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Alles nur Materie?

Why not?! Glaubensfragen
SerieTeil 27 / 27Why not?! Glaubensfragen
Kann man nur glauben, was man messen kann? Strikter Naturalismus wirkt logisch – bis er sich selbst widerspricht und zu wenig erklärt: Liebe, Sinn, Ursprung.

Ein Gespräch über Musik und ein neues Thema

Why not Glaubensfragen, der YouTube-Kanal des Why-not-Teams. Knifflige Fragen einfach erklärt, dialogisch und durchdacht.
Hey, ich finde es immer wieder cool, dass du in der Band Saxophon spielst.
Macht mir auch echt Spaß, vor allem mit der neuen Schlagzeugerin.
Carlotta?
Genau die. Einfach schöner Groove und unglaublich variantenreich. Jedenfalls im Vergleich zu dem, was man sonst so in der Anbetungsszene kennt.
Natürlich ist es ihr Groove, der dich anspricht, der dunkle Teint, die langen hellbraunen Haare und ihre nasse Figur, die sind dir natürlich völlig entgangen.
Ja ja, erwischt. Aber hättest du vielleicht gerade noch Zeit für ein anderes Thema, Romeo?
Klar. Stichwort Naturalismus. Was ist damit? Ich habe doch jetzt diesen Philosophiekurs, und da war das einfach das erste Thema.
Und was hast du nicht verstanden?
Habe ich das richtig verstanden? Naturalisten glauben, dass es nur das gibt, was man anfassen und messen kann, also nur Materie, und alles Übernatürliche ist Einbildung, nur ausgedacht?
Ja, in etwa das ist es, was sie glauben.
Und was hältst du davon?
Nix.
Könntest du etwas genauer sein?
Weißt du, bei vielen kritischen Aussagen gegen den Glauben stoße ich auf dasselbe Phänomen: Sie widersprechen sich selbst.
Okay.
Schau, wenn jemand formuliert: Es gibt nur das, was man anfassen und messen kann, dann ist das eine Behauptung, die man weder anfassen noch messen kann. Und doch will der Naturalist, dass wir ihm Glauben schenken. Warum sollte ich das tun, wenn er sich selbst schon mit seinem ersten Satz widerspricht?
Das Problem ist, dass mein Philosopielehrer den Eindruck vermittelt hat, so ein Naturalist zu sein. Wie kann ich ihn denn ein wenig ärgern?
Wenn jemand davon ausgeht, dass es nur das Sichtbare, das Messbare gibt und alles Übernatürliche Einbildung ist, dann würde ich aus drei Richtungen dagegenhalten.
Warte, ich hole schnell mein Handy, um mir diese drei Punkte aufschreiben zu können.
Also erstens würde ich ihm sagen, dass seine Behauptung nicht widerlegbar ist. Einfach deshalb nicht widerlegbar, weil kein Labor dieser Welt mit irgendeinem unbekannten Verfahren die nicht materielle Welt erforschen kann. Wenn es das Übernatürliche gibt, dann kann man es nicht messen oder experimentell erforschen. Eben deshalb nicht, weil naturwissenschaftliche Methoden zur Erforschung der sichtbaren Welt erfunden wurden. Was übernatürlich ist, das ist außerhalb der Natur. Es ist experimentell nicht beweisbar. Man kann Gottes Kreativität in der Natur erkennen, aber man kann Gott mit natürlichen Mitteln nicht erforschen. Man kann ihn erleben, aber nicht beweisen.
Okay, das war Punkt eins. Punkt zwei?
Ich würde das ontologische Argument bringen. Und das geht wie?
Der Naturalist geht davon aus, dass es Materie gibt. Und wenn Materie alles ist, was es gibt, dann stelle ich doch die naheliegende Frage, wo sie herkommt, so ganz im klassischen Sinn des ontologischen Arguments für Gott.
Erstens: Alles, was zu existieren beginnt, hat eine Ursache, das ist immer so.
Zweitens: Das Universum begann zu existieren, auch aktueller Wissenschaftsstand, Big Bang halt.
Drittens: Also hat das Universum eine Ursache, und natürlich muss die Ursache der Schöpfung außerhalb der Schöpfung liegen, weil sich das Universum nicht selbst erschaffen kann.
Keine Ahnung, ob ich das jemandem erklären könnte.
Pass auf, es ist gar nicht so schwer. Merkt euch einfach: Wer an den Big Bang glaubt, der muss sich auch die Frage stellen, wer für den Anfang verantwortlich ist. Und seien wir an der Stelle ruhig ein wenig ehrlich: Wer ein Universum erschafft, der muss wohl einen Willen besitzen, supermächtig sein, unglaublich kreativ und vernünftig genug, sich die Naturgesetze auszudenken. Ich für meinen Teil bin da schon ziemlich dicht am Gott der Bibel.

Drei Einwände gegen einen strikten Naturalismus

Und der dritte Punkt, vielleicht verstehe ich den etwas besser. Du musst echt nicht immer so tun, als wärst du irgendwie nicht so schlau. Manchmal denke ich das schon, wenn ich mit dir rede, dabei bist du noch gar nicht so lange in der Gemeinde.
Ich bin halt kein Gemeindekind. Wenn man mit dem christlichen Glauben nicht groß wird, macht man sich viel mehr Gedanken. Muss man ja auch, weil ständig alle Freunde und die Familie fragen, was mit einem los ist, ob man jetzt religiös geworden ist oder an eine Sekte geht?
Und glaube mir, die Sache mit dem Naturalismus ist, ohne dass die Leute das Wort kennen, weiter verbreitet, als du denkst. Viele Leute glauben an Schutzengel oder Horoskope, aber wehe, Gott kommt ihnen zu nahe, dann werden sie ganz schnell zu Naturalisten, die so tun, als gäbe es nur das, was man anfassen und beweisen kann. Achte mal darauf, wie viele Leute so drauf sind.
Dein dritter Punkt? Was mich am strikten Naturalismus grundsätzlich stört, ist nicht unbedingt die unlogische Überhöhung von Wissenschaft. Es ist die Tatsache, dass der Naturalismus einfach zu wenig erklärt. Es gibt im Naturalismus keine Liebe, sondern nur Oxytocin, keine Verantwortung, sondern nur einen blinden Determinismus der Atome. Es gibt keine Seele, keinen Geist, ja nicht einmal Gespenster.
Genau: Wenn zu allen Zeiten in allen Kulturen Menschen Erfahrungen mit dem Göttlichen oder mit dem Übernatürlichen gemacht haben, glauben wir wirklich, dass alle sich über die Natur und den Inhalt dieser Erfahrungen vollständig geirrt haben? Sorry, das ist unwahrscheinlich. Es hat wahrscheinlich schon seinen Grund, dass in der Menschheitsgeschichte der Atheismus bis heute die sonderliche Ausnahme ist. Die Mehrzahl der Menschen scheint immer davon ausgegangen zu sein, dass es mehr gibt als das, was man anfassen und messen kann. Und mir geht es genauso.
Ja, stimmt. Okay, danke, das hilft mir erst mal weiter.

Ein Ausblick mit Einladung und Schlusswort

Du bist echt super, und falls du Lust hast, komm doch morgen zum Mittagessen. Meine Eltern haben Carlotta eingeladen, um sie besser kennenzulernen, und gefragt, ob ich auch jemanden mitnehmen möchte. Hey, da sage ich nicht nein.
Das war's für heute. Bitte unterstütze den Kanal, indem du ihn abonnierst und die Videos deinen Freunden empfiehlst. Bete dafür, dass der Kanal bekannter wird. Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

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