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Die Fülle des Christus

6. Vortrag zum Epheserbrief
Epheser 3,1-2108.11.2023
SerieTeil 6 / 13Epheserbrief
Du betest oft nur für „mehr Hilfe“? Paulus denkt größer: dass du innerlich stark wirst, Christus tief vertraust und Gottes Weite begreifst. Dann verändert sich dein Blick auf alles.

Ein Gebet, das größer denkt

Ja, ich weiß nicht, wofür du betest, wenn du zum Beispiel für mich betest. Ich bin immer dankbar für alle Gebete.
Also, ich komme in meinen Gebeten oft nicht weit darüber hinaus zu beten: Herr, segne ... Wenn du für mich betest: Herr, segne den Gerald. Herr, sei mit dem Gerald. Was immer das heißt.
Vielleicht betest du für meine Ehe, dann bin ich dankbar. Oder für meine Arbeit, dafür bin ich auch sehr dankbar.
Ich weiß nicht, wann du zum letzten Mal für jemanden gebetet hast, dass er die erkenntnisübersteigende Liebe des Christus erkennt. Das wäre schon ein Gebet.
Oder ich weiß nicht, wann du zum letzten Mal für jemanden gebetet hast, dass er erfüllt wird zu der ganzen Fülle Gottes. Wow, wenn du das für mich beten willst, dann bin ich wirklich dankbar.
Aber entschuldige, das war das Ende des Vortrags. Vielleicht sollte ich am Anfang anfangen.

Der eigentliche Einstieg in den Brief

Wir kommen heute zu Epheser Kapitel 3. Und Epheser Kapitel 3 fängt ein bisschen so an, vom Stil her, wie Paulus halt oft schreibt.
Er hat einiges geschrieben, speziell an die Epheser. Speziell an sie, weil sie sich irgendwie nicht für vollwertig empfanden und nicht gewollt fühlten, weil sie nicht jüdische Wurzeln hatten, bevor sie Christen geworden sind. Er hat an sie geschrieben und versucht, ihnen irgendwie zu zeigen, wie Gott ist. Wer sie sind. Er hat ihnen versucht zu zeigen, dass sie dazugehören und wie sie dazugehören zu diesem Bau, zu diesem Tempel Gottes, der gebaut wird, dass sie vollständig dazugehören.
Er hat viel, viel Zeit darauf verwandt, ihnen ganz speziell das ans Herz zu legen. Aber natürlich auch allen anderen, die vielleicht gar keine Minderwertigkeitsgefühle haben. Wir haben total viel gesehen in diesen ersten Kapiteln von den Segnungen Gottes, von den Plänen Gottes, was er sich ausgedacht hat. Und das ist etwas ganz Spezielles, dass er so viele verschiedene Menschen im Blick hat und angesprochen hat und zusammenbringen will.
Und jetzt, in Kapitel 3, versucht Paulus, diesen ganzen Abschnitt vom Epheserbrief, den wir bisher gelesen haben, zum Abschluss zu bringen, indem er den Ephesern sagt, was er für sie betet. Er schließt direkt an Kapitel 2 an. Kapitel 3, Vers 1, in meiner Übersetzung steht: „deshalb“ fängt der Satz an. Kapitel 3, Vers 1. Ich weiß nicht, wie der Satz in deiner Übersetzung anfängt, aber wahrscheinlich so ähnlich.
Weil das alles so ist, weil das euch gilt, weil das für euch ganz persönlich gemeint ist. Deshalb ja, was eigentlich deshalb? Deshalb ich, Paulus, der Gefangene Christi Jesu für euch, die Nationen. Ja, was? In meiner Übersetzung, also in meiner uralten Übersetzung, geht hier eine Klammer auf. Ich weiß nicht, wie das in eurer modernen Übersetzung ist. Also bei mir, nach diesem Satz, der gar kein Verb hat, geht eine Klammer auf, und in meiner Übersetzung geht die Klammer erst am Ende von Kapitel 3 wieder zu, weil die Übersetzer der Überzeugung waren, dass Paulus diesen angefangenen Satz am Anfang von Kapitel 4 fortsetzt: „Ich ermahne euch nun, ich, der Gefangene im Herrn ...“ weil Kapitel 3 fängt ja auch damit an: Paulus ist der Gefangene Christi Jesu im Herrn.
Entschuldigung, ich persönlich glaube, dass das falsch ist. Also vielleicht ist es richtig, ich kenne wie gesagt auch die Gründe, warum man das so macht. Aber ich bin überzeugt, dass die Klammer hinter Vers 13 zugehen muss. Denn der Schlüssel ist nicht, dass in beiden Versen, wo es weitergeht, Gefangene vorkommen, sondern dass der Satz wieder mit „deshalb“ anfängt: Vers 14, „Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater“.
Ich bin überzeugt, dass Paulus eigentlich am Anfang von Kapitel 3 schon mit seinem Gebet anfangen wollte. Deshalb bete ich das für euch. Und deshalb, weil ihr dazugehört, weil ihr wertvoll seid, weil ihr persönlich Gott wichtig seid, deshalb bete ich für euch und habe so dramatisch hohe Anliegen für euch, nicht nur, dass es bei eurem Job funktioniert. Und deshalb bete ich für euch, dass ihr das wirklich versteht, was das alles bedeutet. Ich glaube, Paulus wollte damit anfangen.
Na ja, und wie Paulus so ist, ihr kennt ihn inzwischen, ist ihm eingefallen, dass es doch noch ein paar Punkte gab, wo er einfach noch mal zusammenfassen will, wo er es einfach noch mal sagen will, wo er noch mal ein paar Kerngedanken noch deutlicher machen will, damit sie wirklich verstehen, was für Dimensionen das hat, was er gerade gesagt hat.

Warum Paulus seine eigene Lage als Ehre beschreibt

Also unterbricht er das noch einmal, seinen Abschluss dieses halben Briefes, um es noch einmal zu sagen: Ihr seid Gott wichtig. Ja, Kapitel 3, Vers 1.
Deshalb ich, Paulus, der Gefangene Christi Jesu für euch, die Nationen. Das ist schon sehr persönlich, oder? Deshalb ich, Paulus, ich, der Gefangene Christi Jesu für euch, die Nationen.
Und der Abschnitt endet in Kapitel 3, Vers 13. Deshalb bitte ich, nicht mutlos zu werden durch meine Drangsale für euch, die eure Ehre sind.
Also macht Paulus hier auch inhaltlich noch einmal eine Klammer. Er sagt: Ich bin im Knast für euch, ich, Paulus, bin im Knast für euch. Die Christen, die aus den Nationen kommen und keine jüdischen Wurzeln haben. Und ich bitte euch, nicht mutlos zu werden, nicht frustriert zu sein.
Ich habe es in der Einleitung irgendwann schon einmal gesagt, in der Einleitung zu diesem Brief. Ich glaube persönlich, dass gerade die Geschwister in Ephesus so ein bisschen ein Trauma hatten. Also vielleicht ist Trauma ein bisschen ein zu dramatisches Wort, okay, aber so ein ganz klein bisschen ein Trauma hatten sie, weil Paulus zu ihnen gekommen war. Paulus hatte ihnen das Evangelium gesagt, Paulus hatte ihnen alles beigebracht.
Ephesus ist ja die Hauptstadt dieser Provinz Asia, dieser, wir sagen meistens, Kleinasien, um das nicht mit Großasien zu verwechseln. Und da steht, dass Paulus da drei Jahre war und dass alle, die in dieser Provinz waren, das Wort Gottes gehört haben. Also es war wirklich ein Zentrum, ein Zentrum auch der Erweckung letzten Endes und der Belehrung, der Festigung von Christen, die eben keine jüdischen Wurzeln hatten, obwohl damals, als Paulus da war, wahrscheinlich auch viele Judenchristen dort waren.
Und dann kam Paulus mit ein paar Umwegen nach Jerusalem. Und vielleicht gucken wir uns noch einmal ganz kurz diese Stelle an: Apostelgeschichte 21,27. Da steht: Als aber die sieben Tage beinahe vollendet waren, sahen ihn die Juden aus Asia im Tempel.
Also das waren Juden, also jetzt keine Judenchristen, aber Juden genau aus dieser Provinz, wo Ephesus die Hauptstadt war. Wegen dieser Leute sitzt Paulus inzwischen ungefähr drei Jahre im Gefängnis. Diese Leute aus ihrer Provinz, die ja nicht Paulus ablehnen, weil er so ein seltsamer Typ ist, sondern die Paulus ablehnen, weil er in ihrer Provinz den Nationen, den Heiden, das Evangelium gebracht hat und sie zu diesem Gott gebracht hat, von dem sie der Meinung waren, das ist nur der Gott Israels.
Um ihretwillen, sie hatten das Gefühl, um ihretwillen sitzt Paulus im Gefängnis, weil ihre Nachbarn ihn denunziert haben. Und Vers 29: Denn sie hatten vorher Trophimus, den Epheser, mit ihm in der Stadt gesehen, von dem sie meinten, dass Paulus ihn in den Tempel geführt habe.
Also jetzt war wirklich einer von ihnen, einer von den Christen, einer aus der Gemeinde, der wirklich der Auslöser war für diese Verhaftung. Ich meine, Paulus hatte ihn mit aller Wahrscheinlichkeit, so wie es hier formuliert ist, nicht in den Tempel gebracht. Aber trotzdem, ich meine, er war der Anlass.
Sie als Gemeinde waren derart, weil sie nicht gewollt waren. Das Volk dieses Gottes, zu dem sie gekommen sind, das ursprüngliche Volk dieses Gottes, wollte sie nicht. Und die Ablehnung war gewaltsam, und die Ablehnung war vehement. Und es ist nicht spurlos an ihnen vorbeigegangen.
Und Paulus sagt hier: Ja, ich bin im Gefängnis. Ja, ich bin im Gefängnis wegen euch. Das ist wahr. Aber ich bitte euch, nicht mutlos zu werden deswegen. Ich bitte euch, nicht mutlos zu werden wegen meiner Verfolgung, wegen meiner Schwierigkeiten, wegen meines Gefängnisaufenthalts.
Warum nicht? Paulus sagt, es ist nichts, worüber ihr euch schämen müsst, sondern das ist eure Ehre. Was meint er damit? Warum ist es ihre Ehre?
Er sagt: Schaut mal, offensichtlich seid ihr diesem Gott, diesem Gott Israels, diesem Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, diesem Gott, der Schöpfer über alles ist, offensichtlich seid ihr diesem Gott so wichtig, dass er seine Leute für euch investiert. Leute wie mich, sagt Paulus, investiert dieser Gott für euch.
Wisst ihr, Epheser, wisst ihr Christen aus den Nationen, ihr habt das Gefühl, dass ihr nicht gewollt seid von dem Volk des Gottes, dem ihr jetzt angehört. Aber ich möchte euch etwas sagen: Ihr seid gewollt von diesem Gott. Und dieser Gott ist bereit, einen Preis für euch zu bezahlen, Menschen zu euch zu schicken, die deswegen ins Gefängnis kommen. Gott ist bereit, diesen Preis zu bezahlen. Er sagt: Ich bin bereit, für euch zu leiden.
Im Kolosserbrief sagt er: Ich bin bereit, und ich freue mich, die Leiden des Christus zu vollenden, die er investiert in seine Gemeinde. Kolosser 1,24. Wenn ich im Gefängnis bin und ihr habt den Eindruck, ich leide, Christus leidet mit mir. Aber Christus ist bereit zu leiden, weil er euch will.
Es war Paulus ganz wichtig, ihnen das noch einmal zu sagen. Und dann sagt er: Es ist eure Ehre, weil ... na ja, offensichtlich nimmt nicht nur Gott euch wichtig, sondern auch eure Gegner. Sie nehmen diese Bewegung wichtig, sonst wären sie nicht so vehement. Ihr seid gewollt von diesem Gott.
Aber zurück zu Vers 2, wo bei mir die Klammer aufgeht.

Gnade als Botschaft und als Vorrecht

Paulus schreibt in diesem Abschnitt, in den Versen 2 bis 12, ganz viel über Gnade. Wir werden gleich noch ein bisschen am Stück lesen, aber ich möchte erst einmal ein paar Punkte herausnehmen. Paulus schreibt ganz viel über Gnade.
Vers 2: Wenn ihr nämlich gehört habt von der Verwaltung der Gnade Gottes, die mir in Bezug auf euch gegeben ist, durch das Evangelium, dessen Diener ich geworden bin nach der Gabe der Gnade Gottes, die mir gegeben ist nach der Wirksamkeit seiner Kraft.
Mir, dem allergeringsten von allen Heiligen, ist diese Gnade gegeben worden, den Nationen den unergründlichen Reichtum des Christus zu verkündigen.
Ja, Paulus hat ihnen die Gnade verkündigt. Er hat ihnen gesagt: Gott ist gnädig mit euch, Gott will euch begnadigen. Das sagt er in Vers 2, ich glaube, dass er das meint.
Aber wenn wir Vers 7 und Vers 8 lesen, dann merken wir, dass schon Vers 2 mehrdeutig ist. Paulus meint, glaube ich, nicht nur, dass er ihnen Gnade bringt, sondern er meint, wie er es in Vers 7 und 8 sagt, dass er es als Gnade empfindet, dass er das tun darf.
Jetzt sagt ihr Epheser: Vielleicht habt ihr ein blödes Gefühl, dass ich wegen euch im Knast bin. Aber ehrlich, ich habe kein blödes Gefühl dabei, weil für mich ist es ein totales Vorrecht und eine totale Gnade, dass ich das tun darf, dass ich den Heiden, und es sind so viele, den Heiden das Wort Gottes bringen darf.
Das ist so eine Riesenaufgabe, und das ist so eine schöne Aufgabe. Weil ihr seid so anders als die Juden, das ist so eine coole Ergänzung zu dem, was bisher war. Und das ist so eine coole Ergänzung zu dem, wenn es nur Judenchristen wären. Und ihr seid auch noch alle so unterschiedlich voneinander, ihr Barbaren und Griechen und Küter.
Und Menschen in das Reich Gottes bringen, an die vorher niemand gedacht hat, das ist für mich so eine Gnade, den Nationen den unausforschlichen Reichtum des Christus zu verkündigen. Ihr müsst echt kein blödes Gefühl haben, dass es mich etwas kostet. Ich finde es ein totales Geschenk, sagt Paulus.
Das Evangelium, Vers 7, dessen Diener ich geworden bin nach der Gabe der Gnade Gottes, die mir gegeben ist nach der Wirksamkeit seiner Kraft.
Ja, er sagt, es ist Gnade für mich, und es war Kraft Gottes notwendig an mir, und es ist Kraft Gottes notwendig an mir und durch mich. Er hat mich mit seiner Kraft gerettet.
 Epheser 2,1-5 hat auch uns: Als wir in den Vergehungen tot waren, mit dem Christus lebendig gemacht. Durch Gnade seid ihr errettet.
Paulus sagt, es hat schon so viel Gnade und so viel Kraft gebraucht, um mich nur zu retten. Und dann hat Gott seine ganze Kraft in mich investiert, um mich anders zu machen, um mein Denken zu verändern.
Ich meine, ich war jüdisch groß geworden. Petrus hatte enormen Stress, mit Heiden auch nur zu essen. Paulus sagt, Gott musste viel an mir tun, damit er mir diesen Auftrag geben kann.
 Epheser 1,19: Und welches die überragende Größe seiner Kraft an uns, den Glaubenden, nach der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke ist.
Paulus sagt, das ist mein Bekenntnis. Gott hat mich begnadigt, Gott hat so viel Kraft aufgewandt, damit er mir diesen Auftrag geben kann. Er sagt, ihr müsst kein blödes Gefühl haben. Ich finde es ein Vorrecht, und selbst wenn ich dafür im Gefängnis bin. Ja, ich finde es sogar ein Vorrecht, dass ich den Staffelstab aus der Hand Jesu nehmen kann, der gelitten hat für eure Rettung, um mitzuleiden. Dafür, dass ihr das Evangelium hören könnt und dass ihr das Wort Gottes hören und verstehen könnt. Für mich, sagt er, ist es Gnade.

Das Geheimnis der Zugehörigkeit

Und in Vers 6 fasst er noch einmal kurz zusammen, was die Botschaft ist, die er ihnen gebracht hat. Denn er sagt es einfach noch einmal, was er in Kapitel 2 schon ein paarmal gesagt hat, nur mit ganz verschiedenen Worten.
Was ist die Botschaft? Dass die aus den Nationen Miterben sind. Ihr, Epheser, seid Miterben dieses Reiches Gottes. Das gehört auch euch. Ihr seid gemeint. Ihr seid nicht zufällig hineingeraten, weil Gott so ungenau formuliert hätte, dass es plötzlich auch auf euch zutraf. Ihr seid Miterben. Er sagt: Dir gehört etwas.
Wir haben es gelesen in Kapitel 1, Vers 18, dass er erkennt, welches der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen ist. Kapitel 1, Vers 5: „Und uns zuvor bestimmt hat zur Sohnschaft durch Jesus Christus für sich selbst.“ Söhne sind Erben. Kapitel 1, Vers 11: „In dem wir auch ein Erbteil erlangt haben.“ Und das gilt auch euch, sagt er. Absichtlich, dass auch die Nationen Miterben seien.
Und Mitleib steht hier eigentlich: Mitleib. Das gehört zu einem Leib. Mit all denen zusammen, die sich aus jüdischem Hintergrund bekehrt haben. Ihr seid ein Leib, ihr gehört dazu, ihr seid wichtig, ihr seid organisch damit verwachsen. Kapitel 1, Vers 23: „Die Versammlung, die sein Leib ist, die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt.“ Paulus sagt: Wenn ihr nicht dabei wärt, wäre es weniger Fülle. Also Fülle im Sinne von Vielfalt, von Vollständigkeit. Ihr würdet fehlen. Ihr seid Mitleib.
12,15: „Er hat das Gesetz der Gebote in Satzungen weggetan, damit er die zwei, Judenchristen und Heidenchristen, friedenstiftend in sich selbst zu einem neuen Menschen schüfe und die beiden in einem Leib versöhnte.“ Ihr gehört organisch dazu. Kapitel 2, Vers 21: „In welchem der ganze Bau wohl zusammengefügt wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn, in dem auch ihr mitaufgebaut werdet zu einer Wohnung Gottes im Geist.“ Hier wechselt er ein bisschen das Bild, aber das ist das Gleiche. Ihr gehört dazu.
Hier sagt er es noch mehr: Ihr seid Miterben, ihr seid Mitleib. Das ist die Botschaft. Ihr seid Mitteilhaber der Verheißung in Christus Jesus durch das Evangelium. Kapitel 2, Vers 12: „Dass ihr zu jener Zeit, als ihr ohne Christus wart, entfremdet wart dem Bürgerrecht Israels und Fremdlinge betreffs der Bündnisse der Verheißung, keine Hoffnung habend und ohne Gott in der Welt.“ Er sagt: Es gilt nicht mehr. Die Verheißung, die Hoffnung, gilt für euch. Das ist die Botschaft des Evangeliums.
Merkt ihr das? Er hat es alles schon gesagt, aber er muss es noch einmal sagen. Es ist ihm so wichtig, dass wir das verstehen. Es ist ihm so wichtig, dass wir das verstehen: dass wir dazugehören, dass wir Miterben sind, dass wir Mitleib sind, dass wir Verheißungen haben, dass es ein gewaltiges Evangelium ist.

Das verborgene Geheimnis und die staunende Welt

Aber was letztlich der Hauptpunkt dieses Abschnitts ist, das, was Paulus ihnen irgendwie wertvoll machen will: Er sagt, das Evangelium, das euch verkündigt worden ist, ist ein gewaltiger Reichtum. Wir haben es gelesen: der Reichtum, der unergründliche Reichtum des Christus. Wir haben einen unglaublichen Reichtum in der Botschaft, die wir gehört haben.
Und, sagt er, es ist ein Geheimnis. Geheimnis und Reichtum ist eine coole Wortkombination. Mich interessiert das, es erinnert an Schatzkarten. Es gibt ein Geheimnis auf einer Insel: Irgendwo ist ein großes, rotes Kreuz auf der Karte, und dort wartet ein gewaltiger Reichtum auf dich. Ja, das möchte Paulus hier sagen.
Das war ein Geheimnis, das lange, lange verborgen war, und das euch gehört. Überhaupt war das Evangelium ein Geheimnis. Wir können es jetzt nicht ausführlich lesen, aber Petrus sagt es in 1. Petrus 1: Propheten haben versucht, hineinzuschauen, Engel haben versucht, es zu verstehen. Was das bedeutet, dass der Christus leiden muss und was danach kommt, das haben sie nicht verstanden. Es war ein Geheimnis.
Dieses ganze Evangelium ist ein Geheimnis. Im Kolosserbrief sagt er, dass Christus in eurem Leben so massiv eingreift, so dicht dabei ist, so intensiv mitlebt: Christus in euch, das ist ein gewaltiges Geheimnis. Und hier sagt er, dass ihr, die so weit weg wart, die so anders wart, dazugehören dürft, dass ihr gemeint seid, ist ein Geheimnis, das über Generationen verborgen war.
Lest noch einmal Vers 2: Wenn ihr nämlich gehört habt von der Verwaltung der Gnade Gottes, die mir in Bezug auf euch gegeben ist, dass mir durch Offenbarung das Geheimnis kundgetan worden ist. Paulus hat an dieser Stelle eine ganz persönliche Offenbarung bekommen, dass er dieses Geheimnis versteht und dieses Geheimnis verbreiten kann.
Ja, wem soll er das Geheimnis verbreiten? Denen, die es betrifft. Ja, aber auch allen anderen. Es ist gut, wenn die Judenchristen das Geheimnis verstehen, dass die Heiden dazugehören, oder? Es ist gut, wenn die Engel es irgendwann verstehen, dass die Heiden dazugehören. Auch wenn es bisher ein Geheimnis war, ist mir durch Offenbarung das Geheimnis kundgetan worden, wie ich es zuvor in kurzem beschrieben habe, woran ihr beim Lesen merken könnt mein Verständnis in dem Geheimnis des Christus, das in anderen Geschlechtern den Söhnen der Menschen nicht kundgetan worden ist, wie es jetzt offenbart worden ist seinen heiligen Aposteln und Propheten im Geist.
Apostel und Propheten hatten wir gerade in Kapitel 2. Sie sind die Grundlage. Das, was sie geredet haben, ist die Grundlage der Gemeinde. Paulus sagt: Ich bin nicht der Einzige, der das weiß. Die, die die Grundlage legen für die ganze Gemeinde, die das Wort Gottes letzten Endes schreiben werden, die wissen das alle inzwischen. Aber meine Aufgabe ist es, es euch zu sagen, euch den Nationen, die es betrifft. Aber denkt nicht, dass die anderen das nicht wissen. Alle, die an der Grundlage der Gemeinde mitbauen, wissen das inzwischen. Das ist offenbart worden, nicht nur mir, sondern auch seinen übrigen Aposteln und Propheten im Geist.
Ihr gehört dazu. Ja, es ist kundgetan worden, Ende von Vers 5 waren wir gerade, dass die aus den Nationen Miterben seien und mit einverleibt und Mitteilhaber der Verheißung in Christus Jesus durch das Evangelium, dessen Diener ich geworden bin nach der Gabe der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, nach der Wirksamkeit seiner Kraft.
Jetzt setzt er noch einmal an in Vers 8. Er fasst noch einmal zusammen, was er in diesen Versen gesagt hat, um dann noch einen Schritt weiterzugehen: Mir, dem Allergeringsten von allen Heiligen, nicht nur von allen Aposteln, ist diese Gnade gegeben worden, den Nationen den unergründlichen Reichtum des Christus zu verkündigen und alle zu erleuchten, alle: Juden, Heiden, Engel, alle zu erleuchten, welches die Verwaltung des Geheimnisses sei, das von den Zeitaltern her verborgen war in Gott.
Ihr wisst ja, mir sind zwei Worte gefallen: Das Geheimnis war nicht irgendwo verborgen auf einer Insel. Es war nicht irgendwie verborgen in einem alten Buch, wo man eine Schatzkarte gefunden hat. Es war verborgen in Gott, in seinem Herzen. Er hatte den Plan schon immer. Er ist der, der alles geschaffen hat, steht hier. Und das impliziert irgendwie, dass er mindestens seitdem, wahrscheinlich lange vorher, diesen Plan in seinem Herzen hatte.
Mir gefällt einfach der Gedanke, dass es im Herzen Gottes Pläne und Überlegungen gibt, die ganz, ganz lange niemand weiß, bis irgendwann der Zeitpunkt kommt, dass er das Geheimnis lüftet. Das Geheimnis, was er alles geplant hat: dass ihr dazu gehört, dass du dazu gehörst. Mein Geheimnis, das verborgen war im Herzen Gottes, in seinen Gedanken, schon sehr, sehr lange. Gott ist nicht plötzlich auf die Idee gekommen, als sich die Situation so ergeben hat. Er wollte das schon immer, nur niemand hat es gewusst. In Gott, der alle Dinge geschaffen hat.
Damit jetzt den Fürstentümern und den Gewalten in den himmlischen Örtern durch die Versammlung kundgetan werde die mannigfaltige, die vielfältige Weisheit Gottes. Und nur darüber haben wir gesprochen, ich glaube, beim letzten Mal: Die Fürstentümer und Gewalten in der unsichtbaren Welt sehen die Gemeinde an, und sie staunen über die Weisheit Gottes. Über die Weisheit Gottes, wie er Menschen rettet. Über die Weisheit Gottes, wie er verschiedene Menschen errettet, die so ganz anders sind, die eine andere Kultur haben, die eine andere Sprache sprechen, die völlig anders ticken. Wenn einer einen Witz erzählt, lachen die anderen nicht, weil sie den Humor gar nicht verstehen.
Und die Engel staunen, wie Gott mit diesen Menschen und mit diesen Menschen und mit diesen Menschen zurechtkommt, um sie zu retten. Aber wisst ihr, worüber sie auch staunen? Wie er die alle zusammenpacken kann in eine Gemeinde, und es funktioniert. Die vielfältige Weisheit Gottes. Und Halleluja über jede Gemeinde, wo es funktioniert. Wo man nicht eine Gemeinde oder eine Gruppe braucht für jede Sorte von Menschen, sondern wo es funktionieren muss. Das, was Gott sich gedacht hat, mit Leib zu sein, mit eingebaut, zusammengebaut. Wow, darüber staunen die Engel.
Den er gefasst hat in Christus Jesus, unserem Herrn. Da sehen wir, wie lange es schon in seinem Herzen war. Und jetzt kommt noch ein Satz, Vers 12. Und Paulus muss einfach noch einmal zurückkommen auf das, was in Kapitel 2, Vers 18 stand. Da stand: Durch ihn haben wir beide, Judenchristen und Heidenchristen, den Zugang durch einen Geist zu dem Vater.
Und das, was er jetzt noch einmal sagt: Den Vorsatz, den er sich gefasst hat in Christus Jesus, unserem Herrn, indem wir die Freimütigkeit haben und den Zugang in Zuversicht durch den Glauben an ihn. Wisst ihr, dass das das ist, worüber die Engel staunen? Er sagt extra Fürstentümer und Gewalten, weil die Engel gewohnt waren, dass Gott sie als Herrscher eingesetzt hat, als Unterherrscher unter ihm, und dass alles, was passiert, unter ihnen, unter ihrer Vermittlung, unter ihrer Regie passiert. Und plötzlich, ich sage es mal mit diesen Worten, passiert etwas neben ihnen: dass Menschen plötzlich ganz direkt zu Gott kommen. Menschen, die vorher unter ihnen waren, irgendwie an ihnen vorbei, an ihrer Vermittlung vorbei, kommen direkt zu Gott, sogar Heiden.
Ich glaube, die waren überrascht. Er sagt: Ihr seid willkommen bei Gott, ihr habt mit Freimütigkeit Zugang und mit Zuversicht durch den Glauben direkt bei Gott.

Das Gebet um innere Kraft und weite Sicht

Paul ist so begeistert durch das Evangelium. Er ist so begeistert, dass das Evangelium jedem gilt, nicht nur ausgewählten Gruppen. Und er ist so begeistert, dass es auch den Ephesern gilt, denen er es sagen konnte. Mit diesem ganzen Abschnitt hat er seinen Ansatz unterbrochen, um für sie zu beten. Er will einfach noch einmal Begeisterung vermitteln für dieses Geheimnis, für diesen unausforschlichen Reichtum. Er will sie mit hineinnehmen. Er sagt: Werdet nicht mutlos durch meine Trübsale, die eure Ehre sind. Für mich ist es eine Gnade, dass ich euch das vermitteln darf: dieses ewige Geheimnis Gottes.
Und jetzt endlich kommt Paulus zu seinem Gebet. In Vers 14 schließt er mit diesem Gebet diesen ganzen Abschnitt ab, in dem es darum geht, wer wir sind, was das Evangelium ist, was die Pläne Gottes sind und wie gewaltig das alles ist. Dieser sehr, sehr spezielle Abschnitt im Epheserbrief schließt Paulus noch einmal damit, dass er ihnen sagt: Leute, das ist es, was ich für euch bete.
Zu wem betet er? Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, von dem jede Familie in den Himmeln und auf der Erde benannt wird. Er sagt: Ich beuge meine Knie vor dem Vater, dem Vater, von dem jede Familie im Himmel und auf der Erde ihren Namen bekommt.
Wisst ihr, wer zuerst den Namen bekommen hat? Na ja, viele Dinge auf der Erde haben Namen bekommen. Gott hat sie benannt. Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht. Aber dann bringt er die Tiere zu Adam, und was tut er? Er gibt ihnen Namen.
Gott ist der Vater, sagt Paulus zu den Ephesern, zu Menschen aus den Heiden. Er ist der Vater, der jeder Familie im Himmel oder auf der Erde ihren Namen gibt. Warum? Weil er jede Familie, und er meint hier nicht nur Familien mit Papa, Mama und zwei Kindern, sondern jede Gruppe von Wesen, von himmlischen Wesen oder von Menschen. Egal, zu welcher Nation sie gehören, jede Gruppe, die ihre Eigenheit hat, die ihren Familiengeruch hat: Gott kennt jede dieser Gruppen so genau, dass er ihr einen Namen geben kann. Auch euch, sagt er.
Gott ist der, der jeder Familie im Himmel und auf der Erde ihren Namen gibt. Und er kann für jede Familie, für jede Gruppe, für jeden Typ Mensch, für jeden Typ Engel, wenn es euch interessiert, Vater sein. Wenn sie zu ihm kommen und sich ihm anvertrauen, kann er ihnen die Geborgenheit geben, die ein Vater gibt.
Zu diesem Vater bete ich für euch, weil er auch euch so gut kennt, dass er euch einen Namen geben kann. Und er kann auch für euch ein Vater sein, bei dem ihr Geborgenheit und Führung findet. Darum bete ich zu ihm, zu diesem Vater. Aber er ist nicht nur ein Vater. Paulus sagt: Ich beuge meine Knie vor dem Vater. Er ist immer noch Gott.
Und jetzt sagt Paulus, was er betet. Er betet zwei Gebete, also zwei Gebetsanliegen oder zwei Gruppen von Gebetsanliegen an dieser Stelle. Und beide Gruppen von Gebetsanliegen fangen mit damit an. Vers 16 fängt mit damit an, in meiner Übersetzung. Vielleicht ist bei dir ein bisschen ein anderes Wort gewählt, aber es ist das gleiche griechische Wort, das auch in Vers 18 steht: damit ihr. Das Wort kommt zwar noch einmal vor, aber das ist wahrscheinlich ein bisschen untergeordnet, der Satz. Also zwei große Gruppen von Gebetsanliegen. Und ich möchte euch noch einmal ganz kurz, in der wenigen Zeit, die verbleibt, vor Augen stellen.

Innere Stärkung und bleibende Verwurzelung

Erstes grosses Gebetsanliegen oder erste Gruppe von Gebetsanliegen für 16 und 17:
Ihr Epheser, ich bete für euch, ihr Leute in Biber, ich bete für euch, damit er euch gebe, nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit mit Kraft gestärkt zu werden durch seinen Geist an dem inneren Menschen.
Das erinnert uns an sein Gebet in Kapitel 1, weil da kommt genau das vor. Da kommt vor: der Reichtum seiner Herrlichkeit. Und in Vers 19 von Kapitel 1 kommt etwas vor von Kraft. Er sagt: Wisst ihr, ich bete für euch das, was ich schon in Kapitel 1 für euch gebetet habe, dass ihr merkt, wer ihr seid, was für eine Herrlichkeit Gott für euch vorgesehen hat, dass ihr Erben seid, was ihr für eine Zukunft habt, dass Gott Kraft hat, euer Leben zu verändern.
Ich bete darum, dass der Geist, er sagt, dass ihr mit Kraft gestärkt werdet durch den Geist an dem inneren Menschen, dass der Geist euch das klar macht, wofür ich euch schon in Kapitel 1, Vers 18 und 19, verraten habe, was ich für euch bete. Ich wünsche mir, dass ihr das vor Augen habt und dass ihr Kraft davon bekommt, innerlich, Stabilität, weil ihr merkt, wer ihr seid in den Augen Gottes.
Aber dann geht er weiter, noch immer im gleichen Gebetsanliegen oder in der gleichen Gruppe von Gebetsanliegen. 17, dass der Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne, damit ihr in Liebe gewurzelt und gegründet seid.
Was meint Paulus hier? Er hat gesprochen von dem Reichtum der Herrlichkeit, und in Kapitel 1 war es der Reichtum der Herrlichkeit, den wir bekommen, jetzt schon und in der Zukunft, das, was wir kriegen. Aber hier sagt der Herr: Ich bete darum, dass ihr nicht nur merkt, was ihr kriegt. Dass ihr nicht nur merkt, wer ihr seid. Reichtum von Herrlichkeit ist in Christus, ist in dem, was er tut. Und es trägt dazu bei, dass der Geist euch innerlich Stabilität gibt, wenn ihr nicht nur die Geschenke seht, sondern den Schenker, den Geber.
Und ich bete so sehr: Vater, gib, dass der Christus durch Glauben in ihren Herzen wohnt. Er betet nicht darum, dass sie sich bekehren, Jesus komme in mein Herz. Die waren alle bekehrt. Das ist nicht, was Paulus meint. Er sagt: Ich bete darum, dass ihr den Christus vor Augen habt, wie er ist, was er tut, wie er euch gegenüber empfindet, dass ihr das seht im Glauben. Und dass es euer Herz berührt, dass es nicht nur eine äussere, trockene theologische Erkenntnis ist, sondern dass das, was ihr über Christus lernt, was ihr in Christus seht, euer Herz berührt, dass der Christus durch Glauben in euren Herzen wohne.
Paulus sagt, ich bete so sehr dafür, dass es für euch nicht einzelne Erlebnisse sind, einzelne kurze Events, die euch berühren, sondern dass das, wie ihr Christus seht und was es euch im Herzen bedeutet, dass das etwas Beständiges ist, wie wenn jemand wohnt.
Hier in diesem Abschnitt, wenn Paulus betet, geht es so wenig um objektive Dinge. Ich bin fest davon überzeugt, hier geht es um sehr subjektive Dinge. Es geht nicht darum, dass Christus real in unseren Herzen wohnt, das tut er, seit wir uns bekehrt haben. Es geht darum, dass wir das sehen, dass wir ihn sehen, dass er unser Herz berührt, dass er unsere Gedanken bestimmt und immer wieder auf sich zieht.
Und darum ergänzt er das damit, dass er sagt: indem ihr in Liebe gewurzelt und gegründet seid. Das soll eure Wurzel sein. Vater, gib ihnen, dass es ihre Wurzel ist, dass sie Christus sehen, dass es etwas Beständiges ist, dass es ihr Herz berührt und dass sie merken, dass sie geliebt sind von dem Christus, dass es ihre Wurzeln und ihr Fundament ist in ihrem Leben.
Wow, das ist schon ein Gebetsanliegen, oder? Also wenn du mal Lust hast, das für mich zu beten, dass der Christus durch Glauben in meinem Herzen wohnt und ich in Liebe gewurzelt und gegründet bin, ich freue mich, wenn du das für mich betest. Aber ich sage es dir ganz ehrlich: Ich freue mich noch mehr auf die Erhörung.
Paulus sagt, das bete ich für euch. Und das ist sehr persönlich, oder? Sehr individuell. Paulus sagt, ich möchte, dass du das siehst. Es ist dein Herz. Du, ganz persönlich, dass du in meiner Liebe gewurzelt und gegründet bist. Darum bete ich.

Weite des Handelns Gottes und die Fülle des Staunens

Und jetzt sagt er: Mein zweites grosses Gebetseinliegen für euch ist weiter. Das war sehr individuell. Ich möchte, dass ihr euch geliebt fühlt. Aber jetzt bete ich noch darum, dass euer Blick weit wird, dass ihr viel, viel mehr seht als nur euch selbst und eure Beziehung zum Herrn.
Vers 18, zweiter grosser Block: Damit ihr völlig zu erfassen vermögt, mit allen Heiligen. Das betrifft euch alle, sagt er. Das betrifft euch als Gruppe, als Gemeinde, das betrifft die weltweite Gemeinde. Ich möchte, dass ihr einen Blick bekommt für die Grösse des Handelns Gottes. Nicht nur an euch.
Er nennt hier diese, was manche Leute immer sagen, das wären vier Dimensionen. Ich glaube, das sind keine vier Dimensionen: damit ihr völlig zu erfassen vermögt mit allen Heiligen, welches die Breite und Länge und Höhe und Tiefe sei. Und deshalb, am Anfang von diesem ganzen Gebet, wisst ihr, worauf sich das bezogen hat? Es hat sich bezogen auf das Gleiche wie es deshalb am Anfang von Kapitel drei, weil es eine Wiederholung dessen ist. Es hat sich bezogen auf das Ende von Kapitel zwei. So einfach.
Aber was war das Ende von Kapitel zwei? Vers 20: Aufgebaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, in dem Christus Jesus selbst Eckstein ist, in welchem der ganze Bau wohl zusammengefügt wächst, zu einem heiligen Tempel im Herrn, in dem auch ihr mit aufgebaut werdet, zu einer Wohnung Gottes im Geist.
Paulus entwirft das Bild eines riesigen Gebäudes, zu dem viele, viele Menschen gehören, zum Beispiel. Und hier sagt er deshalb: Und jetzt bete ich für euch, dass ihr etwas von den Dimensionen dieses Werkes Gottes versteht und einen Blick dafür bekommt für die Grösse Gottes, für die Grösse seines Handelns und für die Vielfalt seines Handelns.
Und wir hatten das schon: Die Fürsten und Gewalten bestaunen die vielfältige Weisheit Gottes. Und jetzt sagt er: Ich bete darum, dass Gott euch die Augen dafür öffnet, für die Breite. Ihr habt es schon gesagt, das ist die Breite, dass es mit wie vielen verschiedenen Menschen Gott handeln kann. Ob das nun ein verschiedenes Alter betrifft, verschiedenen Sozialstatus: Ist da irgendjemand, der vielleicht noch nie eine richtige Ausbildung bekommen hat, ein Analphabet? Mit ihm kann Gott handeln, genauso wie mit einem Doktor jur zum Beispiel. Mit Leuten in Deutschland, die Uhren haben, und Leuten in Zentralafrika, die Zeit haben. Mit Leuten, die siebenundneunzig sind, und überleg mal, was die als Teenies in welcher Zeit gelebt haben, und Leuten heute, für die ein Smartphone selbstverständlich ist, ein WhatsApp. Und Gott kann mit ihnen handeln, gleichzeitig. Das ist die Breite seines Handelns, nur ein ganz kleiner Ausschnitt davon. Paulus sagt: Ich bete darum, dass ihr das versteht, dass ihr das seht.
Und dann ist da die Länge seines Handelns. Ich meine, selbst wenn wir nur mit dem Leben Jesu auf dieser Erde anfangen und mit der Gemeinde, wie sie entstanden ist, wenn wir nur Gemeindegeschichte betrachten, dann hat Gott schon zweitausend Jahre gehandelt, Gemeindegeschichte geschrieben. Und wir hatten es gerade vom Smartphone. Ich meine, das hättest du mal jemandem zeigen sollen, so einem Kelten irgendwann in der Geschichte. Die haben total andere Lebensumstände, die haben ihre Zeit total anders eingeteilt. Noch die Generation unserer Grosseltern und Urgrosseltern, die haben den ganzen Tag für den Haushalt gebraucht. Was machen heute Maschinen für uns? Vieles davon: Waschmaschinen, Spülmaschinen, Staubsauger. Die hätten sich das Leben, wie wir es leben, nicht vorstellen können. Und wie viel krasser ist es, wenn du zurückgehst in der Geschichte zu irgendwelchen Germanen oder Römern. Und Gott handelt die ganze Zeit, und es hat auch etwas mit Geduld zu tun, die Länge, auch Geduld mit uns persönlich natürlich.
Und die Höhe: Die Höhe reicht bis zum Himmel. Manche von euch wissen es, diese Stelle erinnert mich immer an diese Stelle in der Offenbarung, wo Gott nochmal dieses Bild entfaltet, als er eine riesige Stadt aus dem Himmel auf die Erde kommen lässt. Diese Stadt ist, wenn du es umrechnest, zweitausend Kilometer lang. Das ist ungefähr von der französischen Atlantikküste bis Bukarest. Wenn die Stadt auf der Erde landet, siehst du nur noch wenig von Europa, wenn sie auf Europa gelandet ist. Sie ist zweitausend Kilometer breit, das ist ungefähr von der Nordseeküste, ich meine, Skandinavien guckt noch raus bis ungefähr in die Mitte von Italien, also so die Süditaliener sind ausserhalb. Und die Spanier und die Portugiesen auch, weil die in dem Fall zu weit westlich sind, aber sonst zu Europa zu. Und Gott gebraucht dieses Bild, um zu zeigen: Das ist mein Handeln, so baue ich mein Reich, so baue ich meine Gemeinde. Das sind Ausmasse, die ihr euch nicht vorstellen könnt.
Aber weisst du, was da ansteht? Das Ding ist zweitausend Kilometer hoch. Und das ist hoch, weil der Mont Everest acht Kilometer hoch ist. Zweitausend im Vergleich zum höchsten Berg dieser Erde ist hoch, im Vergleich zu acht sehr hoch. Gott möchte uns zeigen, dass sein Handeln uns wie mit einer Leiter bis in den Himmel bringt. Er möchte, dass wir das verstehen, was für ein gewaltiger Schritt es für einen Menschen ist, den Himmel zu erreichen. Mitarbeiter zu sein, dort, wo er wohnt, ist nur ein Bild.
Und dann steht hier: Und die Tiefe. Und die Tiefe ist einfach das Fundament. Er sagt, ich bete darum, dass ihr versteht, was das Fundament von diesem ganzen Werk Gottes ist. Das ist so wunderschön beschrieben, wir können das jetzt nicht mehr lesen, weil es spät ist. Aber lest es mal nach, es ist wunderschön beschrieben in der Offenbarung, weil in der Offenbarung steht, dass die Grundlage der Stadt aus zwölf verschiedenen Sorten von Edelsteinen besteht. Und dann sagt Gott: Diese Edelsteine stehen für die zwölf Apostel des Lammes.
Ja, woher weiss Johannes, dass da Edelsteine sind als Fundament? Wann hast du zum letzten Mal das Fundament eines fertigen Hauses gesehen? Er sagt, die Strassen sind aus durchsichtigem Gold, und du kannst durchgucken, und du kannst das Fundament sehen: zwölf Edelsteine, die Apostel des Lammes. Was haben die gemacht? Die haben aufgeschrieben und weitergegeben, was Jesus auf dieser Erde getan hat, von der Stunde seiner Geburt bis zu seiner Kreuzigung, bis zu seiner Auferstehung, bis zu seiner Himmelfahrt. Das ist die Grundlage der Stadt.
Paulus sagt: Ich wünsche mir, dass ihr es versteht. Ich bete: Vater, gib ihnen, dass sie das verstehen, dass sie die Breite und die Länge und die Höhe und die Tiefe, das Fundament deines Handelns verstehen. Das würde ihr Leben verändern.
Und habt ihr es gemerkt? Das Erste war ganz persönlich: Christus wohnt durch den Glauben in meinem Herzen. Ich bin in Liebe gewurzelt und gegründet. Und jetzt sagt er: Aber mit allen Heiligen sollt ihr die Dimensionen des Handelns Gottes verstehen. Darum bete ich. Also wenn du das für mich beten willst, freue ich mich.
Vers 19: und die die Erkenntnis übersteigende Liebe des Christus erkennen. In Vers 17 waren wir gegründet und gewurzelt in der persönlichen Liebe Jesu zu uns. Und hier, wenn wir die Dimension des Handelns Gottes sehen, betet Paulus darum, dass wir die Erkenntnis übersteigende Liebe des Christus erkennen. Die an so vielen Menschen durch so viele Zeiten handelt, damit wir erfüllt werden zu der ganzen Fülle Gottes.
Ich glaube, das ist auch sehr, sehr subjektiv. Hier geht es nicht darum, dass wir irgendwie werden, wie Gott uns will oder was auch immer, sondern dass wir wirklich erfüllt werden von Staunen, von der Grösse Gottes. Ja, das ist ein Gebet. Und er sagt: Herr, dieses bete ich für euch. Und ich glaube, er sagt durch die Geschichte hindurch der Gemeinde Gottes: Das bete ich für euch. Gott sagt: Das ist wichtig, das wird euch verändern. Wie es anders kann es nicht enden.

Der Schluss: Lobpreis und Ausblick

Paulus sagt: „Ich bete.“ Und dann heißt es in Vers 20: Dem aber, der über alles hinaus zu tun vermag, mehr, als wir bitten oder erdenken, nach der Kraft, die in uns wirkt.
Er sagt: Ich bete zu einem Gott, der so viel mehr tun kann, als wir uns überhaupt ausdenken und bitten können. Und selbst wenn ich solche gewaltigen Dinge für euch bete, sodass ihr Dinge versteht, an die ihr vielleicht nie in dieser Dimension gedacht habt, kann Gott noch mehr tun in dieser Kraft, die an uns wirkt.
Kapitel 1, Vers 19: Die Kraft, die an uns wirkt. Noch drei Worte einzufügen, die ich gerade weggelassen habe: Dem aber, der über alles hinaus zu tun vermag, über die Maßen mehr, als was wir erbitten oder uns ausdenken können. So ist Gott.
Das einundzwanzigste: Ihm sei die Herrlichkeit in der Versammlung in Christus Jesus auf alle Geschlechter des Zeitalters der Zeitalter hin. Wo soll ihm die Herrlichkeit sein? In der Gemeinde. Für immer. Weil die Gemeinde staunt und ihn verehrt? Ja, aber auch, weil die Gemeinde so ist, wie er sie ausgedacht hat, und weil er bewundert wird in seiner Gemeinde, wenn sie funktioniert.
Ja, das war der erste große Teil des Epheserbriefs. Und beim nächsten Mal und von da an müssen wir von diesen himmlischen Höhen hinabsteigen in unser ganz praktisches Leben. Denn das nächste Kapitel fängt damit an, dass wir würdig wandeln der Berufung, mit der wir berufen worden sind. Und wenn wir etwas verstanden haben von dieser Berufung, dann ahnen wir vielleicht, dass es nicht so einfach ist, würdig dieser Berufung zu wandeln.

Vielen Dank an Gerald Dippell, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen! Ein empfehlenswertes Buch des Autors über das Leben von Paulus ist bei CLV erschienen: Paulus persönlich