Apologetik - Falscher Glaube und das Evangelium
09.05.2016
Serie•Teil 7 / 7Predigtreihe Apologetik
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Einleitung und Rückblick auf die Reihe
Ich weiss nicht, ob jemand da ist, der mich nicht kennt. Ich habe ein Gesicht, wir kennen uns noch nicht. Mein Name ist Jürgen Fischer.
Es geht darum, eine Predigtreihe abzuschliessen, von der der Einzelne wahrscheinlich dachte, sie sei schon fertig. Ist sie aber noch nicht ganz. Es geht um diese Apologetikreihe, diese Reihe, die sich um die Frage dreht: Wie kann ich mit Freunden, die keine Christen sind, über den Glauben reden? Gibt es da ein paar Argumente, die ich mir merken sollte, damit ich am Ende eben nicht immer nur sage: Ich weiss nicht, ich weiss nicht, ich weiss nicht?
Da haben wir uns jetzt insgesamt sechs Predigten lang durch alle möglichen Themen durchgearbeitet. Und von daher ist heute ein Abschluss. Das ist so ein bisschen: Wir machen den Sack einfach zu. Wenn ihr euch erinnert, letztes Mal das Zebra. Zebra: fünf gute Gründe dafür, warum wir glauben, dass aus der Menge der religiösen Angebote das Christentum das richtige ist.
Wenn ihr euch erinnert: Zebra. Das hatte zu tun mit Z wie Zukunftsvorstellung, die uns das Christentum bietet. Wir sagen: Das ist etwas ganz Einmaliges, weil es auf der einen Seite so wirklich auch geerdet und menschlich ist und auf der anderen Seite weit genug himmlisch, dass man sagt: Okay, wir werden das Böse und Schlechte wirklich los, aber wir bleiben noch wir selber.
Dann Errettung: dieses Geniale, dass es im Christentum um Gnade geht. Dass es nicht darum geht: Schaff was. Deswegen habe ich meinem Enkel vorhin diesen Vers mitgegeben: In Stille sein und in Vertrauen ist eure Stärke.
Es gibt tausend Angebote auf dieser Welt, wo dir Leute sagen: Du musst dich so ernähren, diesen Kopfstand lernen, jene Fortbildung noch machen, du brauchst das in die Richtung, du musst zu dem Verein dazugehören, und wenn du das hast, dann ist es gut. Und dann kommt da Gott und sagt: Weisst du, deine ganzen Bemühungen, egal wie intelligent du dich aufstellst, sie werden am Ende zu nichts führen, weil du kommst immer nur wieder bei dir selber an. Ich biete dir an, dass ich etwas in deinem Leben mache. Lass einfach los, fang einfach an, mit mir zu leben. Es ist Gnade, und es ist wunderbar.
Dann haben wir gesehen, bei dem Zebra, Z-E, gibt es noch ein B. B wie Bibel. Einfach total toll, dieses Buch. Das älteste Buch der Welt, so realistisch, dass man sagen kann, dass es genau so ist, als würde es die Tageszeitung von heute lesen. Genau so ist es. Diese Geschlossenheit: 66 Bücher, über vierzig Autoren. Wie das zusammenpasst, wie man merkt, da ist ein Zug drin, da ist ein Gott dahinter, der seine Botschaft kommuniziert, ein Geist Gottes, der Menschen begabt, mit Prophetien, was man sonst einfach nicht findet.
Ich finde das einfach grandios. Und wenn ihr mir nicht glaubt, ja, fragt mich danach. Ich gebe euch mal meine Best of Prophetien der Bibel. Ich stehe einfach davor nach Wahnsinn. Und auch dieses Veränderungspotenzial, was in der Bibel drinsteckt. Dieses: Ich lese die Bibel, ich sehe da etwas, und dann gehe ich den Weg, den die Bibel vorzeichnet, und ich werde ein anderer. Ich bleibe nicht, wie ich bin.
Das Geheimnisvolle an Gott und der Blick auf Auferstehung
Dann hatten wir beim Zebra dieses rätselhafte Gottesbild. Da ist es jetzt einer oder drei, und wir stoßen da an unsere Grenzen. Man könnte sagen: Ja, man kommt da oft nicht weiter.
Heute Morgen kam ein Bruder nach dem Gottesdienst in einer anderen Gemeinde zu mir und meinte: Jürgen, ich habe da eine Frage. Sag mal, wenn Jesus in der Wüste vom Teufel verführt wird und wenn er darauf eingegangen wäre und den Teufel angebetet hätte, was wäre denn dann passiert?
Ich dachte mir: Was sagst du da? Also, ich weiß es nicht. Jesus, Gott, Mensch, der plötzlich sündigt – was passiert denn dann? Ich weiß es nicht. Denn in dem Moment, wo ich mich Gott nähere, begegne ich dem so ganz Anderen, dass auf die Frage, was dann wäre, keine Antwort habe. Ich habe auch gar keinen Ansatz, zu wissen, was dann gewesen wäre.
Ich bin dankbar, dass es nicht passiert ist, dass Jesus nicht gesündigt hat. Aber was wäre, wenn? Keine Ahnung. Gott ist einfach so der ganz Andere. Ich finde das so unglaublich herrlich.
Und dann natürlich Zebra: nicht nur Zukunft, nicht nur die Art, wie Gott rettet, nicht nur die Bibel, die Rätselhaftigkeit seines Wesens, sondern auch, wie die Auferstehung in Zeit und Raum einfach mal einen Punkt gesetzt und gesagt hat: Ich habe den Tod besiegt. Bam. Einfach schön.
Also, das hatten wir letztes Mal. Wer das nachhören möchte, findet alles im Internet.
Der Übergang zur Frage nach echter Zugehörigkeit
Heute tue ich mal so, als wäre unser Freund die ganze Zeit mitgegangen.
Also: Heute tue ich mal so, als hätte er uns am Anfang die Frage gestellt: „Sag mal, warum glaubst du überhaupt an etwas Höheres?“ Und wir hätten ihm die Argumente gebracht, mit dem Akronym PALME. Dann hätte er uns die Frage gestellt: „Wie kann Gott Leid zulassen?“ Und wir hätten ihm das erklärt. Danach hätten wir uns mit ihm darüber unterhalten, warum gerade das Christentum. Und er hätte gesagt: Ja.
Und jetzt kommt natürlich die Frage: Was fehlt noch? Was fehlt noch? So ein Stück. Okay: Bekehrung.
Also: Jetzt möchte ich so einer werden wie du. Nehmen wir mal an, unser Freund würde das sagen. Ja, ich möchte so einer werden wie du. Und bevor ich damit anfange, die Frage: Bist du bekehrt? Darf man so eine Frage stellen?
Ich war jetzt gerade weg, on tour. Und da trifft man auf alle möglichen Christen und auf alle möglichen Leute, die sich Christen nennen. Und es ist tatsächlich so, wenn man die Bibel liest, dass man bei der Frage „Bist du Christ?“ merkt: Die Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Denn es gibt Leute, wenn man sie fragen würde: „Bist du Christ?“ – „Ja, ja, ja.“ Aber das ist halt auch nicht mehr als ein Lippenbekenntnis.
Wie ich versucht habe, in meinem Gebet deutlich zu machen, bin ich erschrocken über den Zustand der Kirche in Deutschland. Denn es gibt einfach so viele. Wenn ihr wissen wollt, warum ich gerade so betroffen bin: Ich höre gerade die Biografie von Bonhoeffer. Das heißt, ich bin gerade in den dreißiger Jahren so mittendrin, wo es schon einmal Kirchenkampf war, wo man schon einmal versucht hat, das Zeugnis des Evangeliums auszumerzen. Und ich merke: Da gibt es so viele Parallelen. So viel Sprachlosigkeit unter denen, die Christen waren. So viel Verführung, die einfach über die Kirche hinweggegangen ist und die Menschen einfach mitgenommen hat.
Und ich merke: Es ist so leicht zu sagen, ich bin Christ. Aber die Frage ist: Ist das denn echt?
Und dann merken wir, wenn wir ein bisschen darüber nachdenken, dass die Bibel, schaut man mal nach, falsche Christen kennt. Also solche, die dachten, sie sind es, aber es nicht sind. Da muss man sagen: Ja. Und das fängt mit einem Judas an.
Judas ist ja auch eine Weile dabei gewesen. Und von außen betrachtet hätte jeder gesagt: Der gehört doch dazu. Der hat doch sogar den Job, hier immer das Geld einzusammeln. Der muss doch dazugehören. Aber trotzdem war er ein Verräter.
Und wir können die Bergpredigt lesen: Am Ende der Bergpredigt kommen Menschen zu dem Herrn Jesus und sagen: Haben wir nicht in deinem Namen das und das und das gemacht? Jetzt lass uns rein in den Himmel. Und Jesus sagt: Ich kenne dich nicht. Wie war dein Name?
Natürlich weiß Gott in seiner Allwissenheit, wer du bist. Aber dieses persönliche Nahe ist nie entstanden.
Oder in 1. Johannes 2 wird von Leuten gesprochen, die aus der Gemeinde herauskommen und die der Text Antichristen nennt. Die waren dabei. Die haben mitgesungen, mitgebetet, mitrenoviert. Und dann irgendwann haben sie so eine Klatsche gekriegt. Irgendwann sind sie rausgedriftet. Und Johannes muss sagen: Die sind raus, weil sie nie wirklich dabei waren. Die waren äußerlich, von der Hülle her, dabei. Kulturell. Aber im Herzen, da, wo es darum geht, ein Herz zu zerreißen und Gott auf den Thron zu legen, da zu sagen: Hier, Gott, mach was mit meinem Herzen – das ist nie passiert. Und irgendwann hat sich das dann im Leben gezeigt. Irgendwann war mit der Heuchelei dann genug.
In Hebräer 6 werden Leute beschrieben, die Gemeinschaft haben in Gemeinden, die Gott erleben, die da schmecken können, dass es die Ewigkeit gibt, die schmecken können, dass etwas Wahres dran ist an diesem Christsein, die bei ihren christlichen Freunden vielleicht sogar im eigenen Leben erleben, dass das echt ist. Und die dann irgendwann sich entscheiden und sagen: Damit will ich nichts zu tun haben.
Also, es gibt das. Und deswegen finde ich es, wenn wir über Bekehrung reden und über diesen Schlussakt, da, wo wir jemanden hinführen, einfach wertvoll, immer wieder auch darüber nachzudenken: Wie sieht das mit mir aus?
Und das sage ich nicht, damit so eine Unsicherheit bleibt, sondern einfach, dass wir das für uns immer wieder auch festmachen und sagen: Ja, ich bin echt, Halleluja, ich freue mich darüber. Aber dass wir auch, wenn wir auf andere Christen treffen, wo wir uns nicht so sicher sind – und ich weiß nicht, ob es euch eben auch so geht wie mir –, dass man manchmal auf Christen trifft, wo man sich nicht ganz so sicher ist: Du behauptest, Christ zu sein, aber wie sieht das aus?
Und ich habe einfach mal ein paar Punkte aufgeschrieben, wo ich bei mir merke: Da kommt so eine Unsicherheit schnell auf. Da frage ich mich: Soll ich an der Stelle vielleicht doch noch mal nachfragen? Ich weiß nicht, ob es euch auch so geht.
Woran sich eine echte Umkehr zeigen kann
Also, es gibt beim Beten für Leute ab und an den Gedanken: Ist der wirklich schon durch?
Versteht ihr? Wenn man Bekehrung sieht, dann ist Bekehrung ja Umkehr. Das ist das Wort. Das heißt: Ich bin weg von Gott, dann drehe ich mich um und gehe auf Gott zu. Und da frage ich mich manchmal: Sind die Leute womöglich in diesem Prozess? Sind die schon ganz rum?
Das ist so wie beim Walzertanzen. Ich weiß nicht, ob du Walzertanzen kannst, aber da geht es darum: Du musst Schwung haben, um ganz rumzukommen. Wenn du zu wenig hast, dann verreckst du so auf drei Viertel.
So frage ich mich manchmal: Gibt es Leute, die Christen sind und die bei dieser Umkehr zu Gott so auf drei Viertel verreckt sind irgendwie, und sie haben es nicht gemerkt? Sie denken: Ich bin rum, aber sie sind noch nicht ganz rum.
Ich habe mir mal aufgeschrieben, woran ich das festmache. Und vergebe mir, wenn ich das so sage. Ich habe im Skript auch die Bibelstellen dazu.
Wenn jemand willkürlich auf einen Gottesdienstbesuch verzichtet, finde ich das heikel. Da denke ich: Mann, wie kannst du sagen, Jesus ist die Nummer eins in meinem Leben, und dann kannst du an der Stelle Anbetung einfach so hinten runterfallen lassen?
Oder wenn jemand so gar keine Liebe zu Geschwistern entwickelt, so ein Grummelkopf ist und bleibt. Und wir dürfen alle da Lernende sein, ja bitte. Ich habe durchaus eine persönliche Reputation, nicht immer der Liebste zu sein. Ihr kriegt von mir: Ich bin für euch, wenn ihr an der Stelle kämpft. Aber versteht ihr, wenn das so gar nicht weitergeht?
Oder wenn man sich bei jemandem den Facebook-Account anschaut und da ist null Bezug zu Gott. Da ist irgendwie so ein Hobby im Vordergrund, und man merkt: Da ist gar kein Interesse an Evangelisation, gar kein Wunsch, Zeugnis zu sein für jemand anders. So, als würde es Jesus gar nicht geben.
Oder wenn jemand in grober Sünde lebt. Ich meine wirklich grobe Sünde. Wenn du ein Säufer bist oder ein Räuber oder Unzüchtiger. Also nicht so: Ich habe da auch gestern einen hässlichen Gedanken gedacht und drei Minuten länger gedacht als vielleicht richtig. Nein, ich meine so richtig was Fettes, wo man eigentlich aus der Gemeinde ausgeschlossen gehört, und du merkst: Der hat überhaupt keinen Gewissensbiss dabei. Das läuft einfach so.
Was ist da los? Wie kann das sein?
Oder nochmal das eigentlich, was ich eben schon gesagt habe: Wenn man den Eindruck hat, da entwickelt sich jemand nicht weiter. Ich bin manchmal in Gemeinden mit sehr alten Geschwistern, und ich habe oft an der Stelle Bammel, wenn ich auf alte Geschwister stoße, wo ich den Eindruck habe: Mann, was hat der Heilige Geist in dir die letzten fünfzig Jahre gemacht?
Also, ich weiß, es hört sich fast richtend an. Das will ich gar nicht. Es ist einfach nur so eine Angst: Bist du wirklich rum? Ist da wirklich ein neues Herz drin? Ist da wirklich ein Geist der Veränderung drin?
Oder wenn Leute nicht von Jesus begeistert sind, wenn sie nicht gerne über ihn reden. Also, ich meine auch nicht, dass man ständig hardcore Kaltakquise betreiben muss. Das wisst ihr. Ich bin nicht der Typ, der immer darüber reden muss, wie toll Jesus in seinem Leben ist. Aber wenn das so gar nicht kommt?
Wenn Jesus irgendwie so unter ferner liefen und so eine Nebenrolle neben dem Osterhasen oder irgendeinem Schauspieler hat, wenn es mich so gar nicht packt, denke ich mir: Ist der wirklich rum oder ist das nur so ein Anfang da?
Dasselbe, wenn Menschen kein Interesse an der Bibel haben, an geistlichen Fragen. Da frage ich mich: Was ist da in dir drin?
Und wenn das dann vielleicht sogar andersherum ist, wenn auf der einen Seite wenig Interesse da ist und wir als Älteste so ein Wort haben, das heißt beratungsresistent. Das ist ein fieses Wort. Wenn man merkt, da ist jemand, der lässt sich eigentlich nichts sagen, der ist einfach immer auch so. Da denke ich mir: Woher kommt das?
Wenn im Herzen so ein Antiding da ist, da frage ich mich: Ist das wirklich schon dieses neue Herz? Ist das so dieses Herz, das zerbrochen ist, zerrissen ist, wo ich sage: Nicht mehr lebe ich, sondern Jesus lebt in mir? Bin ich da wirklich durch diesen Prozess durch, oder will ich doch irgendwie noch mein eigenes Leben leben? Ich habe es nur ein bisschen christlich verpackt, aber im Grunde: Bin ich noch der Alte?
Oder letzter Punkt: Wenn jemand so eine ganz schräge Jesuslehre hat. So dieses: Ich habe jetzt als Beispiel die Zeugen Jehovas, weil ich keinem anderen wehtun wollte. Die dann sagen: Bei denen ist es einfach, die sagen, Jesus ist nicht Gott, sondern ein Engel. Da kann man es ganz einfach zeigen.
Aber es gibt natürlich auch mildere Formen sehr schräger Theologie, die man nicht gleich erkennt und wo man, wenn man ein bisschen herumschaut, durchaus auch unter Leuten, die uns näherstehen, sagen müsste: Freund, das ist knapp vorbei.
Es gibt jetzt gerade eine Gemeinde in Berlin, wo ich große Angst habe und wo ich sehr dafür bete, dass sie nicht in die Allversöhnung abdriftet. Weil ich weiß: Wenn das passiert, wird das einen Riesenschaden nach sich ziehen. Da geht richtig was in Berlin kaputt.
Ihr merkt: Es gibt Dinge, da geht es mir so, wenn ich das bei jemandem sehe, da frage ich mich: Sag mal, Freund, bist du vielleicht nur drei Viertel rum und da fehlt noch so ein letzter Schubs?
Und deswegen ist die Frage: Bist du bekehrt? Das finde ich eine ganz legitime Frage. Und ich habe mir selber so ein Stückchen vorgenommen, jetzt, wenn ich 50 geworden bin, sie öfter zu stellen. Vorher klingt es immer ein bisschen komisch, finde ich. Aber ich werde jetzt mal für graue Haare beten, und dann kommen die 50 von alleine. Dann habe ich vielleicht das Recht, diese Frage ehrlicher noch mal zu stellen.
Bist du wirklich durch? Hast du an der Stelle diese Entscheidung getroffen?
Das Evangelium mit der Hand erklären
Also, die Frage lautet: Was ist das Evangelium?
Stellen wir uns vor, wir hätten einen Freund, und unser Freund sagt: Jürgen, was ist denn jetzt? Erklär mir doch mal das Evangelium!
Okay, wie erklärt man das Evangelium? Ich weiß nicht, es gibt tausend Möglichkeiten, das Evangelium zu erklären. Ich gebe euch eine, die immer funktioniert. Sie funktioniert immer in dem Sinn, dass ihr danach das Evangelium erklärt habt. Das heißt nicht, dass sich der andere bekehrt. Aber wenn jemand nicht weiß, was das Evangelium ist, dann weiß er es danach.
Und der Clou ist: Du brauchst nichts dafür. Wenn du in der Sauna bist, hast du alles dabei, was du brauchst. Warum? Du brauchst nur eine Hand. Ich erkläre dir das Evangelium.
Wie gesagt, es gibt tausend Möglichkeiten, wie man das Evangelium erklärt. Aber diese eine Variante wäre schön, wenn ihr sie euch merken würdet. Warum? Es ist meine. Und ihr könnt mitmachen, wenn ihr wollt. Ihr müsst aber nicht.
Also, wie erkläre ich jemandem das Evangelium? Wir fangen an mit dem Daumen.
Wie stellen wir uns die Welt vor? Daumen hoch. Super, so stellen wir uns die Welt vor. Wie ist die Welt? Daumen runter. Wer das nicht sieht, dem kaufe ich auch eine Zeitung, aber im Allgemeinen fangen wir damit an. So, das war der Daumen.
Wie wünschen wir uns die Welt? Daumen hoch. Wie ist die Welt? Daumen runter.
Du hast Schuld, der Zeigefinger, und ich auch. Ich kann dann ein paar Beispiele bringen, aber eigentlich ist es ganz einfach: Du hast Schuld, und ich habe Schuld. Machen wir uns nichts vor. Du hast schon etwas angestellt, damit die Welt so ist, wie sie ist, und ich auch.
Und jetzt kommt das Beste: Eigentlich müsste Gott uns jetzt den Stinkefinger zeigen. Das müsste er eigentlich tun. Denn wenn Gott Gott ist, und ihr merkt, das ist eine eher unorthodoxe Methode, das Evangelium zu erzählen, ich habe mir schon überlegt, ob ich euch das alles mal vormachen lasse, und wenn wir an der Stelle sind, mache ich ein Foto davon. Also, ihr wisst, was ich zeigen will, ja?
Eigentlich könnte Gott jetzt in diesem Moment, wo wir Daumen runter haben und ich schuld bin, sagen: Weißt du, dass du persönlich einen Wunsch hast, neu durchzustarten? Dass du einen Wunsch hast, ein neues Herz zu kriegen? Dass du einen Wunsch hast, das, was du kaputt gemacht hast, eine Beziehung wieder ganz werden zu lassen? Weiß mir egal.
Das könnte Gott sagen. Das tut er aber nicht. Deswegen hat er uns ja auch fünf Finger gegeben und nicht nur den Mittelfinger. Und deswegen gibt es neben dem Mittelfinger den Ringfinger, der uns andeutet, dass es eben nicht nur darum geht, dass Gott sagt: Mach doch deinen Mist allein.
Sondern weil Gott uns eine Beziehung geben möchte. Das ist das Evangelium.
Du hast verbockt, und Gott hat alles Recht, dich einfach wegzupacken, wie Weihnachtsschmuck, wenn es Mitte Januar ist. Einfach wegpacken, das braucht man nicht mehr. Da ist der Baum vertrocknet, den schmeißt man raus, und dann ist gut. Gott hat allen Grund dazu, aber er tut es nicht.
Ringfinger: Er schafft Beziehung. Er wird Mensch, und er begegnet uns im Doppelpack. Er schenkt uns zwei Sachen. Auf der einen Seite stirbt er für den ganzen Mist, den wir tun, weil wir das brauchen. Er muss bezahlen für den Dreck in unserem Leben. Und das andere: Er muss nicht nur auf die Erde kommen, Mensch werden und sterben. An einem Kreuz ist das passiert, in Jerusalem vor zweitausend Jahren, sondern er muss auch wieder auferstehen. Weil wir nicht nur Vergebung unserer Schuld brauchen, sondern wir brauchen ein neues Leben, einen neuen Anfang. Wir brauchen eine neue Qualität von Leben in uns drin, weil die alte Qualität es nicht bringt.
Und das ist das, wofür der Ringfinger steht: Gott schafft Beziehung.
Und die Frage ist: Was will Gott? Und die Antwort ist: Gib ihm deinen kleinen Finger.
Der kleine Finger steht so für: Man weiß kaum, wofür man ihn braucht, oder? Also, wenn du jetzt Querflöte spielst oder Klavier, dann braucht man ihn schon. Aber jetzt mal ganz ehrlich: Gib Gott das bisschen, was du hast. Du hast ihm doch gar nichts Großes zu geben.
Was Gott möchte, ist eine einzige kleine Sache: Er möchte, dass du ein Jesusjünger wirst. Das ist alles, was er will.
Und wie wird man ein Jesusjünger? Ganz einfach: Gib ihm deinen kleinen Finger. Nimm Kontakt zu Gott auf. Rede mit ihm über deine Schuld. Du weißt, du kennst dein Leben, ich muss da gar nichts sagen. Rede mit ihm über deine Schuld, über deine Fehler, die großen und kleinen Katastrophen, und dann bitte ihn darum, dass er dir vergibt. Das ist der erste Schritt.
Der zweite Schritt ist: Du wirst ein Jesusjünger, indem du dich taufen lässt. Damit alle anderen Menschen sehen: Der alte Jürgen, den gibt es nicht mehr. Das ist ein neuer Jürgen. Und er lebt auch nicht mehr aus der Kraft, die er früher hatte, aus seinem Intellekt und aus seinen Muskeln und ich weiß nicht, aus was. Der lebt jetzt aus Gott.
Und dann machst du den dritten Schritt: Such dir eine Gemeinde, lies in der Bibel, hör dir gute Predigten an, fang an zu beten, werde anders, Schritt für Schritt, und laufe Jesus einfach hinterher.
Also, ihr braucht nur eine Hand. Ich mache es euch noch mal ganz kurz vor. Ihr werdet das nie wieder vergessen. Bitte stellt keine entsprechenden Fotos ins Internet.
Also: So sollte die Welt sein, aber so ist sie. Du hast ein Problem, weil du daran schuld bist, ich genauso. Eigentlich könnte Gott uns den geben, er hätte alles Recht dazu. Macht er aber nicht. Was er macht, ist Beziehung. Er wird Mensch, er kommt in dieses Schlamassel rein und sagt: Ey, ich will dich rausholen. Ich werde für deine Schuld sterben, und ich werde den Tod besiegen, so dass du nie wieder Angst haben musst, sondern in meiner Kraft mit meinem Leben leben kannst.
Das Einzige, was ich will: Ich will deinen kleinen Finger. Das bisschen, was du noch bist und hast. Wenn du mir das gibst, wenn du mein Jünger wirst, wenn du mir deine Schuld bekennst, wenn du dich taufen lässt und von mir lernst, das ist alles, worum es geht.
Es reicht für die Sauna, man braucht nicht mehr, und es ist relativ einfach zu verstehen.
Das persönliche Zeugnis als Schlüssel für andere
Was ich will, oder was ich mir wünsche, am Ende dieser Reihe über Apologetik, ist dies: dass ihr versteht, wie wichtig es ist, als Christen auf irgendeine Weise anderen das Evangelium erklären zu können.
Wenn du sagst: Ich mache das lieber mit den vier geistlichen Gesetzen von Campus für Christus, das wäre so die Ära Richard, Jürgen, Anja, das ist so unsere Zeit, ich würde mal sagen, so 25 Jahre her, da war das, oder wenn du in der Zwischenzeit den Iwanschi Cube hattest, das ist so ein Ding, das man falten kann, kann man auch das einfach machen, es ist mir völlig Wurst. Aber wenn du nichts dabei hast, rate ich dir immer, deine Hand zu nehmen und dir das einfach zu merken. So kannst du jemandem sagen, wie er Christ werden kann.
Und als letzter Punkt, und damit mache ich dann Schluss: Wenn derjenige an dem Punkt ist, dass du ihm sagst: So, jetzt habe ich dir das Evangelium erklärt, dann bitte ich dich, noch einen letzten Satz dir zu merken, ganz am Ende der Evangeliumspräsentation. Und der ist ganz simpel: Soll ich dir mal sagen, wie das bei mir war?
Also, die meisten Menschen, wir haben jetzt über Apologetik geredet, die meisten Menschen, die ich so kenne, die haben gar nicht so viele intellektuelle Zweifel am Christentum. Da sind so zwei oder drei, ja, die hat man relativ schnell eigentlich. Die wollen auch keinen apologetischen Vortrag von dir hören, hier eine Palme, da ein Zebra. Das ist schön, wenn du das im Kopf hast, und das tut dir auch gut, und manchmal muss man auf das eine oder andere Argument zurückgreifen können.
Aber was Leute erleben wollen, ist, dass du dich verändert hast. Sie wollen hören, wie Gott in deinem Leben dir genau das an Lebensqualität gebracht hat, was sie sich wünschen. Und deswegen unterschätze bitte nie das Zeugnis, das du hast.
Und wenn ich dir zum Schluss einen Tipp geben darf, ist es dieser: Lerne deine Geschichte mit Gott. Und das sind drei Dinge: die Zeit vor der Bekehrung, wo komme ich her; dann das Bekehrungserlebnis als solches, wie bin ich zum Glauben gekommen; und dann, was hat sich daraus ergeben.
Lerne diese drei Punkte so zu präsentieren, dass du es in einer Minute jemandem sagen kannst, damit der andere weiß, wo du herkommst, und was dein Leben war, und was daraus herausgekommen ist, weil du Jesus dein Leben anvertraut hast. Das ist ja der Hammer.
Lerne dein Zeugnis für andere. Und wenn die Hauskreise daran Interesse haben, das zu lernen, dann kommen Boris und ich gerne vorbei. Ja, wir haben ja immer noch unsere The Rock Academy und machen das mit euch, zeigen euch das, wo es in der Bibel steht, wie man sein Zeugnis aufschreibt, und unterstützen euch dabei, dass, wenn ihr euren Freunden das Evangelium erklärt habt und ihr am Ende sagt: Soll ich dir erzählen, wie das bei mir war?, ihr kurz und knapp auf den Punkt kommen könnt und eure Freunde dann sagen können: Okay, wenn das so ist, ja, was hindert es, dass ich jetzt bete und du mich dann nachher in der Badewanne taufst?
Amen!
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