die wollen wissen, wann denn welche Gemeinde veranstaltet wird. Das ist die Begeisterung der ersten Liebe. Das ist, was Gott wirkt. Er schenkt ein neues Herz.
Und wenn man so von dem alten Herz herkommt, dann merkt man diese Veränderung auch und sagt: Boah, was ist denn jetzt los? Früher habe ich mich so ein bisschen gegen die Bibel gesperrt und habe manches vielleicht nicht so richtig annehmen wollen. Und jetzt möchte ich einfach wissen, jetzt möchte ich wissen, was sagt Gott, was bedeutet das, wie kann ich das in meinem Leben umsetzen?
Und dieser Drang danach, diese Veränderung im Inneren, diese Bereitschaft, Gott zu folgen, wohin er mich führt, die für junge Christen die Norm sein sollte, weil Gott sagt, er gibt uns ein neues Herz, ein empfindsames Herz, ein Herz, das bereit ist, auf ihn zu hören, ein Herz, auf das er seine Gebote schreiben kann. Dieses Herz, das am Anfang da war, das ist das fleischene Herz, von dem Hesekiel hier spricht, das ist das Neue, was Gott wirkt in dem Menschen, der von ganzem Herzen zu ihm umkehrt.
Also wir können Begeisterung für Gott gar nicht machen, sondern Gott sagt: Wenn du umkehrst, dann werde ich das in dir machen. Und deshalb, als es Streit gab unter den ersten Christen, und zwar Streit um die Frage: Was gehört eigentlich dazu, wenn man so ein ganzer Christ sein will? Reicht es, wenn man einfach nur an den Herrn Jesus glaubt, oder muss ich auch mich beschneiden lassen? Da gibt Petrus dieser Diskussion die entscheidende Wendung mit einem Argument, was wir uns kurz anschauen wollen. Es ist Apostelgeschichte 15,8-9, und er sagt Petrus folgend. Er sagt: Und Gott, der Herzenskenner, machte keinen Unterschied zwischen uns, das sind die Juden beziehungsweise es sind die Christen aus den Juden, und ihnen, den Heiden, da er durch den Glauben ihre Herzen reinigte.
Der Glaube, den ein Mensch hat, das ist, wie man so will, der Ausgangspunkt, den Gott benutzt, um Herzen zu reinigen, Herzen neu zu machen und ein fleischernes Herz zu geben, ein neues Wollen zu geben. Das heißt, da, wo ein Mensch sich auf Gott einlässt und das Angebot Gottes annimmt, da verändert sein Vater im Himmel tatsächlich sein Herz. Er macht es empfindsam.
Und dann wollen Leute auch nicht mehr so leben wie vorher. Man bekommt ja manchmal den Vorwurf, wir würden hier Leute einer Gehirnwäsche unterziehen. Also Leute beschäftigen sich mit der Bibel, kommen in den Bibelkreis, bekehren sich, und dann wirkt das Gott, dieses neue Herz, und es ist einfach eine Begeisterung da für Bibellesen, und die Leute lesen und lesen und haben Fragen, ja. Und es verändert sich was in ihrem Leben, und irgendwann kommt dann aus der Bekanntschaft und Verwandtschaft und aus der Reihe der Arbeitskollegen der Vorwurf: Na ja, du gehst in die und die Gruppe, das muss eine Sekte sein, die machen da eine Gehirnwäsche mit dir.
Den Vorwurf habe ich noch nie gehört, ich kenne ihn ganz oft. Passiert bei fast jedem, der umkehrt. Warum? Weil Gott den Leuten ein neues Herz gibt, in ihnen eine neue Bereitschaft wirkt, ihm nachzufolgen, und diese Begeisterung, die dann im Leben eines solchen Menschen spürbar ist, das, was von Gottes Hand an Wunsch in seinem Herzen geformt wird, das ist für einen Außenstehenden einfach nicht nachvollziehbar. Wie kann es sein, dass du, der du früher so ein ganz normaler Kerl warst, jetzt auf einmal so fanatisch abdrehst? Jetzt weiß ich auch nicht, wie das sein kann, aber es ist einfach so. Ich habe einfach Lust darauf, in der Bibel zu lesen, ich habe einfach Lust darauf, zu verstehen, was Gott will, ich habe einfach Lust auf Gemeinschaft. Ich muss mich gar nicht anstrengen, Gott macht das irgendwie in mir, ich stehe selber ein bisschen komisch vor dem Phänomen, aber es ist so, das ist das, was Gott macht, wenn ein Mensch zu ihm umkehrt.
Wenn Gott das Herz eines Menschen reinigt, ich verspreche es euch, dann verändert sich etwas. Und vielleicht wisst ihr, warum ich auch deshalb so skeptisch bin über Geschwister, die sagen, sie haben sich bekehrt, wo überhaupt keine Veränderung, keine Begeisterung da ist, weil ich mich frage: Wo liegt der Fehler? Habe ich die Bibel falsch verstanden? Hat Gott einen Fehler gemacht, hat kein neues Herz gegeben, hat kein neues Wollen gewirkt? Ich bin nur noch am Nachdenken an dieser Stelle, aber es macht mir große Not, wenn diese Begeisterung, diese Bereitschaft zum Gehorsam, diese völlige Hingabe, die Gott eigentlich schaffen möchte und die so natürlich dazugehörte, die ich in so vielen Leben gesehen habe, gerade auch bei Jugendlichen, die von sich sagen, dass sie bekehrt sind, nicht da ist. Das macht mir wirklich große Not.
Aber es ist ein etwas anderes Thema, eher etwas für die Jugendmitarbeiter. Ich möchte zu meinem dritten Punkt kommen.
Wenn geistliches Leben nie ein Automatismus ist. Wenn Gott unser Herz reinigt, dann gilt eben auch, dass Gott möchte, dass wir selber in dieser Reinigung an unserem Herzen mitwirken. Und deswegen mein dritter Punkt heißt: Goodbye böse Welt.
Glückselig die reinen Herzen sind, denn sie werden Gott schauen. Ihr habt das schon gemerkt bei allen Beispielen: Unser Herz braucht etwas, woran es sich hängt. Wenn ein Herz nichts hat, woran es sich hängt, dann weiß es nicht, was es tun soll. Anders ausgedrückt: Es braucht immer einen Schatz, an den es sich klammert, und das, was dann sein Schatz ist, da wird es sich auch hinbewegen, dahin wird es unsere Gedanken und unser Handeln treiben.
So, wenn es heißt: Glückselig die reinen Herzen sind, dann bedeutet dieses Wort, was da steht für rein, zu viel wie nicht verunreinigt. Bei Metallen kennt man das. Stellt euch vor, ihr wollt reines Silber haben, da muss man die Verunreinigung ausschmelzen. Also reines Silber erhält man dadurch, dass man die Fremdstoffe, die im Silber drin sind, rausschmilzt, rausholt.
Ein reines Herz ist demzufolge auch ein Herz, in dem kein Platz ist für Fremdstoffe. Ich würde sagen, es ist ein Herz, in dem kein Platz ist für falsche Zweifel, kein Platz ist für so ein halbes Ja zur Sünde, ein Herz, in dem kein Platz ist für Heuchelei, kein Platz ist für Liebe zur Welt. Es ist einfach ein Herz, das mit ganzem Herzensentschluss, den Begriff kennen wir ja im Deutschen, mit ganzem Herzensentschluss an Gott hängt.
Und deshalb denke ich, dass ein reines Herz auch sich gut übersetzen lässt als ein ungeteiltes Herz. Und wir merken dann: Es geht nicht so sehr um die Frage, habe ich ein bisschen Sünde in meinem Leben, sondern es geht um die Frage meiner Prioritäten. Woran hängt dein Herz? Ist es wirklich ungeteilt auf Gott ausgerichtet, oder bin ich vielleicht ein Christ, der in seinem Leben einerseits mit Gott leben will, keine Frage, aber wenn mich keiner so sieht, andererseits auch in dieser Welt so seinen Teil abhaben will, der von beiden Seiten naschen möchte, der so viel mit Gott leben will, dass er sicher weiß, ich komme im Himmel an, aber der auch so viel aus dieser Welt sich rausholt, wie seine Gewissensbisse ihn gerade noch zulassen. Pfand und Glaube, wild durchmischt.
Und wenn das so ist, wenn ihr solche Bereiche kennt, dann möchte ich euch schon noch Jakobus zeigen, der uns da einen Rat gibt. Er warnt uns, er sagt, das ist eine gefährliche Sache, und sein Rat lautet: Säubert die Hände, ihr Sünder, und reinigt die Herzen, ihr Wankelmütigen.
Wir könnten sagen: Säubert die Hände. Die Hand steht immer für das Tun eines Menschen. Säubert eure Taten und reinigt euer Wollen. Er fordert uns auf, etwas zu verändern. Er will nicht, dass das so bleibt, und er warnt uns ganz eindringlich. Vielleicht würde Jakobus heute sagen: Schmeiß doch mal die Sünden aus deinem Leben raus. Ist es nicht logisch? Du kannst dir halt nicht alle Filme anschauen, die es gibt, du kannst nicht alle Internetseiten besuchen, die dieses Web dir anbietet, du kannst nicht auf jedes Ding dir kaufen, was die Werbung dir präsentiert, und wenn es da irgendeinen Zeitvernichter gibt, der noch gerade mal in ist, du kannst das nicht tun. Hey, du gehörst nicht mehr dazu, du gehörst nicht mehr zu dieser Welt.
Vielleicht würde er so argumentieren, ich weiß es nicht. Aber das ist das, was die Stelle meint. Realisier doch mal, wo du stehst, schmeiß den Dreck raus, lass es nicht zu, dass du wankelmütig bist. Wörtlich heißt das Wort zweiselig, ja, so zwei Seelen in meiner Brust, ein bisschen möchte ich mit Gott leben und ein bisschen möchte ich auch in dieser Welt so meinen Teil abhaben. Zweiselig, hin und her gerissen sein, das ist das, was wankelmütig sein eigentlich bedeutet. Und Jakobus sagt: Hör auf damit.
Und ich habe auf dem kleinen gelben Zettelchen unten so eine Aufforderung hingeschrieben. Ich möchte euch bitten, dass ihr jetzt eine Entscheidung fällt, dass ihr euch jetzt überlegt, in welche der drei Kategorien möchte ich mich denn einordnen, was möchte ich tatsächlich tun, weil das nicht die Sache ist für nach einem Kaffeetrinken, sondern jetzt muss eine Entscheidung gefällt werden.
Habe ich das verstanden? Gott wünscht von mir, dass ich ungeteilten Herzens mit ihm lebe. Gott wünscht, dass ich die Dinge, die mich von ihm wegziehen, die mein Herz in Beschlag nehmen und die deshalb auch in meinem Denken und in meinem Handeln eine viel höhere Priorität haben, als sie eigentlich haben sollen, er wünscht, dass ich Dinge rausschmeisse, meine Zeit nicht verplempere, meine Kraft nicht verplempere, dass ich für ihn lebe und ihm diene.
Wenn ich das verstanden habe und wenn ich verstanden habe, dass Gott sagt: Wer so lebt, der wird mich einmal sehen. Glückselig die reinen Herzen sind, denn sie werden Gott schauen. Und ich habe euch drei Kategorien aufgezeichnet. Ihr müsst euch einordnen, und ich bitte, dass ihr es jetzt tut, im Stillen. Bis ihr euch überlegt, wo wollt ihr euch hinsetzen? Wollt ihr euch in die linke Spalte setzen, wo es heißt: Mein Herz soll allein Gott gehören? Ich möchte deshalb Folgendes in meinem Leben ändern.
Und wisst ihr, wenn ich jetzt da unten sitzen würde, ja, ich müsste auch was ändern. Also ich bin ja auch nicht der Superchrist. Insofern fürchtet euch jetzt nicht, wenn ihr sagt, ich kreuze das an und schreib da ein, zwei, drei Sachen hin.
Oder aber gehört ihr auf die rechte Spalte, wo es heißt: Ich will mich noch nicht ändern, obwohl ich weiß, dass mein Herz nicht allein an Gott hängt. Das ist natürlich die traurige Spalte. Aber sei doch bitte schön einmal ehrlich in deinem Leben und mach dann in Gedanken oder wenn du einen Stift hast an der Stelle dein Kreuz und sag: Nein, ich will mich wirklich nicht ändern.
Und der dritte Punkt, der kann natürlich auch sein, dass jemand sagt: Du, Jürgen, bevor ich hier so eine Entscheidung treffen kann, ich muss erst mal zu Gott kommen. Also für alle die gilt dann der dritte Spalt: Ich muss erst Christ werden, bevor ich eine Entscheidung treffen kann.
Aber als Christ sollte das Herz ganz Gott gehören. Wo gehörst du hin? Wenn du jetzt eine Entscheidung treffen müsstest, und ich bitte dich darum, sie jetzt zu treffen, wie wäre deine Antwort? Fallen dir spontan Dinge ein, die du ändern müsstest? Bist du dann dazu bereit, das auch wirklich anzugehen, oder denkst du: Puh, das ist jetzt ein etwas unangenehmer Gedanke?
Ja, gut, dass die Predigt gleich vorbei ist, es ist schon eh viertel nach, der wird nicht mehr lange machen, und dann kommt Kaffee, und dann habe ich diesen unangenehmen Moment wieder verdrängt. Dann kann ich heute Nachmittag darüber nachdenken, obwohl ich weiß, das habe ich die letzten vier Jahre nicht gemacht, nochmal über eine Predigt nachgedacht, dann ist es weg. Ist das so?
Wenn das hochkommt in deinem Herzen, wäre es nicht klug, jetzt dir irgendein Zeichen zu machen und zu sagen: An der Stelle, das fällt mir sofort ein, das müsste sich sofort ändern. Und dir das auch vorzunehmen, es zu ändern?
Oder wenn du sagst: Nee, egal was der da vorne für Kapriolen macht, ich werde nichts ändern, dann vielleicht das Kreuz wirklich rechts oben zu machen und zu sagen: Ich bin nicht bereit, mich zu ändern. Egal, was Sache ist, ich bleibe, wie ich bin.
Wo gehörst du hin? Glückselig die reinen Herzen sind, denn sie werden Gott schauen.
Ein Punkt, warum meine Ehe glücklich ist, ist der, dass ich versucht habe, mit meinem ganzen Herzen an meiner Frau festzuhalten. Ich kann nicht sagen, dass es nicht Frauen gegeben hätte, die für mich eine Versuchung gewesen wären. Aber die eine Sache war klar: Ich habe mir vorgenommen, mit ganzem Herzen an meiner Frau dranzubleiben. Und ich habe darauf geachtet, dass es nicht Routine oder Sünde ist, die mein Herz von ihr wegzieht.
Dasselbe gilt für die Beziehung zu Gott. Ein reines und ungeteiltes Herz zu bewahren heißt immer wieder Nein sagen. Das heißt Nein sagen zu allem, was uns wegziehen will von Gott. Das heißt, dass wir unsere Prioritäten hinterfragen, dass wir sie eventuell neu setzen, unsere Zeiteinteilung hinterfragen, dass wir schauen, was ist Gott wichtig, und danach dein Leben.
Mein Wunsch, wirklich mein Herzenswunsch, ist der, dass wir miteinander die Frage, wem gehört dein Herz, beantworten können mit einem eindeutigen: Es gehört alleine Gott.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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